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	<title>soziale Dienste &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Ethische Bewertung von Technologien (Teil 3) &#8211; der Ethics Canvas</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-teil-3-der-ethics-canvas/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 16:26:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
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					<description><![CDATA[Im letzten Blogartikel habe ich die MEESTAR-Methode  zur ethischen Evaluation von Technologien von Karsten Weber (2019) vorgestellt. In dem Aufsatz von Weber (S. 431-444) wird auch der Ethics Canvas von Reijers/Lewis u.a. des ADAPT Centre/Dublin als Tool erwähnt. Der Ethics Canvas basiert auf dem bekannten Business Model Canvas. Der Ethics Canvas ermöglicht ein partizipatives und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten Blogartikel habe ich die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-teil-2-die-meestar-methode/" target="_blank" rel="noopener">MEESTAR-Methode </a> zur ethischen Evaluation von Technologien von Karsten Weber (2019) vorgestellt. In dem <a href="https://dl.gi.de/handle/20.500.12116/25099" target="_blank" rel="noopener">Aufsatz von Weber</a> (S. 431-444) wird auch der Ethics Canvas von Reijers/Lewis u.a. des ADAPT Centre/Dublin als Tool erwähnt. Der Ethics Canvas basiert auf dem bekannten Business Model Canvas.</p>
<p>Der Ethics Canvas ermöglicht ein partizipatives und diskursives Brainstorming der ethischen Folgen von Technologien, die im Rahmen von Forschung und Innovation entstehen. Das nicht-kommerzielle Tool eignet sich speziell für Lehrende, Forschende, Unternehmen und politische Entscheidungsträger, &#8211; die Zivilgesellschaft wird hier nicht explizit aufgelistet. Man kann den Ethics Canvas ausdrucken und gemeinschaftlich ausfüllen oder online bearbeiten, speichern und teilen. Dafür haben die Entwickler des Canvas eine <a href="https://www.ethicscanvas.org/index.html" target="_blank" rel="noopener">Webseite</a> samt <a href="https://www.ethicscanvas.org/download/handbook.pdf" target="_blank" rel="noopener">Handbuch</a> erstellt.</p>
<p>Die zentralen Fragen , die der Ethics Canvas stellt, lauten:</p>
<ul>
<li>Welche Personen und Gruppen sind von der Technologie bzw. dem Produkt oder Service betroffen?</li>
<li>Von welchen möglichen ethischen Folgen sind diese Personen und Gruppen betroffen?</li>
<li>Wie kann man diese ethischen Probleme lösen?</li>
</ul>
<p>Berücksichtigt wird auch der problematische Ressourcenbedarf eines Produkts oder Dienstes (Energie, Daten usw.), als auch mögliche Produktfehler und -schwächen.</p>
<div id="attachment_1534" style="width: 582px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas.jpg"><img aria-describedby="caption-attachment-1534" decoding="async" class="wp-image-1534" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-300x213.jpg" alt="" width="572" height="406" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-300x213.jpg 300w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-768x545.jpg 768w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas-1024x726.jpg 1024w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2020/03/ethics-canvas.jpg 1189w" sizes="(max-width: 572px) 100vw, 572px" /></a><p id="caption-attachment-1534" class="wp-caption-text"><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a> ADAPT Centre/Trinity College Dublin/DCU 2017</p></div>
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<p>Die Autoren des Ethics Canvas gehen davon aus, dass man ihn in rund 1,5 Stunden gemeinschaftlich ausfüllen kann. Der inhaltliche Aufbau des Canvas beruht auf wissenschaftlichen Ansätzen aus der Technikforschung und Philosophie. Wichtig ist den Autoren, dass Technik nicht deterministisch gedacht wird, sondern Menschen mit der Technik <em>interagieren </em>und sich diese aneignen. Deshalb wird im Ethics Canvas so viel Wert auf Verhalten und Beziehungen gelegt.</p>
<p>Im Unterschied zu <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-teil-2-die-meestar-methode/" target="_blank" rel="noopener">MEESTAR</a> ist der Ethics Canvas ein allgemeineres Brainstorming- und Analyse-Tool, das sich nicht mit der konkreten Risikoabschätzung von Technologien befasst. Wie MEESTAR beruht der Ethics Canvas auf dem gemeinsamen Austausch der Stakeholder. Unterschiedliche Perspektiven und Interessen werden sichtbar. Aber auch hier gibt es  &#8211; wie bei MEESTAR &#8211; keine Lösung für Wert- und Interessenkonflikte, &#8211; außer Kompromisse, die in der Diskussion gefunden werden müssen und bei denen sich Machtverhältnisse negativ auswirken können.</p>
<p>Was ich beim Ethics Canvas vermisse, ist die <em>Raum</em>kategorie bzw. die Frage, wie sich eine Technologie auf die Raumbildung  und -gestaltung auswirkt, &#8211; ein ganz wichtiges Thema im Hinblick auf Sozialräume bzw. die Smart City-Diskussion.</p>
<p>Was MEESTAR und Ethics Canvas beide nicht bieten, sind Alternativen zu den behandelten Technologien. Man hat nur die Möglichkeit, sich mit einem bestimmten technischen Produkt zu befassen und keine Chance,  über die Sinnhaftigkeit des gesamten Projekts und dessen Annahmen und Ziele zu sprechen. Dieses Denken in Alternativen wird dagegen von Szenario-Methoden gefördert. Hier können Teilnehmer*innen die Frage diskutieren, welche Zukunft und welche Technologien sie sich aus normativer Perspektive wünschen. Mehr zu Szenario-Methoden im nächsten Blog-Artikel.</p>
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		<title>Ethische Bewertung von Technologien (Teil 2) &#8211; die MEESTAR-Methode</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2020 18:38:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benutzerfreundlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Im letzten Blogartikel habe ich den Aufsatz von Reijers u.a. (2018) vorgestellt. Die Autoren besprechen 35 Methoden, mit denen ein ethisches Assessment von Technologien durchgeführt werden kann. An den Methoden kritisieren die  Autoren, dass sie zu wenig partizipativ seien. Unter den Verfassern des oben verlinkten Aufsatzes ist auch Karsten Weber, der 2019 auf der Jahrestagung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/ethische-bewertung-von-technologien-welche-methoden-gibt-es-teil-i/" target="_blank" rel="noopener">Blogartikel</a> habe ich den <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s11948-017-9961-8" target="_blank" rel="noopener">Aufsatz von Reijers u.a. (2018)</a> vorgestellt. Die Autoren besprechen 35 Methoden, mit denen ein ethisches Assessment von Technologien durchgeführt werden kann. An den Methoden kritisieren die  Autoren, dass sie zu wenig partizipativ seien.</p>
<p>Unter den Verfassern des oben verlinkten Aufsatzes ist auch Karsten Weber, der 2019 auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik praxisorientierte &#8220;Methoden der  ethischen Evaluation von IT&#8221; vorstellte. In seinem Papier im <a href="https://dl.gi.de/handle/20.500.12116/25099" target="_blank" rel="noopener">Tagungsband</a> der INFORMATIK 2019, S. 431-444, stellt er u.a. die MEESTAR-Methode als ein &#8220;Modell zur ethischen Evaluation sozio-technischer Arrangements&#8221; vor. Die Methode, an deren Entwicklung er mitwirkte, ermöglicht ein partizipatives und diskursethisches Evaluations-Verfahren. Stakeholder, die eine Technik entwickeln, einsetzen und nutzen treten mit ihren ganz unterschiedlichen Interessen und Perspektiven in einen inhaltlichen Austausch untereinander.  Die Vielfalt der Perspektiven ist gewollt. Sie ist eine Bereicherung, weil sie alle möglichen Probleme und Aspekte  eines Technikeinsatzes auf die Agenda bringt.</p>
