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	<title>Nonprofits-vernetzt.de &#187; Social Media</title>
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	<description>Stakeholder-Management und Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen</description>
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		<title>Führung in Vereinen &#8211; vom &#8220;Held&#8221; zum &#8220;Gastgeber&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 10:33:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;The Art of Hosting&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises  zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;<a href="http://www.artofhosting.org/home/">The Art of Hosting</a>&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises  zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert sind, Partizipationsmöglichkeiten erhalten. Die Methode, als &#8220;Gastgeber&#8221; (Host) zu agieren, der Bürger und andere Einrichtungen zum Mitdenken und Mitmachen einlädt, beruht auf der Erfahrung, &#8220;that people will only support those things they&#8217;ve played a part in creating&#8221;<a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf"> (Frieze/Wheatley 2011, 3)</a>.</p>
<p>Welches Potential die Einbeziehung von Betroffenen für Organisationen und die kommunale Ebene birgt, zeigt ein Aufsatz  von <a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf">Frieze/Wheatley (2011)</a>, die über Columbus, die Hauptstadt von Ohio/USA, berichten (via<a href="http://www.michelemmartin.com/thebambooprojectblog/2011/12/from-hero-to-host-giving-up-on-being-the-expert.html?"> Michelle Martin</a>). Dort wenden viele Institutionen &#8211; die Universität, die Kommunalverwaltung, die örtliche Ärztevereinigungen und Nonprofits wie Obdachlosen- und  Jugendhilfeeinrichtungen sowie die regionale Lebensmittelhilfe (Foodbank)- den crowdsourcing-Ansatz an, der das Engagement und das Wissen von Betroffenen abrufen will.</p>
<p>Man nutzt dafür Methoden wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/World-Caf%C3%A9">World Cafés</a>, Gesprächskreise und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space">Open Space-Technologien</a>, bei denen jeder einen Input liefert.</p>
<p>So hat bspw. die regionale gemeinnützige Lebensmittelhilfe in Columbus mit der traditionellen, hierarchischen Art der Entscheidungsfindung gebrochen und 2005 hundert Stakeholder zu einem World Café eingeladen um die Frage zu klären, wie es der Einrichtung gelingen kann, nicht nur reaktiv mit dem Thema Armut und Hunger umzugehen, sondern etwas an den Ursachen dieses Problems zu verändern.</p>
<p>Die Ergebnisse dieses World Cafés, das die Ideen der Beteiligten abrief, führte u.a. dazu, dass sich die Lebensmittelhilfe für eine wohnortnahe Nahrungsmittelproduktion einsetzt, Community- Gärten anlegt und die örtlichen Tafeln so gestaltet, dass die Bürger, die Hilfe brauchen, Wahlmöglichkeiten erhalten (Frieze/Wheatley 2011).</p>
<p>Der kooperative Ansatz, Stakeholder in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, wird von der Lebensmittelhilfe in Columbus in allen Bereichen genutzt &#8211; im Fundraising, bei Besprechungen des Führungspersonals und im Vorstand. Dazu Matt Habash, der Präsident und CEO der Foodbank: &#8220;I don&#8217;t hardly talk at board meetings anymore (&#8230;) I used to run them &#8211; you know, the world according to Matt. Instead, we move to a strategic level of conversation by using Café or sitting in circle&#8221; (Frieze/Wheatley 2011, 6).</p>
<p>Die Notwendigkeit, dass gemeinnützige Organisationen sich nach außen hin öffnen und das Wissen der Bürger und anderer Institutionen auf lokaler Ebene stärker nutzen, wird auch von der Wissenschaft bestätigt, derzufolge die Fähigkeit, über organisationale Grenzen hinweg zu arbeiten, an Bedeutung gewinnt. Das Selbstverständnis der Führungskräfte muss sich vom Fokus auf die eigene Organisation hin zum Netzwerk aus Bürgern und Einrichtungen entwickeln, die mit der eigenen Organisation verbunden sind (vgl. <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009, 609</a>). Im letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vereine-brauchen-mehr-demokratie-und-netzwerke/">Blogbeitrag </a>(&#8220;Vereine brauchen mehr Demokratie und Netzwerke&#8221;) habe ich schon erwähnt, dass die Fähigkeit zum Ressourcenaustausch wichtiger wird als der eigene begrenzte Ressourcenpool, &#8211; dies gilt speziell für den Bereich des Wissens.</p>
<p>Bezieht man Bürger in die Entscheidungsfindung mit ein, kann man mit mehr Unterstützern rechnen, &#8211; eine Perspektive, die insbesondere für Vereine, die mit dem Rückgang von ehrenamtlichem Engagement und der Bereitschaft zur Amtsübernahme konfrontiert sind, interessant ist. So wird es auch möglich, sich neue Unterstützerkreise zu erschließen. In diesen Tagen erst <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/kommentare/2012/verbaende_und_das_engagement">war zu lesen</a>, dass die Diakonie zwar viele ehrenamtliche Helfer hat, die meisten aber über 60 Jahre alt sind.  Zu wenig wurde unternommen, um junge Menschen oder mittlere Altersgruppen zu gewinnen.  Verbände und Vereine müssen für &#8220;attraktivere Arrangements&#8221;  (<a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">Röbke 2011</a>) in ihrem Verbands- und Vereinsleben sorgen, &#8211; das Abrufen des Stakeholderwissens könnte ein guter Schritt dahin sein.</p>
<p>Häufig bilden das professionelle Selbstverständnis und der Unwille, an den bestehenden Macht- und Entscheidungsstrukturen etwas zu ändern, die größten Hindernisse auf dem Weg zu mehr Bürgerbeteiligung. Dies werden deshalb auch die größten &#8220;Baustellen&#8221; sein, an denen Gemeinnützige arbeiten müssen, wollen sie mehr Bürger zum Mitmachen gewinnen.</p>
<p>Die Art of Hosting-Community und die Open Space-Bewegung sind davon überzeugt, dass Bürger-Wissen wichtig ist und sich durch die gemeinschaftliche Bearbeitung von Themen komplexe Probleme eher lösen lassen als durch die traditionelle &#8220;Hero&#8221;-Vorgehensweise, bei der die Leitung Entscheidungen fällt, &#8211; ohne das Umfeld der Mitglieder, der Ehrenamtlichen, der Freunde und Unterstützer ausführlicher einzubeziehen.</p>
<p>Soziale Medien können die sogenannten &#8220;Co-Creation&#8221; (oder Koproduktions)- Prozesse unterstützen, &#8211; es gibt unzählige Tools, mit deren Hilfe man online zusammenarbeiten kann, &#8211; ein kleiner Überblick findet sich <a href="http://www.computerwoche.de/netzwerke/web/2484881/index9.html">hier</a>.  Auch World Cafés selbst können online durchgeführt werden, &#8211; allerdings wird hier noch experimentiert, welches Tool bzw. welche Plattform sich am besten eignet, siehe diverse Erahrungsberichte <a href="http://www.theworldcafecommunity.org/group/worldcafesonline/forum">hier </a>und <a href="http://radical-inclusion.com/2011/02/online-group-scribbling-experimenting-with-a-virtual-world-cafe/?lang=de">hier</a>.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fuhrung-in-vereinen-vom-held-zum-gastgeber/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Vereine brauchen mehr Demokratie und Netzwerke</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vereine stehen zunehmend unter Druck: es gibt immer weniger Freiwillige, die für eine Leitungsfunktion zur Verfügung stehen. Speziell im Sport  sind im letzten Jahrzehnt 650.000 Engagierte verloren gegangen, Vorstandsposten können immer schwerer besetzt werden. Es ist heutzutage für Vereine weniger schwierig, Freiwillige zu finden, die sich für eine begrenzte Zeit zugunsten eines bestimmten Projekts einsetzen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vereine stehen zunehmend unter Druck: es gibt immer weniger Freiwillige, die für eine Leitungsfunktion zur Verfügung stehen.</p>
<p>Speziell im Sport  sind im letzten Jahrzehnt 650.000 Engagierte verloren gegangen, Vorstandsposten können immer schwerer besetzt werden. Es ist heutzutage für Vereine weniger schwierig, Freiwillige zu finden, die sich für eine begrenzte Zeit zugunsten eines bestimmten Projekts einsetzen, aber umso problematischer, jene zu rekrutieren, die bereit sind, ein Amt zu übernehmen und die Infrastruktur des Vereins aufrecht zu erhalten (Röbke 2011).</p>
<p>In einem Aufsatz, der im Rahmen des Projekts &#8220;Engagement braucht Leadership&#8221; der Robert Bosch Stiftung und des bayerischen Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement entstand und über den <a href="http://www.buergergesellschaft.de/aktuelles/archiv-des-newsletters/enewsletter-archiv-2011/4-quartal-2011/enewsletter-nr-242011-09122011-von-wegweiser-buergergesellschaftde/106027/">Wegweiser Bürgergesellschaft ( 24/2011) </a>verteilt wurde,  <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">beschreibt Thomas Röbke </a>Entstehung, Entwicklung und Gegenwart des deutschen Vereinswesens.<br />
Es wird  nach Wegen gesucht, wie man Vereine so verändern und stärken kann, dass sich Verantwortungsträger wieder finden lassen.</p>
<p>Die Lösung wird im Ausbau kooperativer Steuerungsformen gesehen, in mehr Demokratie und Beteiligung in Vereinen. Röbke zufolge muss in dieser gemeinnützigen Organisationsform sehr vieles auf den Prüfstand, will man erfolgreich Freiwillige und potentielle Amtsträger rekrutieren: &#8221; Die Form der Leitung, die Art des Miteinanders, die Kooperationsformen zwischen den Mitgliedern, das Verhältnis von Mitglied zu Nichtmitglied, die Art und Weise der Kommunikation, die Enge und Weite des Vereinszwecks&#8221; (<a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">Röbke 2011, 5</a>).</p>
<p>Die Stärkung der Demokratie in Vereinen kollidiert aber häufig mit deren Wunsch nach Wachstum und nach effizienten und effektiven Abläufen. Wachstum fördert die Professionalisierung von Vereinen und verringert dadurch den Handlungsspielraum für die Beteiligung von Bürgern. &#8220;Einige Wohlfahrtsverbände sind gerade sehr intensiv dabei, das bürgerschaftliche Engagement in der Leitungsebene zu reduzieren, vor allem mit dem Argument, dass man Ehrenamtliche mit der gewachsenen Verantwortung für Personal und Finanzen nicht belasten dürfe&#8221; (Röbke 2011, 7)</p>
