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	<title>Stakeholder &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Nutzer-Partizipation in Nonprofits &#8211; neue Daten aus der Forschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 08:24:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind? Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift Nonprofit Management &#38; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind?</p>
<p>Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nml.21191/abstract" target="_blank"> Nonprofit Management &amp; Leadership</a> (Bd. 26, Heft 3, S. 295-312). veröffentlicht wurde . Die Forscher haben dafür die Antworten der Geschäftsführer/innen von 790 großen belgischen Nonprofit-Organisationen aus 14 Fachbereichen ausgewertet.</p>
<p>Der Studie zufolge bieten die meisten gemeinnützigen Organisationen ihren Nutzern Verfahren an, um deren Beschwerden oder Zufriedenheit abzufragen, nämlich 75% der Einrichtungen bzw. 67% (S. 300). Bedeutend weniger sehen einen Nutzerbeirat vor (31%) oder einen Sitz für einen Nutzer-Vertreter im Vorstand (22%). Wobei NPOs aus dem Gesundheits- und Sozialbereich führend sind, wenn es um Nutzer-Beiräte geht. 42% der Einrichtungen haben einen solchen Beirat, der allerdings auch immer häufiger vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird.  Insgesamt gibt es viele gemeinnützige Einrichtungen (35%), die zwar keine formalen Verfahren anbieten, um Nutzer an ihrer Strategie- und Politikformulierung zu beteiligen, dafür aber informelle Beteiligungsmöglichkeiten. Generell wählen Nonprofits Verfahren mit geringem Personal- und Zeitaufwand, also eher Fragebögen als Beiräte (S. 299).</p>
<p>Trotz unterschiedlicher Konsultations- und Partizipationsverfahren schätzen die befragten Nonprofit-Geschäftsführer/innen den Impact der Nutzer auf die Entscheidungen einer NPO als geringer ein als den anderer wichtiger Stakeholdergruppen (S. 302):  51% der Befragten halten den Nutzer-Impact für wichtig/sehr wichtig/entscheidend.  Aber als noch viel wichtiger werden der Staat  (80%), der Vorstand (86%) und das Management (97%) wahrgenommen. Nur 7,3 % der Befragten sehen einen Impact von freiwillig Engagierten auf die Politikformulierung, ein interessantes Detail, das inhaltlich zu einem der letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-von-ehrenamtlichen-in-einrichtungen/" target="_blank">Artikel</a> hier im Blog passt.</p>
<p>Die Autoren schließen aus diesem Ergebnis, dass es sich bei vielen der angebotenen Verfahren für die Nutzer-Partizipation und -Konsultation um symbolische Politik handelt, streng genommen sogar um eine &#8220;Zeit- und Geldverschwendung&#8221; (S. 308) seitens der Organisation und der Nutzer, wenn man allein den <em>Impact</em> der Verfahren im Auge hat.  Für die Autoren ist einer der Ansatzpunkte, um den Einfluss der Nutzer auf die Entscheidungen der Organisation zu erhöhen, die <em>Qualität</em> der Partizipations- und Konsultationsverfahren zu verbessern, um die es ihnen zufolge in Nonprofits nicht gut bestellt ist: &#8220;(&#8230;) the formal mechanisms in place are not perceived to be of good quality.&#8221; (Wellens/Jegers 2016, 302).</p>
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		<title>Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 3): Bürgerengagement und Beteiligung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2015 09:08:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit der Frage, inwieweit Sozialeinrichtungen die politische Beteiligung ihrer freiwilligen Helfer in den Einrichtungen und im Gemeinwesen fördern. Wird &#8220;Mithelfen&#8221; und &#8220;Mitsprache&#8221; in den Einrichtungen als eine Einheit begriffen?  Der Blogartikel ergänzt die Ausführungen von Teil 1 und Teil 2 der Serie, die sich mit Partizipationsformen- und strukturen und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit der Frage, inwieweit Sozialeinrichtungen die politische Beteiligung ihrer freiwilligen Helfer in den Einrichtungen und im Gemeinwesen fördern. Wird &#8220;Mithelfen&#8221; und &#8220;Mitsprache&#8221; in den Einrichtungen als eine Einheit begriffen?  Der Blogartikel ergänzt die Ausführungen von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-formen-und-strukturen-teil-1/">Teil 1 </a>und <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-teil-2-partizipationsrechte-entwickeln/">Teil 2</a> der Serie, die sich mit Partizipationsformen- und strukturen und ihrer Institutionalisierung in sozialen Organisationen befassen. </em></p>
<p>Inwieweit ermuntern Sozialeinrichtungen ihre Freiwilligen über das Helfen hinaus zur aktiven Mitsprache in den Organisationen und im Gemeinwesen? Werden &#8220;Partizipation&#8221; und &#8220;Engagement&#8221; speziell  im gemeinnützigen/wohlfahrtsverbandlichen Bereich als zwei Seiten einer Medaille verstanden?</p>
<p>Über die Verbindung von freiwilligem Engagement und politischer Partizipation in Deutschland fand vor kurzem im Bundestag eine Debatte statt, deren Beiträge im <a href="http://www.b-b-e.de/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2015/1-quartal-2015/newsletter-nr-1-vom-812015/#22338">BBE-Newsletter Nr. 1</a> vom 8.1.2015 dokumentiert sind.</p>
<p>In den Beiträgen wird kritisiert, dass in unserem Land beide Facetten der Beteiligung &#8211; das praktische Tun und die politische Mitsprache &#8211;  ganz getrennt voneinander behandelt werden. Ob in der Wissenschaft, in der staatlichen Politik, in öffentlichen Debatten oder im Internet &#8211; zumeist werden die Phänomene &#8216;Engagement&#8217; und &#8216;Beteiligung&#8217; streng voneinander unterschieden und es haben sich themenspezifische Communities &#8211; übrigens auch unter Bloggern &#8211; gebildet, die in der Regel nicht miteinander verbunden sind. Es konnten bisher noch keine Konzepte zur Verbindung von freiwilliger Mitarbeit und politischer Partizipation entwickelt werden (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2015/01/nl01_thesenpapier_evers.pdf">Evers 2015</a>), was dazu führt, dass (1.) das  freiwillige Engagement entpolitisiert wird und (2.) seitens der politischen Partizipation der aktive Bürger zu einem ausschließlich mitsprechenden und mitentscheidenden Bürger &#8220;eingeschrumpft&#8221; wird (Evers 2015, 2).</p>
<p>Dabei zielt der Begriff &#8220;bürgerschaftliches Engagement&#8221; schon immer auch auf die politische Dimension des Handelns (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2015/01/nl01_thesenpapier_klein.pdf">Klein 2015</a>), -vorausgesetzt, man definiert politische Partizipation nicht zu eng als bloße Teilnahme an Wahlen, deliberativen Prozessen und Kampagnen. Gerade in der <em>Umsetzungsphase</em> von politischen Programmen nimmt das Bürgerengagement einen breiten Raum ein (Stichwort: Koproduktion), so dass eine Entpolitisierung desselben auch Implementationsprozesse entpolitisiert.</p>
<p>Fördern Sozialeinrichtungen die politische Partizipation ihrer freiwillig Engagierten? Realisieren gemeinnützige Organisationen ihr Potenzial als &#8220;Schulen der Demokratie&#8221;,  in denen der einzelne lernt, sich einzubringen und mitzusprechen, nicht nur in der Einrichtung, sondern auch im örtlichen Gemeinwesen? Gerade gemeinnützige Organisationen könnten als Akteure der Zivilgesellschaft Vorreiter sein im Zusammendenken von Bürgerengagement und politischer Partizipation und einer Förderung von beidem.</p>
<p>Wie sehen Wohlfahrtsverbände diese Thematik? In den <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL20_Thesen_Diakonie.pdf">&#8220;10 Thesen zur Weiterentwicklung von Freiwilligem Engagement&#8221;</a> der Diakonie Deutschland vom August 2013  kommen die Begriffe &#8220;Partizipation&#8221; und &#8220;Beteiligung&#8221; nicht vor.  Das Bild der Freiwilligen wird wie folgt gezeichnet:&#8221;Freiwillige vermitteln Normalität, sind zusätzliche Qualitätsmanager, verbessern das Image und sind eine Bereicherung für Einrichtungen und Dienste (&#8230;.) Sie bringen Kompetenzen und Erfahrungen ein und schenken Zeit.&#8221; (Diakonie, These 2). Differenzierter und programmatischer fallen die <a href="http://www.kirche-findet-stadt.de/pdf/downloads/nc21_doku-zivilgesellschaft.pdf">&#8220;Eckpunkte zum bürgerschaftlichen Engagement im Verständnis der Caritas&#8221;</a> aus vom Oktober 2014. Hier wird das bürgerschaftliche Engagement ganz klar in Zusammenhang mit Teilhabe gebracht. Wer sich bürgerschaftlich engagiert, nimmt der Caritas zufolge sein &#8220;Recht auf Teilhabe und Beteiligung an der Gestaltung der Gesellschaft&#8221; wahr (Caritas, S. II). Die Selbsthilfe und Mitgestaltung der Betroffenen wird für gut befunden und an den Verband ergeht der folgende Appell: &#8220;Vorhandene Strukturen und etablierte Prozesse sind daraufhin zu prüfen, ob diese für engagementbereite Menschen attraktiv sind und ihren Bedürfnissen nach Gestaltung und Entscheidung entprechen&#8221; (Caritas, S. III). Zudem werden Bürger/innen gesucht, die ihre Ideen in die verbandlichen Planungen und Entwicklungen einbringen (ebd.).</p>
<p>Nun sind verbandliche Papiere und Empfehlungen das eine, &#8211; wie die Praxis vor Ort ausgestaltet ist, steht auf einem anderen Blatt.  Roth zufolge gibt es für die Mitsprache und Mitwirkung der bürgerschaftlich Engagierten vor Ort &#8220;keine&#8221; &#8211; ich würde sagen: zu wenig &#8211; institutionelle Angebote (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2015/01/nl01_thesenpapier_roth.pdf">Roth 2015, 4</a>). Ihm zufolge wissen wir auch zu wenig über den Zusammenhang von Partizipationsrechten und Engagementbereitschaft: &#8220;die Frage, ob verweigerte Partizipationsrechte und fehlende Gestaltungsmöglichkeiten entscheidende Engagementbarrieren darstellen oder den Ausstieg aus dem Ehrenamt provozieren&#8221; müsse stärker untersucht werden&#8221; (Roth 2015, 6), &#8211; eine wichtige Anregung, die die Engagementabstinenz von Teilen der Bürgerschaft besser beleuchten könnte.</p>
