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	<title>Web2.0 &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Im Blickpunkt: die Internet-Präsenz lokaler Nonprofits</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2015 10:35:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Inklusion]]></category>
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					<description><![CDATA[Dachorganisationen von Wohlfahrtsverbänden und gemeinnützige Institutionen mit großem geographischen Radius sind in der Regel schon seit längerem im Internet aktiv und mit mehreren Profilen in den sozialen Medien vertreten. Auf Pluragraph.de kann man sich einen kleinen Überblick über die Präsenz von Nonprofits auf Facebook, Twitter und Co verschaffen. Wie steht es jedoch um die Internet-Aktivitäten von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dachorganisationen von Wohlfahrtsverbänden und gemeinnützige Institutionen mit großem geographischen Radius sind in der Regel schon seit längerem im Internet aktiv und mit mehreren Profilen in den sozialen Medien vertreten. Auf <a href="https://pluragraph.de/categories/organisationen">Pluragraph.de</a> kann man sich einen kleinen Überblick über die Präsenz von Nonprofits auf Facebook, Twitter und Co verschaffen.</p>
<p>Wie steht es jedoch um die Internet-Aktivitäten von <em>lokalen</em> Nonprofits? Sind diese schon durchweg im Netz präsent und nutzen soziale Medien oder sind sie eher nicht vertreten im digitalen Raum? Und warum ist diese Frage überhaupt von Bedeutung?</p>
<p>Weil der Nonprofit-Sektor dominiert wird von lokalen Organisationen. Es gibt über 600.000 Nonprofits in Deutschland, davon sind 95% als Verein organisiert. Von diesen Nonprofits haben 84% einen ausschließlich lokalen und regionalen Schwerpunkt (<a href="http://www.ziviz.info/pressemitteilung/">Krimmer/Priemer 2013, S. 16 und 28</a>). Wenn wir über &#8220;den&#8221; Nonprofit-Sektor oder Dritten Sektor in Deutschland sprechen,  dann sprechen wir also primär nicht über Bundesverbände oder Organisationen auf nationaler Ebene, sondern über lokale Nonprofits in Städten, Dörfern und Regionen. Wenn wir wissen möchten, ob &#8220;der&#8221; Nonprofit-Sektor digital inkludiert ist und soziale Medien nutzt, dann müssen wir uns mit lokalen Nonprofits befassen.</p>
<p>Wie sieht deren typisches Profil aus? Sie sind überwiegend mittelgroß (51-500 Mitglieder) und haben ein Budget bis 100.000 Euro (<a href="http://www.wzb.eu/sites/default/files/u163/dso_gesamt_finale_23-05-2013_online.pdf">Priller u.a. 2012, S. 15</a>). 60% der Vereine haben keine oder nur unterdurchschnittlich Mitglieder zwischen 14 und 30 Jahren (ebd., S. 25).</p>
<p>Wie nutzen lokale Nonprofits das Internet bzw. nutzen sie es überhaupt? Hier greife ich auf eine Studie aus Norwegen zurück, die die Internetaktivitäten von 2.500 freiwilligen Organisationen aller Sparten auf lokaler Ebene untersuchte und zwar 1998 und 2009 (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/early/2013/05/22/0899764013487996">Ivar S. Eimhjellen 2014, in: Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly 43 (5)</a>).  Eine vergleichbare Studie kenne ich in Deutschland nicht. Dieser Untersuchung zufolge sind 79% der lokalen Nonprofits in Norwegen online &#8211; in Deutschland dürfte diese Zahl niedriger liegen, da Norwegen zur Weltspitze gehört, wenn es um die digitale Einbindung der Bevölkerung geht: 97% der Bürger sind online verglichen mit 79% in Deutschland.</p>
<p>89% der kommunalen Nonprofits in Norwegen, die online sind,  haben eine eigene Webseite, 25% sind auf Facebook, 5% haben ein eigenes Blog (Eimhjellen 2014, 898). Mit der Internetpräsenz verfolgen sie hauptsächlich die folgenden Ziele: informieren und den Kontakt mit der Zentrale auf nationaler Ebene pflegen. Interaktion und Interessenvertretung sind weniger wichtige Ziele: &#8220;satisfaction with the Internet seems to be more contingent upon Web 1.0 technology than Web 2.0 technology&#8221; (Eimhjellen 2014, 901).</p>
<p>Wie sieht das Profil der lokalen Organisationen aus, die in Norwegen das Netz nutzen? Es sind Organisationen, die eher groß, städtisch, formal strukturiert, jüngere Gründungen und solche mit jüngeren Mitgliedern sind (ebd., S. 901). Umgekehrt bedeutet dies, dass kleine, ländliche, informelle, alte Gründungen und solche mit älteren Mitgliedern eher nicht online sind.</p>
<p>Eine Erkenntnis der norwegischen Studie ist, dass das Internet die Organisationszentralen stärkt und nicht die lokalen Mitglieder: &#8220;Being online is also related to the centralization of decisive power in organizations (&#8230;) This finding challenges the ideal of a participatory democracy and the local members&#8217; influence within voluntary organizations&#8217; central administration&#8221; (Eimhjellen 2014, 904).</p>
<p>Dieser Machtzuwachs für die Zentralen ist meines Erachtens auch in Deutschland auf lokaler Ebene ganz deutlich im Wohlfahrtsbereich an dem Verhältnis zwischen gesamtstädtischem Träger  und dessen Stadtteileinrichtungen und -gruppen zu beobachten: letztere haben vielerorts zumeist keinen eigenen Handlungsspielraum, wenn es um das Internet geht, sondern sind als statische Unterseite eingebunden in einen Webauftritt, der von der (städtischen) Zentrale verwaltet und kontrolliert wird. Online-Netzwerke mit den Bürgern im Quartier können so nicht aufgebaut werden.</p>
<p>Mein Fazit aus den hier präsentierten Forschungsergebnissen und eigenen lokalen Erfahrungen ist:</p>
<p>1. Die digitale Inklusion des Dritten Sektors ist lokal immer noch ein äußerst wichtiges Thema: mindestens ein Drittel der lokalen Nonprofits in Deutschland dürfte nicht im Web sein, vor allem solche mit älteren Mitgliedern. Dieses Fehlen wichtiger Teile der Zivilgesellschaft im Netz schwächt diese als Ganzes. Staat und Wirtschaft haben den Dritten Sektor im digitalen Raum überholt und schaffen Strukturen, die den Handlungsspielraum von Bürgern einengen. Nur eine Zivilgesellschaft, die mit dem digitalen Raum umgehen kann, wird hierzu Gegenstrategien entwerfen können.</p>
<p>Trotz der unzureichenden Präsenz lokaler Nonprofits im Internet ist deren digitale Inklusion politisch im allgemeinen kein Thema. Und wenn doch, dann keines, das strategisch angegangen wird, &#8211; weder von der Politik, noch von den großen Wohlfahrtsverbänden selbst. Viele der großen Verbände haben bis jetzt noch keine Offensive gestartet, um ihre <em>Stadtteil</em>einrichtungen besser ins Mitmach-Internet einzubinden. Mit einzelnen Fortbildungsangeboten kommt man hier nicht weiter. Dazu muss man auf lokaler Ebene die entsprechenden Strukturen schaffen und peer-to-peer-learning-Gruppen oder Mentoren-Systeme etablieren, &#8211; und zwar bundesweit.  Denn nicht zuletzt sind die Nonprofits im Quartier  wichtige Multiplikatoren, wenn es um die digitale Inklusion von Bürgern geht und hier speziell von den Menschen, die alt, arm oder krank sind. Und sie sind die entscheidenden Akteure, wenn es darum geht, lokale Netzwerke und Nachbarschaften im Quartier aufzubauen, &#8211; nicht die Bundesverbände.</p>
<p>2. Vernetzung und Partizipation &#8211; offline und online &#8211; sind nach wie vor riesige Baustellen für den Nonprofit-Bereich, gerade auch auf lokaler Ebene. Es schwächt sich der Dritte Sektor selbst, wenn Ressourcen nicht gepoolt und Potenziale aus der Bevölkerung nicht abgerufen werden. Es geht darum, Modelle zu entwickeln, wie im Alltag partizipativ gearbeitet werden kann. Überlegungen zum Thema &#8220;Partizipation in Sozialeinrichtungen&#8221; habe ich hier im Blog schon präsentiert, siehe <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-formen-und-strukturen-teil-1/">Teil 1</a>, <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-teil-2-partizipationsrechte-entwickeln/">Teil 2</a> und <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-teil-3-buergerengagement-und-beteiligung/">Teil 3</a> der gleichnamigen Serie auf dieser Webseite.</p>
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		<title>Digitale Teilhabe von Bürgern mit Behinderungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 19:05:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Artikel bildet den zweiten Teil einer 3-teiligen Serie zum Thema &#8220;Partizipation behinderter Menschen&#8221;. Der erste Blogartikel befasste sich mit ihrer Beteiligung in den sozialen Diensten. Der nächste Beitrag thematisiert das freiwillige Engagement von Bürgern mit Behinderungen (30.1.). Ich freue mich über Feedback! Lange Jahre dominierten die Themen &#8216;Barrierefreiheit&#8217; und &#8216;Zugänglichkeit&#8217; die Diskussion um die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Artikel bildet den zweiten Teil einer 3-teiligen Serie zum Thema &#8220;Partizipation behinderter Menschen&#8221;. Der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burger-statt-klienten-mehr-mitbestimmung-fur-behinderte-menschen/">erste Blogartikel</a> befasste sich mit ihrer Beteiligung in den sozialen Diensten. Der nächste Beitrag thematisiert das freiwillige Engagement von Bürgern mit Behinderungen (30.1.). Ich freue mich über Feedback!</em></p>
