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	<title>Kirche &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 6) &#8211; der Beitrag der Kirchengemeinden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2015 08:26:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der sechste Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem ersten Beitrag, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, ging es im zweiten Blogartikel  um den Wissensaustausch unter den örtlichen Stadtteilvernetzern. Der dritte Beitrag nahm die engagierten Bürger, die als Vernetzer tätig sind, und die örtlichen Freiwilligenagenturen in den Blick. Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist der sechste Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-nutzen-stiften/">ersten Beitrag</a>, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, ging es im zweiten Blogartikel  um den <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-durch-wissenstransfer/">Wissensaustausch</a> unter den örtlichen Stadtteilvernetzern. Der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-buergerprojekte-ermoeglichen/">dritte Beitrag</a> nahm die engagierten Bürger, die als Vernetzer tätig sind, und die örtlichen Freiwilligenagenturen in den Blick. Der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-die-rolle-von-unternehmen-und-stiftungen/">vierte </a>Artikel beleuchtete die Rolle von Unternehmen und Stiftungen in der Quartiersvernetzung. Der fünfte Beitrag fragte nach der Bedeutung von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-soziale-innovationen-erzielen/">Sozialunternehmen</a> in diesem Bereich. Der nun folgende Blogartikel setzt sich mit der  Rolle der Kirchengemeinden beim Aufbau neuer sozialer Beziehungen im Viertel auseinander. Der nächste Beitrag stellt Internet-Tools zur lokalen Zusammenarbeit in den Mittelpunkt.<br />
</em></p>
<p>Welche Rolle könnten und sollten Kirchengemeinden und die kirchlichen Wohlfahrtsverbände in der örtlichen Zivilgesellschaft spielen? Welchen Beitrag können sie zum Aufbau neuer Nachbarschaften leisten? Diese Fragen bilden den Schwerpunkt des aktuellen <a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Forschungsjournals Soziale Bewegungen (Heft 1, 2015)</a> und auch die Stiftung Mitarbeit widmete diesem Thema Anfang Juni ihren <a href="http://www.buergergesellschaft.de/mitteilen/news/archiv-des-enewsletters/enewsletter-archiv-2015/enewsletter-wegweiser-buergergesellschaft-102015-03062015/109941/">eNewsletter Nr. 10/2015</a>.</p>
<p>Die Voraussetzungen für eine aktive Rolle der Kirchengemeinden in der örtlichen Zivilgesellschaft sind gut:</p>
<ul>
<li>Viele Kirchenmitglieder sind ehrenamtlich aktiv: 67% der Engagierten in Deutschland gehören der katholischen oder evangelischen Kirche an.<br />
Die Kirche zählt zu den zentralen Orten des Engagements in Deutschland: allein in der evangelischen Kirche sind bis zu 1,5 Millionen Freiwillige aktiv (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_beitrag_schendel_150603.pdf">Schendel 2015</a>, 2). Das Engagement dieser Freiwilligen beschränkt sich dabei nicht nur auf den kirchlichen Raum, sondern jeder zweite in der evangelischen Kirche Aktive engagiert sich auch außerhalb der Kirche  in gemeinnützigen Organisationen oder Parteien. Das ist das Ergebnis einer <a href="http://www.ekd.de/si/download/Endtext_Ehrenamt_Kirchengemeinden__2___2_.pdf">Studie</a> des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, die Martin Horstmann, mein Bloggerkollege von <a href="https://diakonisch.wordpress.com/">diakonisch.de</a> , 2013 erstellte.</li>