<p>Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig engagieren wollen und die gleichzeitig Spaß am Mitgestalten haben, sollten &#8211; bevor sie sich in eine gemeinnützige Organisation einbringen &#8211; zuerst fragen: wie verbindet diese Organisation Bürgerengagement und politische Partizipation oder in den Worten <a href="http://eu.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-0745650031.html">Eliasophs (2013, 63)</a>: &#8220;How do people in a civic association connect or disconnect &#8216;caring about people&#8217; and &#8216;caring about politics?'&#8221; Immerhin haben wir Bürger/innen die Möglichkeit, mit den Füßen abzustimmen, wenn es darum geht, soziale Organisationen mit Mitgestaltungsmöglichkeiten zu finden.</p>
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		<title>Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 2):  Partizipationsrechte entwickeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2015 11:22:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In diesem Beitrag befasse ich mich mit der Frage, wie Partizipationsrechte für Bürger/innen in Sozialorganisationen entwickelt und institutionell verankert werden können. Er baut auf dem letzten Blogartikel (Teil 1) über die Partizipationspyramide auf. Beide Blogbeiträge basieren auf dem Buch &#8220;Partizipation kompakt&#8221; (2014), herausgegeben von Straßburger/Rieger im Beltz-Verlag. Der dritte Teil der kleinen Partizipations-Serie wird sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem Beitrag befasse ich mich mit der Frage, wie Partizipationsrechte für Bürger/innen in Sozialorganisationen entwickelt und institutionell verankert werden können. Er baut auf dem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-formen-und-strukturen-teil-1/">letzten Blogartikel (Teil 1)</a> über die Partizipationspyramide auf. Beide Blogbeiträge basieren auf dem Buch <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221;</a> (2014), herausgegeben von Straßburger/Rieger im Beltz-Verlag. <em>Der dritte Teil der kleinen Partizipations-Serie wird sich dann mit dem bürgerschaftlichen Engagement in Nonprofits befassen.</em><br />
</em></p>
<p>Wie können Partizipationsrechte für Nutzer und das bürgerschaftliche Umfeld einer Sozialeinrichtung ausgearbeitet werden? Straßburger schlägt in dem Buch <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221; </a>ein Verfahren vor, dass sich an die Konzepte für Kindertageseinrichtungen von <a href="http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/55692/partizipation-in-kindertageseinrichtungen">Hansen/Knauer/Sturzenhecker (2011) </a>anlehnt:</p>
<ul>
<li>Zuerst muss organisationsintern unter den Mitarbeitern geklärt werden, wo, inwieweit und in welcher Form Bürger/Nutzer mitbestimmen sollen. Dazu sind alle Bereiche und Verfahren der Organisation genau anzuschauen. Die Partizipationspyramide zeigt die unterschiedlichen Möglichkeiten der Partizipation auf, die von den Vorstufen informieren, Meinung erfragen, Lebensweltexpertise einholen bis zur echten Partizipation im Sinne von Mitbestimmung, Entscheidungskompetenz teilweise abgeben und Entscheidungsmacht übertragen reichen. Es muss ferner auch explizit festgelegt werden, wo Partizipation nicht erwünscht ist. In dieser ersten Phase müssen Straßburger zufolge die Mitarbeiter/innen unter sich sein. Es werden keine Mehrheitsentscheidungen gefällt. Das Ziel ist ein Konsens unter den Beteiligten, &#8220;damit am Ende nur beschlossen wird, was alle mittragen können&#8221; (Straßburger in &#8220;Partizipation kompakt&#8221;, S. 89).</li>
<li>In einem zweiten Schritt entwerfen die Fachkräfte die Strukturen der Partizipation: welche Gremien sind notwendig? Straßburger zufolge reichen zwei Gremientypen aus: eine Vollversammlung für alle und Unterausschüsse.  In die Unterausschüsse können Nutzer Vertreter/innen delegieren. Alternativ gibt es offene Unterausschüsse, bei denen jeder bei Interesse mitarbeiten kann (ebd, 89f).</li>
<li>Wenn unter den Fachkräften Konsens über das bisher Erarbeitete besteht, dann können die Nutzer und das bürgerschaftliche Umfeld herangezogen werden, um die Details der Beteiligungsformen und -strukturen zu besprechen (ebd., 88).</li>
<li>In einer ersten Lesung verabschieden die Fachkräfte unter sich die ausgearbeiteten Partizipationsrechte- , &#8211; formen und -strukturen, die zu einem Verfassungsentwurf für die Einrichtung gebündelt wurden. Danach wird der Verfassungsentwurf der bürgerschaftlichen Seite vorgelegt, die hier noch Änderungswünsche einbringen kann. Ob diese übernommen werden, entscheiden die Fachkräfte, die die Verfassung in zweiter Lesung verabschieden und veröffentlichen (ebd., 90).</li>
</ul>
<p>Dieses von Straßburger vorgeschlagene Verfahren räumt den Fachkräften das Vorrecht ein, über die Grundstrukturen der  Partizipation selbst zu entscheiden, ohne Beteiligung der Nutzer ( man merkt, dass der Verfahrensvorschlag ursprünglich aus dem Kindergartenbereich kommt&#8230;.). In selbstorganisierten sozialen Projekten werden Fachkräfte und Bürger sicher von vornherein auf Augenhöhe kooperieren. Für den öffentlichen und wohlfahrtsverbandlichen Bereich mag das von Straßburger propagierte Modell der &#8220;konstitutionellen Monarchie&#8221; passen (siehe <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-formen-und-strukturen-teil-1/">Blogbeitrag Teil 1</a>), aber auch in diesen Sektoren wird es einzelne Projekte geben, die noch partizipativer aufgestellt sind.</p>
<p>Von einer Einbeziehung der Nutzerseite von Anfang an können alle profitieren: man lernt sich selbst und den andern in einem Diskussionsprozess, der auf einen Konsens zielt, besser kennen. Man arbeitet in einem solchen Fall nicht nur heraus, wer wo wie beteiligt wird (&#8220;what to <em>do</em> together&#8221;),  sondern man entwickelt in einem solchen Prozess auch eine gemeinsame Identität (&#8220;create a shared sense of who to <em>be</em> together&#8221;) (<a href="http://eu.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-0745650031.html">Eliasoph 2013, 146</a>).</p>
<p>Die verabschiedete Verfassung für eine soziale Organisation ist rechtlich nicht bindend. Die Mitarbeiter verpflichten sich aber durch eine Verfassung, Beteiligungsregeln zu achten und nicht zu übergehen. Aufgebaut wird so ein moralisch einklagbares Recht für die Bürgerseite (Hansen/Knauer/Sturzenhecker 2011, S. 151).</p>
<p>Straßburger zufolge muss die Beteiligungsstruktur transparent und funktionsfähig sein (Straßburger in &#8220;Partizipation kompakt&#8221;, S. 89). Und sie muss mit Leben gefüllt werden. Das Ziel ist nicht der Aufbau einer Partizipationsbürokratie, sondern ein funktionierender demokratischer Prozess in den sozialen Einrichtungen (ebd., 98).</p>
<p>Gibt es Praxis-Beispiele für die Institutionalisierung von Partizipation und die Einführung von Verfassungen in Sozialeinrichtungen? <a href="http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/55692/partizipation-in-kindertageseinrichtungen">Hansen/Knauer/Sturzenhecker (2011)</a> verweisen auf das Modellprojekt die &#8220;Kinderstube der Demokratie&#8221;, das in Schleswig-Holstein 2001 begonnen wurde und zwischenzeitlich in Modelle und Erziehungspläne anderer Länder einfloss. Bei dem Projekt ging es um die Einführung von demokratischeren Strukturen in Kindertagesstätten. Zwei Kita-Verfassungen im Anhang von Hansen u.a. zeigen, wie Beteiligungsregeln im Detail aussehen können.</p>
<p>Im Verfassungs-Beispiel 1 gibt es als Gremien das Kinderparlament und Gruppenkonferenzen. Die Kinder bestimmen u.a. über den Tagesablauf, die Raumgestaltung,  die Mahlzeiten und die Anschaffung von Spielzeug mit. Sie haben kein Mitspracherecht in Finanzangelegenheiten, in Personaldingen, in Sicherheitsfragen und im Hinblick auf die Öffnungszeiten (Hansen/Knauer/Sturzenhecker 2011, S. 363-368). Wichtig ist die Verfassungs-Bestimmung, dass in den Gruppenkonferenzen und dem Kinderparlament immer ein Konsens angestrebt wird.: &#8220;Im Zweifel entscheidet die einfache Mehrheit aller anwesenden Konferenzmitglieder, jedoch nie gegen die Stimmen aller Erwachsenen oder gegen die Stimmen aller Kinder&#8221; (Hansen u.a., S. 364, §4). Diese Regel soll verhindern, dass die Fachkräfte von Kindern überstimmt werden oder umgekehrt, die Fachkräfte die Kinder überstimmen und deren Interessen übergehen.</p>
<p>Da Erwachsene keine Kinder sind und sehr wohl über Personal- und Finanzangelegenheiten mitbestimmen können, sollte ein Verfahren, das die Beteiligungsrechte von Bürger-Nutzern in Sozialeinrichtungen strukturell verankern möchte, über den obigen Verfahrensvorschlag von Straßburger bzw. Hansen/Knauer/Sturzenhecker hinaus gehen. Das Verfahren sollte von Anfang an Bürger/innen beteiligen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, auf das Grunddesign der Verfassung einer Einrichtung Einfluss zu nehmen. Die Partizipationspyramide bietet dafür viele unterschiedliche Formen an, auch die Vorstufen der Partizipation können hier genutzt werden. Auf jeden Fall sollte die Verfassung kooperativ erarbeitet werden. Erfolgreiche Koproduktion in Sozialeinrichtungen setzt Mitsprache der Bürger/innen voraus.</p>
