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	<title>Nonprofits-vernetzt.de &#187; Social Media</title>
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	<description>Stakeholder-Management und Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen</description>
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		<title>Vereine brauchen mehr Demokratie und Netzwerke</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vereine stehen zunehmend unter Druck: es gibt immer weniger Freiwillige, die für eine Leitungsfunktion zur Verfügung stehen. Speziell im Sport  sind im letzten Jahrzehnt 650.000 Engagierte verloren gegangen, Vorstandsposten können immer schwerer besetzt werden. Es ist heutzutage für Vereine weniger schwierig, Freiwillige zu finden, die sich für eine begrenzte Zeit zugunsten eines bestimmten Projekts einsetzen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vereine stehen zunehmend unter Druck: es gibt immer weniger Freiwillige, die für eine Leitungsfunktion zur Verfügung stehen.</p>
<p>Speziell im Sport  sind im letzten Jahrzehnt 650.000 Engagierte verloren gegangen, Vorstandsposten können immer schwerer besetzt werden. Es ist heutzutage für Vereine weniger schwierig, Freiwillige zu finden, die sich für eine begrenzte Zeit zugunsten eines bestimmten Projekts einsetzen, aber umso problematischer, jene zu rekrutieren, die bereit sind, ein Amt zu übernehmen und die Infrastruktur des Vereins aufrecht zu erhalten (Röbke 2011).</p>
<p>In einem Aufsatz, der im Rahmen des Projekts &#8220;Engagement braucht Leadership&#8221; der Robert Bosch Stiftung und des bayerischen Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement entstand und über den <a href="http://www.buergergesellschaft.de/aktuelles/archiv-des-newsletters/enewsletter-archiv-2011/4-quartal-2011/enewsletter-nr-242011-09122011-von-wegweiser-buergergesellschaftde/106027/">Wegweiser Bürgergesellschaft ( 24/2011) </a>verteilt wurde,  <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">beschreibt Thomas Röbke </a>Entstehung, Entwicklung und Gegenwart des deutschen Vereinswesens.<br />
Es wird  nach Wegen gesucht, wie man Vereine so verändern und stärken kann, dass sich Verantwortungsträger wieder finden lassen.</p>
<p>Die Lösung wird im Ausbau kooperativer Steuerungsformen gesehen, in mehr Demokratie und Beteiligung in Vereinen. Röbke zufolge muss in dieser gemeinnützigen Organisationsform sehr vieles auf den Prüfstand, will man erfolgreich Freiwillige und potentielle Amtsträger rekrutieren: &#8221; Die Form der Leitung, die Art des Miteinanders, die Kooperationsformen zwischen den Mitgliedern, das Verhältnis von Mitglied zu Nichtmitglied, die Art und Weise der Kommunikation, die Enge und Weite des Vereinszwecks&#8221; (<a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Thomas_Roebke_Der_Verein_als_Form_zivilgesellschaftlicher_Selbstorganisation.pdf">Röbke 2011, 5</a>).</p>
<p>Die Stärkung der Demokratie in Vereinen kollidiert aber häufig mit deren Wunsch nach Wachstum und nach effizienten und effektiven Abläufen. Wachstum fördert die Professionalisierung von Vereinen und verringert dadurch den Handlungsspielraum für die Beteiligung von Bürgern. &#8220;Einige Wohlfahrtsverbände sind gerade sehr intensiv dabei, das bürgerschaftliche Engagement in der Leitungsebene zu reduzieren, vor allem mit dem Argument, dass man Ehrenamtliche mit der gewachsenen Verantwortung für Personal und Finanzen nicht belasten dürfe&#8221; (Röbke 2011, 7)</p>
<p>Auch Effizienz und Effektivität können oft nur zu Lasten gemeinsamer Diskussions- und Aushandlungsprozesse erreicht werden. Vereine orientieren sich an den Management-Methoden der Wirtschaft, &#8211; und haben doch ganz andere Funktionen als Unternehmen und insofern andere Aufgaben.  Vorläufiges und Provisorisches bietet jedenfalls &#8220;für demokratische Lernprozesse mehr Ansatzpunkte (..) als ein auf Effizienz und Effektivität getrimmtes Management&#8221; (Röbke 2011, 26).</p>
<p>Die Beteiligung von Bürgern an Entscheidungsprozessen des Vereins entlastet die Amtsträger und bietet Freiwilligen die Chance, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Kontakte in die Freiwilligenarbeit einzubringen. Das Internet kann sehr gut genutzt werden, um Bürger &#8211; über die eigene Community hinaus &#8211; in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, Netzwerke in den gesellschaftlichen Raum aufzubauen und den gesellschaftlichen Einfluss von Vereinen zu stärken.</p>