<p>Auch Effizienz und Effektivität können oft nur zu Lasten gemeinsamer Diskussions- und Aushandlungsprozesse erreicht werden. Vereine orientieren sich an den Management-Methoden der Wirtschaft, &#8211; und haben doch ganz andere Funktionen als Unternehmen und insofern andere Aufgaben.  Vorläufiges und Provisorisches bietet jedenfalls &#8220;für demokratische Lernprozesse mehr Ansatzpunkte (..) als ein auf Effizienz und Effektivität getrimmtes Management&#8221; (Röbke 2011, 26).</p>
<p>Die Beteiligung von Bürgern an Entscheidungsprozessen des Vereins entlastet die Amtsträger und bietet Freiwilligen die Chance, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Kontakte in die Freiwilligenarbeit einzubringen. Das Internet kann sehr gut genutzt werden, um Bürger &#8211; über die eigene Community hinaus &#8211; in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, Netzwerke in den gesellschaftlichen Raum aufzubauen und den gesellschaftlichen Einfluss von Vereinen zu stärken.</p>
<p>Aber Vereine haben soziale Medien als Instrumente, um mehr Bürgerbeteiligung zu organisieren, noch nicht richtig entdeckt. Es dominiert im Hinblick auf das Internet der Wunsch, sich selbst nach außen hin besser darzustellen, um so neue Mitglieder zu gewinnen. Auch die Präsenz in Online-Communities ist sehr gefragt. Aber hier stehen Kommunikations- und Vernetzungsziele im Vordergrund, &#8211; die stärkere Beteiligung von Bürgern an Entscheidungsprozessen online und offline steht zumeist nicht auf der Agenda von Vereinen.</p>
<p>Die Forderung nach mehr Demokratie und Beteiligung stößt deshalb im gemeinnützigen Bereich auf ein sehr geteiltes Echo. Es gibt diejenigen, für die ein Demokratiedefizit im eigenen Verein nicht existiert. Sie halten die vorhandenen Entscheidungsstrukturen und Teilhabemöglichkeiten für ausreichend. Sie stehen für jene Strömung im Dritten Sektor, die  Vereine allein aufgrund ihrer formalen Struktur für zivil und demokratisch betrachten &#8211; ungeachtet des Vereinsalltags (vgl. <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/downloads/fjnsb_2009-1_evers.pdf">Evers 2009</a>).</p>
<p>Andere Vereine wiederum können der ganzen Beteiligungs- und Demokratiedebatte nichts abgewinnen, weil sie sich nicht als zivilgesellschaftliche Akteure definieren, sondern als Dienstleister, der z.B. als Sportverein ein bestimmtes Freizeitangebot erbringt. Aber auch Vereine wie diese, die ihre eigene Rolle in der Gesellschaft ganz unpolitisch betrachten und denen das Bewusstsein, ein zivilgesellschaftlicher Akteur mit einer bestimmten Funktion zu sein,  fehlt, wirken natürlich dennoch auf  die Gesellschaft zurück, indem sie Menschen einbinden, Netzwerke anstoßen, sich mit anderen Vereinen zusammentun und so mitweben an dem intermediären Netz zwischen dem einzelnen Bürger und dem Gemeinwesen.</p>
<p>Die internen Reformen in Richtung mehr Demokratie und Beteiligung sind aber nicht ausreichend, um das Nachwuchsproblem und die Schwierigkeiten bei der Ämterbesetzung in Vereinen lösen zu können. Ebenso notwendig ist, dass Vereine in einem viel stärkeren Ausmaß, als dies gegenwärtig der Fall ist, kooperieren, ihre Ressourcen bündeln und voneinander lernen.  Die Fähigkeit zum wechselseitigen Ressourcenaustausch ist für die Entwicklung des zivilgesellschaftlichen Sektors vor Ort noch entscheidender als der vorhandene Ressourcenpool (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009</a>).  Wenn das wechselseitige Austauschsystem gut funktioniert, kann jeder Verein auf mehr Ressourcen zugreifen, als wenn er sich auf seinen eigenen Ressourcenbestand beschränken würde.</p>
<p>Diese interaktive Perspektive ist auch wichtig, wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und potentiellen Amtsträgern geht. Es wäre falsch, wenn ein Verein sich hier nur auf sein unmittelbares Unterstützernetzwerk konzentrierte. Die meisten Freiwilligen kommen nicht über  den direkten Kontakt zu einem Verein, sondern über lokale Netzwerke, d.h. über die Netzwerke der Unterstützer und die Netzwerke jener Netzwerkmitglieder (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/643.abstract">Schneider 2009</a>).</p>
<p>Die Kooperation eines Vereines mit anderen Vereinen eröffnet diesem Zugriff auf die Netzwerke der Partner und die mit den Netzwerken verbundenen Ressourcen (Freiwillige, Unterstützer etc.). Sofern die kooperierenden Vereine unterschiedlichen Fachgebieten angehören, empfindet keiner den Zugriff des andern auf die eigenen Netzwerke als Konkurrenz.</p>
<p>Schwieriger wird es, wenn beide Vereine auf demselben Gebiet tätig sind, z.B. zwei Sportvereine kooperieren. Aus einem Blickwinkel der Knappheit heraus könnte man sich sorgen, wenn der Partner-Verein im eigenen Netzwerk &#8216;fischt&#8217;. Überwindet man den Knappheitsblick (&#8220;der andere nimmt mir ein Stück von meinem Kuchen weg&#8221;), dann wird man sehen, dass für beide Vereine &#8220;der Kuchen&#8221; größer wird, je besser es gelingt, bisher passive Netzwerkmitglieder zu einer Mitarbeit im Verein zu bewegen. Kurzfristig ist hierbei vielleicht ein Verein erfolgreicher als der andere &#8211; langfristig profitieren aber beide von einer Bürgerschaft, die sich rege im Sport engagiert, &#8211; weil so viel mehr Netzwerke  auf lokaler Ebene erreicht werden können, als wenn sich ein Verein auf sein eigenes &#8211; vergleichsweise kleines &#8211; Netzwerk konzentriert.</p>
<p>Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen und  Ressourcen teilen sind angesichts zurückgehender Mitgliederzahlen, Verantwortungsträger und Fördermittel eigentlich das Gebot der Stunde im Vereinsbereich. Tatsächlich aber ist es um die Kooperation im Dritten Sektor nicht sehr gut bestellt. Hier dominiert in der Regel  ein &#8220;gleichgültiges Nebeneinander zerklüfteter Einzelinteressen&#8221; (Röbke 2011, 19). Dabei könnte auch für die örtliche Kooperation und für gemeinsame Lernprozesse das Internet mit seinen kollaborativen Tools sehr gut genutzt werden (vgl. <a href="http://www.knowhownonprofit.org/">KnowHow NonProfit</a>)</p>
<p>Vereine müssen sich verändern &#8211; sie brauchen mehr Demokratie im Innern und mehr Netzwerke auf lokaler Ebene, um die Beteiligung von Bürgern zu fördern und zu nutzen. Je dichter das zivilgesellschaftliche Netz auf örtlicher Ebene gewoben ist, desto eher engagieren sich Menschen. Je stärker sich der Dritte Sektor auf lokaler Ebene auch als demokratischer Akteur begreift, desto eher können die Demokratisierungsprozesse in den einzelnen Vereinen unterstützt und gefördert werden. Notwendig ist hierfür die Selbstreflexion im Dritten Sektor, inwieweit sich die einzelnen Organisationen nicht nur als Dienstleister, sondern auch als zivilgesellschaftliche Akteure betrachten.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vereine-brauchen-mehr-demokratie-und-netzwerke/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Transparenz im gemeinnützigen Bereich oder wann kommt der &#8220;Open Third Sector&#8221;?</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 18:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum ist Transparenz wichtig für den gemeinnützigen Sektor? Transparenz bildet Vertrauen zwischen der Organisation und ihren Stakeholdern und erhält die Legitimation gemeinnütziger Einrichtungen Transparenz verschafft Wettbewerbsvorteile wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und Spendern geht. Letztere vergleichen immer genauer Profile und Mitmach-Möglichkeiten von Nonprofits, um für sich selbst passgenaue Projekte herauszusuchen Transparenz fördert die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum ist Transparenz wichtig für den gemeinnützigen Sektor?</p>
<ul>
<li><strong>Transparenz bildet Vertrauen</strong> zwischen der Organisation und ihren Stakeholdern und erhält die Legitimation gemeinnütziger Einrichtungen</li>
<li><strong>Transparenz verschafft Wettbewerbsvorteile</strong> wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und Spendern geht. Letztere vergleichen immer genauer Profile und Mitmach-Möglichkeiten von Nonprofits, um für sich selbst passgenaue Projekte herauszusuchen</li>
<li><strong>Transparenz fördert die Wissensbildung</strong> in gemeinnützigen Organisationen. Nur wer sich nach außen hin öffnet , kann vom Wissen und Feedback der Bürger profitieren, um Dienstleistungen effektiver zu gestalten</li>
<li><strong>Transparenz ist ein weltweiter Trend</strong>. Die Open Data/Open Government-Bewegung zeigt, wohin die Richtung geht: hin zu Datenportalen mit tausenden von bisher nicht zugänglichen Datensätzen, die der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden (von öffentlicher Seite siehe <a href="http://www.data.gov/">data.gov</a> in den USA, <a href="http://data.gov.uk/">data.gov.uk</a> in Großbritannien,  <a href="http://data.london.gov.uk/">London Datastore</a>, <a href="http://daten.berlin.de/">Berlin Open Data</a>, <a href="http://opendata.paris.fr/opendata/jsp/site/Portal.jsp">Paris Data</a>,  <a href="http://data.linz.gv.at/">Linz Open Data</a>,  von zivilgesellschaftlicher Seite<a href="http://www.offenedaten.de/"> Offene Daten</a> Deutschland, <a href="http://offener.datenkatalog.at/">Offene Daten Österrreich</a> &#8211; mehr Beispiele im<a href="http://opendata-showroom.org/"> Open Data Showroom</a> des<a href="http://opendata-network.org/"> Open Data Network</a>). Auf der Basis dieser Daten lassen sich Applikationen entwickeln, z.B. im Rahmen von Wettbewerben wie in <a href="http://www.berlin.de/projektzukunft/wettbewerbe/apps-contest/">Berlin </a>oder dem aktuellen <a href="http://apps4deutschland.de/">Apps für Deutschland</a></li>