<p>Abschließend stellt sich die Frage, inwieweit bürgerschaftlich Engagierte in der Praxis in die Beteiligungsstrukturen einer Sozialorganisation eingebunden sind. Wird das &#8220;Mithelfen&#8221; um das &#8220;Mitsprechen&#8221; ergänzt? Wie steht es um die Verbindung zwischen freiwilligem Engagement und politischer Partizipation im Dritten Sektor? Damit wird sich der dritte Blogbeitrag dieser kleinen Serie befassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 1): Formen und Strukturen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jan 2015 10:54:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In diesem Artikel befasse ich mich mit Formen und Strukturen der Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 1). Der nächste Blog-Beitrag wird aufzeigen, wie Partizipationsrechte für Bürger/innen in der Praxis entwickelt werden können (Teil 2). Zugrunde liegt den beiden Beiträgen das Buch &#8220;Partizipation kompakt&#8221;, (2014), herausgegeben von Straßburger/Rieger im Beltz-Verlag. Der dritte Teil der kleinen Partizipations-Serie wird [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem Artikel befasse ich mich mit Formen und Strukturen der Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 1). Der nächste Blog-Beitrag wird aufzeigen, wie Partizipationsrechte für Bürger/innen in der Praxis entwickelt werden können (Teil 2). Zugrunde liegt den beiden Beiträgen das Buch <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221;</a>, (2014), herausgegeben von Straßburger/Rieger im Beltz-Verlag. Der dritte Teil der kleinen Partizipations-Serie wird sich dann mit dem bürgerschaftlichen Engagement in Nonprofits befassen.<br />
</em></p>
<p>Vor drei Jahren habe ich einen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">Blog-Beitrag </a>darüber geschrieben, welche Formen Beteiligung in gemeinnützigen Organisationen annehmen und wie Entscheidungsmacht in Nonprofits evaluiert werden kann. Zugrunde lag dem Beitrag das Modell der<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/subnavi/methodenkoffer/kreise-der-entscheidung.html"> &#8220;Kreise der Entscheidung&#8221; </a>von Wright/Block/Unger (2010), das im Rahmen eines WZB-Projekts entstand. Dieses Modell wurde nun von Straßburger/Rieger von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin zu einer &#8220;Partizipationspyramide&#8221; weiterentwickelt und in ihrem Buch <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221; </a>(2014) vorgestellt, das sich an die soziale Profession richtet.</p>
<p>Die Partizipationspyramide von Straßburger/Rieger umfasst mehrere Partizipationsstufen und ist in zwei Perspektiven aufgeteilt: in die der Mitarbeiter einer Einrichtung und in die der Bürger bzw. Nutzer.  Warum? Beide Perspektiven müssen berücksichtigt werden, wenn Teilhabeprozesse erfolgreich sein sollen. Wer sich nur auf die Seite der Bürger konzentriert, verliert die wichtige Rolle der Institutionen und ihrer Mitarbeiter/innen aus den Augen, die Beteiligung zulassen und unterstützen müssen.</p>
<p>Auf der linken Seite der Pyramide ist die Perspektive der Profession abgebildet.  Wie können sie ihre Nutzer und ihr soziales Umfeld besser in Entscheidungen einbinden? Durch die drei Vorstufen der Partizipation, die sich am Fuß der Pyramide befinden: informieren, Meinung erfragen, Lebensweltexpertise einholen. Und durch die darüber liegenden drei Stufen der &#8220;echten&#8221; Partizipation: Mitbestimmung zulassen, Entscheidungskompetenz teilweise abgeben, Entscheidungsmacht übertragen (Straßburger/Rieger 2014, 232). Auf der rechten Seite der Pyramide ist die Perspektive der Bürger visualisiert. Die Partizipationsstufen aus Sicht der Bürger/innen lauten:</p>
<ul>
<li>Stufe 1: sich informieren</li>
<li>Stufe 2: im Vorfeld von Entscheidungen Stellung nehmen</li>
<li>Stufe 3: verfahrenstechnisch vorgesehene Beiträge einbringen</li>
<li>Stufe 4: an Entscheidungen mitwirken</li>
<li>Stufe 5: Freiräume der Selbstverantwortung nutzen</li>
<li>Stufe 6: bürgerschaftliche Entscheidungsfreiheit ausüben</li>
<li>Stufe 7 (diese gibt es auf professioneller Seite nicht): zivilgesellschaftliche Eigenaktivitäten</li>
</ul>
<p>(ebd, S. 233). Die Partizipationspyramide kann in Sozialeinrichtungen eingesetzt werden, um zu klären, welche Teilhabemöglichkeiten die Einrichtung für Bürger  vorsieht und wie deren Mitbestimmung  als Nutzer, Angehörige, Engagierte, Nachbarn, Bewohner des  Stadtviertels usw. gestärkt werden könnte.</p>
<p>Straßburger drängt in ihrem Buch-Beitrag darauf,  die Partizipation von Bürgern in den Einrichtungen strukturell zu verankern, um &#8220;Rechtssicherheit statt Willkür&#8221; zu schaffen (Straßburger in &#8220;Partizipation kompakt&#8221;, S. 83). Ob Teilhabe gewährt wird, sollte nicht vom guten Willen und der Tagesform der einzelnen Fachkraft abhängen, sondern verlässlich geregelt sein.</p>
<p>Sie zeigt auf, dass das Verhältnis  zwischen einer Sozialeinrichtung und ihren Nutzern durch ein strukturelles Machtungleichgewicht gekennzeichnet ist.  In vielen Sozialeinrichtungen herrsche eine Art &#8220;absolute Monarchie&#8221;, bei der die Profession alles bestimmt und die Nutzer der Einrichtung nichts. In Anlehnung an Hansen/Knauer/Sturzenhecker, die 2011 ein Buch über <a href="http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/55692/partizipation-in-kindertageseinrichtungen">&#8220;Partizipation in Kindertageseinrichtungen&#8221; </a>veröffentlichten, plädiert sie dafür, in Sozialorganisationen eine Art &#8220;konstitutionelle Monarchie&#8221; zu etablieren, bei der die Macht der Fachkräfte begrenzt wird, indem die Teilhaberechte der Bürger durch eine Verfassung für die Einrichtung festgeschrieben werden (Straßburger, S. 84f).</p>
<p>Wie Beteiligungsrechte und -verfahren ausgearbeitet und aussehen können, soll im nächsten Blogbeitrag auf der Basis von <a href="http://www.beltz.de/produkt_produktdetails/5729-partizipation_kompakt.html">&#8220;Partizipation kompakt&#8221;</a> beschrieben werden. Wichtig ist an dieser Stelle der Gedanke, die Beteiligungsregeln im Alltag auch mit Leben zu füllen. Straßburger zufolge  müssen dafür Nutzerkompetenzen gestärkt und Beteiligungshindernisse intern beseitigt werden (S. 91ff). Auch die Öffnung der Institution nach außen hin spielt eine wichtige Rolle, um einladend für Bürger zu sein. Deren Bedürfnisse sollten ganz eindeutig im Zentrum der sozialen Arbeit stehen und nicht die Annahmen der Profession über die Bedürfnisse der Nutzer.</p>
<p>Dass dennoch diese Annahmen der Fachkräfte im Alltag dominieren, macht Straßburger in ihrem Beitrag deutlich: &#8220;Projekte scheitern häufig daran,  dass sie ihre Zielgruppe nicht erreichen (&#8230;): Professionelle haben eine Idee, entwickeln ein Konzept, kümmern sich um die Finanzierung und machen sich dann an die Öffentlichkeitsarbeit. Erst in dieser Phase kommen die Adressatinnen und Adressaten ins Spiel. Bleibt das Interesse aus, sind die Fachkräfte frustriert. Sie hatten es so gut gemeint und sich soviel Mühe gemacht!&#8221; (Straßburger 2014, 82).</p>
<p>Um dieses Scheitern von Projekten zu vermeiden, bietet sich Partizipation an. Haben Bürger/innen die Möglichkeit, schon bei der Programmformulierung und -planung mitzuwirken, dann werden konzeptionelle Fehler sofort aufgedeckt und Kosten, die mit dem Scheitern einhergehen, vermieden. Partizipation verhilft Sozialorganisationen zu Erfolgen. Aber auch normativ betrachtet &#8211; und auf diesen Blickwinkel legen die Autor/innen größten Wert &#8211; gehört Partizipation zum Profil sozialer Berufe: &#8220;Die Qualität einer sozialen Dienstleistung erwächst nicht daraus, dass eine Fachkraft in bester Absicht ein in ihren Augen hilfreiches Angebot entwickelt, sondern indem sie herausfindet , was Menschen erreichen wollen und wie sie sie dabei unterstützen kann&#8221; (Straßburger/Rieger 2014, S. 42).</p>
<p>Das Konzept der Partizipationspyramide wirkt sehr inspirierend. Schade nur, dass die Autoren ihre Ideen nicht mit einer Webseite flankieren, um ihrem Konzept mehr Breitenwirkung zu verschaffen. Als Beispiel könnte hier die Webseite <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">partizipative-qualitaetsentwicklung.de</a> dienen, die die WZB-Forschergruppe um Wright/Block/Unger 2008 aufgebaut hat, um der interessierten Praxis inhaltliche Hilfen an die Hand zu geben.</p>
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		<title>Soziale Dienste im europäischen Binnenmarkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Sep 2013 10:32:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
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		<category><![CDATA[Binnenmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinwohl]]></category>
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		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Das europäische Wettbewerbsrecht unterscheidet nicht zwischen gemeinnützigen und privat-gewerblichen Anbietern. Es behandelt alle Akteure, die wirtschaftlich aktiv sind, gleich &#8211; unabhängig von ihrer sozialen Motivation oder Rechtsform. Auch soziale Dienste sind deshalb wie alle wirtschaftlichen Akteure einem Subventionsverbot unterworfen. Dieses erlaubt allerdings Ausnahmen. Dienstleistungen können dem Wettbewerb und dem Subventionsverbot entzogen werden, wenn sie &#8220;im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das europäische Wettbewerbsrecht unterscheidet nicht zwischen gemeinnützigen und privat-gewerblichen Anbietern. Es behandelt alle Akteure, die wirtschaftlich aktiv sind, gleich &#8211; unabhängig von ihrer sozialen Motivation oder Rechtsform. Auch soziale Dienste sind deshalb wie alle wirtschaftlichen Akteure einem Subventionsverbot unterworfen. Dieses erlaubt allerdings Ausnahmen. Dienstleistungen können dem Wettbewerb und dem Subventionsverbot entzogen werden, wenn sie &#8220;im Interesse der Allgemeinheit erbracht werden und daher mit spezifischen Gemeinwohlverpflichtungen verknüpft sind&#8221; (<a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Golbeck 2012, 206</a>).</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen und staatliche Institutionen, die diese Ausnahmeregelungen nutzen wollen, müssen den gesellschaftlichen Mehrwert gemeinnütziger Dienste im Vergleich zu gewerblichen Diensten genau begründen und dokumentieren. So soll mehr Transparenz im Hinblick auf die Vergabe öffentlicher Subventionen geschaffen werden.</p>
