<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Social Software &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
	<atom:link href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/category/social-software/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de</link>
	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
	<lastBuildDate>Tue, 30 Mar 2010 09:21:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.1.1</generator>
	<item>
		<title>NPO-Blogparade #15: Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen mit Hilfe von Social Media</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:21:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Best Practice]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[npoblogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=255</guid>

					<description><![CDATA[Wie können gemeinnützige Organisationen die kollaborativen Tools und Netzwerke des Internets nutzen, um Wissen zu generieren, zu vermitteln, zu bewahren und zu pflegen? Diese Frage möchte ich in der 15. Runde der NPO-Blogparade zur Diskussion stellen. Einen guten Einstieg in das Thema Wissensmanagement mit Social Media bietet die Studie von Christiane Schulzki-Haddouti von KoopTech über [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a> <strong> </strong></p>
<p><strong>Wie können gemeinnützige Organisationen die kollaborativen Tools und Netzwerke des Internets nutzen, um Wissen zu generieren, zu vermitteln, zu bewahren und zu pflegen?</strong></p>
<p>Diese Frage möchte ich in der 15. Runde der NPO-Blogparade zur Diskussion stellen. Einen guten Einstieg in das Thema Wissensmanagement mit Social Media bietet die Studie von Christiane Schulzki-Haddouti von <a href="http://blog.kooptech.de/">KoopTech</a> über <a href="http://blog.kooptech.de/KoopTech.pdf">Kooperative Technologien</a>, die sich im 7. Kapitel (S. 181ff) mit den Chancen der neuen Anwendungen für das Wissensmanagement befasst.</p>
<p>Die Studie macht deutlich, dass der Begriff &#8216;Wissensmanagement&#8217; definitorisch nicht eindeutig und inhaltlich sehr umstritten ist. Grundsätzlich geht es beim Wissensmanagement um das Ziel, das Wissen der Mitarbeiter für eine Organisation stärker nutzbar zu machen. In der Vergangenheit setzte man hierbei auf einen dokumentenorientierten Ansatz (S. 184), der versuchte, Wissen in Form von Texten zu erfassen. Zwischenzeitlich rückte der soziale Kontext von Wissen in den Vordergrund bzw. der Umstand, dass Wissen im Rahmen sozialer Beziehungen entwickelt und weitergegeben wird. In &#8220;Communities of Practice&#8221; und &#8220;Communities of Interest&#8221; tauschen sich Mitarbeiter aus und lernen gemeinsam.</p>
<p>Wie werden Social Media in Organisationen eingesetzt, um Wissen auszutauschen und abrufbar zu machen? Die KoopTech-Studie führt als Fallbeispiel IBM Deutschland an mit mehreren Tausend Mitarbeiter-Blogs und Wikis, mit Instant Messaging und einer internen Netzwerkplattform, über die jeder Mitarbeiter sich mit anderen vernetzen und seine Kontakte verschlagworten (taggen) kann. Ergänzend gibt es Social Media-Richtlinien, die den öffentlichen Dialog der Mitarbeiter im Internet regeln.</p>
<p>Auch in gemeinnützigen Organisationen stellen sich die folgenden Fragen:</p>
<ul>
<li>wie finden Mitarbeiter die richtigen Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der Organisation?</li>
<li>wie kann man das einrichtungs-, dienstleistungs- und ortsbezogene Wissen sammeln und allen Mitarbeitern zugänglich machen?</li>
<li>wie können Lern- und Arbeitsgemeinschaften initiiert und deren Ergebnisse in der Organisation verbreitet werden?</li>
<li>wie können Träger voneinander lernen und von Best-Practice-Beispielen in anderen Einrichtungen profitieren?</li>
<li>wie können Mitarbeiter das öffentliche Web nutzen, um zu lernen und welche Vorgaben gibt es hierfür seitens der Organisation?</li>
</ul>
<p>Das Internet bietet mit seinen kollaborativen Tools eine Fülle von Möglichkeiten für den gemeinsamen Wissensaustausch und um neue Ideen zu entwickeln. Über soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Xing und im Rahmen von Blogs sammeln sich Menschen, die an einem bestimmten Thema interessiert sind. Auch die NPO-Blogparade selbst und die <a href="http://socialbar.de/wiki/Hauptseite">Socialbar</a> sind solche gemeinsamen Lern- und Bildungsnetzwerke, die den Wissensaustausch zum Thema Web 2.0 für Nonprofits fördern und öffentlich zugänglich machen. Mein Bloggerkollege Hannes Jähnert untersucht gerade im Rahmen eines <a href="http://forschungsprojekt.wordpress.com/2010/03/23/forschungsdesign/">Forschungsprojektes</a>, ob und auf welchem Weg es einen Wissenstransfer aus der So0cialbar in gemeinnützige Organisationen gibt.</p>
<p><a href="http://www.crisscrossed.net/2008/09/09/web2fordev-one-year-after-%E2%80%93-a-critical-review/"> Christian Kreutz</a> kritisierte am Beispiel des Entwicklungshilfebereichs, dass es hier keine öffentlichen Wissenssammlungen von Nonprofits gibt und Wissen seitens der Organisationen viel zu wenig gepoolt wird. Ebenso wenig nutzt man hier das Knowhow von Unterstützern bzw . die Weisheit der Vielen, die über das Internet abgefragt werden könnte. Stattdessen existieren unzählige <em>information silos</em> nebeneinander, die bewacht und gehegt werden, zu Lasten eines Wissensaustausches, der Innovation fördern könnte. Meines Erachtens würde das Wissen von Nonprofits an strategischem Wert gewinnen, wenn es über das Internet stärker öffentlich gemacht würde. Nur so könnte man sich auf gesellschaftlicher Seite einen realistischen Überblick über die Situation im sozialen/kulturellen/&#8230; Sektor verschaffen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Wenn man die wirklichen Probleme nicht kennt, kann man Nonprofits als Institutionen nicht entsprechend unterstützen.</p>
<p>Ich würde mich freuen, wenn sich viele Blogger an der NPO-Blogparade beteiligen. Die besten Thesen, Ideen, Beispiele werde ich &#8211; namentlich zitiert und mit der jeweiligen Blogadresse verbunden &#8211; in einen schriftlichen Beitrag zum Thema Wissensmanagement mit Web 2.0 einbringen, den ich für das <a href="http://raabe.de/go/Gesundheit+%26+Soziales/Handbuch+Sozialmanagement">Handbuch Sozialmanagement</a> plane.</p>
<p><strong>Die Blogparade läuft <span style="text-decoration: line-through;">drei Wochen</span> vier Wochen bis zum <span style="text-decoration: line-through;">21. April </span>28. April. Beiträge bitte per trackback mit diesem Post verlinken.</strong> Wer Infos sucht, was eine Blogparade ist, welche inhaltlichen Runden über NPOs schon liefen, wer zu den Hostbloggern zählt &#8211; der findet diese Infos in unserem <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparaden-Blog</a>.</p>
<p>Im Anschluss an die Blogparade wird es am Freitag, <strong>23.4.2010</strong>, zwischen <strong>11 und 12 Uhr</strong>, auf Twitter einen öffentlichen <strong>#npochat</strong> zum Thema dieser Runde &#8211; Wissensmanagement mit Social Media &#8211; geben. Diskussionsteilnehmer sind willkommen! (Für die Twitter- Suche und die eigenen Beiträge bitte den hashtag #npochat nutzen).</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>7</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Internet &#8211; glorifizieren, verdammen oder einfach sinnvoll nutzen?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/das-internet-glorifizieren-verdammen-oder-einfach-sinnvoll-nutzen/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/das-internet-glorifizieren-verdammen-oder-einfach-sinnvoll-nutzen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 12:47:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[npoblogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Socia Media]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=197</guid>

					<description><![CDATA[Für viele Nonprofits sind die Diskussionen über den Einsatz von Social Media in gemeinnützigen Organisationen schon viel zu spezialisiert und fortgeschritten. Sie stehen immer noch an dem Punkt, an dem es zu entscheiden gilt, ob ihre Organisation sich überhaupt stärker im Netz engagieren sollte oder nicht. Diese Frage ist für sie noch längst nicht beantwortet. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für viele Nonprofits sind die Diskussionen über den Einsatz von Social Media in gemeinnützigen Organisationen schon viel zu spezialisiert und fortgeschritten. Sie stehen immer noch an dem Punkt, an dem es zu entscheiden gilt, ob ihre Organisation sich überhaupt stärker im Netz engagieren sollte oder nicht. Diese Frage ist für sie noch längst nicht beantwortet.</p>
<p>Gerade im Nonprofit-Sektor gibt es viele Menschen, die aufgrund ihrer klaren ethischen Vorstellungen das Internet für eine Gefahr halten und ihm kritisch gegenüber stehen, &#8211; siehe hierzu auch den <a href="http://bresgun.wordpress.com/2009/11/24/social-media-leben/">Beitrag</a> meines Blogger-Kollegen Günter Bressau . Es herrscht bei den Kritikern die Überzeugung vor, dass die Anonymität des Netzes und die unbeschränkten Publikationsmöglichkeiten die Verantwortungslosigkeit und Unzivilität in der Gesellschaft fördern. Zudem binde das Internet zeitliche Kapazitäten, die für Aktionen in der realen Welt nicht mehr zur Verfügung stehen: &#8220;Wer im Internet ist, kann nicht gleichzeitig den Spaten in die Hand nehmen, um ein Klettergerüst zu bauen&#8221; (Konrad Hummel, <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2009/11/nl24_akbe.pdf">pdf S. 6)</a>). Auch der Machtverlust hierarchischer und repräsentativer Strukturen bringe nicht nur Gutes mit sich.  In dem verlinkten <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2009/11/nl24_akbe.pdf">Protokoll des Arbeitskreises Bürgergesellschaft und Aktivierender Staat </a>(via <a href="http://www.b-b-e.de/index.php?id=newsletter">BBE-Newsletter</a>) können die Argumente nachgelesen werde, die das Pro- und Contra des Netzengagements von NPOs und Bürgern ausloten.</p>
