<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Transparenz &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
	<atom:link href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/category/transparenz/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de</link>
	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 Jun 2014 08:21:47 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.1.1</generator>
	<item>
		<title>Staat und freie Wohlfahrtspflege &#8211; ein problematisches Verhältnis</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/staat-und-freie-wohlfahrtspflege-ein-problematisches-verhaltnis/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/staat-und-freie-wohlfahrtspflege-ein-problematisches-verhaltnis/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2013 10:53:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Behindertenhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Dreiecksverhältnis]]></category>
		<category><![CDATA[freie Wohlfahrtspflege]]></category>
		<category><![CDATA[Teilhabe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=901</guid>

					<description><![CDATA[Das Verhältnis zwischen Staat und gemeinnützigen Organisationen ist aktuell von Problemen geprägt. Mittelkürzungen, strengere Vergabekritierien für öffentliche Gelder, Verringerung inhaltlicher Handlungsspielräume, zu starke Steuerung und Kontrolle, Vereinnahmung als Dienstleister, &#8211; das sind die staatlich forcierten Entwicklungen, unter denen speziell die freie Wohlfahrtspflege leidet (Droß/Priller 2013). Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) hat dem belasteten Verhältnis zwischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verhältnis zwischen Staat und gemeinnützigen Organisationen ist aktuell von Problemen geprägt. Mittelkürzungen, strengere Vergabekritierien für öffentliche Gelder, Verringerung inhaltlicher Handlungsspielräume, zu starke Steuerung und Kontrolle, Vereinnahmung als Dienstleister, &#8211; das sind die staatlich forcierten Entwicklungen, unter denen speziell die freie Wohlfahrtspflege leidet (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL21_Gastbeitrag_Dross_Priller.pdf">Droß/Priller 2013</a>). Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) hat dem belasteten Verhältnis zwischen Staat &#8211; Drittem Sektor &#8211; Zivilgesellschaft erst kürzlich <a href="http://www.b-b-e.de/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2013/4-quartal-2013/newsletter-nr-21-vom-17102013/#20797">einen Themenschwerpunkt im BBE-Newsletter</a> gewidmet, der einen guten Überblick über die aktuellen Forschungsergebnisse und Diskurse zum Thema gibt.</p>
<p>Wie sich die Probleme zwischen Staat und freien Trägern im Alltag am Beispiel der Behindertenhilfe auswirken, macht ein Beitrag von Walter/Raß (2013) in der<a href="http://www.sozialwirtschaft.nomos.de/archiv/2013/heft-2/"> Zeitschrift für Sozialwirtschaft</a> deutlich, der auch auf der <a href="http://www.consozial.de/index.php?section=232">ConSozia</a>l diskutiert wurde. Die Autoren sehen einige Stolpersteine, die die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Kostenträgern und Nonprofit-Organisationen in diesem Hilfefeld prägen:</p>
<ol>
<li>Der Preiswettbewerb verdrängt den Qualitätswettbewerb. Unter Qualität wird immer häufiger nur ein Mindeststandard verstanden. Innovative Dienste werden in vielen Regionen von ihren Kostenträgern ausgebremst. In der Fläche gibt es zu wenig Anreize für die Dienste, ihr Angebot effektiver oder innovativer zu gestalten, da dieses Engagement von den Kostenträgern nicht honoriert und als &#8220;mehr Arbeit&#8221; empfunden wird. Speziell in der Behindertenhilfe vermissen die Autoren in vielen Regionen den politischen Gestaltungswillen der Kostenträger, der notwendig wäre, um die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, die auf Inklusion zielt. In diesen Regionen wird die Teilhabe von öffentlicher Seite nicht forciert, so dass die Teilhabe-Landschaft sich in Deutschland immer mehr zu einem &#8220;Flickenteppich&#8221; entwickelt, mit ganz unterschiedlichen Chancen für die Realisierung von Inklusion (Walter/Raß 2013, 13).</li>
<li>Der bürokratische Aufwand für die Sozialeinrichtungen nimmt erheblich zu aufgrund von mehrfachen und unterschiedlichen Dokumentationspflichten. Jede Behörde, mit der eine Einrichtung in der Behindertenhilfe zusammenarbeitet, &#8211; und sie ist mit dutzenden von Behörden in Kontakt (am Beispiel einer Behindertenwerkstätte sind dies 60-90 Ämter u.a. Bundesanstalt für Arbeit, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Sozialhilfeträger, Landesamt für Versorgung, Berufsgenossenschaft, Brandschutzbehörden, Landesbehörden, Baubehörden, Gewerbeaufsicht, kommunale Behörden, Integrationsamt usw.), &#8211; jede dieser Behörden hat ihre eigenen Qualitätsvorgaben und Prüfmethoden, denen die Sozialeinrichtung Rechnung tragen muss. Dazu kommen noch die unterschiedlichen Messverfahren, um den personenbezogenen Hilfebedarf zu erfassen. Hier herrscht keine Einigkeit zwischen Staat und freien Trägern. Im Gegenteil: die Messung des Hilfebedarfs und des notwendigen Personaleinsatzes sind ein Quell unendlicher Diskussionen zwischen Kostenträgern und der Sozialeinrichtung, die viele Ressourcen bindet (ebd., 14).</li>
<li>Angesichts der staatlichen Regulierung ist es schwierig, inklusive Projekte in der Praxis umzusetzen, da hier erhebliche administrative Probleme auftauchen. Werden Kinder mit und ohne Behinderung gleichzeitig betreut, gelten für beide Gruppen ganz unterschiedliche Personalschlüssel und räumliche Vorgaben. Die Sozialeinrichtung muss gegenüber der staatlichen Aufsichtsbehörde sicherstellen, dass die unterschiedliche Leistungsbemessung exakt umgesetzt wird, &#8211; in einem inklusiven Projekt, das den Anspruch hat, Menschen zusammenzubringen und nicht zu trennen (ebd., 14). <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL21_Gastbeitrag_Heinze.pdf">Heinze (2013)</a> redet angesichts des hohen Regulierungsgrades im Sozialsektor von der &#8220;frozen welfare state&#8221;-Landschaft, die integrative Angebote erschwert.</li>
</ol>
<p>Die geschilderten Rahmenbedingungen führen laut <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL21_Gastbeitrag_Klenk.pdf">Klenk (2013)</a> zu einer &#8220;institutionellen Auszehrung&#8221; des Dritten Sektors, d.h. zu einem Verlust von Autonomie, Ehrenamt und Glaubwürdigkeit gemeinnütziger Organisationen.</p>
<p>Wie kann der Dritte Sektor gegenüber dem Staat gestärkt werden? Zwei Bausteine werden wichtig: <strong>mehr Teilhabe</strong> und <strong>mehr Transparenz</strong>.</p>
<p>Walter/Raß (2013) weisen selbst daraufhin: die Nutzer sozialer Dienste, hier: der Behindertenhilfe, sind an den Preisverhandlungen zwischen öffentlicher Hand und freier Wohlfahrtspflege nicht beteiligt. Letztere kann sich mit ihren Vorstellungen gegenüber öffentlichen Kostenträgern nicht durchsetzen. Mehr Durchsetzungsvermögen könnten hier die Nutzer entwickeln, die mangelnde Qualität und Rationierungen am eigenen Leib erfahren. Die freie Wohlfahrtspflege sollte mehr Nutzer-Teilhabe in der Politikformulierung und in Leistungs- und Preisverhandlungen deshalb nicht als Störfaktor begreifen, sondern als Chance für ein Bündnis, um Interessen gegenüber staatlichen Akteuren besser durchsetzen zu können.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger potentieller Bündnispartner, der bisher von der freien Wohlfahrtspflege vernachlässigt wird, ist die Öffentlichkeit bzw. sind die Bürger selbst, die es verstärkt anzusprechen gilt. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist mehr Transparenz: Bürger müssen von Problemen und Mißständen, wie den oben geschilderten, erfahren. Solange die freie Wohlfahrtspflege versucht, die Probleme ausschließlich hinter verschlossenen Türen, gemeinsam mit ihren staatlichen Partnern, zu besprechen, wird sich nichts grundlegend ändern. Oder anders gesagt: die Reform des Dreiecksverhältnisses aus Staat, freier Wohlfahrtspflege und Bürger-Nutzern können Nonprofits nicht alleine schultern, &#8211; sie brauchen dazu den offenen Diskurs mit Bürgern, um neue Mehrheiten zu bilden.</p>
<p>Auf der ConSozial wurde dieser Vorschlag in die Diskussion eingebracht, wurde aber von der Führungsebene eines Verbandes zurückgewiesen mit der Begründung: die Sachlage im Wohlfahrtsbereich bzw. das angesprochene Dreiecksverhältnis sei zu kompliziert, als dass Bürger dies verstehen könnten und entsprechende Debatten auf größeres Interesse in der Bürgerschaft oder unter Journalisten stoßen würden. Man solle deshalb bitte Verständnis dafür haben, dass Reformen in den bewährten Gremien zwischen freien Trägern und Staat ausgehandelt werden müssten.</p>
<p>Vielleicht ist es diese Haltung, die Bürgern die Solidarität mit den großen Wohlfahrtsverbänden schwierig macht. Mehr Transparenz auf verbandlicher Seite könnte dagegen neue Bündnisse zwischen freier Wohlfahrtspflege und der Zivilgesellschaft schmieden.</p>
<p>Von sozialen Diensten wird die Prüf- und Kontrollwut des Staates beklagt, hinter der die Annahme stehe, dass in eine Einrichtung &#8220;Qualität und Transparenz quasi &#8216;hineingeprüft&#8217; werden können&#8221; (Walter/Raß 2013, 14), &#8211; Transparenz &#8220;hineinprüfen&#8221; kann man nicht wirklich, &#8211; aber was ist die Alternative dazu, wenn sich die freien Träger nicht von sich aus mehr nach außen hin öffnen?</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/staat-und-freie-wohlfahrtspflege-ein-problematisches-verhaltnis/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Koproduktion und Co-Design in Leistungsvereinbarungen aufnehmen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/koproduktion-und-co-design-in-leistungsvereinbarungen-aufnehmen/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/koproduktion-und-co-design-in-leistungsvereinbarungen-aufnehmen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 08:38:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Service Design]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Kontraktmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsvereinbarungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=773</guid>

					<description><![CDATA[Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken. An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken.</p>