<p>Die Ausnahmeregelungen nach Art. 106 II AEUV bilden <a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Golbeck (2012)</a> zufolge das zentrale Handlungsfeld für das Lobbying gemeinnütziger Dienste auf europäischer Ebene. Der Wert der Ausnahmeregelungen liegt dem Autor zufolge nicht so sehr darin, die Privilegien sozialer Dienste zu schützen, als in der Chance &#8220;den spezifischen Mehrwert einer gemeinwohlorientierten Dienstleistungserstellung hervozuheben&#8221; (<a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Golbeck 2012, 224</a>) und für die Weiterentwicklung der sozialpolitischen Diskussion auf europäischer Ebene nutzbar zu machen.</p>
<p>Wir effektiv nehmen soziale Dienste die Einflussmöglichkeiten in Brüssel wahr? Golbeck hat dafür Expertengespräche mit Vertretern von deutschen und englischen sozialen Diensten, Kommunalvertretern und der europäischen Kommission geführt. Seine <a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Untersuchung</a> ergibt, dass viele Nonprofits die Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene aufgrund mangelnder Ressourcen für das Lobbying nicht wahrnehmen können (Golbeck 2012, 141). Wo es von gemeinnütziger Seite doch eine entsprechende Interessenvertretung in Brüssel gibt, kommen die Informationen, die hier gesammelt werden, nicht auf der lokalen Ebene an. Das heißt, es fehlt an Vermittlungsinstanzen innerhalb gemeinnütziger Organisationen, die das Wissen aus dem europäischen Politikbetrieb effektiv von oben nach unten weitergeben (ebd., 138f).</p>
<p>Englische soziale Dienste sind in Brüssel noch weniger präsent als ihre deutschen Kollegen (ebd., 161). Andererseits verknüpfen sie mit der Diskussion um die Besonderheiten sozialer Dienstleistungen im Binnenmarkt mehr Gestaltungsmöglichkeiten für gemeinnützige Akteure als die deutschen Nonprofits. Englische NPOs wollen über die Brüsseler Debatten die eigene Regierung beeinflussen (ebd., 165) und sich so einen Zugewinn an Politikformulierungskompetenzen erarbeiten, die ihnen auf nationaler Ebene (im Unterschied zu ihren deutschen Partnern) ansonsten fehlen (ebd., 41).</p>
<p>Eine aktive Interessenvertretung sozialer Dienste auf europäischer Ebene scheitert häufig auch an den unterschiedlichen Denkweisen der beteiligten Akteure: die verrechtlichte und ökonomische Haltung der Kommission trifft auf gemeinnützige Akteure, die eine Vermarktlichung sozialer Dienstleistungen ablehnen. Golbeck empfiehlt jedoch Nonprofits, sich auf den ökonomischen Diskurs einzulassen, um Gestaltungsmöglichkeiten nicht zu verlieren und um präsent zu bleiben, wenn es um die Diskussion der sozialpolitischen Weiterentwicklung der EU geht (ebd., 194f).</p>
<p>Für mich macht die Studie deutlich, dass es für Nonprofits auf allen politischen Ebenen &#8211; EU, nationaler und lokaler Ebene &#8211; immer weniger möglich ist, sich allein auf ihren Gemeinnützigkeitsstatus zu berufen. Welche Leistungen dem Gemeinwohl dienen, muss immer wieder neu aufgezeigt und mit den politischen Akteuren verhandelt werden. Und der gemeinnützige Sektor muss seinen Mehrwert permanent aufzeigen und belegen. Darin liegt eine Belastung, aber auch eine Chance. Denn diese Aushandlungsprozesse können auf lokaler Ebene dazu genutzt werden, um aus bloßen Stakeholdern Partner zu machen und Bündnisse zu schmieden aus Bürgern, gemeinnützigen Organisationen und Verwaltungsakteuren. Es würde der Legitimation gemeinnütziger Organisationen, aber auch ihrer politischen und gesellschaftlichen Stärke und ihrem Vernetzungsgrad erheblich mehr dienen, wenn es auf lokaler Ebene zu solchen Aushandlungsprozessen käme. Sie müssten aber öffentlich und unter Mitwirkung der Bürgerschaft stattfinden. Auf diese zivilgesellschaftlichen Vernetzungsmöglichkeiten, die in dem Zwang zur Rechtfertigung des Gemeinwohls der eigenen Dienste und des gesellschaftlichen Mehrwerts liegen, geht die Studie von Golbeck nicht ein. Er konzentriert sich auf die Verbände und die Verwaltungsakteure (S. 207).</p>
<p>Die Verwaltungen, vor allem auf kommunaler Ebene, scheuen sich, die Diskussion über die Gemeinwohlrelevanz gemeinnütziger Dienstleistungen gemeinsam mit Bürgern und Diensten öffentlich zu führen. Sie ziehen sich auf das europäische Vergaberecht zurück mit dem Ziel, den billigsten Anbieter auszuwählen, um Kosten zu sparen (Golbeck 2012, 132ff). Das heißt, Kommunen vergeben hier die Chance, kooperative Netzwerke auf örtlicher Ebene aufzubauen, die das lokale Gemeinwesen weiterentwickeln und attraktiv erhalten können.</p>
<p>Wo Aushandlungsprozesse über das Gemeinwohl von Leistungen und Diensten stattfinden, ist mit ihnen die Gefahr verbunden, dass gemeinnützige Einrichtungen, die wie Unternehmen auftreten und handeln, ihre Privilegierung verlieren. Die Aushandlungsprozessen bergen aber das Potential, dass soziale Dienste sich zivilgesellschaftlicher aufstellen als bisher: sie müssten ihren inklusiven Charakter, ihre Gemeinwesenorientierung und ihre demokratischen Potentiale, die in den Mitwirkungsmöglichkeiten für Bürger liegen, stärken. Aber von einer solchen zivilgesellschaftlichen Selbst-Positionierung hört man immer noch viel zu wenig im etablierten verbandlichen Sozialsektor.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Koproduktion und Co-Design in Leistungsvereinbarungen aufnehmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 08:38:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
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		<category><![CDATA[Service Design]]></category>
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		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Kontraktmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsvereinbarungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken. An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken.</p>
<p>An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden und sich der einzelne sein Dienstleistungsangebot selbst zusammenstellen kann (zumindest in der Theorie), so bleibt er dabei doch Konsument vorgefertigter Leistungen, d.h. er hat zumeist keinen Einfluss auf das Service Design des jeweiligen Diensteangebots.</p>
<p>Koproduktion bzw. die Beteiligung von Bürgern im Sozialbereich muss sich aber auf den ganzen Zyklus eines Hilfsangebots, also auch auf die Planungs- und Ausgestaltungsphase beziehen. Nur so erhält der einzelne die Möglichkeit, über das &#8220;wie&#8221; in der Pflege, Betreuung und Behandlung mitzubestimmen. Umgekehrt profitieren soziale Dienste von einer Einbeziehung der Bürger in Planungsprozesse. Die Qualität sozialer Dienstleistungen offenbart sich gerade im Nutzungsprozess, &#8211; so dass ohne eine Beteiligung bestehender und zukünftiger Nutzer keine effektive Dienstleistung konzipiert werden kann, &#8211; es fehlen in diesem Fall das Nutzungswissen und die Nutzungserfahrungen der betroffenen Bürger. Statt auf fertige Dienstleistungsprodukte zu setzen, müssen Austauschprozesse mit den Stakeholdern in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sozialer Dienste treten.</p>
<p>Wie können Koproduktion und Co-Design in sozialen Diensten umgesetzt werden?</p>
<p>Eine<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf"> Studie der britischen new economic foundation (nef)</a> vom Dezember 2012 analysiert, welche Aspekte die Beteiligung von Bürgern fördern (Quelle und mehr zum Projekt <a href="http://www.neweconomics.org/budgetsandbeyond">hier</a>). Zum einen auf der Ebene der Organisation: hier muss die Führung gesammelt hinter dem Ziel der Koproduktion stehen und den Mitarbeitern signalisieren, dass Koproduktion zum &#8220;default way of working&#8221;, d.h. zum Arbeitsstandard in der Einrichtung werden soll (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 2</a>). Zu diesem Zweck braucht die Führung den regelmäßigen Austausch mit den Nutzern der Einrichtung. Statt einer Steuerung auf &#8220;Armeslänge&#8221; ist ein enger Kontakt mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern angesagt.</p>
<p>An der Organisationsbasis muss die Beteiligung von Bürgern alltäglich werden. Mitarbeiter brauchen dafür entsprechende Schulungen. Auch die Stellenbeschreibungen sollten jene Kompetenzen und Aufgaben umfassen, die für koproduktives Arbeiten notwendig sind (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Die größte Hürde, die es für die Koproduktion zu nehmen gilt, sind jedoch die Leistungsvereinbarungen, die soziale Dienste mit der öffentlichen Hand bzw. den Kostenträgern schliessen. Für diese Vereinbarungen werden Rahmenverträge auf Landesebene zwischen den überörtlichen Sozialhilfeträgern bzw. den Landesverbänden der Kassen und den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege erarbeitet. Wie ein solcher Vertrag aussieht, der Art, Umfang und Vergütung sozialer Dienstleistungen festlegt, kann man sich am Beispiel des <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/rv_pambu.pdf?start&amp;ts=1274962541&amp;file=rv_pambu.pdf">Rahmenvertrags ambulante Pflege</a> des Landes Berlin ansehen (Quelle und weitere Links <a href="http://www.berlin.de/sen/soziales/vertraege/sgb11/index.html">hier</a>). Wie detailliert der Rahmen für die Dienste ist, kann man auch gut am Vergütungssystem ambulanter Leistungen erkennen, siehe die <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/leistungskomplexe.pdf?start&amp;ts=1290690141&amp;file=leistungskomplexe.pdf">Anlage </a>1 zum Rahmenvertrag.</p>
