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	<title>Stadtentwicklung &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Smart City &#8211; Smarte Partizipation?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 May 2018 08:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Städte wollen sich zu einer &#8220;Smart City&#8221; weiterentwickeln, in der die städtische Infrastruktur, Einrichtungen und Dienste, Dinge und Menschen mit IuK-Technologien ausgerüstet und untereinander vernetzt sind. Ziel ist eine intelligente und nachhaltige Steuerung der Versorgungsströme in der Stadt: Energie, Wasser, Transport, die Versorgung der Bürger in den Quartieren, &#8211; alles soll so ressourcenschonend [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Städte wollen sich zu einer &#8220;Smart City&#8221; weiterentwickeln, in der die städtische Infrastruktur, Einrichtungen und Dienste, Dinge und Menschen mit IuK-Technologien ausgerüstet und untereinander vernetzt sind. Ziel ist eine intelligente und nachhaltige Steuerung der Versorgungsströme in der Stadt: Energie, Wasser, Transport, die Versorgung der Bürger in den Quartieren, &#8211; alles soll so ressourcenschonend wie möglich und optimal aufeinander abgestimmt erfolgen. Durch die Weiterentwicklung zu einer Smart City wollen sich die Kommunen auch im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf der Städte untereinander behaupten.</p>
<p>Smart City-Konzepte beziehen diverse Dimensionen einer Stadt in die Digitalisierung ein. Sie zielen auf: Smart Governance, Smart Citizens, Smart Education, Smart Living, Smart Mobility, Smart Environment und Smart Economy (Meier/Zimmermann, 2016).  Initiiert wurden Smart City-Konzepte von IT-Unternehmen, Universitäten, Regional- und Kommunalverwaltungen und der Politik. Die Entwicklung hin zu einer Smart City gilt als rational, wirtschaftlich und als gut für die Bevölkerung. Es handelt sich um Konzepte, die den Fokus auf Technologien legen und damit eher entpolitisiert sind. Zumeist sind sie deterministisch angelegt, d.h. ihnen zufolge wird die Smarte Stadt kommen, &#8211; sie ist sozusagen &#8220;unausweichlich&#8221; ( <a href="http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0042098017747857" target="_blank" rel="noopener">Valdez/Cook/Potter 2018</a>). Als  &#8220;Top Performer&#8221; unter den europäischen Städten gelten Amsterdam, Barcelona, Kopenhagen, Helsinki, Manchester und Wien.</p>
<p>Smart City-Konzepte haben massive Auswirkungen auf die lokale Zivilgesellschaft. Deren Rolle wird wie folgt beschrieben: &#8220;Die Smart City bringt eine besondere Form der Zivilgesellschaft hervor: Bürgerinnen und Bürger sind sozial vernetzt und überzeugt, dass sie ihr Leben durch technische Innovationen besser gestalten können&#8221;(Meier/Zimmermann 2016, 5). Während zu Beginn der Smart City-Debatte Bürgerinnen und Bürger keine besondere Rolle spielten, wird zwischenzeitlich großen Wert auf die Partizipation der Bürgerschaft gelegt, auf deren Mitwirkung an der Co-Creation und Coproduction von Smart City-Produkten und -Diensten.</p>
<p>Wie sehen Partizipations-Projekte in der  Smart City aus? Wie sehr können Bürgerinnen und Bürger teilhaben? Hierzu gibt es nur sehr wenig Literatur. Eine inspirierende Analyse liefern <a href="https://osf.io/preprints/socarxiv/v24jn" target="_blank" rel="noopener">Cardullo/Kitchin (2017): &#8221; Being a &#8216;citizen&#8217; in the smart city: Up and down the scaffold of smart citizen participation&#8221;</a>. Die Studie untersucht anhand von Smart City-Initiativen in Dublin, wie die lokale Bürgerschaft einbezogen wird.</p>
<p>Die Autoren benutzen als Analyse-Instrument die &#8220;ladder of citizen participation in planning&#8221; von Arnstein (1969), die auf den drei Stufen</p>
<ul>
<li>Nicht-Partizipation</li>
<li>Schein-Beteiligung</li>
<li>echte Partizipation mit Bürgermacht und -kontrolle</li>
</ul>
<p>basiert. Cardullo/Kitchin erweitern dieses Raster jedoch erheblich: sie fügen eine neue Stufe ein (&#8220;Consumerism&#8221;), bestimmen mögliche Rollen eines Bürgers in der Smart City (Datenpunkt, Nutzer, Produkt, Konsument, Bewohner,  Vorschlagender, Co-Creator usw.). Sie listen auf, wie Bürger eingebunden werden können (als Feedbackgeber, als Konsument oder nur als Subjekt, das gesteuert und kontrolliert wird). Die Autoren beschreiben den politischen Rahmen von Smart City-Diskursen und deren Richtung (top down oder bottom up), wie bspw: Paternalismus, Neoliberalismus, Bürgerschaftliches Engagement, Deliberative Demokratie usw. Und schließlich ordnen sie den unterschiedlichen Stufen rund 20 praktische Smart City-Initiativen in Dublin zu.</p>
<p>Das Fazit von Cardullo und Kitchin: es dominieren in der Praxis top down-Beteiligungsverfahren, bei denen die Rolle des Bürgers die eines Konsumenten ist, der aus unterschiedlichen smarten Angeboten auswählt oder in einem smarten Haus / Viertel lebt. Ferner sind Bürger selbst &#8220;Produkte&#8221;, indem sie durch die Nutzung smarter Angebote Daten generieren, bewusst oder unbewusst bzw. automatisiert. Es gibt den Autoren zufolge nur wenig Beispiele, wo Bürger auf Augenhöhe mit den Smart City-Verantwortlichen agieren oder wo Bürger selbst Initiativen zum Thema gründen.</p>
<p>Generell verfolgen Beteiligungsprojekte in der Smart City eher instrumentelle Ziele (Feedback zu bestimmten Plänen einholen, Programmierung einer App usw.).<br />
Es fehlt ein begleitender Diskurs zum Thema Bürgerrechte und über Alternativen zur Smart City.</p>
<p>Literatur, wenn nicht verlinkt:</p>
<p>Meier/Zimmermann (2016): Digitales Entwicklungsmodell smarter Städte, in: Meier/Portmann (Hrsg.): Smart City, Wiesbaden: Springer.</p>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 11) &#8211; Kooperationen im Quartier</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Dec 2017 11:52:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
