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	<title>Nonprofits-vernetzt.de &#187; Netzwerke</title>
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	<description>Stakeholder-Management und Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen</description>
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		<title>Führung in Vereinen &#8211; vom &#8220;Held&#8221; zum &#8220;Gastgeber&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 10:33:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;The Art of Hosting&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises  zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;<a href="http://www.artofhosting.org/home/">The Art of Hosting</a>&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises  zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert sind, Partizipationsmöglichkeiten erhalten. Die Methode, als &#8220;Gastgeber&#8221; (Host) zu agieren, der Bürger und andere Einrichtungen zum Mitdenken und Mitmachen einlädt, beruht auf der Erfahrung, &#8220;that people will only support those things they&#8217;ve played a part in creating&#8221;<a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf"> (Frieze/Wheatley 2011, 3)</a>.</p>
<p>Welches Potential die Einbeziehung von Betroffenen für Organisationen und die kommunale Ebene birgt, zeigt ein Aufsatz  von <a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf">Frieze/Wheatley (2011)</a>, die über Columbus, die Hauptstadt von Ohio/USA, berichten (via<a href="http://www.michelemmartin.com/thebambooprojectblog/2011/12/from-hero-to-host-giving-up-on-being-the-expert.html?"> Michelle Martin</a>). Dort wenden viele Institutionen &#8211; die Universität, die Kommunalverwaltung, die örtliche Ärztevereinigungen und Nonprofits wie Obdachlosen- und  Jugendhilfeeinrichtungen sowie die regionale Lebensmittelhilfe (Foodbank)- den crowdsourcing-Ansatz an, der das Engagement und das Wissen von Betroffenen abrufen will.</p>
<p>Man nutzt dafür Methoden wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/World-Caf%C3%A9">World Cafés</a>, Gesprächskreise und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space">Open Space-Technologien</a>, bei denen jeder einen Input liefert.</p>
<p>So hat bspw. die regionale gemeinnützige Lebensmittelhilfe in Columbus mit der traditionellen, hierarchischen Art der Entscheidungsfindung gebrochen und 2005 hundert Stakeholder zu einem World Café eingeladen um die Frage zu klären, wie es der Einrichtung gelingen kann, nicht nur reaktiv mit dem Thema Armut und Hunger umzugehen, sondern etwas an den Ursachen dieses Problems zu verändern.</p>
<p>Die Ergebnisse dieses World Cafés, das die Ideen der Beteiligten abrief, führte u.a. dazu, dass sich die Lebensmittelhilfe für eine wohnortnahe Nahrungsmittelproduktion einsetzt, Community- Gärten anlegt und die örtlichen Tafeln so gestaltet, dass die Bürger, die Hilfe brauchen, Wahlmöglichkeiten erhalten (Frieze/Wheatley 2011).</p>
<p>Der kooperative Ansatz, Stakeholder in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, wird von der Lebensmittelhilfe in Columbus in allen Bereichen genutzt &#8211; im Fundraising, bei Besprechungen des Führungspersonals und im Vorstand. Dazu Matt Habash, der Präsident und CEO der Foodbank: &#8220;I don&#8217;t hardly talk at board meetings anymore (&#8230;) I used to run them &#8211; you know, the world according to Matt. Instead, we move to a strategic level of conversation by using Café or sitting in circle&#8221; (Frieze/Wheatley 2011, 6).</p>
<p>Die Notwendigkeit, dass gemeinnützige Organisationen sich nach außen hin öffnen und das Wissen der Bürger und anderer Institutionen auf lokaler Ebene stärker nutzen, wird auch von der Wissenschaft bestätigt, derzufolge die Fähigkeit, über organisationale Grenzen hinweg zu arbeiten, an Bedeutung gewinnt. Das Selbstverständnis der Führungskräfte muss sich vom Fokus auf die eigene Organisation hin zum Netzwerk aus Bürgern und Einrichtungen entwickeln, die mit der eigenen Organisation verbunden sind (vgl. <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009, 609</a>). Im letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vereine-brauchen-mehr-demokratie-und-netzwerke/">Blogbeitrag </a>(&#8220;Vereine brauchen mehr Demokratie und Netzwerke&#8221;) habe ich schon erwähnt, dass die Fähigkeit zum Ressourcenaustausch wichtiger wird als der eigene begrenzte Ressourcenpool, &#8211; dies gilt speziell für den Bereich des Wissens.</p>
<p>Bezieht man Bürger in die Entscheidungsfindung mit ein, kann man mit mehr Unterstützern rechnen, &#8211; eine Perspektive, die insbesondere für Vereine, die mit dem Rückgang von ehrenamtlichem Engagement und der Bereitschaft zur Amtsübernahme konfrontiert sind, interessant ist. So wird es auch möglich, sich neue Unterstützerkreise zu erschließen. In diesen Tagen erst <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/kommentare/2012/verbaende_und_das_engagement">war zu lesen</a>, dass die Diakonie zwar viele ehrenamtliche Helfer hat, die meisten aber über 60 Jahre alt sind.  Zu wenig wurde unternommen, um junge Menschen oder mittlere Altersgruppen zu gewinnen.  Verbände und Vereine müssen für &#8220;attraktivere Arrangements&#8221;  (<a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">Röbke 2011</a>) in ihrem Verbands- und Vereinsleben sorgen, &#8211; das Abrufen des Stakeholderwissens könnte ein guter Schritt dahin sein.</p>
<p>Häufig bilden das professionelle Selbstverständnis und der Unwille, an den bestehenden Macht- und Entscheidungsstrukturen etwas zu ändern, die größten Hindernisse auf dem Weg zu mehr Bürgerbeteiligung. Dies werden deshalb auch die größten &#8220;Baustellen&#8221; sein, an denen Gemeinnützige arbeiten müssen, wollen sie mehr Bürger zum Mitmachen gewinnen.</p>
<p>Die Art of Hosting-Community und die Open Space-Bewegung sind davon überzeugt, dass Bürger-Wissen wichtig ist und sich durch die gemeinschaftliche Bearbeitung von Themen komplexe Probleme eher lösen lassen als durch die traditionelle &#8220;Hero&#8221;-Vorgehensweise, bei der die Leitung Entscheidungen fällt, &#8211; ohne das Umfeld der Mitglieder, der Ehrenamtlichen, der Freunde und Unterstützer ausführlicher einzubeziehen.</p>
<p>Soziale Medien können die sogenannten &#8220;Co-Creation&#8221; (oder Koproduktions)- Prozesse unterstützen, &#8211; es gibt unzählige Tools, mit deren Hilfe man online zusammenarbeiten kann, &#8211; ein kleiner Überblick findet sich <a href="http://www.computerwoche.de/netzwerke/web/2484881/index9.html">hier</a>.  Auch World Cafés selbst können online durchgeführt werden, &#8211; allerdings wird hier noch experimentiert, welches Tool bzw. welche Plattform sich am besten eignet, siehe diverse Erahrungsberichte <a href="http://www.theworldcafecommunity.org/group/worldcafesonline/forum">hier </a>und <a href="http://radical-inclusion.com/2011/02/online-group-scribbling-experimenting-with-a-virtual-world-cafe/?lang=de">hier</a>.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fuhrung-in-vereinen-vom-held-zum-gastgeber/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Vereine brauchen mehr Demokratie und Netzwerke</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:59:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vereine stehen zunehmend unter Druck: es gibt immer weniger Freiwillige, die für eine Leitungsfunktion zur Verfügung stehen. Speziell im Sport  sind im letzten Jahrzehnt 650.000 Engagierte verloren gegangen, Vorstandsposten können immer schwerer besetzt werden. Es ist heutzutage für Vereine weniger schwierig, Freiwillige zu finden, die sich für eine begrenzte Zeit zugunsten eines bestimmten Projekts einsetzen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vereine stehen zunehmend unter Druck: es gibt immer weniger Freiwillige, die für eine Leitungsfunktion zur Verfügung stehen.</p>
<p>Speziell im Sport  sind im letzten Jahrzehnt 650.000 Engagierte verloren gegangen, Vorstandsposten können immer schwerer besetzt werden. Es ist heutzutage für Vereine weniger schwierig, Freiwillige zu finden, die sich für eine begrenzte Zeit zugunsten eines bestimmten Projekts einsetzen, aber umso problematischer, jene zu rekrutieren, die bereit sind, ein Amt zu übernehmen und die Infrastruktur des Vereins aufrecht zu erhalten (Röbke 2011).</p>
<p>In einem Aufsatz, der im Rahmen des Projekts &#8220;Engagement braucht Leadership&#8221; der Robert Bosch Stiftung und des bayerischen Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement entstand und über den <a href="http://www.buergergesellschaft.de/aktuelles/archiv-des-newsletters/enewsletter-archiv-2011/4-quartal-2011/enewsletter-nr-242011-09122011-von-wegweiser-buergergesellschaftde/106027/">Wegweiser Bürgergesellschaft ( 24/2011) </a>verteilt wurde,  <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">beschreibt Thomas Röbke </a>Entstehung, Entwicklung und Gegenwart des deutschen Vereinswesens.<br />
Es wird  nach Wegen gesucht, wie man Vereine so verändern und stärken kann, dass sich Verantwortungsträger wieder finden lassen.</p>
<p>Die Lösung wird im Ausbau kooperativer Steuerungsformen gesehen, in mehr Demokratie und Beteiligung in Vereinen. Röbke zufolge muss in dieser gemeinnützigen Organisationsform sehr vieles auf den Prüfstand, will man erfolgreich Freiwillige und potentielle Amtsträger rekrutieren: &#8221; Die Form der Leitung, die Art des Miteinanders, die Kooperationsformen zwischen den Mitgliedern, das Verhältnis von Mitglied zu Nichtmitglied, die Art und Weise der Kommunikation, die Enge und Weite des Vereinszwecks&#8221; (<a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">Röbke 2011, 5</a>).</p>
<p>Die Stärkung der Demokratie in Vereinen kollidiert aber häufig mit deren Wunsch nach Wachstum und nach effizienten und effektiven Abläufen. Wachstum fördert die Professionalisierung von Vereinen und verringert dadurch den Handlungsspielraum für die Beteiligung von Bürgern. &#8220;Einige Wohlfahrtsverbände sind gerade sehr intensiv dabei, das bürgerschaftliche Engagement in der Leitungsebene zu reduzieren, vor allem mit dem Argument, dass man Ehrenamtliche mit der gewachsenen Verantwortung für Personal und Finanzen nicht belasten dürfe&#8221; (Röbke 2011, 7)</p>
<p>Auch Effizienz und Effektivität können oft nur zu Lasten gemeinsamer Diskussions- und Aushandlungsprozesse erreicht werden. Vereine orientieren sich an den Management-Methoden der Wirtschaft, &#8211; und haben doch ganz andere Funktionen als Unternehmen und insofern andere Aufgaben.  Vorläufiges und Provisorisches bietet jedenfalls &#8220;für demokratische Lernprozesse mehr Ansatzpunkte (..) als ein auf Effizienz und Effektivität getrimmtes Management&#8221; (Röbke 2011, 26).</p>
