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	<title>Nonprofits-vernetzt.de &#187; NPO</title>
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	<description>Stakeholder-Management und Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen</description>
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		<title>Führung in Vereinen &#8211; vom &#8220;Held&#8221; zum &#8220;Gastgeber&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 10:33:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;The Art of Hosting&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises  zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Bewegung formiert sich weltweit, die herkömmliche Führungsmethoden verändern will. &#8220;<a href="http://www.artofhosting.org/home/">The Art of Hosting</a>&#8221; zielt darauf ab, das Wissen, die Kreativität und die Mitwirkung des Umfelds einer Organisation zu nutzen. Statt Entscheidungen ohne Teilhabe des weiteren Stakeholder-Kreises  zu treffen &#8211; in der Art des &#8220;einsamen Helden&#8221; (Hero) &#8211; sollen alle, die von einem Thema tangiert sind, Partizipationsmöglichkeiten erhalten. Die Methode, als &#8220;Gastgeber&#8221; (Host) zu agieren, der Bürger und andere Einrichtungen zum Mitdenken und Mitmachen einlädt, beruht auf der Erfahrung, &#8220;that people will only support those things they&#8217;ve played a part in creating&#8221;<a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf"> (Frieze/Wheatley 2011, 3)</a>.</p>
<p>Welches Potential die Einbeziehung von Betroffenen für Organisationen und die kommunale Ebene birgt, zeigt ein Aufsatz  von <a href="http://www.interchange.dk/download/HeroToHost-final_650.pdf">Frieze/Wheatley (2011)</a>, die über Columbus, die Hauptstadt von Ohio/USA, berichten (via<a href="http://www.michelemmartin.com/thebambooprojectblog/2011/12/from-hero-to-host-giving-up-on-being-the-expert.html?"> Michelle Martin</a>). Dort wenden viele Institutionen &#8211; die Universität, die Kommunalverwaltung, die örtliche Ärztevereinigungen und Nonprofits wie Obdachlosen- und  Jugendhilfeeinrichtungen sowie die regionale Lebensmittelhilfe (Foodbank)- den crowdsourcing-Ansatz an, der das Engagement und das Wissen von Betroffenen abrufen will.</p>
<p>Man nutzt dafür Methoden wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/World-Caf%C3%A9">World Cafés</a>, Gesprächskreise und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space">Open Space-Technologien</a>, bei denen jeder einen Input liefert.</p>
<p>So hat bspw. die regionale gemeinnützige Lebensmittelhilfe in Columbus mit der traditionellen, hierarchischen Art der Entscheidungsfindung gebrochen und 2005 hundert Stakeholder zu einem World Café eingeladen um die Frage zu klären, wie es der Einrichtung gelingen kann, nicht nur reaktiv mit dem Thema Armut und Hunger umzugehen, sondern etwas an den Ursachen dieses Problems zu verändern.</p>
<p>Die Ergebnisse dieses World Cafés, das die Ideen der Beteiligten abrief, führte u.a. dazu, dass sich die Lebensmittelhilfe für eine wohnortnahe Nahrungsmittelproduktion einsetzt, Community- Gärten anlegt und die örtlichen Tafeln so gestaltet, dass die Bürger, die Hilfe brauchen, Wahlmöglichkeiten erhalten (Frieze/Wheatley 2011).</p>
<p>Der kooperative Ansatz, Stakeholder in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, wird von der Lebensmittelhilfe in Columbus in allen Bereichen genutzt &#8211; im Fundraising, bei Besprechungen des Führungspersonals und im Vorstand. Dazu Matt Habash, der Präsident und CEO der Foodbank: &#8220;I don&#8217;t hardly talk at board meetings anymore (&#8230;) I used to run them &#8211; you know, the world according to Matt. Instead, we move to a strategic level of conversation by using Café or sitting in circle&#8221; (Frieze/Wheatley 2011, 6).</p>
<p>Die Notwendigkeit, dass gemeinnützige Organisationen sich nach außen hin öffnen und das Wissen der Bürger und anderer Institutionen auf lokaler Ebene stärker nutzen, wird auch von der Wissenschaft bestätigt, derzufolge die Fähigkeit, über organisationale Grenzen hinweg zu arbeiten, an Bedeutung gewinnt. Das Selbstverständnis der Führungskräfte muss sich vom Fokus auf die eigene Organisation hin zum Netzwerk aus Bürgern und Einrichtungen entwickeln, die mit der eigenen Organisation verbunden sind (vgl. <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009, 609</a>). Im letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vereine-brauchen-mehr-demokratie-und-netzwerke/">Blogbeitrag </a>(&#8220;Vereine brauchen mehr Demokratie und Netzwerke&#8221;) habe ich schon erwähnt, dass die Fähigkeit zum Ressourcenaustausch wichtiger wird als der eigene begrenzte Ressourcenpool, &#8211; dies gilt speziell für den Bereich des Wissens.</p>
<p>Bezieht man Bürger in die Entscheidungsfindung mit ein, kann man mit mehr Unterstützern rechnen, &#8211; eine Perspektive, die insbesondere für Vereine, die mit dem Rückgang von ehrenamtlichem Engagement und der Bereitschaft zur Amtsübernahme konfrontiert sind, interessant ist. So wird es auch möglich, sich neue Unterstützerkreise zu erschließen. In diesen Tagen erst <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/kommentare/2012/verbaende_und_das_engagement">war zu lesen</a>, dass die Diakonie zwar viele ehrenamtliche Helfer hat, die meisten aber über 60 Jahre alt sind.  Zu wenig wurde unternommen, um junge Menschen oder mittlere Altersgruppen zu gewinnen.  Verbände und Vereine müssen für &#8220;attraktivere Arrangements&#8221;  (<a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">Röbke 2011</a>) in ihrem Verbands- und Vereinsleben sorgen, &#8211; das Abrufen des Stakeholderwissens könnte ein guter Schritt dahin sein.</p>
<p>Häufig bilden das professionelle Selbstverständnis und der Unwille, an den bestehenden Macht- und Entscheidungsstrukturen etwas zu ändern, die größten Hindernisse auf dem Weg zu mehr Bürgerbeteiligung. Dies werden deshalb auch die größten &#8220;Baustellen&#8221; sein, an denen Gemeinnützige arbeiten müssen, wollen sie mehr Bürger zum Mitmachen gewinnen.</p>
<p>Die Art of Hosting-Community und die Open Space-Bewegung sind davon überzeugt, dass Bürger-Wissen wichtig ist und sich durch die gemeinschaftliche Bearbeitung von Themen komplexe Probleme eher lösen lassen als durch die traditionelle &#8220;Hero&#8221;-Vorgehensweise, bei der die Leitung Entscheidungen fällt, &#8211; ohne das Umfeld der Mitglieder, der Ehrenamtlichen, der Freunde und Unterstützer ausführlicher einzubeziehen.</p>
<p>Soziale Medien können die sogenannten &#8220;Co-Creation&#8221; (oder Koproduktions)- Prozesse unterstützen, &#8211; es gibt unzählige Tools, mit deren Hilfe man online zusammenarbeiten kann, &#8211; ein kleiner Überblick findet sich <a href="http://www.computerwoche.de/netzwerke/web/2484881/index9.html">hier</a>.  Auch World Cafés selbst können online durchgeführt werden, &#8211; allerdings wird hier noch experimentiert, welches Tool bzw. welche Plattform sich am besten eignet, siehe diverse Erahrungsberichte <a href="http://www.theworldcafecommunity.org/group/worldcafesonline/forum">hier </a>und <a href="http://radical-inclusion.com/2011/02/online-group-scribbling-experimenting-with-a-virtual-world-cafe/?lang=de">hier</a>.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fuhrung-in-vereinen-vom-held-zum-gastgeber/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Freiwilligenmanagement in Nonprofits &#8211; ein Beitrag zur Bürgerschaftlichkeit des Dritten Sektors?</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 10:51:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gemeinnützige Organisationen spielen über ihre Dienstleistungsfunktion hinaus eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen, indem sie Gemeinschaft bilden, Partizipation ermöglichen und Interessen vertreten. Diese Funktionen können unterschiedlich &#8216;bürgernah&#8217; bzw. gemeinwesenorientiert ausgeübt werden. Dritte Sektor-Organisationen zählen sich zwar formal zur Zivilgesellschaft &#8211; und nicht zu Markt oder Staat &#8211; aber sie sind dadurch nicht automatisch &#8216;zivil&#8217;. Ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinnützige Organisationen spielen über ihre Dienstleistungsfunktion hinaus eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen, indem sie Gemeinschaft bilden, Partizipation ermöglichen und Interessen vertreten. Diese Funktionen können unterschiedlich &#8216;bürgernah&#8217; bzw. gemeinwesenorientiert ausgeübt werden. Dritte Sektor-Organisationen zählen sich zwar formal zur Zivilgesellschaft &#8211; und nicht zu Markt oder Staat &#8211; aber sie sind dadurch nicht automatisch &#8216;zivil&#8217;. Ihre bürgerschaftliche Ausrichtung und Anbindung an das Gemeinwesen &#8211; ihre &#8216;civicness&#8217; &#8211; muss bewusst hergestellt werden (vgl. <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/Evers.pdf">Evers 2009</a>).</p>
<p>Nun ist der deutsche Dritte Sektor, der von den großen Wohlfahrtsverbänden dominiert wird, sehr staatsorientiert aufgrund der bestehenden Finanzierungsstrukturen.  Die zivilgesellschaftliche Ausrichtung der Organisationen ist deshalb eine Herausforderung für die großen bürokratisierten Verbände, um die jeden Tag gerungen werden muss und über deren Stellenwert im Sektor selbst durchaus keine Einigkeit herrscht.</p>
