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	<title>Nonprofits-vernetzt.de &#187; Kooperation</title>
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	<description>Stakeholder-Management und Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen</description>
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		<title>Die Bereitschaft zum Zuhören oder Wann verhalten sich Organisationen responsiv?</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 10:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Netzwerke und Partnerschaften leben vom Dialog. Wer nur die eigene Botschaft verbreitet und sich nicht auf die Sichtweise und Vorschläge des Anderen einlässt, wird in Kooperationsprozessen keinen langfristigen Erfolg haben. Die Gefahr, dass sich Partner frustriert abwenden, weil sie sich übergangen und überhört fühlen, ist zu groß. Dies gilt auch dann, wenn man Beziehungen über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Netzwerke und Partnerschaften leben vom Dialog. Wer nur die eigene Botschaft verbreitet und sich nicht auf die Sichtweise und Vorschläge des Anderen einlässt, wird in Kooperationsprozessen keinen langfristigen Erfolg haben. Die Gefahr, dass sich Partner frustriert abwenden, weil sie sich übergangen und überhört fühlen, ist zu groß.</p>
<p>Dies gilt auch dann, wenn man Beziehungen über das Internet aufbauen und pflegen möchte.  Kern einer jeden Social Media Strategie muss das Zuhören sein und die Bereitschaft, in einen Dialog einzutreten. Wer im Internet nur Informationen sendet, aber keinen Dialog führt, nutzt die Potentiale des Mediums nicht adäquat bzw.  transportiert seine traditionellen Kommunikationsformen in ein Umfeld, das eigentlich andere Chancen böte. Im <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2009/07/24/vom-meinungseinheitsbrei-und-kuratoren-wie-wir-mit-informationen-umgehen/">Kulturmanagement-Blog</a> weist C. Henner-Fehr auf die Grenzen hin, die monologischen Kommunikationsstrategien innewohnen, die auf das Senden hin ausgerichtet sind und dies durch Aggregationstechniken noch verstärken.</p>
<p>Wann verhalten sich Organisationen responsiv, &#8211; wann sind sie bereit, ihren Stakeholdern zuzuhören und ihnen zu antworten?</p>
<p>Die Studie von Thomas A. Bryer (2009) (abstract <a href="http://www3.interscience.wiley.com/journal/121673702/abstract">hier</a> ) untersucht dies anhand von zwei empirischen Fällen in Los Angeles, in denen jeweils eine städtische Behörde mit bürgerschaftlichen Gremien, sogenannten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Neighborhood_Councils">Neighbourhood Councils</a> , zusammenarbeitet.  Diese Neighbourhood Councils &#8211; eine Art &#8216;Runde Tische&#8217; -  wurden gegründet, um die Kommunikation zwischen der Verwaltung , dem Stadtrat und der Bürgerschaft zu verbessern und um Bürgern mehr Mitsprachemöglichkeiten zu verschaffen. Die Neighbourhood Councils sollen Rat und Verwaltung bei der Entscheidungsfindung unterstützen und die städtische Politik aus der Einwohnerperspektive heraus kommentieren.</p>
<p>Mit der Schaffung entsprechender bürgerschaftlicher Gremien ist immer die Hoffnung verbunden, dass die Einwohner einer Gemeinde auf diese Weise mehr Gehör gegenüber Politik und Verwaltung erlangen. Aber diese Hoffnung erfüllt sich nicht automatisch, denn die Verwaltungen reagieren ganz unterschiedlich offen auf die Partizipationswünsche der Bevölkerung. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Selbstbild der Behörde und ihre Wahrnehmung der bürgerschaftlichen Seite entscheidend dafür ist, wie responsiv sie sich verhält.</p>
<p>Wenn einer Behörde die interaktive, auf einen Dialog hin ausgerichtete Perspektive fehlt, wenn sie ihren eigenen Status als Experte betont und bürgerschaftliche Mitsprache als &#8216;Angriff&#8217; auf die Neutralität und inhaltliche Überlegenheit des Amtes sieht, dann kann keine Partnerschaft zwischen der kommunalen Organisation und den bürgerschaftlichen Gremien aufgebaut werden. Letztere werden in diesem Fall lediglich als mögliche Multiplikatoren der Verwaltungsposition gesehen und nicht als wertvolle Ideengeber, die ihr Quartier und ihre Bedarfe am besten kennen.</p>