<p>Wenn man über den Nutzen des Internets für NPOs diskutiert, muss man aufpassen, dass man &#8211; unabhängig von der eigenen Begeisterung oder Skepsis &#8211; nicht deterministisch argumentiert und der Internet-Technologie Automatismen &#8211; hin zum Guten oder zum Schlechten &#8211; unterstellt, die es so nicht gibt. Das Internet ist nur ein Instrument &#8211; entscheidend bleibt, was Bürger und Institutionen daraus machen.</p>
<p>Der instrumentelle Charakter des Internets wird aber zu häufig nicht ausreichend betont. Speziell die öffentliche Diskussion über das Netz in unserem Land zerfällt in zwei Lager, die sich unversöhnlich gegenüber stehen. Auf der einen Seite sind die Internet-Skeptizisten, die die Gefahren des Internets betonen, auf der anderen Seite die Internet-Euphoriker, die überzeugt davon sind, dass die Publikations- und Mitmachmöglichkeiten des Web 2.0 zu mehr Demokratie, mehr Bildungschancen und Emanzipationsmöglichkeiten führen werden.</p>
<p>Mundo Yang kritisiert in einem <a href="http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B3_2008_Yang_a.html">Aufsatz</a> für das Online-Journal <a href="http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/">kommunikation@gesellschaft</a> diese polarisierte Diskussion, die davon ausgeht, dass <em>&#8220;das Internet&#8221;</em> zwangsläufig und ganz automatisch die befürchteten negativen oder die erhofften positiven Folgen für die Gesellschaft haben wird.<a href="http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/"> </a>Beide Positionen vernachlässigen die Bedeutung des <em>Handelns </em>von Akteuren, &#8211; es spielt für das, was aufgrund der technischen Entwicklung ohnehin eintreffen wird, keine wichtige Rolle.</p>
<p>Yang macht allerdings wenig Hoffnung, dass diese unergiebige Form der Debatte über das Internet irgendwann zu einem Ende kommen wird. Und zwar deshalb nicht, weil jede Seite für ihre Argumente empirische Beispiele im Netz findet. Auch Yang zeigt anhand einer Untersuchung des Diskurses über Genfood im Internet und in Printmedien, dass sich sowohl die Argumente der Internetbefürworter als auch der -gegner bestätigen lassen. Die Forschungsergebnisse, auf die er sich bezieht, zeigen: &#8220;Die Stimme der Zivilgesellschaft und ressourcenschwacher Akteure ist im Internet tatsächlich etwas stärker im Vergleich zu den Printmedien&#8221; (Yang, S. 4). Ein Ergebnis, das die Internet-Euphoriker freut. Gleichzeitig reproduziert der untersuchte Internetdiskurs aber jene Machtstrukturen, die auch offline herrschen: d.h. es werden im Internet bezüglich Genfood dieselben Aspekte behandelt und dieselben Akteure für wichtig gehalten, wie in den Printmedien. Und schließlich zeigt der untersuchte Fall, dass die Debatte auch im Internet von Experten geführt wird, so dass sich die Schere zwischen jenen, die partizipieren und jenen, die in öffentlichen Dingen sprachlos sind, noch weiter öffnet. Beide Ergebnisse stärken die Position der Internet-Kritiker.</p>
<p>Konstruktiver als eine polarisierende Debatte über das Internet wäre es, sich stärker mit den konkreten Internet<em>anwendungen</em> zu befassen und zu fragen, welches Handeln online Mehrwert für die Gesellschaft und für Individuen produziert und welches nicht. Es kommt &#8211; wie oben erwähnt &#8211; darauf an, was die unterschiedlichen Akteure aus den Bildungs-, Partizipations &#8211; und Vernetzungschancen des Netzes machen und was sie nicht daraus machen. Oder wie es die Süddeutsche Zeitung im Hinblick auf das Internet formuliert: &#8220;Wissen ist heute &#8211; genau wie Verblödung- gratis und dezentral zu jeder Tages- und Nachtzeit zu haben &#8221; (Boie, 16.11.09).</p>
<p>Es müsste auch Aufgabe von zivilgesellschaftlichen Organisationen sein, über diese Fragen nachzudenken. Denn das Internet ist ein neuer öffentlicher Raum, in dem Macht und Handlungschancen verteilt werden. Wer sich am Mitmach-Internet nicht beteiligt, verabschiedet sich von vielen Gestaltungsmöglichkeiten &#8211; nicht nur für sich selbst, sondern auch für die eigene Klientel. Für mich wäre es nicht zu weit hergeholt, wenn das Thema &#8216;Internet&#8217; in das Angebot auch von sozialen Organisationen integriert würde. Denn es sollte doch darum gehen, Menschen nicht nur zu versorgen und zu pflegen, sondern ihnen auch Mitgestaltungschancen als Bürger zu vermitteln. Entsprechende Empowerment-Projekte gibt es im Sozialbereich. Aber die Frage ist, inwieweit sie das Internet als Handlungs- und Vernetzungsraum mit integrieren. Welche Potentiale das Internet Individuen &#8211; und besonders immobilen oder körperlich beeinträchtigten Menschen bietet &#8211; zeigt eine <a href="http://www.bloggerpatenschaften.de/category/wie-ich-das-internet-nutze/">Beitragsreihe</a> bei den Blogpatenschaften, bei der speziell der Beitrag von <a href="http://www.bloggerpatenschaften.de/frei-unabhangig-selbsstandig/">Heiko Kunert</a> &#8211; er ist blind &#8211; herausragt.</p>
<p>Wir stehen erst am Anfang einer Debatte. Die Chancen von Social Media für den gemeinnützigen Sektor und für die Bürgergesellschaft sind erkennbar und auch empirisch erfahrbar. Wie sich die Dinge im einzelnen entwickeln werden &#8211; wo Probleme auftauchen und Hoffnungen stranden werden &#8211; wird sich im Verlauf der Anwendung von Social Media im zivilgesellschaftlichen Sektor noch zeigen.</p>
<p>Wer am Nachdenken über entsprechende Fragen interessiert ist, den lade ich &#8211; auch im Namen meiner <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/gastgeber/">Host-Kollegen</a> von der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">Nonprofit-Blogparade </a>&#8211; herzlich in die neu gegründete Xing-Gruppe <a href="http://www.xing.com/group-47618.46e690">Zivilgesellschaft und Internet </a>ein. Sie richtet sich an Akteure aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, aus Staat und Wirtschaft, die mit dem Thema &#8216;Bürgergesellschaft&#8217; befasst sind und natürlich an alle, die ihr Wissen über das Internet bzw. über Social Media in den gemeinnützigen Bereich und in die Diskussion einbringen wollen. Wir hoffen, dass mit dieser Gruppe ein Ort entsteht, in dem sachkundig über die Chancen und Probleme des Internets für den zivilgesellschaftlichen Bereich diskutiert werden kann. Die Relevanz der Gruppe wird vom Engagement ihrer Mitglieder abhängen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/das-internet-glorifizieren-verdammen-oder-einfach-sinnvoll-nutzen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kartierung durch Bürger und Nonprofits im Internet &#8211; Gastbeitrag von Christian Kreutz</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/kartierung-durch-burger-und-nonprofits-im-internet-gastbeitrag-von-christian-kreutz/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/kartierung-durch-burger-und-nonprofits-im-internet-gastbeitrag-von-christian-kreutz/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 09:54:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasting]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Collaborative Mapping]]></category>
		<category><![CDATA[Kartierung]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=152</guid>

					<description><![CDATA[Während die Erstellung von Karten früher eine Domäne von Fachleuten war und das thematische Spektrum von Karten begrenzt, können heute mit Hilfe neuer Technologien auch zivilgesellschaftliche Akteure Karten entwickeln und online stellen und so Probleme oder Ressourcen räumlich veranschaulichen. Oftmals stammen die hierzu verwendeten Daten nicht nur von einer Organisation, sondern sie werden von vielen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><!--            [if gte mso 9]><xml> <o:OfficeDocumentSettings> <o:AllowPNG /> <o:PixelsPerInch>72</o:PixelsPerInch> <o:TargetScreenSize>1024x768</o:TargetScreenSize> </o:OfficeDocumentSettings> </xml><![endif]--><!--            [if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone> <w:PunctuationKerning /> <w:ValidateAgainstSchemas /> <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid> <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent> <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText> <w:Compatibility> <w:BreakWrappedTables /> <w:SnapToGridInCell /> <w:WrapTextWithPunct /> <w:UseAsianBreakRules /> <w:DontGrowAutofit /> </w:Compatibility> <w:DoNotOptimizeForBrowser /> </w:WordDocument> </xml><![endif]--><!--            [if gte mso 9]><xml> <w:LatentStyles DefLockedState="false" LatentStyleCount="156"> </w:LatentStyles> </xml><![endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><em>Während die Erstellung von Karten früher eine Domäne von Fachleuten war und das thematische Spektrum von Karten begrenzt, können heute mit Hilfe neuer Technologien auch zivilgesellschaftliche Akteure Karten entwickeln und online stellen und so Probleme oder Ressourcen räumlich veranschaulichen. Oftmals stammen die hierzu verwendeten Daten nicht nur von einer Organisation, sondern sie werden von vielen Bürgern gesammelt und eingetragen (&quot;collaborative mapping&quot;), die ihr Wissen in die Karte einbringen und so mit anderen teilen wollen. Welche Chancen die Kartenerstellung im Internet zivilgesellschaftlichen Akteuren bietet, eruiert der folgende Gastbeitrag von Christian Kreutz, meinem geschätzten Bloggerkollegen vom <a href="http://www.crisscrossed.net/">crisscrossed.net</a> , der als Berater auf den Einsatz von </em> <em>IuK-Technologien in der Entwicklungshilfe <a href="http://twitter.com/ict4d">(ICT4D)</a> spezialisiert ist. Er schreibt auch für den <a href="http://draussen-blog.net/">draussen-Blog </a> sowie für das </em> <em><a href="http://www.web2fordev.net/">Web2forDev Gateway</a> . (BR)<br />
</em></p>
<p class="MsoNormal">Das Internet hat die Welt der Kartographie revolutioniert. Während heute mit ein paar Klicks jeder Ort auf der Welt sogar per Satellitenbild besucht werden kann, gab es früher oft nur die Papiervariante, die für jedes Gebiet extra erworben werden musste.</p>