<p>Ziel des Verfahrens ist eine Kompromissfindung unter den Stakeholdern. Die Ergebnisse aus dem Verfahren sollen dann in die Forschung und Entwicklung zurückfliessen, &#8211; im Idealfall nicht erst am Ende, sondern schon während der Technikentwicklung. MEESTAR kann und soll mehrmals während eines Technikprojektes eingesetzt werden (&#8220;iterativ&#8221;), und kann übrigens auch in <em>technikfernen</em> Situationen, in denen moralische Konflikte vorliegen, sehr gute Dienste leisten.</p>
<p>MEESTAR wurde als Instrument der angewandten Ethik für konkrete Technikeinsätze in der Praxis entwickelt, nicht zur allgemeinen Reflexion moralischer Aspekte von Technologien. Entstanden ist die Evaluations-Methode im Rahmen eines Technikprojektes in der Pflege. Sie wird zwischenzeitlich öfters bei öffentlichen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben eingesetzt.</p>
<p>MEESTAR funktioniert wie folgt:</p>
<p>Für die Bewertung der Technik braucht man<strong> moralische Dimensionen</strong> wie: Selbstbestimmung, Sicherheit, Gerechtigkeit, Privatheit usw.  Diese Dimensionen sind nicht fest vorgegeben. Man erhält sie durch</p>
<ol>
<li>eine Literaturrecherche in Bezug auf die konkrete Technologie und ihre möglichen Folgen</li>
<li>Action Sheets: hier setzen sich die Beteiligten mit den Anwendungsszenarien der einzusetzenden Technik im Detail auseinander. Welche Gefahren und Probleme könnten auftreten? Alternativ kann auch ein <a href="https://www.ethicscanvas.org/index.html" target="_blank" rel="noopener">Ethics Canvas</a> genutzt werden. Dazu mehr im nächsten Blogartikel.</li>
</ol>
<p>Betrachtet werden die moralischen Dimensionen aus <strong>drei Perspektiven</strong>: der individuellen, organisationalen und gesellschaftlichen. Je nach Perspektive werden manche moralische Dimensionen  ganz unterschiedlich bewertet. Weber führt das Beispiel der &#8220;Privatheit&#8221; an: während Nutzer darunter z.B. eine Wohnung ohne Beobachtungstechnologie verstehen, können kommerzielle Dienstleister Privatheit mit Sensoren in Smart Homes in Einklang bringen, sofern deren Einsatz den Vorgaben der DSGVO entspricht. Hier muss man einen Kompromiss unter den Beteiligten finden.</p>
<p>Zur ethischen Risikoabschätzung dienen dann die folgenden <strong>vier Stufen</strong> (siehe Weber 2019, S. 434):</p>
<ul>
<li>Stufe 1: Anwendung ist aus ethischer Sicht völlig unbedenklich</li>
<li>Stufe 2: Anwendung weist ethische Sensibilität auf</li>
<li>Stufe 3: Anwendung ist ethisch äußerst sensibel</li>
<li>Stufe 4: Anwendung ist aus ethischer Sicht abzulehnen</li>
</ul>
<p>Wobei es auch hier um Kompromissfindung geht, denn bei einer Anwendung können Werte wie Selbstbestimmung und Privatheit berücksichtigt, aber Gerechtigkeit und Teilhabe verletzt sein. Man muss &#8211; um Stufe 1 zu erreichen &#8211; dann bei den beiden letzten Punkten nachbessern. Wenn das nicht möglich ist, dann wird auch eine Anwendung nicht klar in eine Stufe eingeordnet werden können, sondern in sich Wertekonflikte bzw. &#8211; kompromisse tragen, &#8211; so zumindest mein Eindruck.</p>
<p>Laut Weber ist ein partizipatives ethisches Evaluationsverfahren von Technik wichtig, nicht nur aus Gründen der Ethik selbst, sondern um eine hohe Gebrauchstauglichkeit bzw. usability von Technologien zu erzielen. Ihm zufolge ist aber die Bereitschaft, möglichst viele und vielfältige Stakeholder in ethische Bewertungsprozesse einzubeziehen in der Praxis &#8220;oftmals nicht gegeben&#8221; (Weber 2019, 442).</p>
<p>Sozialorganisationen, die zunehmend in ihrem Alltag mit Technik konfrontiert sind und diese im Umgang mit ihren Klienten anwenden, sollten unbedingt ein ethisches Assessment von Technologien vornehmen, um die richtige Auswahl an Tools treffen zu können. Gerade wo Anwendungen in Auftrag gegeben oder eingekauft werden, hat man die Wahl oder muss sich eine Wahlsituation schaffen. Ethische Aspekte sollten in Ausschreibungen ihren Platz finden. Einrichtungen und ihre Verbände brauchen ethische Leitlinien für den Umgang mit Technik, Daten und Algorithmen.</p>
<p>Wer noch weitere Informationen zu MEESTAR sucht, wird bei der <a href="https://www.feag-elkb.de/arbeitsfelder/forschung" target="_blank" rel="noopener">Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen</a> fündig.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Smart Homes und AAL – ethische Herausforderungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2019 10:22:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
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		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
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					<description><![CDATA[Smart Home-Technologien sind auf dem Vormarsch. Auf der Basis vernetzter Geräte und automatisierter Abläufe sollen Energieeffizienz und Lebensqualität von Räumen und Quartieren gesteigert werden. Speziell im Hinblick auf alte Menschen, Menschen mit Demenz und Menschen mit Behinderung versprechen altersgerechte Assistenzsysteme und Smart Services ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Bei den AAL (Altersgerechten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Smart Home-Technologien sind auf dem Vormarsch. Auf der Basis vernetzter Geräte und automatisierter Abläufe sollen Energieeffizienz und Lebensqualität von Räumen und Quartieren gesteigert werden. Speziell im Hinblick auf alte Menschen, Menschen mit Demenz und Menschen mit Behinderung versprechen altersgerechte Assistenzsysteme und Smart Services ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden.</p>
<p>Bei den AAL (Altersgerechten Assistenzsystemen) und Smart Services kommunizieren Geräte nicht nur untereinander, sondern auch mit den Bewohner*innen selbst und mit deren sozialem Umfeld (Angehörige, Pflegedienste). Sensoren an Gegenständen, an der Kleidung sowie Videokameras und Mikrophone ermöglichen eine Überwachung in Echtzeit und generieren fortlaufend Daten über die Bewegungsabläufe und den Gesundheitszustand der Bewohner*innen. Die intelligenten Geräte erinnern an die Einnahme von Medikamenten und an Verabredungen („nudging“). Sie ermöglichen den Kontakt zwischen dem Bewohner, seinem sozialen Umfeld und seinen pflegerischen und medizinischen Dienstleistern.</p>
<p>Smart Home-Technologien werfen ethische Fragen auf: einerseits unterstützen sie das selbstständige Wohnen, andererseits bedrohen sie die Privatsphäre des einzelnen angesichts des allgegenwärtigen Sensoring und Monitorings. Brolcháin/Gordijn setzen sich in ihrem Aufsatz <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10676-019-09507-0" target="_blank" rel="noopener">„Privacy challenges in smart homes for people with dementia and people with intellectual disabilities“ (2019)</a> mit den ethischen Herausforderungen von Smart Homes mit Blick auf die Privatheit auseinander. Die Fragen, die sie aufwerfen, berühren nicht nur die Zielgruppe „Menschen mit Demenz/mit Lernbehinderung“, sondern sind für alle Stakeholder des Smart Home-Themas relevant, d.h. für Bürger*innen, Technologieentwickler*innen, Smart Home-Anbieter, Stadtplaner*innen, soziale Dienste usw.</p>
<p>Brolcháin/Gordijn beleuchten fünf Dimensionen von Privatheit:</p>
<ul>
<li><strong>Informational privacy:</strong> in Smart Homes werden Daten gesammelt und gespeichert.<br />
Wer hat Zugriff auf die Daten, wie sicher sind sie gespeichert? Wie steht es um die Informationskontrolle seitens der Bewohner*innen? Auch bei einer Anonymisierung der Daten besteht die Gefahr einer Re-Identifizierung. Werden die vorhandenen Daten für das „Nudging“ eingesetzt, also das Verhalten des Bewohners manipuliert?</li>
<li><strong>Physical privacy:</strong> inwieweit werden die häusliche und körperliche Intimität durch Sensoren, Kameras und Audioaufzeichnungen gefährdet?</li>
<li><strong>Associational privacy:</strong> wer erhält über Kameras Einblick in den Haushalt eines Bewohners und ist über Monitore präsent in dessen vier Wänden?</li>
<li><strong>Proprietary privacy:</strong> nicht nur die körperliche Privatsphäre, auch die seelische und geistige wird durch Gesichts- und Emotionserkennungs-Software bedroht</li>