<li>Die Kirchengemeinden besitzen zahlreiche Kontakte  in die örtliche Zivilgesellschaft und Politik hinein, &#8220;zumindest gelegentlich&#8221;, wie mehr als 90% der Kirchengemeinden mitteilen (Quelle siehe Kommentar).</li>
<li>Die Kirchengemeinden und kirchlichen Sozialdienste verfügen zudem über Gebäude, Räume und Ausstattung  im Stadtteil, so dass sie allein schon durch diese infrastrukturellen Qualitäten zu Quartiers-Knotenpunkten werden könnten (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_kurzke_maasmeier_150603.pdf">Kurzke-Maasmeier 2015</a>, 6).</li>
<li>Auch haben sich Diakonie und Caritas, die beiden Träger der kirchlichen Sozialarbeit, in den letzten Jahren stärker dem Sozialraum zugewandt und sich eine Stärkung der <a href="https://diakonisch.wordpress.com/dossiers/dossier-gemeinwesen/">&#8220;Gemeinwesendiakonie&#8221;</a> bzw. der <a href="http://www.caritas.de/glossare/sozialraumorientierung">&#8220;Sozialraumorientierung&#8221;</a> vorgenommen.</li>
</ul>
<p>Trotz dieser positiven Voraussetzungen für ein Engagement der Kirchengemeinden in und mit der örtlichen Zivilgesellschaft werden die Gemeinden bisher noch nicht wirklich  als gemeinwesenorientierte Akteure wahrgenommen, was laut <a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7310">Kurzke-Maasmeier</a> (2015, 7) auch daran liegt, dass immer noch viele Kirchengemeinden ihre Angebote zu stark auf die eigene kirchliche Klientel ausrichten. Sie nehmen häufig die Funktion einer Insel im Stadtteil wahr, statt die einer Brücke in andere Bereiche und Milieus hinein.</p>
<p>Dies liegt auch daran, dass nicht alle in den beiden großen Kirchen die Vision teilen, die Kirchengemeinde und auch die Sozialdienste sollten Teil der Zivilgesellschaft sein. Viele sehen die Kirche als erhabenes &#8220;Licht auf dem Berg&#8221; und nicht als &#8220;Salz der Erde&#8221; , das sich mit der Welt vermischt (Schockenhoff, zit. nach <a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7308">Vieregge, 2015</a>, 1).  Diese zivilgesellschafts-kritische Haltung wird dadurch gestärkt, dass die beiden großen Kirchen schon rein formal nicht als Vereine organisiert sind (wie bspw. evangelische Freikirchen oder muslimische Gemeinden), sondern als Körperschaften des öffentlichen Rechts, was ihren zivilgesellschaftlichen Charakter verhüllt (der aber durch die Nonprofit-Forschung schon längst bestätigt ist) (<a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Strachwitz 2015</a>, 28).  Auch die jahrhundertelange Verquickung mit dem Staat und parteipolitischen Interessen (siehe <a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Gabriel 2015</a>) erschweren vielen in der Kirche die Hinwendung zur Zivilgesellschaft, so dass <a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Strachwitz</a> (2015, 29) konstatiert: &#8220;Bekenntnisse deutscher Kirchenvertreter zur Zivilgesellschaft sind Ausnahmen&#8221;.</p>
<p>Dennoch müssen sich Kirchen um eine neue Position in der Gesellschaft bemühen, da sie ihr Monopol auf das Religiöse verloren haben und ihre Nähe zum Staat ihnen eher Kritik einbringt als zusätzliche Legitimität. Insofern bietet sich die Zivilgesellschaft als neue Verortung für Kirchengemeinden an.</p>