<p>An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden und sich der einzelne sein Dienstleistungsangebot selbst zusammenstellen kann (zumindest in der Theorie), so bleibt er dabei doch Konsument vorgefertigter Leistungen, d.h. er hat zumeist keinen Einfluss auf das Service Design des jeweiligen Diensteangebots.</p>
<p>Koproduktion bzw. die Beteiligung von Bürgern im Sozialbereich muss sich aber auf den ganzen Zyklus eines Hilfsangebots, also auch auf die Planungs- und Ausgestaltungsphase beziehen. Nur so erhält der einzelne die Möglichkeit, über das &#8220;wie&#8221; in der Pflege, Betreuung und Behandlung mitzubestimmen. Umgekehrt profitieren soziale Dienste von einer Einbeziehung der Bürger in Planungsprozesse. Die Qualität sozialer Dienstleistungen offenbart sich gerade im Nutzungsprozess, &#8211; so dass ohne eine Beteiligung bestehender und zukünftiger Nutzer keine effektive Dienstleistung konzipiert werden kann, &#8211; es fehlen in diesem Fall das Nutzungswissen und die Nutzungserfahrungen der betroffenen Bürger. Statt auf fertige Dienstleistungsprodukte zu setzen, müssen Austauschprozesse mit den Stakeholdern in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sozialer Dienste treten.</p>
<p>Wie können Koproduktion und Co-Design in sozialen Diensten umgesetzt werden?</p>
<p>Eine<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf"> Studie der britischen new economic foundation (nef)</a> vom Dezember 2012 analysiert, welche Aspekte die Beteiligung von Bürgern fördern (Quelle und mehr zum Projekt <a href="http://www.neweconomics.org/budgetsandbeyond">hier</a>). Zum einen auf der Ebene der Organisation: hier muss die Führung gesammelt hinter dem Ziel der Koproduktion stehen und den Mitarbeitern signalisieren, dass Koproduktion zum &#8220;default way of working&#8221;, d.h. zum Arbeitsstandard in der Einrichtung werden soll (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 2</a>). Zu diesem Zweck braucht die Führung den regelmäßigen Austausch mit den Nutzern der Einrichtung. Statt einer Steuerung auf &#8220;Armeslänge&#8221; ist ein enger Kontakt mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern angesagt.</p>
<p>An der Organisationsbasis muss die Beteiligung von Bürgern alltäglich werden. Mitarbeiter brauchen dafür entsprechende Schulungen. Auch die Stellenbeschreibungen sollten jene Kompetenzen und Aufgaben umfassen, die für koproduktives Arbeiten notwendig sind (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Die größte Hürde, die es für die Koproduktion zu nehmen gilt, sind jedoch die Leistungsvereinbarungen, die soziale Dienste mit der öffentlichen Hand bzw. den Kostenträgern schliessen. Für diese Vereinbarungen werden Rahmenverträge auf Landesebene zwischen den überörtlichen Sozialhilfeträgern bzw. den Landesverbänden der Kassen und den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege erarbeitet. Wie ein solcher Vertrag aussieht, der Art, Umfang und Vergütung sozialer Dienstleistungen festlegt, kann man sich am Beispiel des <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/rv_pambu.pdf?start&amp;ts=1274962541&amp;file=rv_pambu.pdf">Rahmenvertrags ambulante Pflege</a> des Landes Berlin ansehen (Quelle und weitere Links <a href="http://www.berlin.de/sen/soziales/vertraege/sgb11/index.html">hier</a>). Wie detailliert der Rahmen für die Dienste ist, kann man auch gut am Vergütungssystem ambulanter Leistungen erkennen, siehe die <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/leistungskomplexe.pdf?start&amp;ts=1290690141&amp;file=leistungskomplexe.pdf">Anlage </a>1 zum Rahmenvertrag.</p>
<p>Entsprechende Rahmenverträge sind keine Berliner Spezifität, sondern es gibt sie in derselben Art in allen Bundesländern, &#8211; nur hat Berlin sie auch veröffentlicht, im Unterschied zu den meisten anderen staatlichen oder freigemeinnützigen Stellen, die über die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen in der Regel nichts preis geben.</p>
<p>An den Kontraktverhandlungen zwischen Staat und freien Trägern sind Bürger nicht beteiligt. In den Kontrakten selbst wird die Beteiligung von Bürgern an der Leistungsausgestaltung nicht erwähnt. Immerhin können Nutzer und ihre Angehörige in Qualitätsdialoge einbezogen werden (<a href="http://www.berlin.de/sen/jugend/rechtsvorschriften/brvj.html">BRV Jug</a>, <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-jugend/rechtsvorschriften/brvj/brvjug_anlage_b.pdf?start&amp;ts=1279280388&amp;file=brvjug_anlage_b.pdf">Anlage B</a>, Punkt 3).</p>
<p>Um Koproduktion und Co-Design zu institutionalieren, müssten entsprechende Vorgaben in die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen einfließen. Auf lokaler Ebene hat in Großbritannien Camden Town einen solchen Versuch unternommen und Koproduktions-Vorgaben in ihre Leistungsausschreibung für einen sozialen Dienst eingefügt:</p>
<p>&#8221; We would encourage providers to adopt the model of co-production whereby services are planned and delivered in mutually beneficial ways that acknowledge and reward local lay experience while continuing to value professional expertise. Service users should be regarded as an asset and encouraged to work alongside professionals as partners in the delivery of services. (&#8230;) Networks of friends and families should also be considered positive co-contributors to success in this approach&#8221; (<a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Auch Australien will im öffentlichen Sektor neue Wege gehen und das Co-Design etablieren, gerade in den Bereichen, in denen die Beziehungen zwischen Bürgern und Staat komplexer sind und über standardisierbare Verfahren hinausgehen wie im Bereich sozialer Dienste (<a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011</a>). Co-Design ist der australischen Regierung zufolge mehr als Konsultation und Kundenbefragung, &#8211; &#8220;It means engaging with individuals and groups from the beginning to the end of the process&#8221; (zit. nach <a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011, S. 35</a>).</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/koproduktion-und-co-design-in-leistungsvereinbarungen-aufnehmen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Messung des impacts von gemeinnützigen Organisationen &#8211; welche Methoden gibt es?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/messung-des-impacts-von-gemeinnutzigen-organisationen-welche-methoden-gibt-es/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/messung-des-impacts-von-gemeinnutzigen-organisationen-welche-methoden-gibt-es/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 11:28:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[impact]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=667</guid>

					<description><![CDATA[Auf welche Weise man die Wirkung gemeinnütziger Projekte auf die Gesellschaft &#8211; den &#8220;social impact&#8221; &#8211; messen kann und ob man den impact der Projekte überhaupt messen sollte, ist im Dritten Sektor immer noch hoch umstritten. Die kontroverse Debatte zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Vertretern der Wirkungsmessung wurde auch im Unterausschuss &#8220;Bürgerschaftliches Engagement&#8221; des Bundestags sichtbar. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf welche Weise man die Wirkung gemeinnütziger Projekte auf die Gesellschaft &#8211; den &#8220;social impact&#8221; &#8211; messen kann und <em>ob</em> man den impact der Projekte überhaupt messen sollte, ist im Dritten Sektor immer noch hoch umstritten.</p>
<p>Die kontroverse Debatte zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Vertretern der Wirkungsmessung wurde auch im <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/buerger_eng/Oeffentliche_Sitzungen/Protokolle/20__Sitzung_Kurzprotokoll_m__Anl.pdf">Unterausschuss &#8220;Bürgerschaftliches Engagement&#8221;</a> des Bundestags sichtbar. Hier stand <a href="http://www.phineo.org/">PHINEO</a>, eine Bertelsmann-Gründung, mit den eigenen Wirkungsanalysen in der Kritik. PHINEO reiht sich ein in die vielen unterschiedlichen Projekte, die weltweit entwickelt werden, um die Leistungsfähigkeit von gemeinnützigen Organisationen transparenter zu machen. Auf diese Weise will man Spendern, Stiftern und engagierten Unternehmen, die eine gute Organisation für ihr &#8220;Investment&#8221; suchen, Informationen und Hilfe an die Hand geben. Zu nennen sind hier Plattformen und Projekte wie <a href="http://www.givewell.org/">Give Well</a>, <a href="http://www.myphilanthropedia.org/">Philanthropedia</a>, <a href="http://www.charitynavigator.org/">Charity Navigator</a>, das <a href="http://www.effectivephilanthropy.org/index.php">Center for Effective Philanthropy</a> und das <a href="http://www.hewlett.org/newsroom/newsletter/charting-impact">Charting Impact Projekt</a>. Einen guten Überblick über die Akteure der strategischen bzw. outcome-orientierten Wohltätigkeit liefert der Beitrag von <a href="http://www.ssireview.org/articles/entry/a_decade_of_outcome_oriented_philanthropy">Paul Brest</a> in der Stanford Social Innovation Review.</p>
<p>Wie virulent das Thema Wirkungsmessung ist, zeigt auch die Gründung der &#8220;Social Impact Analysis Association&#8221; in London &#8211; ebenfalls ein Bertelsmann-Projekt &#8211; , die professionelle Wirkungsanalysten zu einem Austausch über Messmethoden zusammenbringen möchte.</p>
<p>In einem Aufsatz für das International Journal of Nonprofit and Voluntary Sector Marketing setzen sich <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">Polonsky und Grau (2011)</a>, zwei amerikanische Forscher, mit den Methoden zur sozialen Wirkungsmessung auseinander.</p>
<p>Ihnen zufolge liegt das Grundproblem des Themas darin, dass es keine allgemein akzeptierte Definition des &#8220;social impact&#8221; gibt, &#8211; jeder Akteur &#8211; Spender, NPO-Mitarbeiter, Unternehmensvertreter, Nutzer von Diensten &#8211; versteht darunter etwas anderes und würde die Wirkungsanalyse anhand unterschiedlicher Kriterien durchführen. Die beiden Forscher ziehen sich auf die Definition zurück, dass unter dem &#8220;social impact&#8221; die gesamte Wirkung zu verstehen ist, die eine gemeinnützige Organisation auf ihre Stakeholder hat (Polonsky/Grau 2011, 196).</p>
<p>Weshalb eine Evaluation der Wirkung von Nonprofits sinnvoll ist, beantworten Polonsky/Grau wie folgt (<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">2011,197f</a>):</p>