<li><strong>Decisional privacy:</strong> einerseits soll das Smart Home Bewohner*innen bei den Aufgaben des Alltags unterstützen. Andererseits gehen bei automatisierter Unterstützung Kompetenzen verloren und können aufgrund des Nudgings und des Monitorings Entscheidungen nicht mehr autonom gefällt werden.</li>
</ul>
<p>Um die Privatheit in Smart Homes zu wahren, schlagen Brolcháin/Gordijn folgendes vor:</p>
<p>Eine <strong>informierte Einwilligung</strong> („informed consent“) der Bewohner*innen von Smart Homes in die Datenerhebung, &#8211; verarbeitung und -speicherung muss eingeholt werden, &#8211; ist aber nicht ausreichend,</p>
<ul>
<li>denn nicht nur der Bewohner, sondern auch seine Gäste werden vom Sensoring und Monitoring berührt</li>
<li><em>eine</em> Einwilligungserklärung kann nicht die Bandbreite der Privatheitswünsche für ganz unterschiedliche Situationen abdecken.</li>
</ul>
<p>Brolcháin/Gordijn plädieren deshalb für folgendes (S. 261):</p>
<ol>
<li>Für eine <em>kontext</em>abhängige Bestimmung der Privatsphäre, die der Bewohner je nach Situation vornehmen soll</li>
<li>Für eine <em>kontext</em>abhängige Bestimmung, wer Zugriff auf welche Daten hat oder ob die Datenerhebung und -verarbeitung im Einzelfall blockiert werden soll</li>
</ol>
<p>In der Praxis bedeutet dies: der Bewohner eines Smart Homes wird mehrmals täglich in wechselnden Situationen um seine Einwilligung in die privacy-Settings gebeten, die er/sie dann je nach Situation unterschiedlich bestimmen kann. Die Einwilligungsformulare sollen digital vorliegen, d.h. auf tablets oder auf Bildschirmen in der Wohnung eingespielt werden. Auch Besucher*innen werden um ihre Einwilligung in die Datenerhebung und -verarbeitung gebeten. Bewohner*innen und Gäste sollen mehrmals täglich daran erinnert werden, dass eine Überwachung durch Sensoren und Kameras stattfindet. Brolcháin/Gordijn räumen ein, dass solch eine situativ zu erteilende Einwilligung für die Bewohner*innen zur echten Bürde werden kann, &#8211; sehen aber im Einzelfall keine andere Lösung.</p>
<p>Kritiker der informierten Einwilligung würden Brolcháin/Gordijn aus folgenden Gründen widersprechen:</p>
<p>Bei einer permanenten Abfrage von Privatheitswüschen wird die informierte Einwilligung schnell zu einem Ritual, bei dem man Fragen einfach „wegklickt“, um seine Ruhe zu haben, in diesem Fall erfolgt die Einwilligung faktisch <em>uninformiert</em> (<a href="https://netzpolitik.org/2017/die-informierte-einwilligung-ein-datenschutzphantom/" target="_blank" rel="noopener">Hofmann/Bergemann 2017</a>). Der einzelne ist auch deshalb mit einer solchen Individualisierung der Datenschutzverantwortung überfordert, weil unser Urteil situativ ist (und laut Brolcháin/Gordijn explizit auch situativ sein soll). Wir überblicken aber in der Regel nicht den Wert unserer Daten, der sich durch deren Zusammenführungen ergibt (Big Data) und in Zukunft ergeben kann. Durch das Machtungleichgewicht zwischen dem einzelnen und den digitalen Anbietern können letztere ihre Datenforderungen „nahezu unbegrenzt“ (Hofmann/Bergemann) anheben, &#8211; der einzelne wird zustimmen, wenn er die digitale Leistung oder das Smarte Home nicht verlieren will. Viele individuelle uninformierte Einwilligungen können aber im Endergebnis zu negativen Folgen für das Gemeinwohl führen. Deshalb plädieren <a href="https://netzpolitik.org/2017/die-informierte-einwilligung-ein-datenschutzphantom/" target="_blank" rel="noopener">Hofmann/Bergemann (2017)</a> dafür, das „Datenschutzphantom“ der informierten Einwilligung von seinem Sockel als zentrales Datenschutzinstrument zu stoßen und andere Regulierungsformen in den Blick zu nehmen.</p>
<p>Dass dabei gesetzliche Regelungen eine ganz zentrale Rolle spielen sollten, wird auch von Brolcháin/Gordijn vertreten. Denn sie räumen ein, dass ihr Vorschlag einer situativ zu erteilenden Einwilligung die Zunahme der Datenerhebung und Verletzung der Privatsphäre letztlich gar nicht verhindern kann, weil Unternehmen dazu neigen, nach und nach ständig mehr Daten einzusammeln und sich dafür sukzessive die Zustimmung einzuholen. Kritiker sehen in der informierten Einwilligung denn auch eine ideale Grundlage für den zeitgenössischen Datenkapitalismus. Brolcháin/Gordijn fordern, dass Regierungen der Wirtschaft verbindlich vorgeben, welche Art von Daten überhaupt erhoben werden dürfen und wie viele Einwilligungen mit welchem Umfang Bürger*innen vorgelegt werden können, &#8211; unter besonderer Berücksichtigung derjenigen, die beeinträchtigt und hilfsbedürftig sind.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Ethik &#8211; welche Antworten gibt die Sozialarbeit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2019 14:30:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Digitalisierung verändert unsere materielle, biologische und soziokulturelle Welt. Die neuen Technologien haben erhebliche ethische und soziale Folgen. Werte, die in der UN-Menschenrechtserklärung, in der EU-Grundrechtecharta , dem EU-Grundlagenvertrag und diversen nationalen Verfassungen niedergelegt sind, werden durch die Veränderungen im Zuge der Digitalisierung berührt. Royakkers u.a. (2018), aber auch die EDPS Ethics Advisory Group (2018) [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung verändert unsere materielle, biologische und soziokulturelle Welt. Die neuen Technologien haben erhebliche ethische und soziale Folgen. Werte, die in der UN-Menschenrechtserklärung, in der EU-Grundrechtecharta , dem EU-Grundlagenvertrag und diversen nationalen Verfassungen niedergelegt sind, werden durch die Veränderungen im Zuge der Digitalisierung berührt. <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10676-018-9452-x" target="_blank" rel="noopener">Royakkers u.a. (2018)</a>, aber auch die <a href="https://edps.europa.eu/sites/edp/files/publication/18-01-25_eag_report_en.pdf" target="_blank" rel="noopener">EDPS Ethics Advisory Group (2018)</a> stellen eine Sammlung tangierter Werte zusammen: Würde, Autonomie, Sicherheit, Privatheit, Demokratie, Machtbalance, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität.</p>
<p>Drei Beispiele für ethische Herausforderungen durch die Digitalisierung:<br />
<em>Würde</em>: Inwieweit verliert der einzelne seinen Status als ganzheitliche &#8220;Person&#8221;, wenn er/sie durch algorithmisches Profiling und automatisierte Entscheidungen als &#8220;Datenaggregat&#8221; oder bloßer &#8220;Datenpunkt&#8221; behandelt wird?<br />
<em>Autonomie</em>: Wie sehr wird man durch persuasive Technologien manipuliert, die das menschliche Verhalten steuern?<br />
<em>Gleichheit</em>: Inwieweit diskriminieren automatisierte Entscheidungen den einzelnen?</p>
<p>Auch in der internationalen Sozialarbeit sind automatisierte Informations- und Entscheidungssysteme auf dem Vormarsch.  Die gemeinnützige Organisation <a href="https://algorithmwatch.org/" target="_blank" rel="noopener">Algorithm Watch</a> hat im Januar 2019 einen <a href="https://algorithmwatch.org/en/automating-society/" target="_blank" rel="noopener">Bericht</a> über den Stand des &#8220;automated decision-making&#8221; (ADM) in zwölf europäischen Ländern veröffentlicht und im April 2019 einen <a href="https://atlas.algorithmwatch.org/report" target="_blank" rel="noopener">Atlas</a> über das ADM in Deutschland.  In immer mehr Feldern kommen ADM-Systeme zum Einsatz, &#8211; auch im Wohlfahrtsbereich, wo Quartiere nach Risiko-Indikatoren &#8220;bepunktet&#8221; werden wie in Dänemark oder Daten aggregiert werden, um Risikofaktoren in der Kinder- und Jugendarbeit herauszufinden (Finnland).</p>