<p>Die gemeinnützigen Programme, Methoden und Kommunikationsstile legen Zeugnis davon ab, wie ernst es einem Träger mit der bürgerschaftlichen Ausrichtung ist. Ob man bereit ist, sich dem Austausch mit den Bürgern und einer demokratischen Öffentlichkeit zu stellen, oder ob man monologisiert und aus einer binnenorientierten Perspektive heraus handelt.</p>
<p>Auch das Freiwilligenmangement in den Einrichtungen, d.h. die Steuerung des Umgangs mit den ehrenamtlich engagierten Bürgern, ist ein Bereich, an dem das Ausmaß der Bürgerschaftlichkeit einer gemeinnützigen Organisation abgelesen werden kann.</p>
<p>Zwar ist das Freiwilligenmanagement in Sozialeinrichtungen noch nicht flächendeckend verankert. Und auch in den Ausbildungs- und Studiengängen spielt die Zusammenarbeit von Profis und Bürgern &#8211; obwohl schon immer Realität in Sozialeinrichtungen &#8211; inhaltlich kaum eine Rolle (vgl. <a href="http://www.wila-arbeitsmarkt.de/files/biku_2011_38_soziale_arbeit_und_freiwilliges_engagement.pdf">Beerbaum 2011</a>). Aber immer mehr Einrichtungen gehen dazu über, Mitarbeiter mit der  Freiwilligenkoordination bzw. dem -management zu beauftragen.</p>
<p>Ein in der Praxis weit verbreitetes Freiwilligenmanagement-Modell ist das der <a href="http://www.ehrenamt.de/">Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland (AfED)</a> in Berlin, die seit 1998 Freiwilligenmanager ausbildet. Das Management-Konzept der AfED ist in einer Publikation aus dem Jahr 2009 (<a href="http://www.ziel-verlag.de/sozialmanagement/freiwilligenmanagement.php">&#8220;Freiwilligen-Management&#8221;</a>) von Reifenhäuser, Hofmann und Kegel niedergelegt.</p>
<p>Es unterteilt die Arbeit mit Freiwilligen anhand des Engagementprozesses in folgende Abschnitte:</p>
<ul>
<li>Engagementfelder für Ehrenamtliche identifizieren</li>
<li>Engagementangebote beschreiben und bewerben</li>
<li>Erstgespräche führen und Engagement vereinbaren</li>
<li>Ehrenamtliche einarbeiten und befähigen</li>
<li>fördern, qualifizieren und anerkennen</li>
<li>verabschieden und Engagement bescheinigen</li>
</ul>
<p>(Reifenhäuser u.a., S. 79)</p>
<p>Welchen Beitrag kann dieses Modell für einen zivilen Dritten Sektor leisten? Inwieweit fördert es die bürgerschaftliche Ausrichtung von gemeinnützigen Organisationen?</p>
<p>Eine kritische Begutachtung zeigt:</p>
<p>Das Freiwilligen-Management-Konzept der AfED ist aus einer binnenorientierten Perspektive heraus verfasst: &#8220;Hier geht man vom Bedarf der Organisation aus&#8221; (Reifenhäuser u.a., 77), &#8211; nicht vom Bedarf der BürgerInnen.</p>
<p>Das freiwillige Engagement wird als &#8220;ergänzend&#8221; festgeschrieben. Die Aufgabenprofile für die Ehrenamtlichen werden von der Organisation entwickelt (S. 79f). Es darf zu keiner Kollision mit dem Hauptamt kommen (S. 68). Die Dominanz der Profession &#8211; und das Machtungleichgewicht zu Lasten der Bürgerschaft &#8211; bleibt dadurch gesichert, &#8211; obwohl in vielen Bereichen Ehrenamtliche substantielle Beiträge für den Betrieb einer Einrichtung leisten.</p>
<p>Die Partizipation der Ehrenamtlichen wird angemahnt: &#8220;Die Freiwilligen haben ein Recht auf Mitbestimmung und -gestaltung (mindestens in Fragen ihres direkten Aufgabenbereichs!)&#8230;&#8221; (Reifenhäuser u.a., 71). Gleichzeitig spiegeln sich institutionell festgeschriebene Mitwirkungsmöglichkeiten nicht in dem oben beschriebenen Engagementzyklus wider. Verfahren strukturieren die Teilhabe &#8211; folglich stellt sich die Frage, wie im Rahmen dieses nach den Bedürfnissen der Organisation gestalteten Prozesses die inhaltliche Beteiligung von Bürgern gelingen soll? Da betont wird, das Ziel der Einarbeitung der Ehrenamtlichen sei, sie &#8220;über das Leitbild, die Ziele und die Arbeitsweise der Organisation, über die Aufgaben und Positionen der Freiwilligen und vor allem über die eigenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten&#8221; zu informieren (Reifenhäuser u.a. S. 93).</p>
<p>Das Konzept individualisiert das Freiwilligenengagement. Kollektive, auf das Gemeinwesen hin orientierte Mitmach- und Entscheidungsmöglichkeiten, z.B. für die Bürger eines Viertels, sind nicht vorgesehen. Es gibt nur das (bilaterale) Verhältnis zwischen der Organisation und dem einzelnen Bürger.</p>
<p>Das Konzept klammert Soziale Medien aus. Das Internet spielt nur bei der Vermarktung von Engagementangeboten eine Rolle (S. 87), nicht aber, um Dialog und Vernetzung mit der Zivilgesellschaft voranzutreiben. Da das Internet heute aber integraler Bestandteil von Öffentlichkeit und Beteiligung ist, darf das Freiwilligenmangement von Nonprofits Soziale Medien nicht ausklammern, sondern muss sie integrieren als Tools, die Beziehungen, Netzwerke und Beteiligung ermöglichen.</p>
<p>Das Freiwilligenmanagement von Nonprofit-Organisationen kann die Zivilität der Einrichtungen fördern, wenn die inhaltliche Mitgestaltung bzw. Beteiligung von Bürgern zum integralen Bestandteil des Prozesses wird. Wenn also das Freiwilligenmanagement sich nicht auf eine &#8216;Koordination&#8217; von Ehrenamtlichen beschränkt, sondern auf die Steuerung von <em>Koproduktionsprozessen</em> zielt, bei denen Profis und Bürger auf Augenhöhe zusammenarbeiten</p>
<p>Voraussetzung dafür ist, dass die Erfahrungen der Bürger ebenso wertgeschätzt werden wie die Expertise der professionellen Mitarbeiter.</p>
<p>Die Einrichtung sollte in ständigem Austausch mit der Öffentlichkeit stehen, über Communitygrenzen hinweg, um auszuloten welche Ressourcen und Ideen es für die Weiterentwicklung der Dienste gibt.</p>
<p>Eine Präsenz im Social Web ist unerlässlich, um Online-Beteiligung und Koordinationsmöglichkeiten zu nutzen.</p>
<p>Im Kern muss es darum gehen, das Freiwilligenmanagement nicht allein aus Sicht der Einrichtung zu konzipieren, sondern es zu demokratisieren, um der Zivilgesellschaft Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/freiwilligenmanagement-in-nonprofits-ein-beitrag-zur-burgerschaftlichkeit-des-dritten-sektors/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Vom Fundraising zum Resource-raising</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 08:22:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Schon in der Vergangenheit habe ich mich kritisch mit der Tendenz des Fundraising auseinandergesetzt, Unterstützer von gemeinnützigen Organisationen auf die Rolle von &#8220;Geldspendern&#8221; zu reduzieren, &#8211; und all die anderen Ressourcen auszublenden, die von Stakeholder-Seite in Sozialeinrichtungen eingebracht werden können. Eine Studie von Caroline Beaumont, die im Rahmen des britischen Clore Social Leadership Programme entstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon in der Vergangenheit habe ich mich <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/spender-stakeholder-und-die-zukunft-des-fundraising/">kritisch </a>mit der Tendenz des Fundraising auseinandergesetzt, Unterstützer von gemeinnützigen Organisationen auf die Rolle von &#8220;Geldspendern&#8221; zu reduzieren, &#8211; und all die anderen Ressourcen auszublenden, die von Stakeholder-Seite in Sozialeinrichtungen eingebracht werden können.</p>
<p>Eine <a href="http://www.cloresocialleadership.org.uk/media/files/379/From%20fundraising%20to%20resource%20raising%20July%202011%20FINAL.pdf">Studie von Caroline Beaumont</a>, die im Rahmen des britischen <a href="http://www.cloresocialleadership.org.uk/">Clore Social Leadership Programme</a> entstand und im Juli erschien, fordert gemeinnützige Organisationen nun auf, ihren Blick vom Fundraising hin zum Resource-raising zu lenken. In einem Schaubild zählt sie die Ressourcen auf, die für Nonprofits eine wichtige Rolle spielen können:</p>
<p><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/08/resourceraising.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-582" title="Resource-raising" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/08/resourceraising.jpg" alt="" width="372" height="335" /></a></p>
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<p>Quelle:<a href="http://www.cloresocialleadership.org.uk/media/files/379/From%20fundraising%20to%20resource%20raising%20July%202011%20FINAL.pdf"> Caroline Beaumont (Juli 2011): From Fundraising to Resource-Raising, S. 10</a></p>
<p>Jede Organisation sollte sich für ihre Bedarfe einen ganz individuellen Ressourcenmix zusammenstellen. Viele Organisationen legen sich aber viel zu früh auf eine oder zwei Ressourcen fest und schränken so ihre Akquise ein.</p>
<p>Gemeinnützige Einrichtungen können in der Regel ihren finanziellen Bedarf gut identifizieren, &#8211; viel weniger genau aber ihre nicht-monetären Bedürfnisse (Beaumont, 13). Von den 76 für die Studie befragten Sozialorganisationen haben 80% keine Resource-raising-Strategie im Hinblick auf nicht-monetäre Ressourcen, sondern entscheiden von Fall zu Fall, mit dem Risiko, als &#8220;grateful receiver of anything that&#8217;s free&#8221; zu enden (S. 49). Die Professionalisierung des Fundraising gibt Beaumont zufolge keine ausreichende Antwort auf die Frage, welche Strategien und Fertigkeiten notwendig sind, um nicht-monetäre Ressourcen zu gewinnen (eine Ausnahme bildet der Bereich des volunteering)(S. 12).</p>