<p>Die Beteiligung von Bürgern an Entscheidungsprozessen des Vereins entlastet die Amtsträger und bietet Freiwilligen die Chance, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Kontakte in die Freiwilligenarbeit einzubringen. Das Internet kann sehr gut genutzt werden, um Bürger &#8211; über die eigene Community hinaus &#8211; in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, Netzwerke in den gesellschaftlichen Raum aufzubauen und den gesellschaftlichen Einfluss von Vereinen zu stärken.</p>
<p>Aber Vereine haben soziale Medien als Instrumente, um mehr Bürgerbeteiligung zu organisieren, noch nicht richtig entdeckt. Es dominiert im Hinblick auf das Internet der Wunsch, sich selbst nach außen hin besser darzustellen, um so neue Mitglieder zu gewinnen. Auch die Präsenz in Online-Communities ist sehr gefragt. Aber hier stehen Kommunikations- und Vernetzungsziele im Vordergrund, &#8211; die stärkere Beteiligung von Bürgern an Entscheidungsprozessen online und offline steht zumeist nicht auf der Agenda von Vereinen.</p>
<p>Die Forderung nach mehr Demokratie und Beteiligung stößt deshalb im gemeinnützigen Bereich auf ein sehr geteiltes Echo. Es gibt diejenigen, für die ein Demokratiedefizit im eigenen Verein nicht existiert. Sie halten die vorhandenen Entscheidungsstrukturen und Teilhabemöglichkeiten für ausreichend. Sie stehen für jene Strömung im Dritten Sektor, die  Vereine allein aufgrund ihrer formalen Struktur für zivil und demokratisch betrachten &#8211; ungeachtet des Vereinsalltags (vgl. <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/downloads/fjnsb_2009-1_evers.pdf">Evers 2009</a>).</p>
<p>Andere Vereine wiederum können der ganzen Beteiligungs- und Demokratiedebatte nichts abgewinnen, weil sie sich nicht als zivilgesellschaftliche Akteure definieren, sondern als Dienstleister, der z.B. als Sportverein ein bestimmtes Freizeitangebot erbringt. Aber auch Vereine wie diese, die ihre eigene Rolle in der Gesellschaft ganz unpolitisch betrachten und denen das Bewusstsein, ein zivilgesellschaftlicher Akteur mit einer bestimmten Funktion zu sein,  fehlt, wirken natürlich dennoch auf  die Gesellschaft zurück, indem sie Menschen einbinden, Netzwerke anstoßen, sich mit anderen Vereinen zusammentun und so mitweben an dem intermediären Netz zwischen dem einzelnen Bürger und dem Gemeinwesen.</p>
<p>Die internen Reformen in Richtung mehr Demokratie und Beteiligung sind aber nicht ausreichend, um das Nachwuchsproblem und die Schwierigkeiten bei der Ämterbesetzung in Vereinen lösen zu können. Ebenso notwendig ist, dass Vereine in einem viel stärkeren Ausmaß, als dies gegenwärtig der Fall ist, kooperieren, ihre Ressourcen bündeln und voneinander lernen.  Die Fähigkeit zum wechselseitigen Ressourcenaustausch ist für die Entwicklung des zivilgesellschaftlichen Sektors vor Ort noch entscheidender als der vorhandene Ressourcenpool (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009</a>).  Wenn das wechselseitige Austauschsystem gut funktioniert, kann jeder Verein auf mehr Ressourcen zugreifen, als wenn er sich auf seinen eigenen Ressourcenbestand beschränken würde.</p>
<p>Diese interaktive Perspektive ist auch wichtig, wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und potentiellen Amtsträgern geht. Es wäre falsch, wenn ein Verein sich hier nur auf sein unmittelbares Unterstützernetzwerk konzentrierte. Die meisten Freiwilligen kommen nicht über  den direkten Kontakt zu einem Verein, sondern über lokale Netzwerke, d.h. über die Netzwerke der Unterstützer und die Netzwerke jener Netzwerkmitglieder (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/643.abstract">Schneider 2009</a>).</p>
<p>Die Kooperation eines Vereines mit anderen Vereinen eröffnet diesem Zugriff auf die Netzwerke der Partner und die mit den Netzwerken verbundenen Ressourcen (Freiwillige, Unterstützer etc.). Sofern die kooperierenden Vereine unterschiedlichen Fachgebieten angehören, empfindet keiner den Zugriff des andern auf die eigenen Netzwerke als Konkurrenz.</p>
<p>Schwieriger wird es, wenn beide Vereine auf demselben Gebiet tätig sind, z.B. zwei Sportvereine kooperieren. Aus einem Blickwinkel der Knappheit heraus könnte man sich sorgen, wenn der Partner-Verein im eigenen Netzwerk &#8216;fischt&#8217;. Überwindet man den Knappheitsblick (&#8220;der andere nimmt mir ein Stück von meinem Kuchen weg&#8221;), dann wird man sehen, dass für beide Vereine &#8220;der Kuchen&#8221; größer wird, je besser es gelingt, bisher passive Netzwerkmitglieder zu einer Mitarbeit im Verein zu bewegen. Kurzfristig ist hierbei vielleicht ein Verein erfolgreicher als der andere &#8211; langfristig profitieren aber beide von einer Bürgerschaft, die sich rege im Sport engagiert, &#8211; weil so viel mehr Netzwerke  auf lokaler Ebene erreicht werden können, als wenn sich ein Verein auf sein eigenes &#8211; vergleichsweise kleines &#8211; Netzwerk konzentriert.</p>
<p>Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen und  Ressourcen teilen sind angesichts zurückgehender Mitgliederzahlen, Verantwortungsträger und Fördermittel eigentlich das Gebot der Stunde im Vereinsbereich. Tatsächlich aber ist es um die Kooperation im Dritten Sektor nicht sehr gut bestellt. Hier dominiert in der Regel  ein &#8220;gleichgültiges Nebeneinander zerklüfteter Einzelinteressen&#8221; (Röbke 2011, 19). Dabei könnte auch für die örtliche Kooperation und für gemeinsame Lernprozesse das Internet mit seinen kollaborativen Tools sehr gut genutzt werden (vgl. <a href="http://www.knowhownonprofit.org/">KnowHow NonProfit</a>)</p>
<p>Vereine müssen sich verändern &#8211; sie brauchen mehr Demokratie im Innern und mehr Netzwerke auf lokaler Ebene, um die Beteiligung von Bürgern zu fördern und zu nutzen. Je dichter das zivilgesellschaftliche Netz auf örtlicher Ebene gewoben ist, desto eher engagieren sich Menschen. Je stärker sich der Dritte Sektor auf lokaler Ebene auch als demokratischer Akteur begreift, desto eher können die Demokratisierungsprozesse in den einzelnen Vereinen unterstützt und gefördert werden. Notwendig ist hierfür die Selbstreflexion im Dritten Sektor, inwieweit sich die einzelnen Organisationen nicht nur als Dienstleister, sondern auch als zivilgesellschaftliche Akteure betrachten.</p>
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		<title>Partizipation fördern &#8211; die Rolle von Nonprofit-Organisationen</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 11:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Partizipationsprojekte im politischen Raum sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass sich nur bestimmte Gruppen an den angebotenen Verfahren wie Bürgerhaushalten, Online-Konsultationen, Planungsprozessen usw. beteiligen. Auch die Verlagerung von Partizipationsangeboten ins Internet bringt hier keine grundlegende Änderung, sondern setzt die asymmetrische Beteiligungspraxis fort. Das Blog Bürgerhaushalt.org zitiert aus dem Evaluationsbericht des Odenburger Bürgerhaushalts, in dem folgendes bemängelt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Partizipationsprojekte im politischen Raum sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass sich nur bestimmte Gruppen an den angebotenen Verfahren wie Bürgerhaushalten, Online-Konsultationen, Planungsprozessen usw. beteiligen. Auch die Verlagerung von Partizipationsangeboten ins Internet bringt hier keine grundlegende Änderung, sondern setzt die asymmetrische Beteiligungspraxis fort. Das Blog <a href="http://www.buergerhaushalt.org/grundlagen/evaluation-des-oldenburger-buergerhaushaltes-viel-licht-aber-auch-schatten/">Bürgerhaushalt.org </a>zitiert aus dem Evaluationsbericht des Odenburger Bürgerhaushalts, in dem folgendes bemängelt wird:</p>
<p>&#8220;Geringe Beteiligung bei Präsenzveranstaltungen<br />
Sehr hohe Beteiligung von Personen mit hoher formaler Bildung<br />
Sehr hohe Beteiligung von Personen im Alter von 40–60 Jahren<br />
Sehr geringe Beteiligung von Migranten<br />
Sehr geringe Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen&#8221;.</p>
<p>Dieses Ergebnis charakterisiert auch den Kölner Bürgerhaushalt. Das Blog <a href="http://www.buergerhaushalt.org/grundlagen/evaluation-des-oldenburger-buergerhaushaltes-viel-licht-aber-auch-schatten/">zitiert</a> aus dessen Evaluationsbericht: &#8220;Einzig das Kriterium der Pluralität kann nur mit Vorbehalt als erfüllt bezeichnet werden, da die Gruppe Hoch-Beteiligter von ihrer Struktur her recht homogen ist, und weil sich zu wenig Kölner Bürgerinnen und Bürger aus bildungsfernen Schichten am Verfahren beteiligen&#8221;.</p>
<p>Wenn man den Anspruch der Inklusion nicht aufgibt,<br />
wenn man sich nicht mit den asymmetrischen Beteiligungsstrukturen arrangieren möchte, die nur bestimmten Gruppen zusätzliche Handlungsspielräume eröffnen (&#8220;Empowering the Empowered&#8221;), aber nicht denjenigen, die sich nicht zu Wort melden (können),<br />
wenn man daran festhält, dass eine Demokratie reale Mitmachmöglichkeiten für alle Bürger bieten sollte,<br />
dann muss dringend darüber nachgedacht werden, wie die Beteiligungskultur in unserem Land verbessert werden kann.</p>
<p>Die Diskurse über das &#8220;Bürgerengagement&#8221;, die im Politikfeld &#8220;Bürgergesellschaft&#8221; geführt werden, liefern dazu meist auch keine neue Ideen, da hier lediglich die Beteiligung von Bürgern an der Produktion von (sozialen) Dienstleistungen, aber nicht an Entscheidungen im Mittelpunkt steht. &#8220;Sadly, the vision of how to empower communities is far too focused on engaging members of the public in the delivery of public services&#8221;, heißt es in einem <a href="http://www.thersa.org/__data/assets/pdf_file/0005/402755/RSA_Power_lines_FINAL-110511.pdf">Bericht</a> der britischen RSA mit Blick auf das Big Society-Konzept der dortigen Regierung, &#8211; ein Vorwurf, den man auch den hiesigen Bürgerengagement-Konzepten machen kann.</p>
<p>Wer die verstärkte Beteiligung von Bürgern an Entscheidungen anstrebt, muss als erstes das Thema &#8220;Partizipation&#8221; aus seiner politischen Enklave herausholen und in weiteren gesellschaftlichen Bereichen verankern, so dass Mitgestaltung &#8211; als Kompetenz und Praxis &#8211; im Alltag der Menschen fest etabliert ist. Wer Partizipation nur auf den politischen Bereich beschränkt, muss sich nicht wundern, dass letztlich so wenige mitmachen. Woher sollte auch die Motivation der Bürger und ihre Fähigkeit zum Mitmachen herkommen, wenn sich Beteiligungsangebote auf Ausnahmesituationen beschränken und nicht die Regel bilden?</p>