<li><strong>Transparenz wird durch das Internet forciert</strong> und die Forderung nach mehr Transparenz auch im gemeinnützigen Bereich wird über Soziale Medien weiterverbreitet, so dass sich weltweit Open Data- Communities bilden. In der Entwicklungshilfe ist das Thema schon angekommen, siehe <a href="http://www.openaid.de/de">OpenAid </a>und die <a href="http://openaiddata.de/">Open Aid Data Conference</a> vom September.</li>
</ul>
<p>In den USA und in Großbritannien erkennen immer mehr gemeinnützige  Organisationen den Nutzen der Transparenz für sich und begreifen den Sog einer Entwicklung, dem langfristig nicht widerstanden werden kann. Wie wird Transparenz hier umgesetzt?</p>
<ul>
<li><strong>Webpräsenz</strong>: Das amerikanische Foundation Center analysiert anhand 23 Indikatoren die Webseiten von Stiftungen auf deren Transparenz hin. Die Ergebnisse sind in einer <a href="http://glasspockets.org/inside/whgp/profiles/whgp_map_by_freq.html">Transparency Heat Map</a> zu sehen.</li>
<li><strong>Evaluation</strong>: Die James Irvine-Foundation stellt &#8211; wie viele<a href="http://www.effectivephilanthropy.org/index.php?page=gpr-reports"> andere Stiftungen</a> auch -  ihren <a href="http://irvine.org/evaluation/foundation-assessment/2010-grantee-perception-report">Grantee Perception Report</a> online, in dem abgefragt wird, wie die von der Stiftung Geförderten die James Irvine-Foundation und ihre Arbeit  beurteilen, &#8211; auch im Vergleich mit anderen Stiftungen.  Schwaches Abschneiden in manchen Bereichen wird nicht verschwiegen. Ebenso werden die eigenen Lerneffekte dargestellt.</li>
<li><strong>Lernen</strong>: Das <a href="http://packard-foundation-oe.wikispaces.com/">Organizational Effectiveness (OE)-Wiki</a> der Packard Foundation teilt Daten des OE-Teams mit der Öffentlichkeit im Rahmen eines &#8220;öffentlichen Lernens&#8221;.</li>
<li><strong>Ideen teilen</strong>:  Ideen, die der Organisation im Rahmen von Wettbewerben zufließen, werden vom Buckminster Fuller Institut im Rahmen einer öffentlichen Datenbank (<a href="http://challenge.bfi.org/ideaindex">&#8220;Idea Index&#8221;</a>) zur Verfügung gestellt.</li>
<li><strong>Open Data:</strong> Der britische <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/about-us">National Council for Voluntary Organisations (NCVO)</a> hat Anfang des Jahres einen <a href="http://data.ncvo-vol.org.uk/">Voluntary Sector Datastore</a> eröffnet. Bisher finden sich nur 16 Datensätze darin,  &#8211; das Feedback aus dem gemeinnützigen Sektor scheint nicht sehr groß zu sein. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht.<br />
Die britische lokale Organisation<a href="http://www.ecdp.org.uk/"> ecdp</a> von und für Menschen mit Behinderungen veröffentlicht ihre detaillierten Leistungsdaten im Rahmen monatlicher <a href="http://www.ecdp.org.uk/performancedashboard/">Performance Dashboards</a>. <a href="http://blog.okfn.org/2010/08/02/open-data-and-the-voluntary-sector/">Beobachter</a> gehen davon aus, dass als Folge der Anerkennung der Bedeutung offener Daten in der Staatsverwaltung auch der Dritte Sektor irgendwann seine Leistungsvereinbarungen mit der öffentlichen Hand einschliesslich Output und Outcome wird veröffentlichen müssen</li>
</ul>
<p>Weitere Beispiele für Transparenz speziell im Stiftungsbereich finden sich in der exzellenten Präsentation von <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/wie-konnen-stiftungen-digitale-medien-nutzen">Joana Breidenbach</a> vom betterplace lab.</p>
<p>Amerikanische Nonprofit-Organisationen sind von staatlicher Seite viel stärkeren Transparenzforderungen unterworfen als gemeinnützige Akteure in Deutschland. Während in unserem Land Nonprofit-Angaben über Einnahmen und Ausgaben dem Steuergeheimnis unterliegen, sind diese Informationen in den USA öffentlich und werden in Datenbanken wie <a href="http://www2.guidestar.org/">GuideStar</a> eingespeist, &#8211; ein Projekt, das hier in Deutschland keinen Fuß fassen konnte.</p>
<p>Der hiesige Dritte Sektor ähnelt in vielem einer Black Box, was die Nonprofit-Forschung ungemein erschwert und die zivilgesellschaftliche Entwicklung in unserem Land erheblich behindert.</p>
<p>Interessanterweise erwächst dem Dritten Sektor in Deutschland aber kein Legitimationsproblem aus seiner Intransparenz. In einem Aufsatz für das Forschungsjournal Soziale Bewegungen  (3/2011)  zeigen <a href="http://www.fjnsb.org/node/1795">Anheier/Beller/Haß (2011)</a>, dass ein Transparenzproblem des gemeinnützigen Bereichs empirisch &#8220;kaum messbar und somit allenfalls &#8216;gefühlt&#8217; oder medial vermittelt vorhanden&#8221; ist (S. 102).</p>
<p>Die Autoren greifen als Erklärung auf die &#8220;Steady State&#8221;-These zurück. Diese besagt, dass das Rechenschafts (&#8220;Accountability&#8221;) &#8211; Regime in Deutschland, dem der Dritte Sektor unterworfen ist und das sich ganz am Staat/der Steuerbehörde orientiert, letztlich effizient und effektiv funktioniere. Es reduziere die Komplexität für NPOs,  sie müssen sich nicht mit multiplen Stakeholdern abgeben sondern  nur mit dem Staat (S. 101).</p>
<p>Die Autoren ziehen  folgendes Fazit: Weil der gemeinnützige Sektor in Deutschland einer anderen Steuerungslogik unterliege als jener in den USA oder in Großbritannien, wo gemeinnützige Organisationen stärker einer fragenden zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit ausgesetzt sind, sei die Übertragung der US-amerikanischen Transparenz-Debatte auf den Deutschen Sektor &#8220;nicht ohne weiteres möglich und auch nicht nötig.&#8221; (Anheier/Beller/Haß 2011, S. 102).</p>
<p>Das ist ein kühner Schluss, &#8211; macht er doch Vorgaben für die öffentliche Diskussion, an die sich die Zivilgesellschaft nicht halten wird, weil über das Internet tagtäglich Best-Practice-Beispiele ins Haus kommen, die zeigen, dass es bezüglich Transparenz auch anders geht, als vom deutschen Nonprofit-Sektor praktiziert.</p>
<p>Deshalb besorgen sich Bürger immer häufiger selbst Informationen über den Dritten Sektor.  Entweder über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Screen_Scraping">Screen Scraping</a> – hier werden Daten über den Nonprofit-Bereich auf anderen, z.B. staatlichen, Webseiten ausgelesen (Beispiel: das britische <a href="http://countculture.wordpress.com/2010/09/06/introducing-open-charities-opening-up-the-charities-register/">Open Charities-Projekt</a>,  das auf den Daten des britischen Charities Register basiert).</p>
<p>Oder Bürger nutzen Daten, die von anderen Akteuren, z.B. der OECD, schon veröffentlicht wurden, um mehr Transparenz in ein Politikfeld zu bringen (Beispiel: eine <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/10/wie-ein-daten-mashup-die-deutsche-entwicklungshilfe-aufschluesselt/">Webkarte über die Verteilung der deutschen Entwicklungshilfegelder</a> auf einzelne Länder und Projekte von <a href="http://www.crisscrossed.net/">Christian Kreutz</a>).</p>
<p>Und schließlich kann die bürgerschaftliche Seite Plattformen wie  <a href="http://greatnonprofits.org/">Great Nonprofits</a> aufbauen, auf denen durch die Erfahrungsberichte der Bürger mit gemeinnützigen Organisationen mehr Transparenz in den Sektor gebracht wird.</p>
<p>In allen diesen Fällen wird der Dritte Sektor zum „Getriebenen“ einer Entwicklung. Um diese Situation zu vermeiden und die eigene Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, sollte sich der gemeinnützige Bereich dem Thema Transparenz über Open Data und Soziale Medien offensiv stellen. Es wird eines der herausragenden Themen der Zukunft sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Freiwilligenmanagement in Nonprofits &#8211; ein Beitrag zur Bürgerschaftlichkeit des Dritten Sektors?</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 10:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gemeinnützige Organisationen spielen über ihre Dienstleistungsfunktion hinaus eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen, indem sie Gemeinschaft bilden, Partizipation ermöglichen und Interessen vertreten. Diese Funktionen können unterschiedlich &#8216;bürgernah&#8217; bzw. gemeinwesenorientiert ausgeübt werden. Dritte Sektor-Organisationen zählen sich zwar formal zur Zivilgesellschaft &#8211; und nicht zu Markt oder Staat &#8211; aber sie sind dadurch nicht automatisch &#8216;zivil&#8217;. Ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinnützige Organisationen spielen über ihre Dienstleistungsfunktion hinaus eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen, indem sie Gemeinschaft bilden, Partizipation ermöglichen und Interessen vertreten. Diese Funktionen können unterschiedlich &#8216;bürgernah&#8217; bzw. gemeinwesenorientiert ausgeübt werden. Dritte Sektor-Organisationen zählen sich zwar formal zur Zivilgesellschaft &#8211; und nicht zu Markt oder Staat &#8211; aber sie sind dadurch nicht automatisch &#8216;zivil&#8217;. Ihre bürgerschaftliche Ausrichtung und Anbindung an das Gemeinwesen &#8211; ihre &#8216;civicness&#8217; &#8211; muss bewusst hergestellt werden (vgl. <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/Evers.pdf">Evers 2009</a>).</p>
<p>Nun ist der deutsche Dritte Sektor, der von den großen Wohlfahrtsverbänden dominiert wird, sehr staatsorientiert aufgrund der bestehenden Finanzierungsstrukturen.  Die zivilgesellschaftliche Ausrichtung der Organisationen ist deshalb eine Herausforderung für die großen bürokratisierten Verbände, um die jeden Tag gerungen werden muss und über deren Stellenwert im Sektor selbst durchaus keine Einigkeit herrscht.</p>
<p>Die gemeinnützigen Programme, Methoden und Kommunikationsstile legen Zeugnis davon ab, wie ernst es einem Träger mit der bürgerschaftlichen Ausrichtung ist. Ob man bereit ist, sich dem Austausch mit den Bürgern und einer demokratischen Öffentlichkeit zu stellen, oder ob man monologisiert und aus einer binnenorientierten Perspektive heraus handelt.</p>
<p>Auch das Freiwilligenmangement in den Einrichtungen, d.h. die Steuerung des Umgangs mit den ehrenamtlich engagierten Bürgern, ist ein Bereich, an dem das Ausmaß der Bürgerschaftlichkeit einer gemeinnützigen Organisation abgelesen werden kann.</p>
