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	<title>Mitarbeiter &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Wie steht es um die digitalen Kompetenzen der Sozialen Arbeit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 18:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie gut aufgestellt sind hierzulande die Fachkräfte der Sozialen Arbeit, wenn es um die Nutzung digitaler Instrumente im Arbeitsalltag geht? Wie gut kennen sie die Vor- und Nachteile der neuen Technologien? Hat die Profession ethische Standards, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern? Welchen Stellenwert nimmt die Auseinandersetzung mit neuen Technologien in den Studiengängen der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gut aufgestellt sind hierzulande die Fachkräfte der Sozialen Arbeit, wenn es um die Nutzung digitaler Instrumente im Arbeitsalltag geht? Wie gut kennen sie die Vor- und Nachteile der neuen Technologien? Hat die Profession ethische Standards, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern? Welchen Stellenwert nimmt die Auseinandersetzung mit neuen Technologien in den Studiengängen der Sozialen Arbeit ein?</p>
<p><a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/15228835.2017.1277913?journalCode=wths20" target="_blank" rel="noopener">Zorn und Seelmeyer (2017)</a> bedauern in ihrem Aufsatz, dass IuK-Technologien  im aktuellen <a href="https://www.dgsa.de/ueber-uns/kerncurriculum-soziale-arbeit/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;Kerncurriculum Soziale Arbeit&#8221;</a>, entwickelt von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (2017), keine Rolle spielen. Dabei will das Kerncurriculum der Standard für die Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen Sozialer Arbeit sein und einen Rahmen formulieren &#8220;welche Studieninhalte in jedem Studiengang der Sozialen Arbeit vorkommen sollten&#8221; (DGSA, Curriculum S. 1).</p>
<p>Im Unterschied dazu haben mehrere amerikanische Verbände der Sozialen Arbeit ebenfalls im Jahr 2017 gemeinsame <a href="https://www.aswb.org/announcements/technology-standards-in-social-work-practice/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;Standards for Technology in Social Work Practice&#8221;</a> ausgearbeitet. Insgesamt 55 Standards wurden entwickelt für die Bereiche</p>
<ul>
<li>Öffentlichkeitsarbeit</li>
<li>Soziale Dienstleistungen</li>
<li>Informationsgewinnung, &#8211; verwaltung und -speicherung</li>
<li>Ausbildung und Supervision</li>
</ul>
<p>Aus dieser Standardsammlung möchte ich sieben herausgreifen, um den konzeptionellen Rahmen der Sammlung deutlich zu machen:</p>
<ol>
<li>Sozialarbeiter/innen müssen qualifiziert werden, damit sie die neuen Technologien im Arbeitsalltag sicher, kompetent und ethisch korrekt einsetzen können.  Ausbildung, Beratung, Supervision und Training sollten zur Verfügung stehen, um den technologischen Wandel kontinuierlich zu begleiten und aufzuarbeiten (Standard 2.06, S. 16)</li>
<li>Sozialarbeiter/innen sollten die Vorteile, aber auch die Risiken elektronischer sozialer Dienste genau kennen und im Einzelfall abwägen, ob elektronische Angebote dem Nutzer einen Mehrwert bringen oder ob auf alternative Angebote zurückgegriffen werden sollte (Standard 2.01, S. 11)</li>
<li>Im Umgang mit den Klienten ist nicht nur deren psychosoziale Situation abzufragen, sondern auch deren Umgang mit Technologien: welche Stärken, Bedürfnisse, Risiken und Schwierigkeiten liegen hier vor? &#8220;With the increasing use of technology in society, it is important for social workers to also consider clients&#8217; relationship and comfort with technology&#8221;.  (Standard 2.05, S. 15)</li>
<li>&#8220;Informed Consent&#8221;: Die Nutzer sozialer Dienste müssen durch die Sozialarbeiter/innen über Vorteile und Risiken der elektronischen Dienste aufgeklärt werden. Die Nutzer brauchen einen Entscheidungsspielraum (Standard 2.04, S. 14)</li>
<li>Wenn Sozialarbeiter/innen Social Media nutzen, dann brauchen sie dafür eine Social Media Policy, die auch den Klienten sozialer Dienste bekannt sein muss: &#8220;The social media policy should be reviewed with clients during the initial interview in the social worker-client relationship and revisited and updated as needed&#8221; (Standard 2.10, S. 18)</li>
<li>Wenn Sozialorganisationen neue Technologien einsetzen wollen, dann sollte die Soziale Arbeit darauf drängen, dass hier nicht Wirtschaftlichkeit und Kostenersparnis  im Vordergrund stehen, sondern die Bedürfnisse der Klienten: &#8220;they shall prioritize the needs of their clients&#8221; (Standard 2.17, S. 23)</li>
<li>Zu den Aufgaben der Sozialen Arbeit gehört es auch, den Zugang zu neuen Technologien für ihre Klientel einzufordern, insbesondere für Arme, für Menschen mit Behinderung, für Menschen mit  fehlenden Sprachkenntnissen und solchen, die ungeübt im Umgang mit digitalen Technologien sind. &#8220;Having access to appropriate technology may also be a concern for social workers themselves. Social workers may need to advocate within their organizations and communities to ensure that they have access to technology that is required to perform their jobs effectively.&#8221; (Standard 2.21, S. 26f).</li>
</ol>
<p>Inwieweit ist die hiesige Praxis der Sozialen Arbeit mit solchen Standards vertraut? Inwieweit werden heute schon angehende Sozialarbeiter/innen aller Studienniveaus umfassend auf die digitale Sozialarbeit vorbereitet?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 1): Formen und Strukturen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jan 2015 10:54:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesem Artikel befasse ich mich mit Formen und Strukturen der Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 1). Der nächste Blog-Beitrag wird aufzeigen, wie Partizipationsrechte für Bürger/innen in der Praxis entwickelt werden können (Teil 2). Zugrunde liegt den beiden Beiträgen das Buch &#8220;Partizipation kompakt&#8221;, (2014), herausgegeben von Straßburger/Rieger im Beltz-Verlag. Der dritte Teil der kleinen Partizipations-Serie wird [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem Artikel befasse ich mich mit Formen und Strukturen der Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 1). Der nächste Blog-Beitrag wird aufzeigen, wie Partizipationsrechte für Bürger/innen in der Praxis entwickelt werden können (Teil 2). Zugrunde liegt den beiden Beiträgen das Buch <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221;</a>, (2014), herausgegeben von Straßburger/Rieger im Beltz-Verlag. Der dritte Teil der kleinen Partizipations-Serie wird sich dann mit dem bürgerschaftlichen Engagement in Nonprofits befassen.<br />
</em></p>
<p>Vor drei Jahren habe ich einen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">Blog-Beitrag </a>darüber geschrieben, welche Formen Beteiligung in gemeinnützigen Organisationen annehmen und wie Entscheidungsmacht in Nonprofits evaluiert werden kann. Zugrunde lag dem Beitrag das Modell der<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/subnavi/methodenkoffer/kreise-der-entscheidung.html"> &#8220;Kreise der Entscheidung&#8221; </a>von Wright/Block/Unger (2010), das im Rahmen eines WZB-Projekts entstand. Dieses Modell wurde nun von Straßburger/Rieger von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin zu einer &#8220;Partizipationspyramide&#8221; weiterentwickelt und in ihrem Buch <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221; </a>(2014) vorgestellt, das sich an die soziale Profession richtet.</p>
<p>Die Partizipationspyramide von Straßburger/Rieger umfasst mehrere Partizipationsstufen und ist in zwei Perspektiven aufgeteilt: in die der Mitarbeiter einer Einrichtung und in die der Bürger bzw. Nutzer.  Warum? Beide Perspektiven müssen berücksichtigt werden, wenn Teilhabeprozesse erfolgreich sein sollen. Wer sich nur auf die Seite der Bürger konzentriert, verliert die wichtige Rolle der Institutionen und ihrer Mitarbeiter/innen aus den Augen, die Beteiligung zulassen und unterstützen müssen.</p>
<p>Auf der linken Seite der Pyramide ist die Perspektive der Profession abgebildet.  Wie können sie ihre Nutzer und ihr soziales Umfeld besser in Entscheidungen einbinden? Durch die drei Vorstufen der Partizipation, die sich am Fuß der Pyramide befinden: informieren, Meinung erfragen, Lebensweltexpertise einholen. Und durch die darüber liegenden drei Stufen der &#8220;echten&#8221; Partizipation: Mitbestimmung zulassen, Entscheidungskompetenz teilweise abgeben, Entscheidungsmacht übertragen (Straßburger/Rieger 2014, 232). Auf der rechten Seite der Pyramide ist die Perspektive der Bürger visualisiert. Die Partizipationsstufen aus Sicht der Bürger/innen lauten:</p>
<ul>
<li>Stufe 1: sich informieren</li>
<li>Stufe 2: im Vorfeld von Entscheidungen Stellung nehmen</li>
<li>Stufe 3: verfahrenstechnisch vorgesehene Beiträge einbringen</li>
<li>Stufe 4: an Entscheidungen mitwirken</li>
<li>Stufe 5: Freiräume der Selbstverantwortung nutzen</li>