<p class="MsoNormal">Doch die digitalen Karten erlauben eine andere Nutzung geographischer Informationen. Jede Karte kann mit unbegrenzten Daten angereichert werden, die zum Beispiel Umwelteinflüsse in unterschiedlichen Teilen einer Stadt darstellen. Anders als in der Vergangenheit sind solche Karten und aufwendige Simulationen nun für jeden kundigen Internetnutzer möglich. Gerade für den gemeinnützigen Bereich ergeben sich hier faszinierende Möglichkeiten (<a href="http://www.economist.com/sciencetechnology/tq/displayStory.cfm?story_id=13725877">&quot;Mapping a better world&quot;</a> ).</p>
<p class="MsoNormal">Während in früheren Zeiten die Erstellung und Bearbeitung von Karten Sache von Experten war, können heute findige Laien Karten selbst erstellen und mit eigenen Informationen kombinieren. Die Karten mit den Fähnchen auf vielen Internetseiten sind das beste Beispiel.</p>
<p class="MsoNormal">Den Weg für solche frei verfügbaren Karten hat Google mit der maps.google.de Anwendung geebnet. Doch aus gemeinnütziger Sicht weitaus spannender ist die offene Karte von <a href="http://www.openstreetmap.org/">OpenStreetMap</a> , die jeder Person alle Kartenmaterialien inklusive der dahinterstehenden Geodaten frei zur Verfügung stellt. Die Karte wird ähnlich wie bei Wikipedia von ehrenamtlichen &#8216;Mappern&#8217; erstellt und steht im Unterschied zu Google unter der <a href="http://de.creativecommons.org/">Creative Commons License</a> frei zur Verfügung. In ein paar Minuten ist damit zum Beispiel eine Anfahrtsskizze erstellt, die sonst für teures Geld erworben werden muss.</p>
<p class="MsoNormal">Doch die Möglichkeiten der Nutzung gehen noch viel weiter, wie einige Beispiele rund um die Welt illustrieren. Da ist die Initiative <a href="http://ilovemountains.org/">&quot;I love mountains&quot;</a> in den USA, die versucht, die Sprengung von Bergkuppen zum Abbau von Kohle zu verhindern. Die Organisation dahinter, Appalachian Voices, nutzt Google Earth um per Satellitenbild auf die <a href="http://earth.google.com/outreach/cs_app_voices.html">massive Umweltzerstörung</a> aufmerksam zu machen.</p>
<p class="MsoNormal">[youtube RPixjCneseE]</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">In der Amazonasregion nutzt ein Indianerstamm Google Earth um den aktuellen Stand der <a href="http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2007/06/10/AMAZON.TMP">Abholzung des Regenwaldes</a> nach zu verfolgen.</p>
<p class="MsoNormal">In Afrika wurde eine solche Anwendung von engagierten Aktivisten sogar mit dem Mobiltelefon verknüpft. Während der politischen Krise nach den Wahlen in Kenia im Dezember 2007 kam es zu Auseinandersetzungen im ganzen Land und die Lage war unübersichtlich. Aktivisten entwickelten eine Anwendung, bei der per SMS Nachrichten an eine Internetseite geschickt werden können. Landesweit berichteten Freiwillige per SMS über Menschenrechtsverstöße, die transparent auf einer <a href="http://legacy.ushahidi.com/">Karte</a> dargestellt wurden. Das Projekt Ushahidi hat viele Nachahmer gefunden.</p>
<p class="MsoNormal"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignright" style="float: right;" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2009/09/seite-ushahidi-com-10x7-verkleinert3.jpg" alt="" width="378" height="301" /></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Auf der <a href="http://www.stateofthemap.org/">OpenStreetMap Konferenz</a> im Juli berichteten die Teilnehmer von weiteren Beispielen. So entwickelte <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qTOr6au-j6s">Arun Ganesh</a> aus Indien mit Hilfe von <a href="http://www.openstreetmap.org">OpenStreetMap</a> -Daten eine <a href="http://busroutes.in/chennai">Busplan-Informationsseite</a> und druckte hochwertige Karten in Papierform aus, die lizenzfrei genutzt werden können.</p>
<p class="MsoNormal">Das Projekt <a href="http://www.openstreetmap.org/">OpenStreetMap</a> begann vor einigen Jahren in England, hat aber mittlerweile Helfer weltweit. Deutschland hat die meisten Freiwilligen und die detaillierteste Karte, die sogar Briefkästen, Apotheken, Restaurants und Sicherheitskameras mit einschließt. Hier werden ebenfalls bereits Wander- und Fahrradkarten angeboten.</p>
<p class="MsoNormal"><!--     [if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone> <w:PunctuationKerning /> <w:ValidateAgainstSchemas /> <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid> <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent> <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText> <w:Compatibility> <w:BreakWrappedTables /> <w:SnapToGridInCell /> <w:WrapTextWithPunct /> <w:UseAsianBreakRules /> <w:DontGrowAutofit /> </w:Compatibility> <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4</w:BrowserLevel> </w:WordDocument> </xml><![endif]--><!--     [if gte mso 9]><xml> <w:LatentStyles DefLockedState="false" LatentStyleCount="156"> </w:LatentStyles> </xml><![endif]--> <!--     [if gte mso 10]></p>





<style>
 /* Style Definitions */
 table.MsoNormalTable
	{mso-style-name:"Normale Tabelle";
	mso-tstyle-rowband-size:0;
	mso-tstyle-colband-size:0;
	mso-style-noshow:yes;
	mso-style-parent:"";
	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;
	mso-para-margin:0cm;
	mso-para-margin-bottom:.0001pt;
	mso-pagination:widow-orphan;
	font-size:10.0pt;
	font-family:"Times New Roman";
	mso-ansi-language:#0400;
	mso-fareast-language:#0400;
	mso-bidi-language:#0400;}
</style>

<![endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Auch die britische Seite <a href="http://www.fixmystreet.com/">FixMyStreet</a> ist ein Beispiel dafür, wie Bürger sich in die Kartierung einbringen können.</p>
<p class="MsoNormal">Ebenso das Projekt <a href="http://www.opengreenmap.org/">Open Green Map</a> , das Internetnutzer dazu einlädt, die ökologisch-kulturellen Eigenschaften ihrer Umgebung zu kartieren, nach dem Motto &quot;Think Global, Map Local&quot;. Für Berlin-Neukölln existiert schon eine <a href="http://www.greenmap.org/greenhouse/en/node/2739">Green Map</a> .</p>
<p class="MsoNormal">[youtube _8pXOkBNYWo]</p>
<p class="MsoNormal">Diese Bündelung von freiwilligem Bürgerengagement über das Internet wird von gemeinnützigen Organisationen in Deutschland kaum genutzt und noch völlig unterschätzt. Der Film <a href="http://www.usnowfilm.com/">&#8216;US now&#8217;</a> aus England beschreibt die Potentiale eindrucksvoll.</p>
<p class="MsoNormal">Dabei gäbe es vielfältige Möglichkeiten, wie auch die Einführung <a href="http://www.tacticaltech.org/mapsforadvocacy">&#8216;Maps for Advocacy&#8217; </a> des Tactical Technology Collective anschaulich beschreibt. Folgende Ansätze wären für gemeinnützige Organisationen und Bürger denkbar:</p>
<ul>
<li>Karten können vielfältig genutzt werden, um Probleme anschaulicher und konkreter darzustellen</li>
<li>In der Kombination mit unterschiedlichen Daten können komplexe Sachverhalte mit Hilfe von Karten entschlüsselt werden.</li>
<li>Karten können zu neuen Anwendungen eines gemeinsamen Bürgersachverstandes genutzt werden</li>
<li>Im lokalen Kontext können Karten helfen, Bürger zu vernetzen.</li>
</ul>
<p>Eine wichtige Einschränkung muss jedoch auch genannt werden. Karten können durchaus die Transparenz erhöhen und bieten neue Formen der Darstellung, aber jede Karte lässt sich ähnlich wie Statistiken einseitig und verzerrt nutzen. Offene Karten und Geodaten sind nur ein Instrument unter vielen, die aber hoffentlich bald in der gemeinnützigen Landschaft Deutschlands mehr Anwendung finden werden.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/kartierung-durch-burger-und-nonprofits-im-internet-gastbeitrag-von-christian-kreutz/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommunalverwaltung 2.0, Bürgerbeteiligung und die Rolle von Nonprofit-Organisationen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/kommunalverwaltung-20-burgerbeteiligung-und-die-rolle-von-nonprofit-organisationen/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/kommunalverwaltung-20-burgerbeteiligung-und-die-rolle-von-nonprofit-organisationen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 08:26:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Barcamp]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Government 2.0 Camp]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalverwaltung 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=150</guid>

					<description><![CDATA[E-Government wird von vielen lediglich als eine Elektronifizierung von Verwaltungsvorgängen verstanden. Dass das Internet auch dazu genutzt werden kann, um Bürger stärker an öffentlichen Entscheidungen zu beteiligen, wurde auf dem Government 2.0 Camp in Berlin thematisiert, wo sich Verwaltungsvertreter mit Teilen der Internetszene und der interessierten Öffentlichkeit trafen. E-Partizipationsprojekte wie der Bürgerhaushalt Köln , der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>E-Government wird von vielen lediglich als eine Elektronifizierung von Verwaltungsvorgängen verstanden. Dass das Internet auch dazu genutzt werden kann, um Bürger stärker an öffentlichen Entscheidungen zu beteiligen, wurde auf dem <a href="http://gov20camp-berlin.mixxt.de/">Government 2.0 Camp in Berlin</a> thematisiert, wo sich Verwaltungsvertreter mit Teilen der Internetszene und der interessierten Öffentlichkeit trafen.</p>
<p>E-Partizipationsprojekte wie der <a href="http://www.stadt-koeln.de/1/stadtfinanzen/buergerhaushalt/">Bürgerhaushalt Köln</a> , der von <a href="http://twitter.com/olopart">Oliver Märker</a> in einer Session vorgestellt wurde, oder der Online-Dialog zur <a href="http://www.hamburg-domplatz.de/demos.php?page=viewcompiler&amp;id_view=33&amp;menucontext=Home">Neugestaltung des Hamburger Domplatzes</a> , vorgestellt von <a href="http://twitter.com/somed">Rolf Luehrs </a> und <a href="http://twitter.com/bengtfeil">Bengt Feil</a> , zeigen, welche Chancen das Internet bietet, um Ideen und Meinungen der Bürger abzufragen.</p>