<p>Aber Vereine haben soziale Medien als Instrumente, um mehr Bürgerbeteiligung zu organisieren, noch nicht richtig entdeckt. Es dominiert im Hinblick auf das Internet der Wunsch, sich selbst nach außen hin besser darzustellen, um so neue Mitglieder zu gewinnen. Auch die Präsenz in Online-Communities ist sehr gefragt. Aber hier stehen Kommunikations- und Vernetzungsziele im Vordergrund, &#8211; die stärkere Beteiligung von Bürgern an Entscheidungsprozessen online und offline steht zumeist nicht auf der Agenda von Vereinen.</p>
<p>Die Forderung nach mehr Demokratie und Beteiligung stößt deshalb im gemeinnützigen Bereich auf ein sehr geteiltes Echo. Es gibt diejenigen, für die ein Demokratiedefizit im eigenen Verein nicht existiert. Sie halten die vorhandenen Entscheidungsstrukturen und Teilhabemöglichkeiten für ausreichend. Sie stehen für jene Strömung im Dritten Sektor, die  Vereine allein aufgrund ihrer formalen Struktur für zivil und demokratisch betrachten &#8211; ungeachtet des Vereinsalltags (vgl. <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/downloads/fjnsb_2009-1_evers.pdf">Evers 2009</a>).</p>
<p>Andere Vereine wiederum können der ganzen Beteiligungs- und Demokratiedebatte nichts abgewinnen, weil sie sich nicht als zivilgesellschaftliche Akteure definieren, sondern als Dienstleister, der z.B. als Sportverein ein bestimmtes Freizeitangebot erbringt. Aber auch Vereine wie diese, die ihre eigene Rolle in der Gesellschaft ganz unpolitisch betrachten und denen das Bewusstsein, ein zivilgesellschaftlicher Akteur mit einer bestimmten Funktion zu sein,  fehlt, wirken natürlich dennoch auf  die Gesellschaft zurück, indem sie Menschen einbinden, Netzwerke anstoßen, sich mit anderen Vereinen zusammentun und so mitweben an dem intermediären Netz zwischen dem einzelnen Bürger und dem Gemeinwesen.</p>
<p>Die internen Reformen in Richtung mehr Demokratie und Beteiligung sind aber nicht ausreichend, um das Nachwuchsproblem und die Schwierigkeiten bei der Ämterbesetzung in Vereinen lösen zu können. Ebenso notwendig ist, dass Vereine in einem viel stärkeren Ausmaß, als dies gegenwärtig der Fall ist, kooperieren, ihre Ressourcen bündeln und voneinander lernen.  Die Fähigkeit zum wechselseitigen Ressourcenaustausch ist für die Entwicklung des zivilgesellschaftlichen Sektors vor Ort noch entscheidender als der vorhandene Ressourcenpool (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009</a>).  Wenn das wechselseitige Austauschsystem gut funktioniert, kann jeder Verein auf mehr Ressourcen zugreifen, als wenn er sich auf seinen eigenen Ressourcenbestand beschränken würde.</p>
<p>Diese interaktive Perspektive ist auch wichtig, wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und potentiellen Amtsträgern geht. Es wäre falsch, wenn ein Verein sich hier nur auf sein unmittelbares Unterstützernetzwerk konzentrierte. Die meisten Freiwilligen kommen nicht über  den direkten Kontakt zu einem Verein, sondern über lokale Netzwerke, d.h. über die Netzwerke der Unterstützer und die Netzwerke jener Netzwerkmitglieder (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/643.abstract">Schneider 2009</a>).</p>
<p>Die Kooperation eines Vereines mit anderen Vereinen eröffnet diesem Zugriff auf die Netzwerke der Partner und die mit den Netzwerken verbundenen Ressourcen (Freiwillige, Unterstützer etc.). Sofern die kooperierenden Vereine unterschiedlichen Fachgebieten angehören, empfindet keiner den Zugriff des andern auf die eigenen Netzwerke als Konkurrenz.</p>
<p>Schwieriger wird es, wenn beide Vereine auf demselben Gebiet tätig sind, z.B. zwei Sportvereine kooperieren. Aus einem Blickwinkel der Knappheit heraus könnte man sich sorgen, wenn der Partner-Verein im eigenen Netzwerk &#8216;fischt&#8217;. Überwindet man den Knappheitsblick (&#8220;der andere nimmt mir ein Stück von meinem Kuchen weg&#8221;), dann wird man sehen, dass für beide Vereine &#8220;der Kuchen&#8221; größer wird, je besser es gelingt, bisher passive Netzwerkmitglieder zu einer Mitarbeit im Verein zu bewegen. Kurzfristig ist hierbei vielleicht ein Verein erfolgreicher als der andere &#8211; langfristig profitieren aber beide von einer Bürgerschaft, die sich rege im Sport engagiert, &#8211; weil so viel mehr Netzwerke  auf lokaler Ebene erreicht werden können, als wenn sich ein Verein auf sein eigenes &#8211; vergleichsweise kleines &#8211; Netzwerk konzentriert.</p>