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		<category><![CDATA[Quartiersentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine gut verständliche Handreichung für die Bildung von gelingenden Kooperationen im Quartier hat jüngst die Stiftung Mitarbeit veröffentlicht. Das 40-seitige Papier basiert auf den Ergebnissen eines empirischen Forschungsprojektes in Niedersachsen, welches die Quartiersarbeit in einzelnen Stadtteilen dreier Kommunen untersuchte. Zwei dieser Quartiere gehören zum Bund-Länder-Programm &#8220;Soziale Stadt&#8221;, das Kooperationen fördert. Ein Quartier setzt die Kooperation [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine gut verständliche Handreichung für die <a href="https://www.mitarbeit.de/publikationen/shop/kooperationen_im_quartier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildung von gelingenden Kooperationen im Quartier</a> hat jüngst die Stiftung Mitarbeit veröffentlicht.</p>
<p>Das 40-seitige Papier basiert auf den Ergebnissen eines empirischen Forschungsprojektes in Niedersachsen, welches die Quartiersarbeit in einzelnen Stadtteilen dreier Kommunen untersuchte. Zwei dieser Quartiere gehören zum Bund-Länder-Programm &#8220;Soziale Stadt&#8221;, das Kooperationen fördert. Ein Quartier setzt die Kooperation in Eigenregie um, &#8211; hier war eine Bewohnerinitiative der zentrale Akteur.</p>
<p>Was wird in der Handreichung unter &#8220;Kooperation&#8221; verstanden? &#8220;Ein Zusammenschluss von Akteur/innen auf Quartiersebene, die zusammenarbeiten, um ein bestimmtes Projekt oder Ziel zu verwirklichen&#8221;(Gliszczynski 2017, 7), &#8211; im Mittelpunkt steht also das konkrete Umsetzen und nicht der bloße Informationsaustausch.</p>
<p>Folgende Bedingungen fördern Kooperationen im Quartier (Gliszczynski 2017, 9f):</p>
<ul>
<li>Ressourcen wie Zeit/Geld/Material/Räume müssen ausreichend verfügbar sein. Sie bilden die Mindestvoraussetzung für eine gelingende Kooperation, weil ohne Zeit Kontakte nicht gepflegt werden können</li>
<li>&#8220;belastbare persönliche Beziehungen&#8221; zwischen den Akteur/innen im Quartier</li>
<li>feste Kommunikationsstrukturen, u.a. durch regelmäßige Treffen im Quartier. Dies erleichtert die Kontaktaufnahme zu neuen Akteuren, die man noch nicht kennt und fördert das Wissen über die Strukturen im Viertel und die Potenziale anderer Akteure</li>
<li>ein regelmäßiger Austausch über die Quartiersentwicklung unter den Kooperationspartnern, entweder im Rahmen formeller oder informeller Treffen</li>
<li>gerade bei intensiven und formalisierten Kooperationen sind klare Ziele, die messbar sind und gut planbare Umsetzungsschritte erlauben, sehr wichtig</li>
<li>ebenso sind bei intensiven und formalisierten Formen der Kooperation  klare Verantwortlichkeiten, einschließlich klarer Führungs- und Koordinationsrollen, von Bedeutung</li>
</ul>
<p>Es verwundert, dass bei diesen Bedingungen nicht der &#8220;Netzwerk-Katalysator&#8221; oder der &#8220;Netzwerk-Treiber&#8221; auftaucht, &#8211; eine Rolle, die bei <a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/netzwerkarbeit-und-selbstorganisation-im-demografischen-wandel,1423.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bott (2014, 27ff) </a>oder <a href="https://www.kda.de/kdaShop/altersgerechtes-planen-bauen-und-wohnen/2010/handreichung-quartiersentwicklung-praktische-umsetzung-sozialraumorientierter-ansaetze-in-der-altenhilfe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehnert/Kremer-Preiß (2016, 74)</a> stärker betont wird. Auch Miriam Zimmer schreibt in ihrem Beitrag für die Handreichung, dass es Initiator/innen braucht, die für eine Kooperation werben, speziell in deren Anfangsphase (Zimmer 2017, 18).</p>
<p>Netzwerk-Katalysatoren sind aus meiner Sicht immer wichtig, auch nach der Gründungsphase eines Netzwerks. Sie setzen inhaltliche Impulse, holen neue Akteure ins Netzwerk, überwinden Flauten und suchen nach Unterstützern. Aber ihre Rolle ist in selbstorganisierten Netzwerken wahrscheinlich größer als in Kooperationen, die im Rahmen öffentlicher Programme initiiert und gefördert werden.</p>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 10) &#8211; Migranten einbinden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2016 13:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Quartiere und Nachbarschaften werden in einer Einwanderungsgesellschaft wie der unsrigen zu den zentralen Orten von Integration und Inklusion: &#8220;Integration geschieht nicht irgendwo in unserer Gesellschaft, sondern dort, wo die Menschen ihren Alltag leben. Das ist neben Schule/Arbeit der Ort, wo Menschen wohnen, der Ort, wo sie mit ihren Nachbar/innen reden, Freundschaft schließen oder sich streiten. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Quartiere und Nachbarschaften werden in einer Einwanderungsgesellschaft wie der unsrigen zu den zentralen Orten von Integration und Inklusion:</p>
<p>&#8220;Integration geschieht nicht irgendwo in unserer Gesellschaft, sondern dort, wo die Menschen ihren Alltag leben. Das ist neben Schule/Arbeit der Ort, wo Menschen wohnen, der Ort, wo sie mit ihren Nachbar/innen reden, Freundschaft schließen oder sich streiten. Integration beginnt im Sozialraum des Quartiers oder der Gemeinde, im Gemeinwesen vor Ort. Scheitert sie dort, scheitert sie insgesamt.&#8221; (<a href="http://vska.de/wp-content/uploads/2016/06/2016_BAG_PositionForderungen-langfristigen-Integration-von-Gefl%C3%BCchteten.pdf" target="_blank">BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit</a>, Juni 2016).</p>