<p>Die Grenzen von online &#8211; und offline &#8211; Verfahren zur Bürgerbeteiligung liegen aber darin, dass sie in der Regel nur bestimmte Gruppen erreichen. Eine <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lippa_090814.pdf">Untersuchung </a> des Bürgerbeteiligungsverfahren zum Bürgerhaushalt Berlin-Lichtenberg ergab, dass durch einen Methoden- und Medienmix zwar Jung und Alt, Frauen und Männer , Onliner und Offliner erreicht wurden, aber überwiegend Menschen aus höheren Bildungsschichten. Wer hierzu nicht gehört, bleibt außen vor. Man kann sich mit diesem Ergebnis abfinden, &#8211; oder man überlegt, wie die Integration und Beteiligung von Bürgern über die üblichen Kreise hinaus ausgeweitet werden kann.</p>
<p>Ich habe hierzu ein paar Thesen entwickelt und sie auf dem Government Camp zur Diskussion gestellt:</p>
<ol>
<li>Partizipationsangebote von staatlicher Seite bedürfen einer starken Zivilgesellschaft, wenn sie von vielen genutzt werden sollen.</li>
<li>Es reicht nicht aus, mit den Beteiligungsangeboten einfach online zu gehen. Web 2.0 allein schafft noch keine breite Partizipationsbewegung. Partizipationsprojekte funktionieren dort am besten, wo es einen ausdifferenzierten und gut vernetzten Nonprofit-Sektor mit vielen Mitmachmöglichkeiten gibt, verglichen mit jenen Orten, wo die zivilgesellschaftliche Infrastruktur nur gering entwickelt ist <a href="http://www.communities.gov.uk/documents/localgovernment/pdf/1241999">(Pratchett/Durose/Lowndes 2009</a> ).</li>
<li>E-Government-Strategien, die auf eine stärkere Einbindung von Bürgern zielen, müssen deshalb von Maßnahmen zur Förderung der Zivilgesellschaft flankiert werden. Bürger &#8211; und gerade die benachteiligten Gruppen &#8211; müssen die Möglichkeit haben, in ihrem Umfeld Partizipation einzuüben, um entsprechende Angebote von Verwaltungsseite auch nutzen zu können.</li>
<li>Der Blick auf die Zivilgesellschaft macht überdies deutlich, dass Partizipation nicht auf das Verhältnis Bürger &#8211; Verwaltung beschränkt ist, sondern in vielen Partizipationsarenen auf lokaler Ebene stattfindet, &#8211; u.a. zwischen Bürgern, zwischen Bürgern und NPOs. Wer Partizipation fördern möchte, sollte sich nicht nur auf das Verhältnis Verwaltung &#8211; Bürger beschränken, sondern die Partizipationspotentiale in der Zivilgesellschaft stärken und ausweiten.</li>
<li>NPOs spielen eine wichtige Rolle, weil sie auf örtlicher Ebene die Infrastruktur für Mitmachmöglichkeiten bieten. Derzeit schöpfen viele NPOs aber die die partizipative Dimension der Freiwilligenarbeit noch nicht aktiv genug aus (vgl. <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/bringing-democracy-back-in-warum-nonprofits-neue-ziele-brauchen/">hier</a> ). Dennoch könnte die Rolle als <em>enabler</em> von Partizipation NPOs ein neues Selbstbild jenseits des Dienstleistungs-Topos verschaffen.</li>
</ol>
<p>(Für mehr Infos: meine Präsentation auf <a href="http://www.slideshare.net/npovernetzt/government-camp-2009-1932202">slideshare</a> )</p>
<p>Derzeit sieht die nationale E-Government-Strategie eine Stärkung der Zivilgesellschaft als flankierende Maßnahme nicht vor, wie in einer Session des Bundesinnenministeriums zu erfahren war (s. <a href="http://gov20.cpmg.eu/bundesministerium-des-innern-nationale-e-government-strategie/">hier</a> ). Für das Thema Zivilgesellschaft ist ein anderes Ressort zuständig. So bleibt die E-Government-Strategie einer selektiven Perspektive verhaftet und wird der komplexen Realität nicht gerecht.</p>
<p>Update: Zum Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Partizipation s. <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/partizipation-von-soziookonomischem-status-ab">Posterous</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/kommunalverwaltung-20-burgerbeteiligung-und-die-rolle-von-nonprofit-organisationen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie nutzen Nonprofits das Internet? Neue Daten aus Großbritannien</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wie-nutzen-nonprofits-das-internet-neue-daten-aus-grosbritannien/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wie-nutzen-nonprofits-das-internet-neue-daten-aus-grosbritannien/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 10:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Plattform]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasting]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[UK]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=144</guid>

					<description><![CDATA[Wie britische Nonprofit-Organisationen Im Sozialbereich das Internet nutzen, wird alljährlich im Rahmen der Studie &#8216;Virtual Promise&#8217; des Beratungsunternehmens nfpSynergy erhoben und veröffentlicht. Die aktuellste Ausgabe der Studie, Virtual Promise 2008 ist derzeit online verfügbar (via London Regional ICT Champion ). 2008 nahmen 187 gemeinnützige Organisationen aus dem Sozialsektor an der Online-Befragung teil. Die Ergebnisse zeigen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie britische Nonprofit-Organisationen Im Sozialbereich das Internet nutzen, wird alljährlich im Rahmen der Studie &#8216;Virtual Promise&#8217; des Beratungsunternehmens <a href="http://www.nfpsynergy.net/default.aspx">nfpSynergy </a> erhoben und veröffentlicht. Die aktuellste Ausgabe der Studie, <a href="http://www.nfpsynergy.net/includes/documents/cm_docs/2009/n/nfpsynergy_virtual_promise_2008_full_results.pdf">Virtual Promise 2008</a> ist derzeit online verfügbar (via <a href="http://ictchampion.lasa.org.uk/2009/06/voluntary-sector-use-of-the-internet-in-2008/">London Regional ICT Champion</a> ).</p>
<p>2008 nahmen 187 gemeinnützige Organisationen aus dem Sozialsektor an der Online-Befragung teil. Die Ergebnisse zeigen, dass vom Internet bis jetzt hauptsächlich die großen Organisationen mit über 10 Mio. Pfund Umsatz profitieren, während die Kleinen mit unter 1 Mio. Umsatz erheblich zurückfallen. Obwohl die Möglichkeiten, die sich durch Web 2.0 eröffnen, doch insbesondere kleinen NPOs neue Handlungschancen verschaffen, da Freie Software und kostenlose Dienste und Plattformen für die NPO-Organisationsziele zur Verfügung stehen.</p>
<p>Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie <a href="http://www.nfpsynergy.net/includes/documents/cm_docs/2009/n/nfpsynergy_virtual_promise_2008_full_results.pdf">Virtual Promise 2008</a> im einzelnen:</p>
<p>Den Kern der NPO-Internetpräsenz bildet die eigene <strong>Webseite</strong> . Sie wird bei 73% der großen und bei 50% der kleinen Nonprofit-Organisationen von externen Dienstleistern erstellt. Verantwortlich für die Webpräsenz ist zumeist der <strong>Kommunikationsbereich</strong> (43%), seltener ist der Internetauftritt beim Marketing angesiedelt (20%).</p>
<p>Als den größten <strong>Nutzen</strong> eines Internetauftritts geben die befragten NPOs an, dass sie über das Netz <strong>informieren </strong> , <strong>kommunizieren </strong> und ihre Leistungen <strong>vermarkten </strong> können. Nur 22% halten eine Webpräsenz als sehr nützlich für das <strong>Fundraising</strong> , wobei es hier große Unterschiede zwischen den Organisationen gibt: nur 16% der kleinen NPOs sind der Ansicht, dass ein eigener Webauftritt &quot;very beneficial&quot; für das Fundraising ist, im Vergleich zu 45% bei den großen Organisationen.</p>
<p>Von den befragten großen NPOs sind 77% bei <a href="http://www.justgiving.com/">JustGiving</a> registriert, einer populären Fundraising-Plattform, während die Kleinen diese Möglichkeit des Online-Fundraisings nur in 14% der Fälle nutzen. Nur 7% der kleinen NPOs stimmen der Aussage voll zu, dass das Internet sich in den letzten 12 Monaten zu einer Einkommensquelle entwickelt hat, während bei den Großen immerhin 27% diese Aussage ganz bejahen.</p>
<p>Besser als beim Fundraising werden die Chancen der eigenen Internetpräsenz eingeschätzt, wenn es um das Angebot von <strong>Diensten online </strong> geht: fast ein Drittel der befragten NPOs sehen hier einen hohen möglichen Nutzen. Demgegenüber halten nur 24% aller NPOs das Internet als sehr nützlich für das <strong>Campaigning</strong> .</p>
<p>95% der großen Einrichtungen sehen das Internet als eine Möglichkeit, um neue Zielgruppen zu erreichen. Bei den kleinen Einrichtungen vertreten nur 47% diese Ansicht.</p>
<p>Welche <strong>Instrumente</strong> nutzen NPOs im Rahmen ihrer Webpräsenz?</p>
<p>Um zu informieren werden in erster Linie News auf die Webseite gestellt, nur bei einem Drittel der NPOs auch Videoclips, bei 14% Podcasts, bei 2% Wikis. Über RSS-Feeds verfügen nur ein Viertel der NPO-Webseiten.</p>
<p>Um zu kommunizieren und mit den Zielgruppen zu interagieren, wählen 60% der Organisationen Email-Newsletter, nur 24% haben eine Chat-Gruppe oder Online-Community, nur 2% ein Blog auf ihrer Webseite. Von den Web 2.0-Diensten wird am meisten Facebook genutzt, 34% der untersuchten NPOs sind hier präsent, wobei der Unterschied zwischen großen und kleinen NPOs eklatant ist: 73% der Großen, aber nur 17% der Kleinen nutzen Facebook.</p>
<p>Was die Finanzierung der Webseite angeht, so hat immerhin ein Drittel aller befragten NPOs keinen <strong>extra Haushaltsposten</strong> für den Interntauftritt, wobei hiervon hauptsächlich kleine Einrichtungen betroffen sind. Bei den Großen haben 77% ein gesondertes Budget für den Internetauftritt zur Verfügung. In großen NPOs betreuen 4,5 <strong>Vollzeitstellen</strong> (angestellte oder freiwillige Mitarbeiter) die Webpräsenz, in kleinen NPOs 2,6. Speziell die großen NPOs aktualisieren ihre Seite täglich (45%), bei den kleinen Organisationen können das nur 6% .</p>
<p>Weiter sind die großen NPOs auch, wenn es um die <strong>Evaluation</strong> ihrer Webpräsenz geht. Gemessen wird insbesondere die Zahl der Einzelbesuche. Ansonsten wird der Mehrwert der Webseite bei den großen NPOs an den eingegangenen Spenden festgemacht. Bei den kleinen NPOs messen 53% der Organisationen den Mehrwert ihrer Webseite nicht.</p>
<p>Nur 11% der kleinen NPOs und 41% der Großen stimmen der Frage, ob ihrer Webpräsenz eine <strong>Strategie </strong> zugrunde liegt, voll zu. Mehrheitlich wird in den Einrichtungen offensichtlich eher inkrementalistisch vorgegangen und ohne eine Social Media Strategie. Falls doch eine Internet-Strategie vorliegt, dann scheint diese in den meisten Fällen nicht in die Gesamtstrategie der Organisation eingebunden zu sein, zumindest vertritt fast ein Drittel der befragten NPOs diese Ansicht. Nur 19% der Organisationen stimmen der Frage, ob ihre Internet-Strategie vom Vorstand beschlossen und befürwortet wurde, voll zu.</p>