<p>Lange Jahre dominierten die Themen &#8216;Barrierefreiheit&#8217; und &#8216;Zugänglichkeit&#8217; die Diskussion um die Teilhabe behinderter Menschen an der digitalen Welt. Noch ist diese Zugänglichkeit für Menschen, die in stationären Wohnformen leben, aber auch für viele, die ambulant betreut werden, nicht durchgehend gesichert, wie Freese/Mayerle in der <a href="http://www.bildung.uni-siegen.de/siso/">SI:SO 1/2013</a> schreiben, einem Schwerpunkt-Heft über digitale Teilhabe. Die Diskussion habe sich dennoch verschoben: statt der &#8216;Zugänglichkeit&#8217; stehe jetzt die &#8216;Nutzbarkeit&#8217; digitaler Medien im Mittelpunkt.</p>
<p>Die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) durch Bürger mit Behinderungen, speziell jenen mit Lernschwierigkeiten, wird im schulischen Bereich und durch Assistive Technologien forciert. Zu wenig wird aber Freese und Mayerle zufolge das Potential von ICT für die alltägliche Lebensführung und für Inklusion ausgeschöpft. Egal ob es um die Pflege von Freundschaften, die Kompetenzentwicklung für den Arbeitsmarkt, alltägliche Dienstleistungen oder die Teilhabe an öffentlichen Aktivitäten geht &#8211; Informations- und Kommunikationstechnologien spielen hier eine zentrale Rolle, auch für Menschen mit Behinderungen. Deren Selbstständigkeit und Selbstbestimmung wird gefördert, wenn sie ihren Alltag und ihre sozialen Kontakte mit Hilfe von PC und Internet &#8220;in einer vertrauten Umgebung, in frei wählbarem Tempo, unabhängig von Öffnungszeiten und mit vertrauter und individuell angepasster Hard und Software&#8221; steuern können (SFIB, zit. nach Freese/Mayerle 2013, 9). Die <a href="http://www.un.org/esa/socdev/enable/rights/convtexte.htm">UN-Behindertenrechtskonvention</a> schreibt in Artikel 4, dass der kompetente Umgang mit Neuen Technologien unerlässlich ist, um Menschen- und Bürgerrechte voll ausschöpfen zu können, entsprechend muss deren Zugänglichkeit und Nutzung für Behinderte sichergestellt werden.</p>
<p>Die Vermittlung von Medienkompetenz und -bildung muss deshalb in den Alltag der Behindertenhilfe integriert werden. Zur Aufgabe der Mitarbeiter/innen sollte zukünftig auch der Medienbereich gehören: die Profession muss behinderte Menschen darin unterstützen, Informations- und Kommunikationstechnologien möglichst selbstbestimmt zu nutzen (Freese/Mayerle 2013, 8). Während viele Mitarbeiter in der Behindertenhilfe neue Technologien hauptsächlich als technisches Hilfsmittel betrachten, um Beeinträchtigungen kompensieren zu können, sollten im Feld Behinderung die Chancen der neuen Technologien für eine Teilhabe am Gemeinwesen stärker in den Mittelpunkt rücken (ebd., 7). Dazu gehöre auch, dass die &#8220;bewahrende&#8221; professionelle Haltung kritisch betrachtet wird, die den Nutzern mit Lernschwierigkeiten eine selbstbestimmte Entscheidung über ihren Medienkonsum nicht immer zutraut (<a href="http://www.bildung.uni-siegen.de/siso/">Freese 2013, 50</a>).</p>
<p>Da die Behindertenhilfe zum Teil ambulanter wird und sich manche Dienstleistungen in den digitalen Raum verlagern (Beratung, Betreuung, Assistenz), profitieren die Mitarbeiter selbst von mehr Kompetenzen in den neuen Technologien, da immer mehr Beziehungen digital gesteuert und mehr Aufgaben über das Internet erledigt werden müssen. Eine Weiterbildung der Mitarbeiter im digitalen Bereich ist damit geboten. Die Weiterbildungsinhalte für die Profession sollten jedoch von den behinderten Nutzern mitbestimmt werden können, damit die Medienbildung nicht <em>für</em> Behinderte, sondern gemeinsam <em>mit</em> ihnen stattfindet.</p>
<p>Ein gutes Beispiel, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten ihr Wissen und ihre Erfahrungen in einen Gestaltungsprozess einbringen können, bietet das <a href="http://piksl.net/">PIKSL-Labor</a> in Düsseldorf, ein gemeinnütziges Projekt, getragen von der freien Wohlfahrtspflege. Im PIKSL-Labor &#8220;kommen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, um voneinander zu lernen und Ideen im Umgang mit alltäglichen (digitalen) Problemstellungen zu entwickeln&#8221; (Freese 2013, 50) . Menschen mit Lernschwierigkeiten werden als Experten betrachtet, die Barrieren erkennen und Ideen für deren Abbau einbringen können. Gemeinsam werden im Team barrierearme digitale Lösungen entwickelt, u.a. ein <a href="http://piksl.net/projekt-details/articles/content-management-system.html">Content-Management-System</a>, das auf Piktogrammen basiert, um das digitale Publizieren und damit die Teilhabe am öffentlichen Diskurs zu vereinfachen. Die PIKSL-Aktiven mit Lernschwierigkeiten geben zwischenzeitlich ihre gesammelten Internet-Kenntnisse an Senioren aus dem Stadtteil weiter, die ebenfalls von niedrigschwelligen, barrierearmen Angeboten profitieren.</p>
<p>Das Co-Design von Lösungen durch Profis und Nutzer funktioniert hier im Bereich digitaler Technologien. Es würde sich auch im Bereich der Behindertenhilfe insgesamt bewähren, gäbe es mehr <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burger-statt-klienten-mehr-mitbestimmung-fur-behinderte-menschen/">Räume für Partizipation</a>. Es wäre lohnenswert, wenn man die Co-Design-Erfahrungen, die das PIKSL-Team seit 2011 sammeln konnte, in andere Sachbereiche transferieren würde, um kooperative Entscheidungsprozesse zu ermöglichen.</p>
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		<title>Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung &#8211; welche Möglichkeiten bietet das Internet?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/burgerschaftliches-engagement-als-burgerbeteiligung-welche-moglichkeiten-bietet-das-internet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 09:15:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Für den eNewsletter des Netzwerk Bürgerbeteiligung habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift &#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; (Ansicht siehe unten). Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für den eNewsletter des <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a> habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf">&#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; </a>(Ansicht siehe unten).</p>
<p>Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die soziale Infrastruktur einer Gemeinde, die Konzeption von Diensten und die Hilfe im Einzelfall (als Betroffener) mitzugestalten. Es wird aufgezeigt, welche Bedeutung digitale Aktionsnetzwerke zwischenzeitlich haben, die Bürger über Online-Medien einbinden, ohne deren Engagement zentral zu steuern, &#8211; im Unterschied zu traditionellen Strategien kollektiven Handelns. Auf Seite 6 stellt eine Tabelle die vielen unterschiedlichen Formen von Online-Beteiligung zusammen und zwar entlang der Kategorien und Methoden des <a href="http://www.digitalengagement.org/">Digital Engagement Cookbook</a>. Beispiele aus dem In-und Ausland veranschaulichen die jeweilige Beteiligungsmethode.</p>
<p>Nicht nur mein Beitrag befasst sich mit den Möglichkeiten der Online-Beteiligung, sondern <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/newsletter/enewsletter-2012/enewsletter-nr-22012/">vier weitere des eNewsletter</a> beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln.</p>
<p>Noch ein paar Infos zum <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a>: Das Netzwerk wurde 2011 auf Initiative der <a href="http://www.mitarbeit.de/">Stiftung Mitarbeit </a>gegründet. Es hat zum Ziel, &#8220;der politischen Partizipation in Deutschland dauerhaft mehr Gewicht zu verleihen und sie auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) zu stärken. Das Netzwerk fragt danach, wie eine »partizipative Demokratie« ausgestaltet und vorangebracht werden kann. Es sucht nach Wegen zur politisch-strategischen Förderung der Bürgerbeteiligung. Auf Basis dieser Grundidee führt das »Netzwerk Bürgerbeteiligung« Menschen aus allen Bereichen zusammen, die die Partizipation von Bürger/innen an politischen Entscheidungen voran bringen und die Zukunft der Bürgerbeteiligung mitgestalten wollen&#8221; (<a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/leitidee/">Über das Netzwerk</a>). Jeder an Beteiligung Interessierte kann <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/netzwerkerinnen/">Netzwerker und Netzwerkerin</a> werden. Bei gemeinsamen Treffen lernt man sich untereinander und unterschiedliche Beteiligungsprojekte kennen.</p>
<p>Ich finde es gut, dass mit dem Netzwerk der Versuch gestartet wurde, Menschen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen zum Thema Beteiligung zusammenzubringen, Ressourcen auszutauschen und zu bündeln. Das Netzwerk lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Als Bürger/in sollte man nicht warten, bis Beteiligung von staatlicher Seite zugestanden (und gestaltet!) wird (&#8220;Wann führt meine Gemeinde endlich einen Bürgerhaushalt ein?&#8221;), sondern es kommt darauf an, vor Ort konkrete Beteiligungsprojekte einzufordern und zu initiieren.</p>