<p>Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen und  Ressourcen teilen sind angesichts zurückgehender Mitgliederzahlen, Verantwortungsträger und Fördermittel eigentlich das Gebot der Stunde im Vereinsbereich. Tatsächlich aber ist es um die Kooperation im Dritten Sektor nicht sehr gut bestellt. Hier dominiert in der Regel  ein &#8220;gleichgültiges Nebeneinander zerklüfteter Einzelinteressen&#8221; (Röbke 2011, 19). Dabei könnte auch für die örtliche Kooperation und für gemeinsame Lernprozesse das Internet mit seinen kollaborativen Tools sehr gut genutzt werden (vgl. <a href="http://www.knowhownonprofit.org/">KnowHow NonProfit</a>)</p>
<p>Vereine müssen sich verändern &#8211; sie brauchen mehr Demokratie im Innern und mehr Netzwerke auf lokaler Ebene, um die Beteiligung von Bürgern zu fördern und zu nutzen. Je dichter das zivilgesellschaftliche Netz auf örtlicher Ebene gewoben ist, desto eher engagieren sich Menschen. Je stärker sich der Dritte Sektor auf lokaler Ebene auch als demokratischer Akteur begreift, desto eher können die Demokratisierungsprozesse in den einzelnen Vereinen unterstützt und gefördert werden. Notwendig ist hierfür die Selbstreflexion im Dritten Sektor, inwieweit sich die einzelnen Organisationen nicht nur als Dienstleister, sondern auch als zivilgesellschaftliche Akteure betrachten.</p>
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		<title>Partizipation fördern &#8211; die Rolle von Nonprofit-Organisationen</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 11:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Partizipationsprojekte im politischen Raum sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass sich nur bestimmte Gruppen an den angebotenen Verfahren wie Bürgerhaushalten, Online-Konsultationen, Planungsprozessen usw. beteiligen. Auch die Verlagerung von Partizipationsangeboten ins Internet bringt hier keine grundlegende Änderung, sondern setzt die asymmetrische Beteiligungspraxis fort. Das Blog Bürgerhaushalt.org zitiert aus dem Evaluationsbericht des Odenburger Bürgerhaushalts, in dem folgendes bemängelt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Partizipationsprojekte im politischen Raum sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass sich nur bestimmte Gruppen an den angebotenen Verfahren wie Bürgerhaushalten, Online-Konsultationen, Planungsprozessen usw. beteiligen. Auch die Verlagerung von Partizipationsangeboten ins Internet bringt hier keine grundlegende Änderung, sondern setzt die asymmetrische Beteiligungspraxis fort. Das Blog <a href="http://www.buergerhaushalt.org/grundlagen/evaluation-des-oldenburger-buergerhaushaltes-viel-licht-aber-auch-schatten/">Bürgerhaushalt.org </a>zitiert aus dem Evaluationsbericht des Odenburger Bürgerhaushalts, in dem folgendes bemängelt wird:</p>
<p>&#8220;Geringe Beteiligung bei Präsenzveranstaltungen<br />
Sehr hohe Beteiligung von Personen mit hoher formaler Bildung<br />
Sehr hohe Beteiligung von Personen im Alter von 40–60 Jahren<br />
Sehr geringe Beteiligung von Migranten<br />
Sehr geringe Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen&#8221;.</p>
<p>Dieses Ergebnis charakterisiert auch den Kölner Bürgerhaushalt. Das Blog <a href="http://www.buergerhaushalt.org/grundlagen/evaluation-des-oldenburger-buergerhaushaltes-viel-licht-aber-auch-schatten/">zitiert</a> aus dessen Evaluationsbericht: &#8220;Einzig das Kriterium der Pluralität kann nur mit Vorbehalt als erfüllt bezeichnet werden, da die Gruppe Hoch-Beteiligter von ihrer Struktur her recht homogen ist, und weil sich zu wenig Kölner Bürgerinnen und Bürger aus bildungsfernen Schichten am Verfahren beteiligen&#8221;.</p>
<p>Wenn man den Anspruch der Inklusion nicht aufgibt,<br />
wenn man sich nicht mit den asymmetrischen Beteiligungsstrukturen arrangieren möchte, die nur bestimmten Gruppen zusätzliche Handlungsspielräume eröffnen (&#8220;Empowering the Empowered&#8221;), aber nicht denjenigen, die sich nicht zu Wort melden (können),<br />
wenn man daran festhält, dass eine Demokratie reale Mitmachmöglichkeiten für alle Bürger bieten sollte,<br />