<p><strong>Fazit</strong> : die Erhebung zeigt, dass alle befragten britischen Nonprofit-Organisationen im Sozialbereich noch Nachholbedarf haben, wenn es um um den Einsatz von Social Media geht. Hinsichtlich der Interaktion und Kommunikation dominiert auf ihren Webseiten der Email-Newsletter, informiert wird klassisch über aktualisierte News. Videos/Podcasts/Wikis/Blogs spielen noch eine untergeordnete Rolle.</p>
<p>Wenn mit den neuen Tools experimentiert wird, dann sind die großen NPOs dafür verantwortlich. Die kleinen Einrichtungen liegen hier ganz abgeschlagen dahinter. Nicht einmal für das Online-Fundraising über bestehende Plattformen &#8211; was fast keinen Aufwand erfordert &#8211; können sie sich begeistern.</p>
<p>Gleichzeitig sind nur 19% der kleinen NPOs der Ansicht, ihre Organisation mache das Beste aus den vorhandenen digitalen Möglichkeiten, d.h. es existiert hier durchaus ein Wissen darüber, dass die Internet-Potentiale noch nicht ausgeschöpft sind.</p>
<p>Warum die digitalen Chancen letztlich aber nicht ergriffen werden, scheint nicht an innerorganisatorischen Barrieren wie an zu wenig Personal, mangelnden Kompetenzen, einem zu kleinen Budget zu liegen. Diese werden als mögliche &#8216;major constraints&#8217; von den kleinen NPOs in der Umfrage nicht sehr hoch bewertet. Die Gründe für ihre Web-Zurückhaltung bleiben letztlich im Dunkeln, weil rund 40% der kleinen NPOs die entsprechenden Fragen nicht beantworteten.</p>
<p>Ich könnte mir vorstellen, dass es vielerorts in den kleinen NPOs einfach an Personen mangelt, die sich die Weiterentwicklung der Webpräsenz auf ihre Fahnen geschrieben haben und sich für dieses Ziel engagieren. Darin liegt auch ein Mangel der Studie, dass sie nicht nach der Bedeutung von internen Katalysatoren fragt, die die Internetpräsenz mit Leidenschaft vorantreiben und für deren Weiterentwicklung sicherlich eine sehr wichtige Rolle spielen.</p>
<p>Wenn die kleinen Einrichtungen den Anschluss an das neue Internet nicht aus eigener Kraft schaffen und sich in der Organisation niemand findet, der das Thema in die Hand nimmt, dann sollte man sich überlegen, ob es nicht <strong>digitale Mentoren aus der Bürgergesellschaft </strong> braucht, die sich bereiterklären, kleinen NPOs hier unter die Arme zu greifen und Starthilfe zu leisten.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wie-nutzen-nonprofits-das-internet-neue-daten-aus-grosbritannien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Working across boundaries&#8221;- wie Kooperation in Netzwerken gelingen kann</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/working-across-boundaries-wie-kooperation-in-netzwerken-gelingen-kann/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/working-across-boundaries-wie-kooperation-in-netzwerken-gelingen-kann/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2009 19:23:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[collaboration]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=142</guid>

					<description><![CDATA[Welchen Nutzen bieten Social Media Nonprofit-Organisationen und wie arbeitet man erfolgreich in Netzwerken? Die Chancen von Web 2.0/Social Media für Nonprofit-Organisationen wurden auf einer Fachtagung an der FH Osnabrück ausgelotet, auf der Bloggerkollegen wie Hannes Jähnert , Ole Seidenberg, Christian Kreutz und ich eingeladen waren, um über das Thema zu referieren. In den Workshops wurde [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welchen Nutzen bieten Social Media Nonprofit-Organisationen und wie arbeitet man erfolgreich in Netzwerken?</p>
<p>Die Chancen von Web 2.0/Social Media für Nonprofit-Organisationen wurden auf einer <a href="http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/npo-tagung.html">Fachtagung an der FH Osnabrück</a> ausgelotet, auf der Bloggerkollegen wie <a href="http://foulder.blogspot.com/">Hannes Jähnert</a> , <a href="http://socialaction20.wordpress.com/">Ole Seidenberg,</a> <a href="http://www.crisscrossed.net/">Christian Kreutz </a> und ich eingeladen waren, um über das Thema zu referieren. In den Workshops wurde mit Vertretern von <a href="http://www.helpedia.de/">Helpedia</a> , <a href="http://www.deine-stimme-gegen-armut.de/start.html">Deine Stimme gegen Armut</a> , <a href="http://www.wikiwoods.org/doku.php">Wikiwoods</a> , <a href="http://wikimedia.de/">Wikimedia</a> , dem <a href="http://www.spendwerk.de/">Spendwerk</a> und anderen über Fundraising, Online-Volunteering und Campaigning diskutiert. Die Tagungsbeiträge kann man sich <a href="http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/26816.html">hier</a> ansehen.</p>
<p>Mein Part war es, die Chancen von Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen themenübergreifend darzustellen. Meine Argumentation war zweistufig:</p>
<p>Da Web 2.0 auf Vernetzung zielt, habe ich zuerst den Nutzen von <em>Netzwerken</em> für Nonprofits herausgearbeitet. Darauf aufbauend kann dann der Nutzen von Social Media für gemeinnützige Organisationen aufgezeigt werden, der in dem Potential liegt, Menschen und Organisationen untereinander verbinden zu können.</p>
<p>Ich bin überzeugt von folgendem: so lange der Nutzen kollaborativer Strukturen nicht durchgängig erkannt wird, so lange die Kooperation in Netzwerken als Aufwand betrachtet wird, der (zuviel) Zeit kostet, ineffektiv ist und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Beteiligten sichtbar macht, die ansonsten verdeckt blieben &#8211; so lange wird man auch den Nutzen von Social Media im Nonprofit-Sektor nicht wertschätzen.</p>
<p>Netzwerke eröffnen Nonprofits neue Handlungsoptionen. Gemeinsam mit anderen können Ziele erreicht werden, die ohne eine Bündelung von Ressourcen unterschiedlicher Akteure nicht hätten erreicht werden können. Aber die Kooperation in Netzwerken und damit die Kooperation über Grenzen hinweg &#8211; seien sie organisationaler, individueller, sektoraler oder ideologischer Natur &#8211; ist eine Kunst, die man erlernen muss.</p>
<p>Nicht jedes kollaborative Projekt verläuft erfolgreich. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um die Zusammenarbeit zwischen Organisationen/Individuen erfolgreich zu machen?</p>
<p>Russel M. Linden hat vor Jahren in seinem Buch <a href="http://www.amazon.com/Working-Across-Boundaries-Collaboration-Organizations/dp/0787964301/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1243192611&amp;sr=1-1">&quot;Working across boundaries&quot;</a> (2002) einige Voraussetzungen aufgelistet, die notwendig sind, damit kollaborative Projekte im Nonprofit-Sektor auch funktionieren. Unter dem Stichwort &quot;The Basics&quot; zählt er auf (S. 74):</p>
<ul>
<li>Die an der Kooperation Beteiligten müssen ein gemeinsames Ziel haben</li>
<li>Dieses Ziel muss so gestaltet sein, dass es die Beteiligten alleine nicht erreichen können, sondern nur in Kooperation mit anderen: dadurch entsteht für Organisationen/Individuen der Anreiz zur Zusammenarbeit</li>
<li>Die Beteiligten müssen bereit sein, in das gemeinsame Projekt zu investieren und &#8211; ganz wichtig &#8211; auch zu handeln, nicht nur zu reden.</li>
<li>Es müssen die &quot;richtigen&quot; Personen am Tisch sitzen. D.h. jene, die a) am gemeinsamen Ziel interessiert sind und b) verbindliche Zusagen im Namen ihrer Organisation treffen können</li>
<li>Der Umgang und die Verfahren müssen transparent, glaubwürdig und offen sein, &#8211; das Ergebnis darf nicht von einigen im Vorfeld abgesprochen sein, sonst wirkt die Partizipation vieler schnell als Farce (S. 82).</li>
<li>Es gibt unter den Beteiligten jemanden, der kraft seiner Glaubwürdigkeit und seines Durchsetzungsvermögens die Kooperation vorantreibt. Linden nennt diese Person den &quot;Champion for the initiative&quot; (S. 74).</li>
</ul>
<p>Einfache Regeln, die im Einzelfall aber immer wieder die größten Probleme bereiten, weil</p>
<ul>
<li>die Teilnehmer der Kooperation unter dem gemeinsamen Ziel etwas ganz unterschiedliches verstehen</li>
<li>viel Zeit mit Diskutieren vergeht und keine Bereitschaft zum Handeln sichtbar ist</li>
<li>die &quot;falschen&quot; Leute am Tisch sitzen, die das Ziel nicht erreichen, sondern verhindern wollen</li>
<li>Verfahren nicht transparent sind und der Umgang untereinander nicht vertrauenswürdig.</li>
</ul>
<p>Social Media können Menschen untereinander vernetzen, aber sie können uns die Herausforderung der Kooperation, die viele Kompetenzen voraussetzt, nicht abnehmen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/working-across-boundaries-wie-kooperation-in-netzwerken-gelingen-kann/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über die &#8220;Denkschrift Bürgergesellschaft, Berlin 2009&#8221;: &#8211; welcher Weg soll eingeschlagen werden?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/uber-die-denkschrift-burgergesellschaft-berlin-2009-welcher-weg-soll-eingeschlagen-werden/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/uber-die-denkschrift-burgergesellschaft-berlin-2009-welcher-weg-soll-eingeschlagen-werden/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2009 11:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Denkschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ZUkunft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=141</guid>

					<description><![CDATA[Nachdem in den USA seit März eine Deklaration kursiert, die ein neues Verhältnis zwischen Staat und Drittem Sektor anstrebt, liegt nun auch in Deutschland eine Denkschrift zur Zivilgesellschaft vor. Sie trägt den Titel: &#34;In eigener Regie! Plädoyer für eine bessere (Selbst-)Steuerungs- und Leistungsfähigkeit der Bürgergesellschaft&#34; und ist in Berlin im Newsletter Nr. 9 des Bundesnetzwerk [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem in den USA seit März eine <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/forward-together-der-amerikanische-nonprofit-sektor-fordert-einen-neuen-pakt-mit-dem-staat/">Deklaration</a> kursiert, die ein neues Verhältnis zwischen Staat und Drittem Sektor anstrebt, liegt nun auch in Deutschland eine Denkschrift zur Zivilgesellschaft vor.</p>