<li>Stufe 6: bürgerschaftliche Entscheidungsfreiheit ausüben</li>
<li>Stufe 7 (diese gibt es auf professioneller Seite nicht): zivilgesellschaftliche Eigenaktivitäten</li>
</ul>
<p>(ebd, S. 233). Die Partizipationspyramide kann in Sozialeinrichtungen eingesetzt werden, um zu klären, welche Teilhabemöglichkeiten die Einrichtung für Bürger  vorsieht und wie deren Mitbestimmung  als Nutzer, Angehörige, Engagierte, Nachbarn, Bewohner des  Stadtviertels usw. gestärkt werden könnte.</p>
<p>Straßburger drängt in ihrem Buch-Beitrag darauf,  die Partizipation von Bürgern in den Einrichtungen strukturell zu verankern, um &#8220;Rechtssicherheit statt Willkür&#8221; zu schaffen (Straßburger in &#8220;Partizipation kompakt&#8221;, S. 83). Ob Teilhabe gewährt wird, sollte nicht vom guten Willen und der Tagesform der einzelnen Fachkraft abhängen, sondern verlässlich geregelt sein.</p>
<p>Sie zeigt auf, dass das Verhältnis  zwischen einer Sozialeinrichtung und ihren Nutzern durch ein strukturelles Machtungleichgewicht gekennzeichnet ist.  In vielen Sozialeinrichtungen herrsche eine Art &#8220;absolute Monarchie&#8221;, bei der die Profession alles bestimmt und die Nutzer der Einrichtung nichts. In Anlehnung an Hansen/Knauer/Sturzenhecker, die 2011 ein Buch über <a href="http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/55692/partizipation-in-kindertageseinrichtungen">&#8220;Partizipation in Kindertageseinrichtungen&#8221; </a>veröffentlichten, plädiert sie dafür, in Sozialorganisationen eine Art &#8220;konstitutionelle Monarchie&#8221; zu etablieren, bei der die Macht der Fachkräfte begrenzt wird, indem die Teilhaberechte der Bürger durch eine Verfassung für die Einrichtung festgeschrieben werden (Straßburger, S. 84f).</p>
<p>Wie Beteiligungsrechte und -verfahren ausgearbeitet und aussehen können, soll im nächsten Blogbeitrag auf der Basis von <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221;</a> beschrieben werden. Wichtig ist an dieser Stelle der Gedanke, die Beteiligungsregeln im Alltag auch mit Leben zu füllen. Straßburger zufolge  müssen dafür Nutzerkompetenzen gestärkt und Beteiligungshindernisse intern beseitigt werden (S. 91ff). Auch die Öffnung der Institution nach außen hin spielt eine wichtige Rolle, um einladend für Bürger zu sein. Deren Bedürfnisse sollten ganz eindeutig im Zentrum der sozialen Arbeit stehen und nicht die Annahmen der Profession über die Bedürfnisse der Nutzer.</p>
<p>Dass dennoch diese Annahmen der Fachkräfte im Alltag dominieren, macht Straßburger in ihrem Beitrag deutlich: &#8220;Projekte scheitern häufig daran,  dass sie ihre Zielgruppe nicht erreichen (&#8230;): Professionelle haben eine Idee, entwickeln ein Konzept, kümmern sich um die Finanzierung und machen sich dann an die Öffentlichkeitsarbeit. Erst in dieser Phase kommen die Adressatinnen und Adressaten ins Spiel. Bleibt das Interesse aus, sind die Fachkräfte frustriert. Sie hatten es so gut gemeint und sich soviel Mühe gemacht!&#8221; (Straßburger 2014, 82).</p>
<p>Um dieses Scheitern von Projekten zu vermeiden, bietet sich Partizipation an. Haben Bürger/innen die Möglichkeit, schon bei der Programmformulierung und -planung mitzuwirken, dann werden konzeptionelle Fehler sofort aufgedeckt und Kosten, die mit dem Scheitern einhergehen, vermieden. Partizipation verhilft Sozialorganisationen zu Erfolgen. Aber auch normativ betrachtet &#8211; und auf diesen Blickwinkel legen die Autor/innen größten Wert &#8211; gehört Partizipation zum Profil sozialer Berufe: &#8220;Die Qualität einer sozialen Dienstleistung erwächst nicht daraus, dass eine Fachkraft in bester Absicht ein in ihren Augen hilfreiches Angebot entwickelt, sondern indem sie herausfindet , was Menschen erreichen wollen und wie sie sie dabei unterstützen kann&#8221; (Straßburger/Rieger 2014, S. 42).</p>
<p>Das Konzept der Partizipationspyramide wirkt sehr inspirierend. Schade nur, dass die Autoren ihre Ideen nicht mit einer Webseite flankieren, um ihrem Konzept mehr Breitenwirkung zu verschaffen. Als Beispiel könnte hier die Webseite <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">partizipative-qualitaetsentwicklung.de</a> dienen, die die WZB-Forschergruppe um Wright/Block/Unger 2008 aufgebaut hat, um der interessierten Praxis inhaltliche Hilfen an die Hand zu geben.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Teil 2: Organisationsnetzwerke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Apr 2014 16:53:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die 27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen- Chancen und Hindernisse?&#8221;. Mein  erster Text befasste sich mit dem Aufbau von Bürgernetzwerken. Nun stehen Organisationsnetzwerke im Mittelpunkt. Kommentare und Beiträge zur NPO-Blogparade sind bis zum 2. Mai möglich und willkommen. In vielen Kommunen streben gemeinnützige Organisationen nach einer stärkeren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die 27. NPO-Blogparade: <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/27-npo-blogparade-netzwerke-aufbauen-chancen-und-hindernisse/">&#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen- Chancen und Hindernisse?&#8221;</a>. Mein  erster Text befasste sich mit dem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-burgernetzwerke/">Aufbau von Bürgernetzwerken</a>. Nun stehen Organisationsnetzwerke im Mittelpunkt. Kommentare und Beiträge zur NPO-Blogparade sind bis zum 2. Mai möglich und willkommen.</em></p>
<p>In vielen Kommunen streben gemeinnützige Organisationen nach einer stärkeren Vernetzung, um sich wechselseitig besser kennenzulernen, Informationen auszutauschen, Probleme des Politikfelds zu besprechen, Angebote untereinander abzustimmen und neue Projekte gemeinsam umzusetzen. Vernetzungsinitiativen entstehen zum Teil bottom-up, indem sich die Mitarbeiter/innen von Diensten vor Ort zum Austausch treffen und diesen institutionalisieren. Zum Teil wird die Vernetzung auch top-down initiiert, durch die Kommunalverwaltung oder durch die Spitzen der lokalen Wohlfahrtsverbände, die eine engere Zusammenarbeit anstreben.</p>
<p>Im Zuge des demografischen Wandels bilden sich beispielsweise in vielen Kommunen</p>
<ul>
<li>gerontopsychiatrische Netzwerke wie das <a href="https://www.mannheim.de/stadt-gestalten/gerontopsychiatrisches-forum-mannheim">gerontopsychiatrische Forum Mannheim</a>, ein Fach-Netzwerk in Regie der Kommune, das dem Erfahrungsaustausch dient und dem Aufbau von Leistungsverbünden</li>
<li>Netzwerke im Bereich der Palliativ-Versorgung wie das <a href="http://www.palliativ-netz-stuttgart.de/palliativ-netz-stuttgart/geschichte/">Palliativ-Netz-Stuttgart</a>, das aus dem gemeinnützigen Bereich heraus initiiert wurde. Es dient der Vernetzung von Mitarbeitern und will über Angebote informieren und aufklären</li>
<li>Netzwerke in der Offenen Altenhilfe, die sich aus sozialen Diensten und Einrichtungen, Bürgern, Vereinen, Stiftungen und kommunalen Vertretern zusammensetzen, wie bspw. der Arbeitskreis Altenarbeit Bornheim/Nordend in Frankfurt a.M.</li>
</ul>
<p>Netzwerke verschaffen Organisationen viele Vorteile: zusätzliche Ressourcen in Form von Informationen, Kontakten, Wissen, Kompetenzen und Räumen. Sie ermöglichen es, Ziele umzusetzen, die eine Organisation alleine nicht umsetzen kann. Sie verschaffen Organisationen mehr Sichtbarkeit und Handlungsfähigkeit nach außen hin, sowie mehr Reputation. All dies stärkt das Überleben, die Legitimation und die Marktstellung sozialer Dienste.</p>
<p>Netzwerke setzen jedoch auch einiges voraus: die Bereitschaft der Organisationen zum Austausch, zum Teilen und zum Investieren in gemeinsame Aktionen. Netzwerke kosten Zeit und Geld. Und sie funktionieren ohne das wechselseitige Vertrauen nicht, welches erst aufgebaut werden muss in einem Politikfeld wie dem Sozialsektor, der sehr stark durch die Konkurrenz der Anbieter geprägt ist.</p>
<p>Wie kann man lokal Netzwerke aufbauen?</p>
<ol>
<li>Ein oder mehrere Netzwerk-Knüpfer bringen die Dienste eines Quartiers/eines Sektors bei einer Vernetzungsveranstaltung zusammen: kleine Gruppen ermöglichen das wechselseitige Kennenlernen; die Dienste und Beziehungen im Quartier werden visualisiert: wo gibt es Lücken im Angebot und in den Beziehungen?</li>
<li>Die zur Vernetzung Bereiten vertiefen ihr Kennenlernen durch Interaktion im Alltag, z.B. durch die Planung und Umsetzung eines kleinen lokalen Projekts wie bspw. einer Info-Woche zum Thema Demenz, eines Stadtrundgangs zum Thema Barrierefreiheit, einer Bewegungswoche für Senioren.</li>
<li>Parallel wird am Netzwerkaufbau gearbeitet. Welche Struktur soll für ein Netzwerk gewählt werden: eine formale oder informelle? Die Forschung empfiehlt, folgendes:<br />
Wenn der Zweck eines Netzwerks wenig komplex ist (z.B: Informations- und Wissensaustausch, Koordinierung von Aktionen), die Abhängigkeit zwischen den Akteuren gering, das Netzwerk noch jung und nur bis zu 25 Akteure umfasst, dann sollte eine informelle Netzwerkstruktur gewählt werden.<br />