dann muss dringend darüber nachgedacht werden, wie die Beteiligungskultur in unserem Land verbessert werden kann.</p>
<p>Die Diskurse über das &#8220;Bürgerengagement&#8221;, die im Politikfeld &#8220;Bürgergesellschaft&#8221; geführt werden, liefern dazu meist auch keine neue Ideen, da hier lediglich die Beteiligung von Bürgern an der Produktion von (sozialen) Dienstleistungen, aber nicht an Entscheidungen im Mittelpunkt steht. &#8220;Sadly, the vision of how to empower communities is far too focused on engaging members of the public in the delivery of public services&#8221;, heißt es in einem <a href="http://www.thersa.org/__data/assets/pdf_file/0005/402755/RSA_Power_lines_FINAL-110511.pdf">Bericht</a> der britischen RSA mit Blick auf das Big Society-Konzept der dortigen Regierung, &#8211; ein Vorwurf, den man auch den hiesigen Bürgerengagement-Konzepten machen kann.</p>
<p>Wer die verstärkte Beteiligung von Bürgern an Entscheidungen anstrebt, muss als erstes das Thema &#8220;Partizipation&#8221; aus seiner politischen Enklave herausholen und in weiteren gesellschaftlichen Bereichen verankern, so dass Mitgestaltung &#8211; als Kompetenz und Praxis &#8211; im Alltag der Menschen fest etabliert ist. Wer Partizipation nur auf den politischen Bereich beschränkt, muss sich nicht wundern, dass letztlich so wenige mitmachen. Woher sollte auch die Motivation der Bürger und ihre Fähigkeit zum Mitmachen herkommen, wenn sich Beteiligungsangebote auf Ausnahmesituationen beschränken und nicht die Regel bilden?</p>
<p>Der Dritte Sektor spielt eine Schlüsselfunktion, wenn es um die Ein- und Ausübung von Teilhabe geht. Hier werden &#8211; speziell in den sozialen Diensten &#8211; tagtäglich unzählige Entscheidungen gefällt, die die Persönlichkeit und den Körper von Menschen betreffen, ohne dass Bürger &#8211; als Betroffene, Angehörige, Ehrenamtliche usw. &#8211; substantielle Mitentscheidungsmöglichkeiten hätten. Staat und Verbände regeln die zentralen Punkte, die das Politikfeld betreffen, unter sich und die Bürger stehen am Rand. Die Demokratisierung unserer Gesellschaft müsste genau hier beginnen, vor Ort, in den vielfältigen Einrichtungen des Dritten Sektors. Bürger erspüren ihren eigenen Status gegenüber den verbandlichen Diensten und den staatlichen Institutionen sehr genau. Wenn dieses Verhältnis zwischen Bürgern und Institutionen nicht durch eine echte Machtbalance gekennzeichnet ist (abseits der wolkigen Worte, die in Leitbildern geschrieben werden), nimmt die Motivation zur Mitgestaltung rapide ab.</p>
<p>Wir brauchen folglich mehr Bemühungen, die auf eine Demokratisierung des Dritten Sektors zielen, wo Teilhabe für Menschen erlebbar wird, zusätzlich zu den Partizipationsangeboten im politischen Raum.</p>
<p>Allerdings reicht dies nicht aus, um die ungleiche Beteiligungskultur zu verändern. Wichtig ist ebenfalls der Aufbau von Strukturen, die Bürger unterstützen und fördern. Der Aufbau von Netzwerken zwischen Menschen in den Stadtvierteln und Gemeinden ist Voraussetzung für mehr Beteiligung. Aus ihren Netzwerken gewinnen Menschen Informationen, Kontakte, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Die Förderung der Bürgerbeteiligung darf sich deshalb nicht auf den einzelnen Bürger hin ausrichten &#8211; obwohl genau so Politik und Verwaltung die Bürgergesellschaft angehen &#8211; sondern sie muss auf den Aufbau von Bürger-Netzwerken zielen.</p>
<p>Vom Netzwerkaufbau zwischen Institutionen bzw. von abgestimmten Dienstleistungsangeboten ist staatlicherseits viel die Rede. Weniger reden vom Netzwerkaufbau unter Bürgern bzw. Stadtteilbewohnern, der in der Verantwortung eines jeden Dienstes &#8211; und nicht nur speziell der Gemeinwesenarbeit &#8211; liegen sollte.</p>
<p>Wenn die Partizipationskultur in unserem Land verbessert, d.h. inklusiver und verbreiteter werden soll, dann kommen auf den Dritten Sektor und hier speziell auf die sozialen Dienste die folgenden Aufgaben zu:</p>
<p>1. Bürger/innen müssen stärker an Entscheidungen beteiligt werden. Die Dienste müssen sich als Ermöglicher von Teilhabe begreifen und dies in ihrer Organisation und ihrem Steuerungssystem verankern.</p>