<p>Der Dritte Sektor spielt eine Schlüsselfunktion, wenn es um die Ein- und Ausübung von Teilhabe geht. Hier werden &#8211; speziell in den sozialen Diensten &#8211; tagtäglich unzählige Entscheidungen gefällt, die die Persönlichkeit und den Körper von Menschen betreffen, ohne dass Bürger &#8211; als Betroffene, Angehörige, Ehrenamtliche usw. &#8211; substantielle Mitentscheidungsmöglichkeiten hätten. Staat und Verbände regeln die zentralen Punkte, die das Politikfeld betreffen, unter sich und die Bürger stehen am Rand. Die Demokratisierung unserer Gesellschaft müsste genau hier beginnen, vor Ort, in den vielfältigen Einrichtungen des Dritten Sektors. Bürger erspüren ihren eigenen Status gegenüber den verbandlichen Diensten und den staatlichen Institutionen sehr genau. Wenn dieses Verhältnis zwischen Bürgern und Institutionen nicht durch eine echte Machtbalance gekennzeichnet ist (abseits der wolkigen Worte, die in Leitbildern geschrieben werden), nimmt die Motivation zur Mitgestaltung rapide ab.</p>
<p>Wir brauchen folglich mehr Bemühungen, die auf eine Demokratisierung des Dritten Sektors zielen, wo Teilhabe für Menschen erlebbar wird, zusätzlich zu den Partizipationsangeboten im politischen Raum.</p>
<p>Allerdings reicht dies nicht aus, um die ungleiche Beteiligungskultur zu verändern. Wichtig ist ebenfalls der Aufbau von Strukturen, die Bürger unterstützen und fördern. Der Aufbau von Netzwerken zwischen Menschen in den Stadtvierteln und Gemeinden ist Voraussetzung für mehr Beteiligung. Aus ihren Netzwerken gewinnen Menschen Informationen, Kontakte, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Die Förderung der Bürgerbeteiligung darf sich deshalb nicht auf den einzelnen Bürger hin ausrichten &#8211; obwohl genau so Politik und Verwaltung die Bürgergesellschaft angehen &#8211; sondern sie muss auf den Aufbau von Bürger-Netzwerken zielen.</p>
<p>Vom Netzwerkaufbau zwischen Institutionen bzw. von abgestimmten Dienstleistungsangeboten ist staatlicherseits viel die Rede. Weniger reden vom Netzwerkaufbau unter Bürgern bzw. Stadtteilbewohnern, der in der Verantwortung eines jeden Dienstes &#8211; und nicht nur speziell der Gemeinwesenarbeit &#8211; liegen sollte.</p>
<p>Wenn die Partizipationskultur in unserem Land verbessert, d.h. inklusiver und verbreiteter werden soll, dann kommen auf den Dritten Sektor und hier speziell auf die sozialen Dienste die folgenden Aufgaben zu:</p>
<p>1. Bürger/innen müssen stärker an Entscheidungen beteiligt werden. Die Dienste müssen sich als Ermöglicher von Teilhabe begreifen und dies in ihrer Organisation und ihrem Steuerungssystem verankern.</p>
<p>2. Die sozialen Dienstleister müssen Bürger untereinander vernetzen. Zu der eigentlichen Dienstleistung &#8211; ambulante Altenhilfe, Behindertenhilfe etc. &#8211; muss die Vernetzungsaufgabe treten. Derzeit kommt eine Sozialstation ins Haus, erledigt dort ihre Aufgaben, und fährt wieder weg. Vielleicht vermittelt sie noch ein anderes Hilfsangebot, &#8211; aber sie baut in der Regel keine Netzwerke oder nur Netzwerke, die den Kreis der Betroffenen nicht überschreiten (Gesprächskreise für pflegende Angehörige, für die Angehörigen von Demenzkranken usw.). Je spezialisierter aber die Netzwerke sind, desto ähnlicher sind die Ressourcen in ihnen. Neue und andere Ressourcen kommen nur hinzu, wenn man die Netzwerke öffnet und in andere gesellschaftlichen Bereiche ausdehnt.</p>
<p>Social Media können beim Netzwerkaufbau und der Förderung der Beteiligung auf lokaler Ebene eine wichtige Rolle spielen, wie die empirische Studie von Harris und Flouch (2010) &#8211; mehr Infos <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/welche-wirkung-haben-burger-webseiten-die-auf">hier </a>- über lokale Online-Netzwerke, Informations- und Beteiligungsplattformen in Großbritannien zeigt.</p>
<p>Aber auch in dieser Studie ist die mangelnde Vielfalt an Menschen und Milieus in den Online-Netzwerken ein Thema. Obwohl Social Media &#8211; unabhängig von der Tendenz von Menschen, den Kontakt zu Gleichgesinnten zu suchen &#8211; sehr leicht zum Brückenbauen in andere Milieus eingesetzt werden können, &#8211; &#8220;the divide can begin to be bridged with something as simple as an RT&#8221;, wie es in <a href="http://www.guardian.co.uk/voluntary-sector-network/2011/jun/13/social-divide-not-digital">einem Beitrag</a> im britischen Guardian heißt. &#8220;This is truly groundbreaking stuff, and is the great value of social media (&#8230;)&#8221;.</p>
<p>Unabhängig von den Potentialen von Social Media muss bei den Diensten vor Ort zuerst die Bereitschaft und das Budget zum Netzwerkaufbau vorhanden sein. Welche Strategie dann im einzelnen gewählt wird, &#8211; ob online, offline oder beides zusammen kombiniert &#8211; bildet erst den zweiten Schritt.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/partizipation-fordern-die-rolle-von-nonprofit-organisationen/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Nachhaltiges Fundraising &#8211; welche Bausteine sind wichtig?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 11:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Fundraising 2.0-Blog ist Gastgeber der 18. NPO-Blogparade. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen? Er beschreibt den &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;, der so aussieht:  durch die Präsenz im Social Web kommen  &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.fundraising20.de/">Fundraising 2.0-Blog</a> ist Gastgeber der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2010/10/25/18-runde-der-npo-blogparade/">18. NPO-Blogparade</a>. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, <a href="http://www.fundraising20.de/18-npo-blogparade-aufruf-zur-teilnahme/">wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen?</a></p>
<p>Er beschreibt den<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;</a>, der so aussieht:  durch die Präsenz im Social Web kommen  &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. Ab dem ersten Tag werden sie zu Spendern, starten Anlaßspenden-Aktionen zu ihrem Geburtstag und schreiben im Blog darüber, dass sie dieser gemeinnützigen Organisation ihr Vermögen hinterlassen werden.&#8221;</p>
<p>Diesen Traum träumen sicherlich sehr viele NPOs, &#8211; anders kann man sich deren Interesse an Online-Fundraising als <em>ersten</em> Schritt im Social Web nicht erklären. Was die meisten interessiert, ist das schnelle Geld oder wie es auf der<a href="http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/11/12/freunde-fans-und-follower-los-zahlt-euch-fur-mich-aus/"> Lernspielwiese </a>heißt &#8220;Freunde, Fans und Follower -los! Zahlt euch für mich aus&#8221;.</p>
<p>Dass dieser Traum des Dritten Sektors nach schnellem Geld aus der Zivilgesellschaft als Ersatz oder Ergänzung für gekürzte Mittel von staatlicher Seite ein Traum bleiben wird, stellt Reschke in seinem<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> Beitrag</a> dar.</p>
<p>Aus meiner Sicht müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, wenn das Fundraising im Netz von dauerhaftem Erfolg sein soll.</p>
<p><em>Nachhaltiges Fundraising</em> schafft einen Mehrwert für die Organisation <em>und </em>ihre Stakeholder <em>und </em>das Gemeinwesen. Nachhaltiges Fundraising baut vertrauensvolle, dauerhafte Beziehungen auf und vermeidet alles, was diese Beziehungen zugunsten kurzfristiger und allein organisationsbezogener Ziele schädigen könnte. Nachhaltiges Fundraising setzt auf Kooperation, wechselseitigen Dialog und die Koproduktion von Leistungen. Nachhaltiges Fundraising lässt den binnenorienten Blick vieler NPOs hinter sich, öffnet sich nach außen hin und rückt die Beziehungen zu den Stakeholdern in den Mittelpunkt. Nachhaltiges Fundraising setzt einen Perspektivenwechsel in NPOs voraus, den ich <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-und-der-paradigmenwechsel-im-sozialsektor/">an anderer Stelle </a>beschrieben habe. Er verändert das Verhältnis zwischen dem Dritten Sektor und der Zivilgesellschaft: statt Dinge <em>für </em>Bürger zu tun, arbeitet und plant man <em>mit ihnen</em> gemeinsam.</p>
<p>Welche Bausteine sind für ein <em>nachhaltiges Fundraising</em> im Internet relevant, das dauerhaft<em> </em>vielfältige Ressourcen aus dem gesellschaftlichen Raum akquirieren kann?</p>
<ol>
<li>Partizipation der Nutzer</li>
<li>Responsivität der Oganisationen</li>
<li>Wechselseitigkeit des Austausches</li>
<li>Diversität von Netzwerken</li>
<li>Passende Technologien</li>
<li>Bedeutung der lokalen Ebene</li>
</ol>
<p>Zu 1. <strong>Partizipation der Nutzer:</strong> wie die meisten Beiträge zur NPO-Blogparade herausstellen, braucht es in jeder Fundraising-Situation viele unterschiedliche und niedrigschwellige Mitmachmöglichkeiten für die Nutzer. Partizipation fördert die Integration von Menschen in Netzwerke und damit auch die Bildung von Unterstützerkreisen zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung. Wichtig ist es, Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Nutzern zu schaffen, also das Netzwerk nicht vertikal &#8211; zur gemeinnützigen Organisation hin &#8211; auszurichten,  sondern horizontal mit Blick auf die Community hin auszubauen.</p>
<p>Nutzer müssen befähigt werden, selbst als Multiplikatoren, Fundraiser, Wissenssammler usw. für die gemeinnützige Organisation aktiv zu werden. Von den Kontakten, die sie dabei sammeln, kann eine NPO erneut profitieren. Deshalb ist die Fixierung auf Spenderdatenbanken, wie dies in der Nonprofit-Szene üblich ist,  auch unzureichend: Eine NPO profitiert nicht nur von den hier gesammelten Einzelpersonen, sondern auch von deren Netzwerken.</p>
<p>Zu 2. <strong>Responsivität von Organisationen:</strong> dieser Punkt wurde <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/die-bereitschaft-zum-zuhoren-oder-wann-verhalten-sich-organisationen-responsiv/">hier im Blog</a> schon häufig thematisiert: man kann die Partizipation der Nutzer nicht ohne die institutionelle Seite betrachten, d.h. Organisationen müssen Partizipationsräume schaffen und sich responsiv verhalten, wenn sie möchten, dass Bürger sich einbringen. Wer die Bürger-Nutzer mit fertigen Strategien und Projekten konfrontiert, wird deren Bereitschaft zum Mitmachen zum Erlahmen bringen.</p>
<p>Zu 3. <strong>Wechselseitigkeit des Austausches:</strong> wie wichtig die sogenannte &#8220;Reziprozität&#8221; des Austausches in Netzwerken ist, beschreibt <a href="http://kulturwissenschaft.wordpress.com/2010/10/26/kulturmanagement-wie-sich-kontakte-auszahlen/">einer der Beiträge</a> zur NPO-Blogparade. Netzwerke bilden nur eine <em>Struktur</em>. Ob man das in ihnen eingebettete <em>soziale Kapital</em> heben kann, hängt davon ab, ob man am wechselseitigen Austausch partizipiert. Wer immer nur etwas aus dem Netzwerk will, aber keine Ressourcen investiert, ist von der Nutzung des sozialen Kapitals ausgeschlossen (vgl. &#8211; sehr interessant &#8211; <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/643.abstract">Jo Ann Schneider 2009</a>)</p>