<p>Zwar ist das Freiwilligenmanagement in Sozialeinrichtungen noch nicht flächendeckend verankert. Und auch in den Ausbildungs- und Studiengängen spielt die Zusammenarbeit von Profis und Bürgern &#8211; obwohl schon immer Realität in Sozialeinrichtungen &#8211; inhaltlich kaum eine Rolle (vgl. <a href="http://www.wila-arbeitsmarkt.de/files/biku_2011_38_soziale_arbeit_und_freiwilliges_engagement.pdf">Beerbaum 2011</a>). Aber immer mehr Einrichtungen gehen dazu über, Mitarbeiter mit der  Freiwilligenkoordination bzw. dem -management zu beauftragen.</p>
<p>Ein in der Praxis weit verbreitetes Freiwilligenmanagement-Modell ist das der <a href="http://www.ehrenamt.de/">Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland (AfED)</a> in Berlin, die seit 1998 Freiwilligenmanager ausbildet. Das Management-Konzept der AfED ist in einer Publikation aus dem Jahr 2009 (<a href="http://www.ziel-verlag.de/sozialmanagement/freiwilligenmanagement.php">&#8220;Freiwilligen-Management&#8221;</a>) von Reifenhäuser, Hofmann und Kegel niedergelegt.</p>
<p>Es unterteilt die Arbeit mit Freiwilligen anhand des Engagementprozesses in folgende Abschnitte:</p>
<ul>
<li>Engagementfelder für Ehrenamtliche identifizieren</li>
<li>Engagementangebote beschreiben und bewerben</li>
<li>Erstgespräche führen und Engagement vereinbaren</li>
<li>Ehrenamtliche einarbeiten und befähigen</li>
<li>fördern, qualifizieren und anerkennen</li>
<li>verabschieden und Engagement bescheinigen</li>
</ul>
<p>(Reifenhäuser u.a., S. 79)</p>
<p>Welchen Beitrag kann dieses Modell für einen zivilen Dritten Sektor leisten? Inwieweit fördert es die bürgerschaftliche Ausrichtung von gemeinnützigen Organisationen?</p>
<p>Eine kritische Begutachtung zeigt:</p>
<p>Das Freiwilligen-Management-Konzept der AfED ist aus einer binnenorientierten Perspektive heraus verfasst: &#8220;Hier geht man vom Bedarf der Organisation aus&#8221; (Reifenhäuser u.a., 77), &#8211; nicht vom Bedarf der BürgerInnen.</p>
<p>Das freiwillige Engagement wird als &#8220;ergänzend&#8221; festgeschrieben. Die Aufgabenprofile für die Ehrenamtlichen werden von der Organisation entwickelt (S. 79f). Es darf zu keiner Kollision mit dem Hauptamt kommen (S. 68). Die Dominanz der Profession &#8211; und das Machtungleichgewicht zu Lasten der Bürgerschaft &#8211; bleibt dadurch gesichert, &#8211; obwohl in vielen Bereichen Ehrenamtliche substantielle Beiträge für den Betrieb einer Einrichtung leisten.</p>
<p>Die Partizipation der Ehrenamtlichen wird angemahnt: &#8220;Die Freiwilligen haben ein Recht auf Mitbestimmung und -gestaltung (mindestens in Fragen ihres direkten Aufgabenbereichs!)&#8230;&#8221; (Reifenhäuser u.a., 71). Gleichzeitig spiegeln sich institutionell festgeschriebene Mitwirkungsmöglichkeiten nicht in dem oben beschriebenen Engagementzyklus wider. Verfahren strukturieren die Teilhabe &#8211; folglich stellt sich die Frage, wie im Rahmen dieses nach den Bedürfnissen der Organisation gestalteten Prozesses die inhaltliche Beteiligung von Bürgern gelingen soll? Da betont wird, das Ziel der Einarbeitung der Ehrenamtlichen sei, sie &#8220;über das Leitbild, die Ziele und die Arbeitsweise der Organisation, über die Aufgaben und Positionen der Freiwilligen und vor allem über die eigenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten&#8221; zu informieren (Reifenhäuser u.a. S. 93).</p>
<p>Das Konzept individualisiert das Freiwilligenengagement. Kollektive, auf das Gemeinwesen hin orientierte Mitmach- und Entscheidungsmöglichkeiten, z.B. für die Bürger eines Viertels, sind nicht vorgesehen. Es gibt nur das (bilaterale) Verhältnis zwischen der Organisation und dem einzelnen Bürger.</p>
<p>Das Konzept klammert Soziale Medien aus. Das Internet spielt nur bei der Vermarktung von Engagementangeboten eine Rolle (S. 87), nicht aber, um Dialog und Vernetzung mit der Zivilgesellschaft voranzutreiben. Da das Internet heute aber integraler Bestandteil von Öffentlichkeit und Beteiligung ist, darf das Freiwilligenmangement von Nonprofits Soziale Medien nicht ausklammern, sondern muss sie integrieren als Tools, die Beziehungen, Netzwerke und Beteiligung ermöglichen.</p>
<p>Das Freiwilligenmanagement von Nonprofit-Organisationen kann die Zivilität der Einrichtungen fördern, wenn die inhaltliche Mitgestaltung bzw. Beteiligung von Bürgern zum integralen Bestandteil des Prozesses wird. Wenn also das Freiwilligenmanagement sich nicht auf eine &#8216;Koordination&#8217; von Ehrenamtlichen beschränkt, sondern auf die Steuerung von <em>Koproduktionsprozessen</em> zielt, bei denen Profis und Bürger auf Augenhöhe zusammenarbeiten</p>
<p>Voraussetzung dafür ist, dass die Erfahrungen der Bürger ebenso wertgeschätzt werden wie die Expertise der professionellen Mitarbeiter.</p>
<p>Die Einrichtung sollte in ständigem Austausch mit der Öffentlichkeit stehen, über Communitygrenzen hinweg, um auszuloten welche Ressourcen und Ideen es für die Weiterentwicklung der Dienste gibt.</p>
<p>Eine Präsenz im Social Web ist unerlässlich, um Online-Beteiligung und Koordinationsmöglichkeiten zu nutzen.</p>
<p>Im Kern muss es darum gehen, das Freiwilligenmanagement nicht allein aus Sicht der Einrichtung zu konzipieren, sondern es zu demokratisieren, um der Zivilgesellschaft Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen.</p>
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		<title>Partizipation fördern &#8211; die Rolle von Nonprofit-Organisationen</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 11:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Partizipationsprojekte im politischen Raum sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass sich nur bestimmte Gruppen an den angebotenen Verfahren wie Bürgerhaushalten, Online-Konsultationen, Planungsprozessen usw. beteiligen. Auch die Verlagerung von Partizipationsangeboten ins Internet bringt hier keine grundlegende Änderung, sondern setzt die asymmetrische Beteiligungspraxis fort. Das Blog Bürgerhaushalt.org zitiert aus dem Evaluationsbericht des Odenburger Bürgerhaushalts, in dem folgendes bemängelt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Partizipationsprojekte im politischen Raum sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass sich nur bestimmte Gruppen an den angebotenen Verfahren wie Bürgerhaushalten, Online-Konsultationen, Planungsprozessen usw. beteiligen. Auch die Verlagerung von Partizipationsangeboten ins Internet bringt hier keine grundlegende Änderung, sondern setzt die asymmetrische Beteiligungspraxis fort. Das Blog <a href="http://www.buergerhaushalt.org/grundlagen/evaluation-des-oldenburger-buergerhaushaltes-viel-licht-aber-auch-schatten/">Bürgerhaushalt.org </a>zitiert aus dem Evaluationsbericht des Odenburger Bürgerhaushalts, in dem folgendes bemängelt wird:</p>
<p>&#8220;Geringe Beteiligung bei Präsenzveranstaltungen<br />
Sehr hohe Beteiligung von Personen mit hoher formaler Bildung<br />
Sehr hohe Beteiligung von Personen im Alter von 40–60 Jahren<br />
Sehr geringe Beteiligung von Migranten<br />
Sehr geringe Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen&#8221;.</p>
<p>Dieses Ergebnis charakterisiert auch den Kölner Bürgerhaushalt. Das Blog <a href="http://www.buergerhaushalt.org/grundlagen/evaluation-des-oldenburger-buergerhaushaltes-viel-licht-aber-auch-schatten/">zitiert</a> aus dessen Evaluationsbericht: &#8220;Einzig das Kriterium der Pluralität kann nur mit Vorbehalt als erfüllt bezeichnet werden, da die Gruppe Hoch-Beteiligter von ihrer Struktur her recht homogen ist, und weil sich zu wenig Kölner Bürgerinnen und Bürger aus bildungsfernen Schichten am Verfahren beteiligen&#8221;.</p>
<p>Wenn man den Anspruch der Inklusion nicht aufgibt,<br />
wenn man sich nicht mit den asymmetrischen Beteiligungsstrukturen arrangieren möchte, die nur bestimmten Gruppen zusätzliche Handlungsspielräume eröffnen (&#8220;Empowering the Empowered&#8221;), aber nicht denjenigen, die sich nicht zu Wort melden (können),<br />
wenn man daran festhält, dass eine Demokratie reale Mitmachmöglichkeiten für alle Bürger bieten sollte,<br />
dann muss dringend darüber nachgedacht werden, wie die Beteiligungskultur in unserem Land verbessert werden kann.</p>
<p>Die Diskurse über das &#8220;Bürgerengagement&#8221;, die im Politikfeld &#8220;Bürgergesellschaft&#8221; geführt werden, liefern dazu meist auch keine neue Ideen, da hier lediglich die Beteiligung von Bürgern an der Produktion von (sozialen) Dienstleistungen, aber nicht an Entscheidungen im Mittelpunkt steht. &#8220;Sadly, the vision of how to empower communities is far too focused on engaging members of the public in the delivery of public services&#8221;, heißt es in einem <a href="http://www.thersa.org/__data/assets/pdf_file/0005/402755/RSA_Power_lines_FINAL-110511.pdf">Bericht</a> der britischen RSA mit Blick auf das Big Society-Konzept der dortigen Regierung, &#8211; ein Vorwurf, den man auch den hiesigen Bürgerengagement-Konzepten machen kann.</p>
<p>Wer die verstärkte Beteiligung von Bürgern an Entscheidungen anstrebt, muss als erstes das Thema &#8220;Partizipation&#8221; aus seiner politischen Enklave herausholen und in weiteren gesellschaftlichen Bereichen verankern, so dass Mitgestaltung &#8211; als Kompetenz und Praxis &#8211; im Alltag der Menschen fest etabliert ist. Wer Partizipation nur auf den politischen Bereich beschränkt, muss sich nicht wundern, dass letztlich so wenige mitmachen. Woher sollte auch die Motivation der Bürger und ihre Fähigkeit zum Mitmachen herkommen, wenn sich Beteiligungsangebote auf Ausnahmesituationen beschränken und nicht die Regel bilden?</p>
