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	<title>Partizipation &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Ethische Bewertung von Technologien (Teil 3) &#8211; der Ethics Canvas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 16:26:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Im letzten Blogartikel habe ich die MEESTAR-Methode  zur ethischen Evaluation von Technologien von Karsten Weber (2019) vorgestellt. In dem Aufsatz von Weber (S. 431-444) wird auch der Ethics Canvas von Reijers/Lewis u.a. des ADAPT Centre/Dublin als Tool erwähnt. Der Ethics Canvas basiert auf dem bekannten Business Model Canvas. Der Ethics Canvas ermöglicht ein partizipatives und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten Blogartikel habe ich die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-teil-2-die-meestar-methode/" target="_blank" rel="noopener">MEESTAR-Methode </a> zur ethischen Evaluation von Technologien von Karsten Weber (2019) vorgestellt. In dem <a href="https://dl.gi.de/handle/20.500.12116/25099" target="_blank" rel="noopener">Aufsatz von Weber</a> (S. 431-444) wird auch der Ethics Canvas von Reijers/Lewis u.a. des ADAPT Centre/Dublin als Tool erwähnt. Der Ethics Canvas basiert auf dem bekannten Business Model Canvas.</p>
<p>Der Ethics Canvas ermöglicht ein partizipatives und diskursives Brainstorming der ethischen Folgen von Technologien, die im Rahmen von Forschung und Innovation entstehen. Das nicht-kommerzielle Tool eignet sich speziell für Lehrende, Forschende, Unternehmen und politische Entscheidungsträger, &#8211; die Zivilgesellschaft wird hier nicht explizit aufgelistet. Man kann den Ethics Canvas ausdrucken und gemeinschaftlich ausfüllen oder online bearbeiten, speichern und teilen. Dafür haben die Entwickler des Canvas eine <a href="https://www.ethicscanvas.org/index.html" target="_blank" rel="noopener">Webseite</a> samt <a href="https://www.ethicscanvas.org/download/handbook.pdf" target="_blank" rel="noopener">Handbuch</a> erstellt.</p>
<p>Die zentralen Fragen , die der Ethics Canvas stellt, lauten:</p>
<ul>
<li>Welche Personen und Gruppen sind von der Technologie bzw. dem Produkt oder Service betroffen?</li>
<li>Von welchen möglichen ethischen Folgen sind diese Personen und Gruppen betroffen?</li>
<li>Wie kann man diese ethischen Probleme lösen?</li>
</ul>
<p>Berücksichtigt wird auch der problematische Ressourcenbedarf eines Produkts oder Dienstes (Energie, Daten usw.), als auch mögliche Produktfehler und -schwächen.</p>
<div id="attachment_1534" style="width: 582px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas.jpg"><img aria-describedby="caption-attachment-1534" decoding="async" class="wp-image-1534" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-300x213.jpg" alt="" width="572" height="406" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-300x213.jpg 300w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-768x545.jpg 768w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-1024x726.jpg 1024w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas.jpg 1189w" sizes="(max-width: 572px) 100vw, 572px" /></a><p id="caption-attachment-1534" class="wp-caption-text"><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a> ADAPT Centre/Trinity College Dublin/DCU 2017</p></div>
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<p>Die Autoren des Ethics Canvas gehen davon aus, dass man ihn in rund 1,5 Stunden gemeinschaftlich ausfüllen kann. Der inhaltliche Aufbau des Canvas beruht auf wissenschaftlichen Ansätzen aus der Technikforschung und Philosophie. Wichtig ist den Autoren, dass Technik nicht deterministisch gedacht wird, sondern Menschen mit der Technik <em>interagieren </em>und sich diese aneignen. Deshalb wird im Ethics Canvas so viel Wert auf Verhalten und Beziehungen gelegt.</p>
<p>Im Unterschied zu <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-teil-2-die-meestar-methode/" target="_blank" rel="noopener">MEESTAR</a> ist der Ethics Canvas ein allgemeineres Brainstorming- und Analyse-Tool, das sich nicht mit der konkreten Risikoabschätzung von Technologien befasst. Wie MEESTAR beruht der Ethics Canvas auf dem gemeinsamen Austausch der Stakeholder. Unterschiedliche Perspektiven und Interessen werden sichtbar. Aber auch hier gibt es  &#8211; wie bei MEESTAR &#8211; keine Lösung für Wert- und Interessenkonflikte, &#8211; außer Kompromisse, die in der Diskussion gefunden werden müssen und bei denen sich Machtverhältnisse negativ auswirken können.</p>
<p>Was ich beim Ethics Canvas vermisse, ist die <em>Raum</em>kategorie bzw. die Frage, wie sich eine Technologie auf die Raumbildung  und -gestaltung auswirkt, &#8211; ein ganz wichtiges Thema im Hinblick auf Sozialräume bzw. die Smart City-Diskussion.</p>
<p>Was MEESTAR und Ethics Canvas beide nicht bieten, sind Alternativen zu den behandelten Technologien. Man hat nur die Möglichkeit, sich mit einem bestimmten technischen Produkt zu befassen und keine Chance,  über die Sinnhaftigkeit des gesamten Projekts und dessen Annahmen und Ziele zu sprechen. Dieses Denken in Alternativen wird dagegen von Szenario-Methoden gefördert. Hier können Teilnehmer*innen die Frage diskutieren, welche Zukunft und welche Technologien sie sich aus normativer Perspektive wünschen. Mehr zu Szenario-Methoden im nächsten Blog-Artikel.</p>
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		<item>
		<title>Ethische Bewertung von Technologien (Teil 2) &#8211; die MEESTAR-Methode</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2020 18:38:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benutzerfreundlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Im letzten Blogartikel habe ich den Aufsatz von Reijers u.a. (2018) vorgestellt. Die Autoren besprechen 35 Methoden, mit denen ein ethisches Assessment von Technologien durchgeführt werden kann. An den Methoden kritisieren die  Autoren, dass sie zu wenig partizipativ seien. Unter den Verfassern des oben verlinkten Aufsatzes ist auch Karsten Weber, der 2019 auf der Jahrestagung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-welche-methoden-gibt-es-teil-i/" target="_blank" rel="noopener">Blogartikel</a> habe ich den <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s11948-017-9961-8" target="_blank" rel="noopener">Aufsatz von Reijers u.a. (2018)</a> vorgestellt. Die Autoren besprechen 35 Methoden, mit denen ein ethisches Assessment von Technologien durchgeführt werden kann. An den Methoden kritisieren die  Autoren, dass sie zu wenig partizipativ seien.</p>
<p>Unter den Verfassern des oben verlinkten Aufsatzes ist auch Karsten Weber, der 2019 auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik praxisorientierte &#8220;Methoden der  ethischen Evaluation von IT&#8221; vorstellte. In seinem Papier im <a href="https://dl.gi.de/handle/20.500.12116/25099" target="_blank" rel="noopener">Tagungsband</a> der INFORMATIK 2019, S. 431-444, stellt er u.a. die MEESTAR-Methode als ein &#8220;Modell zur ethischen Evaluation sozio-technischer Arrangements&#8221; vor. Die Methode, an deren Entwicklung er mitwirkte, ermöglicht ein partizipatives und diskursethisches Evaluations-Verfahren. Stakeholder, die eine Technik entwickeln, einsetzen und nutzen treten mit ihren ganz unterschiedlichen Interessen und Perspektiven in einen inhaltlichen Austausch untereinander.  Die Vielfalt der Perspektiven ist gewollt. Sie ist eine Bereicherung, weil sie alle möglichen Probleme und Aspekte  eines Technikeinsatzes auf die Agenda bringt.</p>
<p>Ziel des Verfahrens ist eine Kompromissfindung unter den Stakeholdern. Die Ergebnisse aus dem Verfahren sollen dann in die Forschung und Entwicklung zurückfliessen, &#8211; im Idealfall nicht erst am Ende, sondern schon während der Technikentwicklung. MEESTAR kann und soll mehrmals während eines Technikprojektes eingesetzt werden (&#8220;iterativ&#8221;), und kann übrigens auch in <em>technikfernen</em> Situationen, in denen moralische Konflikte vorliegen, sehr gute Dienste leisten.</p>