<p>Sie trägt den Titel: <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/vab/resourcen/Denkschrift_Buergergesellschaft_2009.pdf">&quot;In eigener Regie! Plädoyer für eine bessere (Selbst-)Steuerungs- und Leistungsfähigkeit der Bürgergesellschaft&quot;</a> und ist in Berlin im Newsletter Nr. 9 des <a href="http://www.b-b-e.de/">Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement</a> erschienen. Die Autoren sind Holger Backhaus-Maul, Stefan Nährlich und Rudolf Speth, die alle mit dem Verein <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/vab/">Aktive Bürgerschaft</a> verbunden sind. Angesichts der Bundestagswahl ist der Zeitpunkt günstig, um eine Diskussion über das Projekt Bürgergesellschaft anzustoßen und sich für eine Neujustierung des Verhältnisses zwischen Staat und Nonprofits einzusetzen.</p>
<p>Die Denkschrift lädt zum Dialog ein und hofft auf Unterstützer, die das Papier unterschreiben.</p>
<p>Die Autoren schlagen folgendes vor:</p>
<ul>
<li>&quot;Die Bedeutung, Autonomie und Förderung bürgerschaftlichen Engagements im Grundgesetz zu verankern</li>
<li>die staaliche Finanzierung bürgerschaftlichen Engagements von parteipolitischer und verwaltungsbürokratischer Einflussnahme dauerhaft zu befreien</li>
<li>die Steuerung der Bürgergesellschaft in Form einer Selbstverwaltung zu institutionalisieren&quot; (S.3).</li>
</ul>
<p>Die öffentlichen Gelder für bürgerschaftliches Engagement sollen in einen zu bildenden &quot;Fonds Bürgergesellschaft&quot; eingebracht und von einer unabhängigen Vergabekomission (ohne die Beteiligung von Parteien, Verwaltung oder Nonprofits selbst) an die zivilgesellschaftlichen Akteure verteilt werden.</p>
<p>Ein Sachverständigenrat soll die Arbeit der Vergabekommission begleiten. Diese muss den Empfehlungen des Rates aber nicht folgen.</p>
<p>Noch zu gründende Agenturen sollen die Evaluation, das Rating- und Benchmarking des Dritten Sektors vorantreiben. Die Agenturen sollen Regelungen aufstellen, die die Leistungsfähigkeit des Dritten Sektors steigern können. Der Staat selbst soll dann die Einhaltung dieser Vorschriften überwachen.</p>
<p>Darüber hinaus fordert die Denkschrift die Einführung einer gesetzlichen Publizitätspflicht für gemeinnützige Organisationen und die Qualifizierung von Freiwilligen, die ein Ehrenamt in Vereinsorganen inne haben.</p>
<p>Die Kernthese der Denkschrift lautet: <strong>&quot;Der Schlüssel zum Erfolg der Bürgergesellschaft liegt (..) in deren eigener Steuerungs- und Leistungsfähigkeit&quot;</strong> (S. 4). Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Verbindungen zum bisher steuernden politisch-administrativen System reduziert werden sollen und man sich durch diese Entpolitisierung sowohl der Zivilgesellschaft als auch der sie steuernden Verfahren eine bessere (Weiter)Entwicklung des Dritten Sektors erhofft.</p>
<p>Diese Vorschläge überraschen. Während der Dritte Sektor im anglo-amerikanischen Bereich dezidiert eine stärkere politische Teilhabe einfordert (in den USA wird gerade darum gekämpft, in Großbritannien sind Nonprofit-Belange auf höchster politischer Ebene institutionalisiert, s. <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/die-innovationskraft-des-nonprofit-sektors-starken-die-situation-in-den-usa-uk-und-d/">hier</a> ), wird in der Denkschrift ein anderer Weg vorgeschlagen, der eher zur hiesigen politischen Tradition passt: nämlich ein &quot;Ausstieg&quot; aus dem politischen Kontext hin zu einer Versachlichung der Themen und der Förderung der Zivilgesellschaft.</p>
<p>Die empfohlene Entpolitisierung kommt in der geplanten &quot;unabhängigen Kommission&quot; (ist überhaupt irgend jemand unabhängig im Sinne von wertneutral?) zum Ausdruck und in den Hoffnungen, die mit der verstärkten Evaluierung von Nonprofits verbunden sind. Zahlen, Kennziffern, Rankings etc. suggerieren Sachlichkeit und Neutralität.</p>
<p>Aber diese Neutralität und angestrebte Politikferne sind eine Fiktion: wir müssen anerkennen und akzeptieren, dass alle Entscheidungen, die im Bereich der Zivilgesellschaft gefällt werden, einen politischen Charakter tragen. Wir können die Zivilgesellschaft nicht aus ihrem politischen Kontext herauslösen und Objektivität anstreben, wo es keine geben kann, weil ziviles Engagement und gemeinnützige Organisationen immer mit Werten verbunden sind.</p>
<p>Der Vorschlag der Autoren bedeutet einen Rückzug der Zivilgesellschaft aus dem gemeinsamen politischen und öffentlichen Kontext. Die Rolle des Staates soll die eines &quot;Nachtwächters&quot; sein, der die von der Zivilgesellschaft entwickelten Standards überwacht, sie finanziert (über eine Mittlerinstitution) und sich ansonsten in &quot;respektvoller Zurückhaltung gegenüber der Bürgergesellschaft&quot; übt (S. 11).</p>
<p>Allein aus demokratietheoretischen Überlegungen heraus finde ich diese Vision prekär: denn es sollte schon Aufgabe der Parlamente sein, die Mittel an die Zivilgesellschaft zu vergeben und nicht die Aufgabe einer &#8211; wie auch immer neutral besetzten &#8211; Vergabekommission. Wir brauchen keinen Rückzug der Zivilgesellschaft aus dem politischen Kontext, sondern wir brauchen &#8211; im Gegenteil &#8211; eine viel stärkere Expansion zivilgesellschaftlicher Belange in den politischen Raum.</p>
<p>Sicher, die Autoren haben recht: das politisch-administrative System nimmt massiv Einfluß auf den zivilgesellschaftlichen Bereich und gängelt hier sehr häufig die Akteure.</p>
<p>Aber die Schuld an dieser Situation tragen nicht Staat und Politik allein. In einer Beziehung sind immer beide Seiten für den Status quo verantwortlich. So dass ganz klar konstatiert werden muss: <strong>die Stärke des Staates ist nur möglich aufgrund der Schwäche des Dritten Sektors</strong> . Hier haben es die Akteure bis heute nicht geschafft, ihre Machtpotentiale und damit ihre Handlungs- und Gestaltungsspielräume gegenüber dem Staat und der Politik zu nutzen. Das Versagen liegt also nicht auf Seiten des Staates, der sich einmischt (denn jeder nutzt gerne die eigenen Machtpotentiale&#8230;) sondern das Versagen liegt auf Seiten des Nonprofit-Sektors bzw. der Zivilgesellschaft, die sich nicht wehrt und in Verhandlungen ihre Kompetenzen nicht effektiv genug in die Waagschale wirft.</p>
<p>Im Unterschied zu der vorliegenden Denkschrift sehe ich den Schlüssel zum Erfolg der Bürgergesellschaft nicht in deren Steuerungs- und Leistungsfähigkeit, die auf das eigene System bezogen ist. Ich sehe den <strong>Schlüssel zum Erfolg der Bürgergesellschaft vielmehr in deren Kompetenz, über (System)Grenzen hinweg mit anderen Akteuren (Organisationen/Individuen) zu kooperieren</strong> .</p>
<p>In dieser Fähigkeit zur Kooperation über (systemische, organisationale, ideologische etc..) Grenzen hinweg liegt die Zukunft des Nonprofit-Sektors bzw. der Zivilgesellschaft. Es geht nicht darum, autopoietische Systeme zu schaffen, die sich selbst steuern &#8211; was die Denkschrift anstrebt &#8211; , sondern darum, die Systeme (Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) zu befähigen, miteinander zu kooperieren und Kompromisse einzugehen.</p>
<p>Speziell die kommunale Ebene bietet sich als idealer Lernort an, weil hier Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf engem Raum aufeinander treffen und miteinander umgehen (müssen). Auch Social Media bzw. die neuen Möglichkeiten des Internets können genutzt werden, um über Grenzen hinweg den anderen kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch oder in Verhandlungen zu kommen.</p>
<p>Eine Konzentration der Zivilgesellschaft auf sich selbst ist nicht wünschenswert. Wer weiter wachsen und sich entwickeln will muss sich dem Anderen zuwenden, &#8211; und das heißt in diesem Fall, auch dem politischen und administrativen System.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/uber-die-denkschrift-burgergesellschaft-berlin-2009-welcher-weg-soll-eingeschlagen-werden/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NPO-Blogparade: Der Videoeinsatz von Nonprofits im Sozialbereich</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogparade-der-videoeinsatz-von-nonprofits-im-sozialbereich/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogparade-der-videoeinsatz-von-nonprofits-im-sozialbereich/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 22:52:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Plattform]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasting]]></category>
		<category><![CDATA[Profession]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Usability]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki Wednesday]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[npoblogparade]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=139</guid>

					<description><![CDATA[In der 6. Runde der NPO-Blogparade fragt Ulrike Schmid von Kultur 2.0 , weshalb gemeinnützige Organisationen Bewegtbilder bzw. audiovisuellen Content wie Videos noch so wenig nutzen. Nonprofits haben meines Erachtens mit professionell erstellten Videos kein inhaltliches Problem, sondern lediglich ein finanzielles. Denn zwischenzeitlich hat es sich auch im Nonprofit-Sektor herumgesprochen, dass man Videos sehr gut [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der 6. Runde der NPO-Blogparade fragt Ulrike Schmid von <a href="http://kulturzweinull.eu/index.php/npo-blogparade-%C2%A6-warum-werden-bewegtbilder-von-npos-noch-so-wenig-genutzt/">Kultur 2.0</a> , weshalb gemeinnützige Organisationen Bewegtbilder bzw. audiovisuellen Content wie Videos noch so wenig nutzen.</p>