<p>Zu 4. <strong>Diversität von Netzwerken:</strong> je pluraler Netzwerke aufgebaut sind, desto unterschiedlicher sind die Ressourcen, von denen die am Austausch Beteiligten profitieren können. Bleibt eine NPO in ihrem angestammten Biotop, wird sie immer auf dieselbe Ressourcenkonstallation stoßen. Dringt sie in neue Milieus und Netzwerke vor, ändert sich auch die Zusammensetzung der Ressourcen, die ihr potentiell zu Verfügung stehen: &#8220;Diverse resources flow through diverse networks&#8221;<a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf"> (Hampton/Lee/Her 2010, 5)</a>. Die bloße Anzahl von Kontakten, auf die viele NPOs und Fundraiser fixiert sind, sagt noch gar nichts über deren Diversität aus bzw. über den Ressourcenreichtum eines Netzwerks.</p>
<p>Zu 5. <strong>Passende Technologien:</strong> Nicht jede IuK-Technologie fördert direkt die Pluralität von Netzwerken, die für die Ressourcenvielfalt eines Netzwerks &#8211; und damit auch für den Fundraisingerfolg &#8211; entscheidend ist. In der Studie  von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> (via <a href="http://neighbourhoods.typepad.com/neighbourhoods/2010/11/locality-diversity-and-internet-use.html">neighbourhoods</a>) wurden die Netzwerke bzw. das soziale Kapital von über 2000 Erwachsenen untersucht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich IuK-Technologien und speziell Social Media auf die Diversität von Netzwerkkontakten auswirken. Das Ergebnis zeigt, dass Online-Communities die Diversität der Nutzer-Netzwerke unmittelbar vergrößern. Wohingegen Blogging, Photosharing oder der Einsatz von Mobiltelefonen nur indirekt &#8211; vermittelt über lokale Zusammenhänge &#8211; die Netzwerkvielfalt fördern.</p>
<p>Zu 6. <strong>Die Bedeutung der lokalen Ebene: </strong>Auch für das Online-Fundraising verliert die lokale Ebene nicht an Bedeutung. Die Studie von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> verdeutlicht, dass Social Media nicht unmittelbar &#8211; außer im Fall von Online-Netzwerken &#8211; Diversität schaffen. Sondern dass das Zusammenspiel von lokalem Engagement und Internetgebrauch in den meisten Fällen sehr wichtig ist, um vielfältiges soziales Kapital aufzubauen. Auch das Online-Fundraising muss deshalb Anknüpfungspunkte zur lokalen Ebene und zu konkreten Mitmachmöglichkeiten bieten. &#8220;Place is not lost as a result of the affordances of new technologies, but place-based networks are reinforced and made persistent&#8221; <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">(Hampton/Lee/Her 2010, 25)</a>.</p>
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		</item>
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		<title>Partizipation von Bürgern fördern &#8211; aber wie?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/partizipation-von-burgern-fordern-aber-wie/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 19:09:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die &#8220;Nationale Engagementstrategie&#8221; der Bundesregierung, die Anfang Oktober verabschiedet wurde, will das Bürgerengagement stärken. Die Engagementstrategie bildet die Grundlage &#8220;für eine gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts. Ziel ist es, durch geeignete Rahmenbedingungen einen Nährboden zu schaffen, auf dem bürgerschaftliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an Motiven und Ausgestaltungsmöglichkeiten gedeihen kann&#8221; (S. 6). Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/10/Nationale%20Engagementstrategie_10-10-06.pdf">&#8220;Nationale Engagementstrategie&#8221;</a> der Bundesregierung, die Anfang Oktober verabschiedet wurde, will das Bürgerengagement stärken. Die Engagementstrategie bildet die Grundlage &#8220;für eine gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts. Ziel ist es, durch geeignete Rahmenbedingungen einen Nährboden zu schaffen, auf dem bürgerschaftliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an Motiven und Ausgestaltungsmöglichkeiten gedeihen kann&#8221; (S. 6).</p>
<p>Eine wirklich ausgearbeitete Strategie findet man in dem Beschluß allerdings nicht, was <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/nachrichtendienst/politik_und_staat/engagementstrategie">erhebliche Kritik</a> hervorgerufen hat. Vielmehr enthält das Regierungspapier eine Ansammlung von Einzelzielen bezogen auf bestimmte Politikbereiche (Integration/Bildung/Umwelt/Demographischer Wandel/Internationale Zusammenarbeit) und eine Auflistung von unzähligen Modellprojekten zum Thema Bürgerengagement, die die Ressorts jetzt schon fördern. Auf Seite 7 wird jedoch klargestellt, dass die veröffentlichte &#8220;Engagementstrategie&#8221; nicht als abgeschlossen zu betrachten ist, sondern unter Beteiligung von Bürgern weiterentwickelt werden soll.</p>
<p>Dazu wurde u.a. die Plattform <a href="http://www.engagementzweinull.de/dito/forum?action=cmsjournalshow&amp;id=75">ENGAGEMENTzweinull</a> eingerichtet, auf der Bürger ihre Anmerkungen zum Kabinettsbeschluss und ihre Vorschläge für die Förderung des Bürgerengagements einbringen können. Die öffentliche Online-Konsultation startet am 22. November. Die Ergebnisse der Konsultation werden der Bundesregierung vorgelegt und im Netz veröffentlicht. Ohnehin sind schon die <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/09/Band3_NF_Web.pdf">Beratungsergebnisse des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation</a>, in dem Experten aus Staat, Wirtschaft und Bürgergesellschaft vertreten sind, in die Engagementstrategie der Bundesregierung eingeflossen.</p>
<p>Soviel Bürgerbeteiligung ist löblich, ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Thema &#8216;Förderung des Bürgerengagements&#8217; mit der Engagementstrategie des Bundes zu einem &#8220;zentralstaatlich gesteuerten Anliegen&#8221; geworden ist (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/09/Band3_NF_Web.pdf">Dahme/Wohlfahrt 2010, 146</a>). Der wichtigste Satz im Kabinettsbeschluss lautet: &#8220;Bund, Länder und Kommunen sind zentrale Akteure in der<br />
Engagementförderung&#8221; (S. 5).</p>
<p>Ich für meinen Teil halte nicht den Staat, sondern den <strong>Dritten Sektor</strong> für den zentralen Akteur, wenn es darum geht, das Engagement von Bürgern auszuweiten. Es sind die gemeinnützigen Organisationen, in denen &#8211; zumeist auf lokaler Ebene &#8211; Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung stattfinden. Also ist auch der Dritte Sektor der Dreh-und Angelpunkt für den weiteren Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten.</p>
<p>Der Staat kann hier durchaus fördernd wirken &#8211; mit finanziellen Mitteln, Gesetzen und Leistungsvereinbarungen, die auf mehr Mitbestimmung von Bürgern drängen. Aber er kann gemeinnützigen Organisationen &#8211; und hier speziell der verbandlichen Wohlfahrtspflege  &#8211; nicht die Aufgabe abnehmen, ihr Verhältnis zur Zivilgesellschaft neu zu bestimmen und ihre Bereitschaft, Bürger als Mitgestalter (und nicht nur als Helfer) einzubeziehen, weiterzuentwickeln.</p>
<p>Was mir auffällt, ist folgendes: sowohl die nationale Engagementstrategie als auch die Beratungsergebnisse des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation blenden die Verantwortung des Dritten Sektors als institutionellem Ort des Bürgerengagements weitgehend aus. Man liest ununterbrochen, wie wichtig das Bürgerengagement ist und dass Bürger sich unbedingt ins Gemeinwesen einbringen sollten. Aber es wird nicht thematisiert, welche Verantwortung dem Dritten Sektor dafür zukommt, dass Bürger sich <em>nicht </em>engagieren oder ihren Einsatz aufgeben, weil sie mit den starren Strukturen in verbandlichen Einrichtungen nicht zurecht kommen oder weil sie nach und nach merken, dass an ihren inhaltlichen Anregungen in dem professionellen Umfeld niemand interessiert ist und sie nur als Helfer gebraucht werden, aber nicht als Mitbestimmer und -entscheider.</p>
<p>Die Responsivität des Dritten Sektors, seine Öffnung nach außen hin, seine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft und seine  Bereitschaft zur Ausweitung von Mitbestimmungsmöglichkeiten &#8211; das sind die zentralen Anknüpfungspunkte, wenn man das Bürgerengagement fördern will.</p>
<p>In einem Beitrag für die Stiftung Mitarbeit habe ich auf die Bedeutung der institutionellen Strukturen für das Bürgerengagement hingewiesen:</p>
<p>&#8220;Wenn es um die Partizipation in gesellschaftlichen Organisationen geht, kann man die bürgerschaftliche Seite nicht ohne die institutionelle betrachten. Beide Seiten gehören zwingend zueinander und befinden sich in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Die Beteiligung von Bürgern am Organisationshandeln setzt voraus, dass Institutionen Partizipationsräume schaffen und sich gegenüber Bürgervorschlägen responsiv verhalten (&#8230;) Umgekehrt benötigt eine Organisation, die sich stärker zur Zivilgesellschaft hin öffnet, Bürger, die ihre Kompetenzen und ihr Wissen einbringen können und wollen. Erfolgreiche Bürgerbeteiligung in Organisationen hängt demnach auch von den Partizipationsressourcen der Bürgerschaft und nicht nur von den institutionellen Beteiligungsangeboten ab.</p>
<p>Wir haben es also mit der Gleichung „Bürgerbeteiligung = Responsivität von Organisationen“ zu tun und es geht darum, auf beiden Seiten dieser Gleichung zu arbeiten, wenn das Bürgerengagement und damit die Demokratisierung unserer Gesellschaft weiter vorangetrieben werden soll (..)&#8221; <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_reiser_101001.pdf">(Reiser 2010, 1)</a>.</p>
<p>Man kann das Bürgerengagement nicht zentralstaatlich verordnen und erfolgreich fördern, man kann nur Strukturen schaffen &#8211; vor allen Dingen lokal &#8211; die Bürger als Mitgestalter und Partner ernst nehmen. Und hier müssen gemeinnützige Organisationen die Hauptverantwortung übernehmen. Es macht keinen Sinn, die Verantwortung von sich weg und dem Staat zu zu schieben, weil eine wirkliche Öffnung für bürgerschaftliche Mitarbeit zu schmerzhaften Veränderungen speziell im verbandlichen Nonprofit-Bereich führen würde. Bürgerbeteiligung kostet ihren Preis, &#8211; man erhält sie nicht ohne eine Demokratisierung verbandlicher und professioneller Entscheidungsstrukturen.</p>
<p>Meines Erachtens müssen vier Aufgabenfelder im Mittelpunkt stehen, wenn die Mitarbeit und die Partizipation von Bürgern gefördert werden soll:</p>
<ul>
<li>die Schaffung von mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten im Dritten Sektor. Dies bedeutet, dass sich die gemeinnützigen Dienstleister von ihrer professionellen Dominanz verabschieden müssen. Die Zukunft gehört Koproduktionsmodellen, bei denen Bürger und Sozialeinrichtungen gleichberechtigt miteinander soziale Dienstleistungen konzipieren und erbringen.</li>