<p>1. Eine solche Untersuchung kann zur kritischen Überprüfung von Organisationspraxis und -strukturen beitragen. So ist z.B. unklar, ob die in den vergangenen Jahren durchgeführte Ökonomisierung der gemeinnützigen Dienstleister tatsächlich zu besseren gesellschaftlichen Ergebnissen ihrer Projekte geführt hat.<br />
2. Spender wünschen sich zunehmend mehr Transparenz im Nonprofit-Sektor. Sie wollen von den Trägern wissen, wie effektiv Spenden eingesetzt werden, d.h. wie gut &#8211; oder weniger gut &#8211; soziale Probleme von der Organisation gelöst werden konnten<br />
3. Das Aufzeigen der eigenen Wirkung kann zu einer größeren Gleichbehandlung von Projekten führen, die momentan aufgrund der unterschiedlichen Popularität von Themen und Klienten nicht gegeben ist</p>
<p>Welche Argumente zählen die Forscher gegen die Wirkungsmessung auf?</p>
<p>1. Nonprofits werden zu strategischem Verhalten, das auf Effektivität zielt, animiert.<br />
2. Der Zwang zu möglichst hohem impact schränkt die Risikofreude und die Lust am Experimentieren und damit auch die Lernmöglichkeiten ein.<br />
3. Wenn die Wirkungsmessung von externen Partnern verlangt wird &#8211; von Spendern, Stiftungen, dem Staat &#8211; dann werden Nonprofits Indikatoren aufgezwungen, die sie selbst für ihre Arbeit niemals wählen würden. Polonsky und Grau sprechen von dem Gefühl Gemeinütziger, &#8220;that they are being micro-managed by major funders&#8221; (<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">2011, S. 198</a>).<br />
4. Werden die Ergebnisse der Wirkungsmessung veröffentlicht oder wird ein Ranking erstellt, dann müssen Einrichtungen mit geringem impact mit einem Abfluß von Spendenmitteln rechnen.</p>
<p>Polonsky und Grau stellen die populärsten Ansätze, die zur Wirkungsmessung in der Praxis benutzt werden, vor. Das Problem ist, dass die Ansätze sich sehr voneinander unterscheiden und insofern auch die Messergebnisse untereinander nicht vergleichbar sind. Jeder Ansatz verfolgt eine ganz bestimmte, eingeschränkte Perspektive, die der Multidimensionalität von Nonprofits nicht gerecht wird.</p>
<p>Der ROI (Return on Investment) fokussiert auf die Finanzströme in gemeinnützigen Organisationen. Untersucht wird, welcher finanzielle Mehrwert den Investitionen gegenüber steht. Der SROI (Social Return on Investment) untersucht auch Finanzströme, bezieht aber die Kosten und den outcome für die unterschiedlichen Stakeholder mit ein. Der QIA (Qualitative Impact Approach) konzentriert sich auf die qualitative Erhebung der Leistungsfähigkeit einer Organisation bzw. ihrer capacities.</p>
<p>Aus den Ausführungen der Forscher über die drei Messmethoden lässt sich ihr jeweiliges Profil bestimmen:</p>
<p><a href="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-681" title="impact" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg" alt="" width="368" height="194" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg 368w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3-300x158.jpg 300w" sizes="(max-width: 368px) 100vw, 368px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Häufig wird versucht, die Ansätze zu kombinieren und quantitative und qualitative Messmethoden zusammenzubringen. Dennoch wird es unmöglich sein, von &#8220;oben herab&#8221; ein Messmodell zu entwickeln, das alle befriedigt &#8211; zu unterschiedlich sind die Auffassungen darüber, was der Dritte Sektor leisten soll, welche Wirkungen erwünscht sind und wie man diese am Besten analysieren kann.</p>
<p><a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_krimmer_120302.pdf">Holger Kimmer</a> vom Projekt<a href="http://www.ziviz.info/"> Zivilgesellschaft in Zahlen</a> regt an, in den Wirkungsanalysen über den Nonprofit-Bereich neben Effizienz und Effektivität auch die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten einer gemeinnützigen Organisation bzw. ihre demokratische Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Wie könnte dies jenseits von top-down-Konzepten realisiert werden?</p>
<p>Man müsste vor Ort in den Einrichtungen die Evaluationskriterien mit den unterschiedlichen Stakeholdern gemeinsam erarbeiten. Die Rolle der Freiwilligen wäre es, hier die bürgerschaftliche Perspektive in die Diskussion einzubringen. Die dezentral und kollaborativ erarbeiteten Evaluationskriterien müssten dann auf Sektorebene zu einem Katalog zusammengefasst werden, der wiederum auf die lokale Ebene wirkt. Man könnte so die Pluralität der Perspektiven &#8211; auch die zivilgesellschaftliche &#8211; besser in der Evaluation abbilden, als dies top-down-Konzepte leisten.</p>
<p>Die Evaluationskriterien der Stakeholder könnte eine Organisation im Rahmen eines World-Cafés oder einer Open Space-Veranstaltung abfragen, &#8211; siehe meinen letzten Blogbeitrag über <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fuhrung-in-vereinen-vom-held-zum-gastgeber/">&#8220;Führung in Vereinen, &#8211; vom &#8216;Held&#8217; zum &#8216;Gastgeber'&#8221;</a>.</p>
<p>Zusätzlich könnte der Dritte Sektor bzw. könnten die großen Verbände auch online eine öffentliche Diskussion darüber anstoßen, was Bürger von Nonprofits erwarten, was ihnen ganz besonders wichtig ist und welche Kriterien sich für eine Messung des impacts eignen könnten.</p>
<p>Mehr Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung wird aber gescheut von den großen Trägern. Sie bevorzugen Gespräche hinter verschlossenen Türen und &#8220;untereinander&#8221; (<a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/buerger_eng/Oeffentliche_Sitzungen/Protokolle/20__Sitzung_Kurzprotokoll_m__Anl.pdf">UA 2011, S. 13</a>), statt <em>mit</em> den Bürgern. Dabei ist Transparenz das A und O, wenn es um Evaluation geht. Evaluationskriterien und -abläufe müssen offengelegt werden, damit jeder beurteilen kann, auf welcher Grundlage und durch wen der impact eines Trägers gemessen wurde.</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen fühlen sich gegenüber Akteuren wie PHINEO in der Defensive &#8211; die Diskussion im oben erwähnten Unterausschuss belegt dies. Nonprofits sollten in der Tat selbst aktiv werden und Wirkungsansätze entwickeln, die ihren Vorstellungen und ihrer Komplexität besser entsprechen, &#8211; aber nicht hinter verschlossenen Türen, sondern gemeinsam mit ihren (Bürger)Stakeholdern.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/messung-des-impacts-von-gemeinnutzigen-organisationen-welche-methoden-gibt-es/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Transparenz im gemeinnützigen Bereich oder wann kommt der &#8220;Open Third Sector&#8221;?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/transparenz-im-gemeinnutzigen-bereich-oder-wann-kommt-der-open-third-sector/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/transparenz-im-gemeinnutzigen-bereich-oder-wann-kommt-der-open-third-sector/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 18:12:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[open data]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Sektor]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=615</guid>

					<description><![CDATA[Warum ist Transparenz wichtig für den gemeinnützigen Sektor? Transparenz bildet Vertrauen zwischen der Organisation und ihren Stakeholdern und erhält die Legitimation gemeinnütziger Einrichtungen Transparenz verschafft Wettbewerbsvorteile wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und Spendern geht. Letztere vergleichen immer genauer Profile und Mitmach-Möglichkeiten von Nonprofits, um für sich selbst passgenaue Projekte herauszusuchen Transparenz fördert die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum ist Transparenz wichtig für den gemeinnützigen Sektor?</p>
<ul>
<li><strong>Transparenz bildet Vertrauen</strong> zwischen der Organisation und ihren Stakeholdern und erhält die Legitimation gemeinnütziger Einrichtungen</li>
<li><strong>Transparenz verschafft Wettbewerbsvorteile</strong> wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und Spendern geht. Letztere vergleichen immer genauer Profile und Mitmach-Möglichkeiten von Nonprofits, um für sich selbst passgenaue Projekte herauszusuchen</li>
<li><strong>Transparenz fördert die Wissensbildung</strong> in gemeinnützigen Organisationen. Nur wer sich nach außen hin öffnet , kann vom Wissen und Feedback der Bürger profitieren, um Dienstleistungen effektiver zu gestalten</li>
<li><strong>Transparenz ist ein weltweiter Trend</strong>. Die Open Data/Open Government-Bewegung zeigt, wohin die Richtung geht: hin zu Datenportalen mit tausenden von bisher nicht zugänglichen Datensätzen, die der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden (von öffentlicher Seite siehe <a href="http://www.data.gov/">data.gov</a> in den USA, <a href="http://data.gov.uk/">data.gov.uk</a> in Großbritannien, <a href="http://data.london.gov.uk/">London Datastore</a>, <a href="http://daten.berlin.de/">Berlin Open Data</a>, <a href="http://opendata.paris.fr/opendata/jsp/site/Portal.jsp">Paris Data</a>, <a href="http://data.linz.gv.at/">Linz Open Data</a>, von zivilgesellschaftlicher Seite<a href="http://www.offenedaten.de/"> Offene Daten</a> Deutschland, <a href="http://offener.datenkatalog.at/">Offene Daten Österrreich</a> &#8211; mehr Beispiele im<a href="http://opendata-showroom.org/"> Open Data Showroom</a> des<a href="http://opendata-network.org/"> Open Data Network</a>). Auf der Basis dieser Daten lassen sich Applikationen entwickeln, z.B. im Rahmen von Wettbewerben wie in <a href="http://www.berlin.de/projektzukunft/wettbewerbe/apps-contest/">Berlin </a>oder dem aktuellen <a href="http://apps4deutschland.de/">Apps für Deutschland</a></li>
<li><strong>Transparenz wird durch das Internet forciert</strong> und die Forderung nach mehr Transparenz auch im gemeinnützigen Bereich wird über Soziale Medien weiterverbreitet, so dass sich weltweit Open Data- Communities bilden. In der Entwicklungshilfe ist das Thema schon angekommen, siehe <a href="http://www.openaid.de/de">OpenAid </a>und die <a href="http://openaiddata.de/">Open Aid Data Conference</a> vom September.</li>
</ul>
<p>In den USA und in Großbritannien erkennen immer mehr gemeinnützige Organisationen den Nutzen der Transparenz für sich und begreifen den Sog einer Entwicklung, dem langfristig nicht widerstanden werden kann. Wie wird Transparenz hier umgesetzt?</p>