<p>In den nächsten Tagen soll eine neue Plattform für das Netzwerk Bürgerbeteiligung an den Start gehen, die noch mehr Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Netzwerkern bietet. Man wird dann Beteiligungsprojekte vorstellen und gemeinsam vorantreiben können. Auch von mir gibt es eine Projektinitiative, die ich auf dem <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/aktuelle-meldungen/detailansicht/article/netzwerktreffen-in-koeln-interessante-initiativen-spannende-diskussionen/">Netzwerktreffen in Köln </a>vorgestellt habe und die online auf der neuen Kooperationsplattform weiter diskutiert und vorangebracht werden soll: &#8220;Die Förderung von Teilhabe im Sozialsektor &#8211; soziale Dienste 2.0&#8221;. Ziel meiner Projektinitiative ist es u.a.</p>
<ul>
<li>Mitstreiter/innen zu finden</li>
<li>Best-Practice-Beispiele für Bürger-Teilhabe im Sozialsektor auf lokaler Ebene zu sammeln</li>
<li>Vorschläge zu erarbeiten, wie die Teilhabe von Bürgern gefördert bzw. die sozialen Dienste 2.0 aussehen könnten</li>
</ul>
<p>Das Netzwerk Bürgerbeteiligung wird in der Anfangsphase von einer Aufbaugruppe unterstützt, bei der auch <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/aufbaugruppe/detailansicht/?tx_displayfeusers_pi1[userUid]=16&amp;tx_displayfeusers_pi1[action]=show&amp;tx_displayfeusers_pi1[controller]=User">Sophie Scholz</a>, die Gründerin der Socialbar mitmacht. Mit ihr hat die Zusammenarbeit im Rahmen des eNewsletters Freude gemacht &#8211; vielen Dank, Sophie!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nonprofits müssen ins Internet und dieses mitgestalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 08:48:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Publikations-, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten des Internets (&#8220;soziale Medien&#8221;) eröffnen gemeinnützigen Organisationen die Chance, ihre Verbindungen zur Zivilgesellschaft zu stärken und Ressourcen der Bürger vermehrt abzurufen. Es geht darum, &#8220;support relationships&#8221; (Burt/Taylor 2011) zwischen Bürgern und freien Trägern aufzubauen, &#8211; und zwar in beide Richtungen. Eine stärkere Unterstützung seitens der Bürger setzt Beteiligungsmöglichkeiten für diese [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikations-, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten des Internets (&#8220;soziale Medien&#8221;) eröffnen gemeinnützigen Organisationen die Chance, ihre Verbindungen zur Zivilgesellschaft zu stärken und Ressourcen der Bürger vermehrt abzurufen. Es geht darum, &#8220;support relationships&#8221; <a href="http://www.nominettrust.org.uk/sites/default/files/NT%20SoA%203%20-%20Charities%20use%20of%20the%20internet.pdf">(Burt/Taylor 2011)</a> zwischen Bürgern und freien Trägern aufzubauen, &#8211; und zwar in beide Richtungen. Eine stärkere Unterstützung seitens der Bürger setzt Beteiligungsmöglichkeiten für diese in Nonprofit-Organisationen voraus, nicht nur, wenn es um die Umsetzung von Projekten geht, sondern schon in der Planungsphase.</p>
<p>Das <a href="http://www.cccdeutschland.org/de">Centrum für Corporate Citizenship Deutschland (CCCD)</a> lädt in einer <a href="http://www.cccdeutschland.org/de/blog/buergergesellschaft/einladung-zur-blogparade-social-media-fuer-die-buergergesellschaft-16-21-ap">aktuellen Blogparaden-Runde</a> zum Diskurs über die Nutzungsmöglichkeiten von Social Media ein, die sich für die Zivilgesellschaft, d.h. für Bürger und Vereine, auftun. Dabei sollen auch die Herausforderungen und möglichen Grenzen diskutiert werden.</p>
<p>In diesem Beitrag möchte ich drei Punkte ansprechen, die ich in Zusammenhang mit dem Thema für essentiell halte:</p>
<p>1. Das Ressourcenproblem &#8211; oder die Frage, wie die digitale Inklusion des Dritten Sektors vorangetrieben werden kann<br />
2. Offliner ins Netz bringen &#8211; eine Aufgabe für den gemeinnützigen Bereich<br />
3. Netzpolitik &#8211; in einer digitalen Gesellschaft ein wichtiges Aufgabenfeld für den Dritten Sektor</p>
<p><strong>Zu Punkt 1:</strong></p>
<p>Aus den gemeinnützigen Organisationen kommt immer wieder das Feedback, dass das Ressourcenproblem (&#8220;kein Geld, keine Zeit, keine Mitarbeiter, kein Fachwissen&#8221;) eine enorme Hürde für die Nutzung sozialer Medien darstellt. Davon betroffen sind nicht so sehr die großen Wohlfahrtsverbände, sondern die unzähligen kleinen Vereine und Initiativen auf kommunaler Ebene. Es gibt über eine halbe Million Vereine in Deutschland. Sehr viele davon sind in den sozialen Medien nicht präsent, &#8211; weil sie niemanden haben, der sich mit den neuen Medien auskennt oder genug Zeit dafür aufbringen könnte. In der Regel fehlt auch das Geld für eine professionelle Unterstützung.</p>
<p>Es müsste potentiellen Geldgebern &#8211; dem Staat, den Kommunen und Stiftungen &#8211; ein Anliegen sein, den Dritten Sektor in der Fläche für das Mitmach-Web fit zu machen. Denn gemeinnützige Organisationen, die sich auf den Gebrauch sozialer Medien nicht verstehen, können in einer digitalen Gesellschaft ihre <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/welche-funktionen-erfullen-gemeinnutzige-organisationen-fur-unsere-gesellschaft-und-wie-konnen-social-media-sie-darin-unterstutzen/">Funktionen </a>&#8211; die Einbindung von Bürgern, die Erbringung von Dienstleistungen, die Interessenvertretung und die Schaffung von Partizipationschancen &#8211; auf die Dauer nicht erfolgreich ausüben. Es reißt so eine Kluft auf zwischen vielen zivilgesellschaftlichen Institutionen und internetkundigen Bürgern, die den Dritten Sektor schwächt.</p>
<p>Staat und Stiftungen sollten in ihre Budgets für gemeinnützige Organisationen Mittel für die IT-Ausstattung und die Vermittlung digitaler Kompetenzen mit aufnehmen. Die sogenannte &#8220;digitale Inklusion&#8221; des Dritten Sektors ist kein Randthema, &#8211; sondern eines, das existentiell ist für die Weiterentwicklung der hiesigen Zivilgesellschaft.</p>
<p>Allerdings ist der Dritte Sektor hier selbst nicht aus der Verantwortung zu nehmen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man auch mit wenig Mitteln die eigenen Kenntnisse und Handlungschancen ausweiten kann, &#8211; in erster Linie durch einen stärkeren Austausch innerhalb des Sektors und mit Bürgern. Das Wissen über soziale Medien kann durch gemeinsame Arbeitsgruppen, über Webseiten und die Nutzung vorhandener Foren und Plattformen gefördert werden. Im Stiftungsbereich startete letzten Sommer die <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/wie-konnen-stiftungen-digitale-medien-nutzen">stiftungsübergreifende Arbeitsgruppe</a> &#8220;Stiftungen 3.0&#8221;. Was darüber hinaus möglich ist, zeigen die folgenden Beispiele: <a href="http://socialmediasurgery.com/">Social Media Surgeries</a> auf der lokalen Ebene in Großbritannien, Online-Communities zum Thema ICT für Gemeinnützige wie das <a href="http://www.ictknowledgebase.org.uk/forums/index.php">ICT Café</a>, crowdsourcing-Webseiten wie <a href="http://www.knowhownonprofit.org/">KnowHow NonProfit</a>, die Vermittlung von freiwilligen IT-Fachleuten an den gemeinnützigen Sektor <a href="http://www.it4communities.org.uk/it4c/home">IT4Communities</a> , die <a href="http://socialbar.de/wiki/Hauptseite">Socialbar </a>als Austauschort über die Chancen sozialer Medien, Veranstaltungen und BarCamps wie die <a href="http://recampaign.de/">re:campaign </a>für den gemeinnützigen Sektor.</p>
<p>Schließlich könnte auch eine professionelle Unterstützung im Hinblick auf den Umgang mit dem Internet von vielen Vereinen gemeinsam finanziert oder von der örtlichen Gemeinde für den Nonprofit-Sektor getragen werden, &#8211; siehe die britische Einrichtung der <a href="http://www.lasa.org.uk/ict/lasa-circuit-riders/">Circuit Riders</a> (&#8220;Circuit Riders are third sector technology development and support workers, each of whom supports a caseload of organisations the same way a development worker might&#8221;, <a href="http://ukriders.lasa.org.uk/">UK Riders</a>).</p>
<p><strong>Zu Punkt 2:</strong></p>
<p>Viele Vereine &#8211; besonders jene mit einer älteren Mitgliederschaft- haben das Problem, dass ihre Zielgruppen nur zum Teil (oder auch gar nicht) im Netz präsent sind. Dadurch entgehen diesen Bürgern Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten. Es muss auch zum Aufgabenbereich einer Nonprofit-Organisation gehören, die digitale Inklusion ihrer Stakeholder voranzutreiben.<br />
Aber dafür fehlen in der Regel die Mittel. Allerdings könnte man auch hier Ressourcen der gemeinnützigen Akteure vor Ort poolen.</p>