<p>Der Dritte Sektor spielt eine Schlüsselfunktion, wenn es um die Ein- und Ausübung von Teilhabe geht. Hier werden &#8211; speziell in den sozialen Diensten &#8211; tagtäglich unzählige Entscheidungen gefällt, die die Persönlichkeit und den Körper von Menschen betreffen, ohne dass Bürger &#8211; als Betroffene, Angehörige, Ehrenamtliche usw. &#8211; substantielle Mitentscheidungsmöglichkeiten hätten. Staat und Verbände regeln die zentralen Punkte, die das Politikfeld betreffen, unter sich und die Bürger stehen am Rand. Die Demokratisierung unserer Gesellschaft müsste genau hier beginnen, vor Ort, in den vielfältigen Einrichtungen des Dritten Sektors. Bürger erspüren ihren eigenen Status gegenüber den verbandlichen Diensten und den staatlichen Institutionen sehr genau. Wenn dieses Verhältnis zwischen Bürgern und Institutionen nicht durch eine echte Machtbalance gekennzeichnet ist (abseits der wolkigen Worte, die in Leitbildern geschrieben werden), nimmt die Motivation zur Mitgestaltung rapide ab.</p>
<p>Wir brauchen folglich mehr Bemühungen, die auf eine Demokratisierung des Dritten Sektors zielen, wo Teilhabe für Menschen erlebbar wird, zusätzlich zu den Partizipationsangeboten im politischen Raum.</p>
<p>Allerdings reicht dies nicht aus, um die ungleiche Beteiligungskultur zu verändern. Wichtig ist ebenfalls der Aufbau von Strukturen, die Bürger unterstützen und fördern. Der Aufbau von Netzwerken zwischen Menschen in den Stadtvierteln und Gemeinden ist Voraussetzung für mehr Beteiligung. Aus ihren Netzwerken gewinnen Menschen Informationen, Kontakte, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Die Förderung der Bürgerbeteiligung darf sich deshalb nicht auf den einzelnen Bürger hin ausrichten &#8211; obwohl genau so Politik und Verwaltung die Bürgergesellschaft angehen &#8211; sondern sie muss auf den Aufbau von Bürger-Netzwerken zielen.</p>
<p>Vom Netzwerkaufbau zwischen Institutionen bzw. von abgestimmten Dienstleistungsangeboten ist staatlicherseits viel die Rede. Weniger reden vom Netzwerkaufbau unter Bürgern bzw. Stadtteilbewohnern, der in der Verantwortung eines jeden Dienstes &#8211; und nicht nur speziell der Gemeinwesenarbeit &#8211; liegen sollte.</p>
<p>Wenn die Partizipationskultur in unserem Land verbessert, d.h. inklusiver und verbreiteter werden soll, dann kommen auf den Dritten Sektor und hier speziell auf die sozialen Dienste die folgenden Aufgaben zu:</p>
<p>1. Bürger/innen müssen stärker an Entscheidungen beteiligt werden. Die Dienste müssen sich als Ermöglicher von Teilhabe begreifen und dies in ihrer Organisation und ihrem Steuerungssystem verankern.</p>
<p>2. Die sozialen Dienstleister müssen Bürger untereinander vernetzen. Zu der eigentlichen Dienstleistung &#8211; ambulante Altenhilfe, Behindertenhilfe etc. &#8211; muss die Vernetzungsaufgabe treten. Derzeit kommt eine Sozialstation ins Haus, erledigt dort ihre Aufgaben, und fährt wieder weg. Vielleicht vermittelt sie noch ein anderes Hilfsangebot, &#8211; aber sie baut in der Regel keine Netzwerke oder nur Netzwerke, die den Kreis der Betroffenen nicht überschreiten (Gesprächskreise für pflegende Angehörige, für die Angehörigen von Demenzkranken usw.). Je spezialisierter aber die Netzwerke sind, desto ähnlicher sind die Ressourcen in ihnen. Neue und andere Ressourcen kommen nur hinzu, wenn man die Netzwerke öffnet und in andere gesellschaftlichen Bereiche ausdehnt.</p>
<p>Social Media können beim Netzwerkaufbau und der Förderung der Beteiligung auf lokaler Ebene eine wichtige Rolle spielen, wie die empirische Studie von Harris und Flouch (2010) &#8211; mehr Infos <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/welche-wirkung-haben-burger-webseiten-die-auf">hier </a>- über lokale Online-Netzwerke, Informations- und Beteiligungsplattformen in Großbritannien zeigt.</p>
<p>Aber auch in dieser Studie ist die mangelnde Vielfalt an Menschen und Milieus in den Online-Netzwerken ein Thema. Obwohl Social Media &#8211; unabhängig von der Tendenz von Menschen, den Kontakt zu Gleichgesinnten zu suchen &#8211; sehr leicht zum Brückenbauen in andere Milieus eingesetzt werden können, &#8211; &#8220;the divide can begin to be bridged with something as simple as an RT&#8221;, wie es in <a href="http://www.guardian.co.uk/voluntary-sector-network/2011/jun/13/social-divide-not-digital">einem Beitrag</a> im britischen Guardian heißt. &#8220;This is truly groundbreaking stuff, and is the great value of social media (&#8230;)&#8221;.</p>
<p>Unabhängig von den Potentialen von Social Media muss bei den Diensten vor Ort zuerst die Bereitschaft und das Budget zum Netzwerkaufbau vorhanden sein. Welche Strategie dann im einzelnen gewählt wird, &#8211; ob online, offline oder beides zusammen kombiniert &#8211; bildet erst den zweiten Schritt.</p>
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		<title>Mehr Partizipation wagen &#8211; für ein neues Leitbild in verbandlichen Sozialorganisationen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 10:57:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht mehr zum Tragen, weil die Leistungserbringung sich unter den Einrichtungen immer mehr angleicht, auch infolge staatlicher Regulierungen und Vereinbarungen.</p>
<p>Wohin also den Blick richten? Was könnte zu einer Renaissance der wohlfahrtsverbandlichen Arbeit führen? Was könnte die gemeinnützigen Anbieter aus ihrer Dienstleistungs-Sackgasse befreien und ihnen neue Perspektiven eröffnen und Unterstützer bescheren?</p>
<p>Mehr Partizipation im Dritten Sektor ist meines Erachtens der Ausweg. Wir brauchen eine <strong>demokratische Governance</strong> in den Einrichtungen, die Bürgerbeteiligung wertschätzt, die Teilhabe fördert und die aus Stakeholdern (Klienten, Angehörigen, Freiwilligen&#8230;.) Bürger macht.</p>
<p>Nur eine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft in all ihren Facetten, also auch über Milieu- und Sektorgrenzen hinweg, kann Nonprofits die Ressourcen verschaffen, die sie zum Überleben brauchen: mehr Wissen, mehr Innovationen, mehr Engagement, mehr Mittel und mehr politische Unterstützung von Bürgerseite.</p>
<p>Wer Bürger nicht auf Augenhöhe wahrnimmt, wird nie die vielfältigen Mittel akquirieren können, die eine Einrichtung für ihren Erfolg und ihr Überleben braucht. Wer nur darüber lamentiert, dass Freiwillige schwer zu finden sind, aber es versäumt, auf bestehende Initativen, Vereine und Gruppen in der Gemeinde zuzugehen und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, braucht sich über mangelnden Zulauf nicht zu wundern. Bürgerbeteiligung gibt es nicht voraussetzungslos, sondern sie braucht einen zivilgesellschaftlichen Nährboden, der durch Vernetzung und Kooperation gekennzeichnet ist.</p>
<p>Eine gemeinnützige Organisation, die sich als demokratischer Akteur  begreift,</p>
<ul>
<li>beschränkt sich nicht auf ihre Dienstleistungsfunktion, sondern will das Gemeinwesen mitgestalten</li>
<li>schafft dezentrale Organisations- und Entscheidungsstrukturen</li>
<li>begegnet Bürgern auf Augenhöhe</li>
<li>bietet Bürgern ein breites Portfolio an Beteiligungsmöglichkeiten</li>
<li>fördert die Beteiligungskompetenzen von Bürgern</li>
<li>fördert die kooperativen Kompetenzen in der eigenen Organisation</li>
<li>bildet Netzwerke über Grenzen hinweg</li>
<li>vertritt aktiv Interessen als Folge des eigenen Gestaltungsanspruches</li>
</ul>
<p>Für einen Workshop auf dem<a href="http://morgenland.li/sites/default/files/documents/Kurz%C3%BCbersicht_MorgenLand.pdf"> MorgenLand-Festival in Schaan</a>, das &#8211; organisiert von jungen Menschen &#8211; nach einer Perspektive für die Gesellschaft des Alpenrheintals von morgen sucht, habe ich meine Thesen noch stärker ausgearbeitet. Und um die Möglichkeiten ergänzt, die Social Media gemeinnützigen Organisationen bieten können, wenn es um das Thema Bürgerbeteiligung geht.</p>
<p><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=id=8093852&amp;doc=mehr-partizipation-in-sozialorganisationen-prsentation-reiser-21052011-110525045452-phpapp02" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><param name="wmode" value="transparent" /><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=id=8093852&amp;doc=mehr-partizipation-in-sozialorganisationen-prsentation-reiser-21052011-110525045452-phpapp02" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p>Es gibt auf kommunaler Ebene immer wieder gemeinnützige Projekte auch größerer Träger, die zeigen, wie Bürger von Beginn an inhaltlich in den Aufbau und die Umsetzung sozialer Dienste involviert werden können. Es wäre wichtig, diese Projekte zu sammeln und ihre Bedingungen und Steuerungsstrukturen auszuwerten, um Kriterien herauszufiltern, die in eine demokratische Governance des Verbandes eingebracht werden können. Ich freue mich über die Nennung von Beispielen in den Kommentaren.</p>
<p>Die Förderung von Partizipation im Rahmen demokratischer Steuerungsstrukturen in den Verbänden gilt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen hin. Programme und Richtlinien, wie bspw. die Social Media Policy eines Verbandes, mit der sich die <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2011/05/21/endspurt-die-laufende-runde-der-npo-blogparade-geht-zu-ende/">aktuelle NPO-Blogparade</a> inhaltlich befasst, sollten sowohl mit dem eignen Personal als auch mit den Zielgruppen kooperativ erarbeitet werden. Gerade Social Media Policies stecken den Grundrahmen des Online-Dialogs zwischen der Organisation und ihrer Umwelt ab und sollten insofern nicht unter Ausschluss der Zielgruppen erarbeitet werden. Das <a href="http://blog.roteskreuz.at/wiki/index.php/Social_Media_Policy">Österreichische Rote Kreuz macht vor</a>, wie bei diesem Thema die Einbeziehung der Zielgruppen in die Politikformulierung gelingen kann.</p>