<p>Die Stiftung Mitarbeit hat ihren <a href="http://www.buergergesellschaft.de/mitteilen/news/archiv-des-enewsletters/enewsletter-archiv-2016/enewsletter-wegweiser-buergergesellschaft-72016-13072016/#c7590" target="_blank">Juli-Newsletter (7/2016)</a> deshalb dem Schwerpunktthema &#8220;Gemeinwesenarbeit und Migration&#8221; gewidmet. Fünf Texte aus Theorie und Praxis der Gemeinwesenarbeit werben für den Ausbau der professionellen Gemeinwesenarbeit vor Ort und für ein integriertes, vernetztes Vorgehen aller Akteure auf lokaler Ebene.  Für die Schaffung inklusiver Quartiere, die Jung und Alt, Alteingesessene und Zugewanderte, unterschiedliche Kulturen und soziale Milieus zusammenführen, bringt eine Konzentration auf einzelne Zielgruppen oder Themen nicht viel. Notwendig ist vielmehr eine fach-und sektorenübergreifende Herangehensweise und das Poolen von Ressourcen wie Wissen, Gute Praxis, finanzielle Mittel usw.. Ganz entscheidend sind auch Partizipationsmöglichkeiten für alle und hier speziell die Teilhabe von Zugewanderten und Flüchtlingen, die Mitsprache- und Mitmach-Chancen brauchen, um sich in die Gesellschaft einbringen zu können (siehe dazu das <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/impulspapier_tagung_integration_nl_160819.pdf" target="_blank">Impuls-Papier</a> der Stiftung Mitarbeit).</p>
<p>Welche Instrumente haben sich auf lokaler Ebene bewährt, um angesichts von Einwanderung und kultureller Vielfalt Menschen im Quartier zusammenzubringen? Das <a href="http://vska.de/wp-content/uploads/2016/06/2016_GWA-DGSA_Diskussionspapier-Gemeinwesenarbeit-Gefl%C3%BCchtete.pdf" target="_blank">Diskussionspapier der deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit/AG &#8220;Gemeinwesenarbeit und Flucht&#8221;</a> (2016) enthält eine ganze Sammlung von konstruktiven Tools (S. 6f), u.a.:</p>
<ul>
<li>Aufbau von heterogenen Gremien aus Vertretern der bisherigen und der neuen Bewohnerschaft in den Quartieren (&#8220;Nachbarschaftsräte&#8221;)</li>
<li>Schaffung von niedrigschwelligen Begegnungsorten</li>
<li>Förderung der Selbstorganisation von Bürgern über kulturelle Grenzen hinweg</li>
<li>Gemeinschaftliche Aktivitäten wie  gemeinsames Kochen und Backen und kulturelle Aktivitäten</li>
<li>Ausbildung von Paten/Mentoren/Peer-Helpern</li>
<li>Mediation bei Nachbarschaftskonflikten</li>
<li>Aufsuchende Gemeinwesenarbeit, um jene zu erreichen, die nicht in Begegnungsstätten oder Beratungsstellen kommen.</li>
</ul>
<p>Bürger spielen eine ganz zentrale Rolle, wenn es um den Aufbau inklusiver Nachbarschaften geht. &#8220;Die eigentliche Integration kann nur in Interaktion mit denen, die schon da sind, geschehen&#8221; (BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit 2016, S. 2).</p>
<p>Viele Bürger/innen bringen sich derzeit ehrenamtlich in die Flüchtlingsarbeit ein, agieren dabei häufig selbstständig, unabhängig und höchst professionell (Sanli/Runge 2016, S.5).  Im Mittelpunkt stehen zumeist praktische Hilfen und Spenden, nicht die strukturelle Integration der Neuangekommenen (<a href="http://www.bim.hu-berlin.de/media/Studie_EFA2_BIM_11082016_V%C3%96.pdf" target="_blank">EFA 2, 2016, S.4</a>). Wie können sich Bürgerinnen und Bürger auch  am Aufbau inklusiver Quartiere beteiligen? Wie kann man Bürger darin unterstützen, Nachbarschaftinitiativen und Netzwerke über kulturelle Grenzen hinweg aufzubauen?</p>
<p>Die Papiere im Themenschwerpunkt der Stiftung Mitarbeit sagen dazu nur wenig. Sie konzentrieren sich auf die professionelle Gemeinwesenarbeit und fordern einen Stellenausbau derselben. Zu wenig beleuchtet wird die Rolle der Bürger beim Aufbau inklusiver Quartiere und in diesem Zusammenhang der Umgang zwischen Bürgern und Professionellen. Zumindest die Freiwilligen in der Flüchtlingshilfe wissen genau, wie die Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen aussehen sollte, nämlich paritätisch, d.h. auf Augenhöhe (EFA 2, 2016, S. 4). Interessant werden damit <a href="http://www.nonprofits-vernetzt.de/download/Forum-Zivilgesellschaft-01-2014.pdf" target="_blank">Koproduktions</a>-Konzepte, die öffentliche und gemeinnützige Institutionen befähigen, konstruktiv und gleichberechtigt mit der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 9) &#8211; Leitfaden&#8221;Quartiersentwicklung&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2016 09:56:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demographie]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine &#8220;Handreichung Quartiersentwicklung&#8221; zur praktischen Umsetzung sozialraumorientierter Ansätze in der Altenhilfe  hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) Mitte Juni 2016 veröffentlicht. Die Handreichung soll den lokalen Akteuren dabei helfen, Quartiere und ihre Infrastruktur so weiter zu entwickeln, dass sie altersgerecht sind und Senioren möglichst lange in ihrem Umfeld wohnen bleiben können. Von barrierefreien Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine <a href="https://www.kda.de/kdaShop/altersgerechtes-planen-bauen-und-wohnen/2010/handreichung-quartiersentwicklung-praktische-umsetzung-sozialraumorientierter-ansaetze-in-der-altenhilfe.html" target="_blank">&#8220;Handreichung Quartiersentwicklung&#8221;</a> zur praktischen Umsetzung sozialraumorientierter Ansätze in der Altenhilfe  hat das <a href="http://www.kda.de/" target="_blank">Kuratorium Deutsche Altershilfe</a> (KDA) Mitte Juni 2016 veröffentlicht.</p>
<p>Die Handreichung soll den lokalen Akteuren dabei helfen, Quartiere und ihre Infrastruktur so weiter zu entwickeln, dass sie altersgerecht sind und Senioren möglichst lange in ihrem Umfeld wohnen bleiben können. Von barrierefreien Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, guten ÖPNV-Verbindungen und Begegnungsmöglichkeiten profitieren dabei nicht nur alte Menschen, sondern auch andere Quartiersbewohner (Familien, Jugendliche, Zuwanderer, Bürger mit Behinderungen usw.).</p>
<p>Folgende Elemente sind für den Prozess der Quartiersentwicklung wichtig und werden im Leitfaden ausführlich besprochen:</p>
<ol>