<li>die Förderung der Beteiligungskompetenzen von Bürgern <em>und </em>Communities. Es reicht nicht aus, im Dritten Sektor jeweils <em>organisationsintern </em>das freiwillige Engagement zu fördern. Notwendig ist der Blick auf das Gemeinwesen bzw. auf die unterschiedlichen Communities in den Gemeinden, die gestärkt werden müssen. Der einzelne Bürger wird durch eine vielfältige und handlungsstarke Zivilgesellschaft in seinen individuellen Partizipationsbemühungen unterstützt.</li>
<li>der Aufbau von Netzwerken auf kommunaler Ebene, die Bürger, Dritt-Sektor-Organisationen, staatliche und wirtschaftliche Akteure umfassen. Wo viele Communities untereinander gut vernetzt sind, existiert mehr Bürgerbeteiligung als in Gemeinden ohne entsprechende Netzwerkstrukturen. Wichtig ist nicht nur die Vernetzung an sich, sondern insbesondere der Ressourcenaustausch der Akteure untereinander und das Handeln der Beteiligten.</li>
<li>die Einbeziehung des Internets in die alltägliche Arbeit von gemeinnützigen Organisationen. Es bietet die Infrastruktur für Vernetzung, Kooperation und kollektive Aktionen. Um niemanden auszuschließen sollte die digitale Inklusion ein wichtiges Arbeitsfeld für alle sein, die Leistungen mit Bürgern und für Bürger erbringen.</li>
</ul>
<p>Wer an diesen vier Ideen im Detail interessiert ist, kann <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_reiser_101001.pdf">hier meinen gesamten Aufsatz </a>lesen, der im <a href="http://www.buergergesellschaft.de/aktuelles/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2010/4-quartal-2010/106873/">Wegweiser Bürgergesellschaft 19/2010</a> erschien. Der Beitrag wird in einem Band der <a href="http://www.mitarbeit.de/">Stiftung Mitarbeit</a> über die Zukunft der Bürgerbeteiligung erscheinen, der die Vorträge der gleichnamigen <a href="http://www.mitarbeit.de/forum2010.html">Tagung</a>, die im September stattfand, enthält.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Partizipation fördern und organisieren &#8211; welche Bedingungen müssen erfüllt sein?</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 16:03:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen? Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen?</p>
<p>Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie eng der Zusammenhang zwischen Einkommen und gesellschaftlichem Engagement ist und welche bedeutende Rolle das Bildungsniveau spielt, das Persönlichkeitsmerkmale fördert, die auf Beteiligung abzielen (wie Kreativität, Veränderungswille etc.)<a href="http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm128/14-17.pdf">(Böhnke/Dathe 2010</a>).</p>
<p>Wie kann man diese faktische Verengung der Bürgerbeteiligung aufbrechen? Wie können Partizipationsmöglichkeiten so ausgestaltet und unterstützt werden, dass sie über das <a href="http://gurstein.wordpress.com/2010/09/02/open-data-empowering-the-empowered-or-effective-data-use-for-everyone/">&#8220;Empowering the Empowered&#8221;</a> hinausgehen und möglichst viele Bevölkerungsgruppen ansprechen?</p>
<p>Es reicht offensichtlich nicht aus, online einen Aufruf mit der Bitte um Feedback, Teilnahme etc. zu starten oder auf lokaler Ebene Online-Konsultationen und ähnliches zu beginnen verbunden mit der Einladung an die Bevölkerung, sich einzubringen.</p>
<p>Der Rat von professioneller Seite,  Partizipationsprojekte &#8211; in diesem Fall die<a href="http://www.kommune21.de/web/de/meldungen,311_1_0_82.5,10724"> E-Partizipationsmöglichkeiten</a> auf lokaler Ebene &#8211; noch  stärker zu bewerben, wird für den Erfolg von Beteiligungsprozessen nicht genügen. Wer nicht von klein auf gelernt hat, sich einzubringen, hat auch als Erwachsener keine guten Voraussetzungen, wenn es um die Wahrnahme von Partizipationsmöglichkeiten geht.</p>
<p>Ein sehr praktisches Tool, um den Wirkungsgrad von Partizipationsprojekten zu vergrößern, ist das<strong> CLEAR-Modell </strong>von <a href="http://www.communities.gov.uk/documents/localgovernment/pdf/1241999">Pratchett/Durose/Lowndes u.a. (2009)</a>. Wer an dem Aufbau von Partizipationsprozessen interessiert ist, die breite Bevölkerungsschichten erreichen, der kann mit Hilfe des CLEAR-Modells effektive Beteiligungsprojekte entwerfen oder bestehende Beteiligungsangebote auf ihre Stärken und Schwächen hin untersuchen.</p>
<p>Das CLEAR-Modell umfasst fünf Kriterien. Sie berücksichtigen die Seite der Bürger und die der Institutionen, weil beide Seiten in  wechselseitiger Abhängigkeit voneinander stehen. Anders ausgedrückt: ohne responsive Organisationen läuft das Bürgerengagement ins Leere und ohne engagierte Bürger bleiben Partizipationsangebote von Institutionen ohne Feedback.</p>
<p>Die fünf Kriterien des CLEAR-Modells für effektive Partizipationsprozesse (s.S. 9ff):</p>
<p>1. Bürgern müssen die Kompetenzen vermittelt werden, die notwendig sind, um am Gemeinwesen partizipieren zu können (&#8220;<strong>C</strong>an do&#8221;). Dazu gehört auch, vor Ort für eine Infrastruktur zu sorgen, die Partizipation ermöglicht (Internetzugang, Bildungsangebote, Räumlichkeiten für Treffen usw.).</p>
<p>2. Bürger müssen darin befähigt und unterstützt werden, sich untereinander und mit Organisationen zu vernetzen. Ohne soziale Einbindung fehlt vielen das Motiv, sich an öffentlichen Angelegenheiten stärker zu beteiligen(&#8220;<strong>L</strong>ike to&#8221;).</p>
<p>Hier muss noch ergänzt werden, dass die Netzwerke, über die der einzelne verfügt, ihm auch Kompetenzen und Unterstützung vermitteln können, die Beteiligung fördern.</p>
<p>Dieser netzwerkorientierte Aspekt des CLEAR-Modells ist sehr wichtig, weil er die dominierende bilaterale Sichtweise verlässt, die sich auf das Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgern oder zwischen Bürgern und NPOs konzentriert. Der Vernetzungsgrad von Bürgern bzw. die kollektive Dimension hat großen Einfluss darauf, ob Bürger sich beteiligen oder nicht.</p>
<p>3. Organisationen müssen Bürgern Partizipationsmöglichkeiten bieten (&#8220;<strong>E</strong>nabled to&#8221;). Wo zivilgesellschaftliche Einrichtungen und Beteiligungsmöglichkeiten fehlen, sinkt die Partizipationsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>4. Organisationen müssen Bürger aktiv um ihre Beteiligung bitten. Die Mobilisierung von Bürgern durch ganz unterschiedliche Angebote ist wichtig, weil Bürger verstärkt partizipieren, wenn sie sich angesprochen fühlen (&#8220;<strong>A</strong>sked to&#8221;).</p>
<p>5. Organisationen müssen sich Bürgern gegenüber responsiv verhalten, d.h. sie müssen bereit sein zum Zuhören und Antworten (&#8220;<strong>R</strong>esponded to&#8221;). Wo diese Bereitschaft fehlt, weil Entscheidungsprozesse hierarchisch gefällt werden oder anderen Stakeholdern mehr Gewicht beigemessen wird, erlahmt auch die Beteiligungsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>Mit Hilfe des CLEAR-Modells können auch Defizite in der Social Media-Anwendung aufgezeigt werden. Der Schwerpunkt von Organisationen &#8211; auch den gemeinnützigen &#8211; liegt hier sehr häufig auf der versuchten Mobilisierung von Bürgern unter Vernachlässigung der ersten beiden Punkte, den Kompetenzen und der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Akteuren.</p>
<p>Wenn Social Media zur Interaktion und zum Dialog mit Bürgern führen soll, dann müssen die Beteiligungskompetenzen von Bürgern gefördert und muss ihre Vernetzung untereinander gestärkt werden.  Social Media-Strategien, die diese beiden Aspekte berücksichtigen, werden auf Dauer erfolgreicher sein als jene, die auf solch unterstützende Maßnahmen verzichten.<br />
Die digitale Inklusion und die politische Erwachsenenbildung müssen also durchaus ein Thema sein für alle, die sich von der Bürgerschaft mehr Partizipation erhoffen, ob online oder offline.</p>
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		<title>Koproduktion und der Paradigmenwechsel im Sozialsektor</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 14:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; im Dritten Sektor bedeutet: Dienstleistungen werden durch Netzwerke aus professionellen Anbietern und bürgerschaftlichen Akteuren (Klienten, Angehörigen, freiwilligen Helfern, Nachbarn, örtlichen Gemeinschaften usw.) erbracht. Alle am Netzwerk Beteiligten steuern Ressourcen bei. Jedem Beteiligten wird zugetraut, dass er etwas einbringen kann. Das Verhältnis zwischen professionellen Mitarbeitern und Bürgern ist auf Augenhöhe, beide Seiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; im Dritten Sektor bedeutet: Dienstleistungen werden durch Netzwerke aus professionellen Anbietern und bürgerschaftlichen Akteuren (Klienten, Angehörigen, freiwilligen Helfern, Nachbarn, örtlichen Gemeinschaften usw.) erbracht. Alle am Netzwerk Beteiligten steuern Ressourcen bei. Jedem Beteiligten wird zugetraut, dass er etwas einbringen kann. Das Verhältnis zwischen professionellen Mitarbeitern und Bürgern ist auf Augenhöhe, beide Seiten sind gleich in ihrer Wertigkeit.</p>
<p>Es geht bei der Koproduktion nicht darum, professionelles Wissen zu ersetzen, sondern das Wissen und die Kompetenzen von Bürgern und Sozialeinrichtungen zu <em>poolen</em>, um die bestmöglichsten Ergebnisse für die Gesellschaft zu erzielen <a href="http://www.nesta.org.uk/library/documents/Co-production-report.pdf">(Boyle/Harris 2009)</a>.</p>
<p>Dies bedeutet aber, dass Sozialeinrichtungen im Rahmen der Koproduktion nicht von vornherein auf die Überlegenheit ihrer &#8211; professionell legitimierten &#8211; Vorschläge pochen können. Sondern dass sich Lösungen durch einen Austausch zwischen bürgerschaftlichen Akteuren und Sozialeinrichtungen herauskristallisieren. Man kann also bürgerschaftliches Engagement und bürgerschaftliche Beteiligung nicht per se als &#8220;Ergänzung&#8221; zur Tätigkeit der professionellen Mitarbeiter betrachten &#8211; wie die <a href="http://www.bagfw.de/uploads/tx_twpublication/BE-Grundsatzposition_30_06_2010.pdf">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege</a> dies tut  (via <a href="http://b-b-e.de/index.php?id=14632">BBE </a>) &#8211; und diesen &#8220;ergänzenden&#8221; Status festschreiben. Denn wenn Bürger und Sozialeinrichtungen ihre Kompetenzen und ihr Wissen poolen, dann entstehen ganz neue Lösungen, die die Erfahrungen von beiden Seiten &#8211; der professionellen und der bürgerschaftlichen &#8211; gleichberechtigt in sich bündeln.</p>
<p>Auch wenn gemeinnützige Träger im Sozialsektor derzeit noch in ihrem organisations- und outputorientierten Paradigma gefangen sind: die Zukunft gehört den Beziehungen, den Netzwerken und Verbindungen in die Zivilgesellschaft hinein.</p>
<p>Koproduktion bricht mit der binnenorientierten Tradition von gemeinnützigen Organisationen, die um sich selbst und ihr Fachgebiet und um ihre eigene Community kreisen. Koproduktion lenkt den Blick nach außen, hin zu den Stakeholdern einer Organisation und deren vielfältige Ressourcen, ohne die eine Einrichtung die Ziele, derentwillen sie angetreten ist &#8211; nämlich gesellschaftliche Problemlagen zu beiseitigen &#8211; nicht wird erreichen können.</p>