<p>Nonprofits haben meines Erachtens mit professionell erstellten Videos kein inhaltliches Problem, sondern lediglich ein finanzielles. Denn zwischenzeitlich hat es sich auch im Nonprofit-Sektor herumgesprochen, dass man Videos sehr gut für das eigene Marketing oder für das Fundraising einsetzen kann. Vor zwei Jahren waren die Potentiale von Videos vielleicht noch unbekannter. Aber zwischenzeitlich zählen Videos zum Standard im Internet. Die Hälfte aller Onliner in Deutschland schaut sich Videos auf Videoportalen an. Bei den unter Dreissigjährigen liegt der Anteil der Videonutzer bei 84% (<a href="http://www.daserste.de/service/studie08_3.pdf">ARD/ZDF-Onlinestudie 2008</a> ). Dass Videos deshalb eine wichtige Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit spielen können, ist bei den etablierten gemeinnützigen Trägern als Botschaft angekommen. Die großen Verbände nutzen zwischenzeitlich auch Videos, wie bspw. die Caritas, die derzeit mit einem beeindruckenden <a href="http://www.youtube.com/watch?v=c1wzR9gGfp8&amp;feature=channel_page">Beitrag</a> auf Youtube zu sehen ist (via <a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/">H. Schmidt</a> ).</p>
<p>Wenn es von diesen professionell erstellten Videos immer noch nicht so viele gibt, dass sie auf jeder Webseite zum Standard gehören, dann wegen der chronischen Unterfinanzierung von Nonprofits. Angesichts der knappen Budgets beschränkt man sich häufig auf Texte und Photos. Der Mehrwert von Videos rechnet sich in einer solchen Konstellation laut <a href="http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2009/04/01/videoeinsatz-in-npos/">Gerald Czech</a> von Österreichischen Roten Kreuz nicht in jedem Fall.</p>
<p>Auch selbst erstellte (Amateur)Videos bekommen langsam ihren Platz im Nonprofit-Sektor. Erst heute habe ich im Netz entdeckt, dass die Akademie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes eine <a href="http://www.ehrenamt-video.de/index.cfm">Ehrenamtsvideothek</a> und eine <a href="http://www.selbsthilfevideothek.de/">Selbsthilfevideothek</a> eröffnet hat und die Zielgruppen einlädt, ihre Videos hochzuladen. Selbst für die <a href="http://www.sozialtalk.de/">Fortbildung</a> der Mitarbeiter werden Videos langsam eingesetzt. Diese Aktivitäten befinden sich noch im Aufbau, gehen aber in Richtung einer stärkeren Video-Nutzung.</p>
<p>Was derzeit aber in der Fläche noch ziemlich fehlt, das sind Videos, die von den Stakeholdern einer Organisation gemacht und anschliessend auf die <em>Webseite</em> der Organisation gestellt werden (nicht auf eine gesonderte Plattform). Als Videoproduzenten kommen in Frage: Klienten, Ehrenamtliche, Mitarbeiter, Spender, Freunde und Unterstützer. Themen für Videos könnten sein: Veranstaltungen der NPO, Klientenbefragung, Motivation der Ehrenamtlichen, Dokumentation von Diskussionsprozessen, Entwicklung von Hilfsprojekten, Problemlagen im Stadtteil usw.</p>
<p>Stakeholder könnten für Nonprofits zu einer Art <a href="http://socialreporter.com/?p=194/">&quot;Social reporter&quot;</a> werden, wie sie dem britischen Blogger und Community-Aktivist David Wilcox vorschweben, &#8211; Reporter, die gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Ideen sammeln, Erfahrungen verarbeiten, Problemen und offenen Fragen nachspüren, um einen sozialen Mehrwert für die Organisation, die Klienten und die Bürgerschaft zu generieren. Und dies alles mit Hilfe von Social Media-Tools wie eben der Videotechnik.<br />
Auch <a href="http://foulder.blogspot.com/2009/03/in-der-sechsten-runde-der-npo.html">Hannes Jähnert</a> betont die wichtige Rolle, die Ehrenamtliche spielen könnten, wenn es darum geht, Videos für eine NPO zu erstellen. Insbesondere die jüngeren Mitglieder/Zivis/Ehrenamtlichen könnten hier eine Schlüsselrolle spielen.</p>
<p>Für das anspruchsvolle Konzept der &quot;Social reporter&quot;, das Stakeholder zu Partnern der Nonprofit-Organisation macht, wenn es um Strategiefindung, Advocacy usw. geht, brauchen Nonprofits Mut, das technische Knowhow und die finanziellen Mittel für Schulungen. Hier müßten nun der Staat und private Stiftungen unterstützend wirken. Ihre Aufgabe müßte es sein, Nonprofits bei dem Wandel in das digitale Zeitalter stärker unter die Arme zu greifen. Angesichts der prekären finanziellen Situation von Nonprofits wird es (zu) lange dauern, bis sie sich das notwendige Social Media- Wissen auf der Basis eigener Ressourcen angeeignet haben.</p>
<p>Wenn man einen starken und kompetenten Nonprofit-Sektor anstrebt (und fordern hier in Deutschland nicht alle eine Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft?), dann muss die Allgemeinheit in die Kompetenzen von Nonprofits investieren. In meinem letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/forward-together-der-amerikanische-nonprofit-sektor-fordert-einen-neuen-pakt-mit-dem-staat/">Blogbeitrag </a> habe ich berichtet, wie in Großbritannien das Knowhow von Nonprofits mit Hilfe öffentlicher Gelder weiterentwickelt wird. Und wie in den USA gemeinnützige Organisationen staatliche Unterstützung für den Ausbau der eigenen Kompetenzen einfordern, weil ein schlechter Nonprofit-Sektor niemandem dient, &#8211; schon gar nicht dem Staat und dessen Legitimation.</p>
<p>Die Videoproduktion könnten also einzelne Nonprofits im Rahmen öffentlicher (oder privat geförderter) Progarmme lernen und dieses Wissen dann als Multiplikatoren an andere gemeinnützige Organisationen weitergeben. Wie bspw. der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg in der Vergangenheit als <a href="http://www.swef-radioportal.de/s_pod_neu/index.php">Multiplikator </a> für das Podcasting unterwegs war, allerdings nur für die eigenen Verbandsmitglieder. Potentielle Träger eines solchen Förderprogrammes gibt es genug: die Palette reicht von den Landesmedien-<br />
anstalten bis zu den Film- und Medienhochschulen. Aber auch die großen Stftungen sind gefragt, wenn es um die Weiterentwicklung der Kompetenzen von Nonprofits im Bereich Social Media geht.</p>
<p>Wenn Nonprofits hier in Deutschland in der Fläche noch so weit zurückliegen, was ihre Social Media-Kompetenzen betrifft, dann liegt dies auch daran, dass ihr politisches/administratives Netzwerk sie in dieser Sache zu wenig unterstützt. Und Nonprofits es versäumen, auf die staatlichen Akteure entsprechend Druck auszuüben und parallel sich nach zusätzlichen Unterstützern aus dem gesellschaftlichen Bereich umzusehen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogparade-der-videoeinsatz-von-nonprofits-im-sozialbereich/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Forward together&#8221;- der amerikanische Nonprofit-Sektor fordert einen neuen Pakt mit dem Staat</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/forward-together-der-amerikanische-nonprofit-sektor-fordert-einen-neuen-pakt-mit-dem-staat/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/forward-together-der-amerikanische-nonprofit-sektor-fordert-einen-neuen-pakt-mit-dem-staat/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 09:35:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[soziales Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=138</guid>

					<description><![CDATA[Seit Anfang März sammelt eine Deklaration aus dem amerikanischen Nonprofit-Sektor Unterschriften für einen neuen Pakt mit Amerika, weil speziell das Verhältnis zwischen Nonprofits und Staat auf eine neue Grundlage gestellt werden müsse. Die Deklaration wurde zwischenzeitlich von hunderten NPO-Vertretern unterschrieben. Die Erklärung geht von der Feststellung aus, dass amerikanische Nonprofits in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise ihre [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Anfang März sammelt eine <a href="http://www.jhu.edu/listeningpost/forward/ForwardTogetherDeclaration.pdf">Deklaration</a> aus dem amerikanischen Nonprofit-Sektor Unterschriften für einen neuen Pakt mit Amerika, weil speziell das Verhältnis zwischen Nonprofits und Staat auf eine neue Grundlage gestellt werden müsse. Die Deklaration wurde zwischenzeitlich von hunderten NPO-Vertretern unterschrieben.</p>
<p>Die Erklärung geht von der Feststellung aus, dass amerikanische Nonprofits in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise ihre volles Potential nicht entfalten könnten, weil finanzielle, rechtliche und politische Restriktionen ihren Handlungsspielraum einschränkten. Insbesondere die Partnerschaft mit dem Staat würde nicht optimal funktionieren. Lester M. Salamon, eine Koryphäe der Nonprofit-Forschung, spitzt dies sogar noch zu und stellt gegenüber der <a href="http://www.nytimes.com/2009/03/05/us/05charity.html?_r=2">NYTimes </a> fest ÂOne of the messages of this declaration is that the partnership between us and the government isnÂt working, and thatÂs not good for the country.Â</p>
<p>Die Erklärung fordert eine institutionalisierte politische Teilhabe für den Nonprofit-Sektor auf allen politischen Ebenen, eine Investition in die Kompetenzen und Innovationsfähigkeit des Nonprofit-Sektors und eine größere Wertschätzung der anwaltschaftlichen Funktionen von Nonprofits. Gefordert wird eine &quot;Citizen-Sector Capacity-Building Initiative&quot;. Die Forderung erinnert an das britische Programm &quot;Change Up&quot;, das sich seit 1996 um die Stärkung des Nonprofit-Sektors bemüht. 1996 bis 2011 stehen dafür in Großbritannien rd. 158 Mio. Pfund zur Verfügung, die in die Kompetenzförderung von gemeinnützigen Organisationen fließen. Details über das britische Programm findet man bei den <a href="http://www.capacitybuilders.org.uk/">Capacitybuilders</a> .</p>
<p>Die amerikanische Deklaration fordert neue Modelle für die Finanzierung von Nonprofits, da die öffentliche Förderung und das Spendenwesen an Grenzen stießen. Man will mehr Möglichkeiten für die Einbindung von privatem Risikokapital, welches das soziale Unternehmertum fördern kann.</p>
<p>Die Erklärung ist insgesamt sehr auf die externen Akteure (und hier insbesondere auf den Staat) ausgerichtet. Man hofft, dass sich die Probleme des Nonprofit-Sektors durch das Handeln der externen Partner &#8211; speziell des Staates &#8211; beseitigen lassen. Zu wenig geht die Erklärung auf die Verantwortung des Sektors selbst ein.</p>
<p>Aber diese Sicht der Dinge wird unterstützt durch wissenschaftliche Erklärungsansätze, die das Verhältnis Staat-Nonprofits wie folgt betrachten:</p>