<p>Mit Sach- und Dienstleistungsspenden haben Sozialorganisationen in der Regel mehr Schwierigkeiten als mit Geldspenden. Als Nachteile werden genannt: Qualitätsprobleme, mangelnde Verlässlichkeit, mangelnde Nachhaltigkeit, ein Kontrollverlust seitens der Organisation, versteckte Kosten, ein hoher Zeit- und Managementaufwand (S. 5 und 9).</p>
<p>Der befürchtete Kontrollverlust seitens der Organisation spielt &#8211; aus anderer Perspektive betrachtet -  auf die Gestaltungschancen an, die gespendete Dienstleistungen und gespendetes Wissen und Fertigkeiten den Stakeholdern von gemeinntzigen Einrichtungen eröffnen. Zwei der empirischen Beispiele, die Beaumont schildert, zeigen das Koproduktions-Potential auf, das in nicht-monetären Ressourcenspenden liegt. So arbeitet bspw. <a href="http://www.transaid.org/">Transaid</a> &#8211; eine NPO, die sich um die Verbesserung des Transportwesens in Entwicklungsländern bemüht &#8211; inhaltlich eng mit Fachleuten aus der Transportindustrie zusammen, die Fahrzeuge und Ausbilder für die Schulung von Fahrern in Tansania stellen. Und <a href="http://www.macmillan.org.uk/Cancerinformation/Livingwithandaftercancer/Symptomssideeffects/Hairloss/Strengthinstyle.aspx">Macmillan Cancer Support</a> entwickelte gemeinsam mit der Frisörkette Toni&amp;Guy ein Trainingsprogramm für Frisöre, das diese in der Beratung und im Umgang mit Krebspatienten schult.</p>
<p>Unterstützer von gemeinnützigen Organisationen wollen nicht nur spenden, sie wollen partizipieren. Das Resource-raising ruft die Kompetenzen und Leistungen von Unterstützern ab und beschränkt sich nicht auf die Akquise finanzieller Mittel, die &#8211; wenn die Summen nicht sehr hoch sind -  zumeist keine Beteiligungschancen eröffnen. Voraussetzung für das Resource-raising ist die Wertschätzung der vielseitigen Potentiale von Stakeholdern und die Entwicklung von organisationalen Strategien, um die Stakeholder-Ressourcen auch abrufen zu können.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vom-fundraising-zum-resource-raising/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Was wissen wir über den Dritten Sektor in unserem Land?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/was-wissen-wir-uber-den-dritten-sektor-in-unserem-land/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:28:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste mit einem Anteil öffentlicher Mittel in Höhe von 66% (siehe<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490"> Zimmer/Priller 2004, 61</a>).</p>
<p>Seit dieser letzten Erhebung von 1995 sind mehr als fünfzehn Jahre vergangen. Obwohl Nonprofit-Organisationen eine so wichtige Rolle in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft spielen, wissen wir zu wenig über ihre Anzahl und ihre Größe, über ihre Einnahmen und Ausgaben, über ihre Leistungen und ihren demokratischen Mehrwert. Staatliche und private Förder- oder Kürzungsentscheidungen basieren folglich auf sehr unvollständigen Informationen über den Dritten Sektor. Aber auch die gemeinnützigen Organisationen selbst verfügen so über zu wenig Datenmaterial für Vergleiche untereinander, für ihre Planungen und für Forderungen an die Politik.</p>
<p>Das Projekt<a href="http://www.zivilgesellschaft-in-zahlen.de/"> &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;</a>, getragen u.a. vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, will diese eklatanten Datenlücken nach und nach schließen und ein &#8220;Informationssystem Zivilgesellschaft&#8221; aufbauen, das fortlaufend aktualisiert wird und in seiner Methodik auf UN-Vorgaben basiert, um die gesammelten Dritte Sektor-Daten international vergleichbar zu machen.</p>
<p>Veröffentlicht wurde nun im Rahmen des Projekts der Bericht <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">&#8220;Daten zur Zivilgesellschaft&#8221;</a> mit einer <strong>&#8220;Datenlandkarte&#8221;</strong> für den Dritten Sektor in Deutschland, die für <strong>elf </strong> <strong>Nonprofit-Bereiche</strong> die Datenlage aufzeigt. Hier (aus Platzgründen) nur ein Ausschnitt aus der Tabelle:</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-505" title="Datenlandkarte" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte.JPG" alt="Datenlandkarte" width="498" height="393" /></p>
<p><a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">Quelle: Norman Spengler/Jana Priemer: Daten zur Zivilgesellschaft. Eine Bestandsaufnahme, Edition Stifterverband 2011, Seite 15</a></p>
<p>Die <strong>grünen </strong>Felder bedeuten: es existieren Teildaten (valide, frei verfügbar und regelmässig aktualisiert). Die <strong>gelben </strong>und <strong>orangenen </strong>Felder stehen für vorhandene Daten für die Gesamtgruppe oder für Teilbereiche der Gruppe, die aber zum Teil nicht auf die Ebene der NPOs heruntergebrochen werden, zum Teil methodisch suboptimal und zum Teil auch nicht frei verfügbar sind. Und die <strong>roten </strong>Felder bedeuten, dass es bezüglich dieser Variablen keine Daten gibt.</p>
<p>Die ersichtlich mangelhafte Informationslage führt zu großen gesellschaftlichen Wissenslücken. &#8220;Für den Bereich Bildung und Forschung beispielsweise stehen allein 16 Datenquellen zur Verfügung. Trotzdem kann dieser Bereich noch nicht einmal genau quantifiziert werden. Weder die genaue Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft noch die sonstiger Bildungseinrichtungen, die dem Dritten Sektor angehören, sind derzeit bekannt&#8221;<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf"> (Spengler/Priemer 2011, 14)</a>. Im Umweltbereich gibt es noch größere Datenlücken im Hinblick auf die grundlegensten Fragen. So weiß derzeit niemand, wie hoch z.B. die Mitgliederzahlen in deutschen Natur- und Umweltschutzorganisationen sind (ebd., 14). Im Kulturbereich fehlen u.a. Daten über die Finanzierung der gemeinnützigen Einrichtungen, &#8211; angesichts kommunaler Sparbeschlüsse wären mehr Informationen hierzu politisch sinnvoll. In den Sozialen Diensten verfügen die großen Wohlfahrtsverbände über Zahlenmaterial, das aber bezüglich Ausmaß und Verfügbarkeit stark variiert (ebd., 38). Im Bereich Internationales lautet das Fazit der Autoren: &#8220;Umfassende und valide Statistiken zu den internationalen Aktivitäten deutscher Nonprofit-Organisationen gibt es nicht&#8221; <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">(Spengler/Priemer 2011, 31)</a>.</p>
<p>Aus dem Datendilemma herausführen kann auch mehr Transparenz und Kooperationsbereitschaft auf Seiten der Verbände des Dritten Sektors, wenn es darum geht, die Arbeit der eigenen Organisation durchsichtiger zu machen.</p>
<p>Der britische Dachverband der Freiwilligen-Organisationen NCVO macht mit dem Aufruf <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/networking-discussions/blogs/116/10/10/26/setting-ncvos-data-free">&#8220;Setting NCVO&#8217;s data free&#8221;</a> und dem <a href="http://data.ncvo-vol.org.uk/">Voluntary Sector Datastore</a> vor, wohin die Reise geht, nämlich hin zu mehr Transparenz, der sich auch die hiesigen Dritte Sektor-Verbände nicht verschließen können. Allerdings ist der Weg dorthin steinig. David Kane vom britischen NCVO listet in <a href="http://www.slideshare.net/NCVO/open-data-and-the-voluntary-sector">einer Präsentation</a> die Stolpersteine von <em>open data</em> für Nonprofits auf: fehlende verbandliche Ressourcen und Kompetenzen für das Datenthema, mögliche Wettbewerbs- und Rufschäden durch Datenveröffentlichungen, staatliche Zwangsregelungen für open data. Je weniger die gemeinnützigen Träger das Thema &#8220;mehr Datentransparenz&#8221; aussitzen, je konstruktiver sie sich in die Debatte einbringen, umso eher können sie diese auch beeinflussen.</p>
<p>Gestaltungsspielraum gibt es für Nonprofits wohl auch noch im Projekt &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;. Hier wird, wie oben erwähnt, dem Datenthema die UN-Systematik zugrunde gelegt, die der Logik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung folgt. Drei Variablen-Blöcke dominieren: monetäre, strukturelle und Leistungs- und Ertragsvariablen, &#8211; also die quantitative, output-orientierte  Perspektive. Welchen outcome Nonprofits haben, bleibt dadurch unbeantwortet. In der <em>Langfassung </em>des oben genannten Berichts seitens der Wissenschaftler ist aber zu lesen: &#8221; Bislang finden sich im UN HANDBOOK wie auch in der Literatur keine umfangreichen Konzepte der Leistungsmessung (&#8230;). Die hier getätigten Aussagen und Konzepte können als vorläufiger Grundstock verstanden werden, der in späteren Phasen des Berichtssystems durch zusätzliche Indikatoren angereichert werden soll. An dieser Schnittstelle würden Konzepte der sozialen Wirkungsmessung von Nonprofit-Organisationen ansetzen.&#8221; (<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/landkarte_langfassung.pdf">Spengler/Hubrich/Tamm u.a. 2011: Landkarte zur Datenlage Dritter Sektor/Zivilgesellschaft, 21</a>).</p>