<p>Für einen Aufsatz für die Zeitschrift <a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=10357">SOZIALwirtschaft</a>, der im November erscheinen wird, habe ich beschrieben, wie der Paradigmenwechsel verfasst ist, vor dem die professionellen Dienstleister im Sozialsektor stehen. Es geht um einen Perspektivenwechsel in gemeinnützigen Organisationen:</p>
<ul>
<li>von der dominierenden Binnensicht zu den Stakeholder-Netzwerken</li>
<li>von der Organisation hin zu Beziehungen</li>
<li>von der hierarchischen Steuerung zur Partizipation</li>
<li>von der Professionalisierung  zum Wissen der Bürger</li>
<li>vom anbieterzentrierten Servicemodell zu den Bedürfnissen der Nutzer</li>
<li>vom Output zum Outcome</li>
<li>vom Paternalismus zum Empowerment von Bürger-Nutzern</li>
<li>von ungleichen Machtverhältnissen zwischen der Einrichtung und Bürgern zu einem Verhältnis auf Augenhöhe.</li>
</ul>
<p>Die Koproduktion sozialer Dienstleistungen &#8211; also deren  Planung, Ausgestaltung, Umsetzung und Evaluation &#8211; kann auch über das Internet erfolgen. Speziell das Bürgerwissens kann sehr einfach über das Internet abgerufen werden, ebenso deren Beteiligung, wenn es darum geht, Problemlagen empirisch zu erfassen.</p>
<p>Web-Mapping Projekte wie <a href="http://megafone.net/GENEVE/map.php?r=1">GENEVE accessible,</a> wo Rollstuhlfahrer Barrieren in Genf fotografieren und in eine Online-Karte eintragen, oder wie die &#8211; hier schon oft zitierte -  Ushahidi &#8211; Webseite bzw.  Software, die die Hilfsanfragen von Menschen, die von Katastrophen betroffen sind, kartiert (Bsp.: <a href="http://chile.ushahidi.com/">Chile-Erdbeben</a>), zeigen das Potential des &#8220;crowdsourcing&#8221; für gemeinnützige Organisationen. Das Feedback der Bürger über die Qualität der erhaltenen Dienstleistungen kann ebenfalls abgefragt und in die Konzeption und Veränderung sozialer Dienste eingebracht werden. Siehe als Beispiele aus dem Gesundheitsbereich die Plattformen <a href="http://www.patientopinion.org.uk/">Patient Opinion</a> und <a href="http://www.iwantgreatcare.org/">iWantGreatCare</a> oder den geplanten <a href="https://weisse-liste.arzt-versichertenbefragung.aok-arztnavi.de/informationen-fuer-aerzte.18.de.html">Gesundheitsnavigator.<br />
</a><br />
Der Staat kann eine konstruktive Rolle spielen, wenn es darum geht, die Partizipation in Nonprofits zu fördern, &#8211; dies zeigt die empirische Studie von <a href="http://www.ingentaconnect.com/content/bpl/puar/2009/00000069/00000003/art00014?crawler=true">Kelly LeRoux aus dem Jahr 2009</a>. Über Förderrichtlinien kann er die Beteiligung von Klienten und anderen an der Entscheidungsfindung von Nonprofits festschreiben.</p>
<p>Die <a href="http://www.bagfw.de/uploads/tx_twpublication/BE-Grundsatzposition_30_06_2010.pdf">Kritik</a> (s. S. 3) der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege an der Aufnahme des freiwilligen sozialen<br />
Engagements in die staatlichen Förderrichtlinien  für den Nonprofit-Sektor ist deshalb differenziert zu betrachten. Wenn es dem Staat lediglich darum geht, aus Spargründen die &#8220;Bürgerarbeit&#8221; in gemeinnützigen Organisationen über Förderrichtlinien zwangsweise festzuschreiben, so ist dies abzulehnen. Falls staatliche Institutionen aber versuchen sollten, die Finanzierung sozialer Dienste mit Anforderungen an die partizipative Praxis in Nonprofits zu verbinden (und dies auch zu finanzieren&#8230;),  so wäre dies zu begrüßen. Denn ohne Druck von staatlicher und &#8211; vor allem &#8211; von zivilgesellschaftlicher Seite werden sich gemeinnützige Organisationen einer weitergehenden Bürgerbeteiligung in ihren Einrichtungen nicht öffnen. Zu sehr verankert ist die Dominanz der Profession und das Ungleichgewicht zwischen der Einrichtung und ihren Nutzern.</p>
<p>Das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; könnte eine Möglichkeit sein, bestehende Strukturen im Dritten Sektor aufzubrechen. In Großbritannien diskutiert eine eigens eingerichtete Community aus Praktikern und Experten über das Thema Koproduktion, das <a href="http://coproductionnetwork.com/">co-production practitioners’ network</a>. Es würde sich lohnen, auch bei uns einen entsprechenden Gedankenaustausch zu starten. Wer am Thema interessiert ist und Ideen einbringen kann, ist eingeladen, sich am Forum &#8220;Koproduktion&#8221; zu beteiligen, das ich im Rahmen der Xing-Gruppe <a href="http://www.xing.com/group-47618.46e690">&#8220;Zivilgesellschaft und Internet&#8221;</a> eröffnet habe.</p>
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		<title>Nachhaltiger Social Media-Einsatz</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 08:39:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der 16. Runde der NPO-Blogparade fragt Ole Seidenberg, der SocialBlogger, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen. Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img class="alignleft" title="npo_blogparade" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>In der 16. Runde der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> fragt<a href="http://socialaction20.wordpress.com/2010/06/07/npo-blogparade-nr-16/"> Ole Seidenberg, der SocialBlogger</a>, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen.</p>
<p>Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit">&#8220;Nachhaltigkeit&#8221;</a> ist ein diffuser Begriff, aber in diesem Zusammenhang soll er bedeuten, dass Ressourcen &#8211; hier:  Social Media Tools &#8211; so eingesetzt werden, dass sie dauerhafte Lösungen mit Mehrwert für eine gemeinnützige Organisation, ihre Klientel und die Zivilgesellschaft schaffen.</p>
<p>Ein nachhaltiger, weil handlungsorientierter,  Social Media Gebrauch durch eine NPO zielt darauf ab, Gemeinschaften und Bewegungen zu bilden, die Meinung und das Wissen anderer einzuholen, gemeinsam zu lernen und die eigenen Programme und Aktionen so zu gestalten, dass Unterstützer andocken und mitmachen können.</p>
<p>Es sind sicherlich auch Anwendungsszenarien von Social Media außerhalb dieses handlungsorientierten Ansatzes möglich und legitim, aber speziell für gemeinnützige Organisationen, die sich die Behebung von Missständen zum Ziel gesetzt haben, macht eine Social Media-Nutzung, die auf konkretes Handeln zielt, Sinn.</p>
<p>Ein gutes Beispiel, wie eine Organisation über das Internet Unterstützer gewinnen und Projekte in der realen Welt initiieren kann, liefert die  gemeinnützige Organisation <a href="http://kaboom.org/blog/how_we_used_internet_break_new_ground">&#8216;KaBOOM!</a>&#8216; in den USA, die sich dort um den Erhalt und Aufbau von Spielplätzen bemüht. Mit Hilfe ihres Internetauftritts, einem online-Training, do-it-yourself-Tools, einer Community usw. gelang es der Organisation, in fünf Jahren über 6000 Gemeinschaften dabei zu helfen, einen Spielplatz einzurichten oder instand zu setzen. Auf <a href="http://www.bethkanter.org/kaboom-case-study-monito/">Beth&#8217;s Blog</a> gibt die NPO viele Tipps, wie gemeinnützige Akteure offline mehr Wirkung erzielen können. Dazu gehört der Rat, die eigene Botschaft und das eigene Programm so verständlich wie möglich zu vermitteln, so dass Unterstützer vor Ort den Gedanken aufgreifen können, um selbst aktiv zu werden. Die NPO sollte überdies mithelfen, Menschen untereinander zu vernetzen, und Handlungsanreize schaffen.</p>
<p>Multiplikatoren und Unterstützer suchen, einbinden und ihnen Handlungsmöglichkeiten bieten, &#8211; zu diesem dezentralen Konzept muss eine NPO bereit sein. Es bedeutet: ein Stück weit die eigene hierarchische Steuerung zu reduzieren und den bürgerschaftlichen Mitstreitern mehr Vertrauen entgegenbringen, speziell von professioneller Seite. Man muss nicht alles selbst regeln, denn auch die Menschen außerhalb des eigenen Systems bringen Expertise als Betroffene, Erfahrene, Engagierte ein. In meinem letzten Blogbeitrag thematisierte ich das Modell der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-als-chance-fur-gemeinnutzige-organisationen/">Koproduktion</a> , bei der sich Bürger und NPOs  die Planung und Umsetzung von Dienstleistungen teilen und NPO-Mitarbeiter die Rolle von Mentoren übernehmen.</p>
<p>Auch KaBOOM! musste lernen, Kontrolle abzugeben, um den eigenen Wirkungsgrad zu erhöhen, indem die Organisation ihre Markenrechte an einigen Online-Tools abtrat, um deren lokale Nutzung nicht einzuschränken.</p>
<p>Nonprofits sind heutzutage  häufig in ihrer binnenorientierten Perspektive gefangen &#8211; vgl. den Beitrag von <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/qualitaet-in-der-sozialen-arbeit/perspektiven-lasst-sich-ein-langfristiger-kurs-uberhaupt-noch-abstecken/">Stefan Zollondz</a> &#8211; und schauen zu wenig über den Rand ihres Fachgebietes. Als würde sich die Welt ausschließlich um das eigene NPO-Anliegen drehen. Aber dem ist nicht so. Es gibt viele unterschiedliche Welten und Perspektiven und es muss für gemeinnützige Organisationen darum gehen, sich den Reichtum an Ideen und Erfahrungen dieser anderen Welten für das eigenen Arbeiten zu erschließen.</p>
<p>Wirkung können jene NPOs entwickeln, die Bewegungen bilden und die Menschen auf lokaler Ebene ermächtigen, etwas beizutragen. Insofern muss auch ein nachhaltiger Social Media-Einsatz von gemeinnützigen Organisationen auf die Bildung von Netzwerken und lokalen Communities zielen. Es geht nicht darum, nach schnellen Fundraising- Erfolgen und Vermarktungsstrategien zu schielen. Man kann Social Media selbstverständlich auch so nutzen, &#8211; nur ist dies nicht nachhaltig, weil die Vernetzungs- und Handlungspotentiale von Social Media so unausgeschöpft bleiben.</p>
<p>Auf kurzfristigen Erfolg hin angelegte Strategien folgen dem kurzfristigen Denken von großen Teilen der Wirtschaft und des Staates. Doch gerade NPOs, die mit langwierigen, komplexen Problemlagen Umgang pflegen, wissen, dass manche Dinge sehr viel Zeit brauchen. So auch der Aufbau von Netzwerken, die man nur durch einen stetigen Input, der Mehrwert schafft, aufbauen kann. Dialoge allein reichen hierfür nicht aus, &#8211; Handeln und Ressourcen müssen ebenfalls eingebracht werden.</p>
<p>Amy Sample Ward hat mich mit einer <a href="http://www.slideshare.net/AmySampleWard/social-media-philanthropy?from=ss_embed">Präsentation</a> inspiriert. Die von ihr hier verwendeten Formulierungen &#8220;Redefine ROI&#8221; und &#8220;Lead by Example&#8221; möchte ich ebenfalls in mein Konzept des &#8220;nachhaltigen Social Media- Einsatzes&#8221; mit aufnehmen.</p>