<p>Für manche Organisationen im Dritten Sektor ist die digitale Inklusion ihrer Mitglieder und Klienten aber kein Thema, für das sie sich verantwortlich halten. Viele bleiben ganz eng ihrem Dienstleistungszweck verhaftet, und der hat in der Regel nichts mit dem Internet zu tun. Aber eine gemeinnützige Organisation ist mehr als nur ein Dienstleister. Sie ist Teil unseres demokratischen Gemeinwesens und spielt eine wichtige Rolle als zivilgesellschaftlicher Akteur. Dazu gehört auch, dass sie ihre Arbeit für und mit den Stakeholdern um eine digitale Dimension erweitert und jene mit nimmt, die bisher von den Online-Beteiligungsmöglichkeiten ausgeschlossen sind.</p>
<p>Vermittelt werden müssen in Zusammenhang mit dem Internet nicht nur technische Fertigkeiten. Sondern eine Reihe weiterer Kompetenzen, die zur <a href="http://socialreporter.com/?p=2079">&#8220;digital literacy&#8221;</a> gehören: die Fähigkeit, Online-Netzwerke zum Aufbau von sozialem Kapital zu nutzen, die Kompetenz zur Zusammenarbeit, zur Partizipation, zur Aufmerksamkeit und zur Beurteilung der Qualität von Informationen.</p>
<p><strong>zu Punkt 3:</strong></p>
<p>Gemeinnützige Organisationen müssen sich stärker um netzpolitische Fragen kümmern. Damit ist gemeint, sie müssen sich mit den Rahmenbedingungen des Internets, dessen Struktur und Angebote befassen und Einfluss auf die Ausgestaltung des Netzes nehmen.</p>
<p>Das Netz ist nicht statisch, &#8211; es kann und wird jeden Tag von Menschen und Organisationen verändert. Die Zivilgesellschaft muss ein Interesse daran haben, das Internet so bürgerschaftlich wie möglich zu gestalten und gemeinnützige Angebote zu stärken. Die Weiterentwicklung des Internets sollte nicht kommerziellen Interessen überlassen bleiben. Wir alle bezahlen die meisten der neuen Mitmach-Möglichkeiten zwar nicht mit Geld, aber mit unseren persönlichen Daten. Es ist wichtig, dass von zivilgesellschaftlicher Seite Alternativen zu <a href="http://wiki.socialswarm.net/About/de">&#8220;Faceboogle&#8221; </a>entwickelt und Unternehmen Grenzen aufgezeigt werden, wenn es um deren Datensammelwut und die Monopolisierung der Netzangebote geht. Über die Ambivalenz kommerzieller, hierarchischer Netzwerke- <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/debattenbeitrag-zum-urheberrecht-warum-apple-und-google-eine-bedrohung-sind-1.1334379">&#8220;soziale Fabriken&#8221;</a> (F.Stalder) &#8211; und dezentrale Alternativen siehe auch die Beiträge von <a href="http://www.xing.com/net/zivilgesellschaft20/zivilgesellschaft-und-internet-chancen-risiken-perspektiven-447668/heute-startet-die-npoblogparade-zum-thema-social-media-fur-die-burgergesellschaft-40417137/40428993/#40428993">Bauer </a>und Härtel zur aktuellen Blogparade.</p>
<p>Durch die jahrelange Abstinenz vieler wichtiger Nonprofit-Organisationen in Deutschland von den sozialen Medien wurden hier Handlungs- und Gestaltungschancen verpasst. In manchen gemeinnützigen Einrichtungen wird das Internet noch heute inhaltlich abgewertet und nicht ernst genommen als ein neuer mächtiger und globaler öffentlicher Raum.</p>
<p>Es ist an der Zeit, dass der Dritte Sektor sich nicht nur als <em>Konsument</em> von Netzangeboten betrachtet (&#8220;Wir sind jetzt auch auf Facebook&#8221;), sondern als aktiver Gestalter des digitalen Raumes zugunsten zivilgesellschaftlicher Akteure und demokratischer Beteiligungsmöglichkeiten.</p>
<p>Überfordert man damit Vereine? Nicht jeder gemeinnützige Akteur wird sich mit digitalen Fragen auseinandersetzen wollen. Andererseits geht es um unseren gemeinsamen öffentlichen Raum im Netz, &#8211; dessen Freiheit zu erhalten und die nicht-kommerziellen Räume und bürgerschaftlichen Handlungschancen zu stärken, sollte ein wichtiges Anliegen aller im Dritten Sektor sein.</p>
<p>Ein wichtiges Thema ist auch die Förderung von Zivilität im Netz bzw. die Frage: wie gehen wir miteinander im Internet um? Die Akzeptanz von Pluralität ist Voraussetzung für ein vitales und konstruktives zivilgesellschaftliches Leben online. Auch hier sind Dritte-Sektor-Organisationen als Vorbilder und Lernorte gefordert.</p>
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		<title>Nachhaltiges Fundraising &#8211; welche Bausteine sind wichtig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 11:02:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Fundraising 2.0-Blog ist Gastgeber der 18. NPO-Blogparade. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen? Er beschreibt den &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;, der so aussieht: durch die Präsenz im Social Web kommen &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.fundraising20.de/">Fundraising 2.0-Blog</a> ist Gastgeber der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2010/10/25/18-runde-der-npo-blogparade/">18. NPO-Blogparade</a>. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, <a href="http://www.fundraising20.de/18-npo-blogparade-aufruf-zur-teilnahme/">wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen?</a></p>
<p>Er beschreibt den<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;</a>, der so aussieht: durch die Präsenz im Social Web kommen &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. Ab dem ersten Tag werden sie zu Spendern, starten Anlaßspenden-Aktionen zu ihrem Geburtstag und schreiben im Blog darüber, dass sie dieser gemeinnützigen Organisation ihr Vermögen hinterlassen werden.&#8221;</p>
<p>Diesen Traum träumen sicherlich sehr viele NPOs, &#8211; anders kann man sich deren Interesse an Online-Fundraising als <em>ersten</em> Schritt im Social Web nicht erklären. Was die meisten interessiert, ist das schnelle Geld oder wie es auf der<a href="http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/11/12/freunde-fans-und-follower-los-zahlt-euch-fur-mich-aus/"> Lernspielwiese </a>heißt &#8220;Freunde, Fans und Follower -los! Zahlt euch für mich aus&#8221;.</p>
<p>Dass dieser Traum des Dritten Sektors nach schnellem Geld aus der Zivilgesellschaft als Ersatz oder Ergänzung für gekürzte Mittel von staatlicher Seite ein Traum bleiben wird, stellt Reschke in seinem<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> Beitrag</a> dar.</p>
<p>Aus meiner Sicht müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, wenn das Fundraising im Netz von dauerhaftem Erfolg sein soll.</p>
<p><em>Nachhaltiges Fundraising</em> schafft einen Mehrwert für die Organisation <em>und </em>ihre Stakeholder <em>und </em>das Gemeinwesen. Nachhaltiges Fundraising baut vertrauensvolle, dauerhafte Beziehungen auf und vermeidet alles, was diese Beziehungen zugunsten kurzfristiger und allein organisationsbezogener Ziele schädigen könnte. Nachhaltiges Fundraising setzt auf Kooperation, wechselseitigen Dialog und die Koproduktion von Leistungen. Nachhaltiges Fundraising lässt den binnenorienten Blick vieler NPOs hinter sich, öffnet sich nach außen hin und rückt die Beziehungen zu den Stakeholdern in den Mittelpunkt. Nachhaltiges Fundraising setzt einen Perspektivenwechsel in NPOs voraus, den ich <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-und-der-paradigmenwechsel-im-sozialsektor/">an anderer Stelle </a>beschrieben habe. Er verändert das Verhältnis zwischen dem Dritten Sektor und der Zivilgesellschaft: statt Dinge <em>für </em>Bürger zu tun, arbeitet und plant man <em>mit ihnen</em> gemeinsam.</p>
<p>Welche Bausteine sind für ein <em>nachhaltiges Fundraising</em> im Internet relevant, das dauerhaft<em> </em>vielfältige Ressourcen aus dem gesellschaftlichen Raum akquirieren kann?</p>
<ol>
<li>Partizipation der Nutzer</li>
<li>Responsivität der Oganisationen</li>
<li>Wechselseitigkeit des Austausches</li>
<li>Diversität von Netzwerken</li>
<li>Passende Technologien</li>
<li>Bedeutung der lokalen Ebene</li>
</ol>
<p>Zu 1. <strong>Partizipation der Nutzer:</strong> wie die meisten Beiträge zur NPO-Blogparade herausstellen, braucht es in jeder Fundraising-Situation viele unterschiedliche und niedrigschwellige Mitmachmöglichkeiten für die Nutzer. Partizipation fördert die Integration von Menschen in Netzwerke und damit auch die Bildung von Unterstützerkreisen zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung. Wichtig ist es, Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Nutzern zu schaffen, also das Netzwerk nicht vertikal &#8211; zur gemeinnützigen Organisation hin &#8211; auszurichten, sondern horizontal mit Blick auf die Community hin auszubauen.</p>
<p>Nutzer müssen befähigt werden, selbst als Multiplikatoren, Fundraiser, Wissenssammler usw. für die gemeinnützige Organisation aktiv zu werden. Von den Kontakten, die sie dabei sammeln, kann eine NPO erneut profitieren. Deshalb ist die Fixierung auf Spenderdatenbanken, wie dies in der Nonprofit-Szene üblich ist, auch unzureichend: Eine NPO profitiert nicht nur von den hier gesammelten Einzelpersonen, sondern auch von deren Netzwerken.</p>
<p>Zu 2. <strong>Responsivität von Organisationen:</strong> dieser Punkt wurde <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/die-bereitschaft-zum-zuhoren-oder-wann-verhalten-sich-organisationen-responsiv/">hier im Blog</a> schon häufig thematisiert: man kann die Partizipation der Nutzer nicht ohne die institutionelle Seite betrachten, d.h. Organisationen müssen Partizipationsräume schaffen und sich responsiv verhalten, wenn sie möchten, dass Bürger sich einbringen. Wer die Bürger-Nutzer mit fertigen Strategien und Projekten konfrontiert, wird deren Bereitschaft zum Mitmachen zum Erlahmen bringen.</p>