<p>Entsprechende Rahmenverträge sind keine Berliner Spezifität, sondern es gibt sie in derselben Art in allen Bundesländern, &#8211; nur hat Berlin sie auch veröffentlicht, im Unterschied zu den meisten anderen staatlichen oder freigemeinnützigen Stellen, die über die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen in der Regel nichts preis geben.</p>
<p>An den Kontraktverhandlungen zwischen Staat und freien Trägern sind Bürger nicht beteiligt. In den Kontrakten selbst wird die Beteiligung von Bürgern an der Leistungsausgestaltung nicht erwähnt. Immerhin können Nutzer und ihre Angehörige in Qualitätsdialoge einbezogen werden (<a href="http://www.berlin.de/sen/jugend/rechtsvorschriften/brvj.html">BRV Jug</a>, <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-jugend/rechtsvorschriften/brvj/brvjug_anlage_b.pdf?start&amp;ts=1279280388&amp;file=brvjug_anlage_b.pdf">Anlage B</a>, Punkt 3).</p>
<p>Um Koproduktion und Co-Design zu institutionalieren, müssten entsprechende Vorgaben in die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen einfließen. Auf lokaler Ebene hat in Großbritannien Camden Town einen solchen Versuch unternommen und Koproduktions-Vorgaben in ihre Leistungsausschreibung für einen sozialen Dienst eingefügt:</p>
<p>&#8221; We would encourage providers to adopt the model of co-production whereby services are planned and delivered in mutually beneficial ways that acknowledge and reward local lay experience while continuing to value professional expertise. Service users should be regarded as an asset and encouraged to work alongside professionals as partners in the delivery of services. (&#8230;) Networks of friends and families should also be considered positive co-contributors to success in this approach&#8221; (<a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Auch Australien will im öffentlichen Sektor neue Wege gehen und das Co-Design etablieren, gerade in den Bereichen, in denen die Beziehungen zwischen Bürgern und Staat komplexer sind und über standardisierbare Verfahren hinausgehen wie im Bereich sozialer Dienste (<a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011</a>). Co-Design ist der australischen Regierung zufolge mehr als Konsultation und Kundenbefragung, &#8211; &#8220;It means engaging with individuals and groups from the beginning to the end of the process&#8221; (zit. nach <a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011, S. 35</a>).</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Für eine Kultur der Mitgestaltung: Co-Design in Nonprofits</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/fur-eine-kultur-der-mitgestaltung-co-design-in-nonprofits/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Nov 2012 14:41:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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					<description><![CDATA[In unserem Land ist das Engagement von Bürgern willkommen, aber nicht unbedingt ihre Mitgestaltung. Die Politik der Bundesregierung gegenüber der Zivilgesellschaft steht unter der Prämisse einer &#8220;Kultur der Mitverantwortung&#8221;, &#8211; bürgerschaftliches Engagement wird als &#8220;Bürgerpflicht&#8221; gegenüber dem Gemeinwesen verstanden (Engagementmonitor 2012, 10). Die anderen Potentiale des Engagements &#8211; der Wunsch nach Mitgestaltung und der Wille, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In unserem Land ist das Engagement von Bürgern willkommen, aber nicht unbedingt ihre Mitgestaltung. Die Politik der Bundesregierung gegenüber der Zivilgesellschaft steht unter der Prämisse einer &#8220;Kultur der Mitverantwortung&#8221;, &#8211; bürgerschaftliches Engagement wird als &#8220;Bürgerpflicht&#8221; gegenüber dem Gemeinwesen verstanden (<a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Engagementmonitor-2012-Erster-Engagementbericht-2012,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf">Engagementmonitor 2012, 10</a>). Die anderen Potentiale des Engagements &#8211; der Wunsch nach Mitgestaltung und der Wille, das eigene Wissen und die persönlichen Erfahrungen stärker einbringen zu können &#8211; spielen demgegenüber keine prominente Rolle.</p>
<p>Kritiker werfen der Bundesregierung (und dem <a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Engagement/Pdf-Anlagen/engagementbericht-langfassung,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf">Ersten Engagementbericht</a>) deshalb vor, dass das bürgerschaftliche Engagement nur als &#8220;Koproduzent sozialer Dienstleistungen&#8221; willkommen ist (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2012/10/nl20_strachwitz.pdf">Strachwitz 2012, 7</a>) und ihm eine weitergehende Rolle nicht zugestanden wird.</p>
<p>Wenn staatliche Stellen von &#8220;Koproduktion&#8221; sprechen &#8211; der Einbeziehung von Bürgern in die Erstellung von Dienstleistungen &#8211; , sollte man demnach als BürgerIn erst kritisch prüfen, ob dahinter wirklich der Wille steht, die Zivilgesellschaft stärker an der Planung und Ausgestaltung von Diensten zu beteiligen. Oder ob das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; nur als schöne Umschreibung für &#8220;cheap labor by citizens&#8221; (Cahn/Gray 2012) benutzt wird.</p>
<p>&#8220;Koproduktion&#8221; ist kein neutraler Begriff, sondern ein politischer, der je nach eigenem Standpunkt unterschiedlich ausgelegt wird. Für die Bürgerschaft ist es wichtig, restriktive Deutungen von &#8220;Koproduktion&#8221;, die zugunsten des Staates und zu Lasten der eigenen Mitbestimmungsmöglichkeiten ausgelegt sind, zurückzuweisen und sich dafür einzusetzen, dass Koproduktion sich immer auf den ganzen Policy-Zyklus bezieht, d.h. auch auf die Planung, das Design und die Evaluation von Leistungen.</p>
<p>Die Wohlfahrtsverbände &#8211; d.h. die großen Player auf dem Feld sozialer Dienste &#8211; haben sich mit der restriktiven Auslegung von Koproduktion (&#8220;mithelfen aber nicht mitgestalten&#8221;) gut eingerichtet. Aber auch die Verbände sind keine monolithischen Blöcke. Sie zerfallen in unterschiedliche Fraktionen. Und hier gibt es durchaus einige, die sich für mehr Bürgerbeteiligung in den eigenen Reihen einsetzen.</p>
<p>Wie können Bürger stärker in die Ausgestaltung sozialer Dienstleitungen einbezogen werden? Durch die Einführung des <strong>Co-Design</strong> in staatlichen und gemeinnützigen Einrichtungen, das Bürgern die Chance gibt, sich am gesamten Designprozeß zu beteiligen, auf Augenhöhe mit der Organisation und den involvierten Fachleuten (vgl. <a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15710880701875068">Sanders/Stappers 2008</a>). Nicht nur der unmittelbare Nutzer steht hier im Mittelpunkt, sondern alle Bürger und Gemeinschaften, die von einem Dienst berührt sind. Sie gilt es in einen offenen Gestaltungsprozeß einzubeziehen, der nicht auf ein fertiges &#8220;Produkt&#8221; fokussiert, sondern den Beteiligten eine Handlungsplattform zur Verfügung stellt (<a href="http://www.gowerpublishing.com/isbn/9780566089206">Meroni/Sangiorgi 2011, 3</a>), die die Interaktion und Artikulation von Interessen ermöglicht: &#8220;we are moving from the design (..) of &#8216;products&#8217; to designing for people&#8217;s purposes&#8221; (<a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15710880701875068">Sanders/Stappers 2008, 10</a>).</p>
<p>Die Organisation und die beteiligten Fachleute verlieren ihre einseitige Deutungshoheit im Designprozeß: wie ein Dienst schlußendlich aussieht, wird kollaborativ erarbeitet. Damit verbunden ist auch die Hoffnung, dass Dienste, die so partizipativ ausgestaltet werden, ihrerseits wieder als &#8220;transformative services&#8221; (<a href="http://www.ijdesign.org/ojs/index.php/IJDesign/article/view/940/344">Sangiorgi 2011</a>) das Gemeinwesen beeinflussen und dort als Inkubatoren für Zusammenarbeit, Beteiligung und Innovation wirken.</p>
<p>Welchen Nutzen haben Nonprofits und Bürger von einem partizipativen Service Design?</p>
<p><a href="http://www.ijdesign.org/index.php/IJDesign/article/view/890/346" target="_blank" rel="noopener">Steen/Manschot/De Koning (2011)</a> zählen einige auf:</p>
<ul>
<li>Dienste werden qualitativ besser und passgenauer, die Zufriedenheit der Nutzer wächst</li>
<li>Organisationen und Bürger lernen von- und miteinander, entwickeln ein gegenseitiges Verständnis und können ihre Zusammenarbeit verbessern</li>
<li>Es entstehen Innovationen, die eine Seite allein nicht hätte entwickeln können, und zwar in relativ kurzer Zeit</li>
<li>Das Verhältnis zwischen Organisation und Bürgern gewinnt an Stabilität und Qualität, was sich auf die Realisierung zukünftiger Projekte positiv auswirkt</li>
</ul>