<p>Die Thesen, die Bryer aufgrund der empirischen Ergebnisse aufstellt, kann man als Richtschnur nehmen, wenn es darum geht, die Responsivität von Organisationen gegenüber ihren Stakeholdern zu bestimmen. Danach verhalten sich Organisationen &#8211; offline oder im Internet &#8211; umso aufnahmebereiter gegenüber den (Bürger-)Stakeholdern, je stärker sie</p>
<ul>
<li>an langfristigen Beziehungen zu den Stakeholdern interessiert sind</li>
<li>den Stakeholdern vertrauen. Damit verbunden ist auch der <em>Respekt</em> für die Dialogpartner</li>
<li>Ziele mit den Stakeholdern teilen</li>
<li>von den Stakeholdern lernen wollen</li>
<li>bereit sind, Entscheidungen bottom-up zu treffen</li>
<li>und sie den strategischen Nutzen der Partnerschaften mit den Stakeholdern sehen</li>
</ul>
<p>(vgl. Bryer 2009, 277).</p>
<p>Diese Voraussetzungen für Responsivität sollten gegeben sein, wenn Organisationen &#8211; zum Beispiel Nonprofits &#8211; den Schritt ins Internet machen. Wer mit einer monologischen Haltung ins Netz geht, wird vielleicht nicht scheitern, aber den Mehrwert des Internets nicht ausschöpfen können.</p>
<p>Meines Erachtens wird es zukünftig für jene Organisationen schwierig werden, die angesichts der Komplexität der Problemlagen noch glauben, auf die Anregungen der Stakeholder &#8211; seien es Bürger, Klienten, Angehörige Kunden usw. &#8211; verzichten zu können. Dialog und Partizipation sind anstrengend und erhöhen die Komplexität der Entscheidungsfindung. Aber sie erweitern den Horizont von Organisationen, können die Programmumsetzung verbessern und verschaffen einer Organisation neue Ressourcen und eine stärkere gesellschaftliche Integration.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/die-bereitschaft-zum-zuhoren-oder-wann-verhalten-sich-organisationen-responsiv/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Working across boundaries&#8221;- wie Kooperation in Netzwerken gelingen kann</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 19:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
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		<description><![CDATA[Welchen Nutzen bieten  Social Media Nonprofit-Organisationen und wie arbeitet man erfolgreich in Netzwerken? Die Chancen von Web 2.0/Social Media für Nonprofit-Organisationen wurden auf einer Fachtagung an der FH Osnabrück ausgelotet, auf der Bloggerkollegen wie Hannes Jähnert , Ole Seidenberg, Christian Kreutz und ich eingeladen waren, um über das Thema zu referieren.  In den Workshops wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welchen Nutzen bieten  Social Media Nonprofit-Organisationen und wie arbeitet man erfolgreich in Netzwerken?</p>
<p>Die Chancen von Web 2.0/Social Media für Nonprofit-Organisationen wurden auf einer <a href="http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/npo-tagung.html">Fachtagung an der FH Osnabrück</a> ausgelotet, auf der Bloggerkollegen wie <a href="http://foulder.blogspot.com/">Hannes Jähnert</a> , <a href="http://socialaction20.wordpress.com/">Ole Seidenberg,</a> <a href="http://www.crisscrossed.net/">Christian Kreutz </a> und ich eingeladen waren, um über das Thema zu referieren.  In den Workshops wurde mit Vertretern von <a href="http://www.helpedia.de/">Helpedia</a> , <a href="http://www.deine-stimme-gegen-armut.de/start.html">Deine Stimme gegen Armut</a> , <a href="http://www.wikiwoods.org/doku.php">Wikiwoods</a> , <a href="http://wikimedia.de/">Wikimedia</a> , dem <a href="http://www.spendwerk.de/">Spendwerk</a> und anderen über Fundraising, Online-Volunteering und Campaigning diskutiert. Die Tagungsbeiträge kann man sich <a href="http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/26816.html">hier</a> ansehen.</p>
<p>Mein Part war es, die Chancen von Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen themenübergreifend darzustellen. Meine Argumentation war zweistufig:</p>
<p>Da Web 2.0 auf Vernetzung zielt, habe ich zuerst den Nutzen von <em>Netzwerken</em> für Nonprofits herausgearbeitet. Darauf aufbauend kann dann der Nutzen von Social Media für gemeinnützige Organisationen aufgezeigt werden, der in dem Potential liegt, Menschen und Organisationen untereinander verbinden zu können.</p>