<p>Zu 3. <strong>Wechselseitigkeit des Austausches:</strong> wie wichtig die sogenannte &#8220;Reziprozität&#8221; des Austausches in Netzwerken ist, beschreibt <a href="http://kulturwissenschaft.wordpress.com/2010/10/26/kulturmanagement-wie-sich-kontakte-auszahlen/">einer der Beiträge</a> zur NPO-Blogparade. Netzwerke bilden nur eine <em>Struktur</em>. Ob man das in ihnen eingebettete <em>soziale Kapital</em> heben kann, hängt davon ab, ob man am wechselseitigen Austausch partizipiert. Wer immer nur etwas aus dem Netzwerk will, aber keine Ressourcen investiert, ist von der Nutzung des sozialen Kapitals ausgeschlossen (vgl. &#8211; sehr interessant &#8211; <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/643.abstract">Jo Ann Schneider 2009</a>)</p>
<p>Zu 4. <strong>Diversität von Netzwerken:</strong> je pluraler Netzwerke aufgebaut sind, desto unterschiedlicher sind die Ressourcen, von denen die am Austausch Beteiligten profitieren können. Bleibt eine NPO in ihrem angestammten Biotop, wird sie immer auf dieselbe Ressourcenkonstallation stoßen. Dringt sie in neue Milieus und Netzwerke vor, ändert sich auch die Zusammensetzung der Ressourcen, die ihr potentiell zu Verfügung stehen: &#8220;Diverse resources flow through diverse networks&#8221;<a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf"> (Hampton/Lee/Her 2010, 5)</a>. Die bloße Anzahl von Kontakten, auf die viele NPOs und Fundraiser fixiert sind, sagt noch gar nichts über deren Diversität aus bzw. über den Ressourcenreichtum eines Netzwerks.</p>
<p>Zu 5. <strong>Passende Technologien:</strong> Nicht jede IuK-Technologie fördert direkt die Pluralität von Netzwerken, die für die Ressourcenvielfalt eines Netzwerks &#8211; und damit auch für den Fundraisingerfolg &#8211; entscheidend ist. In der Studie von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> (via <a href="http://neighbourhoods.typepad.com/neighbourhoods/2010/11/locality-diversity-and-internet-use.html">neighbourhoods</a>) wurden die Netzwerke bzw. das soziale Kapital von über 2000 Erwachsenen untersucht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich IuK-Technologien und speziell Social Media auf die Diversität von Netzwerkkontakten auswirken. Das Ergebnis zeigt, dass Online-Communities die Diversität der Nutzer-Netzwerke unmittelbar vergrößern. Wohingegen Blogging, Photosharing oder der Einsatz von Mobiltelefonen nur indirekt &#8211; vermittelt über lokale Zusammenhänge &#8211; die Netzwerkvielfalt fördern.</p>
<p>Zu 6. <strong>Die Bedeutung der lokalen Ebene: </strong>Auch für das Online-Fundraising verliert die lokale Ebene nicht an Bedeutung. Die Studie von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> verdeutlicht, dass Social Media nicht unmittelbar &#8211; außer im Fall von Online-Netzwerken &#8211; Diversität schaffen. Sondern dass das Zusammenspiel von lokalem Engagement und Internetgebrauch in den meisten Fällen sehr wichtig ist, um vielfältiges soziales Kapital aufzubauen. Auch das Online-Fundraising muss deshalb Anknüpfungspunkte zur lokalen Ebene und zu konkreten Mitmachmöglichkeiten bieten. &#8220;Place is not lost as a result of the affordances of new technologies, but place-based networks are reinforced and made persistent&#8221; <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">(Hampton/Lee/Her 2010, 25)</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Partizipation fördern und organisieren &#8211; welche Bedingungen müssen erfüllt sein?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 16:03:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen? Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen?</p>
<p>Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie eng der Zusammenhang zwischen Einkommen und gesellschaftlichem Engagement ist und welche bedeutende Rolle das Bildungsniveau spielt, das Persönlichkeitsmerkmale fördert, die auf Beteiligung abzielen (wie Kreativität, Veränderungswille etc.)<a href="http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm128/14-17.pdf">(Böhnke/Dathe 2010</a>).</p>
<p>Wie kann man diese faktische Verengung der Bürgerbeteiligung aufbrechen? Wie können Partizipationsmöglichkeiten so ausgestaltet und unterstützt werden, dass sie über das <a href="http://gurstein.wordpress.com/2010/09/02/open-data-empowering-the-empowered-or-effective-data-use-for-everyone/">&#8220;Empowering the Empowered&#8221;</a> hinausgehen und möglichst viele Bevölkerungsgruppen ansprechen?</p>
<p>Es reicht offensichtlich nicht aus, online einen Aufruf mit der Bitte um Feedback, Teilnahme etc. zu starten oder auf lokaler Ebene Online-Konsultationen und ähnliches zu beginnen verbunden mit der Einladung an die Bevölkerung, sich einzubringen.</p>
<p>Der Rat von professioneller Seite, Partizipationsprojekte &#8211; in diesem Fall die<a href="http://www.kommune21.de/web/de/meldungen,311_1_0_82.5,10724"> E-Partizipationsmöglichkeiten</a> auf lokaler Ebene &#8211; noch stärker zu bewerben, wird für den Erfolg von Beteiligungsprozessen nicht genügen. Wer nicht von klein auf gelernt hat, sich einzubringen, hat auch als Erwachsener keine guten Voraussetzungen, wenn es um die Wahrnahme von Partizipationsmöglichkeiten geht.</p>
<p>Ein sehr praktisches Tool, um den Wirkungsgrad von Partizipationsprojekten zu vergrößern, ist das<strong> CLEAR-Modell </strong>von <a href="http://www.communities.gov.uk/documents/localgovernment/pdf/1241999">Pratchett/Durose/Lowndes u.a. (2009)</a>. Wer an dem Aufbau von Partizipationsprozessen interessiert ist, die breite Bevölkerungsschichten erreichen, der kann mit Hilfe des CLEAR-Modells effektive Beteiligungsprojekte entwerfen oder bestehende Beteiligungsangebote auf ihre Stärken und Schwächen hin untersuchen.</p>
<p>Das CLEAR-Modell umfasst fünf Kriterien. Sie berücksichtigen die Seite der Bürger und die der Institutionen, weil beide Seiten in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander stehen. Anders ausgedrückt: ohne responsive Organisationen läuft das Bürgerengagement ins Leere und ohne engagierte Bürger bleiben Partizipationsangebote von Institutionen ohne Feedback.</p>
<p>Die fünf Kriterien des CLEAR-Modells für effektive Partizipationsprozesse (s.S. 9ff):</p>
<p>1. Bürgern müssen die Kompetenzen vermittelt werden, die notwendig sind, um am Gemeinwesen partizipieren zu können (&#8220;<strong>C</strong>an do&#8221;). Dazu gehört auch, vor Ort für eine Infrastruktur zu sorgen, die Partizipation ermöglicht (Internetzugang, Bildungsangebote, Räumlichkeiten für Treffen usw.).</p>
<p>2. Bürger müssen darin befähigt und unterstützt werden, sich untereinander und mit Organisationen zu vernetzen. Ohne soziale Einbindung fehlt vielen das Motiv, sich an öffentlichen Angelegenheiten stärker zu beteiligen(&#8220;<strong>L</strong>ike to&#8221;).</p>
<p>Hier muss noch ergänzt werden, dass die Netzwerke, über die der einzelne verfügt, ihm auch Kompetenzen und Unterstützung vermitteln können, die Beteiligung fördern.</p>
<p>Dieser netzwerkorientierte Aspekt des CLEAR-Modells ist sehr wichtig, weil er die dominierende bilaterale Sichtweise verlässt, die sich auf das Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgern oder zwischen Bürgern und NPOs konzentriert. Der Vernetzungsgrad von Bürgern bzw. die kollektive Dimension hat großen Einfluss darauf, ob Bürger sich beteiligen oder nicht.</p>
<p>3. Organisationen müssen Bürgern Partizipationsmöglichkeiten bieten (&#8220;<strong>E</strong>nabled to&#8221;). Wo zivilgesellschaftliche Einrichtungen und Beteiligungsmöglichkeiten fehlen, sinkt die Partizipationsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>4. Organisationen müssen Bürger aktiv um ihre Beteiligung bitten. Die Mobilisierung von Bürgern durch ganz unterschiedliche Angebote ist wichtig, weil Bürger verstärkt partizipieren, wenn sie sich angesprochen fühlen (&#8220;<strong>A</strong>sked to&#8221;).</p>
<p>5. Organisationen müssen sich Bürgern gegenüber responsiv verhalten, d.h. sie müssen bereit sein zum Zuhören und Antworten (&#8220;<strong>R</strong>esponded to&#8221;). Wo diese Bereitschaft fehlt, weil Entscheidungsprozesse hierarchisch gefällt werden oder anderen Stakeholdern mehr Gewicht beigemessen wird, erlahmt auch die Beteiligungsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>Mit Hilfe des CLEAR-Modells können auch Defizite in der Social Media-Anwendung aufgezeigt werden. Der Schwerpunkt von Organisationen &#8211; auch den gemeinnützigen &#8211; liegt hier sehr häufig auf der versuchten Mobilisierung von Bürgern unter Vernachlässigung der ersten beiden Punkte, den Kompetenzen und der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Akteuren.</p>