<p>Gefordert wird von vielen eine &#8220;radikale Öffnung&#8221; (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7310">Kurzke-Maasmeier</a>) der Kirchengemeinden hin zu dem sie umgebenden Gemeinwesen. Kirchengemeinden sollten gezielt versuchen, nicht kirchlich Gebundene für die ehrenamtliche Arbeit in den Gemeinden zu gewinnen. Die Gemeinden selbst sollten in den Netzwerken auf Quartiersebene vertreten sein und selbst Netzwerke initiieren, die Menschen aus dem Viertel über Grenzen hinweg einbinden. Gerade jene Kirchengemeindemitglieder, die im Gemeinwesen aktiv sind, könnten hierfür als &#8220;Brückenbauer und Impulsgeber&#8221; genutzt werden (<a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Coenen-Marx 2015</a>, 109).</p>
<p>Verändert werden müssten auch alltägliche Handlungsstrukturen der Gemeinden und zwar dergestalt, dass der Teilhabe ein bedeutenderer Stellenwert beigemessen wird.  Denn &#8220;besonders schlecht scheiden die Kirchen (..) beim Thema Mitsprache und Mitentscheidung der Freiwilligen ab: Hier bildete die katholische Kirche  schon seit 2004 das Schlusslicht, während die evangelische Kirche (..) bis 2009 an Boden verloren hat&#8221; (<a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Gabriel 2015</a>, 24, mit Blick auf die Ergebnisse des Freiwilligensurveys 2010).</p>
<p>Kirchengemeinden, die sich dem Sozialraum zuwenden und an der Quartiersvernetzung mitwirken, stärken sich selbst als Institution, indem sie neue Aufgaben, Freunde und Unterstützer hinzugewinnen: &#8220;Kirche für andere ist auch Kirche für sich&#8221; (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7308">Vieregge 2015</a>, 5), d.h. die Sozialraumorientierung kann Gemeinwohl- und Eigeninteressen erfolgreich miteinander verbinden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>27. NPO-Blogparade: Netzwerke aufbauen – Chancen und Hindernisse?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2014 09:17:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Am 9 Mai findet in Köln das openTransfer Camp ‚Demografie‘ statt (#otc14), zu dem zivilgesellschaftliche Initiativen eingeladen sind, die mit guten Projekten den demografischen Wandel gestalten. Und die ihr Wissen an andere Interessierte weitergeben wollen oder nach regionalen Kooperationspartnern suchen. Die NPO-Blogparade greift das Thema des openTransfer Camps auf und startet im Vorfeld [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><i>(Brigitte Reiser) Am 9 Mai findet in Köln das </i><a href="http://opentransfer-camp.mixxt.de/"><i>openTransfer Camp ‚Demografie‘</i></a><i> statt (#otc14), zu dem zivilgesellschaftliche Initiativen eingeladen sind, die mit guten Projekten den demografischen Wandel gestalten. Und die ihr Wissen an andere Interessierte weitergeben wollen oder nach regionalen Kooperationspartnern suchen. Die </i><a href="http://npoblogparade.wordpress.com/"><i>NPO-Blogparade</i></a><i> greift das Thema des openTransfer Camps auf und startet im Vorfeld der Veranstaltung einen Online-Diskurs über „Netzwerke im demografischen Wandel“. Gastgeber der NPO-Blogparade sind zwei Blogs, die auch beim Demografie-Camp zusammenarbeiten: </i><a href="http://www.opentransfer.de/#home"><i>openTransfer</i></a><i> und Nonprofits-vernetzt, unterstützt von unserem Blogger-Kollegen </i><a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/blog/"><i>Stefan Zollondz</i></a><i>. Wir freuen uns auf Eure Beiträge und hoffen auf eine rege Beteiligung der Blogosphäre an der Diskussion.</i></p>
<p>In vielen Städten und Gemeinden entstehen derzeit als Reaktion auf den demografischen Wandel Nachbarschaftshilfen, Tauschbörsen, generationenübergreifende Angebote, gemeinschaftliche Wohnmöglichkeiten und zahllose andere Formen des Mit- und Füreinanders.</p>