<p>An der Entwicklung und Einführung elektronischer Informationssysteme zur Falldokumentation ist die hiesige Sozialarbeit nur mangelhaft beteiligt. Zu wenig fordert sie ihre Teilhabe in diesem Feld ein und zu wenig wird die Digitalisierung auf Professions- und Einrichtungsebene systematisch reflektiert. Die Auseinandersetzung mit IuK-Technologien ist nicht im &#8220;Kerncurriculum Soziale Arbeit&#8221; der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit verankert, ebenso fehlen der sozialen Profession Standards, wie im Alltag mit den neuen Technologien umzugehen ist, &#8211; in einem anderen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wie-steht-es-um-die-digitalen-kompetenzen-der-sozialen-arbeitrbeit/" target="_blank" rel="noopener">Blogartikel</a> habe ich mich mit diesem Thema befasst bzw. mit den amerikanischen &#8220;Standards for Technology in Social Work Practice&#8221;.</p>
<p>Beide Säulen (IuK in Kerncurriculum, Technologiestandards in der sozialarbeiterischen Praxis) bräuchte die Profession dringend. Und ebenso notwendig sind ethische Leitlinien auf Professions- aber auch auf Einrichtungsebene, um eine Richtschnur mit Werten und richtigem Handeln für den Umgang mit den neuen technologischen Herausforderungen zu haben.</p>
<p>Solche Leitlinien müssten vor Ort partizipativ erarbeitet werden: da Sozialleistungen durch Koproduktion entstehen, müssen auch ethische Leitlinien im Rahmen eines Co-Design-Prozesses formuliert werden, d.h. gemeinsam mit Klienten, Angehörigen, Unterstützern, Ehrenamtlichen usw. So würde das Thema &#8220;digitale Ethik&#8221; auch stärker in die lokale Zivilgesellschaft getragen werden, wo es momentan noch nicht verankert ist, mit äußerst negativen Folgen im Hinblick auf die Machtbalance zwischen Staat und Firmen als wichtige (big data)-Player auf der einen und der Zivilgesellschaft auf der anderen Seite . Neue Bündnisse könnten entstehen und die Sozialarbeit würde ihrem Selbstanspruch als &#8220;Menschenrechtsprofession&#8221; gerecht.</p>
<p>Momentan ist da, wo eine kritische professionelle Diskussion über die Chancen, Gefahren und ethischen Herausforderungen der Digitalisierung sein sollte, aber noch eine große Leerstelle, bei der nicht klar ist, ob und wann die Profession sie füllen wird. Auch in den Einrichtungen selbst ist es mit dieser Diskussion nicht weit her.  &#8220;Digitalwerkstätten&#8221; auf lokaler Ebene mit allen Stakeholdern einer Einrichtung könnten hier Abhilfe schaffen.</p>
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		<item>
		<title>Wie steht es um die digitalen Kompetenzen der Sozialen Arbeit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 18:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Profession]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie gut aufgestellt sind hierzulande die Fachkräfte der Sozialen Arbeit, wenn es um die Nutzung digitaler Instrumente im Arbeitsalltag geht? Wie gut kennen sie die Vor- und Nachteile der neuen Technologien? Hat die Profession ethische Standards, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern? Welchen Stellenwert nimmt die Auseinandersetzung mit neuen Technologien in den Studiengängen der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gut aufgestellt sind hierzulande die Fachkräfte der Sozialen Arbeit, wenn es um die Nutzung digitaler Instrumente im Arbeitsalltag geht? Wie gut kennen sie die Vor- und Nachteile der neuen Technologien? Hat die Profession ethische Standards, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern? Welchen Stellenwert nimmt die Auseinandersetzung mit neuen Technologien in den Studiengängen der Sozialen Arbeit ein?</p>
<p><a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/15228835.2017.1277913?journalCode=wths20" target="_blank" rel="noopener">Zorn und Seelmeyer (2017)</a> bedauern in ihrem Aufsatz, dass IuK-Technologien  im aktuellen <a href="https://www.dgsa.de/ueber-uns/kerncurriculum-soziale-arbeit/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;Kerncurriculum Soziale Arbeit&#8221;</a>, entwickelt von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (2017), keine Rolle spielen. Dabei will das Kerncurriculum der Standard für die Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen Sozialer Arbeit sein und einen Rahmen formulieren &#8220;welche Studieninhalte in jedem Studiengang der Sozialen Arbeit vorkommen sollten&#8221; (DGSA, Curriculum S. 1).</p>
<p>Im Unterschied dazu haben mehrere amerikanische Verbände der Sozialen Arbeit ebenfalls im Jahr 2017 gemeinsame <a href="https://www.aswb.org/announcements/technology-standards-in-social-work-practice/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;Standards for Technology in Social Work Practice&#8221;</a> ausgearbeitet. Insgesamt 55 Standards wurden entwickelt für die Bereiche</p>
<ul>
<li>Öffentlichkeitsarbeit</li>
<li>Soziale Dienstleistungen</li>
<li>Informationsgewinnung, &#8211; verwaltung und -speicherung</li>
<li>Ausbildung und Supervision</li>
</ul>
<p>Aus dieser Standardsammlung möchte ich sieben herausgreifen, um den konzeptionellen Rahmen der Sammlung deutlich zu machen:</p>
<ol>
<li>Sozialarbeiter/innen müssen qualifiziert werden, damit sie die neuen Technologien im Arbeitsalltag sicher, kompetent und ethisch korrekt einsetzen können.  Ausbildung, Beratung, Supervision und Training sollten zur Verfügung stehen, um den technologischen Wandel kontinuierlich zu begleiten und aufzuarbeiten (Standard 2.06, S. 16)</li>
<li>Sozialarbeiter/innen sollten die Vorteile, aber auch die Risiken elektronischer sozialer Dienste genau kennen und im Einzelfall abwägen, ob elektronische Angebote dem Nutzer einen Mehrwert bringen oder ob auf alternative Angebote zurückgegriffen werden sollte (Standard 2.01, S. 11)</li>
<li>Im Umgang mit den Klienten ist nicht nur deren psychosoziale Situation abzufragen, sondern auch deren Umgang mit Technologien: welche Stärken, Bedürfnisse, Risiken und Schwierigkeiten liegen hier vor? &#8220;With the increasing use of technology in society, it is important for social workers to also consider clients&#8217; relationship and comfort with technology&#8221;.  (Standard 2.05, S. 15)</li>
<li>&#8220;Informed Consent&#8221;: Die Nutzer sozialer Dienste müssen durch die Sozialarbeiter/innen über Vorteile und Risiken der elektronischen Dienste aufgeklärt werden. Die Nutzer brauchen einen Entscheidungsspielraum (Standard 2.04, S. 14)</li>
<li>Wenn Sozialarbeiter/innen Social Media nutzen, dann brauchen sie dafür eine Social Media Policy, die auch den Klienten sozialer Dienste bekannt sein muss: &#8220;The social media policy should be reviewed with clients during the initial interview in the social worker-client relationship and revisited and updated as needed&#8221; (Standard 2.10, S. 18)</li>
<li>Wenn Sozialorganisationen neue Technologien einsetzen wollen, dann sollte die Soziale Arbeit darauf drängen, dass hier nicht Wirtschaftlichkeit und Kostenersparnis  im Vordergrund stehen, sondern die Bedürfnisse der Klienten: &#8220;they shall prioritize the needs of their clients&#8221; (Standard 2.17, S. 23)</li>
<li>Zu den Aufgaben der Sozialen Arbeit gehört es auch, den Zugang zu neuen Technologien für ihre Klientel einzufordern, insbesondere für Arme, für Menschen mit Behinderung, für Menschen mit  fehlenden Sprachkenntnissen und solchen, die ungeübt im Umgang mit digitalen Technologien sind. &#8220;Having access to appropriate technology may also be a concern for social workers themselves. Social workers may need to advocate within their organizations and communities to ensure that they have access to technology that is required to perform their jobs effectively.&#8221; (Standard 2.21, S. 26f).</li>
</ol>