<p>MEESTAR wurde als Instrument der angewandten Ethik für konkrete Technikeinsätze in der Praxis entwickelt, nicht zur allgemeinen Reflexion moralischer Aspekte von Technologien. Entstanden ist die Evaluations-Methode im Rahmen eines Technikprojektes in der Pflege. Sie wird zwischenzeitlich öfters bei öffentlichen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben eingesetzt.</p>
<p>MEESTAR funktioniert wie folgt:</p>
<p>Für die Bewertung der Technik braucht man<strong> moralische Dimensionen</strong> wie: Selbstbestimmung, Sicherheit, Gerechtigkeit, Privatheit usw.  Diese Dimensionen sind nicht fest vorgegeben. Man erhält sie durch</p>
<ol>
<li>eine Literaturrecherche in Bezug auf die konkrete Technologie und ihre möglichen Folgen</li>
<li>Action Sheets: hier setzen sich die Beteiligten mit den Anwendungsszenarien der einzusetzenden Technik im Detail auseinander. Welche Gefahren und Probleme könnten auftreten? Alternativ kann auch ein <a href="https://www.ethicscanvas.org/index.html" target="_blank" rel="noopener">Ethics Canvas</a> genutzt werden. Dazu mehr im nächsten Blogartikel.</li>
</ol>
<p>Betrachtet werden die moralischen Dimensionen aus <strong>drei Perspektiven</strong>: der individuellen, organisationalen und gesellschaftlichen. Je nach Perspektive werden manche moralische Dimensionen  ganz unterschiedlich bewertet. Weber führt das Beispiel der &#8220;Privatheit&#8221; an: während Nutzer darunter z.B. eine Wohnung ohne Beobachtungstechnologie verstehen, können kommerzielle Dienstleister Privatheit mit Sensoren in Smart Homes in Einklang bringen, sofern deren Einsatz den Vorgaben der DSGVO entspricht. Hier muss man einen Kompromiss unter den Beteiligten finden.</p>
<p>Zur ethischen Risikoabschätzung dienen dann die folgenden <strong>vier Stufen</strong> (siehe Weber 2019, S. 434):</p>
<ul>
<li>Stufe 1: Anwendung ist aus ethischer Sicht völlig unbedenklich</li>
<li>Stufe 2: Anwendung weist ethische Sensibilität auf</li>
<li>Stufe 3: Anwendung ist ethisch äußerst sensibel</li>
<li>Stufe 4: Anwendung ist aus ethischer Sicht abzulehnen</li>
</ul>
<p>Wobei es auch hier um Kompromissfindung geht, denn bei einer Anwendung können Werte wie Selbstbestimmung und Privatheit berücksichtigt, aber Gerechtigkeit und Teilhabe verletzt sein. Man muss &#8211; um Stufe 1 zu erreichen &#8211; dann bei den beiden letzten Punkten nachbessern. Wenn das nicht möglich ist, dann wird auch eine Anwendung nicht klar in eine Stufe eingeordnet werden können, sondern in sich Wertekonflikte bzw. &#8211; kompromisse tragen, &#8211; so zumindest mein Eindruck.</p>
<p>Laut Weber ist ein partizipatives ethisches Evaluationsverfahren von Technik wichtig, nicht nur aus Gründen der Ethik selbst, sondern um eine hohe Gebrauchstauglichkeit bzw. usability von Technologien zu erzielen. Ihm zufolge ist aber die Bereitschaft, möglichst viele und vielfältige Stakeholder in ethische Bewertungsprozesse einzubeziehen in der Praxis &#8220;oftmals nicht gegeben&#8221; (Weber 2019, 442).</p>
<p>Sozialorganisationen, die zunehmend in ihrem Alltag mit Technik konfrontiert sind und diese im Umgang mit ihren Klienten anwenden, sollten unbedingt ein ethisches Assessment von Technologien vornehmen, um die richtige Auswahl an Tools treffen zu können. Gerade wo Anwendungen in Auftrag gegeben oder eingekauft werden, hat man die Wahl oder muss sich eine Wahlsituation schaffen. Ethische Aspekte sollten in Ausschreibungen ihren Platz finden. Einrichtungen und ihre Verbände brauchen ethische Leitlinien für den Umgang mit Technik, Daten und Algorithmen.</p>
<p>Wer noch weitere Informationen zu MEESTAR sucht, wird bei der <a href="https://www.feag-elkb.de/arbeitsfelder/forschung" target="_blank" rel="noopener">Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen</a> fündig.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ethische Bewertung von Technologien &#8211; welche Methoden gibt es? (Teil I)</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-welche-methoden-gibt-es-teil-i/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jan 2020 15:06:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[technology assessment]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Methoden gibt es, um in der Alltagspraxis Technologien aus ethischer Perspektive zu bewerten? Im letzten Beitrag wurden ethische Grundprinzipien aufgelistet, die im Umgang mit Daten und Algorithmen von Bedeutung sind: die Würde des Menschen, Selbstbestimmung, Privatheit, Sicherheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Solidarität, Nachhaltigkeit. Aber wie kann man in der Praxis das ethische Assessment von Technologien [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Methoden gibt es, um in der<em> Alltagspraxis</em> Technologien aus ethischer Perspektive zu bewerten?</p>
<p>Im <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/datennutzung-und-algorithmen-human-und-werteorientiert-gestalten/" target="_blank" rel="noopener">letzten Beitrag</a> wurden ethische Grundprinzipien aufgelistet, die im Umgang mit Daten und Algorithmen von Bedeutung sind: die Würde des Menschen, Selbstbestimmung, Privatheit, Sicherheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Solidarität, Nachhaltigkeit. Aber wie kann man in der Praxis das ethische Assessment von Technologien durchführen? Wie können Nonprofits ihre IKT-Auswahl, -Nutzung, &#8211; Evaluation in ethischer Hinsicht reflektieren oder sich im Hinblick auf Zukunftstechnologien positionieren, am besten gemeinsam mit ihren Stakeholdern?</p>
<p>Wessel Reijers hat dazu gemeinsam mit sechs Kolleg*innen 2018 einen<a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s11948-017-9961-8" target="_blank" rel="noopener"> Beitrag in Science and Engineering Ethics </a> veröffentlicht, der auf der Auswertung von 136 wissenschaftlichen Aufsätzen basiert. Diese stammen aus einem breiten Spektrum, von Medizin über IKT, Nanotechnologie, Agrarwissenschaft, bis hin zu Texten, die sich ganz allgemein mit  Technologien und ihren Folgen befassen. Die Autoren haben in diesen 136 Aufsätzen <strong>35 Methoden</strong> gefunden, mit deren Hilfe man ein ethisches Assessment von Technologien durchführen kann. Die Methoden ordnen sie drei Kategorien zu (S. 1448):</p>
<ul>
<li><strong>Ex ante</strong> (8 Methoden): diese Methoden befassen sich mit Technologien und Anwendungen, die gerade neu aufkommen bzw. sich am Horizont abzeichnen</li>
<li><strong>Intra</strong> (14 Methoden): diese Methoden konzentrieren sich auf Technologien und Anwendungen, die im Moment konkret entwickelt werden</li>
<li><strong>Ex post</strong> (13): diese Methoden befassen sich mit Technologien und Anwendungen, die schon vorliegen und in Organisationen bzw. im Alltag genutzt werden</li>
</ul>
<p>Bei den <strong>Ex ante-Methoden</strong> sind Szenario- und Foresight-Ansätze stark vertreten. Sie visualisieren Zukünfte oder verdeutlichen diese durch Geschichten. Diese Methoden richten sich in erster Linie an Experten wie Ethiker. Die Einbeziehung unterschiedlicher Stakeholder ist hier eher selten. Kritisiert wird an Ex ante-Methoden, dass eine Schau in die Zukunft spekulativ ist und Zukunftsanalysen durch unvorhergesehene Ereignisse konterkariert werden.</p>
<p>Bei den <strong>Intra-Methoden</strong>, die die Technologieentwicklung begleiten, setzt man z.B. auf &#8220;value sensitive design&#8221; und &#8220;human driven design&#8221;. Auch diese Methoden wenden sich eher an Experten (Ethiker, Forscher, Designer). Ihre Schwachstelle liegt laut Reijers u.a. darin, dass sie in den Arbeitsalltag von Forschern nur schwer zu integrieren sind und der Zusammenhang zwischen Werten und Design in theoretischer Hinsicht nicht klar ausgearbeitet ist.</p>
<p><strong>Ex post-Methoden</strong>, die sich mit vorhandenen Technologien befassen, arbeiten oft mit Checklisten oder einer ethischen Matrix, um die ethischen Fragen zu identifizieren, die von den Technologien aufgeworfen werden.  Auch diese Methoden wenden sich eher an Experten, zum Teil aber auch an größere Stakeholder-Kreise. Speziell bei einer &#8220;ethischen Matrix&#8221; wird nach den ethischen Auswirkungen einer Technologie auf unterschiedliche Gruppen gefragt. Kritisiert wird von Reijers und Kolleg*innen an Ex post-Methoden, dass Konflikte zwischen Normen (z.B. Sicherheit versus Autonomie) im Rahmen dieser Methoden nicht gelöst werden können, weil sie keine Wertehierarchie zur Verfügung stellen. Und auch die Wertkonflikte zwischen Stakeholdern finden keine Auflösung.</p>