<p>Viele dieser Angebote werden bürgerschaftlich initiiert und umgesetzt, viele sind in gemeinnütziger, kirchlicher oder städtischer Trägerschaft. Sie alle zielen darauf ab, dem demografischen Wandel konstruktiv zu begegnen, der Kommunen und öffentliche Budgets schrumpfen lässt und in städtischen Zentren zu einer großen Anzahl Alleinlebender führt, die auf familiäre Unterstützung nicht unbedingt Zugriff haben. Armut, Hilfsbedürftigkeit und Einsamkeit nehmen zu. Gleichzeitig wächst aber auch die Bereitschaft vieler Bürger, gerade auch der Älteren, sich ins Gemeinwesen einzubringen.</p>
<p>Der demografische Wandel macht mehr Vernetzung notwendig, &#8211; zwischen Bürgern, zwischen Bürgern und gemeinnützigen Angeboten und unter den Organisationen selbst. Nur so können in den Gemeinden neue Beziehungen aufgebaut, Ressourcen gepoolt und Hilfen effektiver geleistet werden.</p>
<p>Netzwerke ziehen im demografischen Wandel die Aufmerksamkeit auf sich und sollen bei dieser NPO-Blogparade von allen Seiten beleuchtet werden. Die Frage, die wir zur Diskussion stellen, lautet:</p>
<p><b>„Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen – Chancen und Hindernisse?“</b></p>
<p>Denkbar sind Blog-Beiträge, die thematisieren</p>
<ul>
<li>wie man lokale Netzwerke erfolgreich aufbaut</li>
<li>welche Hindernisse zu überwinden sind</li>
<li>welche Online-Tools sich in lokalen Vernetzungsprozessen bewähren</li>
<li>was örtliche Initiativen von digitalen Aktionsnetzwerken lernen können</li>
<li>welche Chancen, aber auch Probleme, die Netzwerkstrukturen mit sich bringen</li>
<li>wie man Jung und Alt zum Mitmachen motiviert</li>
<li>welche Rolle Netzwerke für den Wissenstransfer spielen</li>
<li>und vieles andere mehr &#8211; wir lassen uns von Euren Ideen und Erfahrungen überraschen.</li>
</ul>
<p><b>Die Blogparade läuft vom 3. bis <del>27. April</del>  02. Mai 2014. Bitte verlinkt Eure Artikel mit diesem Beitrag hier oder mit <a href="http://www.opentransfer.de/4594/npo-blogparade-netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen/">openTransfer</a>.</b> Wer kein eigenes Blog hat, kann seinen Beitrag über die Kommentarfunktion posten oder über die <a href="https://www.xing.com/net/zivilgesellschaft20/npo-blogparade-446897/einladung-zum-online-diskurs-netzwerke-aufbauen-im-demografischen-wandel-46346290/">Xing-Gruppe „Zivilgesellschaft und Internet“</a> (bitte auf Xing in der Artikel-Überschrift kenntlich machen, dass ein Beitrag für die NPO-Blogparade gedacht ist).</p>
<p>Geplant ist wie immer auch ein <b>#npochat</b> auf Twitter über das Blogparaden-Thema. Der Termin steht schon fest: Mittwoch 7. Mai von 11 bis 12 Uhr, &#8211; bitte merkt Euch das Datum vor.</p>
<p>Viele Spaß beim Nachdenken und Schreiben wünschen Euch die Kolleg/innen von openTransfer, Stefan Zollondz und ich.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tauschnetzwerke im Freiwilligenengagement</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tauschnetzwerke-im-freiwilligenengagement/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 15:56:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Martin Horstmann von diakonisch.de und ich haben gemeinsam eine Idee für die aktuelle Runde der NPO-Blogparade ausgearbeitet. Die Frage der 26. NPO-Blogparade lautet: &#8220;Freiwilliges Engagement attraktiver machen &#8211; aber wie?!&#8221;. Wir präsentieren unsere Idee im Rahmen eines Dialogs und freuen uns über Feedback aus der Zivilgesellschaft Martin Horstmann (MH): Wie kann man freiwilliges Engagement attraktiver [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Martin Horstmann von <a href="http://diakonisch.wordpress.com/">diakonisch.de </a>und ich haben gemeinsam eine Idee für die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/auftakt-zu-einer-neuen-npo-blogparade-freiwilliges-engagement-attraktiver-machen-aber-wie/">aktuelle Runde der NPO-Blogparade </a>ausgearbeitet. Die Frage der 26. NPO-Blogparade lautet: &#8220;Freiwilliges Engagement attraktiver machen &#8211; aber wie?!&#8221;. Wir präsentieren unsere Idee im Rahmen eines Dialogs und freuen uns über Feedback aus der Zivilgesellschaft</em></p>