Wenn der Zweck eine Netzwerkes aber komplex ist (z.B. gemeinsame Trägerschaft, gemeinsame Dienstleistungskette), wenn die wechselseitige Abhängigkeit hoch, mehr als 25 Akteure dabei sind und das Netzwerk älter ist, dann macht eine formale Struktur Sinn (<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nml.21062/abstract">Ashman/Sugawara 2013</a>).</li>
<li>Im Netzwerk müssen gemeinsame Interessen und Ziele herausgearbeitet werden, auch wenn diese angesichts der lokalen Konkurrenzsituation vielleicht nicht gleich offensichtlich sind. Ein Blick auf die äußeren Entwicklungen und Zwänge (Sparpolitik, Verbundsysteme als Auflage der Kostenträger, Koproduktion) kann die Vernetzung beschleunigen.</li>
<li>Das Ziel sollte ein Netzwerk sein mit gleichmäßig dichten Verbindungen bis in die Peripherie.  In diesem Fall sind die meisten Akteure sehr gut vernetzt, dominieren kurze Wege und starke Verbindungen zwischen den Knoten, die auf Vertrauen basieren.</li>
</ol>
<p>Netzwerke müssen aktiv gesteuert werden, sonst &#8216;verklumpen&#8217; sie (<a href="http://www.orgnet.com/BuildingNetworks.pdf">Krebs/Holley 2002-2006</a>) . Die Netzwerksteuerung kostet Zeit und Geld. Öffentliche Kostenträger sollten den finanziellen Aufwand für die Steuerung von Netzwerken, deren Bildung vielerorts gefordert wird, auch in Leistungsverträgen und Förderprogrammen berücksichtigen.</p>
<p>Wichtig sind für ein Netzwerk Beziehungen in andere Netzwerke und Sektoren hinein. Je vielfältiger die Kontakte sind, über die ein Netzwerk verfügt, desto größer ist der Ressourcenpool, auf den die Teilnehmer potentiell zugreifen können.</p>
<p>Wer einen Vernetzungsleitfaden sucht, der die Vernetzung im Sozialsektor unter den Prämissen der Projektentwicklung und des Projektmanagements abhandelt, wird in dieser Broschüre fündig: <a href="http://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/senioren/modell-sekt-leitf.pdf">http://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/senioren/modell-sekt-leitf.pdf</a><br />
(Den Hinweis auf den Leitfaden verdanke ich <a href="http://seniorenforum-wuerzburg.de/">Herbert Schmidt</a>).</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mehr Partizipation wagen &#8211; für ein neues Leitbild in verbandlichen Sozialorganisationen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/mehr-partizipation-wagen-fur-ein-neues-leitbild-in-verbandlichen-sozialorganisationen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2011 10:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht mehr zum Tragen, weil die Leistungserbringung sich unter den Einrichtungen immer mehr angleicht, auch infolge staatlicher Regulierungen und Vereinbarungen.</p>
<p>Wohin also den Blick richten? Was könnte zu einer Renaissance der wohlfahrtsverbandlichen Arbeit führen? Was könnte die gemeinnützigen Anbieter aus ihrer Dienstleistungs-Sackgasse befreien und ihnen neue Perspektiven eröffnen und Unterstützer bescheren?</p>
<p>Mehr Partizipation im Dritten Sektor ist meines Erachtens der Ausweg. Wir brauchen eine <strong>demokratische Governance</strong> in den Einrichtungen, die Bürgerbeteiligung wertschätzt, die Teilhabe fördert und die aus Stakeholdern (Klienten, Angehörigen, Freiwilligen&#8230;.) Bürger macht.</p>
<p>Nur eine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft in all ihren Facetten, also auch über Milieu- und Sektorgrenzen hinweg, kann Nonprofits die Ressourcen verschaffen, die sie zum Überleben brauchen: mehr Wissen, mehr Innovationen, mehr Engagement, mehr Mittel und mehr politische Unterstützung von Bürgerseite.</p>
<p>Wer Bürger nicht auf Augenhöhe wahrnimmt, wird nie die vielfältigen Mittel akquirieren können, die eine Einrichtung für ihren Erfolg und ihr Überleben braucht. Wer nur darüber lamentiert, dass Freiwillige schwer zu finden sind, aber es versäumt, auf bestehende Initativen, Vereine und Gruppen in der Gemeinde zuzugehen und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, braucht sich über mangelnden Zulauf nicht zu wundern. Bürgerbeteiligung gibt es nicht voraussetzungslos, sondern sie braucht einen zivilgesellschaftlichen Nährboden, der durch Vernetzung und Kooperation gekennzeichnet ist.</p>
<p>Eine gemeinnützige Organisation, die sich als demokratischer Akteur begreift,</p>
<ul>
<li>beschränkt sich nicht auf ihre Dienstleistungsfunktion, sondern will das Gemeinwesen mitgestalten</li>
<li>schafft dezentrale Organisations- und Entscheidungsstrukturen</li>
<li>begegnet Bürgern auf Augenhöhe</li>
<li>bietet Bürgern ein breites Portfolio an Beteiligungsmöglichkeiten</li>
<li>fördert die Beteiligungskompetenzen von Bürgern</li>
<li>fördert die kooperativen Kompetenzen in der eigenen Organisation</li>
<li>bildet Netzwerke über Grenzen hinweg</li>
<li>vertritt aktiv Interessen als Folge des eigenen Gestaltungsanspruches</li>
</ul>
<p>Für einen Workshop auf dem<a href="http://morgenland.li/sites/default/files/documents/Kurz%C3%BCbersicht_MorgenLand.pdf"> MorgenLand-Festival in Schaan</a>, das &#8211; organisiert von jungen Menschen &#8211; nach einer Perspektive für die Gesellschaft des Alpenrheintals von morgen sucht, habe ich meine Thesen noch stärker ausgearbeitet. Und um die Möglichkeiten ergänzt, die Social Media gemeinnützigen Organisationen bieten können, wenn es um das Thema Bürgerbeteiligung geht.</p>
<p>[slideshare id=8093852&amp;doc=mehr-partizipation-in-sozialorganisationen-prsentation-reiser-21052011-110525045452-phpapp02]</p>
<p>Es gibt auf kommunaler Ebene immer wieder gemeinnützige Projekte auch größerer Träger, die zeigen, wie Bürger von Beginn an inhaltlich in den Aufbau und die Umsetzung sozialer Dienste involviert werden können. Es wäre wichtig, diese Projekte zu sammeln und ihre Bedingungen und Steuerungsstrukturen auszuwerten, um Kriterien herauszufiltern, die in eine demokratische Governance des Verbandes eingebracht werden können. Ich freue mich über die Nennung von Beispielen in den Kommentaren.</p>
<p>Die Förderung von Partizipation im Rahmen demokratischer Steuerungsstrukturen in den Verbänden gilt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen hin. Programme und Richtlinien, wie bspw. die Social Media Policy eines Verbandes, mit der sich die <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2011/05/21/endspurt-die-laufende-runde-der-npo-blogparade-geht-zu-ende/">aktuelle NPO-Blogparade</a> inhaltlich befasst, sollten sowohl mit dem eignen Personal als auch mit den Zielgruppen kooperativ erarbeitet werden. Gerade Social Media Policies stecken den Grundrahmen des Online-Dialogs zwischen der Organisation und ihrer Umwelt ab und sollten insofern nicht unter Ausschluss der Zielgruppen erarbeitet werden. Das <a href="http://blog.roteskreuz.at/wiki/index.php/Social_Media_Policy">Österreichische Rote Kreuz macht vor</a>, wie bei diesem Thema die Einbeziehung der Zielgruppen in die Politikformulierung gelingen kann.</p>
<p>Zuletzt möchte ich nochmals betonen, dass die demokratische Governance im Dritten Sektor nicht als Selbstzweck gedacht ist, der um sich selber kreist, sondern als Möglichkeit, Ressourcen &#8211; speziell das Bürgerwissen &#8211; zu gewinnen, um Dinge verändern zu können. Ziel ist, &#8220;to change the world through collective action, not only to devise and decide, but to <em>do</em>.&#8221; ( <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=11627">Briggs 2008, 8</a>)</p>
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		<title>Das Wissen der Bürger nutzen &#8211; die Koproduktion von Entscheidungen im Dritten Sektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:53:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (Lorenzen/Zifonun 2011, 3). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifonun 2011, 3</a>). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat es schwer, gegen dieses Monopol der Profession anzukommen. Dem Bürgerwissen wird sehr häufig der Sachverstand abgesprochen, die Neutralität und die Fähigkeit zur Selbstreflexion.</p>
<p>Die unterschiedliche Bewertung von Bürger- und Mitarbeiterwissen konstituiert das Machtverhältnis zwischen der Einrichtung und ihren Bürger-Stakeholdern mit. &#8220;Knowledge claims are always embedded in power relationships&#8221; (<a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005, 64</a>, in Anlehnung an Foucault). Und die Frage nach dem Wissen ist verknüpft mit der Frage nach den Entscheidungsbefugnissen. Oder anders formuliert: das Beharren auf der Superiorität professionellen Wissens gegenüber dem Wissen der Laien ist gleichzeitig auch immer der Versuch, letztere von Entscheidungsrechten fern zu halten.</p>
<p>Lorenzen und Zifoun sprechen dies in ihrem Beitrag offen an, wenn sie sich am Beispiel des Mentoring fragen, wie auf dieses &#8220;Einfallstor&#8221; für bürgerschaftliche Akteure in die professionelle soziale Arbeit reagiert werden kann. Wie könne die Profession &#8220;die eigenen gesellschaftlichen (&#8230;) Problemfelder besetzt (..) halten&#8221; angesichts des &#8220;massiven&#8221; Eintretens von Freiwilligen, welches die Soziale Arbeit unter Legitimations- und Handlungsdruck bringe (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifoun 2011,3</a>).</p>