<p>Indem der Nonprofit-Sektor im Auftrag des Staates die Erbringung sozialer Dienste übernimmt, besteht die Pflicht des Staates, den Nonprofit-Sektor adäquat zu finanzieren. Denn ob das Sozialwesen funktioniert, ist davon abhängig, ob der Nonprofit-Sektor funktioniert. In dieser Sache ist also die Legitimation des Staates im Sozialbereich untrennbar mit dem Nonprofit-Sektor verbunden.</p>
<p>Oder anders formuliert: &quot; ..effective governmental performance (..) now hinges on the health of nonprofit organizations&quot; (<a href="http://www3.interscience.wiley.com/journal/121473541/abstract">S. Ratgeb Smith</a> ). Durch die Einbindung von gemeinnützigen Organisationen in die Produktion sozialer Dienste haben der Staat und die Kommunen ihre finanzielle Instabilität in den Nonprofit-Sektor exportiert, &#8211; und demnach auch die Pflicht, Nonprofits aus dieser misslichen Lage herauszuhelfen.</p>
<p>In Deutschland bildet die Finanz- und Wirtschaftskrise keinen Anlass für den Nonprofit-Sektor, die eigenen Potentiale und Probleme stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen. Die Krise ist für sie nicht so dramatisch wie für gemeinnützige Organisationen in den USA. Es gibt in Deutschland ein ausdifferenziertes öffentliches Vergütungssystem für Nonprofits, die hier weit weniger von privaten Mittel abhängig sind wie in den USA.</p>
<p>Dennoch leiden auch bei uns gemeinnützige Organisationen im Sozialsektor in vielen Bereichen unter einer chronischen Unterfinanzierung. Grund genug, sich in die öffentliche Debatte um die staatlichen Konjunkturpakete einzubringen. Auf der Webseite der <a href="http://www.bagfw.de/">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege</a> finden sich hierzu jedoch keine Stellungnahmen. Die <a href="http://portal.diakonie-wuerttemberg.de/index.php3?module=category&amp;location=subcategory&amp;subcategory=&amp;catid=00000000000000000002&amp;subcatid=00000000000000000001&amp;ContentID=00000000000000002207">Diakonie Württemberg</a> immerhin moniert, dass bei den bisherigen Konjunkturpakten der soziale Bereich nicht berücksichtigt worden sei und in den Paketen der Ausbau neuer Strassen als wichtiger angesehen werde als der Ausbau sozialer Infrastruktur.</p>
<p>Von einer breiten öffentlichen Diskussion dieses Themas sind wir in Deutschland aber weit entfernt. Was nicht zuletzt am Nonprofit-Sektor selbst liegt, der sich von informellen Gesprächen mit den staatlichen Partnern mehr Erfolg erhofft als von einer öffentlichen Diskussion, die die Bürgerschaft zu Verbündeten macht.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/forward-together-der-amerikanische-nonprofit-sektor-fordert-einen-neuen-pakt-mit-dem-staat/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Social Media und die Bürgergesellschaft</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/social-media-und-die-burgergesellschaft/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/social-media-und-die-burgergesellschaft/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 09:34:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Profession]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=130</guid>

					<description><![CDATA[Im aktuellen Newsletter des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ist ein Gastbeitrag von mir erschienen zum Thema &#8220;Social Media und die Bürgergesellschaft &#8211; wie können gemeinnützige Organisationen vom Mitmach-Internet profitieren? &#8220; . Eine meiner Thesen darin lautet, dass das Projekt &#8216;Bürgergesellschaft&#8217;, das gegenüber Markt und Staat derzeit noch ein Nischendasein fristet, auch im Internet noch nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im aktuellen <a href="http://www.b-b-e.de/newsletter.html">Newsletter </a> des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ist ein Gastbeitrag von mir erschienen zum Thema <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2009/03/nl02_reiser.pdf">&#8220;Social Media und die Bürgergesellschaft &#8211; wie können gemeinnützige Organisationen vom Mitmach-Internet profitieren? &#8220;</a> .</p>
<p>Eine meiner Thesen darin lautet, dass das Projekt &#8216;Bürgergesellschaft&#8217;, das gegenüber Markt und Staat derzeit noch ein Nischendasein fristet, auch im Internet noch nicht richtig angekommen ist. Zwar gibt es eine aktive Szene aus den Bereichen Social Entrepreneurship, Umwelt, Globalisierung und Entwicklungshilfe, die das Internet gezielt für die eigenen Zwecke nutzt. Aber es fehlt ein breiter Diskurs im Netz über das Thema &#8216;Bürgergesellschaft&#8217;, in den der Mainstream eingebunden ist, &#8211; also die etablierten Nonprofit-Organisationen, weite Teile der Bevölkerung, die Wissenschaft, Stiftungen, Parteien usw.</p>
<p>Noch fehlen viele Nonprofit-Stimmen in der Blogosphäre; es fehlen öffentliche Wikis, die das Wissen über Theorie und Praxis der Bürgergesellschaft sammeln und allen zugänglich machen; es fehlen Foren, die zur Diskussion zwischen Nonprofits und Bürgern einladen. Besonders wichtig halte ich den Austausch <em>über Organisationsgrenzen hinweg </em> . Den Diskussionen innerhalb der unterschiedlichen Systeme fehlt nämlich etwas ganz Wichtiges: die Perspektive der anderen Seite.</p>
<p>Die Herausforderung des Projekts &#8216;Bürgergesellschaft&#8217; liegt aber gerade darin, dass hier Organisationen und Individuen mit unterschiedlichen Interessen, Denkweisen, Botschaften und Zielen aufeinander treffen und kooperieren sollen . Dies stellt alle Beteiligten vor die Frage, wie man mit konkurrierenden Interessen und Weltbildern und möglichen Machtverlusten umgehen soll. Noch sind speziell die etablierten staatlichen und politischen Institutionen nicht gewillt, Macht zugunsten einer stärkeren Partizipation von Bürgern abzugeben, sondern sie sehen das bürgerschaftliche Engagement als Lückenfüller dort, wo die öffentlichen Mittel nicht ausreichen. Auch Nonprofit-Organisationen müssen sich selbstkritisch fragen, wie ernst sie die Mitsprachemöglichkeiten ihrer Stakeholder nehmen.</p>
<p>Die Diskussion über Theorie und Praxis der Bürgergesellschaft sollte den Einflussfaktor &#8216;Macht&#8217; generell stärker berücksichtigen: weil Machtpotentiale umverteilt werden, ist das Thema Bürgergesellschaft ein sehr schwieriges. Sonntagsreden, symbolische Politik und das x-te Modellprojekt gibt es hier zur Genüge. Anders sieht die Sachlage aus, wenn man zum Kern des Projekts &#8216;Bürgergesellschaft&#8217; vordringt. Und der liegt bezogen auf den Nonprofit-Sektor z.B. darin, dass darüber geredet werden muss, wie Professionelle und ehrenamtliche Helfer zusammenarbeiten sollen. Jeder, der schon ehrenamtlich tätig war, kennt Situationen, in denen die Expertise der Profis und die Gestaltungsansprüche der freiwilligen Helfer aufeinanderprallen. Und jeder Ehrenamtliche kennt das Gefühl der eigenen Machtlosigkeit, wenn &#8216;die Organisation&#8217; wieder einen Vorschlag aus fachlichen Gründen zurückgewiesen hat.</p>
<p>Über diese Friktionen muss man reden. Sie sind ganz natürlich und können nicht ausbleiben, wenn man davon ausgeht, dass Menschen und Organisationen aus einer ganz unterschiedlichen Perspektive heraus die Welt sehen und entsprechend unterschiedlich auch ihre Lösungsvorschläge ausfallen. Das Wissen darüber, wie diese Interessen- und Zielkollisionen kooperativ gelöst werden können und wie aus Verteilungskonflikten &#8216;Deals&#8217; werden, ist noch kein Allgemeingut im zivilgesellschaftlichen Sektor. Hier müssen alle Akteure, die für die Bürgergesellschaft aktiv sind, gemeinsam nach den besten Wegen suchen und das so generierte Wissen der Öffentlichkeit zugänglich machen.</p>
<p>Social Media bzw. das neue Mitmach-Internet hilft, die Diskussion zwischen Bürgern und Organisationen über die Chancen der Zivilgesellschaft voranzutreiben. Social Media bieten die technischen Mittel, die notwendig sind, damit Menschen sich online vernetzen und austauschen können. Sie ermöglichen gemeinsames Lernen und Handeln. Social Media können aus meiner Sicht dem Projekt Bürgergesellschaft zum Durchbruch verhelfen. Aber sie liefern nur die Technik, &#8211; den Willen zur Kooperation müssen die Beteiligten selbst mit bringen.</p>
<p>Zum Abschluss noch vier Anmerkungen:</p>
<ul>
<li>Es ist ein gutes Buch zum Thema Bürgergesellschaft erschienen, das ich allen Interessierten empfehle:<br />
<a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_w?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias%3Dstripbooks&amp;field-keywords=bode+b%FCrgergesellschaft&amp;x=0&amp;y=0">Bode, Ingo/Evers, Adalbert/ Klein, Ansgar (Hrsg.) (2009): Bürgergesellschaft als Projekt, VS Verlag</a> .</li>
<li>Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement hat eine sehr informative Webseite (<a href="http://www.b-b-e.de/">b-b-e.de</a> ) mit Tipps für die bürgerschaftliche Arbeit. Es ist eine gute Ressource für alle Interessierten, wenngleich die Seite keine interaktiven Elemente bietet. Auch der <a href="http://www.b-b-e.de/newsletter.html">Newsletter</a> informiert über wichtige Neuigkeiten im Bereich der Engagamentpolitik.</li>
<li>Im Frühjahr soll das interaktive Portal <a href="http://www.initiative-zivilengagement.de/die-initiative/die-bausteine/news/artikel/67/startet-im-fruehjahr-interaktives-portal-wwwengagiert-in-deutschlandde.html">engagiert-in-deutschland.de</a> starten. Wie das Portal aussehen wird, beschreiben <a href="http://b-b-e.de/uploads/media/n0l2_kummerow_deppe_eid.pdf">Kummerow/Deppe</a> . Vielleicht wird dieses Portal der Debatte über die Zivilgesellschaft einen neuen Schub verleihen.</li>
<li>Die große Bedeutung von Social Media für den Ausbau der Zivilgesellschaft wird in den USA (und in Großbritannien) schon deutlicher gesehen als bei uns: im <a href="http://www.whitehouse.gov/blog/change_has_come_to_whitehouse-gov/">ersten Blogeintrag</a> des neuen <a href="http://www.whitehouse.gov/blog/">White House Blog</a> heißt es im Hinblick auf die Obama-Administration: &#8220;Citizen participation will be a priority for the Administration, and the internet will play an important role in that &#8220;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/social-media-und-die-burgergesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