<ul>
<li><strong>Webpräsenz</strong>: Das amerikanische Foundation Center analysiert anhand 23 Indikatoren die Webseiten von Stiftungen auf deren Transparenz hin. Die Ergebnisse sind in einer <a href="http://glasspockets.org/inside/whgp/profiles/whgp_map_by_freq.html">Transparency Heat Map</a> zu sehen.</li>
<li><strong>Evaluation</strong>: Die James Irvine-Foundation stellt &#8211; wie viele<a href="http://www.effectivephilanthropy.org/index.php?page=gpr-reports"> andere Stiftungen</a> auch &#8211; ihren <a href="http://irvine.org/evaluation/foundation-assessment/2010-grantee-perception-report">Grantee Perception Report</a> online, in dem abgefragt wird, wie die von der Stiftung Geförderten die James Irvine-Foundation und ihre Arbeit beurteilen, &#8211; auch im Vergleich mit anderen Stiftungen. Schwaches Abschneiden in manchen Bereichen wird nicht verschwiegen. Ebenso werden die eigenen Lerneffekte dargestellt.</li>
<li><strong>Lernen</strong>: Das <a href="http://packard-foundation-oe.wikispaces.com/">Organizational Effectiveness (OE)-Wiki</a> der Packard Foundation teilt Daten des OE-Teams mit der Öffentlichkeit im Rahmen eines &#8220;öffentlichen Lernens&#8221;.</li>
<li><strong>Ideen teilen</strong>: Ideen, die der Organisation im Rahmen von Wettbewerben zufließen, werden vom Buckminster Fuller Institut im Rahmen einer öffentlichen Datenbank (<a href="http://challenge.bfi.org/ideaindex">&#8220;Idea Index&#8221;</a>) zur Verfügung gestellt.</li>
<li><strong>Open Data:</strong> Der britische <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/about-us">National Council for Voluntary Organisations (NCVO)</a> hat Anfang des Jahres einen <a href="http://data.ncvo-vol.org.uk/">Voluntary Sector Datastore</a> eröffnet. Bisher finden sich nur 16 Datensätze darin, &#8211; das Feedback aus dem gemeinnützigen Sektor scheint nicht sehr groß zu sein. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht.<br />
Die britische lokale Organisation<a href="http://www.ecdp.org.uk/"> ecdp</a> von und für Menschen mit Behinderungen veröffentlicht ihre detaillierten Leistungsdaten im Rahmen monatlicher <a href="http://www.ecdp.org.uk/performancedashboard/">Performance Dashboards</a>. <a href="http://blog.okfn.org/2010/08/02/open-data-and-the-voluntary-sector/">Beobachter</a> gehen davon aus, dass als Folge der Anerkennung der Bedeutung offener Daten in der Staatsverwaltung auch der Dritte Sektor irgendwann seine Leistungsvereinbarungen mit der öffentlichen Hand einschliesslich Output und Outcome wird veröffentlichen müssen</li>
</ul>
<p>Weitere Beispiele für Transparenz speziell im Stiftungsbereich finden sich in der exzellenten Präsentation von <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/wie-konnen-stiftungen-digitale-medien-nutzen">Joana Breidenbach</a> vom betterplace lab.</p>
<p>Amerikanische Nonprofit-Organisationen sind von staatlicher Seite viel stärkeren Transparenzforderungen unterworfen als gemeinnützige Akteure in Deutschland. Während in unserem Land Nonprofit-Angaben über Einnahmen und Ausgaben dem Steuergeheimnis unterliegen, sind diese Informationen in den USA öffentlich und werden in Datenbanken wie <a href="http://www2.guidestar.org/">GuideStar</a> eingespeist, &#8211; ein Projekt, das hier in Deutschland keinen Fuß fassen konnte.</p>
<p>Der hiesige Dritte Sektor ähnelt in vielem einer Black Box, was die Nonprofit-Forschung ungemein erschwert und die zivilgesellschaftliche Entwicklung in unserem Land erheblich behindert.</p>
<p>Interessanterweise erwächst dem Dritten Sektor in Deutschland aber kein Legitimationsproblem aus seiner Intransparenz. In einem Aufsatz für das Forschungsjournal Soziale Bewegungen (3/2011) zeigen <a href="http://www.fjnsb.org/node/1795">Anheier/Beller/Haß (2011)</a>, dass ein Transparenzproblem des gemeinnützigen Bereichs empirisch &#8220;kaum messbar und somit allenfalls &#8216;gefühlt&#8217; oder medial vermittelt vorhanden&#8221; ist (S. 102).</p>
<p>Die Autoren greifen als Erklärung auf die &#8220;Steady State&#8221;-These zurück. Diese besagt, dass das Rechenschafts (&#8220;Accountability&#8221;) &#8211; Regime in Deutschland, dem der Dritte Sektor unterworfen ist und das sich ganz am Staat/der Steuerbehörde orientiert, letztlich effizient und effektiv funktioniere. Es reduziere die Komplexität für NPOs, sie müssen sich nicht mit multiplen Stakeholdern abgeben sondern nur mit dem Staat (S. 101).</p>
<p>Die Autoren ziehen folgendes Fazit: Weil der gemeinnützige Sektor in Deutschland einer anderen Steuerungslogik unterliege als jener in den USA oder in Großbritannien, wo gemeinnützige Organisationen stärker einer fragenden zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit ausgesetzt sind, sei die Übertragung der US-amerikanischen Transparenz-Debatte auf den Deutschen Sektor &#8220;nicht ohne weiteres möglich und auch nicht nötig.&#8221; (Anheier/Beller/Haß 2011, S. 102).</p>
<p>Das ist ein kühner Schluss, &#8211; macht er doch Vorgaben für die öffentliche Diskussion, an die sich die Zivilgesellschaft nicht halten wird, weil über das Internet tagtäglich Best-Practice-Beispiele ins Haus kommen, die zeigen, dass es bezüglich Transparenz auch anders geht, als vom deutschen Nonprofit-Sektor praktiziert.</p>
<p>Deshalb besorgen sich Bürger immer häufiger selbst Informationen über den Dritten Sektor. Entweder über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Screen_Scraping">Screen Scraping</a> &#8211; hier werden Daten über den Nonprofit-Bereich auf anderen, z.B. staatlichen, Webseiten ausgelesen (Beispiel: das britische <a href="http://countculture.wordpress.com/2010/09/06/introducing-open-charities-opening-up-the-charities-register/">Open Charities-Projekt</a>, das auf den Daten des britischen Charities Register basiert).</p>
<p>Oder Bürger nutzen Daten, die von anderen Akteuren, z.B. der OECD, schon veröffentlicht wurden, um mehr Transparenz in ein Politikfeld zu bringen (Beispiel: eine <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/10/wie-ein-daten-mashup-die-deutsche-entwicklungshilfe-aufschluesselt/">Webkarte über die Verteilung der deutschen Entwicklungshilfegelder</a> auf einzelne Länder und Projekte von <a href="http://www.crisscrossed.net/">Christian Kreutz</a>).</p>
<p>Und schließlich kann die bürgerschaftliche Seite Plattformen wie <a href="http://greatnonprofits.org/">Great Nonprofits</a> aufbauen, auf denen durch die Erfahrungsberichte der Bürger mit gemeinnützigen Organisationen mehr Transparenz in den Sektor gebracht wird.</p>
<p>In allen diesen Fällen wird der Dritte Sektor zum &#8216;Getriebenen&#8217; einer Entwicklung. Um diese Situation zu vermeiden und die eigene Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, sollte sich der gemeinnützige Bereich dem Thema Transparenz über Open Data und Soziale Medien offensiv stellen. Es wird eines der herausragenden Themen der Zukunft sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/transparenz-im-gemeinnutzigen-bereich-oder-wann-kommt-der-open-third-sector/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was wissen wir über den Dritten Sektor in unserem Land?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/was-wissen-wir-uber-den-dritten-sektor-in-unserem-land/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/was-wissen-wir-uber-den-dritten-sektor-in-unserem-land/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:28:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[open data]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=501</guid>

					<description><![CDATA[Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste mit einem Anteil öffentlicher Mittel in Höhe von 66% (siehe<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490"> Zimmer/Priller 2004, 61</a>).</p>
<p>Seit dieser letzten Erhebung von 1995 sind mehr als fünfzehn Jahre vergangen. Obwohl Nonprofit-Organisationen eine so wichtige Rolle in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft spielen, wissen wir zu wenig über ihre Anzahl und ihre Größe, über ihre Einnahmen und Ausgaben, über ihre Leistungen und ihren demokratischen Mehrwert. Staatliche und private Förder- oder Kürzungsentscheidungen basieren folglich auf sehr unvollständigen Informationen über den Dritten Sektor. Aber auch die gemeinnützigen Organisationen selbst verfügen so über zu wenig Datenmaterial für Vergleiche untereinander, für ihre Planungen und für Forderungen an die Politik.</p>
<p>Das Projekt<a href="http://www.zivilgesellschaft-in-zahlen.de/"> &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;</a>, getragen u.a. vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, will diese eklatanten Datenlücken nach und nach schließen und ein &#8220;Informationssystem Zivilgesellschaft&#8221; aufbauen, das fortlaufend aktualisiert wird und in seiner Methodik auf UN-Vorgaben basiert, um die gesammelten Dritte Sektor-Daten international vergleichbar zu machen.</p>
<p>Veröffentlicht wurde nun im Rahmen des Projekts der Bericht <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">&#8220;Daten zur Zivilgesellschaft&#8221;</a> mit einer <strong>&#8220;Datenlandkarte&#8221;</strong> für den Dritten Sektor in Deutschland, die für <strong>elf </strong> <strong>Nonprofit-Bereiche</strong> die Datenlage aufzeigt. Hier (aus Platzgründen) nur ein Ausschnitt aus der Tabelle:</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-505" title="Datenlandkarte" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3.jpg" alt="Datenlandkarte" width="498" height="393" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3.jpg 498w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3-300x236.jpg 300w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></p>
<p><a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">Quelle: Norman Spengler/Jana Priemer: Daten zur Zivilgesellschaft. Eine Bestandsaufnahme, Edition Stifterverband 2011, Seite 15</a></p>
<p>Die <strong>grünen </strong>Felder bedeuten: es existieren Teildaten (valide, frei verfügbar und regelmässig aktualisiert). Die <strong>gelben </strong>und <strong>orangenen </strong>Felder stehen für vorhandene Daten für die Gesamtgruppe oder für Teilbereiche der Gruppe, die aber zum Teil nicht auf die Ebene der NPOs heruntergebrochen werden, zum Teil methodisch suboptimal und zum Teil auch nicht frei verfügbar sind. Und die <strong>roten </strong>Felder bedeuten, dass es bezüglich dieser Variablen keine Daten gibt.</p>