<p>Zuletzt möchte ich nochmals betonen, dass die demokratische Governance  im Dritten Sektor nicht als Selbstzweck gedacht ist, der um sich selber kreist, sondern als Möglichkeit, Ressourcen &#8211; speziell das Bürgerwissen &#8211; zu gewinnen, um Dinge verändern zu können. Ziel ist, &#8220;to change the world through collective action, not only to devise and decide, but to <em>do</em>.&#8221; ( <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=11627">Briggs 2008,  8</a>)</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/mehr-partizipation-wagen-fur-ein-neues-leitbild-in-verbandlichen-sozialorganisationen/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Bürger beteiligen und Interessen vertreten &#8211; für ein neues Selbstverständnis im Dritten Sektor</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 08:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bürger verlangen mehr Mitsprache. Angesichts dieser Entwicklung stößt das reine Dienstleistungs-Paradigma weiter Teile des Dritten Sektors an seine Grenzen. Gemeinnützige Organisationen insbesondere im Sozialbereich brauchen ein neues Selbstverständnis: sie sollten nicht nur Produzenten sozialer Dienste, sondern auch Institutionen sein, die Partizipation ermöglichen und fördern. Gestärkt werden müssten insbesondere jene Engagementformen, die nicht nur auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bürger verlangen mehr Mitsprache. Angesichts dieser Entwicklung stößt das reine Dienstleistungs-Paradigma weiter Teile des Dritten Sektors an seine Grenzen. Gemeinnützige Organisationen insbesondere im Sozialbereich brauchen ein neues Selbstverständnis: sie sollten nicht nur Produzenten sozialer Dienste, sondern auch Institutionen sein, die Partizipation ermöglichen und fördern. Gestärkt werden müssten insbesondere jene Engagementformen, die nicht nur auf die einzelne Einrichtung, sondern auf das Gemeinwesen bzw. den öffentlichen Raum zielen.</p>
<p>Wir brauchen nicht den Rückzug und die weitere Entpolitisierung des Dritten Sektors, die mit dessen Ökonomisierung verbunden ist, sondern eine bewusste und entschiedene Hinwendung von Nonprofits zum Gemeinwesen. Notwendig ist ein Blickwinkel, der  über das eigene Fachgebiet hinausgeht und die eigene Rolle in der Gesellschaft stärker reflektiert. Welche konstruktiven Aufgaben können NPOs &#8211; über ihr Dienstleistungsangebot hinaus &#8211; im 21. Jahrhundert noch für die Gesellschaft wahrnehmen? Die Beteiligung von Bürgern und die Stärkung der Interessenvertretungsfunktion zeigen hier neue Wege auf.</p>
<p>Das Internet ermöglicht die Einbindung von Bürgern und die Vertretung von Interessen auf einfachere und weitreichendere Weise als in der Vergangenheit. Spricht man mit gemeinnützigen Einrichtungen über Social Media, bekommt man aber häufig die Antwort, dass eine Einrichtung dem Internet zwar nicht ablehnend gegenüber stehe, aber die Nutzung von Social Media in der eigenen Organisation leider nicht möglich sei, da hierfür kein Geld, kein Personal und keine Zeit zur Verfügung stünden. Dieser Dreiklang (&#8220;kein Geld, kein Personal, keine Zeit&#8221;) schallt einem wirklich an vielen Orten entgegen.</p>
<p>Die Schwierigkeiten von Nonprofits, Social Media und damit Partizipations- und Interessenvertretungsmöglichkeiten  zu nutzen, scheinen das Ergebnis zu bestätigen, dass der gemeinnützige Sektor Probleme hat, wenn es um die Einführung von <em>Innovationen </em>in das eigene Programm- und Dienstleistungsangebot geht. Die amerikanische Studie von <a href="http://www.ccss.jhu.edu/pdfs/LP_Communiques/LP_Communique17_Innovations_2010.pdf">Salamon/Geller/Mengel  (2010)</a> , für die über 400 gemeinnützige Organisationen aus dem sozialen und kulturellen Bereich befragt wurden, zeigt, dass insbesondere die schlechte Ressourcenausstattung für die Nicht-Einführung von Innovationen verantwortlich ist.</p>
<p>So machen 86% der befragten Einrichtungen fehlende Fördermittel dafür verantwortlich, dass Innovationen im Programm- und Dienstleistungsbereich nicht realisiert werden konnten. 74% beklagen das Fehlen von Kapital, um Innovationen durchgängig zu implementieren und nicht nur in einzelnen Modellprojekten. 70% kritisieren zu enge staatliche Programmrichtlinien, die Neuerungen nicht zuließen. 69% bemängeln, dass Stiftungen Innovationen zwar anschöben, aber nicht langfristig finanzierten. 69% machen fehlende Mitarbeiterstunden, 49% mangelndes KnowHow und 47% die fehlende technologische Ausstattung für die Nicht-Umsetzung von Innovationen verantwortlich (Salamon/Geller/Mengel 2010, 6).</p>
<p>Unter dieser defizitären Situation scheint auch die Einführung von Social Media im Dritten Sektor zu leiden. Online-Dialoge mit Bürgern und deren Teilhabe über das Internet kosten Zeit und Geld, setzen entsprechende Kompetenzen und eine gewisse technologische Ausstattung voraus. All dies kann in gemeinnützigen Organisationen nicht automatisch als gegeben vorausgesetzt werden.</p>
<p>Die Forschungsarbeit von <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez (2009)</a> relativiert jedoch die Bedeutung von <em>Ressourcen</em>, wenn es um die Einführung von Social Media im gemeinnützigen Sektor geht. Seine empirische Studie (mit 200 geführten Interviews) zeigt, dass im Fall von Online-Beteiligungsangeboten von gemeinnütziger Seite die <em>Mission </em>und das <em>Selbstverständnis </em>einer Einrichtung die entscheidende Rolle spielen, &#8211; und nicht die jeweilige Ressourcenausstattung. Wie wichtig nimmt eine gemeinnützige Organisation die Forderungen nach mehr Transparenz und bürgerschaftlicher Teilhabe? Inwieweit begreift sich eine Organisation nicht nur als sozialer Dienstleister, sondern auch als &#8220;Policy  Entrepreneur&#8221;?</p>
<p>Weniger als 3% der gemeinnützigen Dienstleister in den USA betreiben eine aktive Interessenvertretung (Suárez 2009) und die, die sich als aktive Lobbyisten begreifen, verhalten sich angesichts staatlicher Regulierungen und Förderpolitiken sehr vorsichtig. Menschenrechts- und Umweltgruppen machen jedoch erfolgreich vor, wie gut <em>e-advocacy und</em> <em>e-participation</em> miteinander verbunden werden können. Und welch wichtige Rolle die Kampagnenfähigkeit von gemeinnützigen Organisationen spielt, wenn sich ein Träger nicht nur als soziales Unternehmen, sondern auch als bürgerschaftlicher Akteur begreift, der eine Brücke zwischen dem einzelnen und dem Gemeinwesen bzw. dem öffentlichen Raum bildet.</p>
<p>In Deutschland versucht die <a href="http://recampaign.de/">re:campaign</a> als gemeinnützige Fachkonferenz, Nonprofits im Online-Campaigning zu schulen. Viele interessante <a href="http://recampaign.de/sprecher">Vorträge und Workshops</a> wird es am 16. und 17. April in Berlin geben. Best Practices aus Deutschland und der ganzen Welt, Online-Strategien, Monitoring und Beteiligungsmöglichkeiten an Kampagnen werden gezeigt und diskutiert werden.</p>
<p>Wichtig ist aber, dass man über den <em>instrumentellen </em>Blick auf Kampagnen hinaus &#8211; einer Gefahr, der manche Campaigner erliegen &#8211; im Blick behält, welche Veränderungen im Selbstbild einer Einrichtung das Campaigning voraussetzt und welche <em>Umdefinition </em>der Rolle des Dritten Sektors in unserer Gesellschaft durch die Stärkung der Interessenvertretungsfunktion notwendig wird. Gemeinnützige Dienstleister werden zu aktiven Mitgestaltern unseres Gemeinwesens und &#8211; ganz wichtig &#8211; unserer Demokratie. Sie übernehmen die Rolle von<strong> &#8220;laboraties for citizenship&#8221;</strong> <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">(Suárez 2009, 270)</a> indem sie Bürger durch Teilhabemöglichkeiten ermächtigen,  eine aktive Rolle in unserer Gesellschaft zu spielen.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burger-beteiligen-und-interessen-vertreten-fur-ein-neues-selbstverstandnis-im-dritten-sektor/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Social Media und Bürgerpartizipation &#8211; für mehr Demokratie im Nonprofit-Sektor</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 15:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für ein Fachgespräch des Centrum für Corporate Citizenship Deutschland habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für ein Fachgespräch des <a href="http://cccdeutschland.org/de">Centrum für Corporate Citizenship Deutschland</a> habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des Nonprofit- bzw. des &#8220;Dritten Sektors&#8221; bildet, nämlich rund 39% (<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490">Zimmer/Priller 1995</a>).</p>
<p>Bürger in jeder Stadt und in jeder Gemeinde haben Zugang zu gemeinnützigen sozialen Organisationen. Aufgrund der räumlichen Verbreitung der wohlfahrtsverbandlichen Dienste und Einrichtungen können und müssen sie meiner Ansicht nach in Zukunft eine viel bedeutendere Rolle spielen als in der Vergangenheit. Ihre Rolle darf sich nicht darauf beschränken, sozialer Dienstleister zu sein, sondern sie müssen verstärkt auch die Funktion eines <em>community-builders </em>und eines Ermöglichers von Partizipation übernehmen, der auf lokaler Ebene Brücken zwischen den unterschiedlichen Gemeinschaften schlägt, Bürgern Partizipationschancen bietet und sie darin unterstützt, sich stärker auf kommunaler Ebene zu beteiligen.</p>
<p>Weil das Internet neue Möglichkeiten schafft, Bürger in institutionelle Entscheidungen einzubeziehen, müssen sich gemeinnützige soziale Organisationen stärker mit Social Media auseinander setzen. Welche Chancen bieten diese neuen Technologien der eigenen Einrichtung, dem Beziehungsaufbau hin zur Umwelt, dem Potential als gemeinwesenorientierter Akteur?</p>
<p>Die Möglichkeiten von Social Media forcieren Beteiligungsdebatten. Auch der wohlfahrtsverbandliche Bereich wird dieser Debatte nicht ausweichen können und wird verstärkt von außen dazu aufgefordert werden, die eigenen Entscheidungsstrukturen kritisch zu überdenken. Es gilt die Frage zu beantworten: <strong>wie demokratisch ist der Dritte Sektor?</strong> Ist die Vereinsstruktur der einzige legitimatorische Grund, auf den gemeinnützige Organisationen verweisen können, wenn die Frage nach dem demokratischen Charakter der eigenen Einrichtungen gestellt wird?</p>