<p>Ich bin überzeugt von folgendem: so lange der Nutzen kollaborativer Strukturen nicht durchgängig erkannt wird, so lange die Kooperation in Netzwerken als Aufwand betrachtet wird, der (zuviel) Zeit kostet, ineffektiv ist und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Beteiligten sichtbar macht, die ansonsten verdeckt blieben &#8211; so lange wird man auch den Nutzen von Social Media im Nonprofit-Sektor nicht  wertschätzen.</p>
<p>Netzwerke eröffnen Nonprofits neue Handlungsoptionen. Gemeinsam mit anderen können Ziele erreicht werden, die ohne eine Bündelung von Ressourcen unterschiedlicher Akteure nicht hätten erreicht werden können. Aber die Kooperation in Netzwerken und damit die Kooperation über Grenzen hinweg &#8211; seien sie organisationaler, individueller, sektoraler oder ideologischer Natur &#8211; ist eine Kunst, die man erlernen muss.</p>
<p>Nicht jedes kollaborative Projekt verläuft erfolgreich. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um die Zusammenarbeit zwischen Organisationen/Individuen erfolgreich zu machen?</p>
<p>Russel M. Linden hat vor Jahren in seinem Buch <a href="http://www.amazon.com/Working-Across-Boundaries-Collaboration-Organizations/dp/0787964301/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1243192611&amp;sr=1-1">&quot;Working across boundaries&quot;</a> (2002) einige Voraussetzungen aufgelistet, die notwendig sind, damit kollaborative Projekte im Nonprofit-Sektor auch funktionieren. Unter dem Stichwort &quot;The Basics&quot; zählt er auf (S. 74):</p>
<ul>
<li>Die an der Kooperation Beteiligten müssen ein gemeinsames Ziel haben</li>
<li>Dieses Ziel muss so gestaltet sein, dass es die Beteiligten alleine nicht erreichen können, sondern nur in Kooperation mit anderen: dadurch entsteht für Organisationen/Individuen der Anreiz zur Zusammenarbeit</li>
<li>Die Beteiligten müssen bereit sein, in das gemeinsame Projekt zu investieren und &#8211; ganz wichtig &#8211; auch zu handeln, nicht nur zu reden.</li>
<li>Es müssen die &quot;richtigen&quot; Personen am Tisch sitzen. D.h. jene, die a) am gemeinsamen Ziel interessiert sind und b) verbindliche Zusagen im Namen ihrer Organisation treffen können</li>
<li>Der Umgang und die Verfahren müssen transparent, glaubwürdig und offen sein, &#8211; das Ergebnis darf nicht von einigen im Vorfeld abgesprochen sein, sonst wirkt die Partizipation vieler schnell als Farce (S. 82).</li>
<li>Es gibt unter den Beteiligten jemanden, der kraft seiner Glaubwürdigkeit und seines Durchsetzungsvermögens die Kooperation vorantreibt. Linden nennt diese Person den &quot;Champion for the initiative&quot; (S. 74).</li>
</ul>
<p>Einfache Regeln, die im Einzelfall aber immer wieder die größten Probleme bereiten, weil</p>
<ul>
<li>die Teilnehmer der Kooperation unter dem gemeinsamen Ziel etwas ganz unterschiedliches verstehen</li>
<li>viel Zeit mit Diskutieren vergeht und keine Bereitschaft zum Handeln sichtbar ist</li>
<li>die &quot;falschen&quot; Leute am Tisch sitzen, die das Ziel nicht erreichen, sondern verhindern wollen</li>
<li>Verfahren nicht transparent sind und der Umgang untereinander nicht vertrauenswürdig.</li>
</ul>
<p>Social Media können Menschen untereinander vernetzen, aber sie können uns die Herausforderung der Kooperation, die viele Kompetenzen voraussetzt, nicht abnehmen.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/working-across-boundaries-wie-kooperation-in-netzwerken-gelingen-kann/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Über die &#8220;Denkschrift Bürgergesellschaft, Berlin 2009&#8243;: &#8211; welcher Weg soll eingeschlagen werden?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/uber-die-denkschrift-burgergesellschaft-berlin-2009-welcher-weg-soll-eingeschlagen-werden/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 11:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem in den USA seit März eine Deklaration kursiert, die ein neues Verhältnis zwischen Staat und Drittem Sektor anstrebt, liegt nun auch in Deutschland eine Denkschrift zur Zivilgesellschaft vor. Sie trägt den Titel: &#34;In eigener Regie! Plädoyer für eine bessere (Selbst-)Steuerungs- und Leistungsfähigkeit der Bürgergesellschaft&#34; und ist in Berlin im Newsletter Nr. 9 des Bundesnetzwerk [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem in den USA seit März eine <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/forward-together-der-amerikanische-nonprofit-sektor-fordert-einen-neuen-pakt-mit-dem-staat/">Deklaration</a> kursiert, die ein neues Verhältnis zwischen Staat und Drittem Sektor anstrebt, liegt nun auch in Deutschland eine Denkschrift zur Zivilgesellschaft vor.</p>