<p>Den Return on Investment (ROI) umzudefinieren, bedeutet, den Erfolg von Social Media nicht nur anhand quantitativer Dimensionen zu messen (Klickzahlen, Spenden, Followerzahlen, Unterschriften etc.), sondern deren Wirkung auch bezogen auf den Netzwerkaufbau oder die erzielten Wirkungen im Politikfeld zu untersuchen. Alternative Mess-Ideen stehen mit dem <a href="http://amysampleward.org/2010/01/18/return-on-engagement-for-your-community/">ROE (&#8220;Return on Engagement&#8221;)</a> oder dem alternativen <a href="http://steve-dale.net/2010/06/13/knowledge-management-return-on-investment/">ROI (&#8220;Return on Impact&#8221;)</a> zur Verfügung und müssten noch weiter entwickelt werden.</p>
<p>&#8220;Lead by Example&#8221; &#8211; das ist für einen nachhaltigen Social Media- Einsatz sehr wichtig. Einen fairen Dialog kann nur derjenige einfordern, der selbst fair kommuniziert. Unterstützung seitens der Zivilgesellschaft kann man dann glaubwürdig erbitten, wenn man selbst als <em>Enabler</em> fungiert, der Handlungschancen eröffnet und nicht verschließt.</p>
<p>Zusammenfassend kann man &#8211; in einem ersten Anlauf &#8211; die Elemente eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes wie folgt definieren:</p>
<p>Ein <strong>nachhaltiger Social Media-Einsatz</strong></p>
<ul>
<li><strong>ist handlungsorientiert</strong></li>
<li><strong>bildet Netzwerke</strong></li>
<li><strong>zielt auf das Empowerment von Menschen</strong></li>
<li><strong>zeichnet sich durch einen längerfristigen Zeithorizont aus</strong></li>
<li><strong>blickt auf die Wirkungen von Social Media in der realen Welt</strong></li>
<li><strong>lebt die eigenen (online/offline) Ansprüche an die anderen vor.</strong></li>
</ul>
<p>Wie  Online-Tools und Offline-Aktionen im Detail miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen, &#8211; das war die Frage von Ole Seidenberg  -  muss von Fall zu Fall neu entschieden werden. Es gibt kein Rezept, dem alle Organisationen folgen können. Es gibt lediglich Regeln für einen nachhaltigen, weil handlungsorientierten Social Media-Einsatz, die ich hier zu formulieren versuchte.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/nachhaltiger-social-media-einsatz/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Wissensmanagement in Nonprofits mit Social Media- Auswertung der Blogparade</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 16:21:21 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[In der 15. Runde der NPO-Blogparade ging es um die Frage, wie gemeinnützige Organisationen die Netzwerke und Tools des Web 2.0 für ihr Wissensmanagement nutzen können. Zu dem Thema wurde am 23. April auch ein einstündiger #npochat auf Twitter durchgeführt, der &#8211; wie immer &#8211; allen Interessierten offen stand. Welche Erkenntnisse konnten wir durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>In der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">15. Runde der NPO-Blogparade</a> ging es um die Frage, wie gemeinnützige Organisationen die Netzwerke und Tools des Web 2.0 für ihr Wissensmanagement nutzen können. Zu dem Thema wurde am 23. April auch ein einstündiger #npochat auf Twitter durchgeführt, der &#8211; wie immer &#8211; allen Interessierten offen stand.</p>
<p>Welche Erkenntnisse konnten wir durch die Blogparade und den #npochat sammeln und nun an NPOs weitergeben?</p>
<p>1. <strong>Der Begriff  &#8216;Wissensmanagement&#8217; ist umstritten.</strong> Auch unter uns BloggerInnen. Er wird als zu technizistisch empfunden, mit einem Hang zur Betonung des organisationsinternen und schriftbasierten Wissens unter Vernachlässigung des sozialen Austausches. Speziell Gerald Czech, der <a href="http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2010/04/21/wissensmanagement-dekonstruiert/">Redcross Sociologist</a>,  hält den Begriff  für &#8220;gehyped&#8221;. Ihm zufolge sammeln und generieren NPOs Wissen, ohne dafür explizit diesen Begriff zu verwenden.</p>
<p>2. <strong>Warum überhaupt Wissensmanagement?</strong> <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a> zählt die Argumente auf, die für ein Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen sprechen: Die Konkurrenz auf den Märkten &#8211; auch im gemeinnützigen Bereich-  nimmt zu. Öffentliche Gelder gehen zurück. Für Nonprofits bietet das Wissensmanagement eine gute Möglichkeit, größere Effektivität und Effizienz zu erreichen und einen Wissensabfluss zu stoppen. Von einem Wissensabfluss sind NPOs deshalb besonders bedroht, weil sie sehr von freiwilliger Mitarbeit abhängen und viele Helfer nur eine kurze Zeit in Nonprofits mitarbeiten. Ihr Wissen geht nach einem Weggang ohne vorherige Archivierung oder weitere Vernetzung für die Organisation verloren.</p>
<p>3. <strong>Tools </strong>standen bei den eingegangenen Blog- und Diskussionsbeiträgen nicht im Vordergrund. Alle waren sich darin einig, dass die Organisationskultur und die Haltung der Mitarbeiter für ein erfolgreiches Wissensmanagement wichtiger sind als einzelne Tools. Dass es im Internet sehr gute Instrumente gibt, die dem gemeinsamen Wissensaustausch und Lernen dienen, ist bekannt.</p>
<p>Genannt wurden hier immer wieder Wikis, und Blogs (tragen &#8220;das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter nach außen&#8221;. Sie sind eine &#8220;Art Protokoll des lauten Denkens&#8221; meint <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a>). Dann soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook und die Lernplattform Moodle, die ihre Potentiale für das Wissensmanagement laut <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/digitale-wissensarbeit/wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">Stefan Zollondz </a>speziell am Beispiel des <a href="http://www.forum-lernen.de/moodle1_6/">Forum Lernens</a> zeigt, in dem Nonprofit-Vertreter träger- und bundesländerübergreifend zusammenarbeiten. Aber auch Offline-Formate wie Barcamps und die Socialbar werden als nutzbringende Wissensmanagement-Instrumente erachtet.</p>
<p>4. <strong>Organisationskultur/Mitarbeiter</strong>: Sie sind der Dreh-und Angelpunkt für ein erfolgreiches Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen. Im einzelnen sind folgende Elemente in der Organisation und im Mitarbeiterbewusstsein und -handeln wichtig:</p>
<ul>
<li>Freude und Spaß am Wissen teilen (<a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/21/npo-blogparade-15-wissensmanagement-mit-hilfe-von-social-media/">Christian Henner-Fehr</a>).</li>
<li>Eine Wertschätzung des unterschiedlichen Wissens der Kollegen (<a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/">Hannes Jähnert</a>, <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/21/npo-blogparade-15-wissensmanagement-mit-hilfe-von-social-media/">C. Henner-Fehr</a>). Anderes/fremdes Wissen sollte  nicht als Konkurrenz und Bedrohung betrachtet werden, sondern als Bereicherung.</li>
<li>Eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, die Innovationen fördert und öffentlich Rechenschaft ablegt über den eigenen Lernweg, statt Strafen für Fehler und eine PR der<a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/"> &#8220;Selbstbeweihräucherung&#8221; </a> (Hannes Jähnert).</li>
<li>Social Media-Richtlinien, die Mitarbeiter mit Chancen und Regeln für die  Online-Kommunikation ausstatten.</li>
</ul>
<p>Im #npochat wurde herausgearbeitet, dass Wissen teilen für Individuen einfacher ist als für Organisationen:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-305" title="redcross-Tweet 13cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/redcross-Tweet-13cm1.jpg" alt="redcross-Tweet 13cm" width="491" height="49" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es bleibt für mich die Frage, wie die hier angemahnte Kultur der Fehlerfreundlichkeit und Innovation mit der Tendenz in Nonprofits zusammenpasst, ihre Dienstleistungen zu standardisieren und untereinander anzugleichen. Eine Tendenz, die durch ISO-Zertifizierungen und staatliche Vorgaben gefördert wird, wie Stefan Zollondz in einem <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/qualitaet-in-der-sozialen-arbeit/acht-denkanstose-fur-ein-qualitatsmanagement-im-non-profit-bereich/">Blogbeitrag</a> analysiert.</p>
<p>Das bestärkt mich in meiner <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/auf-dem-weg-zur-npo-2-0/">Forderung</a>, den Staat nicht außer acht zu lassen, wenn man über hiesige NPOs &#8211; speziell im Sozialbereich &#8211; spricht. Für ein innovationsorientiertes Wissensmanagement bedarf es auch eine entsprechende Akzeptanz auf staatlicher Seite oder zumindest keine staatlichen Richtlinien, die die Bemühungen von Nonprofit-Organisationen hier konterkarieren.</p>
<p>5. <strong>Netzwerke</strong> sind die Strukturen, die den Austausch von Wissen unter Mitarbeitern und Organisationen ermöglichen. <a href="http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2010/04/21/wissensmanagement-dekonstruiert/">Gerald Czech</a> vertritt die These, dass die Vernetzung nicht nur das Feld an sich, sondern auch das Wissen des Feldes strukturiert, &#8211; ein interessanter Gedanke. Hervorgehoben wurde im #npochat auch,wie wichtig es ist, die Aktivitäten von Online-Netzwerken durch Offline-Aktionen zu verbinden:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-294" title="Hannes-Tweet 13 cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Hannes-Tweet-13-cm.jpg" alt="Hannes-Tweet 13 cm" width="491" height="45" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-295" title="staranov-Tweet 13cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/staranov-Tweet-13cm.jpg" alt="staranov-Tweet 13cm" width="491" height="47" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>6. <strong>Austausch über Organisationsgrenzen hinweg</strong>. Auf die Stärke schwacher Beziehungen wurde öfters in der Diskussion hingewiesen, insbesondere von <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/digitale-wissensarbeit/wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">Stefan Zollondz</a>. Neues Wissen und Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven aufeinander treffen. Deshalb ist gerade für Nonprofits der organisations- und fachbereichsübergreifende Austausch wichtig.</p>
<p>Laut Zollondz wird in NPOs auch organisationsübergreifend immer häufiger Wissen geteilt, aber interessanterweise eher mit Organisationen, die weiter weg sind:<img class="alignnone size-full wp-image-296" title="Zollonz-Tweet 13 cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Zollonz-Tweet-13-cm.jpg" alt="Zollonz-Tweet 13 cm" width="491" height="44" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn schwache Beziehungen eine so große Bedeutung besitzen, dann frage ich mich, wie die schleichende <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/facebook_open_graph_the_definitive_guide_for_publishers_users_and_competitors.php">Personalisierung des Internets</a>, vorangetrieben durch Facebooks Open Graph,  sich auf die Generierung von Wissen und Innovation auswirken wird. Besteht nicht die Gefahr, dass man als Individuum oder Organisation über Facebook nur noch jene Netz-Informationen zugespielt bekommt, die die eigenen Interessen (und die eigene beschränkte Sicht der Welt) widerspiegeln?</p>