<p>2. Die sozialen Dienstleister müssen Bürger untereinander vernetzen. Zu der eigentlichen Dienstleistung &#8211; ambulante Altenhilfe, Behindertenhilfe etc. &#8211; muss die Vernetzungsaufgabe treten. Derzeit kommt eine Sozialstation ins Haus, erledigt dort ihre Aufgaben, und fährt wieder weg. Vielleicht vermittelt sie noch ein anderes Hilfsangebot, &#8211; aber sie baut in der Regel keine Netzwerke oder nur Netzwerke, die den Kreis der Betroffenen nicht überschreiten (Gesprächskreise für pflegende Angehörige, für die Angehörigen von Demenzkranken usw.). Je spezialisierter aber die Netzwerke sind, desto ähnlicher sind die Ressourcen in ihnen. Neue und andere Ressourcen kommen nur hinzu, wenn man die Netzwerke öffnet und in andere gesellschaftlichen Bereiche ausdehnt.</p>
<p>Social Media können beim Netzwerkaufbau und der Förderung der Beteiligung auf lokaler Ebene eine wichtige Rolle spielen, wie die empirische Studie von Harris und Flouch (2010) &#8211; mehr Infos <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/welche-wirkung-haben-burger-webseiten-die-auf">hier </a>- über lokale Online-Netzwerke, Informations- und Beteiligungsplattformen in Großbritannien zeigt.</p>
<p>Aber auch in dieser Studie ist die mangelnde Vielfalt an Menschen und Milieus in den Online-Netzwerken ein Thema. Obwohl Social Media &#8211; unabhängig von der Tendenz von Menschen, den Kontakt zu Gleichgesinnten zu suchen &#8211; sehr leicht zum Brückenbauen in andere Milieus eingesetzt werden können, &#8211; &#8220;the divide can begin to be bridged with something as simple as an RT&#8221;, wie es in <a href="http://www.guardian.co.uk/voluntary-sector-network/2011/jun/13/social-divide-not-digital">einem Beitrag</a> im britischen Guardian heißt. &#8220;This is truly groundbreaking stuff, and is the great value of social media (&#8230;)&#8221;.</p>
<p>Unabhängig von den Potentialen von Social Media muss bei den Diensten vor Ort zuerst die Bereitschaft und das Budget zum Netzwerkaufbau vorhanden sein. Welche Strategie dann im einzelnen gewählt wird, &#8211; ob online, offline oder beides zusammen kombiniert &#8211; bildet erst den zweiten Schritt.</p>
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		<title>Mehr Partizipation wagen &#8211; für ein neues Leitbild in verbandlichen Sozialorganisationen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 10:57:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht mehr zum Tragen, weil die Leistungserbringung sich unter den Einrichtungen immer mehr angleicht, auch infolge staatlicher Regulierungen und Vereinbarungen.</p>
<p>Wohin also den Blick richten? Was könnte zu einer Renaissance der wohlfahrtsverbandlichen Arbeit führen? Was könnte die gemeinnützigen Anbieter aus ihrer Dienstleistungs-Sackgasse befreien und ihnen neue Perspektiven eröffnen und Unterstützer bescheren?</p>
<p>Mehr Partizipation im Dritten Sektor ist meines Erachtens der Ausweg. Wir brauchen eine <strong>demokratische Governance</strong> in den Einrichtungen, die Bürgerbeteiligung wertschätzt, die Teilhabe fördert und die aus Stakeholdern (Klienten, Angehörigen, Freiwilligen&#8230;.) Bürger macht.</p>
<p>Nur eine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft in all ihren Facetten, also auch über Milieu- und Sektorgrenzen hinweg, kann Nonprofits die Ressourcen verschaffen, die sie zum Überleben brauchen: mehr Wissen, mehr Innovationen, mehr Engagement, mehr Mittel und mehr politische Unterstützung von Bürgerseite.</p>
<p>Wer Bürger nicht auf Augenhöhe wahrnimmt, wird nie die vielfältigen Mittel akquirieren können, die eine Einrichtung für ihren Erfolg und ihr Überleben braucht. Wer nur darüber lamentiert, dass Freiwillige schwer zu finden sind, aber es versäumt, auf bestehende Initativen, Vereine und Gruppen in der Gemeinde zuzugehen und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, braucht sich über mangelnden Zulauf nicht zu wundern. Bürgerbeteiligung gibt es nicht voraussetzungslos, sondern sie braucht einen zivilgesellschaftlichen Nährboden, der durch Vernetzung und Kooperation gekennzeichnet ist.</p>
<p>Eine gemeinnützige Organisation, die sich als demokratischer Akteur  begreift,</p>
<ul>
<li>beschränkt sich nicht auf ihre Dienstleistungsfunktion, sondern will das Gemeinwesen mitgestalten</li>
<li>schafft dezentrale Organisations- und Entscheidungsstrukturen</li>
<li>begegnet Bürgern auf Augenhöhe</li>
<li>bietet Bürgern ein breites Portfolio an Beteiligungsmöglichkeiten</li>
<li>fördert die Beteiligungskompetenzen von Bürgern</li>