<p>Martin Horstmann<em> (MH)</em>:</p>
<p>Wie kann man freiwilliges Engagement attraktiver machen?</p>
<p>Brigitte Reiser<em> (BR</em>):</p>
<p>Engagement wäre für viele attraktiver, wenn man sich credits erarbeiten könnte, die man einer hilfsbedürftigen Person in einer anderen Stadt oder Gemeinde wiederum in Form von freiwilligem Engagement durch andere zukommen lassen könnte.</p>
<p>Denn die gestiegene gesellschaftliche Mobilität führt doch dazu, dass viele Familien und Bekanntenkreise getrennt sind. Man kann aufgrund dieser räumlichen Trennung den Nahestehenden oft nicht so helfen, wie man gerne möchte. Wenn ich aber wüsste, dass mein Engagement in einer Stadt über Umwege und indirekt auch einer hilfsbedürftigen Person in einer anderen Kommune zugute kommt, &#8211; dann wäre dies doch ein sehr attraktiver (und tröstlicher) Gedanke.</p>
<p><em>MH</em>:</p>
<p>Das klingt ja nach einem Tauschring-Konzept. Ich engagiere mich an einer Stelle und bekomme an anderer Stelle -vielleicht sogar für jemand anderes, ganz woanders &#8211; wiederum freiwillig erbrachte Leistungen. Eine wunderbare Idee, finde ich. So etwas gibt es übrigens schon. Ich bin einmal bei einer Recherche auf &#8217;Fureai Kippu&#8217; gestoßen. Ein ehrenamtliches Unterstützungssystem in Japan, mit dem Schwerpunkt auf Pflege, das als Tauschring mit Zeitkonten konzipiert ist (siehe <a href="http://diakonisch.wordpress.com/2011/04/04/fureai-kippu/">http://diakonisch.wordpress.com/2011/04/04/fureai-kippu/)</a></p>
<p><em>BR:</em></p>
<p>Ja, man könnte freiwilliges Engagement tatsächlich mit der<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/tauschnetzwerke-ein-attraktives-modell-fur-gemeinnutzige-organisationen-und-burger/"> Idee von Tauschnetzwerken</a> kombinieren. Allerdings kämpfen viele Tauschringe mit ähnlichen Schwierigkeiten: zu klein, überaltert, zu wenig Beteiligung usw. Das liegt ganz stark an der lokalen Begrenztheit dieser Netze. Ein interessanter Blickwechsel könnte also sein: weg vom Raum, hin zum Träger! Man müsste überlegen, wie man innerhalb von Trägern &#8211; oder Trägergemeinschaften, aber das liegt eher noch weit in der Zukunft &#8211; solche Tauschsysteme etablieren kann.</p>
<p><em>MH:</em></p>
<p>Und das pfiffige an dieser Idee wäre es dann, dass man diese Idee ins Freiwilligenmanagement der beteiligten Träger einbindet. Also: Wir kombinieren das Freiwilligenmanagement mit der Tauschnetzwerk-Idee. Und entgrenzen das ehrenamtliche Tauschnetz in dreifacher Hinsicht: Erstens kann über Zeitkonten das Einspeisen und Abrufen von Engagement zeitlich auseinanderfallen, zweitens ist In- und Output nicht auf eine bestimmte Region begrenzt und drittens könnte man ja auch noch überlegen, ob dies nicht auch noch bereichsübergreifend funktionieren könnte.</p>
<p><em>BR:</em></p>
<p>Sehr ambitioniert! Aber vielleicht kann es uns gelingen, für diese Perspektive mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Das könnte eine gute Diskussion in NPOs anstoßen.</p>
<p><em>MH:</em></p>