<p>Wenn Social Media zur Interaktion und zum Dialog mit Bürgern führen soll, dann müssen die Beteiligungskompetenzen von Bürgern gefördert und muss ihre Vernetzung untereinander gestärkt werden. Social Media-Strategien, die diese beiden Aspekte berücksichtigen, werden auf Dauer erfolgreicher sein als jene, die auf solch unterstützende Maßnahmen verzichten.<br />
Die digitale Inklusion und die politische Erwachsenenbildung müssen also durchaus ein Thema sein für alle, die sich von der Bürgerschaft mehr Partizipation erhoffen, ob online oder offline.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Koproduktion und der Paradigmenwechsel im Sozialsektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 14:45:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; im Dritten Sektor bedeutet: Dienstleistungen werden durch Netzwerke aus professionellen Anbietern und bürgerschaftlichen Akteuren (Klienten, Angehörigen, freiwilligen Helfern, Nachbarn, örtlichen Gemeinschaften usw.) erbracht. Alle am Netzwerk Beteiligten steuern Ressourcen bei. Jedem Beteiligten wird zugetraut, dass er etwas einbringen kann. Das Verhältnis zwischen professionellen Mitarbeitern und Bürgern ist auf Augenhöhe, beide Seiten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; im Dritten Sektor bedeutet: Dienstleistungen werden durch Netzwerke aus professionellen Anbietern und bürgerschaftlichen Akteuren (Klienten, Angehörigen, freiwilligen Helfern, Nachbarn, örtlichen Gemeinschaften usw.) erbracht. Alle am Netzwerk Beteiligten steuern Ressourcen bei. Jedem Beteiligten wird zugetraut, dass er etwas einbringen kann. Das Verhältnis zwischen professionellen Mitarbeitern und Bürgern ist auf Augenhöhe, beide Seiten sind gleich in ihrer Wertigkeit.</p>
<p>Es geht bei der Koproduktion nicht darum, professionelles Wissen zu ersetzen, sondern das Wissen und die Kompetenzen von Bürgern und Sozialeinrichtungen zu <em>poolen</em>, um die bestmöglichsten Ergebnisse für die Gesellschaft zu erzielen <a href="http://www.nesta.org.uk/library/documents/Co-production-report.pdf">(Boyle/Harris 2009)</a>.</p>
<p>Dies bedeutet aber, dass Sozialeinrichtungen im Rahmen der Koproduktion nicht von vornherein auf die Überlegenheit ihrer &#8211; professionell legitimierten &#8211; Vorschläge pochen können. Sondern dass sich Lösungen durch einen Austausch zwischen bürgerschaftlichen Akteuren und Sozialeinrichtungen herauskristallisieren. Man kann also bürgerschaftliches Engagement und bürgerschaftliche Beteiligung nicht per se als &#8220;Ergänzung&#8221; zur Tätigkeit der professionellen Mitarbeiter betrachten &#8211; wie die <a href="http://www.bagfw.de/uploads/tx_twpublication/BE-Grundsatzposition_30_06_2010.pdf">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege</a> dies tut (via <a href="http://b-b-e.de/index.php?id=14632">BBE </a>) &#8211; und diesen &#8220;ergänzenden&#8221; Status festschreiben. Denn wenn Bürger und Sozialeinrichtungen ihre Kompetenzen und ihr Wissen poolen, dann entstehen ganz neue Lösungen, die die Erfahrungen von beiden Seiten &#8211; der professionellen und der bürgerschaftlichen &#8211; gleichberechtigt in sich bündeln.</p>
<p>Auch wenn gemeinnützige Träger im Sozialsektor derzeit noch in ihrem organisations- und outputorientierten Paradigma gefangen sind: die Zukunft gehört den Beziehungen, den Netzwerken und Verbindungen in die Zivilgesellschaft hinein.</p>
<p>Koproduktion bricht mit der binnenorientierten Tradition von gemeinnützigen Organisationen, die um sich selbst und ihr Fachgebiet und um ihre eigene Community kreisen. Koproduktion lenkt den Blick nach außen, hin zu den Stakeholdern einer Organisation und deren vielfältige Ressourcen, ohne die eine Einrichtung die Ziele, derentwillen sie angetreten ist &#8211; nämlich gesellschaftliche Problemlagen zu beiseitigen &#8211; nicht wird erreichen können.</p>
<p>Für einen Aufsatz für die Zeitschrift <a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=10357">SOZIALwirtschaft</a>, der im November erscheinen wird, habe ich beschrieben, wie der Paradigmenwechsel verfasst ist, vor dem die professionellen Dienstleister im Sozialsektor stehen. Es geht um einen Perspektivenwechsel in gemeinnützigen Organisationen:</p>
<ul>
<li>von der dominierenden Binnensicht zu den Stakeholder-Netzwerken</li>
<li>von der Organisation hin zu Beziehungen</li>
<li>von der hierarchischen Steuerung zur Partizipation</li>
<li>von der Professionalisierung zum Wissen der Bürger</li>
<li>vom anbieterzentrierten Servicemodell zu den Bedürfnissen der Nutzer</li>
<li>vom Output zum Outcome</li>
<li>vom Paternalismus zum Empowerment von Bürger-Nutzern</li>
<li>von ungleichen Machtverhältnissen zwischen der Einrichtung und Bürgern zu einem Verhältnis auf Augenhöhe.</li>
</ul>
<p>Die Koproduktion sozialer Dienstleistungen &#8211; also deren Planung, Ausgestaltung, Umsetzung und Evaluation &#8211; kann auch über das Internet erfolgen. Speziell das Bürgerwissens kann sehr einfach über das Internet abgerufen werden, ebenso deren Beteiligung, wenn es darum geht, Problemlagen empirisch zu erfassen.</p>
<p>Web-Mapping Projekte wie <a href="http://megafone.net/GENEVE/map.php?r=1">GENEVE accessible,</a> wo Rollstuhlfahrer Barrieren in Genf fotografieren und in eine Online-Karte eintragen, oder wie die &#8211; hier schon oft zitierte &#8211; Ushahidi &#8211; Webseite bzw. Software, die die Hilfsanfragen von Menschen, die von Katastrophen betroffen sind, kartiert (Bsp.: <a href="http://chile.ushahidi.com/">Chile-Erdbeben</a>), zeigen das Potential des &#8220;crowdsourcing&#8221; für gemeinnützige Organisationen. Das Feedback der Bürger über die Qualität der erhaltenen Dienstleistungen kann ebenfalls abgefragt und in die Konzeption und Veränderung sozialer Dienste eingebracht werden. Siehe als Beispiele aus dem Gesundheitsbereich die Plattformen <a href="http://www.patientopinion.org.uk/">Patient Opinion</a> und <a href="http://www.iwantgreatcare.org/">iWantGreatCare</a> oder den geplanten <a href="https://weisse-liste.arzt-versichertenbefragung.aok-arztnavi.de/informationen-fuer-aerzte.18.de.html">Gesundheitsnavigator.<br />
</a><br />
Der Staat kann eine konstruktive Rolle spielen, wenn es darum geht, die Partizipation in Nonprofits zu fördern, &#8211; dies zeigt die empirische Studie von <a href="http://www.ingentaconnect.com/content/bpl/puar/2009/00000069/00000003/art00014?crawler=true">Kelly LeRoux aus dem Jahr 2009</a>. Über Förderrichtlinien kann er die Beteiligung von Klienten und anderen an der Entscheidungsfindung von Nonprofits festschreiben.</p>
<p>Die <a href="http://www.bagfw.de/uploads/tx_twpublication/BE-Grundsatzposition_30_06_2010.pdf">Kritik</a> (s. S. 3) der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege an der Aufnahme des freiwilligen sozialen<br />
Engagements in die staatlichen Förderrichtlinien für den Nonprofit-Sektor ist deshalb differenziert zu betrachten. Wenn es dem Staat lediglich darum geht, aus Spargründen die &#8220;Bürgerarbeit&#8221; in gemeinnützigen Organisationen über Förderrichtlinien zwangsweise festzuschreiben, so ist dies abzulehnen. Falls staatliche Institutionen aber versuchen sollten, die Finanzierung sozialer Dienste mit Anforderungen an die partizipative Praxis in Nonprofits zu verbinden (und dies auch zu finanzieren&#8230;), so wäre dies zu begrüßen. Denn ohne Druck von staatlicher und &#8211; vor allem &#8211; von zivilgesellschaftlicher Seite werden sich gemeinnützige Organisationen einer weitergehenden Bürgerbeteiligung in ihren Einrichtungen nicht öffnen. Zu sehr verankert ist die Dominanz der Profession und das Ungleichgewicht zwischen der Einrichtung und ihren Nutzern.</p>
<p>Das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; könnte eine Möglichkeit sein, bestehende Strukturen im Dritten Sektor aufzubrechen. In Großbritannien diskutiert eine eigens eingerichtete Community aus Praktikern und Experten über das Thema Koproduktion, das <a href="http://coproductionnetwork.com/">co-production practitionersÂ network</a>. Es würde sich lohnen, auch bei uns einen entsprechenden Gedankenaustausch zu starten. Wer am Thema interessiert ist und Ideen einbringen kann, ist eingeladen, sich am Forum &#8220;Koproduktion&#8221; zu beteiligen, das ich im Rahmen der Xing-Gruppe <a href="http://www.xing.com/group-47618.46e690">&#8220;Zivilgesellschaft und Internet&#8221;</a> eröffnet habe.</p>
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		<title>Nachhaltiger Social Media-Einsatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 08:39:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[In der 16. Runde der NPO-Blogparade fragt Ole Seidenberg, der SocialBlogger, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen. Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft" title="npo_blogparade" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>In der 16. Runde der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> fragt<a href="http://socialaction20.wordpress.com/2010/06/07/npo-blogparade-nr-16/"> Ole Seidenberg, der SocialBlogger</a>, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen.</p>