<li><strong>Ist-Analyse des Quartiers:</strong> Zuerst müssen die Stärken und Schwächen eines Quartiers erhoben werden. Daten dafür gibt es u.a.  in der <a href="https://www.regionalstatistik.de/genesis/online;jsessionid=C8446B2D5B340782EE68625F41C1836D?Menu=Willkommen">Regionaldatenbank Deutschland </a>und im <a href="http://statistikportal.de/Statistik-Portal/Regionalatlas/" target="_blank">Interaktiven Regionalatlas. </a>Aber auch die Quartiersbewohner können Orte im Quartier kartieren, die für die wichtig sind. Versorgungslagen und -defizite können über Interviews, Fragebögen und Quartiersbegehungen abgefragt werden. Ein Musterfragebogen und diverse Checklisten, um das örtliche Versorgungsangebot zu erheben, sind in der Handreichung vorhanden.</li>
<li><strong>Projektmanagement:</strong> Der Leitfaden bietet Hilfen zu den Themen Projektvorbereitung, -planung, &#8211; durchführung und -abschluss und enthält unterschiedliche Checklisten wie bspw. eine Checkliste &#8220;Kick-off-Veranstaltung&#8221;, auf der das Konzept der altersgerechten Quartiersentwicklung den Bewohnern eines Stadtbezirks oder Stadtteils vorgestellt wird.</li>
<li><strong>Kooperation und Vernetzung:</strong> Altersgerechte Quartiersentwicklung setzt auf Vernetzung im Quartier, weil kein einzelner Akteur die Aufgaben stemmen kann, die mit einem sozialraumorientierten Ansatz einhergehen. Der Leitfaden beschreibt unterschiedliche lokale Netzwerkformen und den Nutzen von Netzwerken, erklärt, wie eine Stakeholder-Analyse gemacht wird und bietet Checklisten für den Netzwerk-Aufbau und die Arbeit in Netzwerken</li>
<li><strong>Partizipation:</strong> Bürger sollen in die Bedarfsermittlung, Planung und Umsetzung von altersgerechten Quartieren einbezogen werden. Der Leitfaden listet auf S. 90 unterschiedliche Bürgerbeteiligungsmethoden auf, die von der Quartiersbegehung bis zum Runden Tisch, Open Space-Veranstaltungen und Zukunftswerkstätten reichen.</li>
<li><strong>Nachhaltigkeit und Finanzierung:</strong> Um sozialraumbezogene Konzepte erfolgreich umsetzen zu können, braucht es dem Leitfaden zufolge ein professionelles Quartiersmanagement und eine längerfristige Finanzierung. Letztere wird oft durch eine Umlage oder Pauschale finanziert, die Bewohner des betreuten Wohnens oder Mieter von Wohnungsgenossenschaften zahlen, wie bspw. im Fall der <a href="http://www.freie-scholle.de/" target="_blank">&#8220;Freien Scholle&#8221;</a> in Bielefeld.</li>
</ol>
<p>Die Handreichung des KDA richtet sich an Fachleute. Obwohl auch Bürger einen wichtigen Anteil an der Quartiersentwicklung haben und oftmals Vereine oder Genossenschaften mit Quartiersprojekten beginnen, steht in dem Leitfaden eher die kommunale, in jedem Fall aber die professionelle Perspektive im Mittelpunkt.</p>
<p>Für mich bleibt zum Schluss die Frage ungeklärt, weshalb man das Konzept auf &#8220;altersgerechte Quartiere&#8221; konzentriert, wenn Barrierefreiheit und inklusive Strukturen nicht nur für alte Menschen, sondern auch für alle anderen Quartiersbewohner/innen wichtig sind. In diesem Fall wäre es doch besser, gleich von vornherein eine &#8220;inklusive Quartiersentwicklung&#8221; in den Blick zu nehmen und sich nicht strategisch und begrifflich auf eine Zielgruppe zu beschränken.</p>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 7) &#8211; das Internet nutzen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-teil-7-das-internet-nutzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2015 16:30:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Inklusion]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der 7. Teil einer Blogserie, die ich in loser Folge fortführen werde, sofern mir ein spannendes Papier, ein guter Gedanke oder ein interessantes Projekt aus der Praxis vorliegen. Nach den Beiträgen über die Bedeutung der Quartiersvernetzung (Teil1), den Wissensaustausch (Teil 2), das Bürgerengagement (Teil 3), die Rolle von Unternehmen und Stiftungen (Teil 4), [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist der 7. Teil einer Blogserie, die ich in loser Folge fortführen werde, sofern mir ein spannendes Papier, ein guter Gedanke oder ein interessantes Projekt aus der Praxis vorliegen. Nach den Beiträgen über die Bedeutung der Quartiersvernetzung (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-nutzen-stiften/">Teil1</a>), den Wissensaustausch (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-durch-wissenstransfer/">Teil 2</a>), das Bürgerengagement (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-buergerprojekte-ermoeglichen/">Teil 3</a>), die Rolle von Unternehmen und Stiftungen (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-die-rolle-von-unternehmen-und-stiftungen/">Teil 4</a>), die Rolle von Innovationen und Sozialunternehmen (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-soziale-innovationen-erzielen/">Teil 5</a>) und die von örtlichen Kirchengemeinden (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-der-beitrag-der-kirchengemeinden/">Teil 6</a>) folgt hier ein Beitrag über die Bedeutung des Internets in der Quartiersvernetzung.<br />
</em></p>
<p>In der Online-Publikation Nr. 07/2015 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung: <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2015/DL_ON072015.pdf;jsessionid=9032C54798B7700AA5727222FBDDB72D.live1043?__blob=publicationFile&amp;v=4">&#8220;Virtuelle und reale öffentliche Räume&#8221;</a> werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Stadtraum und auf die Herausbildung von städtischer Öffentlichkeit &#8220;als Wesensmerkmal der Europäischen Stadt&#8221; (S. 6) untersucht. Das Papier unterscheidet drei Arten von Öffentlichkeit:</p>
<ul>
<li>die politische (Austausch, Verhandlung)</li>
<li>die diskursive (Informationsverbreitung, Diskurs über Informationen)</li>
<li>die symbolische (interagieren, um Gemeinschaft zu bilden)</li>
</ul>