<li>fördert die kooperativen Kompetenzen in der eigenen Organisation</li>
<li>bildet Netzwerke über Grenzen hinweg</li>
<li>vertritt aktiv Interessen als Folge des eigenen Gestaltungsanspruches</li>
</ul>
<p>Für einen Workshop auf dem<a href="http://morgenland.li/sites/default/files/documents/Kurz%C3%BCbersicht_MorgenLand.pdf"> MorgenLand-Festival in Schaan</a>, das &#8211; organisiert von jungen Menschen &#8211; nach einer Perspektive für die Gesellschaft des Alpenrheintals von morgen sucht, habe ich meine Thesen noch stärker ausgearbeitet. Und um die Möglichkeiten ergänzt, die Social Media gemeinnützigen Organisationen bieten können, wenn es um das Thema Bürgerbeteiligung geht.</p>
<p><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=id=8093852&amp;doc=mehr-partizipation-in-sozialorganisationen-prsentation-reiser-21052011-110525045452-phpapp02" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><param name="wmode" value="transparent" /><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=id=8093852&amp;doc=mehr-partizipation-in-sozialorganisationen-prsentation-reiser-21052011-110525045452-phpapp02" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p>Es gibt auf kommunaler Ebene immer wieder gemeinnützige Projekte auch größerer Träger, die zeigen, wie Bürger von Beginn an inhaltlich in den Aufbau und die Umsetzung sozialer Dienste involviert werden können. Es wäre wichtig, diese Projekte zu sammeln und ihre Bedingungen und Steuerungsstrukturen auszuwerten, um Kriterien herauszufiltern, die in eine demokratische Governance des Verbandes eingebracht werden können. Ich freue mich über die Nennung von Beispielen in den Kommentaren.</p>
<p>Die Förderung von Partizipation im Rahmen demokratischer Steuerungsstrukturen in den Verbänden gilt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen hin. Programme und Richtlinien, wie bspw. die Social Media Policy eines Verbandes, mit der sich die <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2011/05/21/endspurt-die-laufende-runde-der-npo-blogparade-geht-zu-ende/">aktuelle NPO-Blogparade</a> inhaltlich befasst, sollten sowohl mit dem eignen Personal als auch mit den Zielgruppen kooperativ erarbeitet werden. Gerade Social Media Policies stecken den Grundrahmen des Online-Dialogs zwischen der Organisation und ihrer Umwelt ab und sollten insofern nicht unter Ausschluss der Zielgruppen erarbeitet werden. Das <a href="http://blog.roteskreuz.at/wiki/index.php/Social_Media_Policy">Österreichische Rote Kreuz macht vor</a>, wie bei diesem Thema die Einbeziehung der Zielgruppen in die Politikformulierung gelingen kann.</p>
<p>Zuletzt möchte ich nochmals betonen, dass die demokratische Governance  im Dritten Sektor nicht als Selbstzweck gedacht ist, der um sich selber kreist, sondern als Möglichkeit, Ressourcen &#8211; speziell das Bürgerwissen &#8211; zu gewinnen, um Dinge verändern zu können. Ziel ist, &#8220;to change the world through collective action, not only to devise and decide, but to <em>do</em>.&#8221; ( <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=11627">Briggs 2008,  8</a>)</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/mehr-partizipation-wagen-fur-ein-neues-leitbild-in-verbandlichen-sozialorganisationen/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Social Media und Bürgerpartizipation &#8211; für mehr Demokratie im Nonprofit-Sektor</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 15:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für ein Fachgespräch des Centrum für Corporate Citizenship Deutschland habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für ein Fachgespräch des <a href="http://cccdeutschland.org/de">Centrum für Corporate Citizenship Deutschland</a> habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des Nonprofit- bzw. des &#8220;Dritten Sektors&#8221; bildet, nämlich rund 39% (<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490">Zimmer/Priller 1995</a>).</p>
<p>Bürger in jeder Stadt und in jeder Gemeinde haben Zugang zu gemeinnützigen sozialen Organisationen. Aufgrund der räumlichen Verbreitung der wohlfahrtsverbandlichen Dienste und Einrichtungen können und müssen sie meiner Ansicht nach in Zukunft eine viel bedeutendere Rolle spielen als in der Vergangenheit. Ihre Rolle darf sich nicht darauf beschränken, sozialer Dienstleister zu sein, sondern sie müssen verstärkt auch die Funktion eines <em>community-builders </em>und eines Ermöglichers von Partizipation übernehmen, der auf lokaler Ebene Brücken zwischen den unterschiedlichen Gemeinschaften schlägt, Bürgern Partizipationschancen bietet und sie darin unterstützt, sich stärker auf kommunaler Ebene zu beteiligen.</p>