<p>All dies bleibt jedoch Zukunftsmusik, wenn staatliche Institutionen darauf verzichten, mehr Bürgerbeteiligung im Sozialbereich zu ermöglichen und Wohlfahrtsverbände über entsprechende Leistungsverträge in diese Richtung zu drängen. Stiftungen könnten ebenfalls eine wichtige Rolle als Treiber von &#8220;Koproduktion&#8221; und &#8220;Co-Design&#8221; spielen. Aber wo ist die (Bürger)Stiftung, die sich diesem Ziel verschrieben hat?</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Cahn, Edgar S./Gray, Christine (2012): Co-Production from a Normative Perspective, in: Pestoff, Victor/Brandsen, Taco/Verschuere, Bram (eds): New Public Governance, the Third Secor and Co-Produktion, NY: Routledge.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Nonprofits müssen ins Internet und dieses mitgestalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 08:48:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Publikations-, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten des Internets (&#8220;soziale Medien&#8221;) eröffnen gemeinnützigen Organisationen die Chance, ihre Verbindungen zur Zivilgesellschaft zu stärken und Ressourcen der Bürger vermehrt abzurufen. Es geht darum, &#8220;support relationships&#8221; (Burt/Taylor 2011) zwischen Bürgern und freien Trägern aufzubauen, &#8211; und zwar in beide Richtungen. Eine stärkere Unterstützung seitens der Bürger setzt Beteiligungsmöglichkeiten für diese [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikations-, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten des Internets (&#8220;soziale Medien&#8221;) eröffnen gemeinnützigen Organisationen die Chance, ihre Verbindungen zur Zivilgesellschaft zu stärken und Ressourcen der Bürger vermehrt abzurufen. Es geht darum, &#8220;support relationships&#8221; <a href="http://www.nominettrust.org.uk/sites/default/files/NT%20SoA%203%20-%20Charities%20use%20of%20the%20internet.pdf">(Burt/Taylor 2011)</a> zwischen Bürgern und freien Trägern aufzubauen, &#8211; und zwar in beide Richtungen. Eine stärkere Unterstützung seitens der Bürger setzt Beteiligungsmöglichkeiten für diese in Nonprofit-Organisationen voraus, nicht nur, wenn es um die Umsetzung von Projekten geht, sondern schon in der Planungsphase.</p>
<p>Das <a href="http://www.cccdeutschland.org/de">Centrum für Corporate Citizenship Deutschland (CCCD)</a> lädt in einer <a href="http://www.cccdeutschland.org/de/blog/buergergesellschaft/einladung-zur-blogparade-social-media-fuer-die-buergergesellschaft-16-21-ap">aktuellen Blogparaden-Runde</a> zum Diskurs über die Nutzungsmöglichkeiten von Social Media ein, die sich für die Zivilgesellschaft, d.h. für Bürger und Vereine, auftun. Dabei sollen auch die Herausforderungen und möglichen Grenzen diskutiert werden.</p>
<p>In diesem Beitrag möchte ich drei Punkte ansprechen, die ich in Zusammenhang mit dem Thema für essentiell halte:</p>
<p>1. Das Ressourcenproblem &#8211; oder die Frage, wie die digitale Inklusion des Dritten Sektors vorangetrieben werden kann<br />
2. Offliner ins Netz bringen &#8211; eine Aufgabe für den gemeinnützigen Bereich<br />
3. Netzpolitik &#8211; in einer digitalen Gesellschaft ein wichtiges Aufgabenfeld für den Dritten Sektor</p>
<p><strong>Zu Punkt 1:</strong></p>
<p>Aus den gemeinnützigen Organisationen kommt immer wieder das Feedback, dass das Ressourcenproblem (&#8220;kein Geld, keine Zeit, keine Mitarbeiter, kein Fachwissen&#8221;) eine enorme Hürde für die Nutzung sozialer Medien darstellt. Davon betroffen sind nicht so sehr die großen Wohlfahrtsverbände, sondern die unzähligen kleinen Vereine und Initiativen auf kommunaler Ebene. Es gibt über eine halbe Million Vereine in Deutschland. Sehr viele davon sind in den sozialen Medien nicht präsent, &#8211; weil sie niemanden haben, der sich mit den neuen Medien auskennt oder genug Zeit dafür aufbringen könnte. In der Regel fehlt auch das Geld für eine professionelle Unterstützung.</p>
<p>Es müsste potentiellen Geldgebern &#8211; dem Staat, den Kommunen und Stiftungen &#8211; ein Anliegen sein, den Dritten Sektor in der Fläche für das Mitmach-Web fit zu machen. Denn gemeinnützige Organisationen, die sich auf den Gebrauch sozialer Medien nicht verstehen, können in einer digitalen Gesellschaft ihre <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/welche-funktionen-erfullen-gemeinnutzige-organisationen-fur-unsere-gesellschaft-und-wie-konnen-social-media-sie-darin-unterstutzen/">Funktionen </a>&#8211; die Einbindung von Bürgern, die Erbringung von Dienstleistungen, die Interessenvertretung und die Schaffung von Partizipationschancen &#8211; auf die Dauer nicht erfolgreich ausüben. Es reißt so eine Kluft auf zwischen vielen zivilgesellschaftlichen Institutionen und internetkundigen Bürgern, die den Dritten Sektor schwächt.</p>
<p>Staat und Stiftungen sollten in ihre Budgets für gemeinnützige Organisationen Mittel für die IT-Ausstattung und die Vermittlung digitaler Kompetenzen mit aufnehmen. Die sogenannte &#8220;digitale Inklusion&#8221; des Dritten Sektors ist kein Randthema, &#8211; sondern eines, das existentiell ist für die Weiterentwicklung der hiesigen Zivilgesellschaft.</p>
<p>Allerdings ist der Dritte Sektor hier selbst nicht aus der Verantwortung zu nehmen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man auch mit wenig Mitteln die eigenen Kenntnisse und Handlungschancen ausweiten kann, &#8211; in erster Linie durch einen stärkeren Austausch innerhalb des Sektors und mit Bürgern. Das Wissen über soziale Medien kann durch gemeinsame Arbeitsgruppen, über Webseiten und die Nutzung vorhandener Foren und Plattformen gefördert werden. Im Stiftungsbereich startete letzten Sommer die <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/wie-konnen-stiftungen-digitale-medien-nutzen">stiftungsübergreifende Arbeitsgruppe</a> &#8220;Stiftungen 3.0&#8221;. Was darüber hinaus möglich ist, zeigen die folgenden Beispiele: <a href="http://socialmediasurgery.com/">Social Media Surgeries</a> auf der lokalen Ebene in Großbritannien, Online-Communities zum Thema ICT für Gemeinnützige wie das <a href="http://www.ictknowledgebase.org.uk/forums/index.php">ICT Café</a>, crowdsourcing-Webseiten wie <a href="http://www.knowhownonprofit.org/">KnowHow NonProfit</a>, die Vermittlung von freiwilligen IT-Fachleuten an den gemeinnützigen Sektor <a href="http://www.it4communities.org.uk/it4c/home">IT4Communities</a> , die <a href="http://socialbar.de/wiki/Hauptseite">Socialbar </a>als Austauschort über die Chancen sozialer Medien, Veranstaltungen und BarCamps wie die <a href="http://recampaign.de/">re:campaign </a>für den gemeinnützigen Sektor.</p>
<p>Schließlich könnte auch eine professionelle Unterstützung im Hinblick auf den Umgang mit dem Internet von vielen Vereinen gemeinsam finanziert oder von der örtlichen Gemeinde für den Nonprofit-Sektor getragen werden, &#8211; siehe die britische Einrichtung der <a href="http://www.lasa.org.uk/ict/lasa-circuit-riders/">Circuit Riders</a> (&#8220;Circuit Riders are third sector technology development and support workers, each of whom supports a caseload of organisations the same way a development worker might&#8221;, <a href="http://ukriders.lasa.org.uk/">UK Riders</a>).</p>
<p><strong>Zu Punkt 2:</strong></p>
<p>Viele Vereine &#8211; besonders jene mit einer älteren Mitgliederschaft- haben das Problem, dass ihre Zielgruppen nur zum Teil (oder auch gar nicht) im Netz präsent sind. Dadurch entgehen diesen Bürgern Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten. Es muss auch zum Aufgabenbereich einer Nonprofit-Organisation gehören, die digitale Inklusion ihrer Stakeholder voranzutreiben.<br />
Aber dafür fehlen in der Regel die Mittel. Allerdings könnte man auch hier Ressourcen der gemeinnützigen Akteure vor Ort poolen.</p>
<p>Für manche Organisationen im Dritten Sektor ist die digitale Inklusion ihrer Mitglieder und Klienten aber kein Thema, für das sie sich verantwortlich halten. Viele bleiben ganz eng ihrem Dienstleistungszweck verhaftet, und der hat in der Regel nichts mit dem Internet zu tun. Aber eine gemeinnützige Organisation ist mehr als nur ein Dienstleister. Sie ist Teil unseres demokratischen Gemeinwesens und spielt eine wichtige Rolle als zivilgesellschaftlicher Akteur. Dazu gehört auch, dass sie ihre Arbeit für und mit den Stakeholdern um eine digitale Dimension erweitert und jene mit nimmt, die bisher von den Online-Beteiligungsmöglichkeiten ausgeschlossen sind.</p>
<p>Vermittelt werden müssen in Zusammenhang mit dem Internet nicht nur technische Fertigkeiten. Sondern eine Reihe weiterer Kompetenzen, die zur <a href="http://socialreporter.com/?p=2079">&#8220;digital literacy&#8221;</a> gehören: die Fähigkeit, Online-Netzwerke zum Aufbau von sozialem Kapital zu nutzen, die Kompetenz zur Zusammenarbeit, zur Partizipation, zur Aufmerksamkeit und zur Beurteilung der Qualität von Informationen.</p>
<p><strong>zu Punkt 3:</strong></p>
<p>Gemeinnützige Organisationen müssen sich stärker um netzpolitische Fragen kümmern. Damit ist gemeint, sie müssen sich mit den Rahmenbedingungen des Internets, dessen Struktur und Angebote befassen und Einfluss auf die Ausgestaltung des Netzes nehmen.</p>
<p>Das Netz ist nicht statisch, &#8211; es kann und wird jeden Tag von Menschen und Organisationen verändert. Die Zivilgesellschaft muss ein Interesse daran haben, das Internet so bürgerschaftlich wie möglich zu gestalten und gemeinnützige Angebote zu stärken. Die Weiterentwicklung des Internets sollte nicht kommerziellen Interessen überlassen bleiben. Wir alle bezahlen die meisten der neuen Mitmach-Möglichkeiten zwar nicht mit Geld, aber mit unseren persönlichen Daten. Es ist wichtig, dass von zivilgesellschaftlicher Seite Alternativen zu <a href="http://wiki.socialswarm.net/About/de">&#8220;Faceboogle&#8221; </a>entwickelt und Unternehmen Grenzen aufgezeigt werden, wenn es um deren Datensammelwut und die Monopolisierung der Netzangebote geht. Über die Ambivalenz kommerzieller, hierarchischer Netzwerke- <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/debattenbeitrag-zum-urheberrecht-warum-apple-und-google-eine-bedrohung-sind-1.1334379">&#8220;soziale Fabriken&#8221;</a> (F.Stalder) &#8211; und dezentrale Alternativen siehe auch die Beiträge von <a href="http://www.xing.com/net/zivilgesellschaft20/zivilgesellschaft-und-internet-chancen-risiken-perspektiven-447668/heute-startet-die-npoblogparade-zum-thema-social-media-fur-die-burgergesellschaft-40417137/40428993/#40428993">Bauer </a>und Härtel zur aktuellen Blogparade.</p>