<p>Die öffentliche Einmischung in das Projekt lohnt sich also. Die Entscheidung darüber, welche Daten zusätzlich zum vorhandenen Grundstock noch erhebenswert sind, sollte nicht allein von wissenschaftlicher Seite gefällt werden. Hier sind &#8211; über die involvierten Stiftungen hinaus &#8211; auch die Ideen anderer Teile des Dritten Sektors und von Bürgern gefragt.</p>
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		<title>Bürger beteiligen und Interessen vertreten &#8211; für ein neues Selbstverständnis im Dritten Sektor</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 08:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bürger verlangen mehr Mitsprache. Angesichts dieser Entwicklung stößt das reine Dienstleistungs-Paradigma weiter Teile des Dritten Sektors an seine Grenzen. Gemeinnützige Organisationen insbesondere im Sozialbereich brauchen ein neues Selbstverständnis: sie sollten nicht nur Produzenten sozialer Dienste, sondern auch Institutionen sein, die Partizipation ermöglichen und fördern. Gestärkt werden müssten insbesondere jene Engagementformen, die nicht nur auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bürger verlangen mehr Mitsprache. Angesichts dieser Entwicklung stößt das reine Dienstleistungs-Paradigma weiter Teile des Dritten Sektors an seine Grenzen. Gemeinnützige Organisationen insbesondere im Sozialbereich brauchen ein neues Selbstverständnis: sie sollten nicht nur Produzenten sozialer Dienste, sondern auch Institutionen sein, die Partizipation ermöglichen und fördern. Gestärkt werden müssten insbesondere jene Engagementformen, die nicht nur auf die einzelne Einrichtung, sondern auf das Gemeinwesen bzw. den öffentlichen Raum zielen.</p>
<p>Wir brauchen nicht den Rückzug und die weitere Entpolitisierung des Dritten Sektors, die mit dessen Ökonomisierung verbunden ist, sondern eine bewusste und entschiedene Hinwendung von Nonprofits zum Gemeinwesen. Notwendig ist ein Blickwinkel, der  über das eigene Fachgebiet hinausgeht und die eigene Rolle in der Gesellschaft stärker reflektiert. Welche konstruktiven Aufgaben können NPOs &#8211; über ihr Dienstleistungsangebot hinaus &#8211; im 21. Jahrhundert noch für die Gesellschaft wahrnehmen? Die Beteiligung von Bürgern und die Stärkung der Interessenvertretungsfunktion zeigen hier neue Wege auf.</p>
<p>Das Internet ermöglicht die Einbindung von Bürgern und die Vertretung von Interessen auf einfachere und weitreichendere Weise als in der Vergangenheit. Spricht man mit gemeinnützigen Einrichtungen über Social Media, bekommt man aber häufig die Antwort, dass eine Einrichtung dem Internet zwar nicht ablehnend gegenüber stehe, aber die Nutzung von Social Media in der eigenen Organisation leider nicht möglich sei, da hierfür kein Geld, kein Personal und keine Zeit zur Verfügung stünden. Dieser Dreiklang (&#8220;kein Geld, kein Personal, keine Zeit&#8221;) schallt einem wirklich an vielen Orten entgegen.</p>
<p>Die Schwierigkeiten von Nonprofits, Social Media und damit Partizipations- und Interessenvertretungsmöglichkeiten  zu nutzen, scheinen das Ergebnis zu bestätigen, dass der gemeinnützige Sektor Probleme hat, wenn es um die Einführung von <em>Innovationen </em>in das eigene Programm- und Dienstleistungsangebot geht. Die amerikanische Studie von <a href="http://www.ccss.jhu.edu/pdfs/LP_Communiques/LP_Communique17_Innovations_2010.pdf">Salamon/Geller/Mengel  (2010)</a> , für die über 400 gemeinnützige Organisationen aus dem sozialen und kulturellen Bereich befragt wurden, zeigt, dass insbesondere die schlechte Ressourcenausstattung für die Nicht-Einführung von Innovationen verantwortlich ist.</p>
<p>So machen 86% der befragten Einrichtungen fehlende Fördermittel dafür verantwortlich, dass Innovationen im Programm- und Dienstleistungsbereich nicht realisiert werden konnten. 74% beklagen das Fehlen von Kapital, um Innovationen durchgängig zu implementieren und nicht nur in einzelnen Modellprojekten. 70% kritisieren zu enge staatliche Programmrichtlinien, die Neuerungen nicht zuließen. 69% bemängeln, dass Stiftungen Innovationen zwar anschöben, aber nicht langfristig finanzierten. 69% machen fehlende Mitarbeiterstunden, 49% mangelndes KnowHow und 47% die fehlende technologische Ausstattung für die Nicht-Umsetzung von Innovationen verantwortlich (Salamon/Geller/Mengel 2010, 6).</p>
<p>Unter dieser defizitären Situation scheint auch die Einführung von Social Media im Dritten Sektor zu leiden. Online-Dialoge mit Bürgern und deren Teilhabe über das Internet kosten Zeit und Geld, setzen entsprechende Kompetenzen und eine gewisse technologische Ausstattung voraus. All dies kann in gemeinnützigen Organisationen nicht automatisch als gegeben vorausgesetzt werden.</p>
<p>Die Forschungsarbeit von <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez (2009)</a> relativiert jedoch die Bedeutung von <em>Ressourcen</em>, wenn es um die Einführung von Social Media im gemeinnützigen Sektor geht. Seine empirische Studie (mit 200 geführten Interviews) zeigt, dass im Fall von Online-Beteiligungsangeboten von gemeinnütziger Seite die <em>Mission </em>und das <em>Selbstverständnis </em>einer Einrichtung die entscheidende Rolle spielen, &#8211; und nicht die jeweilige Ressourcenausstattung. Wie wichtig nimmt eine gemeinnützige Organisation die Forderungen nach mehr Transparenz und bürgerschaftlicher Teilhabe? Inwieweit begreift sich eine Organisation nicht nur als sozialer Dienstleister, sondern auch als &#8220;Policy  Entrepreneur&#8221;?</p>
<p>Weniger als 3% der gemeinnützigen Dienstleister in den USA betreiben eine aktive Interessenvertretung (Suárez 2009) und die, die sich als aktive Lobbyisten begreifen, verhalten sich angesichts staatlicher Regulierungen und Förderpolitiken sehr vorsichtig. Menschenrechts- und Umweltgruppen machen jedoch erfolgreich vor, wie gut <em>e-advocacy und</em> <em>e-participation</em> miteinander verbunden werden können. Und welch wichtige Rolle die Kampagnenfähigkeit von gemeinnützigen Organisationen spielt, wenn sich ein Träger nicht nur als soziales Unternehmen, sondern auch als bürgerschaftlicher Akteur begreift, der eine Brücke zwischen dem einzelnen und dem Gemeinwesen bzw. dem öffentlichen Raum bildet.</p>
<p>In Deutschland versucht die <a href="http://recampaign.de/">re:campaign</a> als gemeinnützige Fachkonferenz, Nonprofits im Online-Campaigning zu schulen. Viele interessante <a href="http://recampaign.de/sprecher">Vorträge und Workshops</a> wird es am 16. und 17. April in Berlin geben. Best Practices aus Deutschland und der ganzen Welt, Online-Strategien, Monitoring und Beteiligungsmöglichkeiten an Kampagnen werden gezeigt und diskutiert werden.</p>
<p>Wichtig ist aber, dass man über den <em>instrumentellen </em>Blick auf Kampagnen hinaus &#8211; einer Gefahr, der manche Campaigner erliegen &#8211; im Blick behält, welche Veränderungen im Selbstbild einer Einrichtung das Campaigning voraussetzt und welche <em>Umdefinition </em>der Rolle des Dritten Sektors in unserer Gesellschaft durch die Stärkung der Interessenvertretungsfunktion notwendig wird. Gemeinnützige Dienstleister werden zu aktiven Mitgestaltern unseres Gemeinwesens und &#8211; ganz wichtig &#8211; unserer Demokratie. Sie übernehmen die Rolle von<strong> &#8220;laboraties for citizenship&#8221;</strong> <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">(Suárez 2009, 270)</a> indem sie Bürger durch Teilhabemöglichkeiten ermächtigen,  eine aktive Rolle in unserer Gesellschaft zu spielen.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burger-beteiligen-und-interessen-vertreten-fur-ein-neues-selbstverstandnis-im-dritten-sektor/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Social Media und Bürgerpartizipation &#8211; für mehr Demokratie im Nonprofit-Sektor</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 15:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für ein Fachgespräch des Centrum für Corporate Citizenship Deutschland habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für ein Fachgespräch des <a href="http://cccdeutschland.org/de">Centrum für Corporate Citizenship Deutschland</a> habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des Nonprofit- bzw. des &#8220;Dritten Sektors&#8221; bildet, nämlich rund 39% (<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490">Zimmer/Priller 1995</a>).</p>
<p>Bürger in jeder Stadt und in jeder Gemeinde haben Zugang zu gemeinnützigen sozialen Organisationen. Aufgrund der räumlichen Verbreitung der wohlfahrtsverbandlichen Dienste und Einrichtungen können und müssen sie meiner Ansicht nach in Zukunft eine viel bedeutendere Rolle spielen als in der Vergangenheit. Ihre Rolle darf sich nicht darauf beschränken, sozialer Dienstleister zu sein, sondern sie müssen verstärkt auch die Funktion eines <em>community-builders </em>und eines Ermöglichers von Partizipation übernehmen, der auf lokaler Ebene Brücken zwischen den unterschiedlichen Gemeinschaften schlägt, Bürgern Partizipationschancen bietet und sie darin unterstützt, sich stärker auf kommunaler Ebene zu beteiligen.</p>