<p>Im Grunde wären hier die beiden großen Kirchen mit ihren Wohlfahrtsverbänden die geborenen Trägerorganisationen dafür: Sie verfügen über flächendeckende Strukturen in ganz Deutschland, sie haben sozusagen ein riesiges Filialnetz, sie sind groß und was Freiwilligenmanagement und Ehrenamtskoordination angeht, sind sie mittlerweile ganz gut aufgestellt. Da ist noch viel Luft nach oben, sicherlich, aber da ist in den letzten Jahren wirklich eine Menge Positives passiert.</p>
<p><em>BR:</em></p>
<p>Ein anderer Ansatz wäre es, wenn die Idee nicht von einem Träger übernommen und &#8216;hochgezogen&#8217; würde &#8211; was sicherlich viele Vorteile hätte &#8211; sondern wenn es eher eine freie Bewegung ist, ein Konzept, in das sich jeder Träger und jeder Verband, einklinken kann.</p>
<p><em>MH:</em></p>
<p>Genauso funktioniert es beim Fureai Kippu. Es gibt anscheinend eine Rechnungsstelle, aber der Rest läuft dezentral und autonom über hunderte NPOs.</p>
<p><em>BR:</em></p>
<p>Ja, beide Ansätze sind möglich. Aber schauen wir doch mal auf potentielle Schwierigkeiten. Was stünde der Idee entgegen?</p>
<p><em>MH:</em></p>
<p>Ich glaube das größte Problem liegt darin, wenn der Ausgleich nicht aufgeht. Es gibt engagementstarke und -schwache Regionen. Das kann man ja an dem <a href="http://zukunftsfonds.generali-deutschland.de/online/portal/gdinternet/zukunftsfonds/content/314342/309588">Generali-Engagementatlas</a> gut sehen. Und was ist, wenn zum Beispiel alle Leute ihr Engagement in Kitas reinstecken wollen, aber ehrenamtliche Leistungen im Bereich der Altenhilfe rausbekommen wollen &#8211; mal etwas platt gesagt? Vielleicht sollte man doch erst einmal nur Zeit und Raum entgrenzen, sich aber auf einen Sektor bzw. auf ein Arbeitsfeld beschränken.</p>
<p><em>BR:</em></p>
<p>Und das Problem der unterschiedlichen regionalen Verteilung?</p>
<p><em>MH:</em></p>
<p>Vielleicht pusht so ein Konzept ja auch die Engagementbereitschaft noch einmal in ungeahnter Weise. Denn das ist ja wirklich ein sehr großer Attraktivitäts-Faktor. Es gibt aber noch eine andere Idee: Man könnte das Ganze ja nicht als tit-for-tat-Tausch aufziehen, sondern eher als Bonussystem. So wie bahn.bonus, zum Beispiel. Das heißt, es gibt einen Bonus-Faktor, für X Stunden bekomme ich nur einen gewissen Prozentsatz davon zurück. Dann würden zumindest die Spitzen abgefedert.</p>
<p><em>BR:</em></p>
<p>Das gefällt mir. Ich will ja nicht alles eins zu eins verrechnen. Engagement ist ja keine pure Ökonomie, Engagement ist ja immer auch lustbetont und durchaus auch uneigennützig. Ich muss nicht alles wieder rauskriegen, das würde ja auch freiwilliges Engagement destruieren. Aber es wäre eine schöne Anerkennung.</p>
<p><em>MH:</em></p>
<p>Genau! Und haben wir das freiwillige Engagement jetzt attraktiver gemacht?</p>
<p><em>BR:</em></p>
<p>Absolut! Wir schauen, was draus wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Sozialraumorientierung und Gemeinwesendiakonie &#8211; &#8220;Kirche findet Stadt&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 10:19:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[soziales Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit dem ökumenischen Kooperationsprojekt &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; wollen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam mit ihren Wohlfahrtsverbänden -Diakonie und Caritas &#8211; die Rolle der Kirchengemeinden und der verbandlichen Arbeit auf lokaler Ebene neu ausloten. Eine der Leitfragen lautet, in welcher Funktion sich die Kirchen in den Kommunen sehen und welchen Beitrag sie leisten für die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem ökumenischen Kooperationsprojekt &#8220;<a href="http://kirche-findet-stadt.de/">Kirche findet Stadt&#8221; </a>wollen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam mit ihren Wohlfahrtsverbänden -Diakonie und Caritas &#8211; die Rolle der Kirchengemeinden und der verbandlichen Arbeit auf lokaler Ebene neu ausloten.</p>