<p>Durch die jahrelange Abstinenz vieler wichtiger Nonprofit-Organisationen in Deutschland von den sozialen Medien wurden hier Handlungs- und Gestaltungschancen verpasst. In manchen gemeinnützigen Einrichtungen wird das Internet noch heute inhaltlich abgewertet und nicht ernst genommen als ein neuer mächtiger und globaler öffentlicher Raum.</p>
<p>Es ist an der Zeit, dass der Dritte Sektor sich nicht nur als <em>Konsument</em> von Netzangeboten betrachtet (&#8220;Wir sind jetzt auch auf Facebook&#8221;), sondern als aktiver Gestalter des digitalen Raumes zugunsten zivilgesellschaftlicher Akteure und demokratischer Beteiligungsmöglichkeiten.</p>
<p>Überfordert man damit Vereine? Nicht jeder gemeinnützige Akteur wird sich mit digitalen Fragen auseinandersetzen wollen. Andererseits geht es um unseren gemeinsamen öffentlichen Raum im Netz, &#8211; dessen Freiheit zu erhalten und die nicht-kommerziellen Räume und bürgerschaftlichen Handlungschancen zu stärken, sollte ein wichtiges Anliegen aller im Dritten Sektor sein.</p>
<p>Ein wichtiges Thema ist auch die Förderung von Zivilität im Netz bzw. die Frage: wie gehen wir miteinander im Internet um? Die Akzeptanz von Pluralität ist Voraussetzung für ein vitales und konstruktives zivilgesellschaftliches Leben online. Auch hier sind Dritte-Sektor-Organisationen als Vorbilder und Lernorte gefordert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Messung des impacts von gemeinnützigen Organisationen &#8211; welche Methoden gibt es?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/messung-des-impacts-von-gemeinnutzigen-organisationen-welche-methoden-gibt-es/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 11:28:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[impact]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf welche Weise man die Wirkung gemeinnütziger Projekte auf die Gesellschaft &#8211; den &#8220;social impact&#8221; &#8211; messen kann und ob man den impact der Projekte überhaupt messen sollte, ist im Dritten Sektor immer noch hoch umstritten. Die kontroverse Debatte zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Vertretern der Wirkungsmessung wurde auch im Unterausschuss &#8220;Bürgerschaftliches Engagement&#8221; des Bundestags sichtbar. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf welche Weise man die Wirkung gemeinnütziger Projekte auf die Gesellschaft &#8211; den &#8220;social impact&#8221; &#8211; messen kann und <em>ob</em> man den impact der Projekte überhaupt messen sollte, ist im Dritten Sektor immer noch hoch umstritten.</p>
<p>Die kontroverse Debatte zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Vertretern der Wirkungsmessung wurde auch im <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/buerger_eng/Oeffentliche_Sitzungen/Protokolle/20__Sitzung_Kurzprotokoll_m__Anl.pdf">Unterausschuss &#8220;Bürgerschaftliches Engagement&#8221;</a> des Bundestags sichtbar. Hier stand <a href="http://www.phineo.org/">PHINEO</a>, eine Bertelsmann-Gründung, mit den eigenen Wirkungsanalysen in der Kritik. PHINEO reiht sich ein in die vielen unterschiedlichen Projekte, die weltweit entwickelt werden, um die Leistungsfähigkeit von gemeinnützigen Organisationen transparenter zu machen. Auf diese Weise will man Spendern, Stiftern und engagierten Unternehmen, die eine gute Organisation für ihr &#8220;Investment&#8221; suchen, Informationen und Hilfe an die Hand geben. Zu nennen sind hier Plattformen und Projekte wie <a href="http://www.givewell.org/">Give Well</a>, <a href="http://www.myphilanthropedia.org/">Philanthropedia</a>, <a href="http://www.charitynavigator.org/">Charity Navigator</a>, das <a href="http://www.effectivephilanthropy.org/index.php">Center for Effective Philanthropy</a> und das <a href="http://www.hewlett.org/newsroom/newsletter/charting-impact">Charting Impact Projekt</a>. Einen guten Überblick über die Akteure der strategischen bzw. outcome-orientierten Wohltätigkeit liefert der Beitrag von <a href="http://www.ssireview.org/articles/entry/a_decade_of_outcome_oriented_philanthropy">Paul Brest</a> in der Stanford Social Innovation Review.</p>
<p>Wie virulent das Thema Wirkungsmessung ist, zeigt auch die Gründung der &#8220;Social Impact Analysis Association&#8221; in London &#8211; ebenfalls ein Bertelsmann-Projekt &#8211; , die professionelle Wirkungsanalysten zu einem Austausch über Messmethoden zusammenbringen möchte.</p>
<p>In einem Aufsatz für das International Journal of Nonprofit and Voluntary Sector Marketing setzen sich <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">Polonsky und Grau (2011)</a>, zwei amerikanische Forscher, mit den Methoden zur sozialen Wirkungsmessung auseinander.</p>
<p>Ihnen zufolge liegt das Grundproblem des Themas darin, dass es keine allgemein akzeptierte Definition des &#8220;social impact&#8221; gibt, &#8211; jeder Akteur &#8211; Spender, NPO-Mitarbeiter, Unternehmensvertreter, Nutzer von Diensten &#8211; versteht darunter etwas anderes und würde die Wirkungsanalyse anhand unterschiedlicher Kriterien durchführen. Die beiden Forscher ziehen sich auf die Definition zurück, dass unter dem &#8220;social impact&#8221; die gesamte Wirkung zu verstehen ist, die eine gemeinnützige Organisation auf ihre Stakeholder hat (Polonsky/Grau 2011, 196).</p>
<p>Weshalb eine Evaluation der Wirkung von Nonprofits sinnvoll ist, beantworten Polonsky/Grau wie folgt (<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">2011,197f</a>):</p>
<p>1. Eine solche Untersuchung kann zur kritischen Überprüfung von Organisationspraxis und -strukturen beitragen. So ist z.B. unklar, ob die in den vergangenen Jahren durchgeführte Ökonomisierung der gemeinnützigen Dienstleister tatsächlich zu besseren gesellschaftlichen Ergebnissen ihrer Projekte geführt hat.<br />
2. Spender wünschen sich zunehmend mehr Transparenz im Nonprofit-Sektor. Sie wollen von den Trägern wissen, wie effektiv Spenden eingesetzt werden, d.h. wie gut &#8211; oder weniger gut &#8211; soziale Probleme von der Organisation gelöst werden konnten<br />
3. Das Aufzeigen der eigenen Wirkung kann zu einer größeren Gleichbehandlung von Projekten führen, die momentan aufgrund der unterschiedlichen Popularität von Themen und Klienten nicht gegeben ist</p>
<p>Welche Argumente zählen die Forscher gegen die Wirkungsmessung auf?</p>
<p>1. Nonprofits werden zu strategischem Verhalten, das auf Effektivität zielt, animiert.<br />
2. Der Zwang zu möglichst hohem impact schränkt die Risikofreude und die Lust am Experimentieren und damit auch die Lernmöglichkeiten ein.<br />
3. Wenn die Wirkungsmessung von externen Partnern verlangt wird &#8211; von Spendern, Stiftungen, dem Staat &#8211; dann werden Nonprofits Indikatoren aufgezwungen, die sie selbst für ihre Arbeit niemals wählen würden. Polonsky und Grau sprechen von dem Gefühl Gemeinütziger, &#8220;that they are being micro-managed by major funders&#8221; (<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">2011, S. 198</a>).<br />
4. Werden die Ergebnisse der Wirkungsmessung veröffentlicht oder wird ein Ranking erstellt, dann müssen Einrichtungen mit geringem impact mit einem Abfluß von Spendenmitteln rechnen.</p>
<p>Polonsky und Grau stellen die populärsten Ansätze, die zur Wirkungsmessung in der Praxis benutzt werden, vor. Das Problem ist, dass die Ansätze sich sehr voneinander unterscheiden und insofern auch die Messergebnisse untereinander nicht vergleichbar sind. Jeder Ansatz verfolgt eine ganz bestimmte, eingeschränkte Perspektive, die der Multidimensionalität von Nonprofits nicht gerecht wird.</p>
<p>Der ROI (Return on Investment) fokussiert auf die Finanzströme in gemeinnützigen Organisationen. Untersucht wird, welcher finanzielle Mehrwert den Investitionen gegenüber steht. Der SROI (Social Return on Investment) untersucht auch Finanzströme, bezieht aber die Kosten und den outcome für die unterschiedlichen Stakeholder mit ein. Der QIA (Qualitative Impact Approach) konzentriert sich auf die qualitative Erhebung der Leistungsfähigkeit einer Organisation bzw. ihrer capacities.</p>
<p>Aus den Ausführungen der Forscher über die drei Messmethoden lässt sich ihr jeweiliges Profil bestimmen:</p>
<p><a href="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-681" title="impact" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg" alt="" width="368" height="194" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg 368w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3-300x158.jpg 300w" sizes="(max-width: 368px) 100vw, 368px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Häufig wird versucht, die Ansätze zu kombinieren und quantitative und qualitative Messmethoden zusammenzubringen. Dennoch wird es unmöglich sein, von &#8220;oben herab&#8221; ein Messmodell zu entwickeln, das alle befriedigt &#8211; zu unterschiedlich sind die Auffassungen darüber, was der Dritte Sektor leisten soll, welche Wirkungen erwünscht sind und wie man diese am Besten analysieren kann.</p>