<p>Weil das Internet neue Möglichkeiten schafft, Bürger in institutionelle Entscheidungen einzubeziehen, müssen sich gemeinnützige soziale Organisationen stärker mit Social Media auseinander setzen. Welche Chancen bieten diese neuen Technologien der eigenen Einrichtung, dem Beziehungsaufbau hin zur Umwelt, dem Potential als gemeinwesenorientierter Akteur?</p>
<p>Die Möglichkeiten von Social Media forcieren Beteiligungsdebatten. Auch der wohlfahrtsverbandliche Bereich wird dieser Debatte nicht ausweichen können und wird verstärkt von außen dazu aufgefordert werden, die eigenen Entscheidungsstrukturen kritisch zu überdenken. Es gilt die Frage zu beantworten: <strong>wie demokratisch ist der Dritte Sektor?</strong> Ist die Vereinsstruktur der einzige legitimatorische Grund, auf den gemeinnützige Organisationen verweisen können, wenn die Frage nach dem demokratischen Charakter der eigenen Einrichtungen gestellt wird?</p>
<p>Die Vereinsmitgliedschaft ist ein unvollkommener Indikator für zivile Partizipation und  &#8216;Mitgliedschaft&#8217; alleine hat wenig Auswirkungen auf die Online-Partizipation von Bürgern (<a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez 2009</a>).</p>
<p>Aus meiner Sicht sind sind die folgenden Bedingungen unerlässlich, wenn die Social Media-Nutzung &#8211; und damit die Chancen der Bürgerbeteiligung &#8211; in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden soll:</p>
<ol>
<li>Wir brauchen eine digitale Inklusion des Dritten Sektors. Gemeinnützige Einrichtungen ohne Internet-Anschluss und -Know-how sollte es nicht geben, weil diesen Beteiligungsmöglichkeiten entgehen. Die Mittel hierfür müssen von staatlicher und privater Seite zur Verfügung gestellt werden</li>
<li>Wir brauchen eine Dezentralisierung von Organisations- und Entscheidungsstrukturen in sozialen Organisationen. Einrichtungen im Stadtteil, die nicht befugt sind, einen eigenen Webauftritt zu betreiben, können die Online-Vernetzung und -Partizipation nicht auf ihre Agenda setzen. Organisationen, in denen sich nur die Führungsspitze im inneren Kreis der Entscheidungsmacht befindet, werden sich mit der Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung in den Einrichtungen &#8211; egal ob online oder offline &#8211; schwer tun</li>
<li>Das Wissen der Bürger muss als wichtige Ressource Eingang in gemeinnützige Organisationen finden. Professionelles Wissen und Bürgerwissen müssen sich auf Augenhöhe begegnen. Es muss nach Formen der Koproduktion gesucht werden, bei denen Laien und Profis konstruktiv zusammenarbeiten. Die Art und Weise, wie soziale Dienstleistungen konzipiert und implementiert werden, muss &#8211; auch von staatlicher Seite &#8211; so ausgestaltet werden, dass die Partizipation der Bürger darin einen verbindlichen Platz erhält</li>
<li>Nonprofits müssen ihr Selbstbild wieder erweitern. Statt sich nur als Dienstleister zu betrachten müssen die Elemente der Interessenvertretung gestärkt werden. Empirische Forschungsergebnisse zeigen, dass jene Organisationen wie bspw. Bürgerrechtsgruppen und Umweltorganisationen, die offensiv ihre Ziele auch im Netz bewerben, dieselben sind, die online Partizipationsmöglichkeiten bieten (siehe <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">Suárez 2009</a>). Wenn <em>e-advocacy </em>und <em>e-democracy</em> offensichtlich eng zusammenhängen, dann müssen staatliche Programme, die auf mehr Bürgerengagement abzielen, auch die Interessenvertretungskompetenz von Nonprofits in den Blick nehmen.</li>
<li>Staatliche Akteure, Städte und Gemeinden spielen eine wichtige Rolle beim Empowerment des Dritten Sektors. Jene Kommunen, die sich einen gefügigen Dritten Sektor heranziehen, die abweichende Positionen mit Mittelentzug bestrafen, übersehen den Zusammenhang zwischen der Kompetenz des Dritten Sektors, Interessen zu vertreten und Bürger einzubeziehen. Von einem starken Dritten Sektor profitiert die Gemeinde, weil nur dieser die Partizipationspotentiale bieten kann, die für eine breite Beteiligung der Bürger auf lokaler Ebene wichtig sind.</li>