<p>Eine der Leitfragen lautet, in welcher Funktion sich die Kirchen in den Kommunen sehen und welchen Beitrag sie leisten für die Weiterentwicklung der Stadt und der örtlichen Zivilgesellschaft? Es sei wichtig, &#8220;nicht mehr nur einzelne Menschen oder Gruppen in den Fokus kirchlich-diakonischen Handelns zu stellen, sondern die Zukunftsfähigkeit ganzer Quartiere oder Dörfer zu betrachten&#8221; (<a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/referenzplattform">Kirche findet Stadt</a>). Damit rückt auch der lokale Netzwerkaufbau in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, &#8220;denn eine integrierte Stadtentwicklung bezieht alle relevanten Akteure, Handlungsebenen und Handlungsfelder ein&#8221; (<a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/sitemap">ebd</a>.).</p>
<p>&#8220;Kirche findet Stadt&#8221; will die Diskussion zur Rolle der Kirche in den Bürgergemeinden anstossen und zeigt anhand von <a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/referenzplattform">36 kirchlichen Projekten </a>auf, wie eine gemeinwesen- bzw. sozialraumbezogene Arbeit und Vernetzung in der Praxis aussehen kann.</p>
<p>Im Rahmen von &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; wurden <a href="http://kirche-findet-stadt.de/pdf/downloads/KfS-Empfehlungen-2013_web.pdf">zehn Empfehlungen</a> formuliert, die darauf zielen, die Kirchen und ihre Verbände als zivilgesellschaftliche Akteure in den Netzwerken der Stadtentwicklung zu positionieren. Darin heisst es unter anderem:</p>
<ul>
<li>Kirchen und ihre Verbände sollten sich als Teil des lokalen Gemeinwesens verstehen</li>
<li>Sie sollten das Gemeinwesens aktiv mitgestalten</li>
<li>Netzwerke über fachliche Grenzen hinweg sind aufzubauen und Konkurrenzverhalten abzubauen</li>
<li>Die kirchlich-verbandlichen Infrastruktureinrichtungen und Raumangebote werden zum Gemeinwesen hin geöffnet</li>
<li>Beteiligungsmöglichkeiten für Bewohner/innen des Stadtteils werden angeboten</li>
<li>Die Kirchen und ihre Verbände brauchen ihrerseits im Verhältnis zu den Kommunen Mitgestaltungsmöglichkeiten</li>
<li>Damit ein gemeinwesenorientierter Ansatz praktiziert werden kann, muss Kirche in den lokalen Politikstrukturen verankert sein</li>
<li>Es gehört dazu auch eine enge Zusammenarbeit von Kirchengemeinde und kirchlichem Wohlfahrtsverband</li>
</ul>
<p>Auf dem <a href="http://www.caritas.de/fuerprofis/caritaskongress/">Caritas-Kongress 2013 </a>wurden sozialraumorientierte Projekte vorgestellt, darunter der &#8220;<a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/referenzplattform/regionalknoten/region-mitte-ref/85-frankfurt-am-main-unterliederbach">Caritaspfad</a>&#8220;, der das sozialräumliche Engagement von Kirchengemeinde und Caritasverband gemeinsam in einem Frankfurter Vorort aufzeigt.</p>