<p>Wenn sich die Mitarbeiter in den Einrichtungen mit der Frage auseinandersetzen, wie die Entscheidungsmacht in ihrem Haus oder in einem bestimmten Projekt verteilt ist und wie aus ihrer Sicht eine bessere Verteilung aussehen könnte, dann wünschen sich die Fachkräfte zumeist selbst in den inneren Kreis der Entscheider. Im Rahmen des Projekts <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">Partizipative Qualitätsentwicklung</a> des WZB, das ich im <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">letzten Blogbeitrag</a> zitiert habe, entwerfen die beteiligten Fachleute anhand der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">Kreise der Entscheidung</a> eine Soll-Situation, die zwar den Klienten zum Teil mehr Mitsprache einräumt als den Geldgebern, die aber auch die Zielgruppen nicht oder nur selten in den inneren Kreis der Entscheidungsmacht vorlässt.</p>
<p>Die inneren Kreise der Entscheidungsmacht bleiben der Profession vorbehalten. Begründet wird dies so: &#8220;Durch diese Autonomie der Praktiker/innen soll eine Fachlichkeit gewährleistet werden&#8221;, über die &#8211; aus Sicht der Fachleute &#8211; &#8220;weder die Zielgruppe noch der/die Geldgeberin verfügen&#8221; <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">(Wright/Block/Unger 2010, 75)</a>. Das Beharren auf der eigenen fachlichen Überlegenheit wird als Bollwerk gegen mehr Partizipation aufgebaut. Dies bedeutet, dass jeder, der an mehr Bürger-Partizipation in gemeinnützigen Einrichtungen interessiert ist, gleichgültig ob über das Internet oder offline, sich mit der dortigen Rolle des <em>professionellen Wissens</em> auseinander setzen muss.</p>
<p>Mehr Partizipation und Mitbestimmung für Bürger in gemeinnützigen Organisationen wird erst möglich, wenn das Bürgerwissen aufgewertet und nicht als Konkurrenz, aber auch nicht als bloße &#8220;Ergänzung&#8221; professionellen Wissens betrachtet wird, sondern als <em>notwendiger Bestandteil</em> des Wissens einer NPO.</p>
<p>Holt man das Wissen der Profession aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft, dann zeigt sich, dass dieses wissenschaftliche Wissen sich nicht außerhalb von Zeit und Raum herausbildete, sondern im Austausch mit den gesellschaftlichen Institutionen und Akteuren &#8211; auch den Zielgruppen &#8211; gewonnen wurde. Das professionelle Wissen baut auf lokalem Bürger-bzw. Klientenwissen auf und ist insofern schon immer koproduziert (vgl. <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005</a>).</p>
<p>Wer diese<em> gesellschaftliche</em> Bedingtheit des professionellen Wissens vor Augen hat, kann sich leichter auf einen Austausch mit Bürgern und deren Wissen und Erfahrungen einlassen. Fachlichkeit muss dann nicht als Monstranz vor sich her getragen werden, sondern Fachlichkeit erkennt den Einfluß gesellschaftlicher Kräfte auf den eigenen Kanon an und erkennt den Vorteil, die große Chance, die darin auch für die Profession liegt, weil Fachlichkeit durch das Bürger-Wissen empirisch gesättigter und problemlösungstauglicher wird.</p>
<p>Wenn das Wissen gemeinnütziger Träger koproduziert wird, bedeutet dies nicht, dass Bürgerwissen das Fachwissen schlägt. Sondern es bedeutet, dass Bürgerwissen und Fachwissen zusammengetragen wird, um soziale Probleme effektiv lösen zu können. Bürger und Profis sind auf Augenhöhe und die Anerkennung der Kompetenzen von Bürger-Helfern, Bürger-Klienten, Bürger-Spendern usw. ebnet deren Zugang zu den inneren Kreisen der Entscheidungsmacht.</p>
<p>Wie können gemeinnützige Einrichtungen vom Bürger-Wissen profitieren? In <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Jason Corburns &#8220;Street Science&#8221; (2005)</a> finden sich einige Gedanken hierzu. Sie können als Argumente für das &#8220;crowdsourcing&#8221; gelesen werden, &#8211; für die Einbeziehung der Weisheit der Vielen, mit dessen <a href="http://kulturmarketingblog.de/20-npo-blogparade-crowdsourcing-und-crowdfunding-fur-non-profit-organisationen/311">Chancen und Risiken sich die aktuelle NPO-Blogparade im Blog von Karin Janner </a>auseinandersetzt.</p>
<p>Das <strong>Wissen der Bürger</strong></p>
<ul>
<li>bringt die Pluralität der Perspektiven und Werte in unserer Gesellschaft zum Ausdruck und erweitert fachliche Ansätze in gemeinnützigen Einrichtungen um diese Pluralität</li>
<li>ergänzt das Fachwissen um wichtige lokale empirische Erfahrungen bzw. Daten</li>
<li>beinhaltet auch die Perspektive von schwer erreichbaren Gruppen, über die kein oder zu wenig professionelles Wissen vorliegt</li>
<li>zeigt neue Wege für die Umsetzung von Maßnahmen auf</li>
<li>verbessert den Erfolg von Maßnahmen, weil das Feedback von Bürgern in die Programm-Konzeption schon einfließt.</li>
<li>Wenn eine Einrichtung das Wissen der Bürger ernst nimmt, wächst das Vertrauen der Zivilgesellschaft in die Einrichtung und vergrößert sich deren Legitimität.<br />
(Corburn 2005)</li>
</ul>
<p>Um Bürgerwissen eine gleichberechtigte Position neben dem professionellen Wissen verschaffen zu können, ist es notwendig, dass auch Bürger die Stärken und Schwächen ihres Wissens mehr reflektieren. Es ist wichtig, über den rein privaten, individualistischen Standpunkt, der nur die eigenen Belange sieht (&#8220;wie fühlt sich <em>mein </em>Familienangehöriger in einer Einrichtung&#8221;, &#8220;welches sind <em>meine </em>Erfahrungen&#8221;) hinauszugehen. Und das eigene Wissen durch Beobachtung der gesamten Situation in einer Einrichtung und durch Vergleiche mit anderen Einrichtungen bzw. einen gemeinsamen Diskurs mit anderen Betroffenen zu objektivieren und zu erweitern. Wenn Bürger den rein auf sich bezogenen Blick hinter sich lassen, können sie die gemeinwesenorientierte Dimension ihres Wissens besser herausarbeiten.</p>
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		<title>Wer ist an Entscheidungen beteiligt? Entscheidungsmacht in NPOs evaluieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 09:54:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Organisationen verteilen Entscheidungskompetenzen an ihre Stakeholder-Gruppen ganz unterschiedlich. Wer wo und wie mitbestimmen darf, hängt von der Eigentümerstruktur einer Einrichtung und ihren Zielen ab. Welche Stakeholder-Gruppen haben in For-profit, Nonprofit und kommunalen Sozialeinrichtungen das Sagen? Eine neue empirische Studie aus den USA von Avner Ben-Ner und Ting Ren (2010) geht dieser Frage nach. Fast 700 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Organisationen verteilen Entscheidungskompetenzen an ihre Stakeholder-Gruppen ganz unterschiedlich. Wer wo und wie mitbestimmen darf, hängt von der Eigentümerstruktur einer Einrichtung und ihren Zielen ab.</p>
<p>Welche Stakeholder-Gruppen haben in For-profit, Nonprofit und kommunalen Sozialeinrichtungen das Sagen? Eine neue empirische Studie aus den USA von <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-8292.2010.00424.x/abstract">Avner Ben-Ner und Ting Ren (2010)</a> geht dieser Frage nach. Fast 700 amerikanische Organisationen aus der Kinderbetreuung, der Altenpflege und der lokalen Behindertenbetreuung gaben Auskunft über die Allokation von Entscheidungsmacht. Das Ergebnis zeigt, dass in gemeinnützigen und kommunalen Einrichtungen die Angestellten, Bewohner, Angehörigen und die örtliche Gemeinschaft mehr Mitsprachemöglichkeiten haben als in For-profit Einrichtungen. Gleichzeitig ist aber das Ausmaß der Möglichkeiten dieser Stakeholder-Gruppen, an <em>substantiellen </em>Entscheidungen mitzuwirken, in beiden Einrichtungsarten (gemeinnützig/kommunal) gering. In allen drei Bereichen (for-profit/nonprofit/kommunal) dominiert die Geschäftsführung die Entscheidungsprozesse.</p>
<p>Ich finde es interessant, einen empirischen Blick auf die Allokation von Entscheidungskompetenzen zu werfen, denn &#8220;Entscheidungsmacht kann erst geteilt werden, wenn Klarheit darüber herrscht, wer sie ausübt&#8221; (<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">Wright u.a. 2010, 82</a>).</p>
<p>Wenn zivilgesellschaftliche Akteure mehr Mitsprache in gemeinnützigen Einrichtungen bekommen sollen &#8211; und selbst die Bundesregierung mahnt neuerdings mehr Mitsprache für freiwillige Helfer in Institutionen an, siehe<a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/rbm-skzl/europareferat/oeffentlichkeitsarbeit/ej2011/ejf2011_nationales_programm.pdf?start&amp;ts=1293622684&amp;file=ejf2011_nationales_programm.pdf"> hier, S. 3</a> &#8211; dann ist es sinnvoll, zuerst eine Evaluation der Entscheidungsstrukturen in Nonprofits durchzuführen. Oftmals sind die formellen und informellen Entscheidungsverläufe den Beteiligten in gemeinnützigen Organisationen selbst nicht ganz bewusst (vgl. Wright u.a. 2010), so dass eine Evaluation von Entscheidungsprozessen Sinn macht. Erst wenn über den Ist-Zustand von Mitsprachemöglichkeiten Klarheit herrscht, kann ein Soll-Zustand entworfen werden.</p>