<p>Weil das Internet neue Möglichkeiten schafft, Bürger in institutionelle Entscheidungen einzubeziehen, müssen sich gemeinnützige soziale Organisationen stärker mit Social Media auseinander setzen. Welche Chancen bieten diese neuen Technologien der eigenen Einrichtung, dem Beziehungsaufbau hin zur Umwelt, dem Potential als gemeinwesenorientierter Akteur?</p>
<p>Die Möglichkeiten von Social Media forcieren Beteiligungsdebatten. Auch der wohlfahrtsverbandliche Bereich wird dieser Debatte nicht ausweichen können und wird verstärkt von außen dazu aufgefordert werden, die eigenen Entscheidungsstrukturen kritisch zu überdenken. Es gilt die Frage zu beantworten: <strong>wie demokratisch ist der Dritte Sektor?</strong> Ist die Vereinsstruktur der einzige legitimatorische Grund, auf den gemeinnützige Organisationen verweisen können, wenn die Frage nach dem demokratischen Charakter der eigenen Einrichtungen gestellt wird?</p>
<p>Die Vereinsmitgliedschaft ist ein unvollkommener Indikator für zivile Partizipation und  &#8216;Mitgliedschaft&#8217; alleine hat wenig Auswirkungen auf die Online-Partizipation von Bürgern (<a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez 2009</a>).</p>
<p>Aus meiner Sicht sind sind die folgenden Bedingungen unerlässlich, wenn die Social Media-Nutzung &#8211; und damit die Chancen der Bürgerbeteiligung &#8211; in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden soll:</p>
<ol>
<li>Wir brauchen eine digitale Inklusion des Dritten Sektors. Gemeinnützige Einrichtungen ohne Internet-Anschluss und -Know-how sollte es nicht geben, weil diesen Beteiligungsmöglichkeiten entgehen. Die Mittel hierfür müssen von staatlicher und privater Seite zur Verfügung gestellt werden</li>
<li>Wir brauchen eine Dezentralisierung von Organisations- und Entscheidungsstrukturen in sozialen Organisationen. Einrichtungen im Stadtteil, die nicht befugt sind, einen eigenen Webauftritt zu betreiben, können die Online-Vernetzung und -Partizipation nicht auf ihre Agenda setzen. Organisationen, in denen sich nur die Führungsspitze im inneren Kreis der Entscheidungsmacht befindet, werden sich mit der Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung in den Einrichtungen &#8211; egal ob online oder offline &#8211; schwer tun</li>
<li>Das Wissen der Bürger muss als wichtige Ressource Eingang in gemeinnützige Organisationen finden. Professionelles Wissen und Bürgerwissen müssen sich auf Augenhöhe begegnen. Es muss nach Formen der Koproduktion gesucht werden, bei denen Laien und Profis konstruktiv zusammenarbeiten. Die Art und Weise, wie soziale Dienstleistungen konzipiert und implementiert werden, muss &#8211; auch von staatlicher Seite &#8211; so ausgestaltet werden, dass die Partizipation der Bürger darin einen verbindlichen Platz erhält</li>
<li>Nonprofits müssen ihr Selbstbild wieder erweitern. Statt sich nur als Dienstleister zu betrachten müssen die Elemente der Interessenvertretung gestärkt werden. Empirische Forschungsergebnisse zeigen, dass jene Organisationen wie bspw. Bürgerrechtsgruppen und Umweltorganisationen, die offensiv ihre Ziele auch im Netz bewerben, dieselben sind, die online Partizipationsmöglichkeiten bieten (siehe <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez 2009</a>). Wenn <em>e-advocacy </em>und <em>e-democracy</em> offensichtlich eng zusammenhängen, dann müssen staatliche Programme, die auf mehr Bürgerengagement abzielen, auch die Interessenvertretungskompetenz von Nonprofits in den Blick nehmen.</li>
<li>Staatliche Akteure, Städte und Gemeinden spielen eine wichtige Rolle beim Empowerment des Dritten Sektors. Jene Kommunen, die sich einen gefügigen Dritten Sektor heranziehen, die abweichende Positionen mit Mittelentzug bestrafen, übersehen den Zusammenhang zwischen der Kompetenz des Dritten Sektors, Interessen zu vertreten und Bürger einzubeziehen. Von einem starken Dritten Sektor profitiert die Gemeinde, weil nur dieser die Partizipationspotentiale bieten kann, die für eine breite Beteiligung der Bürger auf lokaler Ebene wichtig sind.</li>
</ol>
<p>Social Media können die Beteiligung von Bürgern fördern. Aber die Tools sind kein Selbstläufer. Ohne die Schaffung unterstützender Rahmenbedingungen, ohne das entsprechende Handeln von gemeinnützigen Organisationen, Bürgern, Politik und Verwaltung, wird man die Partizipationspotentiale des Internets für den Dritten Sektor nicht zur Gänze erschließen können</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/social-media-und-burgerpartizipation-fur-mehr-demokratie-im-nonprofit-sektor/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Das Wissen der Bürger nutzen &#8211; die Koproduktion von Entscheidungen im Dritten Sektor</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (Lorenzen/Zifonun 2011, 3). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifonun 2011, 3</a>). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat es schwer, gegen dieses Monopol der Profession anzukommen. Dem Bürgerwissen wird sehr häufig der Sachverstand abgesprochen, die Neutralität und die Fähigkeit zur Selbstreflexion.</p>
<p>Die unterschiedliche Bewertung von Bürger- und Mitarbeiterwissen konstituiert das Machtverhältnis zwischen der Einrichtung und ihren Bürger-Stakeholdern mit. &#8220;Knowledge claims are always embedded in power relationships&#8221; (<a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005, 64</a>, in Anlehnung an Foucault). Und die Frage nach dem Wissen ist verknüpft mit der Frage nach den Entscheidungsbefugnissen. Oder anders formuliert: das Beharren auf der Superiorität professionellen Wissens gegenüber dem Wissen der Laien ist gleichzeitig auch immer der Versuch, letztere von Entscheidungsrechten fern zu halten.</p>
<p>Lorenzen und Zifoun sprechen dies in ihrem Beitrag offen an, wenn sie sich am Beispiel des Mentoring fragen, wie auf dieses &#8220;Einfallstor&#8221; für bürgerschaftliche Akteure in die professionelle soziale Arbeit reagiert werden kann. Wie könne die Profession &#8220;die eigenen gesellschaftlichen (&#8230;) Problemfelder besetzt (..) halten&#8221; angesichts des &#8220;massiven&#8221; Eintretens von Freiwilligen, welches die Soziale Arbeit unter Legitimations- und Handlungsdruck bringe (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifoun 2011,3</a>).</p>
<p>Wenn sich die Mitarbeiter in den Einrichtungen mit der Frage auseinandersetzen, wie die Entscheidungsmacht in ihrem Haus oder in einem bestimmten Projekt verteilt ist und wie aus ihrer Sicht eine bessere Verteilung aussehen könnte, dann wünschen sich die Fachkräfte zumeist selbst in den inneren Kreis der Entscheider. Im Rahmen des Projekts <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">Partizipative Qualitätsentwicklung</a> des WZB, das ich im <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">letzten Blogbeitrag</a> zitiert habe, entwerfen die beteiligten Fachleute anhand der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">Kreise der Entscheidung</a> eine Soll-Situation, die zwar den Klienten zum Teil mehr Mitsprache einräumt als den Geldgebern, die aber auch die Zielgruppen nicht oder nur selten in den inneren Kreis der Entscheidungsmacht vorlässt.</p>
<p>Die inneren Kreise der Entscheidungsmacht bleiben der Profession vorbehalten. Begründet wird dies so: &#8220;Durch diese Autonomie der Praktiker/innen soll eine Fachlichkeit gewährleistet werden&#8221;, über die &#8211; aus Sicht der Fachleute &#8211; &#8220;weder die Zielgruppe noch der/die Geldgeberin verfügen&#8221; <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">(Wright/Block/Unger 2010, 75)</a>. Das Beharren auf der eigenen fachlichen Überlegenheit wird als Bollwerk gegen mehr Partizipation aufgebaut. Dies bedeutet, dass jeder, der an mehr Bürger-Partizipation in gemeinnützigen Einrichtungen interessiert ist, gleichgültig ob über das Internet oder offline,  sich mit der dortigen Rolle des <em>professionellen Wissens</em> auseinander setzen muss.</p>
<p>Mehr Partizipation und Mitbestimmung für Bürger in gemeinnützigen Organisationen wird erst möglich, wenn das Bürgerwissen aufgewertet und nicht als Konkurrenz, aber auch nicht als bloße &#8220;Ergänzung&#8221; professionellen Wissens betrachtet wird, sondern als <em>notwendiger Bestandteil</em> des Wissens einer NPO.</p>
<p>Holt man das Wissen der Profession aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft, dann zeigt sich, dass dieses wissenschaftliche Wissen sich nicht außerhalb von Zeit und Raum herausbildete, sondern im Austausch mit den gesellschaftlichen Institutionen und Akteuren &#8211; auch den Zielgruppen &#8211; gewonnen wurde. Das professionelle Wissen baut auf lokalem Bürger-bzw. Klientenwissen auf und ist insofern schon immer koproduziert (vgl. <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005</a>).</p>
<p>Wer diese<em> gesellschaftliche</em> Bedingtheit des professionellen Wissens vor Augen hat, kann sich leichter auf einen Austausch mit Bürgern und deren Wissen und Erfahrungen einlassen. Fachlichkeit muss dann nicht als Monstranz vor sich her getragen werden, sondern Fachlichkeit erkennt den Einfluß gesellschaftlicher Kräfte auf den eigenen Kanon an und erkennt den Vorteil, die große Chance, die darin auch für die Profession liegt, weil Fachlichkeit durch das Bürger-Wissen empirisch gesättigter und problemlösungstauglicher  wird.</p>