<p>Sowohl für die politische Öffentlichkeit in einer Stadt als auch für die symbolische spielen reale Räume eine sehr große Rolle, während sich die diskursive Öffentlichkeit sehr gut im Internet herstellen lässt (S. 91). Generell kann Öffentlichkeit aber in jedem Raum und Medium entstehen und auch da, wo reale Räume wichtig sind, werden sie durch virtuelle ergänzt (aber nicht ersetzt).</p>
<p>Quartiersvernetzung ist nach dieser Systematik der symbolischen und der politischen Öffentlichkeit zuzuordnen. Um neue Nachbarschaften im Quartier zu bilden, brauchen Menschen den persönlichen Kontakt und reale Treffen. Aber ihre Aktivitäten und ihr Austausch im realen Raum kann durch Aktivitäten im virtuellen ergänzt werden. Über das Internet können entstehende Netzwerke organisiert und gepflegt sowie Aktivitäten abgesprochen und vorbereitet werden. Auch wer nicht regelmäßig bei den realen Treffen dabei sein kann, bleibt über das Internet auf dem Laufenden. Die Öffentlichkeit kann über den Rahmen des Netzwerks hinaus erweitert werden, wenn Nachbarschafts- und Stadtteilinitiativen sich im Internet mit einer Webseite präsentieren oder einen der großen Social Network-Dienste nutzen. Auch gibt es viele Plattformen, die sich speziell dem Aufbau neuer Nachbarschaften verschrieben haben, wie bspw. <a href="https://wirnachbarn.com/">Wir Nachbarn</a>, <a href="http://www.nicer2gether.com/">nicer2gether</a>, <a href="https://nextdoor.com/">Nextdoor</a>, und &#8211; in Gründung &#8211; <a href="http://www.deine-strasse.de/">deine-strasse.de</a> aus Stuttgart.</p>
<p>Welche Internet-Tools es jenseits von Facebook und Twitter gibt, um lokal die Vernetzung unter Bürgern zu fördern und die Organisation des Bürgerengagements in Netzwerken, Initiativen und Vereinen zu erleichtern, das zeigte <a href="http://www.kunzelnick.de/">Martin Kunzelnick</a>  bei der <a href="http://socialbar.de/wiki/2015_06_16_Stuttgart">Socialbar Stuttgart</a> im Juni, die sich mit dem Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221; befasste.  Sein <a href="http://www.bitspirits.de/download/socialbar.pdf">Vortrag</a> präsentiert eine Menge Tools, die allesamt in der Freiwilligenarbeit und in Vereinen schon erfolgreich angewandt wurden. Viele eignen sich auch gut für Einsteiger ins Netz.</p>
<p>Immer noch gibt es eine erheblich Anzahl von Bürgern, aber auch von Vereinen und sozialen Diensten im Stadtteil, die das Internet noch zu wenig nutzen, um sich die Arbeit zu erleichtern und sich untereinander zu vernetzen. Dies wurde hier im Blog schon oft beschrieben und bedauert,  z.B. in <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/im-blickpunkt-die-internet-praesenz-lokaler-nonprofits/">diesem Artikel</a>. Andererseits sind alle digitalen Tools mit Bedacht auszuwählen, weil die meisten von kommerzieller Seite angeboten werden und mit dem Datensammeln und -verkaufen Geschäfte machen, andererseits aber keine Mitbestimmung oder Kontrolle von Bürgern zulassen.</p>
<p>Was wir brauchen sind alternative digitale Instrumente, die Bürgerrechte respektieren. Die Entwicklung solcher Tools auf lokaler Ebene sollte viel stärker in den Fokus rücken. Digitale Bürgerschaftlichkeit drückt sich nicht darin aus, dass man auf Facebook ist. Digitale Bürgerschaftlichkeit bedeutet, dass Bürger eine große Bandbreite digitaler Instrumente beherrschen und auch digitale Tools für sich und ihre (lokale) Community entwickeln können, die passgenau die vorhandenen Bedarfe abdecken.</p>
<p>Initiativen wie die <a href="http://detroitdjc.org/">Detroit Digital Justice Coalition</a> bräuchte es auch hierzulande auf örtlicher Ebene. Diese Initiative fördert einerseits die digitale Inklusion der Bürgerschaft, speziell von Menschen, die bisher am Rand stehen, u.a. durch Veranstaltungen wie &#8220;<a href="http://detroitdjc.org/?page_id=23">Discotechs</a>&#8221; (Discovering Technology). Und andererseits soll die Kompetenz der Bürger gefördert werden, die neuen Internet-Angebote nicht nur zu nutzen, sondern auch selbst welche zu entwickeln. Die Initiative tritt ein für digitale Gerechtigkeit, dazu gehören die <a href="http://detroitdjc.org/?page_id=9">Prinzipien </a> Zugang, Partizipation und gemeinsame Eigentümerschaft im Hinblick auf digitale Angebote.</p>
<p>&#8220;Community Informatics&#8221;, d.h. die Informatiken, die auf die Bildung von Smart Communities zielen, sollten lokal gestärkt werden. Auch die Stadtplanung sollte die Rolle von Community Informatics im Blick haben, wenn es darum geht,  in Städten die soziale Quartiersentwicklung zu stärken.  Wer sich für dieses Thema interessiert, findet im <a href="http://ci-journal.net/index.php/ciej/issue/archive">Journal of Community Informatics </a>viele interessante Aufsätze zum Weiterlesen.</p>
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			</item>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 5) &#8211; soziale Innovationen erzielen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2015 10:47:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der fünfte Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem ersten Beitrag, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, ging es im zweiten Blogartikel  um den Wissensaustausch unter den örtlichen Stadtteilvernetzern. Der dritte Beitrag nahm die engagierten Bürger, die als Vernetzer tätig sind, und die örtlichen Freiwilligenagenturen in den Blick. Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist der fünfte Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-nutzen-stiften/">ersten Beitrag</a>, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, ging es im zweiten Blogartikel  um den <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-durch-wissenstransfer/">Wissensaustausch</a> unter den örtlichen Stadtteilvernetzern. Der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-buergerprojekte-ermoeglichen/">dritte Beitrag</a> nahm die engagierten Bürger, die als Vernetzer tätig sind, und die örtlichen Freiwilligenagenturen in den Blick. Der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-die-rolle-von-unternehmen-und-stiftungen/">vierte Artikel</a> analysierte die Rolle von Unternehmen und Stiftungen in der Quartiersvernetzung. Der nun folgende Beitrag befasst sich mit sozialen Innovationen auf lokaler Ebene und der Frage, welchen Beitrag Sozialunternehmer hier leisten können. Der Artikel in der kommenden Woche beleuchtet die Rolle der Kirchengemeinden beim Aufbau neuer sozialer Beziehungen im Viertel.</em></p>