<p>Nun geben aber diejenigen, die Entscheidungsbefugnisse innehaben, diese nur ungern ab bzw. nur dann, wenn sie keine andere Option sehen. Weshalb sollten Nonprofits hier eine Ausnahme bilden? Weil der Wettbewerb zwischen gemeinnützigen Organisationen um die Ressource &#8216;Freiwillige Helfer&#8217;, mit der sehr häufig sehr nachlässig umgegangen wird (vgl. meinen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burgerengagement-fordern-und-erhalten-fur-einen-nachhaltigen-umgang-mit-freiwilligen/">letzten Blogbeitrag</a>) es erfordert, dass Nonprofits sich ernsthaft Gedanken über eine Umverteilung von Entscheidungskompetenzen machen. Immerhin haben neue Generationen von Helfern andere inhaltliche Ansprüche an das Freiwilligenengagement als die Nachkriegsgenerationen, die bescheiden waren, wenn es um Mitsprache ging. Wer also neue Unterstützer und Helfer gewinnen möchte, muss Teilhabemöglichkeiten bieten.</p>
<p>Eine (Selbst)Evaluation interner Entscheidungsprozesse mit Blick auf die Einbeziehung der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen wäre in NPOs höchst angebracht. Ebenso die Konzeption eines Soll-Zustandes, der zivilgesellschaftliche Akteure in die Entscheidungsfindung gemeinnütziger Organisationen stärker einbezieht.</p>
<p>Ein leicht anzuwendendes Evaluations-Tool für Nonprofits sind die<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/subnavi/methodenkoffer/kreise-der-entscheidung.html"><em> Kreise der Entscheidung</em></a>, die von Wright/Block/Unger von der Forschungsgruppe <a href="http://www.wzb.eu/bal/ph/">Public Health des Wissenschaftszentrums Berlin</a> im Rahmen eines Präventionsforschungsprojekts im Gesundheitsbereich entworfen wurden. Die Kreise der Entscheidung (siehe unten) sind auf der &#8211; sehr empfehlenswerten Webseite &#8211; <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">partizipative-qualitaetsentwicklung.de</a> zu finden (und im <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">begleitenden Buch</a> , S. 82), mit einer detaillierten Anleitung zum Gebrauch und vielen anderen wertvollen Informationen:</p>
<p><strong>Kreise der Entscheidung</strong> (<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/subnavi/methodenkoffer/kreise-der-entscheidung.html">von Wright/Block/Unger</a>)</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-420 alignleft" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; margin-right:500px" title="Kreise-der-Entscheidung" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/01/KreisederEntscheidung3.jpg" alt="KreisederEntscheidung" width="411" height="295" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/01/KreisederEntscheidung3.jpg 411w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/01/KreisederEntscheidung3-300x215.jpg 300w" sizes="(max-width: 411px) 100vw, 411px" /></p>
<p>Die Kreise der Entscheidung umfassen unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten, &#8211; je weiter eine Stakeholder-Gruppe vom inneren Kreis der Entscheidungsmacht entfernt ist, desto weniger Teilhabemöglichkeiten besitzt sie. Mit Hilfe der Kreise kann eine gemeinnützige Einrichtung für einzelne Projekte, für einzelne Entscheidungsphasen, für bestimmte Fachgebiete usw. die bestehenden Partizipationsstrukturen klären und neue entwerfen. Besonders informativ wird die Evaluation, wenn man unterschiedliche Gruppen daran beteiligt, also bspw. die Nutzer der Einrichtung, die Angehörigen, die Geldgeber, die Partner aus der Verwaltung usw.</p>
<p>Sofern gemeinnützige Organisationen für die stärkere Partizipation von zivilgesellschaftlichen Akteuren bereit sind, können sie ihre Weiterentwicklung hin zu community-orientierten Einrichtungen, die nicht nur Betreuungsleistungen erbringen, sondern soziales Kapital und bürgerschaftliche Kompetenzen aufbauen, erfolgreich bewältigen. Gerade die Mitarbeiter von Nonprofits, die laut der oben zitierten Studie von <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-8292.2010.00424.x/abstract">Ben-Ner und Ren (2010)</a> an strategischen Entscheidungen nicht substantiell beteiligt sind, könnten hier zu wertvollen Verbündeten der Bürger werden.</p>
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		<title>Koproduktion als Chance für gemeinnützige Organisationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 09:47:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielen gemeinnützigen Organisationen in den sozialen Diensten fehlt ein Leitbild, &#8211; eine klare Vorstellung davon, in welche Richtung ihr Weg in den nächsten Jahren führen soll. Aber ebenso wenig wird öffentlich diskutiert, welche Wege sich die Zivilgesellschaft für den Dritten Sektor wünscht. Es herrscht eine große Leere wenn es um Zukunftsentwürfe für den organisierten Teil [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen gemeinnützigen Organisationen in den sozialen Diensten fehlt ein Leitbild, &#8211; eine klare Vorstellung davon, in welche Richtung ihr Weg in den nächsten Jahren führen soll.</p>
<p>Aber ebenso wenig wird öffentlich diskutiert, welche Wege sich die Zivilgesellschaft für den Dritten Sektor wünscht. Es herrscht eine große Leere wenn es um Zukunftsentwürfe für den organisierten Teil der Zivilgesellschaft in unserem Land geht. Es wird allenfalls noch die Frage gestellt: <a href="http://diegesellschafter.de/index.php">&#8220;in was für einer Gesellschaft wollen wir leben?&#8221;</a>, aber niemals &#8220;wie wünschen wir uns als Bürger/innen den Dritten Sektor?&#8221;.</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen haben sich das New Public Management der öffentlichen Verwaltung überstülpen lassen. Nonprofits im Sozialbereich konzentrieren sich heute auf eng definierte Leistungsziele. Dadurch treten gemeinwesenbezogene Konzepte in den Hintergrund. Nonprofits müssen sich durch messbaren output gegenüber der öffentlichen Hand legitimieren. Dadurch geht der Blick auf nicht-quantifizierbare Ressourcen und Ergebnisse verloren. Nonprofits implementieren Standards und vernachlässigen darüber innovatives Handeln.</p>
<p>Welche Gestaltungsmacht besitzt ein so instrumentalisierter Dritter Sektor in unserer Gesellschaft? Welche Handlungschancen eröffnet er Bürgern, welche Wirkung kann er auf kommunaler Ebene entfalten?</p>
<p>Nonprofits sind als demokratiepolitische Akteure und als Enabler von bürgerschaftlicher Partizipation zu wenig präsent. Es fehlt ein Leitbild, das Bürgern, Klienten und den Organisationen selbst mehr Handlungschancen ermöglicht. Nonprofits sind nicht nur Dienstleister, sondern auch wichtige Akteure unseres Gemeinwesens. Und Klienten und engagierte Bürger wollen sich nicht mehr länger nur dem Primat der Einrichtung unterordnen, sondern stärker mitgestalten und ihre Ideen einbringen.</p>
<p>Ein Konzept, das zu einem Empowerment von gemeinnützigen Organisationen und Bürgern führen kann, ist das der &#8216;<strong>Koproduktion</strong>&#8216;. &#8220;Full co-production&#8221; (Tony Bovaird) bedeutet, dass Nutzer von Sozialeinrichtungen und Bürger gemeinsam mit der NPO an der <em>Planung</em> und <em>Produktion</em> sozialer Dienstleistungen beteiligt sind. An der Produktion sozialer Dienste partizipieren die Bürger in Deutschland schon heute, &#8211; an der Planung und Gestaltung sozialer Dienstleistungen aber seltener.</p>
<p>Der Vorteil des Koproduktions-Modells für den Dritten Sektor und die Zivilgesellschaft: die Ressourcen (monetärer/nicht-monetärer Art) von Bürgern können so von der Einrichtung viel stärker genutzt werden und Innovation ist durch das Zusammentreffen von unterschiedlichen Wissensbeständen &#8211; seitens der Nutzer, der Bürgerschaft, der professionellen Mitarbeiter &#8211; leichter möglich. Die Bürger ihrerseits erfahren einen Empowerment-Prozess, weil sie nicht als (defizitäre) Klienten oder (unwissende) Laien wahrgenommen werden, sondern ihre Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Kompetenzen, ihre Kontakte stärker einbringen können.</p>
<p>Koproduktion ist <a href="http://www.nesta.org.uk/library/documents/Co-production-report.pdf">Boyle und Harris (2009, 17f)</a> zufolge</p>
<ul>
<li><strong>transformativ</strong>: sie verändert die bisherigen Rollen von Klienten/Pofis/Freiwilligen und von NPO-Strukturen. Sie verändert bestehende Machtungleichgewichte in NPOs zugunsten von Nutzern und Bürgern. Sie verschafft aber auch professionellen Mitarbeitern die Möglichkeit, ein neues Profil zu gewinnen und Handlungschancen zu entwickeln. Zum Beispiel, indem sie die bestehende Arbeitsteilung korrigiert, die den Freiwilligen jene betreuenden und kommunikativen Aufgaben überlässt, welche man aus der Tätigkeit der Profis &#8220;herausrationalisierte&#8221; (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_evers_100528.pdf">Evers 2010, S. 4</a>).</li>