<p>Sie trägt den Titel: <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/vab/resourcen/Denkschrift_Buergergesellschaft_2009.pdf">&quot;In eigener Regie! Plädoyer für eine bessere (Selbst-)Steuerungs- und Leistungsfähigkeit der Bürgergesellschaft&quot;</a> und ist in Berlin im Newsletter Nr. 9 des <a href="http://www.b-b-e.de/">Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement</a> erschienen. Die Autoren sind Holger Backhaus-Maul, Stefan Nährlich und Rudolf Speth, die alle mit dem Verein <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/vab/">Aktive Bürgerschaft</a> verbunden sind. Angesichts der Bundestagswahl ist der Zeitpunkt günstig, um eine Diskussion über das Projekt Bürgergesellschaft anzustoßen und sich für eine Neujustierung des Verhältnisses zwischen Staat und Nonprofits einzusetzen.</p>
<p>Die Denkschrift lädt zum Dialog ein und hofft auf Unterstützer, die das Papier unterschreiben.</p>
<p>Die Autoren schlagen folgendes vor:</p>
<ul>
<li>&quot;Die Bedeutung, Autonomie und Förderung bürgerschaftlichen Engagements im Grundgesetz zu verankern</li>
<li>die staaliche Finanzierung bürgerschaftlichen Engagements von parteipolitischer und verwaltungsbürokratischer Einflussnahme dauerhaft zu befreien</li>
<li>die Steuerung der Bürgergesellschaft in Form einer Selbstverwaltung zu institutionalisieren&quot; (S.3).</li>
</ul>
<p>Die öffentlichen Gelder für bürgerschaftliches Engagement sollen in einen zu bildenden &quot;Fonds Bürgergesellschaft&quot; eingebracht und von einer unabhängigen Vergabekomission (ohne die Beteiligung von Parteien, Verwaltung oder Nonprofits selbst) an die zivilgesellschaftlichen Akteure verteilt werden.</p>
<p>Ein Sachverständigenrat soll die Arbeit der Vergabekommission begleiten. Diese muss den Empfehlungen des Rates aber nicht folgen.</p>
<p>Noch zu gründende Agenturen sollen die Evaluation, das Rating- und Benchmarking des Dritten Sektors vorantreiben. Die Agenturen sollen Regelungen aufstellen, die die Leistungsfähigkeit des Dritten Sektors steigern können. Der Staat selbst soll dann die Einhaltung dieser Vorschriften überwachen.</p>
<p>Darüber hinaus fordert die Denkschrift die Einführung einer gesetzlichen Publizitätspflicht für gemeinnützige Organisationen und die Qualifizierung von Freiwilligen, die ein Ehrenamt in  Vereinsorganen inne haben.</p>
<p>Die Kernthese der Denkschrift lautet: <strong>&quot;Der Schlüssel zum Erfolg der Bürgergesellschaft liegt (..) in deren eigener Steuerungs- und Leistungsfähigkeit&quot;</strong> (S. 4). Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Verbindungen zum bisher steuernden politisch-administrativen System reduziert werden sollen und man sich durch diese Entpolitisierung sowohl der Zivilgesellschaft als auch der sie steuernden Verfahren eine bessere (Weiter)Entwicklung des Dritten Sektors erhofft.</p>
<p>Diese Vorschläge überraschen. Während der Dritte Sektor im anglo-amerikanischen Bereich dezidiert eine stärkere politische Teilhabe einfordert (in den USA wird gerade darum gekämpft, in Großbritannien sind Nonprofit-Belange auf höchster politischer Ebene institutionalisiert, s. <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/die-innovationskraft-des-nonprofit-sektors-starken-die-situation-in-den-usa-uk-und-d/">hier</a> ), wird in der Denkschrift ein anderer Weg vorgeschlagen, der eher zur hiesigen politischen Tradition passt: nämlich ein &quot;Ausstieg&quot; aus dem politischen Kontext hin zu einer Versachlichung der Themen und der Förderung der Zivilgesellschaft.</p>
<p>Die empfohlene Entpolitisierung kommt in der geplanten &quot;unabhängigen Kommission&quot; (ist überhaupt irgend jemand unabhängig im Sinne von wertneutral?) zum Ausdruck und in den Hoffnungen, die mit der verstärkten Evaluierung von  Nonprofits verbunden sind. Zahlen, Kennziffern, Rankings etc. suggerieren Sachlichkeit und Neutralität.</p>