<p>Wenn das Wissen gemeinnütziger Träger koproduziert wird, bedeutet dies nicht, dass Bürgerwissen das Fachwissen schlägt. Sondern es bedeutet, dass Bürgerwissen und Fachwissen zusammengetragen wird, um soziale Probleme effektiv lösen zu können. Bürger und Profis sind auf Augenhöhe und die Anerkennung der Kompetenzen von Bürger-Helfern, Bürger-Klienten, Bürger-Spendern usw. ebnet deren  Zugang zu den inneren Kreisen der Entscheidungsmacht.</p>
<p>Wie können gemeinnützige Einrichtungen vom Bürger-Wissen profitieren? In <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Jason Corburns &#8220;Street Science&#8221; (2005)</a> finden sich einige Gedanken hierzu. Sie können als Argumente für das &#8220;crowdsourcing&#8221; gelesen werden, &#8211; für die Einbeziehung der Weisheit der Vielen,  mit dessen <a href="http://kulturmarketingblog.de/20-npo-blogparade-crowdsourcing-und-crowdfunding-fur-non-profit-organisationen/311">Chancen und Risiken sich die aktuelle NPO-Blogparade im Blog von Karin Janner </a>auseinandersetzt.</p>
<p>Das <strong>Wissen der Bürger</strong></p>
<ul>
<li>bringt die Pluralität der Perspektiven und Werte in unserer Gesellschaft zum Ausdruck und erweitert fachliche Ansätze in gemeinnützigen Einrichtungen um diese Pluralität</li>
<li>ergänzt das Fachwissen um wichtige lokale empirische Erfahrungen bzw. Daten</li>
<li>beinhaltet auch die Perspektive von schwer erreichbaren Gruppen, über die kein oder zu wenig professionelles Wissen vorliegt</li>
<li>zeigt neue Wege für die Umsetzung von Maßnahmen auf</li>
<li>verbessert den Erfolg von Maßnahmen, weil das Feedback von Bürgern in die Programm-Konzeption schon einfließt.</li>
<li>Wenn eine Einrichtung das Wissen der Bürger ernst nimmt, wächst das Vertrauen der Zivilgesellschaft in die Einrichtung und vergrößert sich deren Legitimität.<br />
(Corburn 2005)</li>
</ul>
<p>Um Bürgerwissen eine gleichberechtigte Position neben dem professionellen Wissen verschaffen zu können, ist es notwendig, dass auch Bürger die Stärken und Schwächen ihres Wissens mehr reflektieren. Es ist wichtig, über den rein privaten, individualistischen Standpunkt, der nur die eigenen Belange sieht (&#8220;wie fühlt sich <em>mein </em>Familienangehöriger in einer Einrichtung&#8221;, &#8220;welches sind <em>meine </em>Erfahrungen&#8221;) hinauszugehen. Und das eigene Wissen durch Beobachtung der gesamten Situation in einer Einrichtung und durch Vergleiche mit anderen Einrichtungen bzw. einen gemeinsamen Diskurs mit anderen Betroffenen zu objektivieren und zu erweitern. Wenn Bürger den rein auf sich bezogenen Blick hinter sich lassen, können sie die gemeinwesenorientierte Dimension ihres Wissens besser herausarbeiten.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/das-wissen-der-burger-nutzen-die-koproduktion-von-entscheidungen-im-dritten-sektor/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wer ist an Entscheidungen beteiligt? Entscheidungsmacht in NPOs evaluieren</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 09:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Organisationen verteilen Entscheidungskompetenzen an ihre Stakeholder-Gruppen ganz unterschiedlich. Wer wo und wie mitbestimmen darf, hängt von der Eigentümerstruktur einer Einrichtung und ihren Zielen ab. Welche Stakeholder-Gruppen haben in For-profit, Nonprofit und kommunalen Sozialeinrichtungen das Sagen? Eine neue empirische Studie aus den USA von Avner Ben-Ner und Ting Ren (2010) geht dieser Frage nach. Fast 700  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Organisationen verteilen Entscheidungskompetenzen an ihre Stakeholder-Gruppen ganz unterschiedlich. Wer wo und wie mitbestimmen darf, hängt von der Eigentümerstruktur einer Einrichtung und ihren Zielen ab.</p>
<p>Welche Stakeholder-Gruppen haben in For-profit, Nonprofit und kommunalen Sozialeinrichtungen das Sagen? Eine neue empirische Studie aus den USA von <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-8292.2010.00424.x/abstract">Avner Ben-Ner und Ting Ren (2010)</a> geht dieser Frage nach. Fast 700  amerikanische Organisationen aus der Kinderbetreuung, der Altenpflege und der lokalen Behindertenbetreuung gaben Auskunft über die Allokation von Entscheidungsmacht. Das Ergebnis zeigt, dass in gemeinnützigen und kommunalen Einrichtungen die Angestellten, Bewohner, Angehörigen und die örtliche Gemeinschaft mehr Mitsprachemöglichkeiten haben als in For-profit Einrichtungen. Gleichzeitig ist aber das Ausmaß der Möglichkeiten dieser Stakeholder-Gruppen, an <em>substantiellen </em>Entscheidungen mitzuwirken, in beiden Einrichtungsarten (gemeinnützig/kommunal) gering. In allen drei Bereichen (for-profit/nonprofit/kommunal) dominiert die Geschäftsführung die Entscheidungsprozesse.</p>
<p>Ich finde es interessant, einen empirischen Blick auf die Allokation von Entscheidungskompetenzen zu werfen, denn &#8220;Entscheidungsmacht kann erst geteilt werden, wenn Klarheit darüber herrscht, wer sie ausübt&#8221; (<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">Wright u.a. 2010, 82</a>).</p>
<p>Wenn zivilgesellschaftliche Akteure mehr Mitsprache in gemeinnützigen Einrichtungen bekommen sollen &#8211; und selbst die Bundesregierung mahnt neuerdings mehr Mitsprache für freiwillige Helfer in Institutionen an, siehe<a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/rbm-skzl/europareferat/oeffentlichkeitsarbeit/ej2011/ejf2011_nationales_programm.pdf?start&amp;ts=1293622684&amp;file=ejf2011_nationales_programm.pdf"> hier, S. 3</a> &#8211; dann ist es sinnvoll, zuerst eine Evaluation der Entscheidungsstrukturen in Nonprofits durchzuführen. Oftmals sind die formellen und informellen Entscheidungsverläufe den Beteiligten in gemeinnützigen Organisationen selbst nicht ganz bewusst (vgl. Wright u.a. 2010), so dass eine Evaluation von Entscheidungsprozessen Sinn macht. Erst wenn über den Ist-Zustand von Mitsprachemöglichkeiten Klarheit herrscht, kann ein Soll-Zustand entworfen werden.</p>
<p>Nun geben aber diejenigen, die Entscheidungsbefugnisse innehaben, diese nur ungern ab bzw. nur dann, wenn sie keine andere Option sehen. Weshalb sollten Nonprofits hier eine Ausnahme bilden? Weil der Wettbewerb zwischen gemeinnützigen Organisationen um die Ressource &#8216;Freiwillige Helfer&#8217;, mit der sehr häufig sehr nachlässig umgegangen wird (vgl. meinen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burgerengagement-fordern-und-erhalten-fur-einen-nachhaltigen-umgang-mit-freiwilligen/">letzten Blogbeitrag</a>) es erfordert, dass Nonprofits sich ernsthaft Gedanken über eine Umverteilung von Entscheidungskompetenzen machen. Immerhin haben neue Generationen von Helfern andere inhaltliche Ansprüche an das Freiwilligenengagement als die Nachkriegsgenerationen, die bescheiden waren, wenn es um Mitsprache ging. Wer also neue Unterstützer und Helfer gewinnen möchte, muss Teilhabemöglichkeiten bieten.</p>
<p>Eine (Selbst)Evaluation interner Entscheidungsprozesse mit Blick auf die Einbeziehung der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen wäre in NPOs   höchst angebracht. Ebenso die Konzeption eines Soll-Zustandes, der zivilgesellschaftliche Akteure in die Entscheidungsfindung gemeinnütziger Organisationen stärker einbezieht.</p>
<p>Ein leicht anzuwendendes Evaluations-Tool für Nonprofits sind die<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/subnavi/methodenkoffer/kreise-der-entscheidung.html"><em> Kreise der Entscheidung</em></a>, die von Wright/Block/Unger von der Forschungsgruppe <a href="http://www.wzb.eu/bal/ph/">Public Health des Wissenschaftszentrums Berlin</a> im Rahmen eines Präventionsforschungsprojekts im Gesundheitsbereich entworfen wurden. Die Kreise der Entscheidung (siehe unten) sind auf der  &#8211; sehr empfehlenswerten Webseite &#8211; <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">partizipative-qualitaetsentwicklung.de</a> zu finden (und im <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">begleitenden Buch</a> , S. 82), mit einer detaillierten Anleitung zum Gebrauch und vielen anderen wertvollen Informationen:</p>
<p><strong>Kreise der Entscheidung</strong> (<a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/subnavi/methodenkoffer/kreise-der-entscheidung.html">von Wright/Block/Unger</a>)</p>
<p><img class="size-full wp-image-420 alignleft" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; margin-right:500px" title="Kreise-der-Entscheidung" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/01/KreisederEntscheidung.JPG" alt="KreisederEntscheidung" width="411" height="295" /></p>
<p>Die Kreise der Entscheidung umfassen unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten, &#8211; je weiter eine Stakeholder-Gruppe vom inneren Kreis der Entscheidungsmacht entfernt ist, desto weniger Teilhabemöglichkeiten besitzt sie. Mit Hilfe der Kreise kann eine gemeinnützige Einrichtung für einzelne Projekte,  für einzelne Entscheidungsphasen, für bestimmte Fachgebiete usw. die bestehenden Partizipationsstrukturen klären und neue entwerfen. Besonders informativ wird die Evaluation, wenn man unterschiedliche  Gruppen daran beteiligt, also bspw. die Nutzer der Einrichtung, die Angehörigen, die Geldgeber, die Partner aus der Verwaltung usw.</p>