<li><strong>egalitär ausgerichtet</strong>: das heißt, sie anerkennt das Koproduktionspotential aller und wertschätzt das unterschiedliche Wissen, das Klienten und bürgerschaftlich Engagierte einbringen können. Profis und Laien begegnen sich auf Augenhöhe</li>
<li><strong>nachhaltig</strong>: weil Koproduktion die Ressourcen, die sich aus sozialem Kapital ergeben, ausschöpft und nicht &#8211; wie in der gegenwärtig nur auf Effizienz (und nicht auf Beziehungen) fixierten Praxis &#8211; vernachlässigt.</li>
</ul>
<p>Die Koproduktion verschafft gemeinnützigen Organisation mehr Handlungsspielräume. Sie kann durch einen partnerschaftlichen Umgang mit Bürger-Nutzern von deren Ressourcen profitieren und und sich durch diese Ausdehnung ihrer Handlungsoptionen auch auf lokaler Ebene ganz anders als Gestalterin der örtlichen Lebenswelt und des Gemeinwesens einbringen.</p>
<p>Social Media können die Koproduktion sozialer Dienstleistungen online unterstützen. Sie ermöglichen die Vernetzung, den Dialog und die Mitwirkung von Bürger-Nutzern an der Gestaltung und Produktion sozialer Dienste. Zu diesem Zweck muss das Internet aber strategisch genutzt werden. Das heißt, es muss seitens der NPO über quantitative und reine Selbstvermarktungsziele hinaus gedacht werden. Statt den Status quo zu verstärken, sollten Social Media zur Strukturveränderung genutzt werden. Aber dafür braucht man Leitbilder und Visionen. Wo sind die des Dritten Sektors?</p>
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		<title>Wissensmanagement in Nonprofits mit Social Media- Auswertung der Blogparade</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 May 2010 16:21:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
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					<description><![CDATA[In der 15. Runde der NPO-Blogparade ging es um die Frage, wie gemeinnützige Organisationen die Netzwerke und Tools des Web 2.0 für ihr Wissensmanagement nutzen können. Zu dem Thema wurde am 23. April auch ein einstündiger #npochat auf Twitter durchgeführt, der &#8211; wie immer &#8211; allen Interessierten offen stand. Welche Erkenntnisse konnten wir durch die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>In der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">15. Runde der NPO-Blogparade</a> ging es um die Frage, wie gemeinnützige Organisationen die Netzwerke und Tools des Web 2.0 für ihr Wissensmanagement nutzen können. Zu dem Thema wurde am 23. April auch ein einstündiger #npochat auf Twitter durchgeführt, der &#8211; wie immer &#8211; allen Interessierten offen stand.</p>
<p>Welche Erkenntnisse konnten wir durch die Blogparade und den #npochat sammeln und nun an NPOs weitergeben?</p>
<p>1. <strong>Der Begriff &#8216;Wissensmanagement&#8217; ist umstritten.</strong> Auch unter uns BloggerInnen. Er wird als zu technizistisch empfunden, mit einem Hang zur Betonung des organisationsinternen und schriftbasierten Wissens unter Vernachlässigung des sozialen Austausches. Speziell Gerald Czech, der <a href="http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2010/04/21/wissensmanagement-dekonstruiert/">Redcross Sociologist</a>, hält den Begriff für &#8220;gehyped&#8221;. Ihm zufolge sammeln und generieren NPOs Wissen, ohne dafür explizit diesen Begriff zu verwenden.</p>
<p>2. <strong>Warum überhaupt Wissensmanagement?</strong> <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a> zählt die Argumente auf, die für ein Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen sprechen: Die Konkurrenz auf den Märkten &#8211; auch im gemeinnützigen Bereich- nimmt zu. Öffentliche Gelder gehen zurück. Für Nonprofits bietet das Wissensmanagement eine gute Möglichkeit, größere Effektivität und Effizienz zu erreichen und einen Wissensabfluss zu stoppen. Von einem Wissensabfluss sind NPOs deshalb besonders bedroht, weil sie sehr von freiwilliger Mitarbeit abhängen und viele Helfer nur eine kurze Zeit in Nonprofits mitarbeiten. Ihr Wissen geht nach einem Weggang ohne vorherige Archivierung oder weitere Vernetzung für die Organisation verloren.</p>
<p>3. <strong>Tools </strong>standen bei den eingegangenen Blog- und Diskussionsbeiträgen nicht im Vordergrund. Alle waren sich darin einig, dass die Organisationskultur und die Haltung der Mitarbeiter für ein erfolgreiches Wissensmanagement wichtiger sind als einzelne Tools. Dass es im Internet sehr gute Instrumente gibt, die dem gemeinsamen Wissensaustausch und Lernen dienen, ist bekannt.</p>
<p>Genannt wurden hier immer wieder Wikis, und Blogs (tragen &#8220;das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter nach außen&#8221;. Sie sind eine &#8220;Art Protokoll des lauten Denkens&#8221; meint <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a>). Dann soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook und die Lernplattform Moodle, die ihre Potentiale für das Wissensmanagement laut <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/digitale-wissensarbeit/wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">Stefan Zollondz </a>speziell am Beispiel des <a href="http://www.forum-lernen.de/moodle1_6/">Forum Lernens</a> zeigt, in dem Nonprofit-Vertreter träger- und bundesländerübergreifend zusammenarbeiten. Aber auch Offline-Formate wie Barcamps und die Socialbar werden als nutzbringende Wissensmanagement-Instrumente erachtet.</p>
<p>4. <strong>Organisationskultur/Mitarbeiter</strong>: Sie sind der Dreh-und Angelpunkt für ein erfolgreiches Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen. Im einzelnen sind folgende Elemente in der Organisation und im Mitarbeiterbewusstsein und -handeln wichtig:</p>
<ul>
<li>Freude und Spaß am Wissen teilen (<a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/21/npo-blogparade-15-wissensmanagement-mit-hilfe-von-social-media/">Christian Henner-Fehr</a>).</li>
<li>Eine Wertschätzung des unterschiedlichen Wissens der Kollegen (<a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/">Hannes Jähnert</a>, <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/21/npo-blogparade-15-wissensmanagement-mit-hilfe-von-social-media/">C. Henner-Fehr</a>). Anderes/fremdes Wissen sollte nicht als Konkurrenz und Bedrohung betrachtet werden, sondern als Bereicherung.</li>
<li>Eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, die Innovationen fördert und öffentlich Rechenschaft ablegt über den eigenen Lernweg, statt Strafen für Fehler und eine PR der<a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/"> &#8220;Selbstbeweihräucherung&#8221; </a> (Hannes Jähnert).</li>
<li>Social Media-Richtlinien, die Mitarbeiter mit Chancen und Regeln für die Online-Kommunikation ausstatten.</li>
</ul>
<p>Im #npochat wurde herausgearbeitet, dass Wissen teilen für Individuen einfacher ist als für Organisationen:</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-305" title="redcross-Tweet 13cm" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/redcross-Tweet-13cm13.jpg" alt="redcross-Tweet 13cm" width="491" height="49" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/redcross-Tweet-13cm13.jpg 491w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/redcross-Tweet-13cm13-300x29.jpg 300w" sizes="(max-width: 491px) 100vw, 491px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es bleibt für mich die Frage, wie die hier angemahnte Kultur der Fehlerfreundlichkeit und Innovation mit der Tendenz in Nonprofits zusammenpasst, ihre Dienstleistungen zu standardisieren und untereinander anzugleichen. Eine Tendenz, die durch ISO-Zertifizierungen und staatliche Vorgaben gefördert wird, wie Stefan Zollondz in einem <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/qualitaet-in-der-sozialen-arbeit/acht-denkanstose-fur-ein-qualitatsmanagement-im-non-profit-bereich/">Blogbeitrag</a> analysiert.</p>
<p>Das bestärkt mich in meiner <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/auf-dem-weg-zur-npo-2-0/">Forderung</a>, den Staat nicht außer acht zu lassen, wenn man über hiesige NPOs &#8211; speziell im Sozialbereich &#8211; spricht. Für ein innovationsorientiertes Wissensmanagement bedarf es auch eine entsprechende Akzeptanz auf staatlicher Seite oder zumindest keine staatlichen Richtlinien, die die Bemühungen von Nonprofit-Organisationen hier konterkarieren.</p>