<p>Die Vereinsmitgliedschaft ist ein unvollkommener Indikator für zivile Partizipation und  &#8216;Mitgliedschaft&#8217; alleine hat wenig Auswirkungen auf die Online-Partizipation von Bürgern (<a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez 2009</a>).</p>
<p>Aus meiner Sicht sind sind die folgenden Bedingungen unerlässlich, wenn die Social Media-Nutzung &#8211; und damit die Chancen der Bürgerbeteiligung &#8211; in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden soll:</p>
<ol>
<li>Wir brauchen eine digitale Inklusion des Dritten Sektors. Gemeinnützige Einrichtungen ohne Internet-Anschluss und -Know-how sollte es nicht geben, weil diesen Beteiligungsmöglichkeiten entgehen. Die Mittel hierfür müssen von staatlicher und privater Seite zur Verfügung gestellt werden</li>
<li>Wir brauchen eine Dezentralisierung von Organisations- und Entscheidungsstrukturen in sozialen Organisationen. Einrichtungen im Stadtteil, die nicht befugt sind, einen eigenen Webauftritt zu betreiben, können die Online-Vernetzung und -Partizipation nicht auf ihre Agenda setzen. Organisationen, in denen sich nur die Führungsspitze im inneren Kreis der Entscheidungsmacht befindet, werden sich mit der Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung in den Einrichtungen &#8211; egal ob online oder offline &#8211; schwer tun</li>
<li>Das Wissen der Bürger muss als wichtige Ressource Eingang in gemeinnützige Organisationen finden. Professionelles Wissen und Bürgerwissen müssen sich auf Augenhöhe begegnen. Es muss nach Formen der Koproduktion gesucht werden, bei denen Laien und Profis konstruktiv zusammenarbeiten. Die Art und Weise, wie soziale Dienstleistungen konzipiert und implementiert werden, muss &#8211; auch von staatlicher Seite &#8211; so ausgestaltet werden, dass die Partizipation der Bürger darin einen verbindlichen Platz erhält</li>
<li>Nonprofits müssen ihr Selbstbild wieder erweitern. Statt sich nur als Dienstleister zu betrachten müssen die Elemente der Interessenvertretung gestärkt werden. Empirische Forschungsergebnisse zeigen, dass jene Organisationen wie bspw. Bürgerrechtsgruppen und Umweltorganisationen, die offensiv ihre Ziele auch im Netz bewerben, dieselben sind, die online Partizipationsmöglichkeiten bieten (siehe <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez 2009</a>). Wenn <em>e-advocacy </em>und <em>e-democracy</em> offensichtlich eng zusammenhängen, dann müssen staatliche Programme, die auf mehr Bürgerengagement abzielen, auch die Interessenvertretungskompetenz von Nonprofits in den Blick nehmen.</li>
<li>Staatliche Akteure, Städte und Gemeinden spielen eine wichtige Rolle beim Empowerment des Dritten Sektors. Jene Kommunen, die sich einen gefügigen Dritten Sektor heranziehen, die abweichende Positionen mit Mittelentzug bestrafen, übersehen den Zusammenhang zwischen der Kompetenz des Dritten Sektors, Interessen zu vertreten und Bürger einzubeziehen. Von einem starken Dritten Sektor profitiert die Gemeinde, weil nur dieser die Partizipationspotentiale bieten kann, die für eine breite Beteiligung der Bürger auf lokaler Ebene wichtig sind.</li>
</ol>
<p>Social Media können die Beteiligung von Bürgern fördern. Aber die Tools sind kein Selbstläufer. Ohne die Schaffung unterstützender Rahmenbedingungen, ohne das entsprechende Handeln von gemeinnützigen Organisationen, Bürgern, Politik und Verwaltung, wird man die Partizipationspotentiale des Internets für den Dritten Sektor nicht zur Gänze erschließen können</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/social-media-und-burgerpartizipation-fur-mehr-demokratie-im-nonprofit-sektor/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Das Wissen der Bürger nutzen &#8211; die Koproduktion von Entscheidungen im Dritten Sektor</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (Lorenzen/Zifonun 2011, 3). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifonun 2011, 3</a>). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat es schwer, gegen dieses Monopol der Profession anzukommen. Dem Bürgerwissen wird sehr häufig der Sachverstand abgesprochen, die Neutralität und die Fähigkeit zur Selbstreflexion.</p>
<p>Die unterschiedliche Bewertung von Bürger- und Mitarbeiterwissen konstituiert das Machtverhältnis zwischen der Einrichtung und ihren Bürger-Stakeholdern mit. &#8220;Knowledge claims are always embedded in power relationships&#8221; (<a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005, 64</a>, in Anlehnung an Foucault). Und die Frage nach dem Wissen ist verknüpft mit der Frage nach den Entscheidungsbefugnissen. Oder anders formuliert: das Beharren auf der Superiorität professionellen Wissens gegenüber dem Wissen der Laien ist gleichzeitig auch immer der Versuch, letztere von Entscheidungsrechten fern zu halten.</p>
<p>Lorenzen und Zifoun sprechen dies in ihrem Beitrag offen an, wenn sie sich am Beispiel des Mentoring fragen, wie auf dieses &#8220;Einfallstor&#8221; für bürgerschaftliche Akteure in die professionelle soziale Arbeit reagiert werden kann. Wie könne die Profession &#8220;die eigenen gesellschaftlichen (&#8230;) Problemfelder besetzt (..) halten&#8221; angesichts des &#8220;massiven&#8221; Eintretens von Freiwilligen, welches die Soziale Arbeit unter Legitimations- und Handlungsdruck bringe (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifoun 2011,3</a>).</p>
<p>Wenn sich die Mitarbeiter in den Einrichtungen mit der Frage auseinandersetzen, wie die Entscheidungsmacht in ihrem Haus oder in einem bestimmten Projekt verteilt ist und wie aus ihrer Sicht eine bessere Verteilung aussehen könnte, dann wünschen sich die Fachkräfte zumeist selbst in den inneren Kreis der Entscheider. Im Rahmen des Projekts <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">Partizipative Qualitätsentwicklung</a> des WZB, das ich im <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">letzten Blogbeitrag</a> zitiert habe, entwerfen die beteiligten Fachleute anhand der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">Kreise der Entscheidung</a> eine Soll-Situation, die zwar den Klienten zum Teil mehr Mitsprache einräumt als den Geldgebern, die aber auch die Zielgruppen nicht oder nur selten in den inneren Kreis der Entscheidungsmacht vorlässt.</p>
<p>Die inneren Kreise der Entscheidungsmacht bleiben der Profession vorbehalten. Begründet wird dies so: &#8220;Durch diese Autonomie der Praktiker/innen soll eine Fachlichkeit gewährleistet werden&#8221;, über die &#8211; aus Sicht der Fachleute &#8211; &#8220;weder die Zielgruppe noch der/die Geldgeberin verfügen&#8221; <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">(Wright/Block/Unger 2010, 75)</a>. Das Beharren auf der eigenen fachlichen Überlegenheit wird als Bollwerk gegen mehr Partizipation aufgebaut. Dies bedeutet, dass jeder, der an mehr Bürger-Partizipation in gemeinnützigen Einrichtungen interessiert ist, gleichgültig ob über das Internet oder offline,  sich mit der dortigen Rolle des <em>professionellen Wissens</em> auseinander setzen muss.</p>
<p>Mehr Partizipation und Mitbestimmung für Bürger in gemeinnützigen Organisationen wird erst möglich, wenn das Bürgerwissen aufgewertet und nicht als Konkurrenz, aber auch nicht als bloße &#8220;Ergänzung&#8221; professionellen Wissens betrachtet wird, sondern als <em>notwendiger Bestandteil</em> des Wissens einer NPO.</p>
<p>Holt man das Wissen der Profession aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft, dann zeigt sich, dass dieses wissenschaftliche Wissen sich nicht außerhalb von Zeit und Raum herausbildete, sondern im Austausch mit den gesellschaftlichen Institutionen und Akteuren &#8211; auch den Zielgruppen &#8211; gewonnen wurde. Das professionelle Wissen baut auf lokalem Bürger-bzw. Klientenwissen auf und ist insofern schon immer koproduziert (vgl. <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005</a>).</p>
<p>Wer diese<em> gesellschaftliche</em> Bedingtheit des professionellen Wissens vor Augen hat, kann sich leichter auf einen Austausch mit Bürgern und deren Wissen und Erfahrungen einlassen. Fachlichkeit muss dann nicht als Monstranz vor sich her getragen werden, sondern Fachlichkeit erkennt den Einfluß gesellschaftlicher Kräfte auf den eigenen Kanon an und erkennt den Vorteil, die große Chance, die darin auch für die Profession liegt, weil Fachlichkeit durch das Bürger-Wissen empirisch gesättigter und problemlösungstauglicher  wird.</p>
<p>Wenn das Wissen gemeinnütziger Träger koproduziert wird, bedeutet dies nicht, dass Bürgerwissen das Fachwissen schlägt. Sondern es bedeutet, dass Bürgerwissen und Fachwissen zusammengetragen wird, um soziale Probleme effektiv lösen zu können. Bürger und Profis sind auf Augenhöhe und die Anerkennung der Kompetenzen von Bürger-Helfern, Bürger-Klienten, Bürger-Spendern usw. ebnet deren  Zugang zu den inneren Kreisen der Entscheidungsmacht.</p>
<p>Wie können gemeinnützige Einrichtungen vom Bürger-Wissen profitieren? In <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Jason Corburns &#8220;Street Science&#8221; (2005)</a> finden sich einige Gedanken hierzu. Sie können als Argumente für das &#8220;crowdsourcing&#8221; gelesen werden, &#8211; für die Einbeziehung der Weisheit der Vielen,  mit dessen <a href="http://kulturmarketingblog.de/20-npo-blogparade-crowdsourcing-und-crowdfunding-fur-non-profit-organisationen/311">Chancen und Risiken sich die aktuelle NPO-Blogparade im Blog von Karin Janner </a>auseinandersetzt.</p>
<p>Das <strong>Wissen der Bürger</strong></p>
<ul>
<li>bringt die Pluralität der Perspektiven und Werte in unserer Gesellschaft zum Ausdruck und erweitert fachliche Ansätze in gemeinnützigen Einrichtungen um diese Pluralität</li>
<li>ergänzt das Fachwissen um wichtige lokale empirische Erfahrungen bzw. Daten</li>
<li>beinhaltet auch die Perspektive von schwer erreichbaren Gruppen, über die kein oder zu wenig professionelles Wissen vorliegt</li>
<li>zeigt neue Wege für die Umsetzung von Maßnahmen auf</li>
<li>verbessert den Erfolg von Maßnahmen, weil das Feedback von Bürgern in die Programm-Konzeption schon einfließt.</li>