<p>Oder das Projekt<a href="http://constellationen.de/?Home"> &#8220;Constellationen&#8221;</a> in Herten: in einem ehemaligen Kaufhaus bieten Caritas und Kirchengemeinde Bürger/innen Raum für Kunst, die beim gleichnamigen Festival präsentiert wird. Bürgerbeteiligung wird hier grossgeschrieben: die Festival-Angebote kommen durch crowdsourcing zustande. Der Hertener Caritasverband bietet zudem mit der Webseite <a href="http://www.caritas-plus.de/willkommen/">Caritas-Plus</a> einen Knotenpunkt für &#8220;neues denken und gestalten&#8221;, &#8211; in der Caritas, und darüber hinaus. Die Initiative freut sich über Unterstützer und weitere Vernetzung. Gelegenheit dazu gibt es zum Beispiel beim geplanten &#8220;Caritas-Plus-Camp&#8221; &#8211; einem Barcamp &#8211; am 20.6.2013 in Herten, auf dem über &#8220;soziale Entwicklungen und Trends&#8221; gesprochen werden soll, &#8211; näheres <a href="http://www.caritas-plus.de/denken/caritas-plus-camp/">hier</a>.</p>
<p>Der Punkt &#8220;Bürgerbeteiligung&#8221; ist in den Empfehlungen von &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; nicht weiter ausgearbeitet, &#8211; das Papier spricht auch nicht von Bürgerbeteiligung, sondern der &#8220;Mitwirkung von Bewohner/innen&#8221;. In dieser Hinsicht bleiben die Empfehlungen noch vager als in anderen Reformkonzepten aus der freien Wohlfahrtspflege, wie bspw. von Seiten des <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-starken-reformvorschlage-freier-trager/">Netzwerks &#8220;Soziales neu gestalten&#8221;</a>.</p>
<p>Auch die Nutzung von Synergien für die Interessenvertretung wird zu wenig betont. Auf die &#8220;anwaltliche&#8221; Rolle der Kirchen wird eingegangen, aber nicht darauf, dass sich der Impact kirchlicher und wohlfahrtsverbandlicher Interessenvertretung erhöht, wenn man Ressourcen und Strategien bündelt. Die Kirchenarbeit sollte sich nicht in der Bildung von &#8220;Verantwortungsgemeinschaften&#8221; zur Koproduktion von Gemeinwohl erschöpfen, &#8211; sondern bei Bedarf auch Outsider-Strategien nutzen, um auf gesellschaftliche Mißstände hinzuweisen. Dass dies auf örtlicher Ebene auch ökumenisch und über Verbandsgrenzen hinweg gut funktioniert, zeigt ein Beispiel wie die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4ONWBucCm7c">Solidaritätstafel in Hannover</a>.</p>
<p>Dass es noch ein weiter Weg ist, bis sich die Mehrzahl der Kirchengemeinden als Teil des lokalen Gemeinwesens verstehen, wird (leider nur anekdotisch) verdeutlicht durch den Wettbewerb um die <a href="http://chrismon.evangelisch.de/gemeinde2013">&#8220;Gemeinde des Jahres&#8221;</a>, zu der evangelische/katholische/freikirchliche Gemeinden aufgerufen sind: von den 135 Gemeinden, die sich beworben haben, fühlen sich nur eine handvoll dem Gemeinwesen-Konzept verpflichtet, &#8211; wobei das Programm &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; wörtlich von keiner Gemeinde erwähnt wird (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_vonvieregge_130426.pdf">von Vieregge 2013, S. 4f</a>). Genaue wissenschaftliche Daten über das Selbstverständnis der Gemeinden und ihre Praxis fehlen, &#8211; auch dies ein Punkt, der kritisiert wird (siehe <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_vonvieregge_130426.pdf">von Vieregge 2013, S. 6</a>), &#8211; denn wie kann man Kirche weiterentwickeln, wenn man gar nicht genau weiß, was vor Ort eigentlich passiert? (<a href="http://www.ziviz.info/das-projekt/hintergrund/">fehlendes Datenmaterial</a> kennzeichnet den gesamten zivilgesellschaftlichen Bereich in Deutschland).</p>
<p>Wer über die Weiterentwicklung der Diskussion über &#8220;Gemeinwesendiakonie&#8221; informiert bleiben möchte, dem sei das Blog <a href="http://diakonisch.wordpress.com/">diakonisch.de</a> von Martin Horstmann empfohlen, das u.a. eine große <a href="http://diakonisch.wordpress.com/dossiers/dossier-gemeinwesen/">Ressourcensammlung </a>zum Thema bereithält.</p>
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