<p>An allen Methoden kritisiert die Forschergruppe, dass sie zu wenig partizipativ seien. Die Methoden könnten die Fragen: &#8220;Wie kann man Partizipation organisieren? Wer sind die Stakeholder?&#8221; nicht beantworten, weil sie zumeist top down konzipiert sind. Deshalb plädieren die Autor*innen dafür,  auch beim ethischen Technologie-Assessment stärker auf Co-Design und &#8220;power sharing&#8221; zu setzen (S. 1459).</p>
<p>Als Fazit kann man festhalten, dass es im Moment noch nicht <em>die</em> optimale Methode gibt, um die ethische Wirkung von Technologien zu klären, seien die Technologien &#8220;Zukunftsmusik&#8221;, in der Entwicklung oder schon in der Anwendung. Dennoch wäre es wichtig, dass sich die soziale Profession, die Wohlfahrtsverbände und ihre Einrichtungen und die ganze Zivilgesellschaft, mit ethischen Fragen bezüglich neuer Technologien auseinandersetzten (siehe dazu meinen Vorschlag der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/digitale-ethik-welche-antworten-gibt-die-sozialarbeit/" target="_blank" rel="noopener">Digitalwerkstätten</a>).</p>
<p>Im nächsten Beitrag stelle ich diskursethische Methoden für die Evaluation von Technologien vor, die in der hiesigen Forschungspraxis erfolgreich erprobt wurden und vielleicht eine Alternative für Nonprofits darstellen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Folgen der Digitalisierung für die Koproduktion im Sozialsektor</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/folgen-der-digitalisierung-fuer-die-koproduktion-im-sozialsektor/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2018 10:02:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialsektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: „The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018), wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen. In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: <a href="http://technologygovernance.eu/files/main//2017090403424444.pdf" target="_blank" rel="noopener">„The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018)</a>, wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die aktive Beteiligung von Klienten bzw. Nutzern sozialer Dienste können letztere nicht wirklich erfolgreich erbracht werden. Über die Koproduktion im Sozialbereich sind hier im Blog schon einige Artikel veröffentlicht worden, &#8211; wer sich näher informieren möchte recherchiert einfach unter dem Schlagwort <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tag/koproduktion/" target="_blank" rel="noopener">„Koproduktion“</a>.</p>
<p>Veiko Lember geht in seinem Aufsatz davon aus, dass durch die zunehmende Digitalisierung unserer Lebenswelt die etablierten Koproduktionsverfahren im Bereich öffentlicher Dienstleistungen a) <em>ergänzt</em> b) <em>ersetzt</em> oder c) <em>verändert</em> werden. Im Sozialbereich ist also mit folgendem zu rechnen:</p>
<ol>
<li><em>Ergänzung der Koproduktion:</em><br />
Die Digitalisierung hilft sozialen Organisationen dabei, sich mit ihren Nutzern besser zu koordinieren und mehr Informationen bereit zu stellen (Lember 2018, 4). Über Apps wird Hilfe und Beratung geleistet, Bildtelefonie, Videos, Chaträume, Online-Lernprogramme und Online-Coaching helfen Nutzern dabei, ihre Probleme gemeinsam mit der sozialen Profession zu lösen. Nutzer/innen bringen in diese Prozesse ihr eigenes Wissen und auch ihre Daten ein (Gesundheitsdaten, Fitnessdaten, Klienten-Aufzeichnungen usw.). Die Nutzerdaten ergänzen hier die Koproduktion und ersetzen sie nicht wie im Fall einer Automatisierung, die im folgenden Punkt behandelt wird.</li>
<li><em>Ersetzung der Koproduktion:</em><br />
Wenn Klientendaten automatisiert erhoben und ausgewertet werden, wenn dadurch automatisch Dienstleistungsprozesse starten und das Verhalten oder die gesundheitliche Situation von Klienten nicht nur für den Moment analysiert, sondern auch vorausgesagt werden, dann wird die handlungsorientierte und gemeinschaftliche Koproduktion ersetzt durch Technologien (Lember 2018, 6). Dies ist heute schon der Fall im Bereich der Psychiatrie, wo Klienten mit Sensoren und Kameras überwacht werden und auch in der Pflege, wo Sensoren, Smart-Home-Technik, Telemonitoring und Telecare Klienten überwachen und Hilfseinsätze automatisiert ausgelöst werden. Algorithmen helfen bei der Auswertung von Klientendaten und ermöglichen das Vorhersehen von Krisensituationen. In diesem Setting spielt der Nutzer eine komplett <em>passive</em> Rolle .Die Koproduktion kann jedoch auch ersetzt werden durch eine <em>aktive</em> Rolle des Nutzers (Lember 2018, 7). Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verabschieden sich von öffentlichen oder gemeinnützigen Dienstleistern und entscheiden sich für die Selbstorganisation. Gemeinsam mit anderen gründen sie Pflege-WGs, Kindertagesstätten, gemeinschaftliches Wohnen für Menschen mit Behinderungen, Hilfsdienste und Nachbarschaftsinitiativen. Die digitalen Technologien und Plattformen helfen Bürgern bei der Selbstorganisation und ersetzen so die traditionellen Koproduktionsprozesse.</li>
<li><em>Veränderung der Koproduktion:</em><br />
Laut Lember (2018, 4) entstehen durch die digitalen Technologien ganz neue Settings in der Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Organisationen. Dazu zählen u.a.  das crowdsourcing (Bürgerwissen oder Spenden werden für soziale Organisationen über digitale Plattformen gesammelt), Hackathons (Bürger entwickeln für die Sozialwirtschaft neue digitale Tools) und gamification (über Online-Spiele und Wettbewerbe mit Rankings wird das Nutzerverhalten beeinflusst).</li>
</ol>
<p>Lember kritisiert, dass die im Koproduktionsprozess eingesetzten Technologien zumeist nicht von Bürgern, sondern den Organisationen ausgewählt werden &#8211; auch im Sozialbereich. Es sind damit die Organisationen, die bestimmen, was? wie? erhoben und angeboten wird. Die eingesetzten Technologien sind zumeist im Besitz von privaten Unternehmen. Hier sammeln sich Macht und Intransparenz.</p>
<p>Viele der digitalen Angebote gehen am Bedarf der Nutzer/innen vorbei, weil diese kein Mitspracherecht haben und auch soziale Organisationen können ihr Wissen gegenüber den Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, die viele der digitalen Angebote entwickeln, zumeist nicht durchsetzen. Dies zeigt sich deutlich in der Pflege, siehe die Studie <a href="https://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/projekte/BMG_ePflege_Abschlussbericht_final.pdf" target="_blank" rel="noopener">ePflege</a> aus dem Jahr 2017. Auch die Exklusion von Nutzern spricht Veiko Lember an (2018, 9), &#8211; Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien haben und an der digitalen Koproduktion deshalb nicht mitwirken können.</p>
<p>Soll die Koproduktion mit Hilfe digitaler Technologien auf Akzeptanz stoßen, müssen die Nutzer/innen <em>Mitsprachemöglichkeiten</em> haben, wenn es um die Auswahl und Ausgestaltung der Technologien geht. Dass im Alltag sehr häufig top down-Technologien eingesetzt werden, zeigt auch der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/smart-city-smarte-partizipation/" target="_blank" rel="noopener">letzte Blogbeitrag</a> über Cardullo/Kitchins Studie zum Thema Partizipation in der Smart City (2017).</p>
<p><em>Digitale Teilhabe</em> muss auch in der Sozialwirtschaft ein wichtiges Thema werden. Bastian Pelka schildert in seinem Aufsatz für den Sammelband von <a href="http://nomos-shop.de/Kreidenweis-Digitaler-Wandel-Sozialwirtschaft/productview.aspx?product=30116" target="_blank" rel="noopener">Kreidenweis (2018): &#8220;Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft&#8221;</a> einige Partizipationsprojekte (<a href="http://piksl.net/" target="_blank" rel="noopener">PIKSL</a>, MakerSpaces, FabLabs). Aber die digitale Teilhabe muss auch im Verhältnis Sozialorganisation und Nutzer/innen etabliert werden, nicht nur im Hinblick auf die Stellung des einzelnen in der digitalen Gesellschaft.</p>