<p>Aber diese Neutralität und angestrebte Politikferne sind eine Fiktion: wir müssen anerkennen und akzeptieren, dass alle Entscheidungen, die im Bereich der Zivilgesellschaft gefällt werden, einen politischen Charakter tragen. Wir können die Zivilgesellschaft nicht aus ihrem politischen Kontext herauslösen und Objektivität anstreben, wo es keine geben kann, weil ziviles Engagement und gemeinnützige Organisationen immer mit Werten verbunden sind.</p>
<p>Der Vorschlag der Autoren bedeutet einen Rückzug der Zivilgesellschaft aus dem gemeinsamen politischen und öffentlichen Kontext. Die Rolle des Staates soll die eines &quot;Nachtwächters&quot; sein, der die von der Zivilgesellschaft entwickelten Standards überwacht, sie finanziert (über eine Mittlerinstitution) und sich ansonsten in &quot;respektvoller Zurückhaltung gegenüber der Bürgergesellschaft&quot; übt (S. 11).</p>
<p>Allein aus demokratietheoretischen Überlegungen heraus finde ich diese Vision prekär: denn es sollte schon  Aufgabe der Parlamente sein, die Mittel an die Zivilgesellschaft zu vergeben und nicht die Aufgabe einer &#8211; wie auch immer neutral besetzten &#8211; Vergabekommission. Wir brauchen keinen Rückzug der Zivilgesellschaft aus dem politischen Kontext, sondern wir brauchen  &#8211; im Gegenteil &#8211; eine viel stärkere Expansion zivilgesellschaftlicher Belange in den  politischen Raum.</p>
<p>Sicher, die Autoren haben recht: das politisch-administrative System nimmt massiv Einfluß auf den zivilgesellschaftlichen Bereich und gängelt hier sehr häufig die Akteure.</p>
<p>Aber die Schuld an dieser Situation tragen nicht Staat und Politik allein. In einer Beziehung sind immer beide Seiten  für den Status quo verantwortlich. So dass ganz klar konstatiert werden muss: <strong>die Stärke des Staates ist nur möglich aufgrund der Schwäche des Dritten Sektors</strong> . Hier haben es die Akteure bis heute nicht geschafft, ihre Machtpotentiale und damit ihre Handlungs- und Gestaltungsspielräume gegenüber dem Staat und der Politik zu nutzen.  Das Versagen liegt also nicht auf Seiten des Staates, der sich einmischt (denn jeder nutzt gerne die eigenen Machtpotentiale&#8230;) sondern das Versagen liegt auf Seiten des Nonprofit-Sektors bzw. der Zivilgesellschaft, die sich nicht wehrt und in Verhandlungen ihre Kompetenzen nicht effektiv genug in die Waagschale wirft.</p>
<p>Im Unterschied zu der vorliegenden Denkschrift sehe ich den Schlüssel zum Erfolg der Bürgergesellschaft nicht in deren  Steuerungs- und Leistungsfähigkeit, die auf das eigene System bezogen ist. Ich sehe den <strong>Schlüssel zum Erfolg der Bürgergesellschaft vielmehr in deren Kompetenz, über (System)Grenzen hinweg mit anderen Akteuren (Organisationen/Individuen) zu kooperieren</strong> .</p>
<p>In dieser Fähigkeit zur Kooperation über (systemische, organisationale, ideologische etc..) Grenzen hinweg liegt die Zukunft des Nonprofit-Sektors bzw. der Zivilgesellschaft. Es geht nicht darum, autopoietische Systeme zu schaffen, die sich selbst steuern &#8211; was die Denkschrift anstrebt &#8211; , sondern darum, die Systeme (Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) zu befähigen, miteinander zu kooperieren und Kompromisse einzugehen.</p>
<p>Speziell die kommunale Ebene bietet sich als idealer Lernort an, weil hier Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf engem Raum aufeinander treffen und miteinander umgehen (müssen).  Auch Social Media bzw. die neuen Möglichkeiten des Internets können genutzt werden, um über Grenzen hinweg den anderen kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch oder in Verhandlungen zu kommen.</p>
<p>Eine Konzentration der Zivilgesellschaft auf sich selbst ist nicht wünschenswert. Wer weiter wachsen und sich entwickeln will muss sich dem Anderen zuwenden, &#8211; und das heißt in diesem Fall, auch dem politischen und administrativen System.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/uber-die-denkschrift-burgergesellschaft-berlin-2009-welcher-weg-soll-eingeschlagen-werden/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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