<p>Unter einer &#8220;sozialen Innovation&#8221; versteht man nicht nur eine neue Idee,  die  einen gesellschaftliche Bedarf abdeckt. Sondern zu einer sozialen Innovation gehört, dass sie in der Umsetzungsphase auch zu neuen sozialen Praktiken und Arrangements führt, wie bspw. zum Aufbau von Netzwerken, zur Beteiligung verschiedener Akteursgruppen und zu  interaktiven Lernprozessen, so Grohs/Schneiders/Heinze in ihrem Buch<a href="http://www.nomos-shop.de/Grohs-Schneiders-Heinze-Mission-Wohlfahrtsmarkt/productview.aspx?product=19785">  &#8220;Mission Wohlfahrtsmarkt&#8221;</a> (2014), das die Grundlage für diesen Blogartikel bildet.</p>
<p>Voraussetzung für soziale Innovationen ist der Wille zur Kooperation unter den Beteiligten und der Wille zum Erfahrungsaustausch. Auch ein Quartiersbezug kann soziale Innovationen fördern, da die Vernetzung mit anderen Institutionen, mit Bürgern und der Wirtschaft im Stadtteil durch die räumliche Nähe gut gelingen kann.</p>
<p>Schwierig sind Innovationen im Feld der sozialen Dienste, da Vernetzungsversuche sich hier an einem extrem segmentierten Finanzierungs- und Rechtssystem reiben, das die Zusammenarbeit erschwert, obwohl gerade im Bereich sozialer Dienste eine ganzheitliche Betrachtung von Menschen und ihren Problemlagen notwendig wäre. Laut Grohs u.a. setzen sich in Deutschland neue soziale Dienste erst dann durch, wenn sie sozialstaatlich anerkannt,  verrechtlicht und damit auch refinanzierbar sind (Grohs u.a. 2014, 187).</p>
<p>Welche Rolle kann in einem solch eher statischen Umfeld das Sozialunternehmertum einnehmen? Kann dieses auf lokaler Ebene innovative Praktiken etablieren, die auf Kooperation und Vernetzung zielen?</p>
<p>Grohs u.a. zeigen, dass die Stärke der von ihnen untersuchten Sozialunternehmen nicht in der Originalität ihrer Dienstleistungsidee liegt, sondern gerade darin, dass sie Netzwerke aufbauen und interdisziplinär arbeiten (S. 170f). Zahlenmäßig spielen sie im deutschen Wohlfahrtsstaat aber nur  eine kleinere Rolle. Im Unterschied zum angelsächsischen Raum, aus dem das Modell des <em>Social Entrepreneurship</em> stammt, demzufolge gesellschaftliche Probleme mit unternehmerischen Methoden bearbeiten werden, sind in Deutschland die &#8220;Lücken in der Wohlfahrtslandschaft sind nicht groß genug, um ausreichende Profilierungsmöglichkeiten für Einzelpersönlichkeiten zu bieten&#8221; (Grohs u.a. 2014, 180).</p>
<p>Soziale Innovationen kommen übrigens keineswegs nur von den wenigen Social Entrepreneurs, sondern auch aus den etablierten Organisationen, wo es immer wieder einzelne Intrapreneure gibt, die innovative Projekte anschieben (Grohs u.a. 2014, 170).  Dennoch können Sozialunternehmen auf lokaler Ebene als &#8220;Innovationsinkubatoren&#8221; wirken, indem sie sozialräumliche Netzwerke bilden, Beteiligung fördern, Erfahrungen austauschen, Best-Practice-Beispiele sichtbar machen und in ihrer Arbeit soziale Medien einsetzen. Sie entwickeln so ein &#8220;Irritationspotential&#8221; (Grohs u.a.  2014, 180) für etablierte wohlfahrtsverbandliche Träger, von denen einige ein erhebliches Beharrungsvermögen an den Tag legen. Statt von den Sozialunternehmen innovative Praktiken zu erlernen, &#8220;ging man in den meisten Verbänden den Weg der Ausgrenzung. Diese neuen Akteure strategisch in ihrer Funktion als Innovationsinkubator zu nutzen, ist nur in Ausnahmefällen angedacht bzw. umgesetzt worden&#8221; (Grohs u.a.  2014,  193).</p>
<p>Grundsätzlich gibt es einige Politikfelder, die als &#8220;Innovationsarenen&#8221; (Grohs u.a. 2014 , 186) gelten, nämlich u.a. der demographische Wandel, die Integration von Migranten, die veränderten Familienstrukturen, die soziale Stadtentwicklung. Hier kommen die Kommunen allein nicht weiter, sondern sind auf  die Beteiligung von Bürgern, Gemeinnützigen und der Wirtschaft angewiesen. Alle diese Politikfelder sind speziell auf der Quartiersebene von Bedeutung: hier sind die sozialen Probleme direkt erfahrbar und fordern zu sozialen Innovationen wie der Netzwerkbildung auf. Grohs/Schneiders/Heinze sind optimistisch und rechnen damit, dass soziale Innovationen, die auf lokaler Ebene entwickelt werden, langfristig in die etablierten Strukturen eingehen, so dass sich in diesem Fall das Engagement von Social Intra- und Entrepreneuren gelohnt haben dürfte (S. 194).</p>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 1) &#8211; Nutzen stiften</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2015 14:29:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Dezentralisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit diesem Beitrag startet eine kleine, wöchentliche Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach einem Einstieg ins Thema, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, wie sie gefördert werden sollte und warum lokale Netzwerke Geschäftsmodelle brauchen, nehmen die nächsten Beiträge die Bedeutung des lokalen Wissenstransfers und die Rolle bürgerschaftlicher Vernetzer, die örtliche Wirtschaft,  Sozialunternehmen und Kirchen in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mit diesem Beitrag startet eine kleine, wöchentliche Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach einem Einstieg ins Thema, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, wie sie gefördert werden sollte und warum lokale Netzwerke Geschäftsmodelle brauchen, nehmen die nächsten Beiträge die Bedeutung des lokalen Wissenstransfers und die Rolle bürgerschaftlicher Vernetzer, die örtliche Wirtschaft,  Sozialunternehmen und Kirchen in den Blick. </em></p>