<p>Die ersichtlich mangelhafte Informationslage führt zu großen gesellschaftlichen Wissenslücken. &#8220;Für den Bereich Bildung und Forschung beispielsweise stehen allein 16 Datenquellen zur Verfügung. Trotzdem kann dieser Bereich noch nicht einmal genau quantifiziert werden. Weder die genaue Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft noch die sonstiger Bildungseinrichtungen, die dem Dritten Sektor angehören, sind derzeit bekannt&#8221;<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf"> (Spengler/Priemer 2011, 14)</a>. Im Umweltbereich gibt es noch größere Datenlücken im Hinblick auf die grundlegensten Fragen. So weiß derzeit niemand, wie hoch z.B. die Mitgliederzahlen in deutschen Natur- und Umweltschutzorganisationen sind (ebd., 14). Im Kulturbereich fehlen u.a. Daten über die Finanzierung der gemeinnützigen Einrichtungen, &#8211; angesichts kommunaler Sparbeschlüsse wären mehr Informationen hierzu politisch sinnvoll. In den Sozialen Diensten verfügen die großen Wohlfahrtsverbände über Zahlenmaterial, das aber bezüglich Ausmaß und Verfügbarkeit stark variiert (ebd., 38). Im Bereich Internationales lautet das Fazit der Autoren: &#8220;Umfassende und valide Statistiken zu den internationalen Aktivitäten deutscher Nonprofit-Organisationen gibt es nicht&#8221; <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">(Spengler/Priemer 2011, 31)</a>.</p>
<p>Aus dem Datendilemma herausführen kann auch mehr Transparenz und Kooperationsbereitschaft auf Seiten der Verbände des Dritten Sektors, wenn es darum geht, die Arbeit der eigenen Organisation durchsichtiger zu machen.</p>
<p>Der britische Dachverband der Freiwilligen-Organisationen NCVO macht mit dem Aufruf <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/networking-discussions/blogs/116/10/10/26/setting-ncvos-data-free">&#8220;Setting NCVO&#8217;s data free&#8221;</a> und dem <a href="http://data.ncvo-vol.org.uk/">Voluntary Sector Datastore</a> vor, wohin die Reise geht, nämlich hin zu mehr Transparenz, der sich auch die hiesigen Dritte Sektor-Verbände nicht verschließen können. Allerdings ist der Weg dorthin steinig. David Kane vom britischen NCVO listet in <a href="http://www.slideshare.net/NCVO/open-data-and-the-voluntary-sector">einer Präsentation</a> die Stolpersteine von <em>open data</em> für Nonprofits auf: fehlende verbandliche Ressourcen und Kompetenzen für das Datenthema, mögliche Wettbewerbs- und Rufschäden durch Datenveröffentlichungen, staatliche Zwangsregelungen für open data. Je weniger die gemeinnützigen Träger das Thema &#8220;mehr Datentransparenz&#8221; aussitzen, je konstruktiver sie sich in die Debatte einbringen, umso eher können sie diese auch beeinflussen.</p>
<p>Gestaltungsspielraum gibt es für Nonprofits wohl auch noch im Projekt &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;. Hier wird, wie oben erwähnt, dem Datenthema die UN-Systematik zugrunde gelegt, die der Logik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung folgt. Drei Variablen-Blöcke dominieren: monetäre, strukturelle und Leistungs- und Ertragsvariablen, &#8211; also die quantitative, output-orientierte Perspektive. Welchen outcome Nonprofits haben, bleibt dadurch unbeantwortet. In der <em>Langfassung </em>des oben genannten Berichts seitens der Wissenschaftler ist aber zu lesen: &#8221; Bislang finden sich im UN HANDBOOK wie auch in der Literatur keine umfangreichen Konzepte der Leistungsmessung (&#8230;). Die hier getätigten Aussagen und Konzepte können als vorläufiger Grundstock verstanden werden, der in späteren Phasen des Berichtssystems durch zusätzliche Indikatoren angereichert werden soll. An dieser Schnittstelle würden Konzepte der sozialen Wirkungsmessung von Nonprofit-Organisationen ansetzen.&#8221; (<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/landkarte_langfassung.pdf">Spengler/Hubrich/Tamm u.a. 2011: Landkarte zur Datenlage Dritter Sektor/Zivilgesellschaft, 21</a>).</p>
<p>Die öffentliche Einmischung in das Projekt lohnt sich also. Die Entscheidung darüber, welche Daten zusätzlich zum vorhandenen Grundstock noch erhebenswert sind, sollte nicht allein von wissenschaftlicher Seite gefällt werden. Hier sind &#8211; über die involvierten Stiftungen hinaus &#8211; auch die Ideen anderer Teile des Dritten Sektors und von Bürgern gefragt.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/was-wissen-wir-uber-den-dritten-sektor-in-unserem-land/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr Partizipation wagen &#8211; für ein neues Leitbild in verbandlichen Sozialorganisationen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/mehr-partizipation-wagen-fur-ein-neues-leitbild-in-verbandlichen-sozialorganisationen/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/mehr-partizipation-wagen-fur-ein-neues-leitbild-in-verbandlichen-sozialorganisationen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2011 10:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dezentralisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Profession]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Leitbild]]></category>
		<category><![CDATA[npoblogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverband]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=484</guid>

					<description><![CDATA[Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht mehr zum Tragen, weil die Leistungserbringung sich unter den Einrichtungen immer mehr angleicht, auch infolge staatlicher Regulierungen und Vereinbarungen.</p>
<p>Wohin also den Blick richten? Was könnte zu einer Renaissance der wohlfahrtsverbandlichen Arbeit führen? Was könnte die gemeinnützigen Anbieter aus ihrer Dienstleistungs-Sackgasse befreien und ihnen neue Perspektiven eröffnen und Unterstützer bescheren?</p>
<p>Mehr Partizipation im Dritten Sektor ist meines Erachtens der Ausweg. Wir brauchen eine <strong>demokratische Governance</strong> in den Einrichtungen, die Bürgerbeteiligung wertschätzt, die Teilhabe fördert und die aus Stakeholdern (Klienten, Angehörigen, Freiwilligen&#8230;.) Bürger macht.</p>
<p>Nur eine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft in all ihren Facetten, also auch über Milieu- und Sektorgrenzen hinweg, kann Nonprofits die Ressourcen verschaffen, die sie zum Überleben brauchen: mehr Wissen, mehr Innovationen, mehr Engagement, mehr Mittel und mehr politische Unterstützung von Bürgerseite.</p>
<p>Wer Bürger nicht auf Augenhöhe wahrnimmt, wird nie die vielfältigen Mittel akquirieren können, die eine Einrichtung für ihren Erfolg und ihr Überleben braucht. Wer nur darüber lamentiert, dass Freiwillige schwer zu finden sind, aber es versäumt, auf bestehende Initativen, Vereine und Gruppen in der Gemeinde zuzugehen und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, braucht sich über mangelnden Zulauf nicht zu wundern. Bürgerbeteiligung gibt es nicht voraussetzungslos, sondern sie braucht einen zivilgesellschaftlichen Nährboden, der durch Vernetzung und Kooperation gekennzeichnet ist.</p>
<p>Eine gemeinnützige Organisation, die sich als demokratischer Akteur begreift,</p>
<ul>
<li>beschränkt sich nicht auf ihre Dienstleistungsfunktion, sondern will das Gemeinwesen mitgestalten</li>
<li>schafft dezentrale Organisations- und Entscheidungsstrukturen</li>
<li>begegnet Bürgern auf Augenhöhe</li>
<li>bietet Bürgern ein breites Portfolio an Beteiligungsmöglichkeiten</li>
<li>fördert die Beteiligungskompetenzen von Bürgern</li>
<li>fördert die kooperativen Kompetenzen in der eigenen Organisation</li>
<li>bildet Netzwerke über Grenzen hinweg</li>
<li>vertritt aktiv Interessen als Folge des eigenen Gestaltungsanspruches</li>
</ul>
<p>Für einen Workshop auf dem<a href="http://morgenland.li/sites/default/files/documents/Kurz%C3%BCbersicht_MorgenLand.pdf"> MorgenLand-Festival in Schaan</a>, das &#8211; organisiert von jungen Menschen &#8211; nach einer Perspektive für die Gesellschaft des Alpenrheintals von morgen sucht, habe ich meine Thesen noch stärker ausgearbeitet. Und um die Möglichkeiten ergänzt, die Social Media gemeinnützigen Organisationen bieten können, wenn es um das Thema Bürgerbeteiligung geht.</p>
<p>[slideshare id=8093852&amp;doc=mehr-partizipation-in-sozialorganisationen-prsentation-reiser-21052011-110525045452-phpapp02]</p>
<p>Es gibt auf kommunaler Ebene immer wieder gemeinnützige Projekte auch größerer Träger, die zeigen, wie Bürger von Beginn an inhaltlich in den Aufbau und die Umsetzung sozialer Dienste involviert werden können. Es wäre wichtig, diese Projekte zu sammeln und ihre Bedingungen und Steuerungsstrukturen auszuwerten, um Kriterien herauszufiltern, die in eine demokratische Governance des Verbandes eingebracht werden können. Ich freue mich über die Nennung von Beispielen in den Kommentaren.</p>
<p>Die Förderung von Partizipation im Rahmen demokratischer Steuerungsstrukturen in den Verbänden gilt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen hin. Programme und Richtlinien, wie bspw. die Social Media Policy eines Verbandes, mit der sich die <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2011/05/21/endspurt-die-laufende-runde-der-npo-blogparade-geht-zu-ende/">aktuelle NPO-Blogparade</a> inhaltlich befasst, sollten sowohl mit dem eignen Personal als auch mit den Zielgruppen kooperativ erarbeitet werden. Gerade Social Media Policies stecken den Grundrahmen des Online-Dialogs zwischen der Organisation und ihrer Umwelt ab und sollten insofern nicht unter Ausschluss der Zielgruppen erarbeitet werden. Das <a href="http://blog.roteskreuz.at/wiki/index.php/Social_Media_Policy">Österreichische Rote Kreuz macht vor</a>, wie bei diesem Thema die Einbeziehung der Zielgruppen in die Politikformulierung gelingen kann.</p>