<p><strong>Literatur:</strong><br />
Lember, Veiko (2018): The role of new technologies in co-production, in: Brandsen, T./Steen, T. /Verschuere, B. (Hrsg): Co-production and co-creation: engaging citizens in public service delivery. Routledge, im Erscheinen.</p>
<p>Pelka, Bastian (2018): Digitale Teilhabe: Aufgaben der Verbände und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, in: Kreidenweis, Helmut (Hrsg): Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft, Baden-Baden: Nomos</p>
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		<title>Smart City &#8211; Smarte Partizipation?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 May 2018 08:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Städte wollen sich zu einer &#8220;Smart City&#8221; weiterentwickeln, in der die städtische Infrastruktur, Einrichtungen und Dienste, Dinge und Menschen mit IuK-Technologien ausgerüstet und untereinander vernetzt sind. Ziel ist eine intelligente und nachhaltige Steuerung der Versorgungsströme in der Stadt: Energie, Wasser, Transport, die Versorgung der Bürger in den Quartieren, &#8211; alles soll so ressourcenschonend [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Städte wollen sich zu einer &#8220;Smart City&#8221; weiterentwickeln, in der die städtische Infrastruktur, Einrichtungen und Dienste, Dinge und Menschen mit IuK-Technologien ausgerüstet und untereinander vernetzt sind. Ziel ist eine intelligente und nachhaltige Steuerung der Versorgungsströme in der Stadt: Energie, Wasser, Transport, die Versorgung der Bürger in den Quartieren, &#8211; alles soll so ressourcenschonend wie möglich und optimal aufeinander abgestimmt erfolgen. Durch die Weiterentwicklung zu einer Smart City wollen sich die Kommunen auch im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf der Städte untereinander behaupten.</p>
<p>Smart City-Konzepte beziehen diverse Dimensionen einer Stadt in die Digitalisierung ein. Sie zielen auf: Smart Governance, Smart Citizens, Smart Education, Smart Living, Smart Mobility, Smart Environment und Smart Economy (Meier/Zimmermann, 2016).  Initiiert wurden Smart City-Konzepte von IT-Unternehmen, Universitäten, Regional- und Kommunalverwaltungen und der Politik. Die Entwicklung hin zu einer Smart City gilt als rational, wirtschaftlich und als gut für die Bevölkerung. Es handelt sich um Konzepte, die den Fokus auf Technologien legen und damit eher entpolitisiert sind. Zumeist sind sie deterministisch angelegt, d.h. ihnen zufolge wird die Smarte Stadt kommen, &#8211; sie ist sozusagen &#8220;unausweichlich&#8221; ( <a href="http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0042098017747857" target="_blank" rel="noopener">Valdez/Cook/Potter 2018</a>). Als  &#8220;Top Performer&#8221; unter den europäischen Städten gelten Amsterdam, Barcelona, Kopenhagen, Helsinki, Manchester und Wien.</p>
<p>Smart City-Konzepte haben massive Auswirkungen auf die lokale Zivilgesellschaft. Deren Rolle wird wie folgt beschrieben: &#8220;Die Smart City bringt eine besondere Form der Zivilgesellschaft hervor: Bürgerinnen und Bürger sind sozial vernetzt und überzeugt, dass sie ihr Leben durch technische Innovationen besser gestalten können&#8221;(Meier/Zimmermann 2016, 5). Während zu Beginn der Smart City-Debatte Bürgerinnen und Bürger keine besondere Rolle spielten, wird zwischenzeitlich großen Wert auf die Partizipation der Bürgerschaft gelegt, auf deren Mitwirkung an der Co-Creation und Coproduction von Smart City-Produkten und -Diensten.</p>
<p>Wie sehen Partizipations-Projekte in der  Smart City aus? Wie sehr können Bürgerinnen und Bürger teilhaben? Hierzu gibt es nur sehr wenig Literatur. Eine inspirierende Analyse liefern <a href="https://osf.io/preprints/socarxiv/v24jn" target="_blank" rel="noopener">Cardullo/Kitchin (2017): &#8221; Being a &#8216;citizen&#8217; in the smart city: Up and down the scaffold of smart citizen participation&#8221;</a>. Die Studie untersucht anhand von Smart City-Initiativen in Dublin, wie die lokale Bürgerschaft einbezogen wird.</p>
<p>Die Autoren benutzen als Analyse-Instrument die &#8220;ladder of citizen participation in planning&#8221; von Arnstein (1969), die auf den drei Stufen</p>
<ul>
<li>Nicht-Partizipation</li>
<li>Schein-Beteiligung</li>
<li>echte Partizipation mit Bürgermacht und -kontrolle</li>
</ul>
<p>basiert. Cardullo/Kitchin erweitern dieses Raster jedoch erheblich: sie fügen eine neue Stufe ein (&#8220;Consumerism&#8221;), bestimmen mögliche Rollen eines Bürgers in der Smart City (Datenpunkt, Nutzer, Produkt, Konsument, Bewohner,  Vorschlagender, Co-Creator usw.). Sie listen auf, wie Bürger eingebunden werden können (als Feedbackgeber, als Konsument oder nur als Subjekt, das gesteuert und kontrolliert wird). Die Autoren beschreiben den politischen Rahmen von Smart City-Diskursen und deren Richtung (top down oder bottom up), wie bspw: Paternalismus, Neoliberalismus, Bürgerschaftliches Engagement, Deliberative Demokratie usw. Und schließlich ordnen sie den unterschiedlichen Stufen rund 20 praktische Smart City-Initiativen in Dublin zu.</p>
<p>Das Fazit von Cardullo und Kitchin: es dominieren in der Praxis top down-Beteiligungsverfahren, bei denen die Rolle des Bürgers die eines Konsumenten ist, der aus unterschiedlichen smarten Angeboten auswählt oder in einem smarten Haus / Viertel lebt. Ferner sind Bürger selbst &#8220;Produkte&#8221;, indem sie durch die Nutzung smarter Angebote Daten generieren, bewusst oder unbewusst bzw. automatisiert. Es gibt den Autoren zufolge nur wenig Beispiele, wo Bürger auf Augenhöhe mit den Smart City-Verantwortlichen agieren oder wo Bürger selbst Initiativen zum Thema gründen.</p>
<p>Generell verfolgen Beteiligungsprojekte in der Smart City eher instrumentelle Ziele (Feedback zu bestimmten Plänen einholen, Programmierung einer App usw.).<br />
Es fehlt ein begleitender Diskurs zum Thema Bürgerrechte und über Alternativen zur Smart City.</p>
<p>Literatur, wenn nicht verlinkt:</p>
<p>Meier/Zimmermann (2016): Digitales Entwicklungsmodell smarter Städte, in: Meier/Portmann (Hrsg.): Smart City, Wiesbaden: Springer.</p>
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		<title>Soziale Innovationen in Nonprofits und die Rolle der Freiwilligen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/soziale-innovationen-in-nonprofits-und-die-rolle-der-freiwilligen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 10:18:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
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		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz, über das DRK-Innovationslabor und denkt über Modelle sozialer Innovation nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere Innovationsorte brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/03/04/soziale-innovation-digitalisierung-beim-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz</a>, über das <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/10/22/barcamp-pecha-kucha-und-noch-viel-mehr-neue-formate-im-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DRK-Innovationslabor</a> und denkt über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/11/01/soziale-innovation-und-die-rolle-der-produktiven-avantgarde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Modelle sozialer Innovation</a> nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere <a href="https://ideequadrat.org/innovation_labs_sozialwirtschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innovationsorte </a>brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen bloggt über die Idee eines <a href="https://zeitzuteilen.blog/2017/07/25/zwischen-vision-und-wirklichkeit-innovationslabore/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">InnovationsLabors</a>.</p>
<p>&#8220;Soziale Innovationen&#8221; &#8211; was versteht man darunter? Man bezeichnet damit neue Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen, wobei die Innovationen auf Produkte und Dienste, Prozesse oder Strukturen zielen können.</p>