<p>Sofern gemeinnützige Organisationen für die stärkere Partizipation von zivilgesellschaftlichen Akteuren bereit sind, können sie ihre Weiterentwicklung hin zu community-orientierten Einrichtungen, die nicht nur Betreuungsleistungen erbringen, sondern soziales Kapital und bürgerschaftliche Kompetenzen aufbauen, erfolgreich bewältigen. Gerade die Mitarbeiter von Nonprofits, die laut der oben zitierten Studie von <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-8292.2010.00424.x/abstract">Ben-Ner und Ren (2010)</a> an strategischen Entscheidungen nicht substantiell beteiligt sind, könnten hier zu wertvollen Verbündeten der Bürger werden.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Bürgerengagement fördern und erhalten, &#8211; für einen nachhaltigen Umgang mit Freiwilligen</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 10:25:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der aktuellen Runde der NPO-Blogparade fragt Hannes Jähnert, wie man &#8220;echte Partizipation&#8221; im Dritten Sektor fördern kann. Die Blogparaden-Runde findet vor dem Hintergrund der im Herbst veröffentlichten Nationalen Engagementstrategie der Bundesregierung statt und dem derzeit laufenden Online-Dialog zu dieser Strategie, an dem BürgerInnen noch bis zu 17. Dezember teilnehmen können. Alle Akteure &#8211; der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://foulder.wordpress.com/2010/11/29/19-runde-der-npo-blogparade%E2%80%93partizipationsforderung/">aktuellen Runde der NPO-Blogparade</a> fragt Hannes Jähnert, wie man &#8220;echte Partizipation&#8221; im Dritten Sektor fördern kann. Die Blogparaden-Runde findet vor dem Hintergrund der im Herbst veröffentlichten <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/10/Nationale%20Engagementstrategie_10-10-06.pdf">Nationalen Engagementstrategie</a> der Bundesregierung statt und dem <a href="http://www.engagementzweinull.de/dito/forum?action=csekeywordoverviewjournalshow&amp;id=75">derzeit laufenden Online-Dialog</a> zu dieser Strategie, an dem BürgerInnen noch bis zu 17. Dezember teilnehmen können.</p>
<p>Alle Akteure &#8211; der Staat, gemeinnützige Organisationen, Kommunen usw. &#8211; machen sich Gedanken darüber, wie man das bürgerschaftliche Engagement fördern kann. &#8216;Partizipation&#8217;  im Sinne von echter Teilhabe an Entscheidungen im Dritten Sektor spielt in diesen Diskursen keine herausragende Rolle. Auch fehlt eine Diskussion darüber, inwieweit die Strukturen gemeinnütziger Organisationen für den Umfang, die Ausgestaltung und die Grenzen des bürgerschaftlichen Engagements verantwortlich sind. Schon in meinem vorletzten Blogbeitrag habe ich mich mit den Möglichkeiten der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/partizipation-von-burgern-fordern-aber-wie/">Partizipationsförderung im gemeinnützigen Sektor</a> und der nationalen Engagementstrategie auseinandergesetzt. Deshalb möchte ich für die aktuelle Runde der NPO-Blogparade den Kreis etwas weiter ziehen und fragen, weshalb Partizipation als Thema in den offiziellen Verlautbarungen zum Bürgerengagement eine so geringe Rolle spielt.</p>
<p>Meiner Auffassung nach  kranken  die meisten Ansätze zur Förderung des Bürgerengagements daran, dass sie den Aspekt der Rekrutierung und Anwerbung in den Mittelpunkt stellen. Sie befassen sich zu wenig mit der Frage, wie eine Einrichtung Freiwillige <em>halten </em>und <em>pflegen </em>kann, damit sie sich gerne und langfristig engagieren.  Wertschätzung und die Bildung von Freiwilligen, die der Staat anstrebt, sind wichtig, &#8211; aber nicht ausreichend. Es geht um Mitgestaltung und Mitbestimmung bzw. um die Frage, wie Bürger gemeinsam mit sozialen Diensten Hilfen konzipieren und anbieten können. Das &#8216;Soziale&#8217; ist nichts, was an Fachleute delegiert werden kann, das &#8216;Soziale&#8217; betrifft uns alle,  &#8211; nicht nur als Helfer, sondern als Mitdenker,  als Mitplaner und als Geldgeber.</p>
<p>Laut <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/564.abstract">Brudney und Meijs (2009)</a> stagniert oder sinkt die Anzahl der bürgerschaftlich Engagierten, weil die Ressource des bürgerschaftlichen Engagements von den Organisationen, die das Engagement abrufen und nutzen, nicht nachhaltig bewirtschaftet, sondern &#8211; wie viele andere natürliche Ressourcen auch &#8211; zugunsten kurzfristiger und rein organisationsbezogener Ziele ausgebeutet wird.</p>
<p>Vielleicht ist auch der Trend zum zeitlich befristeten Engagement, der Unwille von Bürgern, sich länger an eine NPO zu binden, gar nicht so sehr zeitlichen Restriktionen auf Helferseite geschuldet, sondern dem nachlässigen Umgang Gemeinnütziger mit den Freiwilligen, der letzteren wenig Anreiz bietet, sich länger als notwendig auf eine gemeinnützige Einrichtung einzulassen.</p>
<p>Jedenfalls stagniert auch in Deutschland das bürgerschaftliche Engagement (36% der Bevölkerung engagieren sich) und verändert sich inhaltlich in Richtung immer kürzerer Einsätze. Dementsprechend wird die Konkurrenz unter den Trägern um die kostbare Ressource &#8216;freiwillige Helfer&#8217; immer härter, ohne dass gleichzeitig das Freiwilligen-Management in den Organisationen flächendeckend verbessert würde.</p>
<p>Mein Bloggerkollege Stefan Zollondz beschreibt in <a href="http://www.net-pilots.de/net-pilots/digitale-wissensarbeit/19-npo-blogparade-wo-sind-die-a-ehrenamtlichen/">seinem Beitrag zur Blogparade</a> die Konkurrenz von NPOs um die sogenannten &#8220;Premium-Ehrenamtlichen&#8221; oder &#8220;A-Ehrenamtlichen&#8221;, die sich durch Selbstständigkeit und gute Bildung auszeichnen.</p>
<p>Weil Nonprofits das Ehrenamt aus einer organisations- und nicht community-bezogenen Perspektive betrachten, kommt es zu dieser Entwicklung: man sucht den Besten für den vorhandenen Freiwilligen-&#8221;Arbeitsplatz&#8221;. Engagementwillige mit Schwächen, psychischen Defiziten o.ä. sind nicht so sehr willkommen. Sie bedeuten mehr Aufwand als Nutzen.</p>
<p>Würde man den <em>organisationsbezogenen</em> durch einen <em>community-orientierten</em> Blickwinkel ersetzen, wäre die Situation eine andere. Alle freiwilligen Helfer wären willkommen, weil die Förderung der Partizipation und das Community-Building über Engagement zur Kernfunktion von Nonprofits gehörten.</p>
<p>Davon ist die Realität aber weit entfernt. Wohlfahrtsverbandliche Einrichtungen konzentrieren sich als professionelle Dienstleister auf Effizienz- und Effektivitätsziele, die wenig Raum für Teilhabe und das Community-Building &#8211; über den engen Kreis der eigenen Klientel hinaus &#8211; zulassen.</p>
<p>Um Nonprofits einen Weg in das Community-Building hinein zu ebnen und ihre Rolle als Förderer und Ermöglicher von Partizipationsprozessen zu stärken, müsste sich vieles ändern: Gesetze, Finanzierungsrichtlinien, Umsetzungsprogramme. Aber auch das Selbstbild von Nonprofits und das Bild, das der Staat vom Dritten Sektor hat.</p>
<p>Nirgendwo in der Engagementstrategie der Bundesregierung wird auf diesen Zusammenhang zwischen den Dritte-Sektor-Stukturen und dem Bürgerengagement ausführlicher eingegangen. Auch Nonprofits selbst stellen den Zusammenhang zwischen ihren Strukturen und dem Erfolg oder Misserfolg der Inklusion von Freiwilligen nicht heraus. Statt<br />
dessen hat man sich an den &#8220;endless cycle of recruitment&#8221; gewöhnt: &#8220;If volunteers cannot be retained, new one must be found to replace them&#8221; <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/564.abstract">(Brudney/Meijs 2009, 568)</a>. Ein Ende dieses wenig nachhaltigen Umgangs mit der Ressource der freiwilligen Helfer ist nicht abzusehen.</p>
<p>Eine Verbesserung kann hier erst eintreten, wenn gemeinnützige Organisationen community-orientierter arbeiten und Freiwilligen auf Augenhöhe begegnen. Dies wären auch zwei Bedingungen die erfüllt sein müssten, wenn &#8220;echte&#8221; Partizipation in und über gemeinnützige Organisationen gefördert werden soll.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burgerengagement-fordern-und-erhalten-fur-einen-nachhaltigen-umgang-mit-freiwilligen/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Partizipation von Bürgern fördern &#8211; aber wie?</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 19:09:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die &#8220;Nationale Engagementstrategie&#8221; der Bundesregierung, die Anfang Oktober verabschiedet wurde, will das Bürgerengagement stärken. Die Engagementstrategie bildet die Grundlage &#8220;für eine gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts. Ziel ist es, durch geeignete Rahmenbedingungen einen Nährboden zu schaffen, auf dem bürgerschaftliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an Motiven und Ausgestaltungsmöglichkeiten gedeihen kann&#8221; (S. 6). Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/10/Nationale%20Engagementstrategie_10-10-06.pdf">&#8220;Nationale Engagementstrategie&#8221;</a> der Bundesregierung, die Anfang Oktober verabschiedet wurde, will das Bürgerengagement stärken. Die Engagementstrategie bildet die Grundlage &#8220;für eine gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts. Ziel ist es, durch geeignete Rahmenbedingungen einen Nährboden zu schaffen, auf dem bürgerschaftliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an Motiven und Ausgestaltungsmöglichkeiten gedeihen kann&#8221; (S. 6).</p>