<li>Wenn eine Einrichtung das Wissen der Bürger ernst nimmt, wächst das Vertrauen der Zivilgesellschaft in die Einrichtung und vergrößert sich deren Legitimität.<br />
(Corburn 2005)</li>
</ul>
<p>Um Bürgerwissen eine gleichberechtigte Position neben dem professionellen Wissen verschaffen zu können, ist es notwendig, dass auch Bürger die Stärken und Schwächen ihres Wissens mehr reflektieren. Es ist wichtig, über den rein privaten, individualistischen Standpunkt, der nur die eigenen Belange sieht (&#8220;wie fühlt sich <em>mein </em>Familienangehöriger in einer Einrichtung&#8221;, &#8220;welches sind <em>meine </em>Erfahrungen&#8221;) hinauszugehen. Und das eigene Wissen durch Beobachtung der gesamten Situation in einer Einrichtung und durch Vergleiche mit anderen Einrichtungen bzw. einen gemeinsamen Diskurs mit anderen Betroffenen zu objektivieren und zu erweitern. Wenn Bürger den rein auf sich bezogenen Blick hinter sich lassen, können sie die gemeinwesenorientierte Dimension ihres Wissens besser herausarbeiten.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/das-wissen-der-burger-nutzen-die-koproduktion-von-entscheidungen-im-dritten-sektor/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Nachhaltiges Fundraising &#8211; welche Bausteine sind wichtig?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 11:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Fundraising 2.0-Blog ist Gastgeber der 18. NPO-Blogparade. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen? Er beschreibt den &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;, der so aussieht:  durch die Präsenz im Social Web kommen  &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.fundraising20.de/">Fundraising 2.0-Blog</a> ist Gastgeber der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2010/10/25/18-runde-der-npo-blogparade/">18. NPO-Blogparade</a>. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, <a href="http://www.fundraising20.de/18-npo-blogparade-aufruf-zur-teilnahme/">wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen?</a></p>
<p>Er beschreibt den<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;</a>, der so aussieht:  durch die Präsenz im Social Web kommen  &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. Ab dem ersten Tag werden sie zu Spendern, starten Anlaßspenden-Aktionen zu ihrem Geburtstag und schreiben im Blog darüber, dass sie dieser gemeinnützigen Organisation ihr Vermögen hinterlassen werden.&#8221;</p>
<p>Diesen Traum träumen sicherlich sehr viele NPOs, &#8211; anders kann man sich deren Interesse an Online-Fundraising als <em>ersten</em> Schritt im Social Web nicht erklären. Was die meisten interessiert, ist das schnelle Geld oder wie es auf der<a href="http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/11/12/freunde-fans-und-follower-los-zahlt-euch-fur-mich-aus/"> Lernspielwiese </a>heißt &#8220;Freunde, Fans und Follower -los! Zahlt euch für mich aus&#8221;.</p>
<p>Dass dieser Traum des Dritten Sektors nach schnellem Geld aus der Zivilgesellschaft als Ersatz oder Ergänzung für gekürzte Mittel von staatlicher Seite ein Traum bleiben wird, stellt Reschke in seinem<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> Beitrag</a> dar.</p>
<p>Aus meiner Sicht müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, wenn das Fundraising im Netz von dauerhaftem Erfolg sein soll.</p>
<p><em>Nachhaltiges Fundraising</em> schafft einen Mehrwert für die Organisation <em>und </em>ihre Stakeholder <em>und </em>das Gemeinwesen. Nachhaltiges Fundraising baut vertrauensvolle, dauerhafte Beziehungen auf und vermeidet alles, was diese Beziehungen zugunsten kurzfristiger und allein organisationsbezogener Ziele schädigen könnte. Nachhaltiges Fundraising setzt auf Kooperation, wechselseitigen Dialog und die Koproduktion von Leistungen. Nachhaltiges Fundraising lässt den binnenorienten Blick vieler NPOs hinter sich, öffnet sich nach außen hin und rückt die Beziehungen zu den Stakeholdern in den Mittelpunkt. Nachhaltiges Fundraising setzt einen Perspektivenwechsel in NPOs voraus, den ich <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-und-der-paradigmenwechsel-im-sozialsektor/">an anderer Stelle </a>beschrieben habe. Er verändert das Verhältnis zwischen dem Dritten Sektor und der Zivilgesellschaft: statt Dinge <em>für </em>Bürger zu tun, arbeitet und plant man <em>mit ihnen</em> gemeinsam.</p>
<p>Welche Bausteine sind für ein <em>nachhaltiges Fundraising</em> im Internet relevant, das dauerhaft<em> </em>vielfältige Ressourcen aus dem gesellschaftlichen Raum akquirieren kann?</p>
<ol>
<li>Partizipation der Nutzer</li>
<li>Responsivität der Oganisationen</li>
<li>Wechselseitigkeit des Austausches</li>
<li>Diversität von Netzwerken</li>
<li>Passende Technologien</li>
<li>Bedeutung der lokalen Ebene</li>
</ol>
<p>Zu 1. <strong>Partizipation der Nutzer:</strong> wie die meisten Beiträge zur NPO-Blogparade herausstellen, braucht es in jeder Fundraising-Situation viele unterschiedliche und niedrigschwellige Mitmachmöglichkeiten für die Nutzer. Partizipation fördert die Integration von Menschen in Netzwerke und damit auch die Bildung von Unterstützerkreisen zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung. Wichtig ist es, Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Nutzern zu schaffen, also das Netzwerk nicht vertikal &#8211; zur gemeinnützigen Organisation hin &#8211; auszurichten,  sondern horizontal mit Blick auf die Community hin auszubauen.</p>
<p>Nutzer müssen befähigt werden, selbst als Multiplikatoren, Fundraiser, Wissenssammler usw. für die gemeinnützige Organisation aktiv zu werden. Von den Kontakten, die sie dabei sammeln, kann eine NPO erneut profitieren. Deshalb ist die Fixierung auf Spenderdatenbanken, wie dies in der Nonprofit-Szene üblich ist,  auch unzureichend: Eine NPO profitiert nicht nur von den hier gesammelten Einzelpersonen, sondern auch von deren Netzwerken.</p>
<p>Zu 2. <strong>Responsivität von Organisationen:</strong> dieser Punkt wurde <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/die-bereitschaft-zum-zuhoren-oder-wann-verhalten-sich-organisationen-responsiv/">hier im Blog</a> schon häufig thematisiert: man kann die Partizipation der Nutzer nicht ohne die institutionelle Seite betrachten, d.h. Organisationen müssen Partizipationsräume schaffen und sich responsiv verhalten, wenn sie möchten, dass Bürger sich einbringen. Wer die Bürger-Nutzer mit fertigen Strategien und Projekten konfrontiert, wird deren Bereitschaft zum Mitmachen zum Erlahmen bringen.</p>
<p>Zu 3. <strong>Wechselseitigkeit des Austausches:</strong> wie wichtig die sogenannte &#8220;Reziprozität&#8221; des Austausches in Netzwerken ist, beschreibt <a href="http://kulturwissenschaft.wordpress.com/2010/10/26/kulturmanagement-wie-sich-kontakte-auszahlen/">einer der Beiträge</a> zur NPO-Blogparade. Netzwerke bilden nur eine <em>Struktur</em>. Ob man das in ihnen eingebettete <em>soziale Kapital</em> heben kann, hängt davon ab, ob man am wechselseitigen Austausch partizipiert. Wer immer nur etwas aus dem Netzwerk will, aber keine Ressourcen investiert, ist von der Nutzung des sozialen Kapitals ausgeschlossen (vgl. &#8211; sehr interessant &#8211; <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/643.abstract">Jo Ann Schneider 2009</a>)</p>
<p>Zu 4. <strong>Diversität von Netzwerken:</strong> je pluraler Netzwerke aufgebaut sind, desto unterschiedlicher sind die Ressourcen, von denen die am Austausch Beteiligten profitieren können. Bleibt eine NPO in ihrem angestammten Biotop, wird sie immer auf dieselbe Ressourcenkonstallation stoßen. Dringt sie in neue Milieus und Netzwerke vor, ändert sich auch die Zusammensetzung der Ressourcen, die ihr potentiell zu Verfügung stehen: &#8220;Diverse resources flow through diverse networks&#8221;<a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf"> (Hampton/Lee/Her 2010, 5)</a>. Die bloße Anzahl von Kontakten, auf die viele NPOs und Fundraiser fixiert sind, sagt noch gar nichts über deren Diversität aus bzw. über den Ressourcenreichtum eines Netzwerks.</p>
<p>Zu 5. <strong>Passende Technologien:</strong> Nicht jede IuK-Technologie fördert direkt die Pluralität von Netzwerken, die für die Ressourcenvielfalt eines Netzwerks &#8211; und damit auch für den Fundraisingerfolg &#8211; entscheidend ist. In der Studie  von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> (via <a href="http://neighbourhoods.typepad.com/neighbourhoods/2010/11/locality-diversity-and-internet-use.html">neighbourhoods</a>) wurden die Netzwerke bzw. das soziale Kapital von über 2000 Erwachsenen untersucht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich IuK-Technologien und speziell Social Media auf die Diversität von Netzwerkkontakten auswirken. Das Ergebnis zeigt, dass Online-Communities die Diversität der Nutzer-Netzwerke unmittelbar vergrößern. Wohingegen Blogging, Photosharing oder der Einsatz von Mobiltelefonen nur indirekt &#8211; vermittelt über lokale Zusammenhänge &#8211; die Netzwerkvielfalt fördern.</p>
<p>Zu 6. <strong>Die Bedeutung der lokalen Ebene: </strong>Auch für das Online-Fundraising verliert die lokale Ebene nicht an Bedeutung. Die Studie von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> verdeutlicht, dass Social Media nicht unmittelbar &#8211; außer im Fall von Online-Netzwerken &#8211; Diversität schaffen. Sondern dass das Zusammenspiel von lokalem Engagement und Internetgebrauch in den meisten Fällen sehr wichtig ist, um vielfältiges soziales Kapital aufzubauen. Auch das Online-Fundraising muss deshalb Anknüpfungspunkte zur lokalen Ebene und zu konkreten Mitmachmöglichkeiten bieten. &#8220;Place is not lost as a result of the affordances of new technologies, but place-based networks are reinforced and made persistent&#8221; <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">(Hampton/Lee/Her 2010, 25)</a>.</p>
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