<p>7. <strong>Crowdsourcing</strong>.  Speziell <a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/">Hannes Jähnert</a> weist auf die Bedeutung der &#8216;Weisheit der Vielen&#8217; für das Wissensmanagement von Nonprofits hin. Hier spielen auch wieder die unter Pkt. 6 erwähnten schwachen Beziehungen eine Rolle. Es muss für Nonprofits darum gehen, die unentdeckten Wissensschätze ihrer Stakeholder zu heben. Auch &#8216;Laien&#8217; bieten als Kunden, Ehrenamtliche, Bürger usw. wichtige Anregungen und Informationen für gemeinnützige Organisationen, auf die Nonprofits nicht verzichten sollten, wenn sie erfolgreich im Wettbewerb bestehen möchten.</p>
<p>Wie wichtig das Wissen von Bürgern für Nonprofits z.B. im Katastrophenfall  ist, zeigt das Projekt <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/mobiltelefon-und-mobiles-internet-chancen-fur-gemeinutzige-organisationen/">Ushahidi</a>, das die Hilfsanfragen von Betroffenen kartiert.   Und auch im Umweltbereich werden Bürger immer häufiger zu Datensammlern und können das Wissen von NPOs erweitern, &#8211; siehe das Projekt<a href="http://digitalurban.blogspot.com/2010/04/crowd-sourced-data-copenhagen-wheel-for.html"> Copenhagen Whee</a>l, wo Radfahrer unterwegs automatisch Umweltdaten sammeln, die sie mit anderen teilen können.</p>
<p>Robert Dürhager wies im #npochat auch auf die Bedeutung von Kampagnen hin, um einen Wissenstransfer von den Stakeholdern hin zu gemeinnützigen Trägern zu schaffen:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-297" title="Robert-Tweet 13cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Robert-Tweet-13cm.jpg" alt="Robert-Tweet 13cm" width="491" height="47" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>8. <strong>Open Data</strong>. Von meiner Seite möchte ich noch auf die Relevanz von offenen Daten für das Wissensmanagement von Nonprofits hinweisen. Wenn Regierung und Verwaltungen bisher verschlossene Daten öffentlich stellen, können auch gemeinnützige Organisationen davon profitieren. Auf der Basis zusätzlicher quantitativer und qualitativer Daten können Nonprofits das Wissen über ihr Fachgebiet und über ihre Zielgruppen erweitern und ihr Dienstleistungsangebot verbessern bzw. Applikationen für ihre Stakeholder entwickeln.</p>
<p>Auch Nonprofits sind dazu aufgefordert, mehr Transparenz bezüglich ihrer Leistungen zu schaffen und mehr Informationen über ihr Fachgebiet online zu stellen, damit die Chance, Wissen über Organisationsgrenzen hinweg zu entwickeln, wächst.  Mehr zum Thema &#8216;offene Daten&#8217; finden interessierte Leser <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/ukusa-daten-aus-politik-und-verwaltung-werden">hier</a> und im <a href="http://opendata-network.org/">Opendata Blog</a>.</p>
<p>9.<strong> Integration in die Arbeitsabläufe</strong>. &#8220;Für das Wissensmanagement ist die Integration von Social Media Tools in den Workflow die beste Voraussetzung, denn dadurch können interessante Synergien genutzt werden&#8221;, die sich im Rahmen des Austausches der Mitarbeiter untereinander und mit anderen ergeben, schreibt <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a>.  Wissensmanagement muss integraler Bestandteil des Arbeitsalltags und der Kooperation in NPOs sein und keine separierte Aufgabe, um die man sich gesondert kümmert.</p>
<p>Abschließend möchte ich mich bei allen Autoren, die an der NPO-Blogparade und am #npochat teilgenommen haben, herzlich bedanken. Sie haben ihr Wissen großzügig geteilt und damit auch diese Runde der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">Blogparade</a> zu einem Instrument gemacht, mit dem das Wissen über und für gemeinnützige Organisationen erweitert werden kann.</p>
<p>Die kommende Runde der NPO-Blogparade wird  von meiner Bloggerkollegin Karin Janner vom <a href="http://kulturmarketingblog.de/">Kulturmarketing-Blog</a> gehostet. Ich bin schon gespannt auf  das nächste Thema!</p>
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		<title>NPO-Blogparade #15: Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen mit Hilfe von Social Media</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best Practice]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie können gemeinnützige Organisationen die kollaborativen Tools und Netzwerke des Internets nutzen, um Wissen zu generieren, zu vermitteln, zu bewahren und zu pflegen? Diese Frage möchte ich in der 15. Runde der NPO-Blogparade zur Diskussion stellen. Einen guten Einstieg in das Thema Wissensmanagement mit Social Media bietet die Studie von Christiane Schulzki-Haddouti von KoopTech über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a> <strong> </strong></p>
<p><strong>Wie können gemeinnützige Organisationen die kollaborativen Tools und Netzwerke des Internets nutzen, um Wissen zu generieren, zu vermitteln, zu bewahren und zu pflegen?</strong></p>
<p>Diese Frage möchte ich in der 15. Runde der NPO-Blogparade zur Diskussion stellen. Einen guten Einstieg in das Thema Wissensmanagement mit Social Media bietet die Studie von Christiane Schulzki-Haddouti von <a href="http://blog.kooptech.de/">KoopTech</a> über <a href="http://blog.kooptech.de/KoopTech.pdf">Kooperative Technologien</a>, die sich im 7. Kapitel (S. 181ff) mit den Chancen der neuen Anwendungen für das Wissensmanagement befasst.</p>
<p>Die Studie macht deutlich, dass der Begriff &#8216;Wissensmanagement&#8217; definitorisch nicht eindeutig und inhaltlich sehr umstritten ist. Grundsätzlich geht es beim Wissensmanagement um das Ziel, das Wissen der Mitarbeiter für eine Organisation stärker  nutzbar zu machen. In der Vergangenheit  setzte man hierbei auf einen dokumentenorientierten Ansatz (S. 184), der versuchte, Wissen in Form von Texten zu erfassen. Zwischenzeitlich rückte der soziale Kontext von Wissen in den Vordergrund bzw. der Umstand,  dass Wissen im Rahmen sozialer Beziehungen entwickelt und weitergegeben wird. In &#8220;Communities of Practice&#8221; und &#8220;Communities of Interest&#8221; tauschen sich Mitarbeiter aus und lernen gemeinsam.</p>
<p>Wie werden Social Media in Organisationen eingesetzt, um Wissen auszutauschen und abrufbar zu machen? Die KoopTech-Studie führt als Fallbeispiel IBM Deutschland an mit mehreren Tausend Mitarbeiter-Blogs und Wikis, mit Instant Messaging und einer internen Netzwerkplattform, über die jeder Mitarbeiter sich mit anderen vernetzen und seine Kontakte verschlagworten (taggen) kann. Ergänzend gibt es Social Media-Richtlinien, die den öffentlichen Dialog der Mitarbeiter im Internet regeln.</p>
<p>Auch in gemeinnützigen Organisationen stellen sich die folgenden Fragen:</p>
<ul>
<li>wie finden Mitarbeiter die richtigen Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der Organisation?</li>
<li>wie kann man das einrichtungs-, dienstleistungs- und ortsbezogene Wissen sammeln und allen Mitarbeitern zugänglich machen?</li>
<li>wie können Lern- und Arbeitsgemeinschaften initiiert und deren Ergebnisse in der Organisation verbreitet werden?</li>
<li>wie können Träger voneinander lernen und von Best-Practice-Beispielen in anderen Einrichtungen profitieren?</li>
<li>wie können Mitarbeiter das öffentliche Web nutzen, um zu lernen und welche Vorgaben gibt es hierfür seitens der Organisation?</li>
</ul>
<p>Das Internet bietet mit seinen kollaborativen Tools eine Fülle von Möglichkeiten für den gemeinsamen Wissensaustausch und um neue Ideen zu entwickeln. Über soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Xing  und im Rahmen von Blogs sammeln sich Menschen, die an einem bestimmten Thema interessiert sind. Auch die NPO-Blogparade selbst und die <a href="http://socialbar.de/wiki/Hauptseite">Socialbar</a> sind solche gemeinsamen Lern- und Bildungsnetzwerke, die den Wissensaustausch zum Thema Web 2.0 für Nonprofits fördern und  öffentlich zugänglich machen. Mein Bloggerkollege  Hannes Jähnert untersucht gerade  im Rahmen eines <a href="http://forschungsprojekt.wordpress.com/2010/03/23/forschungsdesign/">Forschungsprojektes</a>, ob und auf welchem Weg es einen Wissenstransfer aus der So0cialbar in gemeinnützige  Organisationen gibt.</p>
<p><a href="http://www.crisscrossed.net/2008/09/09/web2fordev-one-year-after-%E2%80%93-a-critical-review/"> Christian Kreutz</a> kritisierte am Beispiel des Entwicklungshilfebereichs,  dass es hier keine öffentlichen Wissenssammlungen von Nonprofits gibt und Wissen seitens der Organisationen viel zu wenig gepoolt wird. Ebenso wenig nutzt man hier das Knowhow von Unterstützern bzw . die Weisheit der Vielen, die über das Internet abgefragt werden könnte.  Stattdessen existieren unzählige <em>information silos</em> nebeneinander, die bewacht und gehegt werden, zu Lasten eines Wissensaustausches, der Innovation fördern könnte. Meines Erachtens würde das Wissen von Nonprofits an strategischem Wert gewinnen, wenn es über das Internet stärker öffentlich gemacht würde.  Nur so könnte man sich auf gesellschaftlicher Seite einen realistischen Überblick über die Situation im sozialen/kulturellen/&#8230; Sektor verschaffen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Wenn man die wirklichen Probleme nicht kennt, kann man Nonprofits als Institutionen nicht entsprechend unterstützen.</p>
<p>Ich würde mich freuen, wenn sich viele Blogger an der NPO-Blogparade beteiligen. Die besten Thesen, Ideen, Beispiele werde ich &#8211; namentlich zitiert und mit der jeweiligen Blogadresse verbunden &#8211; in einen schriftlichen Beitrag zum Thema Wissensmanagement mit Web 2.0 einbringen, den ich für das <a href="http://raabe.de/go/Gesundheit+%26+Soziales/Handbuch+Sozialmanagement">Handbuch Sozialmanagement</a> plane.</p>
<p><strong>Die Blogparade läuft <span style="text-decoration: line-through;">drei Wochen</span> vier Wochen bis zum <span style="text-decoration: line-through;">21. April </span>28. April.  Beiträge bitte per trackback mit diesem Post verlinken.</strong> Wer Infos sucht, was eine Blogparade ist, welche inhaltlichen Runden über NPOs schon liefen, wer zu den Hostbloggern zählt &#8211; der findet diese Infos in unserem <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparaden-Blog</a>.</p>
<p>Im Anschluss an die Blogparade wird es am Freitag, <strong>23.4.2010</strong>, zwischen <strong>11 und 12 Uhr</strong>, auf Twitter einen öffentlichen <strong>#npochat</strong> zum Thema dieser Runde &#8211; Wissensmanagement mit Social Media  -  geben. Diskussionsteilnehmer sind willkommen! (Für die Twitter- Suche und die eigenen Beiträge bitte den hashtag #npochat nutzen).</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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