<p>Eine wirklich ausgearbeitete Strategie findet man in dem Beschluß allerdings nicht, was <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/nachrichtendienst/politik_und_staat/engagementstrategie">erhebliche Kritik</a> hervorgerufen hat. Vielmehr enthält das Regierungspapier eine Ansammlung von Einzelzielen bezogen auf bestimmte Politikbereiche (Integration/Bildung/Umwelt/Demographischer Wandel/Internationale Zusammenarbeit) und eine Auflistung von unzähligen Modellprojekten zum Thema Bürgerengagement, die die Ressorts jetzt schon fördern. Auf Seite 7 wird jedoch klargestellt, dass die veröffentlichte &#8220;Engagementstrategie&#8221; nicht als abgeschlossen zu betrachten ist, sondern unter Beteiligung von Bürgern weiterentwickelt werden soll.</p>
<p>Dazu wurde u.a. die Plattform <a href="http://www.engagementzweinull.de/dito/forum?action=cmsjournalshow&amp;id=75">ENGAGEMENTzweinull</a> eingerichtet, auf der Bürger ihre Anmerkungen zum Kabinettsbeschluss und ihre Vorschläge für die Förderung des Bürgerengagements einbringen können. Die öffentliche Online-Konsultation startet am 22. November. Die Ergebnisse der Konsultation werden der Bundesregierung vorgelegt und im Netz veröffentlicht. Ohnehin sind schon die <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/09/Band3_NF_Web.pdf">Beratungsergebnisse des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation</a>, in dem Experten aus Staat, Wirtschaft und Bürgergesellschaft vertreten sind, in die Engagementstrategie der Bundesregierung eingeflossen.</p>
<p>Soviel Bürgerbeteiligung ist löblich, ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Thema &#8216;Förderung des Bürgerengagements&#8217; mit der Engagementstrategie des Bundes zu einem &#8220;zentralstaatlich gesteuerten Anliegen&#8221; geworden ist (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/09/Band3_NF_Web.pdf">Dahme/Wohlfahrt 2010, 146</a>). Der wichtigste Satz im Kabinettsbeschluss lautet: &#8220;Bund, Länder und Kommunen sind zentrale Akteure in der<br />
Engagementförderung&#8221; (S. 5).</p>
<p>Ich für meinen Teil halte nicht den Staat, sondern den <strong>Dritten Sektor</strong> für den zentralen Akteur, wenn es darum geht, das Engagement von Bürgern auszuweiten. Es sind die gemeinnützigen Organisationen, in denen &#8211; zumeist auf lokaler Ebene &#8211; Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung stattfinden. Also ist auch der Dritte Sektor der Dreh-und Angelpunkt für den weiteren Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten.</p>
<p>Der Staat kann hier durchaus fördernd wirken &#8211; mit finanziellen Mitteln, Gesetzen und Leistungsvereinbarungen, die auf mehr Mitbestimmung von Bürgern drängen. Aber er kann gemeinnützigen Organisationen &#8211; und hier speziell der verbandlichen Wohlfahrtspflege  &#8211; nicht die Aufgabe abnehmen, ihr Verhältnis zur Zivilgesellschaft neu zu bestimmen und ihre Bereitschaft, Bürger als Mitgestalter (und nicht nur als Helfer) einzubeziehen, weiterzuentwickeln.</p>
<p>Was mir auffällt, ist folgendes: sowohl die nationale Engagementstrategie als auch die Beratungsergebnisse des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation blenden die Verantwortung des Dritten Sektors als institutionellem Ort des Bürgerengagements weitgehend aus. Man liest ununterbrochen, wie wichtig das Bürgerengagement ist und dass Bürger sich unbedingt ins Gemeinwesen einbringen sollten. Aber es wird nicht thematisiert, welche Verantwortung dem Dritten Sektor dafür zukommt, dass Bürger sich <em>nicht </em>engagieren oder ihren Einsatz aufgeben, weil sie mit den starren Strukturen in verbandlichen Einrichtungen nicht zurecht kommen oder weil sie nach und nach merken, dass an ihren inhaltlichen Anregungen in dem professionellen Umfeld niemand interessiert ist und sie nur als Helfer gebraucht werden, aber nicht als Mitbestimmer und -entscheider.</p>
<p>Die Responsivität des Dritten Sektors, seine Öffnung nach außen hin, seine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft und seine  Bereitschaft zur Ausweitung von Mitbestimmungsmöglichkeiten &#8211; das sind die zentralen Anknüpfungspunkte, wenn man das Bürgerengagement fördern will.</p>
<p>In einem Beitrag für die Stiftung Mitarbeit habe ich auf die Bedeutung der institutionellen Strukturen für das Bürgerengagement hingewiesen:</p>
<p>&#8220;Wenn es um die Partizipation in gesellschaftlichen Organisationen geht, kann man die bürgerschaftliche Seite nicht ohne die institutionelle betrachten. Beide Seiten gehören zwingend zueinander und befinden sich in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Die Beteiligung von Bürgern am Organisationshandeln setzt voraus, dass Institutionen Partizipationsräume schaffen und sich gegenüber Bürgervorschlägen responsiv verhalten (&#8230;) Umgekehrt benötigt eine Organisation, die sich stärker zur Zivilgesellschaft hin öffnet, Bürger, die ihre Kompetenzen und ihr Wissen einbringen können und wollen. Erfolgreiche Bürgerbeteiligung in Organisationen hängt demnach auch von den Partizipationsressourcen der Bürgerschaft und nicht nur von den institutionellen Beteiligungsangeboten ab.</p>
<p>Wir haben es also mit der Gleichung „Bürgerbeteiligung = Responsivität von Organisationen“ zu tun und es geht darum, auf beiden Seiten dieser Gleichung zu arbeiten, wenn das Bürgerengagement und damit die Demokratisierung unserer Gesellschaft weiter vorangetrieben werden soll (..)&#8221; <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_reiser_101001.pdf">(Reiser 2010, 1)</a>.</p>
<p>Man kann das Bürgerengagement nicht zentralstaatlich verordnen und erfolgreich fördern, man kann nur Strukturen schaffen &#8211; vor allen Dingen lokal &#8211; die Bürger als Mitgestalter und Partner ernst nehmen. Und hier müssen gemeinnützige Organisationen die Hauptverantwortung übernehmen. Es macht keinen Sinn, die Verantwortung von sich weg und dem Staat zu zu schieben, weil eine wirkliche Öffnung für bürgerschaftliche Mitarbeit zu schmerzhaften Veränderungen speziell im verbandlichen Nonprofit-Bereich führen würde. Bürgerbeteiligung kostet ihren Preis, &#8211; man erhält sie nicht ohne eine Demokratisierung verbandlicher und professioneller Entscheidungsstrukturen.</p>
<p>Meines Erachtens müssen vier Aufgabenfelder im Mittelpunkt stehen, wenn die Mitarbeit und die Partizipation von Bürgern gefördert werden soll:</p>
<ul>
<li>die Schaffung von mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten im Dritten Sektor. Dies bedeutet, dass sich die gemeinnützigen Dienstleister von ihrer professionellen Dominanz verabschieden müssen. Die Zukunft gehört Koproduktionsmodellen, bei denen Bürger und Sozialeinrichtungen gleichberechtigt miteinander soziale Dienstleistungen konzipieren und erbringen.</li>
<li>die Förderung der Beteiligungskompetenzen von Bürgern <em>und </em>Communities. Es reicht nicht aus, im Dritten Sektor jeweils <em>organisationsintern </em>das freiwillige Engagement zu fördern. Notwendig ist der Blick auf das Gemeinwesen bzw. auf die unterschiedlichen Communities in den Gemeinden, die gestärkt werden müssen. Der einzelne Bürger wird durch eine vielfältige und handlungsstarke Zivilgesellschaft in seinen individuellen Partizipationsbemühungen unterstützt.</li>
<li>der Aufbau von Netzwerken auf kommunaler Ebene, die Bürger, Dritt-Sektor-Organisationen, staatliche und wirtschaftliche Akteure umfassen. Wo viele Communities untereinander gut vernetzt sind, existiert mehr Bürgerbeteiligung als in Gemeinden ohne entsprechende Netzwerkstrukturen. Wichtig ist nicht nur die Vernetzung an sich, sondern insbesondere der Ressourcenaustausch der Akteure untereinander und das Handeln der Beteiligten.</li>
<li>die Einbeziehung des Internets in die alltägliche Arbeit von gemeinnützigen Organisationen. Es bietet die Infrastruktur für Vernetzung, Kooperation und kollektive Aktionen. Um niemanden auszuschließen sollte die digitale Inklusion ein wichtiges Arbeitsfeld für alle sein, die Leistungen mit Bürgern und für Bürger erbringen.</li>
</ul>
<p>Wer an diesen vier Ideen im Detail interessiert ist, kann <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_reiser_101001.pdf">hier meinen gesamten Aufsatz </a>lesen, der im <a href="http://www.buergergesellschaft.de/aktuelles/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2010/4-quartal-2010/106873/">Wegweiser Bürgergesellschaft 19/2010</a> erschien. Der Beitrag wird in einem Band der <a href="http://www.mitarbeit.de/">Stiftung Mitarbeit</a> über die Zukunft der Bürgerbeteiligung erscheinen, der die Vorträge der gleichnamigen <a href="http://www.mitarbeit.de/forum2010.html">Tagung</a>, die im September stattfand, enthält.</p>
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