<p>In den obigen Beiträgen, aber auch anderswo und selbst in der Forschung, konzentriert sich das Nachdenken über soziale Innovationen zumeist auf die Nonprofit-Organisation und ihre Beschäftigten. Zu wenig diskutiert wird die Frage, welche Rolle die <em>freiwillig Engagierten</em> für Innovationsprozesse im Dritten Sektor spielen, obwohl die &#8220;Freiwilligenarbeit als <em>das</em> konstitutive Wesensmerkmal der sozialen Dienste&#8221; angesehen wird (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Gerade vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wo sind die Konzepte zum Thema &#8220;soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft&#8221;, die den Potenzialen der Freiwilligen in Nonprofit-Organisationen Rechnung tragen?</p>
<p>Schon 2013 untersuchte eine Studie des <a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSI </a>der Universität Heidelberg<a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a> <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/2013_12_17_Soziale_Innovationen_Spitzenverbaenden_FWp.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Soziale Innovationen in den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege&#8221;</a>, aus der das obige Zitat stammt.  Im Auftrag  der <a href="http://www.bagfw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege</a> wurde in Experteninterviews auch nach der Rolle des Ehrenamts bei sozialen Innovationen in den Wohlfahrtsverbänden gefragt. Die Antworten waren zwiespältig: einige sahen im Bereich der Freiwilligen keine Innovationspotenziale, da diese vor allem im Kontext &#8220;einfacher, operativer Aufgaben&#8221; eingesetzt würden (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Andere erkannten bei Freiwilligen die Fähigkeit, neuartige Impulse einzubringen, aber nur dann, wenn man ihnen auch Gestaltungsmöglichkeiten gibt und sie nicht , wie es noch oft geschieht, als &#8220;preiswerte Dienstleistungsunterstützung&#8221; einsetzt (ebd., 36). Von den Interviewten wurde vorgebracht, dass Freiwillige zwar gute Ideen haben können, ihnen aber die Expertise zu deren Umsetzung fehlt, so dass bei der Entwicklung und Implementation der sozialen Innovation das professionelle Know-how notwendig wird (ebd., 53).</p>
<p>Insgesamt ist das Thema, welche Rolle Freiwillige für soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft spielen, in der Forschung viel zu wenig präsent. Ein aktueller Aufsatz vom Oktober will hier Licht ins Dunkel bringen: <a href="http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0899764017734651" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Beyond Service Production: Volunteering for Social Innovation&#8221;</a> (open access) von de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017). Der Aufsatz geht aus einem von der EU geförderten Forschungsprojekt hervor (&#8220;<a href="http://itssoin.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ITSSOIN</a>&#8220;) , das den Impact des Dritten Sektors im Bereich sozialer Innovationen untersucht und zwar in neun Ländern. Interessierte am Thema finden in der <a href="http://itssoin.eu/publications" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publikationsliste des Projekts</a> viel Material.</p>
<p>Die Forschungsfrage, die sich de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017) stellten und im Rahmen von 26 Interviews mit Freiwilligenmanagern und Freiwilligen aus Nonprofit-Organisationen in acht europäischen Ländern untersuchten, lautete:  Welche Faktoren in Nonprofit-Organisationen fördern und welche behindern den Beitrag Freiwilliger an sozialen Innovationen?</p>
<p>Durch ihre operative Arbeit, durch ihre persönlichen Netzwerke und Kontakte zu den Zielgruppen und in das Gemeinwesen hinein, bekommen Freiwillige viel Feedback von der Basis, oft mehr als die professionellen Mitarbeiter/innen selbst.  Als &#8220;Augen und Ohren&#8221; der Organisation, wie die Wissenschaftler die Rolle der Freiwilligen bezeichnen, bringen sie Verbesserungsvorschläge ein. Ihre Kreativität wird gefördert, wenn sie Handlungsspielräume besitzen, d.h. wenn Organisationen nicht zentralisiert und hierarchisch sind.  Wichtig sei ein &#8220;sense of ownership&#8221; seitens der Freiwilligen (de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 10), d.h. sie müssen sich mit der Organisation identifizieren und das Gefühl haben, dass man ihre  Beiträge wertschätzt. Eine innerverbandliche Plattform kann Innovationen dann sammeln und weiterverbreiten, um den Transfer ehrenamtlich initiierter Projekte zu ermöglichen.</p>
<p>Eingeschränkt wird den Wissenschaftlern zufolge das Innovationspotenzial von Freiwilligen u.a. wenn</p>
<p>a) die Profession Vorschläge ablehnt, weil sie nicht zum Profil der Organisation passen. Eine Lösung könnte hier sein, ein Projekt zwar nicht hausintern zu implementieren, aber als Ausgründung zu unterstützen (&#8220;supported by&#8230;&#8221;)(de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 12). Die Förderung von Ausgründungen scheint aber bei den hiesigen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege keine strategische Option zu sein, wie die oben erwähnte CSI-Studie zeigt (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 55). Eine Haltung, über die man m. E. verbandsintern nochmals nachdenken müsste.  Geförderte Ausgründungen wären eine Form der Förderung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten, die viele Wohlfahrtsverbände für sich als Ziel definiert haben.</p>
<p>b) keine Ressourcen (Räume, Budgets, Materialien) für die Ideen von Freiwilligen bereitgestellt werden. Hier wird das Machtungleichgewicht zwischen Freiwilligen und Professionellen deutlich spürbar, &#8211; letztere kontrollieren die Ressourcen der Nonprofit-Organisation.  Da jedoch auch die Profession sehr häufig von den Ideen Freiwilliger profitiert, d.h. sie diese aufgreift und weiterentwickelt (siehe de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 15), müsste man hier m. E.  stärker nach Win-Win-Modellen suchen, die beide Seiten Nutzen bringen.</p>
<p>Um dem Innovationspotenzial Freiwilliger Rechnung zu tragen, dürften einige Aufgaben auf das Freiwilligenmanagement in Nonprofit-Organisationen zukommen, &#8211; aber nicht nur auf das Freiwilligenmanagement, denn das Thema &#8220;soziale Innovation&#8221; betrifft alle Bereiche und Stakeholder in der Sozialwirtschaft und muss mit anderen Themen (wie Digitalisierung, Diversity, demographischer Wandel, interorganisationale Netzwerke, Partizipation usw.) systematisch verknüpft werden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Qualitätskriterien für &#8220;gutes Engagement&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Aug 2017 14:20:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerengagement]]></category>
		<category><![CDATA[Förderung]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Arbeitskreis &#8220;Bürgergesellschaft und Demokratie&#8221;  der Friedrich-Ebert-Stiftung hat im Juni 2017 unter dem Titel &#8220;Gutes Engagement&#8221; ein Impulspapier vorgelegt, das die Qualitätsmerkmale &#8220;guten Bürgerengagements&#8221; für eine  demokratische Zivilgesellschaft definiert. Dahinter steht die Erkenntnis, dass nicht &#8220;jede freiwillige Tätigkeit (&#8230;) die Zivilgesellschaft, den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie &#8221; stärkt, sondern es auch unziviles, antidemokratisches Bürgerengagement [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Arbeitskreis <a href="http://www.fes.de/buergergesellschaft/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Bürgergesellschaft und Demokratie&#8221;</a>  der Friedrich-Ebert-Stiftung hat im Juni 2017 unter dem Titel &#8220;Gutes Engagement&#8221; ein <a href="http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=13496&amp;ty=pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impulspapier </a>vorgelegt, das die Qualitätsmerkmale &#8220;guten Bürgerengagements&#8221; für eine  demokratische Zivilgesellschaft definiert. Dahinter steht die Erkenntnis, dass nicht &#8220;jede freiwillige Tätigkeit (&#8230;) die Zivilgesellschaft, den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie &#8221; stärkt, sondern es auch unziviles, antidemokratisches Bürgerengagement gibt: &#8220;Fremdenfeindliche und rechtspopulistische Mobilisierungen „besorgter Bürger_innen“ zwingen zur demokratisch-normativen Positionsbestimmung. Wir halten es für unabdingbar, zwischen gutem, zivilem, demokratischem Engagement auf der einen Seite und unzivilem, antidemokratischem Engagement auf der anderen, der dunklen Seite der Zivilgesellschaft, zu unterscheiden.&#8221; (Impulspapier, S. 4).  Und diese Unterscheidung sollte den Autoren des Papiers zufolge berücksichtigt werden, wenn es darum geht, Engagement zu fördern oder nicht zu fördern.</p>