<p>Inwieweit ist die hiesige Praxis der Sozialen Arbeit mit solchen Standards vertraut? Inwieweit werden heute schon angehende Sozialarbeiter/innen aller Studienniveaus umfassend auf die digitale Sozialarbeit vorbereitet?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Folgen der Digitalisierung für die Koproduktion im Sozialsektor</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/folgen-der-digitalisierung-fuer-die-koproduktion-im-sozialsektor/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2018 10:02:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialsektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: „The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018), wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen. In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: <a href="http://technologygovernance.eu/files/main//2017090403424444.pdf" target="_blank" rel="noopener">„The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018)</a>, wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die aktive Beteiligung von Klienten bzw. Nutzern sozialer Dienste können letztere nicht wirklich erfolgreich erbracht werden. Über die Koproduktion im Sozialbereich sind hier im Blog schon einige Artikel veröffentlicht worden, &#8211; wer sich näher informieren möchte recherchiert einfach unter dem Schlagwort <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tag/koproduktion/" target="_blank" rel="noopener">„Koproduktion“</a>.</p>
<p>Veiko Lember geht in seinem Aufsatz davon aus, dass durch die zunehmende Digitalisierung unserer Lebenswelt die etablierten Koproduktionsverfahren im Bereich öffentlicher Dienstleistungen a) <em>ergänzt</em> b) <em>ersetzt</em> oder c) <em>verändert</em> werden. Im Sozialbereich ist also mit folgendem zu rechnen:</p>
<ol>
<li><em>Ergänzung der Koproduktion:</em><br />
Die Digitalisierung hilft sozialen Organisationen dabei, sich mit ihren Nutzern besser zu koordinieren und mehr Informationen bereit zu stellen (Lember 2018, 4). Über Apps wird Hilfe und Beratung geleistet, Bildtelefonie, Videos, Chaträume, Online-Lernprogramme und Online-Coaching helfen Nutzern dabei, ihre Probleme gemeinsam mit der sozialen Profession zu lösen. Nutzer/innen bringen in diese Prozesse ihr eigenes Wissen und auch ihre Daten ein (Gesundheitsdaten, Fitnessdaten, Klienten-Aufzeichnungen usw.). Die Nutzerdaten ergänzen hier die Koproduktion und ersetzen sie nicht wie im Fall einer Automatisierung, die im folgenden Punkt behandelt wird.</li>
<li><em>Ersetzung der Koproduktion:</em><br />
Wenn Klientendaten automatisiert erhoben und ausgewertet werden, wenn dadurch automatisch Dienstleistungsprozesse starten und das Verhalten oder die gesundheitliche Situation von Klienten nicht nur für den Moment analysiert, sondern auch vorausgesagt werden, dann wird die handlungsorientierte und gemeinschaftliche Koproduktion ersetzt durch Technologien (Lember 2018, 6). Dies ist heute schon der Fall im Bereich der Psychiatrie, wo Klienten mit Sensoren und Kameras überwacht werden und auch in der Pflege, wo Sensoren, Smart-Home-Technik, Telemonitoring und Telecare Klienten überwachen und Hilfseinsätze automatisiert ausgelöst werden. Algorithmen helfen bei der Auswertung von Klientendaten und ermöglichen das Vorhersehen von Krisensituationen. In diesem Setting spielt der Nutzer eine komplett <em>passive</em> Rolle .Die Koproduktion kann jedoch auch ersetzt werden durch eine <em>aktive</em> Rolle des Nutzers (Lember 2018, 7). Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verabschieden sich von öffentlichen oder gemeinnützigen Dienstleistern und entscheiden sich für die Selbstorganisation. Gemeinsam mit anderen gründen sie Pflege-WGs, Kindertagesstätten, gemeinschaftliches Wohnen für Menschen mit Behinderungen, Hilfsdienste und Nachbarschaftsinitiativen. Die digitalen Technologien und Plattformen helfen Bürgern bei der Selbstorganisation und ersetzen so die traditionellen Koproduktionsprozesse.</li>
<li><em>Veränderung der Koproduktion:</em><br />
Laut Lember (2018, 4) entstehen durch die digitalen Technologien ganz neue Settings in der Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Organisationen. Dazu zählen u.a.  das crowdsourcing (Bürgerwissen oder Spenden werden für soziale Organisationen über digitale Plattformen gesammelt), Hackathons (Bürger entwickeln für die Sozialwirtschaft neue digitale Tools) und gamification (über Online-Spiele und Wettbewerbe mit Rankings wird das Nutzerverhalten beeinflusst).</li>
</ol>
<p>Lember kritisiert, dass die im Koproduktionsprozess eingesetzten Technologien zumeist nicht von Bürgern, sondern den Organisationen ausgewählt werden &#8211; auch im Sozialbereich. Es sind damit die Organisationen, die bestimmen, was? wie? erhoben und angeboten wird. Die eingesetzten Technologien sind zumeist im Besitz von privaten Unternehmen. Hier sammeln sich Macht und Intransparenz.</p>
<p>Viele der digitalen Angebote gehen am Bedarf der Nutzer/innen vorbei, weil diese kein Mitspracherecht haben und auch soziale Organisationen können ihr Wissen gegenüber den Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, die viele der digitalen Angebote entwickeln, zumeist nicht durchsetzen. Dies zeigt sich deutlich in der Pflege, siehe die Studie <a href="https://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/projekte/BMG_ePflege_Abschlussbericht_final.pdf" target="_blank" rel="noopener">ePflege</a> aus dem Jahr 2017. Auch die Exklusion von Nutzern spricht Veiko Lember an (2018, 9), &#8211; Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien haben und an der digitalen Koproduktion deshalb nicht mitwirken können.</p>
<p>Soll die Koproduktion mit Hilfe digitaler Technologien auf Akzeptanz stoßen, müssen die Nutzer/innen <em>Mitsprachemöglichkeiten</em> haben, wenn es um die Auswahl und Ausgestaltung der Technologien geht. Dass im Alltag sehr häufig top down-Technologien eingesetzt werden, zeigt auch der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/smart-city-smarte-partizipation/" target="_blank" rel="noopener">letzte Blogbeitrag</a> über Cardullo/Kitchins Studie zum Thema Partizipation in der Smart City (2017).</p>
<p><em>Digitale Teilhabe</em> muss auch in der Sozialwirtschaft ein wichtiges Thema werden. Bastian Pelka schildert in seinem Aufsatz für den Sammelband von <a href="http://nomos-shop.de/Kreidenweis-Digitaler-Wandel-Sozialwirtschaft/productview.aspx?product=30116" target="_blank" rel="noopener">Kreidenweis (2018): &#8220;Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft&#8221;</a> einige Partizipationsprojekte (<a href="http://piksl.net/" target="_blank" rel="noopener">PIKSL</a>, MakerSpaces, FabLabs). Aber die digitale Teilhabe muss auch im Verhältnis Sozialorganisation und Nutzer/innen etabliert werden, nicht nur im Hinblick auf die Stellung des einzelnen in der digitalen Gesellschaft.</p>
<p><strong>Literatur:</strong><br />
Lember, Veiko (2018): The role of new technologies in co-production, in: Brandsen, T./Steen, T. /Verschuere, B. (Hrsg): Co-production and co-creation: engaging citizens in public service delivery. Routledge, im Erscheinen.</p>
<p>Pelka, Bastian (2018): Digitale Teilhabe: Aufgaben der Verbände und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, in: Kreidenweis, Helmut (Hrsg): Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft, Baden-Baden: Nomos</p>
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		<item>
		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 11) &#8211; Kooperationen im Quartier</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-teil-11-kooperationen-im-quartier/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Dec 2017 11:52:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Quartiersentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Ressource]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine gut verständliche Handreichung für die Bildung von gelingenden Kooperationen im Quartier hat jüngst die Stiftung Mitarbeit veröffentlicht. Das 40-seitige Papier basiert auf den Ergebnissen eines empirischen Forschungsprojektes in Niedersachsen, welches die Quartiersarbeit in einzelnen Stadtteilen dreier Kommunen untersuchte. Zwei dieser Quartiere gehören zum Bund-Länder-Programm &#8220;Soziale Stadt&#8221;, das Kooperationen fördert. Ein Quartier setzt die Kooperation [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine gut verständliche Handreichung für die <a href="https://www.mitarbeit.de/publikationen/shop/kooperationen_im_quartier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildung von gelingenden Kooperationen im Quartier</a> hat jüngst die Stiftung Mitarbeit veröffentlicht.</p>