<p>5. <strong>Netzwerke</strong> sind die Strukturen, die den Austausch von Wissen unter Mitarbeitern und Organisationen ermöglichen. <a href="http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2010/04/21/wissensmanagement-dekonstruiert/">Gerald Czech</a> vertritt die These, dass die Vernetzung nicht nur das Feld an sich, sondern auch das Wissen des Feldes strukturiert, &#8211; ein interessanter Gedanke. Hervorgehoben wurde im #npochat auch,wie wichtig es ist, die Aktivitäten von Online-Netzwerken durch Offline-Aktionen zu verbinden:</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-294" title="Hannes-Tweet 13 cm" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Hannes-Tweet-13-cm3.jpg" alt="Hannes-Tweet 13 cm" width="491" height="45" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Hannes-Tweet-13-cm3.jpg 491w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Hannes-Tweet-13-cm3-300x27.jpg 300w" sizes="(max-width: 491px) 100vw, 491px" /></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-295" title="staranov-Tweet 13cm" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/staranov-Tweet-13cm3.jpg" alt="staranov-Tweet 13cm" width="491" height="47" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/staranov-Tweet-13cm3.jpg 491w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/staranov-Tweet-13cm3-300x28.jpg 300w" sizes="(max-width: 491px) 100vw, 491px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>6. <strong>Austausch über Organisationsgrenzen hinweg</strong>. Auf die Stärke schwacher Beziehungen wurde öfters in der Diskussion hingewiesen, insbesondere von <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/digitale-wissensarbeit/wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">Stefan Zollondz</a>. Neues Wissen und Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven aufeinander treffen. Deshalb ist gerade für Nonprofits der organisations- und fachbereichsübergreifende Austausch wichtig.</p>
<p>Laut Zollondz wird in NPOs auch organisationsübergreifend immer häufiger Wissen geteilt, aber interessanterweise eher mit Organisationen, die weiter weg sind:<img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-296" title="Zollonz-Tweet 13 cm" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Zollonz-Tweet-13-cm3.jpg" alt="Zollonz-Tweet 13 cm" width="491" height="44" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Zollonz-Tweet-13-cm3.jpg 491w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Zollonz-Tweet-13-cm3-300x26.jpg 300w" sizes="(max-width: 491px) 100vw, 491px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn schwache Beziehungen eine so große Bedeutung besitzen, dann frage ich mich, wie die schleichende <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/facebook_open_graph_the_definitive_guide_for_publishers_users_and_competitors.php">Personalisierung des Internets</a>, vorangetrieben durch Facebooks Open Graph, sich auf die Generierung von Wissen und Innovation auswirken wird. Besteht nicht die Gefahr, dass man als Individuum oder Organisation über Facebook nur noch jene Netz-Informationen zugespielt bekommt, die die eigenen Interessen (und die eigene beschränkte Sicht der Welt) widerspiegeln?</p>
<p>7. <strong>Crowdsourcing</strong>. Speziell <a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/">Hannes Jähnert</a> weist auf die Bedeutung der &#8216;Weisheit der Vielen&#8217; für das Wissensmanagement von Nonprofits hin. Hier spielen auch wieder die unter Pkt. 6 erwähnten schwachen Beziehungen eine Rolle. Es muss für Nonprofits darum gehen, die unentdeckten Wissensschätze ihrer Stakeholder zu heben. Auch &#8216;Laien&#8217; bieten als Kunden, Ehrenamtliche, Bürger usw. wichtige Anregungen und Informationen für gemeinnützige Organisationen, auf die Nonprofits nicht verzichten sollten, wenn sie erfolgreich im Wettbewerb bestehen möchten.</p>
<p>Wie wichtig das Wissen von Bürgern für Nonprofits z.B. im Katastrophenfall ist, zeigt das Projekt <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/mobiltelefon-und-mobiles-internet-chancen-fur-gemeinutzige-organisationen/">Ushahidi</a>, das die Hilfsanfragen von Betroffenen kartiert.  Und auch im Umweltbereich werden Bürger immer häufiger zu Datensammlern und können das Wissen von NPOs erweitern, &#8211; siehe das Projekt<a href="http://digitalurban.blogspot.com/2010/04/crowd-sourced-data-copenhagen-wheel-for.html"> Copenhagen Whee</a>l, wo Radfahrer unterwegs automatisch Umweltdaten sammeln, die sie mit anderen teilen können.</p>
<p>Robert Dürhager wies im #npochat auch auf die Bedeutung von Kampagnen hin, um einen Wissenstransfer von den Stakeholdern hin zu gemeinnützigen Trägern zu schaffen:</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-297" title="Robert-Tweet 13cm" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Robert-Tweet-13cm3.jpg" alt="Robert-Tweet 13cm" width="491" height="47" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Robert-Tweet-13cm3.jpg 491w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Robert-Tweet-13cm3-300x28.jpg 300w" sizes="(max-width: 491px) 100vw, 491px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>8. <strong>Open Data</strong>. Von meiner Seite möchte ich noch auf die Relevanz von offenen Daten für das Wissensmanagement von Nonprofits hinweisen. Wenn Regierung und Verwaltungen bisher verschlossene Daten öffentlich stellen, können auch gemeinnützige Organisationen davon profitieren. Auf der Basis zusätzlicher quantitativer und qualitativer Daten können Nonprofits das Wissen über ihr Fachgebiet und über ihre Zielgruppen erweitern und ihr Dienstleistungsangebot verbessern bzw. Applikationen für ihre Stakeholder entwickeln.</p>
<p>Auch Nonprofits sind dazu aufgefordert, mehr Transparenz bezüglich ihrer Leistungen zu schaffen und mehr Informationen über ihr Fachgebiet online zu stellen, damit die Chance, Wissen über Organisationsgrenzen hinweg zu entwickeln, wächst. Mehr zum Thema &#8216;offene Daten&#8217; finden interessierte Leser <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/ukusa-daten-aus-politik-und-verwaltung-werden">hier</a> und im <a href="http://opendata-network.org/">Opendata Blog</a>.</p>
<p>9.<strong> Integration in die Arbeitsabläufe</strong>. &#8220;Für das Wissensmanagement ist die Integration von Social Media Tools in den Workflow die beste Voraussetzung, denn dadurch können interessante Synergien genutzt werden&#8221;, die sich im Rahmen des Austausches der Mitarbeiter untereinander und mit anderen ergeben, schreibt <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a>. Wissensmanagement muss integraler Bestandteil des Arbeitsalltags und der Kooperation in NPOs sein und keine separierte Aufgabe, um die man sich gesondert kümmert.</p>
<p>Abschließend möchte ich mich bei allen Autoren, die an der NPO-Blogparade und am #npochat teilgenommen haben, herzlich bedanken. Sie haben ihr Wissen großzügig geteilt und damit auch diese Runde der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">Blogparade</a> zu einem Instrument gemacht, mit dem das Wissen über und für gemeinnützige Organisationen erweitert werden kann.</p>
<p>Die kommende Runde der NPO-Blogparade wird von meiner Bloggerkollegin Karin Janner vom <a href="http://kulturmarketingblog.de/">Kulturmarketing-Blog</a> gehostet. Ich bin schon gespannt auf das nächste Thema!</p>
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			</item>
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		<title>Auf dem Weg zur NPO 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 10:39:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der re:campaign 2010 in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die Folien auf slideshare. Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen: 1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im Blog von Christian Henner-Fehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der<a href="http://re-publica.de/10/category/recampaign/"> re:campaign 2010</a> in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die <a href="http://www.slideshare.net/npovernetzt/auf-dem-weg-zur-npo-20">Folien auf slideshare</a>.</p>
<p>Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen:</p>
<p>1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/12/social-media-und-organisationskultur/">Blog von Christian Henner-Fehr</a> &#8211; ob die<strong> Organisationskultur für den Social Media-Einsatz</strong> einer Einrichtung wichtig ist und wenn ja, welche Voraussetzungen intern vorliegen sollten.</p>
<p>Meiner Ansicht nach belegt die Empirie ganz deutlich, dass Social Media an sich neutral sind und auch zur einseitigen Kommunikation ohne interaktive Perspektive eingesetzt werden können und eingesetzt werden, wie man speziell an vielen Twitteraccounts sieht. Das Potential von Social Media wird so aber<em> nicht ansatzweise</em> ausgeschöpft. Auch NPOs wollen häufig nur werben, aber keinen Dialog führen, so dass ihre Internetpräsenz verglichen werden kann mit<a href="http://netzwerkpr.de/index.php/2009/11/12-runde-der-npo-blogparade/"> &#8220;alter Kommunikation in neuen Kanälen&#8221;</a>, wie meine Bloggerkollegin Katrin Kiefer das treffend formuliert.</p>
<p>Ich habe mir &#8211; in Anlehnung an einen Aufsatz von Bryer (2009) &#8211; Gedanken über die Frage gemacht, welche <strong>NPO-Eigenschaften</strong> die erfolgreiche Social Media-Nutzung fördern und welche Eigenschaften diese hemmen (Folien 10 und 11) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.</p>
<p><em>Förderliche Eigenschaften: </em>Wahrnehmung einer Ressourcenabhängigkeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren, Partnerschaftsperspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Interesse an externem Wissen, Selbstwahrnehmung als demokratischer Akteur</p>