<p>Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit">&#8220;Nachhaltigkeit&#8221;</a> ist ein diffuser Begriff, aber in diesem Zusammenhang soll er bedeuten, dass Ressourcen &#8211; hier: Social Media Tools &#8211; so eingesetzt werden, dass sie dauerhafte Lösungen mit Mehrwert für eine gemeinnützige Organisation, ihre Klientel und die Zivilgesellschaft schaffen.</p>
<p>Ein nachhaltiger, weil handlungsorientierter, Social Media Gebrauch durch eine NPO zielt darauf ab, Gemeinschaften und Bewegungen zu bilden, die Meinung und das Wissen anderer einzuholen, gemeinsam zu lernen und die eigenen Programme und Aktionen so zu gestalten, dass Unterstützer andocken und mitmachen können.</p>
<p>Es sind sicherlich auch Anwendungsszenarien von Social Media außerhalb dieses handlungsorientierten Ansatzes möglich und legitim, aber speziell für gemeinnützige Organisationen, die sich die Behebung von Missständen zum Ziel gesetzt haben, macht eine Social Media-Nutzung, die auf konkretes Handeln zielt, Sinn.</p>
<p>Ein gutes Beispiel, wie eine Organisation über das Internet Unterstützer gewinnen und Projekte in der realen Welt initiieren kann, liefert die gemeinnützige Organisation <a href="http://kaboom.org/blog/how_we_used_internet_break_new_ground">&#8216;KaBOOM!</a>&#8216; in den USA, die sich dort um den Erhalt und Aufbau von Spielplätzen bemüht. Mit Hilfe ihres Internetauftritts, einem online-Training, do-it-yourself-Tools, einer Community usw. gelang es der Organisation, in fünf Jahren über 6000 Gemeinschaften dabei zu helfen, einen Spielplatz einzurichten oder instand zu setzen. Auf <a href="http://www.bethkanter.org/kaboom-case-study-monito/">Beth&#8217;s Blog</a> gibt die NPO viele Tipps, wie gemeinnützige Akteure offline mehr Wirkung erzielen können. Dazu gehört der Rat, die eigene Botschaft und das eigene Programm so verständlich wie möglich zu vermitteln, so dass Unterstützer vor Ort den Gedanken aufgreifen können, um selbst aktiv zu werden. Die NPO sollte überdies mithelfen, Menschen untereinander zu vernetzen, und Handlungsanreize schaffen.</p>
<p>Multiplikatoren und Unterstützer suchen, einbinden und ihnen Handlungsmöglichkeiten bieten, &#8211; zu diesem dezentralen Konzept muss eine NPO bereit sein. Es bedeutet: ein Stück weit die eigene hierarchische Steuerung zu reduzieren und den bürgerschaftlichen Mitstreitern mehr Vertrauen entgegenbringen, speziell von professioneller Seite. Man muss nicht alles selbst regeln, denn auch die Menschen außerhalb des eigenen Systems bringen Expertise als Betroffene, Erfahrene, Engagierte ein. In meinem letzten Blogbeitrag thematisierte ich das Modell der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-als-chance-fur-gemeinnutzige-organisationen/">Koproduktion</a> , bei der sich Bürger und NPOs die Planung und Umsetzung von Dienstleistungen teilen und NPO-Mitarbeiter die Rolle von Mentoren übernehmen.</p>
<p>Auch KaBOOM! musste lernen, Kontrolle abzugeben, um den eigenen Wirkungsgrad zu erhöhen, indem die Organisation ihre Markenrechte an einigen Online-Tools abtrat, um deren lokale Nutzung nicht einzuschränken.</p>
<p>Nonprofits sind heutzutage häufig in ihrer binnenorientierten Perspektive gefangen &#8211; vgl. den Beitrag von <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/qualitaet-in-der-sozialen-arbeit/perspektiven-lasst-sich-ein-langfristiger-kurs-uberhaupt-noch-abstecken/">Stefan Zollondz</a> &#8211; und schauen zu wenig über den Rand ihres Fachgebietes. Als würde sich die Welt ausschließlich um das eigene NPO-Anliegen drehen. Aber dem ist nicht so. Es gibt viele unterschiedliche Welten und Perspektiven und es muss für gemeinnützige Organisationen darum gehen, sich den Reichtum an Ideen und Erfahrungen dieser anderen Welten für das eigenen Arbeiten zu erschließen.</p>
<p>Wirkung können jene NPOs entwickeln, die Bewegungen bilden und die Menschen auf lokaler Ebene ermächtigen, etwas beizutragen. Insofern muss auch ein nachhaltiger Social Media-Einsatz von gemeinnützigen Organisationen auf die Bildung von Netzwerken und lokalen Communities zielen. Es geht nicht darum, nach schnellen Fundraising- Erfolgen und Vermarktungsstrategien zu schielen. Man kann Social Media selbstverständlich auch so nutzen, &#8211; nur ist dies nicht nachhaltig, weil die Vernetzungs- und Handlungspotentiale von Social Media so unausgeschöpft bleiben.</p>
<p>Auf kurzfristigen Erfolg hin angelegte Strategien folgen dem kurzfristigen Denken von großen Teilen der Wirtschaft und des Staates. Doch gerade NPOs, die mit langwierigen, komplexen Problemlagen Umgang pflegen, wissen, dass manche Dinge sehr viel Zeit brauchen. So auch der Aufbau von Netzwerken, die man nur durch einen stetigen Input, der Mehrwert schafft, aufbauen kann. Dialoge allein reichen hierfür nicht aus, &#8211; Handeln und Ressourcen müssen ebenfalls eingebracht werden.</p>
<p>Amy Sample Ward hat mich mit einer <a href="http://www.slideshare.net/AmySampleWard/social-media-philanthropy?from=ss_embed">Präsentation</a> inspiriert. Die von ihr hier verwendeten Formulierungen &#8220;Redefine ROI&#8221; und &#8220;Lead by Example&#8221; möchte ich ebenfalls in mein Konzept des &#8220;nachhaltigen Social Media- Einsatzes&#8221; mit aufnehmen.</p>
<p>Den Return on Investment (ROI) umzudefinieren, bedeutet, den Erfolg von Social Media nicht nur anhand quantitativer Dimensionen zu messen (Klickzahlen, Spenden, Followerzahlen, Unterschriften etc.), sondern deren Wirkung auch bezogen auf den Netzwerkaufbau oder die erzielten Wirkungen im Politikfeld zu untersuchen. Alternative Mess-Ideen stehen mit dem <a href="http://amysampleward.org/2010/01/18/return-on-engagement-for-your-community/">ROE (&#8220;Return on Engagement&#8221;)</a> oder dem alternativen <a href="http://steve-dale.net/2010/06/13/knowledge-management-return-on-investment/">ROI (&#8220;Return on Impact&#8221;)</a> zur Verfügung und müssten noch weiter entwickelt werden.</p>
<p>&#8220;Lead by Example&#8221; &#8211; das ist für einen nachhaltigen Social Media- Einsatz sehr wichtig. Einen fairen Dialog kann nur derjenige einfordern, der selbst fair kommuniziert. Unterstützung seitens der Zivilgesellschaft kann man dann glaubwürdig erbitten, wenn man selbst als <em>Enabler</em> fungiert, der Handlungschancen eröffnet und nicht verschließt.</p>
<p>Zusammenfassend kann man &#8211; in einem ersten Anlauf &#8211; die Elemente eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes wie folgt definieren:</p>
<p>Ein <strong>nachhaltiger Social Media-Einsatz</strong></p>
<ul>
<li><strong>ist handlungsorientiert</strong></li>
<li><strong>bildet Netzwerke</strong></li>
<li><strong>zielt auf das Empowerment von Menschen</strong></li>
<li><strong>zeichnet sich durch einen längerfristigen Zeithorizont aus</strong></li>
<li><strong>blickt auf die Wirkungen von Social Media in der realen Welt</strong></li>
<li><strong>lebt die eigenen (online/offline) Ansprüche an die anderen vor.</strong></li>
</ul>
<p>Wie Online-Tools und Offline-Aktionen im Detail miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen, &#8211; das war die Frage von Ole Seidenberg &#8211; muss von Fall zu Fall neu entschieden werden. Es gibt kein Rezept, dem alle Organisationen folgen können. Es gibt lediglich Regeln für einen nachhaltigen, weil handlungsorientierten Social Media-Einsatz, die ich hier zu formulieren versuchte.</p>
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		<title>Koproduktion als Chance für gemeinnützige Organisationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 09:47:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielen gemeinnützigen Organisationen in den sozialen Diensten fehlt ein Leitbild, &#8211; eine klare Vorstellung davon, in welche Richtung ihr Weg in den nächsten Jahren führen soll. Aber ebenso wenig wird öffentlich diskutiert, welche Wege sich die Zivilgesellschaft für den Dritten Sektor wünscht. Es herrscht eine große Leere wenn es um Zukunftsentwürfe für den organisierten Teil [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen gemeinnützigen Organisationen in den sozialen Diensten fehlt ein Leitbild, &#8211; eine klare Vorstellung davon, in welche Richtung ihr Weg in den nächsten Jahren führen soll.</p>
<p>Aber ebenso wenig wird öffentlich diskutiert, welche Wege sich die Zivilgesellschaft für den Dritten Sektor wünscht. Es herrscht eine große Leere wenn es um Zukunftsentwürfe für den organisierten Teil der Zivilgesellschaft in unserem Land geht. Es wird allenfalls noch die Frage gestellt: <a href="http://diegesellschafter.de/index.php">&#8220;in was für einer Gesellschaft wollen wir leben?&#8221;</a>, aber niemals &#8220;wie wünschen wir uns als Bürger/innen den Dritten Sektor?&#8221;.</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen haben sich das New Public Management der öffentlichen Verwaltung überstülpen lassen. Nonprofits im Sozialbereich konzentrieren sich heute auf eng definierte Leistungsziele. Dadurch treten gemeinwesenbezogene Konzepte in den Hintergrund. Nonprofits müssen sich durch messbaren output gegenüber der öffentlichen Hand legitimieren. Dadurch geht der Blick auf nicht-quantifizierbare Ressourcen und Ergebnisse verloren. Nonprofits implementieren Standards und vernachlässigen darüber innovatives Handeln.</p>