<p>Zuletzt möchte ich nochmals betonen, dass die demokratische Governance im Dritten Sektor nicht als Selbstzweck gedacht ist, der um sich selber kreist, sondern als Möglichkeit, Ressourcen &#8211; speziell das Bürgerwissen &#8211; zu gewinnen, um Dinge verändern zu können. Ziel ist, &#8220;to change the world through collective action, not only to devise and decide, but to <em>do</em>.&#8221; ( <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=11627">Briggs 2008, 8</a>)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/mehr-partizipation-wagen-fur-ein-neues-leitbild-in-verbandlichen-sozialorganisationen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>5</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Big Society&#8221; &#8211; neue Pläne für die britische Zivilgesellschaft</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/big-society-neue-plane-fur-die-britische-zivilgesellschaft/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/big-society-neue-plane-fur-die-britische-zivilgesellschaft/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 08:29:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[open data]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Profession]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[soziales Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[UK]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Big Society]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerengagement]]></category>
		<category><![CDATA[Community Organising]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=378</guid>

					<description><![CDATA[Die britische Koalitionsregierung aus Konservativen und Liberaldemokraten, seit Mai 2010 im Amt, hat angesichts des enormen staatlichen Haushaltsdefizits von 12% beschlossen, öffentliche Leistungsangebote zu reduzieren und mehr Macht und Handlungsmöglichkeiten in die Hände der Bürger zu legen. Anstatt &#8216;Big Government&#8217; und &#8216;Big Bureaucracy&#8217; wird nun auf eine starke Zivilgesellschaft gesetzt, die nicht nur zu Einsparungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die britische Koalitionsregierung aus Konservativen und Liberaldemokraten, seit Mai 2010 im Amt, hat angesichts des enormen staatlichen <a href="http://www.egovernment-computing.de/forum/messages.cfm?threadid=297A706B-A368-4B03-8819E10F8DBBE3A0&amp;page=1&amp;%231">Haushaltsdefizits von 12%</a> beschlossen, öffentliche Leistungsangebote zu reduzieren und mehr Macht und Handlungsmöglichkeiten in die Hände der Bürger zu legen. Anstatt &#8216;Big Government&#8217; und &#8216;Big Bureaucracy&#8217; wird nun auf eine starke Zivilgesellschaft gesetzt, die nicht nur zu Einsparungen verhelfen soll, sondern auch zu qualitativ besseren Diensten auf kommunaler Ebene. Dazu bekommen die Bürger neue Instrumente an die Hand, die Kompetenzen von staatlichen Institutionen zu Bürgern umverteilen. Das <a href="http://www.cabinetoffice.gov.uk/newsroom/news_releases/2010/100518-news-big-society-launch.aspx">Big Society Programm</a> umfasst offiziell die folgenden Ziele (siehe <a href="http://www.cabinetoffice.gov.uk/media/407789/building-big-society.pdf">pdf</a>):</p>
<ul>
<li>Zivilgesellschaftliche Gruppen und Gemeinschaften sollen mehr Macht erhalten</li>
<li>Bürger werden ermuntert, eine aktive Rolle in ihrem Gemeinwesen zu übernehmen</li>
<li>Kompetenzen werden dezentralisiert bzw. von der nationalen auf die lokale Verwaltung übertragen</li>
<li>Genossenschaften, gemeinnützige Wohlfahrtsorganisationen, Sozialunternehmen, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sollen unterstützt werden</li>
<li>Die Regierung verspricht, dass Bürger ein Recht auf Daten erhalten und damit Zugriff auf staatliche Datensätze.</li>
</ul>
<p>Diese Grobkonzeption der Big Society vom Mai 2010 wurde zwischenzeitlich in vielen Regierungsreden, &#8211; papieren und -interviews näher ausgeführt, ohne dass das Konzept ganz konsistent vorliegen würde. Es befindet sich sozusagen noch im Entwicklungsstadium, so dass ich froh bin, auf ein gutes und aktuelles Papier gestoßen zu sein, das die zivilgesellschaftlichen Implikationen des Politikprogramms systematisch bespricht.</p>
<p>Das<a href="http://www.cdx.org.uk/sites/default/files/CDF%20expert%20panel%20paper%20two%20-%20The%20Big%20Society%20and%20the%20responsive%20state.pdf"> Papier ist von Melanie Bowles</a> von der <a href="http://cdf.org.uk/web/guest">Community Development Foundation</a>. Es listet die Instrumente auf, mit denen die Regierung die Big Society bauen will (S. 3ff):</p>
<p>Unter dem Stichwort<strong> &#8216;Community Empowerment&#8217; </strong>wird angestrebt, dass jeder Bürger Mitglied einer Nachbarschaftsgruppe wird und sich bürgerschaftliches Engagement als Norm etabliert. Bürger, Gruppen, Nonprofits und Sozialunternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, öffentliche Dienste oder öffentliche Infrastrukturangebote (Post) neu anzubieten oder von der staatlichen Hand zu übernehmen. Sie müssen sich hierfür einem öffentlichen Angebotsverfahren unterwerfen. Auch Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung erhalten das Recht, öffentliche Dienste gemeinsam mit anderen Kollegen in Genossenschaftsform zu übernehmen. Gemeinnützige soziale Dienstleister bekommen längerfristige Verträge mit der öffentlichen Hand, die auf den Outcome &#8211; und nicht mehr auf den Output &#8211; abzielen, mit allen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten für die Anbieter, die damit verbunden sind.</p>
<p>Ein <strong>Big Society Day</strong>, der die Selbsthilfe und das Bürgerengagement zelebriert, und ein <strong>National Citizen Service</strong>, der 16- Jährige für acht Wochen in gemeinwesenorientierte Aufgaben bringt, sollen bei den Jugendlichen das Bewusstsein für &#8220;What can we do for others? What can we do for ourselves?&#8221; (S. 2) stärken.</p>
<p>Um die Bildung von Gruppen, Gemeinschaften, Genossenschaften etc. auf kommunaler Ebene zu fördern, will die Regierung<strong> 5000 Community Organiser</strong> neu ausbilden, die allerdings keinen Job in der öffentlichen Verwaltung bekommen, sondern sich auf eigene Faust eine Finanzierung suchen müssen &#8211; wenn sie ihre Dienste als Freiwillige nicht umsonst anbieten wollen.</p>
<p>Auch lokale Aktivisten können als Community Organiser verpflichtet werden, was freiwillig Engagierte gegenüber den Professionellen aufwertet. Andererseits ist eine Installation von Community Organisern auf lokaler Ebene ohne eine entsprechende öffentliche Förderung ihrer Tätigkeit höchst fragwürdig. Die Regierung sieht diese Nicht-Finanzierung positiv, weil dadurch die lokalen Gruppen und Gemeinwesenarbeiter von ihrer Abhängigkeit von staatlichen Mitteln und staatlicher Kontrolle befreit wären. Dazu kritisch Bowles (2010): &#8220;Any new found &#8216;freedom&#8217; to respond to community needs may not deliver much social change without resourcing and support for grassroots community activity&#8221; (S. 5). Die Regierung wird lediglich das Geld für 100 Projekte bereithalten, um den Community-Aufbau in den benachteiligsten Gebieten des Landes finanziell zu unterstützen.</p>
<p>Im <strong>Verhältnis Staat- Bürger</strong> sollen sich durch das Big Society-Konzept ebenfalls einige Dinge verändern:</p>
<p>Bürger erhalten das Recht, zu jeder lokalen Angelegenheit ein Referendum zu initiieren, ohne dass ein Quorum notwendig wäre. Bürger erhalten mehr Mitsprache bei kommunalen Planungen, wohingegen zentrale/regionale Planungskompetenzen beschnitten werden (S. 7). Verwaltungsleistungen sollen den Bürger zum Mittelpunkt haben und nicht die Rationalität der einzelnen Ämter und Fachbereiche (S. 8).</p>
<p>Nat Wei, einer der Big Society-Vordenker und Regierungsberater, <a href="http://natwei.wordpress.com/2010/09/10/navigating-the-big-society-part-2/">zieht eine Analogie</a> zwischen der angestrebten <strong>Gesellschaftsform</strong> und dem <strong>Internet</strong>: bei beiden gehe es um eine Machtverschiebung hin zum einzelnen Bürger und zu Lasten traditionell mächtiger Institutionen.</p>
<p>Diese Aussage bietet einen guten Punkt, um mit ein paar kritischen Fragen zum Big Society-Konzept anzudocken:</p>
<p>1. Gerade das Internet, auf das Nat Wei Bezug nimmt, verschafft hauptsächlich aktiven und weniger aktiven Bürgern Partizipationsgewinne. Die passiven Bürger bleiben auch im Internet weitgehend stumm (vgl.<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/routledg/rics/2008/00000011/00000007/art00004"> Kavanaugh et. al</a>. 2008). Die Big Society zielt auf den aktiven Bürger ab. Es stellt sich die Frage, in wieweit die Menschen am Rand hier mitgenommen werden. Ohne spezielle Förderung besteht die Gefahr, dass durch das Konzept nur bestimmte Schichten ermächtigt werden, &#8211; jene, die in der Lage sind, ihre Interessen wahrzunehmen und sich aktiv auf kommunaler Ebene einzubringen.</p>
<p>2. Das Community-Organising, das einen zentralen Stellenwert auf kommunaler Ebene erhält, muss weitgehend ohne Mittel auskommen, was die Möglichkeit einschränkt, die Beteiligungskompetenzen von benachteiligten Gruppen flächendeckend zu stärken.</p>
<p>3. Traditionell konzentriert sich das Community- Organising darauf, die Bedürfnisse der einzelnen Gemeinschaften mit den Betroffenen auszuarbeiten und, wo es notwendig ist, Interessenkonflikte auf lokaler Ebene auch offensiv zu thematisieren und anzugehen. Die Gemeinwesenarbeit, wie sie die konservativ-liberaldemokratische Regierung entwirft, dient hingegen der Umsetzung des Big Society- Konzepts, &#8211; Alternativen stehen nicht zur Diskussion.</p>
<p>4. Die Big Society will in erster Linie eine aktive Bürger- und Helfergesellschaft sein. Bürger als politische Subjekte, Interessensunterschiede zwischen Gruppen und Konflikte spielen in dem Konzept keine Rolle. Es geht von einem Konsens aus, der doch in einer pluralistischen Gesellschaft so nicht vorausgesetzt werden kann.</p>
<p>5. Bürger können und sollen im Rahmen der Big Society öffentliche Dienste selbst übernehmen. Ungeklärt ist, wie sich diese Privatisierung auf die Professionalität der Dienste, auf ihre Preise und ihre Reichweite auswirkt.</p>
<p>6. Die Community Organiser sollen als Intermediäre zwischen Bürgern und lokalen Gemeinschaften fungieren sowie als Vermittlungsinstanz zwischen Bürgern und der Lokalverwaltung. Andere Intermediäre sind im Big Society-Konzept nicht erkennbar. Die Labour-Partei hat die wichtige Rolle der Organiser schon erkannt und selbst rasch 1000 Kandidaten für diese Funktion auf lokaler Ebene rekrutiert (RSA, via <a href="http://www.designingforcivilsociety.org/2010/10/community-organisers-for-big-society-from-both-sides.html">David Wilcox</a>), was die politische Dimension dieses Jobs deutlich macht.</p>