<p><em>Hemmende Eigenschaften:</em> Fixierung auf staatliche Gelder und Stakeholder, fehlende partnerschaftliche Perspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Rückzug auf den eigenen Expertenstatus, Selbstwahrnehmung als reiner Dienstleister ohne demokratische Funktion</p>
<p>2. Wichtig war mir desweiteren aufzuzeigen, über welche <strong>Kompetenzen </strong>NPOs verfügen, die mit Social Media kompatibel sind und sehr gut in den digitalen Raum eingebracht werden können (Folien 12 und 13). Dieser ressourcenorientierte Blick stärkt NPOs und führt sie nicht als defizitäre Organisationen vor. Nonprofits sind keine Anfänger, was die dialogorientierte Perspektive angeht und hier häufig viel weiter als staatliche und viele privatwirtschaftliche Organisationen.</p>
<p>3. Die<strong> Rolle des Staates</strong> darf nicht aus dem Blick geraten, wenn man über hiesige Nonprofits im Sozialbereich spricht. Im Grunde benötigt eine NPO 2.0 eine Staatsverwaltung 2.0 (Folien 26 und 27). Ohne einen kooperativen Staat und entsprechend kooperative Leistungsvereinbarungen mit sozialen Dienstleistern wird es für NPOs im Sozialsektor schwierig werden, den Weg zu einer NPO 2.0, der mehr Dialog, Vernetzung und Partizipation impliziert, zu gehen. Denn eine interaktive, partnerschaftliche Haltung kostet viel Zeit und damit auch Geld. Andererseits profitieren Staat und Kommune von einem Nonprofit-Sektor 2.0, der mit der Zivilgesellschaft online und offline breit vernetzt ist.</p>
<p>4. Über all die <strong>Kampagnen</strong> hinweg, die im Mittelpunkt der re:campaign standen und im Fokus der dortigen NPOs, sollte man nicht die auf einen längerfristigen Zeitraum hin ausgerichtete Vernetzung mit der Zivilgesellschaft vergessen. Kampagnen tragen einen kurzlebigen Charakter. Der Nonprofit-Sektor könnte aber gerade durch <strong>nachhaltige Strategien</strong>, deren Zeithorizont über die Gegenwart hinausreicht, zum Beispiel für Politik und Wirtschaft werden, die dem kurzfristigen Denken verhaftet sind durch ihre Konzentration auf den nächsten Wahltermin oder auf die Bilanz des aktuellen Geschäftsjahres.</p>
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		<title>Live im Internet &#8211; sinnvoll für soziale Organisationen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 12:01:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[David Röthler von politik.netzkompetenz.at fragt im Rahmen der 13. NPO-Blogparade, ob synchrone Online-Tools wie Chat, Skype oder Online-Konferenz-Systeme sinnvolle Instrumente für NPOs sein können. David selbst ist als Organisator des Online-Webmontags und des Online-Frühstücks, ko-moderiert von meinem Blogger-Kollegen Christian Henner-Fehr, sehr erfahren im Umgang mit Webkonferenzen. Seine Passion für Live-Tools bringt er nun in die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>David Röthler von <a href="http://politik.netzkompetenz.at">politik.netzkompetenz.at</a> fragt im Rahmen der <a href="http://politik.netzkompetenz.at/?p=747">13. NPO-Blogparade</a>, ob synchrone Online-Tools wie Chat, Skype oder Online-Konferenz-Systeme sinnvolle Instrumente für NPOs sein können. David selbst ist als Organisator des<a href="http://politik.netzkompetenz.at/?p=781"> Online-Webmontags</a> und des Online-Frühstücks, ko-moderiert von meinem Blogger-Kollegen<a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/"> Christian Henner-Fehr</a>, sehr erfahren im Umgang mit Webkonferenzen. Seine Passion für Live-Tools bringt er nun in die jetzige Blogparaden-Runde ein.</p>
<p>Ob Echtzeit-Instrumente für NPOs sinnvoll sind, hängt von deren Einsatzfeld ab. Wie <a href="http://www.ikosom.de/2010/01/21/wieviel-echtzeit-web-brauchen-npos/">Jörg Reschke</a> es schon andeutet: für den Bereich der Entwicklungshilfe, der Katastrophenhilfe oder globaler Umweltinitiativen sollten Live-Tools zu den Instrumenten erster Wahl gehören, um intern die Abstimmung über Ländergrenzen hinweg zu erleichtern. Und um die weltweite Öffentlichkeit über Video-Live-Streams oder Online-Pressekonferenzen ausführlich zu informieren.</p>
<p>Für soziale Organisationen auf kommunaler Ebene (Pflegeheime, Beratungsstellen, Jugendhilfeeinrichtungen usw.), auf die ich fokussiert bin, zählen speziell die videobasierten Echtzeit-Tools im Moment nicht zu den Mitteln, die ich einer Einrichtung empfehlen würde. Und zwar aus fünf Gründen nicht:</p>
<ol>
<li>Für lokale Sozialeinrichtungen sind die örtlichen/regionalen Netzwerke sehr wichtig. Das heißt der örtliche Träger, die Lokalverwaltung, der Gemeinderat oder Kreistag, die lokalen Politiker, Bürger, Händler, Kirchen und Vereine. Zwar muss auch eine Abstimmung mit dem Dachverband und mit professionellen Fachverbänden erfolgen, aber ich denke nicht, dass es einen großen Mehrwert bringen würde, wenn man diese Face-to-Face-Kontakte in Online-Konferenzen verwandeln würde: so zeitaufwändig und kostspielig sind die zu überwindenden Distanzen nicht, verglichen mit der Situation internationaler Organisationen.</li>
<li>Die IT-Ausstattung von lokalen Einrichtungen im Sozialbereich ist suboptimal: nur 60% der Mitarbeiter nutzen regelmäßig einen PC, wobei es 400.000-500.000 PC-Arbeitsplätze gibt (bei rund 1,2 Mio Mitarbeitern) (zu den Daten s.<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/it-in-nonprofits-die-situation-im-sozialsektor/"> hier</a>). Den örtlichen Einrichtungen fehlen im Moment die Ausstattung und das Know-How, um Online-Konferenzen durchführen zu könne. In dieser Umgebung hätten diese ziemlich futuristischen Charakter.</li>
<li>Die sozialen Dienste sind erst im Web 1.0 angekommen. Webseite und Internetanschluss sind nun vorhanden. Aber der Auftritt ist häufig beim örtlichen Träger oder sogar beim Dachverband zentralisiert, d.h. die einzelne Beratungsstelle, die örtliche Diakoniestation oder das Pflegeheim verfügt häufig über keinen eigenen unabhängigen Webauftritt, sondern ist lediglich als Adresse oder standardisierte Unterseite auf der Webpage des Trägers präsent. Insofern existiert für viele Sozialeinrichtung im Viertel in der Regel nicht die Möglichkeit, sich online interaktiver zu präsentieren. Entsprechend gering ist deshalb auch ihr Interesse an Social Media, einschließlich synchroner Online-Tools. Man fühlt sich dafür nicht zuständig. Alles, was mit dem Internet zu tun hat und mit der Online-Kommunikation intern oder mit der &#8216;Außenwelt&#8217; wird (aus Erfahrung heraus) als Sache des Trägers betrachtet.</li>
<li>Der soziale Sektor ist ganz auf den Menschen hin ausgerichtet. IuK-Technologien werden als lästige Begleiter empfunden, nicht als wertvolle Hilfe. Sie halten vermeintlich von Beziehungen in der realen Welt ab, &#8211; und um diese geht es in den sozialen Diensten. Ich glaube nicht, dass sich die Mitarbeiter in den Sozialeinrichtungen mit Online-Konferenzen als Surrogat für echte Treffen zufrieden geben würden. In internationalen Zusammenhängen ist deren Mehrwert (Kostenersparnis usw.) für die Mitarbeiter leichter erkennbar.</li>
<li>Auch in der Beratung würde ich für Textchats plädieren, weil dann die Schwelle für die Ratsuchenden niedrig gehalten wird. Je elaborierter die Formate sind, desto mehr Menschen werden von diesen ausgeschlossen. Derzeit existiert schon eine große Kluft zwischen den Social Media-Nutzern und jenen, die nicht wissen, um was es sich dabei handelt. Man sollte versuchen, diese Kluft zu verkleinern, indem man niedrigschwellige Tools einsetzt. <a href="http://socialreporter.com/?p=704">&#8220;Putting social tech two clicks down&#8221;</a> heißt ein Beitrag von David Wilcox, in dem er dafür plädiert, sich auf das Wesentliche von Social Media zu konzentrieren: auf die Beziehungen zwischen Menschen, nicht auf Technologien.</li>
</ol>
<p>Aus meiner Sicht geht es im Moment darum, örtlichen Sozialeinrichtungen das Internet zu erklären, Interesse dafür zu schaffen und mit textbasierten Formaten (wie Blogs, Wikis, Twitter) den Einstieg ins Netz zu beginnen, &#8211; immer vorausgesetzt, der Träger macht mit und baut keine Hürden auf. Wenn das Interesse geweckt und die Kompetenzen gewachsen sind, kann sich eine Einrichtung an Live-Tools wie Chats und Online-Konferenzen wagen.</p>
<p>Wie <a href="http://www.pr-indianer.de/?p=677">Ludger Brenner</a> erwähnt wäre es wünschenswert, wenn die öffentliche Hand die Social Media-Kompetenzen von gemeinnützigen Trägern fördern würde. Das <em>capacity-building</em> des Dritten Sektors sollte für den Staat ein wichtiges Thema sein, denn die Bürgergesellschaft braucht starke und kompetente Nonprofit-Organisationen, die zum Austausch mit ihrer Umwelt in der Lage sind. Von einer schwachen zivilgesellschaftlichen Infrastruktur kann unsere Demokratie nicht profitieren. (Vgl. hierzu die britischen <a href="http://www.capacitybuilders.org.uk/">capacity builders</a> und <a href="http://watfordgap.wordpress.com/regional-ict-champions/">ICT Champions</a>).</p>
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