<p>Das 40-seitige Papier basiert auf den Ergebnissen eines empirischen Forschungsprojektes in Niedersachsen, welches die Quartiersarbeit in einzelnen Stadtteilen dreier Kommunen untersuchte. Zwei dieser Quartiere gehören zum Bund-Länder-Programm &#8220;Soziale Stadt&#8221;, das Kooperationen fördert. Ein Quartier setzt die Kooperation in Eigenregie um, &#8211; hier war eine Bewohnerinitiative der zentrale Akteur.</p>
<p>Was wird in der Handreichung unter &#8220;Kooperation&#8221; verstanden? &#8220;Ein Zusammenschluss von Akteur/innen auf Quartiersebene, die zusammenarbeiten, um ein bestimmtes Projekt oder Ziel zu verwirklichen&#8221;(Gliszczynski 2017, 7), &#8211; im Mittelpunkt steht also das konkrete Umsetzen und nicht der bloße Informationsaustausch.</p>
<p>Folgende Bedingungen fördern Kooperationen im Quartier (Gliszczynski 2017, 9f):</p>
<ul>
<li>Ressourcen wie Zeit/Geld/Material/Räume müssen ausreichend verfügbar sein. Sie bilden die Mindestvoraussetzung für eine gelingende Kooperation, weil ohne Zeit Kontakte nicht gepflegt werden können</li>
<li>&#8220;belastbare persönliche Beziehungen&#8221; zwischen den Akteur/innen im Quartier</li>
<li>feste Kommunikationsstrukturen, u.a. durch regelmäßige Treffen im Quartier. Dies erleichtert die Kontaktaufnahme zu neuen Akteuren, die man noch nicht kennt und fördert das Wissen über die Strukturen im Viertel und die Potenziale anderer Akteure</li>
<li>ein regelmäßiger Austausch über die Quartiersentwicklung unter den Kooperationspartnern, entweder im Rahmen formeller oder informeller Treffen</li>
<li>gerade bei intensiven und formalisierten Kooperationen sind klare Ziele, die messbar sind und gut planbare Umsetzungsschritte erlauben, sehr wichtig</li>
<li>ebenso sind bei intensiven und formalisierten Formen der Kooperation  klare Verantwortlichkeiten, einschließlich klarer Führungs- und Koordinationsrollen, von Bedeutung</li>
</ul>
<p>Es verwundert, dass bei diesen Bedingungen nicht der &#8220;Netzwerk-Katalysator&#8221; oder der &#8220;Netzwerk-Treiber&#8221; auftaucht, &#8211; eine Rolle, die bei <a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/netzwerkarbeit-und-selbstorganisation-im-demografischen-wandel,1423.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bott (2014, 27ff) </a>oder <a href="https://www.kda.de/kdaShop/altersgerechtes-planen-bauen-und-wohnen/2010/handreichung-quartiersentwicklung-praktische-umsetzung-sozialraumorientierter-ansaetze-in-der-altenhilfe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehnert/Kremer-Preiß (2016, 74)</a> stärker betont wird. Auch Miriam Zimmer schreibt in ihrem Beitrag für die Handreichung, dass es Initiator/innen braucht, die für eine Kooperation werben, speziell in deren Anfangsphase (Zimmer 2017, 18).</p>
<p>Netzwerk-Katalysatoren sind aus meiner Sicht immer wichtig, auch nach der Gründungsphase eines Netzwerks. Sie setzen inhaltliche Impulse, holen neue Akteure ins Netzwerk, überwinden Flauten und suchen nach Unterstützern. Aber ihre Rolle ist in selbstorganisierten Netzwerken wahrscheinlich größer als in Kooperationen, die im Rahmen öffentlicher Programme initiiert und gefördert werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Soziale Innovationen in Nonprofits und die Rolle der Freiwilligen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/soziale-innovationen-in-nonprofits-und-die-rolle-der-freiwilligen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 10:18:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
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		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwillige]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz, über das DRK-Innovationslabor und denkt über Modelle sozialer Innovation nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere Innovationsorte brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/03/04/soziale-innovation-digitalisierung-beim-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz</a>, über das <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/10/22/barcamp-pecha-kucha-und-noch-viel-mehr-neue-formate-im-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DRK-Innovationslabor</a> und denkt über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/11/01/soziale-innovation-und-die-rolle-der-produktiven-avantgarde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Modelle sozialer Innovation</a> nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere <a href="https://ideequadrat.org/innovation_labs_sozialwirtschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innovationsorte </a>brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen bloggt über die Idee eines <a href="https://zeitzuteilen.blog/2017/07/25/zwischen-vision-und-wirklichkeit-innovationslabore/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">InnovationsLabors</a>.</p>
<p>&#8220;Soziale Innovationen&#8221; &#8211; was versteht man darunter? Man bezeichnet damit neue Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen, wobei die Innovationen auf Produkte und Dienste, Prozesse oder Strukturen zielen können.</p>
<p>In den obigen Beiträgen, aber auch anderswo und selbst in der Forschung, konzentriert sich das Nachdenken über soziale Innovationen zumeist auf die Nonprofit-Organisation und ihre Beschäftigten. Zu wenig diskutiert wird die Frage, welche Rolle die <em>freiwillig Engagierten</em> für Innovationsprozesse im Dritten Sektor spielen, obwohl die &#8220;Freiwilligenarbeit als <em>das</em> konstitutive Wesensmerkmal der sozialen Dienste&#8221; angesehen wird (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Gerade vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wo sind die Konzepte zum Thema &#8220;soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft&#8221;, die den Potenzialen der Freiwilligen in Nonprofit-Organisationen Rechnung tragen?</p>
<p>Schon 2013 untersuchte eine Studie des <a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSI </a>der Universität Heidelberg<a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a> <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/2013_12_17_Soziale_Innovationen_Spitzenverbaenden_FWp.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Soziale Innovationen in den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege&#8221;</a>, aus der das obige Zitat stammt.  Im Auftrag  der <a href="http://www.bagfw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege</a> wurde in Experteninterviews auch nach der Rolle des Ehrenamts bei sozialen Innovationen in den Wohlfahrtsverbänden gefragt. Die Antworten waren zwiespältig: einige sahen im Bereich der Freiwilligen keine Innovationspotenziale, da diese vor allem im Kontext &#8220;einfacher, operativer Aufgaben&#8221; eingesetzt würden (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Andere erkannten bei Freiwilligen die Fähigkeit, neuartige Impulse einzubringen, aber nur dann, wenn man ihnen auch Gestaltungsmöglichkeiten gibt und sie nicht , wie es noch oft geschieht, als &#8220;preiswerte Dienstleistungsunterstützung&#8221; einsetzt (ebd., 36). Von den Interviewten wurde vorgebracht, dass Freiwillige zwar gute Ideen haben können, ihnen aber die Expertise zu deren Umsetzung fehlt, so dass bei der Entwicklung und Implementation der sozialen Innovation das professionelle Know-how notwendig wird (ebd., 53).</p>