<p>Stadtquartiere,  Dörfer und Gemeinden müssen sich neu aufstellen. Der demographische Wandel, die Veränderung von Familienstrukturen, soziale und kulturelle Spaltungen erfordern aktive gesellschaftliche Gegenstrategien. Der Bedarf an sozialen Diensten und die Nachfrage nach Inklusion und Teilhabe wächst. Gleichzeitig stagnieren soziale Budgets und vergrößert sich die Personallücke im Pflege- und Betreuungsbereich.</p>
<p>Die sozialräumliche Vernetzung auf Quartiersebene, die Schaffung neuer Nachbarschaften in den Vierteln oder Gemeinden, ist ein wichtiger Weg, um Strukturen zu bilden, die so tragfähig sind, dass sie im Bedarfsfall dem einzelnen Unterstützung bieten, ergänzend zu den professionellen Angeboten auf lokaler Ebene.  Eine gute Quartiersvernetzung kommt allen Bewohner/innen zugute, besonders wichtig ist sie aber für Bürger, die über keine größere Mobilität verfügen, wie Ältere, Jugendliche, Kinder und Familien und Menschen mit Einschränkungen (van Rießen/Knabe 2015). In die sozialräumliche Vernetzung sollten alle relevanten Akteure des Quartiers eingebunden sein: die Bürger und Bürgerinnen, gemeinnützige Organisationen, kommunale Stellen, die lokale Wirtschaft und die politischen Vertreter seitens des Rates und des Bezirks.</p>
<p>Die Quartiersvernetzung wird gefördert und auf ein dauerhaftes Fundament gestellt, wenn sie von Bund, Ländern und Kommunen durch entsprechende Regelungen und Finanzierungsstrategien unterstützt wird. Dies geschieht aber zumeist nicht auf der Basis eines abgestimmten Konzepts, das alle Politikbereiche und Leistungssysteme umfasst, sondern im Rahmen einzelner Projekte mit begrenzter Laufzeit (&#8220;Projektitis&#8221;), so dass vor Ort die aufgebauten Vernetzungsstrukturen nicht wirklich gesichert sind.</p>
<p>Der deutsche Wohlfahrtsstaat ist extrem versäult, so dass es sozialräumliche Konzepte wie die Quartiersvernetzung, zu deren Logik das bereichsübergreifende Arbeiten gehört, schwer haben. Gemeinnützige Organisationen, die versuchen, quartiersbezogene Hilfsnetzwerke aufzubauen, können nicht auf Leistungsverträge zurückgreifen, die Netzwerke und deren Steuerung unterstützen. Sondern sie müssen mit zeitlich begrenzten Projektmitteln vorlieb nehmen oder intern eine Quersubventionierung vornehmen. So stößt die Quartiersvernetzung an Grenzen, die lokal nicht bearbeitet werden können, sondern von anderen Politikebenen verursacht sind.</p>
<p>In Nordrhein-Westfalen wurde nun mit der Abstimmung unterschiedlicher Politikfelder begonnen, um lokal quartiersbezogene Hilfsnetzwerke zu ermöglichen. Dazu gibt es den  <a href="http://www.aq-nrw.de/handlungsfelder/handlungsfelder.html?&amp;nav_hf=themen">&#8220;Masterplan altengerechte Quartiere&#8221;</a>. In Baden-Württemberg fehlt noch eine in sich abgestimmte Quartiersstrategie und wird dementsprechend von <a href="http://www.zeit-fuer-menschen.de/fileadmin/pdf/Buergerschaftliche_Engagament/Leben_im_Quartier/141126_Positionspapier_SozialeZukunftWohnquartier_F.pdf">gemeinnütziger Seite</a> eingefordert. Aber Quartiersvernetzung geht über den seniorenpolitischen Bereich hinaus. Sie bietet, wie erwähnt, allen Alters- und Bevölkerungsgruppen die Chance, von den Erfahrungen, Kontakten und kleinen Hilfen aus der Nachbarschaft zu profitieren. Deshalb sollten von vornherein Quartiersnetzwerke ganz inklusiv aufgestellt sein und so bunt und vielfältig wie möglich.</p>
<p>Quartiersvernetzung lebt vom Engagement aller Beteiligten. Wie kann man Bürger, die lokale Wirtschaft, die politischen und städtischen Vertreter und die Gemeinnützigen mit ins Boot holen? Welchen Mehrwert schafft die Vernetzung auf örtlicher Ebene (neben dem, dass sie kurzfristig für die Beteiligten eine erhebliche Mehrarbeit mit sich bringt)? Von Anfang an muss klar sein, dass die Vernetzung kein Selbstzweck ist, sondern sie Nutzen stiften soll, &#8211; für das Gemeinwesen, aber auch für die Beteiligten selbst, die mitmachen, &#8211; sonst bekommt man die relevanten Akteure nicht mit ins Boot.</p>
<p>Jedes Quartiersnetzwerk sollte deshalb einerseits ein <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Business_Model_Canvas#/media/File:Business_Model_Canvas.png">Geschäftsmodell </a>ausarbeiten, in dem der angestrebte soziale Nutzen und die Zielgruppen aufgelistet werden, sowie die zu ergreifenden Maßnahmen, die notwendigen Ressourcen, anfallenden Kosten und Einnahmen berücksichtigt werden. Andererseits sollten aber auch die &#8220;gains and pains&#8221; der Partner im Netzwerk ins Auge gefasst werden, denn hier sind häufig Kosten und Nutzen ungleich verteilt. Je klarer man die Erwartungen der mit-engagierten Partner kennt, desto eher kann man das Quartiersnetzwerk so aufstellen, dass es in unterschiedlichen Räumen einen Mehrwert schafft &#8211; nach außen hin in das Gemeinwesen und intern im Netzwerk selbst.</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):<br />
van Rießen/Knabe (2015): Die Konjunktur des Lokalen: Städtische Quartiere im Fokus, in: Forschungsjournal Soziale Bewegungen, <a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Heft 1</a>, 164-169.</p>