<p>Welche Gestaltungsmacht besitzt ein so instrumentalisierter Dritter Sektor in unserer Gesellschaft? Welche Handlungschancen eröffnet er Bürgern, welche Wirkung kann er auf kommunaler Ebene entfalten?</p>
<p>Nonprofits sind als demokratiepolitische Akteure und als Enabler von bürgerschaftlicher Partizipation zu wenig präsent. Es fehlt ein Leitbild, das Bürgern, Klienten und den Organisationen selbst mehr Handlungschancen ermöglicht. Nonprofits sind nicht nur Dienstleister, sondern auch wichtige Akteure unseres Gemeinwesens. Und Klienten und engagierte Bürger wollen sich nicht mehr länger nur dem Primat der Einrichtung unterordnen, sondern stärker mitgestalten und ihre Ideen einbringen.</p>
<p>Ein Konzept, das zu einem Empowerment von gemeinnützigen Organisationen und Bürgern führen kann, ist das der &#8216;<strong>Koproduktion</strong>&#8216;. &#8220;Full co-production&#8221; (Tony Bovaird) bedeutet, dass Nutzer von Sozialeinrichtungen und Bürger gemeinsam mit der NPO an der <em>Planung</em> und <em>Produktion</em> sozialer Dienstleistungen beteiligt sind. An der Produktion sozialer Dienste partizipieren die Bürger in Deutschland schon heute, &#8211; an der Planung und Gestaltung sozialer Dienstleistungen aber seltener.</p>
<p>Der Vorteil des Koproduktions-Modells für den Dritten Sektor und die Zivilgesellschaft: die Ressourcen (monetärer/nicht-monetärer Art) von Bürgern können so von der Einrichtung viel stärker genutzt werden und Innovation ist durch das Zusammentreffen von unterschiedlichen Wissensbeständen &#8211; seitens der Nutzer, der Bürgerschaft, der professionellen Mitarbeiter &#8211; leichter möglich. Die Bürger ihrerseits erfahren einen Empowerment-Prozess, weil sie nicht als (defizitäre) Klienten oder (unwissende) Laien wahrgenommen werden, sondern ihre Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Kompetenzen, ihre Kontakte stärker einbringen können.</p>
<p>Koproduktion ist <a href="http://www.nesta.org.uk/library/documents/Co-production-report.pdf">Boyle und Harris (2009, 17f)</a> zufolge</p>
<ul>
<li><strong>transformativ</strong>: sie verändert die bisherigen Rollen von Klienten/Pofis/Freiwilligen und von NPO-Strukturen. Sie verändert bestehende Machtungleichgewichte in NPOs zugunsten von Nutzern und Bürgern. Sie verschafft aber auch professionellen Mitarbeitern die Möglichkeit, ein neues Profil zu gewinnen und Handlungschancen zu entwickeln. Zum Beispiel, indem sie die bestehende Arbeitsteilung korrigiert, die den Freiwilligen jene betreuenden und kommunikativen Aufgaben überlässt, welche man aus der Tätigkeit der Profis &#8220;herausrationalisierte&#8221; (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_evers_100528.pdf">Evers 2010, S. 4</a>).</li>
<li><strong>egalitär ausgerichtet</strong>: das heißt, sie anerkennt das Koproduktionspotential aller und wertschätzt das unterschiedliche Wissen, das Klienten und bürgerschaftlich Engagierte einbringen können. Profis und Laien begegnen sich auf Augenhöhe</li>
<li><strong>nachhaltig</strong>: weil Koproduktion die Ressourcen, die sich aus sozialem Kapital ergeben, ausschöpft und nicht &#8211; wie in der gegenwärtig nur auf Effizienz (und nicht auf Beziehungen) fixierten Praxis &#8211; vernachlässigt.</li>
</ul>
<p>Die Koproduktion verschafft gemeinnützigen Organisation mehr Handlungsspielräume. Sie kann durch einen partnerschaftlichen Umgang mit Bürger-Nutzern von deren Ressourcen profitieren und und sich durch diese Ausdehnung ihrer Handlungsoptionen auch auf lokaler Ebene ganz anders als Gestalterin der örtlichen Lebenswelt und des Gemeinwesens einbringen.</p>
<p>Social Media können die Koproduktion sozialer Dienstleistungen online unterstützen. Sie ermöglichen die Vernetzung, den Dialog und die Mitwirkung von Bürger-Nutzern an der Gestaltung und Produktion sozialer Dienste. Zu diesem Zweck muss das Internet aber strategisch genutzt werden. Das heißt, es muss seitens der NPO über quantitative und reine Selbstvermarktungsziele hinaus gedacht werden. Statt den Status quo zu verstärken, sollten Social Media zur Strukturveränderung genutzt werden. Aber dafür braucht man Leitbilder und Visionen. Wo sind die des Dritten Sektors?</p>
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		<title>Auf dem Weg zur NPO 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 10:39:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der re:campaign 2010 in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die Folien auf slideshare. Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen: 1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im Blog von Christian Henner-Fehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der<a href="http://re-publica.de/10/category/recampaign/"> re:campaign 2010</a> in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die <a href="http://www.slideshare.net/npovernetzt/auf-dem-weg-zur-npo-20">Folien auf slideshare</a>.</p>
<p>Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen:</p>
<p>1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/12/social-media-und-organisationskultur/">Blog von Christian Henner-Fehr</a> &#8211; ob die<strong> Organisationskultur für den Social Media-Einsatz</strong> einer Einrichtung wichtig ist und wenn ja, welche Voraussetzungen intern vorliegen sollten.</p>
<p>Meiner Ansicht nach belegt die Empirie ganz deutlich, dass Social Media an sich neutral sind und auch zur einseitigen Kommunikation ohne interaktive Perspektive eingesetzt werden können und eingesetzt werden, wie man speziell an vielen Twitteraccounts sieht. Das Potential von Social Media wird so aber<em> nicht ansatzweise</em> ausgeschöpft. Auch NPOs wollen häufig nur werben, aber keinen Dialog führen, so dass ihre Internetpräsenz verglichen werden kann mit<a href="http://netzwerkpr.de/index.php/2009/11/12-runde-der-npo-blogparade/"> &#8220;alter Kommunikation in neuen Kanälen&#8221;</a>, wie meine Bloggerkollegin Katrin Kiefer das treffend formuliert.</p>
<p>Ich habe mir &#8211; in Anlehnung an einen Aufsatz von Bryer (2009) &#8211; Gedanken über die Frage gemacht, welche <strong>NPO-Eigenschaften</strong> die erfolgreiche Social Media-Nutzung fördern und welche Eigenschaften diese hemmen (Folien 10 und 11) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.</p>
<p><em>Förderliche Eigenschaften: </em>Wahrnehmung einer Ressourcenabhängigkeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren, Partnerschaftsperspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Interesse an externem Wissen, Selbstwahrnehmung als demokratischer Akteur</p>
<p><em>Hemmende Eigenschaften:</em> Fixierung auf staatliche Gelder und Stakeholder, fehlende partnerschaftliche Perspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Rückzug auf den eigenen Expertenstatus, Selbstwahrnehmung als reiner Dienstleister ohne demokratische Funktion</p>
<p>2. Wichtig war mir desweiteren aufzuzeigen, über welche <strong>Kompetenzen </strong>NPOs verfügen, die mit Social Media kompatibel sind und sehr gut in den digitalen Raum eingebracht werden können (Folien 12 und 13). Dieser ressourcenorientierte Blick stärkt NPOs und führt sie nicht als defizitäre Organisationen vor. Nonprofits sind keine Anfänger, was die dialogorientierte Perspektive angeht und hier häufig viel weiter als staatliche und viele privatwirtschaftliche Organisationen.</p>
<p>3. Die<strong> Rolle des Staates</strong> darf nicht aus dem Blick geraten, wenn man über hiesige Nonprofits im Sozialbereich spricht. Im Grunde benötigt eine NPO 2.0 eine Staatsverwaltung 2.0 (Folien 26 und 27). Ohne einen kooperativen Staat und entsprechend kooperative Leistungsvereinbarungen mit sozialen Dienstleistern wird es für NPOs im Sozialsektor schwierig werden, den Weg zu einer NPO 2.0, der mehr Dialog, Vernetzung und Partizipation impliziert, zu gehen. Denn eine interaktive, partnerschaftliche Haltung kostet viel Zeit und damit auch Geld. Andererseits profitieren Staat und Kommune von einem Nonprofit-Sektor 2.0, der mit der Zivilgesellschaft online und offline breit vernetzt ist.</p>
<p>4. Über all die <strong>Kampagnen</strong> hinweg, die im Mittelpunkt der re:campaign standen und im Fokus der dortigen NPOs, sollte man nicht die auf einen längerfristigen Zeitraum hin ausgerichtete Vernetzung mit der Zivilgesellschaft vergessen. Kampagnen tragen einen kurzlebigen Charakter. Der Nonprofit-Sektor könnte aber gerade durch <strong>nachhaltige Strategien</strong>, deren Zeithorizont über die Gegenwart hinausreicht, zum Beispiel für Politik und Wirtschaft werden, die dem kurzfristigen Denken verhaftet sind durch ihre Konzentration auf den nächsten Wahltermin oder auf die Bilanz des aktuellen Geschäftsjahres.</p>
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