<p>Der Staat und gemeinnützige Organisationen sollten also steuernd eingreifen und nicht jedes Engagement unterstützen, sondern nur das &#8220;gute&#8221;, das die Demokratie stärkt. Wobei es hier &#8220;nicht um einen Tugendkatalog oder gar um Vorschriften für Engagierte&#8221; gehen soll (S. 5),  d.h. die Pluralität des Engagements wird nicht angetastet, sondern es geht eher um das Recht der fördernden Institutionen, festzulegen &#8220;Welches Engagement wollen wir?&#8221; , &#8220;Was ist gutes Engagement?&#8221;. Das Impulspapier will die Komponenten des &#8220;guten Engagements&#8221; definieren, wobei es meines Erachtens besser gewesen wäre, das Papier &#8220;demokratisches Engagement&#8221; zu nennen, um den Tugend-Beigeschmack des Titels  zu vermeiden und den eigenen programmatischen Standpunkt deutlich sichtbar zu machen.</p>
<p>Was gehört dem <a href="http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=13496&amp;ty=pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impulspapier </a>zufolge zu einem <strong>&#8220;guten Engagement&#8221;</strong> und was folgt daraus für die Politik? Zusammengefasst ist gutes Engagement</p>
<ul>
<li><strong>zivil</strong>: Vielfalt wird akzeptiert, Toleranz geübt und Konflikte werden friedlich ausgetragen. Zivilität sollte eingeübt und gelernt werden. Dazu sind Fortbildungsprogramme für Professionelle notwendig <em>(und für Ehrenamtliche? &#8211; dazu sagt das Papier nichts)</em>. Die öffentlich finanzierten Engagementberichte sollten zukünftig zwischen zivilem und unzivilem Engagement klar unterscheiden.</li>
<li><strong>partizipativ: </strong>Die Mitgestaltungschancen von Engagierten sollten sich verbessern, indem die öffentliche Förderung des Engagements und die Förderung gemeinnütziger Organisationen an das Vorhandensein von Mitwirkungsrechten Engagierter gekoppelt werden. Um die Zivilgesellschaft in ihrer demokratischen Substanz zu stärken, sollten das Vereinsrecht, das Gemeinnützigkeits- und Stiftungsrecht verändert werden. Auch die Mitsprache der Klienten sozialer Einrichtungen ist zu sichern. Durch &#8220;kommunale Bildungslandschaften&#8221; soll die aktive Bürgerschaft gefördert werden, denn Engagement muss man erlernen und einüben. Es ist zumeist nicht naturgegeben vorhanden. <strong><br />
</strong></li>
<li><strong>inklusiv: </strong>Alle sollten sich engagieren können, auch Menschen mit Behinderungen, Erwerbslose, Arme, Benachteiligte, Zugewanderte. Deshalb sollte die Inklusion gestärkt und als Kriterium in Förderprogramme aufgenommen werden. Durch eine &#8220;aufsuchende Engagementförderung&#8221; unterstützt man engagementferne Gruppen. Die Selbstorganisation von Menschen &#8220;am Rand&#8221; ist zu stärken. Ebenso ihre materielle Absicherung im Rahmen sozialer Bürgerrechte.<strong><br />
</strong></li>
<li>Gutes Engagement wird <strong>anerkannt</strong>, <strong>gefördert </strong>und <strong>lernt</strong>: Engagierte brauchen Mitmach- und Fortbildungsmöglichkeiten in allen gesellschaftlichen Bereichen und das Hauptamt muss den Umgang mit Freiwilligen noch besser lernen. Finanzielle Töpfe sollten die Förderung kleiner, sozialräumlicher Projekte unterstützen. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie <em>und</em> Ehrenamt ist stärker in den Blick zu nehmen. <strong><br />
</strong></li>
<li>Gutes Engagement ist<strong> eigensinnig</strong> und gelegentlich <strong>unbequem: </strong>Politische Beteiligung gehört zum Bürgerengagement dazu. Das Gemeinnützigkeitsrecht sollte so reformiert werden, dass der demokratischen Funktion des Bürgerengagements Rechnung getragen wird und politisches Engagement kein K.-o. -Kriterium ist, wenn es um die Verleihung der Gemeinnützigkeit geht.<strong><br />
</strong></li>
</ul>
<p>Da sich die Autoren des Impulspapiers auf das Verhältnis Staat &#8211; Bürgerengagement konzentrieren, gerät aus ihrem Blick, dass Bürgerengagement, das auf Beteiligung zielt, auch die lokale Wirtschaft verändern kann. Genossenschaften und Sozialunternehmen können aus Bürgerengagement und Bürgerprojekten hervorgehen. Deshalb sollte man dringend Schnittstellen zwischen Freiwilligenagenturen und der Startup-Förderung aufbauen. Hinzufügen müsste man auch, dass &#8220;gutes Engagement&#8221; Netzwerke aufbaut, um gemeinschaftlich und kooperativ Ziele umzusetzen, die einer alleine nicht umsetzen kann.</p>
<p>Überhaupt müsste man diesem ersten Impulspapier ein zweites folgen lassen, das die Kriterien des demokratischen Engagements aus zivilgesellschaftlicher Perspektive behandelt und fragt &#8220;Was folgt daraus für unser Engagement?&#8221;. Aber ein solches Papier müsste aus regionalen Engagement-Netzwerken kommen und kann nicht top-down erstellt werden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vom Internet zum &#8220;Alternet&#8221; &#8211; Entwicklungen jenseits der großen Plattformen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/vom-internet-zum-alternet-entwicklungen-jenseits-der-grossen-plattformen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 May 2017 10:11:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Genossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kann man als Bürger/in, als zivilgesellschaftliche Gruppe, als gemeinnützige Organisation und Wohlfahrtsverband den Algorithmen proprietärer Plattformen entkommen? Diese Frage stellt Caritas digital im Rahmen der 30. Nonprofit-Blogparade zum Thema &#8220;Nonprofits im Social Web: Wen erreichen wir noch und zu welchem Preis?&#8221;. Algorithmen bestimmen in einem komplexen Zusammenspiel mit ihrem technischen und sozialen Umfeld unsere [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann man als Bürger/in, als zivilgesellschaftliche Gruppe, als gemeinnützige Organisation und Wohlfahrtsverband den Algorithmen proprietärer Plattformen entkommen? Diese Frage stellt <a href="http://www.caritas-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Caritas digital</a> im Rahmen der 30. <a href="https://npoblogparade.wordpress.com/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nonprofit-Blogparade</a> zum Thema <a href="http://www.caritas-digital.de/blogparade/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Nonprofits im Social Web: Wen erreichen wir noch und zu welchem Preis?&#8221;</a>.</p>
<p>Algorithmen bestimmen in einem komplexen Zusammenspiel mit ihrem technischen und sozialen Umfeld unsere Suchergebnisse bei Google, unseren Facebook Newsfeed und die Vorschläge, wem wir auf Twitter folgen sollten. Michelle Willson zeigt in ihrem Aufsatz <a href="http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/1369118X.2016.1200645" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Algorithms (and the) everyday&#8221;</a> (2017, in: Information, Communication &amp; Society) auf, wie Nutzer immer mehr Praktiken des Alltags an intransparente Algorithmen delegieren, die folglich immer mehr Einfluss auf unser Leben, unsere Wahrnehmung und unser soziales und politisches Umfeld erhalten. Auch Nonprofits sind in dieser Filterblase, die Algorithmen produzieren, gefangen und haben Schwierigkeiten, auf den kommerziellen Plattformen mit ihren Inhalten durchzudringen. Speziell  vor Facebook &#8220;ist jeder gleich&#8221;, wie Martin Herceg in seinem <a href="http://www.caritas-digital.de/nonprofitsfacebook/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogbeitrag </a>schreibt, und wenn Gemeinnützige mit ihren Inhalten über ihre Filterblase hinaus wollen, müssen sie dafür bezahlen.</p>