<p>Insbesondere Dritte-Sektor-Organisationen werden als mögliche Vermittlungsinstanzen im Big Society-Konzept nicht erwähnt. Das ist schade. Und ein defizitärer Punkt. Denn Dritte Sektor- Institutionen können Bürger jene Kompetenzen vermitteln und Instrumente an die Hand geben, die notwendig sind, um Interessen effektiv zu vertreten. Wie es in einem <a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/faith/article7116843.ece?token=null&amp;offset=0&amp;page=1">Times-Artikel</a> zutreffend heißt: &#8220;Without the institutions and the modes of associative power institutions enable, the individual is left utterly naked before the power of the market and the state&#8221; (Bretherton 2010).</p>
<p>Unabhängig von den hier kritisierten Punkten ist es spannend zu sehen, welche Diskussionen und Entwicklungen derzeit in einem europäischen Nachbarland stattfinden. Wer die Diskussion in der britischen Blogosphäre zum Thema &#8216;Big Society&#8217; verfolgen will, findet <a href="http://bigsociety.amplify.com/">hier</a> einen guten Ausgangspunkt.</p>
<p>Interessant ist ebenfalls , wie weit die Forschung über Communities und Netzwerke und ihre Bedeutung für die Zivilgesellschaft in Großbritannien schon gediehen ist. Während man bei uns noch sehr stark auf den einzelnen Bürger fokussiert und weniger auf die Strukturen in den Gemeinden und Organisationen (exemplarisch hierfür: die<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/10/Nationale%20Engagementstrategie_10-10-06.pdf"> nationale Engagementstrategie der Bundesregierung</a>), ist die Gemeinwesenarbeit und die Bedeutung von Netzwerken in Großbritannien schon ein großes Thema. Dazu aber mehr in einem weiteren Blogbeitrag.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/big-society-neue-plane-fur-die-britische-zivilgesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Open Data und der gemeinnützige Sektor</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/open-data-und-der-gemeinnutzige-sektor/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/open-data-und-der-gemeinnutzige-sektor/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2010 09:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[open data]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Plattform]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[#GiveData]]></category>
		<category><![CDATA[Gov2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=331</guid>

					<description><![CDATA[Mit der Forderung, mehr Daten öffentlich zugänglich zu machen, sind derzeit speziell Staaten, ihre föderalen Glieder und die Kommunen konfrontiert. Eine bürgerschaftliche Bewegung, die international aktiv ist, setzt sich für einen besseren Zugang zu den Datenbeständen der öffentlichen Hand ein. Abertausende von Informationen existieren als Rohdaten in Behörden und werden der Bürgerschaft nicht zugänglich gemacht, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Forderung, mehr Daten öffentlich zugänglich zu machen, sind derzeit speziell Staaten, ihre föderalen Glieder und die Kommunen konfrontiert. Eine bürgerschaftliche Bewegung, die international aktiv ist, setzt sich für einen besseren Zugang zu den Datenbeständen der öffentlichen Hand ein. Abertausende von Informationen existieren als Rohdaten in Behörden und werden der Bürgerschaft nicht zugänglich gemacht, obwohl sie für die Weiterentwicklung und Verbesserung des Gemeinwesens von Bedeutung sind oder durch neue Verknüpfungen bedeutsam werden könnten.</p>
<p>Einige Staaten und Städte sind den Forderungen der Open Data-Bewegung nachgekommen und haben Plattformen geschaffen, die der Allgemeinheit bisher nicht zugängliche Rohdaten zur Verfügung stellen. Beispiele hierfür sind die Regierungsplattformen <a href="http://www.data.gov/">Data.gov</a> aus den USA und das britische Äquivalent <a href="http://data.gov.uk/">data.gov.uk</a>, sowie &#8211; auf kommunaler Ebene &#8211; der <a href="http://data.london.gov.uk/">London Datastore</a>, der als Ziel &#8220;freeing London&#8217;s data&#8221; angibt. Durch die Veröffentlichung der Daten soll die Transparenz staatlichen Handelns erhöht werden. Und man erhofft sich viele Innovationen, indem Bürger auf der Basis der veröffentlichen Informationen Ideen für neue Dienstleistungen oder mobile Applikationen (&#8216;apps&#8217;) entwickeln.</p>
<p>Auch in Deutschland wird die Forderung nach freiem Zugang zu Verwaltungsdaten immer lauter. Erst vor einigen Wochen wurde der erste deutsche <a href="http://carta.info/25927/hack-4-democracy-wenn-die-daten-nicht-zu-uns-kommen-kommen-wir-zu-ihnen/">OpenData Hackday</a> veranstaltet und das erste bürgerschaftlich aufgebaute <a href="http://offenedaten.de/">Register für offene Daten</a> geschaffen. Das <a href="http://opendata-network.org/">Open Data Network</a> und das <a href="http://www.gov20.de/">Government 2.0 Netzwerk</a> zählen zu den gesellschaftlichen Akteuren, die auf den besseren Zugang zu öffentlichen Daten drängen.</p>
<p>Im Fokus der Diskussion der Open-Data-Bewegung steht das Verhältnis Staat-Bürger. Zu wenig beachtet wird, dass nicht nur der Staat über Daten verfügt, zu denen kein Zugang existiert, sondern auch der Dritte Sektor, d.h. der gemeinnützige Bereich in unserer Gesellschaft. Insbesondere Stiftungen und Nonprofit-Dienstleister im Sozialbereich (und anderen Sachgebieten) sammeln im Rahmen ihrer täglichen Arbeit Informationen über Projekte, Klienten, die Implementation sozialer Dienstleistungen, über Output und Outcome ihrer Arbeit.</p>
<p>Der Großteil dieser Informationen bleibt im Verborgenen oder wird höchstens in Teilen dem Staat &#8211; als Finanzier &#8211; übermittelt. Manchmal werden die Erkenntnisse über Projekte und Problemlagen auch publiziert, aber in der Regel ohne die damit verbundenen Rohdaten. Wie die amerikanische Bloggerin und Beraterin <a href="http://philanthropy.blogspot.com/2010/05/abundance-and-surfeit-of-data.html">Lucy Bernholz</a> im Hinblick auf online publizierte Studien kritisiert: &#8220;the holders of the data are sharing pdf&#8217;s with us, instead of sharing  data in RSS streams&#8221;. Es ist für Bürger nicht möglich, die Daten der unterschiedlichen Studien oder Träger zu vergleichen, zu kontrollieren oder selbst zu nutzen, um damit neue Anwendungen oder Ideen zu entwickeln.</p>
<p>Durch die abgeschlossenen Datenbestände bleiben auch Nonprofits selbst in ihr jeweiliges Informations-Silo eingesperrt, weil auf den Datenaustausch zu häufig verzichtet wird und zu wenig gemeinsame Datenportale existieren. Die Folge: das Wissen der Einrichtungen bleibt bruchstückhaft, Koordinationsmöglichkeiten zwischen Trägern bleiben unentdeckt, Leistungen können nur unzureichend verglichen und evaluiert werden, das Wissen von Menschen außerhalb der Organisationen wird für Weiterentwicklungen nicht genutzt.</p>
<p>Es gibt jedoch auch Ausnahmen von der Regel: so die <a href="http://www.transparency.de/Initiative-Transparente-Zivilg.1612.0.html?&amp;no_cache=1&amp;sword_list[]=Zivilgesellschaft">Initiative Transparente Zivilgesellschaft</a>, bei der sich die teilnehmenden Organisationen verpflichten, freiwillig mehr Angaben über die eigene Institution zu machen. Und dann ein Datenbankangebot wie den<a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/umkreissuche"> &#8216;Bürgerstiftungsfinder&#8217;</a>, der auch Angaben zu den Finanzdaten der einzelnen Stiftungen enthält (wenn auch nicht ganz durchgängig).</p>
<p>Lucy Bernholz gebührt das Verdienst, immer wieder auf die Bedeutung von offenen Daten auch im Nonprofit-Sektor hinzuweisen. Bei der Veranstaltung <a href="http://www.newamerica.net/events/2010/open_data">&#8220;Philanthropy DataJam&#8221;</a>, die am 10. Mai in Washington stattfand und jene Stiftungen und gemeinnützige Dienstleister zusammenbrachte, die an Open Data im Dritten Sektor interessiert sind, zählte Bernholz eine Reihe von Webseiten auf, die versuchen mehr Transparenz im Nonprofit-Bereich zu schaffen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.grantsfire.org/">Grantsfire </a> ist eine Suchmaschine für Stiftungsfördergelder</li>
<li><a href="http://www.aiddata.org/home/index">AidData</a> ist ein Datenportal für die Entwicklungshilfe, in dem nach Geldgebern, Empfängerorganisationen, finanzierten Projekten usw. recherchiert werden kann</li>
<li><a href="http://nonprofitmapping.org/data-scorecard/">NonProfitMapping</a>: stellt eine Karte zur Verfügung, die die Qualität öffentlicher Daten über den Nonprofit-Sektor in den einzelnen amerikanischen Staaten veranschaulicht.</li>
<li>Die Daten und Visualisierungen des britischen NCVO im Zusammenhang mit dem <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/almanac2010">Civil Society Almanac 2010</a>, siehe hierzu auch meine <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/daten-und-visualisierungen-vom-britischen-non">Posterous-Notiz</a>.</li>
</ul>
<p>Über die Veranstaltung existiert ein sehr informatives Video, das trotz seiner Länge (ca. 1 Std) allen zu empfehlen ist, die an dem Thema &#8216;Open Data im Dritten Sektor&#8217; interessiert sind.</p>
<p>[youtube B5F61tAQF5A&amp;feature=youtu.be&amp;a]</p>
<p>Auf der Youtube-Seite findet sich zum Video folgender Leserkommentar: &#8220;Now imagine if all this awesome technology wasn&#8217;t? racially and  economically segregated&#8230;&#8221; Er führt vor Augen, dass parallel zu den Open-Data-Anstrengungen gefragt werden muss, wer eigentlich in der Lage ist, die damit verbundenen Partizipationspotentiale auszuschöpfen &#8211; welche Gruppen/Professionen/Schichten? Damit die Open-Data-Bewegung nicht zu einer weiteren Polarisierung von Gestaltungschancen führt, muss parallel an der digitalen (und diskursiven) Inklusion derjenigen gearbeitet werden, die außerhalb oder am Rand des Internets stehen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/open-data-und-der-gemeinnutzige-sektor/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Weg zur NPO 2.0</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/auf-dem-weg-zur-npo-2-0/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/auf-dem-weg-zur-npo-2-0/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 10:39:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Best Practice]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kunden]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Mobiles Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Profession]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[soziales Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[NPO 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Responsivität]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Richtlinien]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=271</guid>