<p>Insgesamt ist das Thema, welche Rolle Freiwillige für soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft spielen, in der Forschung viel zu wenig präsent. Ein aktueller Aufsatz vom Oktober will hier Licht ins Dunkel bringen: <a href="http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0899764017734651" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Beyond Service Production: Volunteering for Social Innovation&#8221;</a> (open access) von de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017). Der Aufsatz geht aus einem von der EU geförderten Forschungsprojekt hervor (&#8220;<a href="http://itssoin.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ITSSOIN</a>&#8220;) , das den Impact des Dritten Sektors im Bereich sozialer Innovationen untersucht und zwar in neun Ländern. Interessierte am Thema finden in der <a href="http://itssoin.eu/publications" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publikationsliste des Projekts</a> viel Material.</p>
<p>Die Forschungsfrage, die sich de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017) stellten und im Rahmen von 26 Interviews mit Freiwilligenmanagern und Freiwilligen aus Nonprofit-Organisationen in acht europäischen Ländern untersuchten, lautete:  Welche Faktoren in Nonprofit-Organisationen fördern und welche behindern den Beitrag Freiwilliger an sozialen Innovationen?</p>
<p>Durch ihre operative Arbeit, durch ihre persönlichen Netzwerke und Kontakte zu den Zielgruppen und in das Gemeinwesen hinein, bekommen Freiwillige viel Feedback von der Basis, oft mehr als die professionellen Mitarbeiter/innen selbst.  Als &#8220;Augen und Ohren&#8221; der Organisation, wie die Wissenschaftler die Rolle der Freiwilligen bezeichnen, bringen sie Verbesserungsvorschläge ein. Ihre Kreativität wird gefördert, wenn sie Handlungsspielräume besitzen, d.h. wenn Organisationen nicht zentralisiert und hierarchisch sind.  Wichtig sei ein &#8220;sense of ownership&#8221; seitens der Freiwilligen (de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 10), d.h. sie müssen sich mit der Organisation identifizieren und das Gefühl haben, dass man ihre  Beiträge wertschätzt. Eine innerverbandliche Plattform kann Innovationen dann sammeln und weiterverbreiten, um den Transfer ehrenamtlich initiierter Projekte zu ermöglichen.</p>
<p>Eingeschränkt wird den Wissenschaftlern zufolge das Innovationspotenzial von Freiwilligen u.a. wenn</p>
<p>a) die Profession Vorschläge ablehnt, weil sie nicht zum Profil der Organisation passen. Eine Lösung könnte hier sein, ein Projekt zwar nicht hausintern zu implementieren, aber als Ausgründung zu unterstützen (&#8220;supported by&#8230;&#8221;)(de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 12). Die Förderung von Ausgründungen scheint aber bei den hiesigen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege keine strategische Option zu sein, wie die oben erwähnte CSI-Studie zeigt (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 55). Eine Haltung, über die man m. E. verbandsintern nochmals nachdenken müsste.  Geförderte Ausgründungen wären eine Form der Förderung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten, die viele Wohlfahrtsverbände für sich als Ziel definiert haben.</p>
<p>b) keine Ressourcen (Räume, Budgets, Materialien) für die Ideen von Freiwilligen bereitgestellt werden. Hier wird das Machtungleichgewicht zwischen Freiwilligen und Professionellen deutlich spürbar, &#8211; letztere kontrollieren die Ressourcen der Nonprofit-Organisation.  Da jedoch auch die Profession sehr häufig von den Ideen Freiwilliger profitiert, d.h. sie diese aufgreift und weiterentwickelt (siehe de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 15), müsste man hier m. E.  stärker nach Win-Win-Modellen suchen, die beide Seiten Nutzen bringen.</p>
<p>Um dem Innovationspotenzial Freiwilliger Rechnung zu tragen, dürften einige Aufgaben auf das Freiwilligenmanagement in Nonprofit-Organisationen zukommen, &#8211; aber nicht nur auf das Freiwilligenmanagement, denn das Thema &#8220;soziale Innovation&#8221; betrifft alle Bereiche und Stakeholder in der Sozialwirtschaft und muss mit anderen Themen (wie Digitalisierung, Diversity, demographischer Wandel, interorganisationale Netzwerke, Partizipation usw.) systematisch verknüpft werden.</p>
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		<title>Digitale Sozialräume &#8211; Hybride Sozialräume: Aufgaben für die Wohlfahrtspflege</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2017 17:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[digitaler Sozialraum]]></category>
		<category><![CDATA[hybrider Sozialraum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Digitalisierung des Sozialraums ist thematisch bei den Wohlfahrtsverbänden angekommen. Im Juni 2017 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Veranstaltung  zum Thema. Digitaler Sozialraum &#8211; hybrider Sozialraum &#8211; was versteht man darunter? Jonas Meine versucht eine Definition in seinem Aufsatz für den Band &#8220;Gestaltung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung des Sozialraums ist thematisch bei den Wohlfahrtsverbänden angekommen. Im Juni 2017 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine <a href="http://www.bagfw.de/aktivitaeten/detail/article/sozialraum-digital-chancen-und-herausforderungen-fuer-ein-miteinander-im-digitalen-zeitalter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veranstaltung </a> zum Thema. Digitaler Sozialraum &#8211; hybrider Sozialraum &#8211; was versteht man darunter?</p>
<p>Jonas Meine versucht eine Definition in seinem Aufsatz für den Band &#8220;<a href="http://www.nomos-shop.de/Hagemann-Gestaltung-Sozial-Gesundheitswesens-Zeitalter-Digitalisierung-technischer-Assistenz/productview.aspx?product=28627" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gestaltung des Sozial- und Gesundheitswesens im Zeitalter von Digitalisierung und Technischer Assistanz</a>&#8220;, herausgegeben von Tim Hagemann (2017). Reale Räume werden durch digitale Informationen in Form von Texten, Videos, Fotos, Audioaufnahmen, Web-Karten usw. angereichert. Reale soziale Netzwerke und digitale Netzwerke verschmelzen miteinander. Der Sozialraum wird durch diese Vermischung von digitalen und analogen Elementen zu einem &#8220;hybriden Raum&#8221;.  Dies führt dazu, dass</p>
<ul>
<li>  Menschen &#8220;denselben faktischen  Raum aufgrund der Durchdringung mit unterschiedlichen digitalen Hypertexten potenziell unterschiedlich erleben&#8221; (Meine 2017, 28)</li>
<li>Akteure sich nicht nur in einem Sozialraum befinden sondern in mehreren gleichzeitig</li>
<li>Stadtteile, Städte, Regionen und Landschaften durch die Anreicherung mit digitalen Elementen &#8220;neu&#8221; erfahrbar werden (ebd., 30)</li>
<li>sich neue Handlungsmöglichkeiten für die lokalen Akteure auftun und Praktiken des Alltags durch digitale Informationen verändert bzw. aktualisiert werden.</li>
</ul>
<p>Nicht alle Menschen entgrenzen ihren Sozialraum mit Hilfe digitaler Informationen und Netzwerke, &#8211;  speziell die Offliner nehmen hier nicht teil. Es kommt so zu einer &#8220;neuen Verteilung von Chancen und Risiken&#8221; in Sozialräumen, stellt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) im September 2017 fest. Wohlfahrtsverbände seien gefordert, der digitalen Spaltung und möglicher Ausgrenzung entgegenzutreten, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die gesellschaftliche Transformation im Zuge der Digitalisierung aktiv mitzugestalten.</p>