<p>Social Media-Manager von Nonprofit-Organisationen stehen Herceg zufolge täglich vor einem Dilemma: einerseits ist man dem Gemeinwohl bzw. christlichen Grundsätzen verpflichtet, andererseits unterstützt man Plattformen  inhaltlich und finanziell, die keine Steuern zahlen, Filterblasen produzieren, Nutzer entmachten, Daten abgreifen, das Netz zentralisieren und monopolisieren und einen digitalen Kapitalismus vorantreiben. Gibt es Alternativen zu dieser Dominanz kommerzieller Plattformen bzw. der &#8220;platform society&#8221; (van Dijck)?</p>
<p>Die Forscherin van Dijck rät, realistisch zu bleiben: &#8220;You can&#8217;t stop the growth of platforms&#8221; (in : <a href="https://www.hiig.de/encore/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">encore </a>2016, S. 95). Aber sie sieht die Notwendigkeit, dass Bürger auf die <em>demokratische Steuerung von Plattformen</em> drängen. Und hier kommt die Rolle von Nonprofits und der großen Wohlfahrtsverbände ins Spiel. Auch letztere haben sich wie viele andere in den vergangenen Jahren hauptsächlich nur als Nutzer der großen Plattformen und nicht als aktiver Mitgestalter von Netzstrukturen gesehen. Netzpolitische Aktivitäten und online-Projekte abseits des Mainstreams waren nicht wirklich sichtbar. Ein großer Fehler, &#8211; meines Erachtens sogar ein Politikversagen der großen Wohlfahrtsverbände, die sich eben immer mehr auf ihre Rolle als soziale Dienstleister und als Marketeers in eigener Sache zurückziehen.  Hier sollte ein Umdenken in den Verbänden einsetzen, um ihrer demokratischen Verantwortung in einer digitalen Gesellschaft gerecht zu werden.</p>
<p>Dazu gehört auch, dass man alternative digitale Projekte abseits des Mainstreams stärker unterstützt, man Kooperationen sucht und lokale Gruppen gründet, die die Möglichkeiten alternativer Vernetzung, Tools und Plattform-Modelle im Sinne eines &#8220;Alternets&#8221;  ausloten. Dies könnte gerade auf der lokalen Ebene ein interessantes Format sein, weil es die Beteiligung am und das gemeinsame Lernen im digitalen Raum fördert, &#8211; Bereiche, in denen Nonprofits noch Nachholbedarf haben, wie <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/04/29/warum-onliner-in-nonprofits-nicht-fur-das-marketing-zustandig-sind-und-was-sie-eigentlich-tun-sollten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hannes Jähnert </a>und <a href="https://ideequadrat.org/9-thesen-fuer-organisationale-digitalkompetenz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hendrik Epe</a> in ihren Beiträgen zur NPO-Blogparade herausarbeiten.</p>
<p>An welche Entwicklungen und Bewegungen könnten die Verbände hier andocken?</p>
<p>An <strong>genossenschaftlich verfasste Plattformen</strong>, bei denen die Webseite / die App den Mitarbeitern und Nutzern gehört und für die eine demokratische Steuerung (one man &#8211; one vote) das Ideal ist. Was unter einer <strong>&#8220;platform co-op&#8221;</strong> verstanden wird, ist in einem <a href="http://www.shareable.net/blog/a-shareable-explainer-what-is-a-platform-co-op" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel auf Shareable</a> gut erklärt, hier finden Interessierte auch weitere Literatur-Links und Beispiele wie <a href="https://www.fairmondo.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fairmondo</a> (ein genossenschaftlich betriebener Online-Marktplatz), <a href="https://resonate.is/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">resonate</a> (genossenschaftlicher Musik-Streamingdienst) und  <a href="https://www.stocksy.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stocksy </a>(eine Foto-Plattform, die in der Hand der Künstler ist). Es gibt eine Bewegung, die in genossenschaftlich verfassten Plattformen, die sich untereinander vernetzen, die Zukunft des Internets sieht (<a href="http://platformcoop.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8220;platform cooperativism&#8221;</strong></a>) und auf diese Weise auch dem traditionellen genossenschaftlichen Gedanken den Weg ins digitale Zeitalter weisen will (&#8220;Geno 2.0&#8221;). Meines Erachtens liegt in diesem Genossenschaftsgedanken, der auf digitale Dienste bezogen ist, ein riesiges Potenzial für Nonprofits, die sich überlegen sollten, welche lokalen Angebote man in diese innovative Form bringen könnte.</p>
<p>Auf <strong>lokaler</strong> Ebene, wo sich die Kommunikation häufig im Rahmen von Nachbarschaften, kleinen Gruppen und unterschiedlichen öffentlichen Räumen bewegt, können kleine selbstgemachte und kabellose <a href="http://diynetworking.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8220;DIY-Netzwerke&#8221;</strong></a> abseits des Internets bzw. &#8220;off-the-cloud&#8221; eine Chance bieten, jenseits der kommerziellen Plattformen zu interagieren, auf der Basis von Tools, die in einem gemeinsamen Lernprozess zusammen erstellt wurden. Durch die Verbindung dieser &#8220;off-the-cloud&#8221; Netzwerke untereinander entstehen alternative Netze. Panayotis Antoniadis von <a href="http://nethood.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nethood.org </a>zeigt die Potenziale von DIY-Netzwerken in einem  <a href="http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/7123" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufsatz</a> , in:  First Monday vom 05.12.2016, auf &#8211; das <a href="http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/issue/view/493/showToc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ganze Heft </a>kreist um das Thema &#8220;Re-Dezentralisierung des Internets&#8221;. Auch &#8220;vermaschte Netzwerke&#8221; mit vielen untereinander vernetzten Knoten, wie sie <a href="https://freifunk.net/worum-geht-es/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freifunk.net</a> lokal aufbaut, sind hier ein Thema, wobei es sowohl bei DIY-Netzwerken als Einzelprojekte als auch bei <em>mesh networks</em> offene Sicherheitsfragen gibt, auf die Haralanova/Light (2016) in einem <a href="http://peerproduction.net/issues/issue-9-alternative-internets/peer-reviewed-papers/enmeshed-lives/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufsatz </a>für das Journal of Peer Production hinweisen.</p>
<p>Weil technisch versierte Communities durch ihr Expertenwissen nach außen hin eher geschlossen wirken, braucht es dringend Mittler, die zwischen diesen Communities und nicht-technischen Nonprofits Verbindungen schaffen können, damit beide Seiten miteinander ins Gespräch kommen und sich örtlich Kooperationen ergeben können.</p>
<p>Man muss realistisch bleiben, was die kommerziellen Plattformen angeht, &#8211; das fordert die oben zitierte Wissenschaftlerin van Dijck. Und sich dennoch für demokratischere Plattform-Modelle politisch und praktisch stark machen. Hier könnten die Wohlfahrtsverbände noch eine größere Rolle spielen. Immerhin machen schon zwei hiesige Gewerkschaften (ver.di, IG-Metall) beim internationalen Konsortium mit, das Plattform-Genossenschaften vorantreiben möchte (<a href="http://platformcoop.net/about/consortium" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platform Cooperativism Consortium</a>).</p>
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		<title>Sozialunternehmen &#8211; Definition und Weiterentwicklung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 18:14:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialunternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Entrepreneurship]]></category>
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					<description><![CDATA[Was versteht man unter einem &#8220;Sozialunternehmen&#8221;? Eine einheitliche Definition gibt es  weder in Theorie und Praxis. Im Gegenteil: die inhaltlichen Konzepte liegen zum Teil sehr weit auseinander. In dem Aufsatz &#8220;Participatory Governance in Social Enterprise&#8221; vom August 2016 (in: Voluntas, Band 27) fassen Victor Pestoff und Lars Hulgard vom internationalen Forschungsnetzwerk EMES die öffentliche und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was versteht man unter einem &#8220;Sozialunternehmen&#8221;? Eine einheitliche Definition gibt es  weder in Theorie und Praxis. Im Gegenteil: die inhaltlichen Konzepte liegen zum Teil sehr weit auseinander.</p>