<p><a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_krimmer_120302.pdf">Holger Kimmer</a> vom Projekt<a href="http://www.ziviz.info/"> Zivilgesellschaft in Zahlen</a> regt an, in den Wirkungsanalysen über den Nonprofit-Bereich neben Effizienz und Effektivität auch die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten einer gemeinnützigen Organisation bzw. ihre demokratische Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Wie könnte dies jenseits von top-down-Konzepten realisiert werden?</p>
<p>Man müsste vor Ort in den Einrichtungen die Evaluationskriterien mit den unterschiedlichen Stakeholdern gemeinsam erarbeiten. Die Rolle der Freiwilligen wäre es, hier die bürgerschaftliche Perspektive in die Diskussion einzubringen. Die dezentral und kollaborativ erarbeiteten Evaluationskriterien müssten dann auf Sektorebene zu einem Katalog zusammengefasst werden, der wiederum auf die lokale Ebene wirkt. Man könnte so die Pluralität der Perspektiven &#8211; auch die zivilgesellschaftliche &#8211; besser in der Evaluation abbilden, als dies top-down-Konzepte leisten.</p>
<p>Die Evaluationskriterien der Stakeholder könnte eine Organisation im Rahmen eines World-Cafés oder einer Open Space-Veranstaltung abfragen, &#8211; siehe meinen letzten Blogbeitrag über <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fuhrung-in-vereinen-vom-held-zum-gastgeber/">&#8220;Führung in Vereinen, &#8211; vom &#8216;Held&#8217; zum &#8216;Gastgeber'&#8221;</a>.</p>
<p>Zusätzlich könnte der Dritte Sektor bzw. könnten die großen Verbände auch online eine öffentliche Diskussion darüber anstoßen, was Bürger von Nonprofits erwarten, was ihnen ganz besonders wichtig ist und welche Kriterien sich für eine Messung des impacts eignen könnten.</p>
<p>Mehr Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung wird aber gescheut von den großen Trägern. Sie bevorzugen Gespräche hinter verschlossenen Türen und &#8220;untereinander&#8221; (<a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/buerger_eng/Oeffentliche_Sitzungen/Protokolle/20__Sitzung_Kurzprotokoll_m__Anl.pdf">UA 2011, S. 13</a>), statt <em>mit</em> den Bürgern. Dabei ist Transparenz das A und O, wenn es um Evaluation geht. Evaluationskriterien und -abläufe müssen offengelegt werden, damit jeder beurteilen kann, auf welcher Grundlage und durch wen der impact eines Trägers gemessen wurde.</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen fühlen sich gegenüber Akteuren wie PHINEO in der Defensive &#8211; die Diskussion im oben erwähnten Unterausschuss belegt dies. Nonprofits sollten in der Tat selbst aktiv werden und Wirkungsansätze entwickeln, die ihren Vorstellungen und ihrer Komplexität besser entsprechen, &#8211; aber nicht hinter verschlossenen Türen, sondern gemeinsam mit ihren (Bürger)Stakeholdern.</p>
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			</item>
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		<title>Führung in Vereinen &#8211; vom &#8220;Held&#8221; zum &#8220;Gastgeber&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 10:33:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dezentralisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;The Art of Hosting&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;<a href="http://www.artofhosting.org/home/">The Art of Hosting</a>&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert sind, Partizipationsmöglichkeiten erhalten. Die Methode, als &#8220;Gastgeber&#8221; (Host) zu agieren, der Bürger und andere Einrichtungen zum Mitdenken und Mitmachen einlädt, beruht auf der Erfahrung, &#8220;that people will only support those things they&#8217;ve played a part in creating&#8221;<a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf"> (Frieze/Wheatley 2011, 3)</a>.</p>
<p>Welches Potential die Einbeziehung von Betroffenen für Organisationen und die kommunale Ebene birgt, zeigt ein Aufsatz von <a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf">Frieze/Wheatley (2011)</a>, die über Columbus, die Hauptstadt von Ohio/USA, berichten (via<a href="http://www.michelemmartin.com/thebambooprojectblog/2011/12/from-hero-to-host-giving-up-on-being-the-expert.html?"> Michelle Martin</a>). Dort wenden viele Institutionen &#8211; die Universität, die Kommunalverwaltung, die örtliche Ärztevereinigungen und Nonprofits wie Obdachlosen- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie die regionale Lebensmittelhilfe (Foodbank)- den crowdsourcing-Ansatz an, der das Engagement und das Wissen von Betroffenen abrufen will.</p>
<p>Man nutzt dafür Methoden wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/World-Caf%C3%A9">World Cafés</a>, Gesprächskreise und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space">Open Space-Technologien</a>, bei denen jeder einen Input liefert.</p>
<p>So hat bspw. die regionale gemeinnützige Lebensmittelhilfe in Columbus mit der traditionellen, hierarchischen Art der Entscheidungsfindung gebrochen und 2005 hundert Stakeholder zu einem World Café eingeladen um die Frage zu klären, wie es der Einrichtung gelingen kann, nicht nur reaktiv mit dem Thema Armut und Hunger umzugehen, sondern etwas an den Ursachen dieses Problems zu verändern.</p>
<p>Die Ergebnisse dieses World Cafés, das die Ideen der Beteiligten abrief, führte u.a. dazu, dass sich die Lebensmittelhilfe für eine wohnortnahe Nahrungsmittelproduktion einsetzt, Community- Gärten anlegt und die örtlichen Tafeln so gestaltet, dass die Bürger, die Hilfe brauchen, Wahlmöglichkeiten erhalten (Frieze/Wheatley 2011).</p>
<p>Der kooperative Ansatz, Stakeholder in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, wird von der Lebensmittelhilfe in Columbus in allen Bereichen genutzt &#8211; im Fundraising, bei Besprechungen des Führungspersonals und im Vorstand. Dazu Matt Habash, der Präsident und CEO der Foodbank: &#8220;I don&#8217;t hardly talk at board meetings anymore (&#8230;) I used to run them &#8211; you know, the world according to Matt. Instead, we move to a strategic level of conversation by using Café or sitting in circle&#8221; (Frieze/Wheatley 2011, 6).</p>
<p>Die Notwendigkeit, dass gemeinnützige Organisationen sich nach außen hin öffnen und das Wissen der Bürger und anderer Institutionen auf lokaler Ebene stärker nutzen, wird auch von der Wissenschaft bestätigt, derzufolge die Fähigkeit, über organisationale Grenzen hinweg zu arbeiten, an Bedeutung gewinnt. Das Selbstverständnis der Führungskräfte muss sich vom Fokus auf die eigene Organisation hin zum Netzwerk aus Bürgern und Einrichtungen entwickeln, die mit der eigenen Organisation verbunden sind (vgl. <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009, 609</a>). Im letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vereine-brauchen-mehr-demokratie-und-netzwerke/">Blogbeitrag </a>(&#8220;Vereine brauchen mehr Demokratie und Netzwerke&#8221;) habe ich schon erwähnt, dass die Fähigkeit zum Ressourcenaustausch wichtiger wird als der eigene begrenzte Ressourcenpool, &#8211; dies gilt speziell für den Bereich des Wissens.</p>
<p>Bezieht man Bürger in die Entscheidungsfindung mit ein, kann man mit mehr Unterstützern rechnen, &#8211; eine Perspektive, die insbesondere für Vereine, die mit dem Rückgang von ehrenamtlichem Engagement und der Bereitschaft zur Amtsübernahme konfrontiert sind, interessant ist. So wird es auch möglich, sich neue Unterstützerkreise zu erschließen. In diesen Tagen erst <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/kommentare/2012/verbaende_und_das_engagement">war zu lesen</a>, dass die Diakonie zwar viele ehrenamtliche Helfer hat, die meisten aber über 60 Jahre alt sind. Zu wenig wurde unternommen, um junge Menschen oder mittlere Altersgruppen zu gewinnen. Verbände und Vereine müssen für &#8220;attraktivere Arrangements&#8221; (<a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">Röbke 2011</a>) in ihrem Verbands- und Vereinsleben sorgen, &#8211; das Abrufen des Stakeholderwissens könnte ein guter Schritt dahin sein.</p>
<p>Häufig bilden das professionelle Selbstverständnis und der Unwille, an den bestehenden Macht- und Entscheidungsstrukturen etwas zu ändern, die größten Hindernisse auf dem Weg zu mehr Bürgerbeteiligung. Dies werden deshalb auch die größten &#8220;Baustellen&#8221; sein, an denen Gemeinnützige arbeiten müssen, wollen sie mehr Bürger zum Mitmachen gewinnen.</p>
<p>Die Art of Hosting-Community und die Open Space-Bewegung sind davon überzeugt, dass Bürger-Wissen wichtig ist und sich durch die gemeinschaftliche Bearbeitung von Themen komplexe Probleme eher lösen lassen als durch die traditionelle &#8220;Hero&#8221;-Vorgehensweise, bei der die Leitung Entscheidungen fällt, &#8211; ohne das Umfeld der Mitglieder, der Ehrenamtlichen, der Freunde und Unterstützer ausführlicher einzubeziehen.</p>
<p>Soziale Medien können die sogenannten &#8220;Co-Creation&#8221; (oder Koproduktions)- Prozesse unterstützen, &#8211; es gibt unzählige Tools, mit deren Hilfe man online zusammenarbeiten kann, &#8211; ein kleiner Überblick findet sich <a href="http://www.computerwoche.de/netzwerke/web/2484881/index9.html">hier</a>. Auch World Cafés selbst können online durchgeführt werden, &#8211; allerdings wird hier noch experimentiert, welches Tool bzw. welche Plattform sich am besten eignet, siehe diverse Erfahrungsberichte <a href="http://www.theworldcafecommunity.org/group/worldcafesonline/forum">hier </a>und <a href="http://radical-inclusion.com/2011/02/online-group-scribbling-experimenting-with-a-virtual-world-cafe/?lang=de">hier</a>.</p>
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