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		<title>Wer gestaltet die Stadt? Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2014 16:05:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Schaffung und Ausgestaltung von Stadträumen ist immer weniger das Ergebnis kommunaler Planungen. Vielmehr spielen zivilgesellschaftliche Akteure eine wichtige Rolle, die in Eigeninitiative Räume entdecken, nutzen, umdefinieren und ausgestalten.  Diesem sogenannten &#8220;Informellen Urbanismus&#8221; , der neben den offiziellen Planungsstrukturen existiert, widmet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein ganzes Themenheft (IzR 2/2014). Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schaffung und Ausgestaltung von Stadträumen ist immer weniger das Ergebnis kommunaler Planungen. Vielmehr spielen zivilgesellschaftliche Akteure eine wichtige Rolle, die in Eigeninitiative Räume entdecken, nutzen, umdefinieren und ausgestalten.  Diesem sogenannten &#8220;Informellen Urbanismus&#8221; , der neben den offiziellen Planungsstrukturen existiert, widmet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein ganzes <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">Themenheft (IzR 2/2014)</a>. Der Begriff &#8220;Informeller Urbanismus&#8221; wurde ursprünglich mit Blick auf Entwicklungsländer benutzt, um damit fehlende formale Strukturen in deren Stadtentwicklung zu bezeichnen. Zwischenzeitlich ist die Diskussion aber weiter und erkennt, dass Stadtentwicklung sich auch in unserem Land nicht &#8220;top-down&#8221; vollzieht, d.h. ausschließlich durch kommunales Planen und Handeln, sondern Bürger wichtige Akteure sind, die den Stadtraum entscheidend mitgestalten.</p>
<p>Zivilgesellschaftliche Aktivitäten sind dabei  &#8220;in einer Gegenposition zur offiziellen Stadtplanung, zumindest jedoch in einem toten Winkel&#8221; (<a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">IzR</a>, Willinger, I), &#8211; dort, wo die Stadt nicht so genau hinschaut und auch nicht selbst aktiv ist. In der Vergangenheit gab es zwischen der formalen Stadtplanung und der informellen Raumproduktion und -nutzung zivilgesellschaftlicher Akteure wenig Berührungspunkte und wenig Kommunikation, beide existierten &#8220;in parallelen Universen&#8221; (<a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">IzR</a>, Misselwitz, 87).  Derzeit öffnet sich die kommunale Planung zwar langsam für zivilgesellschaftliche Beteiligungsprozesse, dennoch ist das Verhältnis zwischen formaler Planung und der informeller Stadtentwicklung  je nach Ort ganz unterschiedlich: &#8220;in Berlin sieht das ganz anders aus, als in Marseille, in London merklich anders als in Athen&#8221; <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">(IzR</a>, Matthiesen, 89).</p>
<p>Auch <em>Vereine</em> gestalten als zivilgesellschaftliche Akteure ihre Stadt mit und dies nicht nur inhaltlich oder sozial, sondern eben auch räumlich. Andrea Benze zeigt in ihrem Aufsatz die &#8220;informellen Raumtaktiken&#8221; von Vereinen am Beispiel der Stadt Bitterfeld-Wolfen auf. Drei Raumtaktiken konnte die Forscherin bei den dort ansässigen Vereinen erkennen: &#8220;entdecken, spezialisieren und umdeuten&#8221; (<a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">IzR,</a> Benze, 144f).</p>
<p><strong>Entdecken:</strong> aufgrund ihrer Ortskenntnis und ihrer persönlichen Verbindungen entdecken und nutzen Vereine leerstehende Gelände, leerstehende Gebäude oder sie ziehen in ungenutzte &#8220;Resträume&#8221; von Fabriken oder städtischen Anlagen wie bspw. der Radioclub in die ehemaligen Lagerhallen der Stadtwerke (Benze, 144).</p>
<p><strong>Spezialisieren:</strong> Vereine entdecken in diesem Fall keine neuen Räume, sondern sie verwandeln bestehende Einrichtungen um und führen sie neuen Zwecken zu. Sie reagieren damit auf veränderte Bedürfnisse der Bevölkerung. Aus einem Freizeittreff für Kinder wird bspw. ein Jugendclub, weil sich der Bedarf vor Ort ändert (Benze, 145)</p>
<p><strong>Umdeuten:</strong> der Vereinszweck wird an das bestehende Raumangebot angepasst, d.h. die Raumtaktik erfordert eine Veränderung des eigenen Profils (ebd.)</p>
<p>Aus den Raumtaktiken der Vereine schlussfolgert Benze, dass Vereine aufgrund ihres lokalen Orts- und Sachwissens an der Stadtentwicklung beteiligt werden sollten und Vereinsorte darüber hinaus Anregungen für die Stadtplanung bieten. Sie können aufzeigen, in welche Richtung sich städtische Räume entwickeln könnten und ergänzen damit die Perspektive der Stadt um eine zivilgesellschaftliche Dimension.</p>
<p>Eine Voraussetzung, um den Beitrag der Vereine für die Raumproduktion und -nutzung zu würdigen, ist aber, dass die zivilgesellschaftlichen Akteure der Kommune überhaupt bekannt sind. Dass dies nicht immer der Fall ist, zeigt die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-buergernetzwerke/">hier im Blog</a> schon einmal besprochene Studie von <a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock (2012) </a>(Infos über die Studie gibt es auch <a href="http://www.birmingham.ac.uk/generic/tsrc/documents/tsrc/working-papers/working-paper-71.pdf">hier</a>). Die Autoren zeigen anhand ihrer Forschungen auf, wie groß und im allgemeinen unbekannt die Zahl informeller Gruppen in den Kommunen ist. Hierfür untersuchten sie in zwei britischen Städten einige Straßenzüge und fanden allein in elf Straßen 58 offiziell unbekannte Gruppen.  Hätten sie auch Gruppen einbezogen, die in der Gemeinde umherziehen und sich an wechselnden Orten treffen oder die hauptsächlich im virtuellen Raum existieren, wäre ihnen zufolge die Zahl noch höher ausgefallen. Es wäre sicher auch im Hinblick auf die Stadtentwicklung  interessant zu untersuchen, welche Wirkung mobile Initiativen und virtuelle auf die örtliche Raumproduktion und -nutzung haben.</p>
<p>Generell sollte im Zusammenhang mit der örtlichen Zivilgesellschaft die räumliche  Perspektive stärker bedacht werden, wie es in der <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">Publikation des BBSR</a> geschieht. Denn speziell im Rahmen des demografischen Wandels und im Rahmen industrieller Strukturveränderungen spielt die Zivilgesellschaft als Raumproduzent und -nutzer für das örtliche Gemeinwesen eine wichtige Rolle.</p>
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