<p>Wohlfahrtsverbände fordern hierfür eine Anschubfinanzierung seitens des Staates, vergleichbar mit den öffentlichen Förderprogrammen im Bereich von <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-initiative-und-telemedizin/e-health-initiative.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Health</a>. Aufgebaut werden soll eine &#8220;soziale Infrastruktur 4.0&#8221;, die der Digitalisierung Rechnung trägt. Zu diesem Zweck haben die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und das Bundesfamilienministerium im September 2017 eine gemeinsame <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/07092017_strateg_Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Absichtserklärung </a>vorgelegt. Dieser zufolge muss in der freien Wohlfahrtspflege, die als das &#8220;gemeinwohlorientierte Gerüst der sozialen Infrastruktur&#8221; gilt, ein Organisationsentwicklungsprozess einsetzen, der die Verbände fit macht für die digitalen Sozialräume. Dafür wurden die folgenden Handlungsfelder mit dem Ministerium abgesteckt (siehe die <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/strateg._Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ_070917.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Absichtserklärung </a>samt Erläuterungen):</p>
<ol>
<li> In der sozialen Arbeit sollen analoge Angebote durch digitale ergänzt werden</li>
<li> Die verbandliche Engagement-Infrastruktur soll aus- und umgebaut werden, um den digitalen Anforderungen gerecht zu werden</li>
<li>Ausbau der Online-Beratung</li>
<li>Aus- und Weiterbildung der Haupt- und Ehrenamtlichen, damit diese die Herausforderungen der Digitalisierung in der sozialen Arbeit bewältigen können</li>
<li>Förderung von Management und Innovation:  Entwicklung sozial innovativer Dienstleistungsmodelle und neuer Struktureinheiten: &#8220;Methoden des Design Thinking und innovative IT-Lösungen von Querdenkern können technische und organisatorische Entwicklungsprozesse synchron befördern&#8221;.</li>
<li>Anpassung der verbandlichen Prozesse an die digitalen Innovationen durch Personal- und Organisationsentwicklung</li>
</ol>
<p>Die Absichtserklärung ist ein guter Schritt, um das Know-how der Verbände im Bereich der Digitalisierung voranzubringen. Die staatliche Förderung und die Berücksichtigung der Digitalisierung des Sozialraums auch in den Leistungsverträgen, die die freie Wohlfahrtspflege mit den öffentlichen Kassen abschließt, ist notwendig. Zwar warten im Unterschied zu den Verbänden zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung im Sozialraum befassen (wie <a href="https://freifunk.net/worum-geht-es/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freifunk</a>, <a href="http://socialbar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Socialbar</a>, <a href="https://codefor.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OK Labs</a>) nicht  erst auf staatliche Mittel, bevor sie loslegen und aktiv werden (um die &#8220;Innovationskraft&#8221; der Verbände, die in der Absichtserklärung so gefeiert wird, ist es lokal leider nicht immer so gut bestellt&#8230;).</p>
<p>Jedoch geht es hier tatsächlich um etwas anderes: es geht darum,  den Sozialsektor und die Sozialräume <em>in der Fläche</em> für die Digitalisierung fit zu machen. Das ist eine ganz zentrale Aufgabe, der sich der Staat nicht entziehen kann. Hier hätten schon vor Jahren entsprechende Programme aufgelegt werden müssen. Den Mangel an digitalen Kenntnissen von Nonprofits im Sozialraum habe ich schon oft in der Praxis erfahren und hier <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/im-blickpunkt-die-internet-praesenz-lokaler-nonprofits/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Blog</a> beklagt. Die Digitalisierung der Industrie (<a href="http://www.plattform-i40.de/I40/Navigation/DE/Home/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Industrie 4.0&#8221;</a>) und die Digitalisierung von <a href="http://www.arbeitenviernull.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeit</a>, <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-initiative-und-telemedizin/e-health-initiative.html#c2849" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesundheit </a>und <a href="https://www.rolandberger.com/de/Publications/pub_epflege.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pflege </a>haben staatliche Akteure schon längst auf ihrer Agenda, &#8211; warum nicht schon früher auch den Sozial- und Dritten Sektor? Vielleicht liegt dies auch an den Wohlfahrtsverbänden selbst, die &#8220;innerhalb der BAGFW keine abgestimmte Position zur Digitalisierung&#8221; haben, &#8211; so war zumindest noch der Stand im Juni 2017 <em>vor</em> der Absichtserklärung (<a href="http://www.bagfw.de/fileadmin/user_upload/2017_SozialraumDigital/Doku/Timm_Vortrag.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quelle</a>).</p>
<p>Update:  Auf caritas-digital befasst sich ein Text von <a href="http://www.caritas-digital.de/so-wird-die-digitale-transformation-zum-gewinn-fuer-alle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Becker</a> mit der Digitalisierung des Sozialraums und den Aufgaben für den Caritas-Verband</p>
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		<title>Nutzer-Partizipation in Nonprofits &#8211; neue Daten aus der Forschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 08:24:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
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		<category><![CDATA[Nutzer]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind? Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift Nonprofit Management &#38; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind?</p>
<p>Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nml.21191/abstract" target="_blank"> Nonprofit Management &amp; Leadership</a> (Bd. 26, Heft 3, S. 295-312). veröffentlicht wurde . Die Forscher haben dafür die Antworten der Geschäftsführer/innen von 790 großen belgischen Nonprofit-Organisationen aus 14 Fachbereichen ausgewertet.</p>
<p>Der Studie zufolge bieten die meisten gemeinnützigen Organisationen ihren Nutzern Verfahren an, um deren Beschwerden oder Zufriedenheit abzufragen, nämlich 75% der Einrichtungen bzw. 67% (S. 300). Bedeutend weniger sehen einen Nutzerbeirat vor (31%) oder einen Sitz für einen Nutzer-Vertreter im Vorstand (22%). Wobei NPOs aus dem Gesundheits- und Sozialbereich führend sind, wenn es um Nutzer-Beiräte geht. 42% der Einrichtungen haben einen solchen Beirat, der allerdings auch immer häufiger vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird.  Insgesamt gibt es viele gemeinnützige Einrichtungen (35%), die zwar keine formalen Verfahren anbieten, um Nutzer an ihrer Strategie- und Politikformulierung zu beteiligen, dafür aber informelle Beteiligungsmöglichkeiten. Generell wählen Nonprofits Verfahren mit geringem Personal- und Zeitaufwand, also eher Fragebögen als Beiräte (S. 299).</p>
<p>Trotz unterschiedlicher Konsultations- und Partizipationsverfahren schätzen die befragten Nonprofit-Geschäftsführer/innen den Impact der Nutzer auf die Entscheidungen einer NPO als geringer ein als den anderer wichtiger Stakeholdergruppen (S. 302):  51% der Befragten halten den Nutzer-Impact für wichtig/sehr wichtig/entscheidend.  Aber als noch viel wichtiger werden der Staat  (80%), der Vorstand (86%) und das Management (97%) wahrgenommen. Nur 7,3 % der Befragten sehen einen Impact von freiwillig Engagierten auf die Politikformulierung, ein interessantes Detail, das inhaltlich zu einem der letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-von-ehrenamtlichen-in-einrichtungen/" target="_blank">Artikel</a> hier im Blog passt.</p>
<p>Die Autoren schließen aus diesem Ergebnis, dass es sich bei vielen der angebotenen Verfahren für die Nutzer-Partizipation und -Konsultation um symbolische Politik handelt, streng genommen sogar um eine &#8220;Zeit- und Geldverschwendung&#8221; (S. 308) seitens der Organisation und der Nutzer, wenn man allein den <em>Impact</em> der Verfahren im Auge hat.  Für die Autoren ist einer der Ansatzpunkte, um den Einfluss der Nutzer auf die Entscheidungen der Organisation zu erhöhen, die <em>Qualität</em> der Partizipations- und Konsultationsverfahren zu verbessern, um die es ihnen zufolge in Nonprofits nicht gut bestellt ist: &#8220;(&#8230;) the formal mechanisms in place are not perceived to be of good quality.&#8221; (Wellens/Jegers 2016, 302).</p>
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