					<description><![CDATA[Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der re:campaign 2010 in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die Folien auf slideshare. Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen: 1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im Blog von Christian Henner-Fehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der<a href="http://re-publica.de/10/category/recampaign/"> re:campaign 2010</a> in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die <a href="http://www.slideshare.net/npovernetzt/auf-dem-weg-zur-npo-20">Folien auf slideshare</a>.</p>
<p>Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen:</p>
<p>1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/12/social-media-und-organisationskultur/">Blog von Christian Henner-Fehr</a> &#8211; ob die<strong> Organisationskultur für den Social Media-Einsatz</strong> einer Einrichtung wichtig ist und wenn ja, welche Voraussetzungen intern vorliegen sollten.</p>
<p>Meiner Ansicht nach belegt die Empirie ganz deutlich, dass Social Media an sich neutral sind und auch zur einseitigen Kommunikation ohne interaktive Perspektive eingesetzt werden können und eingesetzt werden, wie man speziell an vielen Twitteraccounts sieht. Das Potential von Social Media wird so aber<em> nicht ansatzweise</em> ausgeschöpft. Auch NPOs wollen häufig nur werben, aber keinen Dialog führen, so dass ihre Internetpräsenz verglichen werden kann mit<a href="http://netzwerkpr.de/index.php/2009/11/12-runde-der-npo-blogparade/"> &#8220;alter Kommunikation in neuen Kanälen&#8221;</a>, wie meine Bloggerkollegin Katrin Kiefer das treffend formuliert.</p>
<p>Ich habe mir &#8211; in Anlehnung an einen Aufsatz von Bryer (2009) &#8211; Gedanken über die Frage gemacht, welche <strong>NPO-Eigenschaften</strong> die erfolgreiche Social Media-Nutzung fördern und welche Eigenschaften diese hemmen (Folien 10 und 11) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.</p>
<p><em>Förderliche Eigenschaften: </em>Wahrnehmung einer Ressourcenabhängigkeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren, Partnerschaftsperspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Interesse an externem Wissen, Selbstwahrnehmung als demokratischer Akteur</p>
<p><em>Hemmende Eigenschaften:</em> Fixierung auf staatliche Gelder und Stakeholder, fehlende partnerschaftliche Perspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Rückzug auf den eigenen Expertenstatus, Selbstwahrnehmung als reiner Dienstleister ohne demokratische Funktion</p>
<p>2. Wichtig war mir desweiteren aufzuzeigen, über welche <strong>Kompetenzen </strong>NPOs verfügen, die mit Social Media kompatibel sind und sehr gut in den digitalen Raum eingebracht werden können (Folien 12 und 13). Dieser ressourcenorientierte Blick stärkt NPOs und führt sie nicht als defizitäre Organisationen vor. Nonprofits sind keine Anfänger, was die dialogorientierte Perspektive angeht und hier häufig viel weiter als staatliche und viele privatwirtschaftliche Organisationen.</p>
<p>3. Die<strong> Rolle des Staates</strong> darf nicht aus dem Blick geraten, wenn man über hiesige Nonprofits im Sozialbereich spricht. Im Grunde benötigt eine NPO 2.0 eine Staatsverwaltung 2.0 (Folien 26 und 27). Ohne einen kooperativen Staat und entsprechend kooperative Leistungsvereinbarungen mit sozialen Dienstleistern wird es für NPOs im Sozialsektor schwierig werden, den Weg zu einer NPO 2.0, der mehr Dialog, Vernetzung und Partizipation impliziert, zu gehen. Denn eine interaktive, partnerschaftliche Haltung kostet viel Zeit und damit auch Geld. Andererseits profitieren Staat und Kommune von einem Nonprofit-Sektor 2.0, der mit der Zivilgesellschaft online und offline breit vernetzt ist.</p>
<p>4. Über all die <strong>Kampagnen</strong> hinweg, die im Mittelpunkt der re:campaign standen und im Fokus der dortigen NPOs, sollte man nicht die auf einen längerfristigen Zeitraum hin ausgerichtete Vernetzung mit der Zivilgesellschaft vergessen. Kampagnen tragen einen kurzlebigen Charakter. Der Nonprofit-Sektor könnte aber gerade durch <strong>nachhaltige Strategien</strong>, deren Zeithorizont über die Gegenwart hinausreicht, zum Beispiel für Politik und Wirtschaft werden, die dem kurzfristigen Denken verhaftet sind durch ihre Konzentration auf den nächsten Wahltermin oder auf die Bilanz des aktuellen Geschäftsjahres.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/auf-dem-weg-zur-npo-2-0/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>22</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Verflechtung von Staat und Verbänden im Sozialsektor und die Stellung der Bürger &#8211; am Rand</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/die-verflechtung-von-staat-und-verbanden-im-sozialsektor-und-die-stellung-der-burger-am-rand/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/die-verflechtung-von-staat-und-verbanden-im-sozialsektor-und-die-stellung-der-burger-am-rand/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 15:26:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Bürger]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.nonprofits-vernetzt.de/?p=234</guid>

					<description><![CDATA[Auf den neuen Dialog- und Vernetzungsmöglichkeiten des Internets ruht die Hoffnung, dass sie auch zwischen Bürgern und dem gemeinnützigen Sektor einen engeren Austausch ermöglichen und Bürgern in den sozialen Diensten mehr Mitwirkungsmöglichkeiten verschaffen können. Diese Hoffnung trifft allerdings auf institutionelle Strukturen im Politikfeld, bei denen die Bürger nur Randfiguren ohne essentielle Mitgestaltungsmöglichkeiten sind. Backhaus-Maul (2009) [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den neuen Dialog- und Vernetzungsmöglichkeiten des Internets ruht die Hoffnung, dass sie auch zwischen Bürgern und dem gemeinnützigen Sektor einen engeren Austausch ermöglichen und Bürgern in den sozialen Diensten mehr Mitwirkungsmöglichkeiten verschaffen können.</p>
<p>Diese Hoffnung trifft allerdings auf institutionelle Strukturen im Politikfeld, bei denen die Bürger nur Randfiguren ohne essentielle Mitgestaltungsmöglichkeiten sind. Backhaus-Maul (2009) schildert in einem Aufsatz für das <a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;cPath=11_14_19&amp;products_id=145">Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit</a> prägnant, wer in unserem Land die wirklich wichtigen Player im Bereich sozialer Dienstleistungen sind: der Staat und die großen Wohlfahrtsverbände. Beide schließen gemeinsam Leistungsvereinbarungen für den Sozialbereich ab, in denen die Leistungsarten, die Leistungsmenge, die Preise, Qualitätsstandards, deren Messung und Evaluation festgelegt werden (S. 74). Und zwar in nicht-öffentlicher Runde. Diese Verhandlungen bestimmen faktisch darüber, wie sozialstaatliche Gesetze konkret umgesetzt werden. Bürger haben darauf keinen Einfluss. Es sind die freigemeinnützigen Träger, die &#8220;maßgeblich über politische Prioritäten beim Einsatz und der Vergabe öffentlicher Mittel entscheiden&#8221; (Backhaus-Maul, ebd.).</p>
<p>Die enge Verflechtung zwischen Staat und Verbänden erschwert Backhaus-Maul zufolge das Empowerment der Leistungsempfänger hin zu Bürgern und Ko-Produzenten. Aber auch für die Wohlfahrtsverbände bringt die Verflechtung nicht nur materielle Chancen und Wachstumsmöglichkeiten mit sich, sondern ebenso eine Bürokratisierung und Unterwerfung unter staatliche Vorschriften. Die Verflechtung mit dem Staat bedroht überdies die Legitimation der freien Wohlfahrtspflege, weil die Verbände zu Dienstleistungsunternehmen mutierten und ihre gesellschafts- und demokratiepolitischen Funktionen vernachlässigten. Aus der Verflechtung mit dem Staat kann die freie Wohlfahrtspflege keine Vision für die Zukunft entwickeln. Dienstleistungsunternehmen sind sie schon &#8211; was könnten Nonprofits im Sozialsektor aber darüber hinaus sein?</p>
<p>Neue Wege ergeben sich für soziale Dienste nur durch die Bürger und mit den Bürgern. Letztere dürfen nicht als Bedrohung professioneller Errungenschaften und der verbandlichen Autonomie betrachtet werden, sondern als <em>Enabler</em>, die freien Trägern helfen können, ein neues Selbstbild zu entwickeln. Aus der Sackgasse, in der sich Nonprofits befinden, wird man nicht durch mehr Professionalisierung und noch mehr betriebswirtschaftliche Konzepte herauskommen, sondern nur durch eine stärkere Demokratisierung, die Bürgern mehr Handlungsspielräume in den verbandlichen Einrichtungen und im Sozialsektor eröffnet.</p>
<p>Nonprofits reden &#8211; wie alle Entscheidungsträger in unserem Land &#8211; viel von der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Sie reden aber &#8211; wie alle anderen auch &#8211; viel zu wenig von den demokratiepolitischen Dimensionen des Engagements. Die Hilfe der Bürger ist sehr erwünscht, &#8211; die inhaltliche Mitsprache weniger (siehe <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/02/nl3_akbuergergesellschaft.pdf">&#8220;Demokratie Macht Bürgergesellschaft&#8221;</a> von R. Roth). Es wird nicht gesehen, dass es genau die &#8211; gefürchtete &#8211; Partizipation der Bürger ist, die den Wohlfahrtsverbänden in der Verflechtung mit dem Staat und jenseits von dieser neue Perspektiven aufzeigen könnte.</p>
<p>Social Media bieten der freien Wohlfahrtspflege die Chance, über das Internet enger mit den Bürgern in Kontakt zu kommen. Über Social Media können Bürger auch Mitwirkungsmöglichkeiten in Nonprofit-Organisationen erhalten. Und dennoch darf man nicht vergessen, dass die Technologien allein keine Partizipationsrechte und -pflichten begründen. Der Social Media- Einsatz bleibt vom guten Willen eines Trägers abhängig. Deshalb muss man über die Technologien hinaus sich um eine rechtliche Institutionalisierung von Partizipationschancen für Bürger bemühen. Die digitale Welt darf kein Surrogat für Mitwirkungsrechte sein, die man in der realen Welt der Institutionen, Gesetze und Politikfeld-Steuerung den Bürgern vorenthält.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/die-verflechtung-von-staat-und-verbanden-im-sozialsektor-und-die-stellung-der-burger-am-rand/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