<p>In dem Aufsatz <a href="http://link.springer.com/article/10.1007/s11266-015-9662-3" target="_blank">&#8220;Participatory Governance in Social Enterprise&#8221;</a> vom August 2016 (in: Voluntas, Band 27) fassen Victor Pestoff und Lars Hulgard vom internationalen Forschungsnetzwerk <a href="http://emes.net/" target="_blank">EMES</a> die öffentliche und wissenschaftliche Debatte über den Begriff nochmals kurz zusammen. Es zeigt sich, dass es zwei konkurrierende Ansätze gibt:</p>
<p>Der eine Ansatz, der besonders in den USA verbreitet ist, rechnet jedes Unternehmen, das irgendetwas &#8220;Soziales&#8221; macht &#8211; CSR, Corporate Philanthropy usw. &#8211; dazu, der andere Ansatz hat dagegen so strikte Kriterien, dass nur sehr wenige Unternehmen als &#8220;Sozialunternehmen&#8221; qualifiziert werden können. Gerade in Europa wird auf EU-Ebene, aber auch in vielen Ländern, der Begriff des Sozialunternehmens eingeengt auf jene Unternehmen, die benachteiligte Arbeitskräfte einstellen (&#8220;WISE&#8221; &#8211; Work Integration Social Enterprises) und andere Facetten von Sozialunternehmen (genossenschaftliche, gemeinwesenbezogene) werden außer acht gelassen.</p>
<p>Auch der Begriff &#8220;Social Entrepreneurship&#8221; wird ganz unterschiedlich intensiv genutzt. In den USA versteht man darunter eine marktbasierte Herangehensweise an soziale Probleme, egal in welcher Organisationsform &#8211; gewinnorientiert oder nonprofit &#8211; egal auch in welchem Sektor &#8211; Markt, Staat oder Nonprofit. In Europa wird dagegen nicht so sehr die Rolle des Gründers und dessen soziale Mission betont, sondern die Rolle des Sozialunternehmens &#8211; d.h. der Institution, die man nicht im staatlichen oder privatwirtschaftlichen Bereich sieht, sondern eher im Dritten Sektor / der économie sociale ansiedelt. Das hat historische Gründe, die in der wohlfahrtsstaatlichen Tradition Europas liegen.</p>
<p>Pestoff/Hulgard bringen aus dem EMES-Netzwerk nun eine wichtige Dimension in die Debatte über Sozialunternehmen: nämlich den Aspekt der <em>Partizipation</em>. Gerade die europäische Erfahrung zeige, dass die <em>partizipative Steuerung von Sozialunternehmen</em> eine wichtige Rolle spiele, um das Profil dieser Organisationsform zu definieren und von anderen Formen abzugrenzen. Zu einem idealtypischen Sozialunternehmen gehöre, dass es seine Stakeholder (Mitglieder, Nutzer, Bürger) in die Entscheidungsfindung einbeziehe und hierbei demokratische Prinzipien zugrunde lege (&#8220;one man &#8211; one vote&#8221; &#8211; in Abgrenzung zum Shareholder-Gedanken, der in der Wirtschaft dominiert).  Pestoff und Hulgard visualisieren die drei Dimensionen von Sozialunternehmen (<em>wirtschaftlich</em>, <em>sozial</em>, <em>partizipativ</em>), so dass eine Kartierung von Organisationen möglich wird (Pestoff/Hulgard 2016, S. 1754):</p>
<p><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-1369" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative.jpg" alt="Pestoff-Hulgard-participative" width="426" height="210" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative.jpg 426w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative-300x148.jpg 300w" sizes="(max-width: 426px) 100vw, 426px" /></a></p>
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<p>Im Quadrant rechts oben sind Sozialgenossenschaften positioniert, links oben die traditionellen wirtschaftlichen Genossenschaften. Im Quadrant links unten soziale Unternehmen und rechts unten die traditionellen Nonprofits.</p>
<p>Warum ist Partizipation in Sozialunternehmen wichtig? Sie fördert soziale Innovationen, verhindert die Zielverschiebung in den Organisationen, schränkt die Privatisierung von Gewinnen ein und schafft eine stärkere Verbindung zwischen dem Unternehmen und der Gesellschaft. Bis heute ist die Dimension der &#8220;Partizipation&#8221; aber weder allgemein anerkannt in der Forschung über Sozialunternehmen, noch auf EU-Ebene oder in den EU- Mitgliedstaaten im Hinblick auf Sozialunternehmen etabliert und auch in der Praxis noch nicht weit verbreitet. Insofern regt der Input von Pestoff/Hulgard bzw. EMES zum Nachdenken an.</p>
<p>Wer etwas über die Situation von Sozialunternehmen in Deutschland erfahren möchte, kann sich die folgende <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/109/1810907.pdf" target="_blank">Bundestags-Drucksache</a> anschauen. Oder gleich den <a href="https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Mittelstand/praxisleitfaden-soziales-unternehmertum.html" target="_blank">Praxisleitfaden Soziales Unternehmertum</a> studieren.</p>
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		<title>Aufruf zur 29. Runde der NPO-Blogparade &#8211; Thema &#8220;Patenschaften&#8221;</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/aufruf-zur-29-runde-der-npo-blogparade-thema-patenschaften/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2017 08:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 2008 gibt es die NPO-Blogparade, die BloggerInnen zur Diskussion über ein gemeinsames Thema aus dem Nonprofit-Bereich einlädt. In der Regel wird eine #npoblogparade dann noch um einen einstündigen Chat auf Twitter ergänzt. Die NPO-Blogparade ist der Versuch, Themen aus dem zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Bereich mehr Aufmerksamkeit im Netz zu verschaffen und wurde über Jahre [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2008 gibt es die NPO-Blogparade, die BloggerInnen zur Diskussion über ein gemeinsames Thema aus dem Nonprofit-Bereich einlädt. In der Regel wird eine<br />
#npoblogparade dann noch um einen einstündigen Chat auf Twitter ergänzt.</p>
<p>Die NPO-Blogparade ist der Versuch, Themen aus dem zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Bereich mehr Aufmerksamkeit im Netz zu verschaffen und wurde über Jahre hinweg von einem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogger-netzwerk/" target="_blank">BloggerInnen-Kreis </a>vorangetrieben. 28 NPO-Blogparaden-Runden gab es schon, die <strong>29. Runde wird nun von <a href="http://www.opentransfer.de/#home" target="_blank">openTransfer.de </a>gehostet und läuft bis zum 20. März 2017. Das Thema lautet: <a href="http://www.opentransfer.de/9794/npo-blogparade-mehr-patenschaften-braucht-das-land/" target="_blank">&#8220;Mehr Patenschaften braucht das Land&#8221;</a></strong>:</p>
<p>&#8220;In vielen Städten und Gemeinden gibt es inzwischen Patenschaften Initiativen, Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros, Bürgerstiftungen, Social-Start-ups – sie alle ermöglichen Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst nicht ohne Weiteres kennenlernen würden. Tausendfach füllen Menschen abstrakte Konzepte wie „Bildungsgerechtigkeit“ oder „Integration“ mit Leben und arbeiten gegen Vorurteile und Ausgrenzung an.</p>
<p><em>Uns interessiert: Mit welchen Herausforderungen haben es die Patenschaftsprojekte zu tun? Welche Steine werden ihnen in den Weg gelegt und was funktioniert besonders gut? Wie kann man noch mehr Menschen in Deutschland für Patenschaften begeistern? Wie gelingt es, Patenschaftsprojekte groß zu machen?&#8221;.</em></p>
<p>Wer einen Beitrag zum Thema schreibt, sollte ihn mit dem <a href="http://www.opentransfer.de/9794/npo-blogparade-mehr-patenschaften-braucht-das-land/" target="_blank">Start-Artikel von openTransfer.de</a> verlinken oder gerne auch mit diesem Artikel auf Nonprofits-vernetzt.de. Wer kein eigenes Blog hat, kann sein Statement auch über die Kommentarfunktion posten oder sich per Mail an redaktion@opentransfer.de wenden.</p>
<p>Mehr Infos über die #npoblogparade findet man auf <a href="https://npoblogparade.wordpress.com">npoblogparade.wordpress.com </a>Viel Spaß beim Nachdenken und schreiben!</p>
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