</ol>
<p>Social Media können die Beteiligung von Bürgern fördern. Aber die Tools sind kein Selbstläufer. Ohne die Schaffung unterstützender Rahmenbedingungen, ohne das entsprechende Handeln von gemeinnützigen Organisationen, Bürgern, Politik und Verwaltung, wird man die Partizipationspotentiale des Internets für den Dritten Sektor nicht zur Gänze erschließen können</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/social-media-und-burgerpartizipation-fur-mehr-demokratie-im-nonprofit-sektor/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Nachhaltiges Fundraising &#8211; welche Bausteine sind wichtig?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 11:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Fundraising 2.0-Blog ist Gastgeber der 18. NPO-Blogparade. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen? Er beschreibt den &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;, der so aussieht:  durch die Präsenz im Social Web kommen  &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.fundraising20.de/">Fundraising 2.0-Blog</a> ist Gastgeber der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2010/10/25/18-runde-der-npo-blogparade/">18. NPO-Blogparade</a>. Jörg Eisfeld-Reschke fragt, <a href="http://www.fundraising20.de/18-npo-blogparade-aufruf-zur-teilnahme/">wie es gelingen kann, dass sich Online-Freunde, Fans und Follower für eine gemeinnützige Organisation auszahlen?</a></p>
<p>Er beschreibt den<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> &#8220;Traum eines Online-Fundraisers&#8221;</a>, der so aussieht:  durch die Präsenz im Social Web kommen  &#8220;sehr schnell (..) hunderte Follower auf Twitter und Tausende Fans auf Facebook zusammen. Ab dem ersten Tag werden sie zu Spendern, starten Anlaßspenden-Aktionen zu ihrem Geburtstag und schreiben im Blog darüber, dass sie dieser gemeinnützigen Organisation ihr Vermögen hinterlassen werden.&#8221;</p>
<p>Diesen Traum träumen sicherlich sehr viele NPOs, &#8211; anders kann man sich deren Interesse an Online-Fundraising als <em>ersten</em> Schritt im Social Web nicht erklären. Was die meisten interessiert, ist das schnelle Geld oder wie es auf der<a href="http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/11/12/freunde-fans-und-follower-los-zahlt-euch-fur-mich-aus/"> Lernspielwiese </a>heißt &#8220;Freunde, Fans und Follower -los! Zahlt euch für mich aus&#8221;.</p>
<p>Dass dieser Traum des Dritten Sektors nach schnellem Geld aus der Zivilgesellschaft als Ersatz oder Ergänzung für gekürzte Mittel von staatlicher Seite ein Traum bleiben wird, stellt Reschke in seinem<a href="http://www.fundraising20.de/der-traum-eines-online-fundraisers-npo-blogparade/"> Beitrag</a> dar.</p>
<p>Aus meiner Sicht müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, wenn das Fundraising im Netz von dauerhaftem Erfolg sein soll.</p>
<p><em>Nachhaltiges Fundraising</em> schafft einen Mehrwert für die Organisation <em>und </em>ihre Stakeholder <em>und </em>das Gemeinwesen. Nachhaltiges Fundraising baut vertrauensvolle, dauerhafte Beziehungen auf und vermeidet alles, was diese Beziehungen zugunsten kurzfristiger und allein organisationsbezogener Ziele schädigen könnte. Nachhaltiges Fundraising setzt auf Kooperation, wechselseitigen Dialog und die Koproduktion von Leistungen. Nachhaltiges Fundraising lässt den binnenorienten Blick vieler NPOs hinter sich, öffnet sich nach außen hin und rückt die Beziehungen zu den Stakeholdern in den Mittelpunkt. Nachhaltiges Fundraising setzt einen Perspektivenwechsel in NPOs voraus, den ich <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-und-der-paradigmenwechsel-im-sozialsektor/">an anderer Stelle </a>beschrieben habe. Er verändert das Verhältnis zwischen dem Dritten Sektor und der Zivilgesellschaft: statt Dinge <em>für </em>Bürger zu tun, arbeitet und plant man <em>mit ihnen</em> gemeinsam.</p>
<p>Welche Bausteine sind für ein <em>nachhaltiges Fundraising</em> im Internet relevant, das dauerhaft<em> </em>vielfältige Ressourcen aus dem gesellschaftlichen Raum akquirieren kann?</p>
<ol>
<li>Partizipation der Nutzer</li>
<li>Responsivität der Oganisationen</li>
<li>Wechselseitigkeit des Austausches</li>
<li>Diversität von Netzwerken</li>
<li>Passende Technologien</li>
<li>Bedeutung der lokalen Ebene</li>
</ol>
<p>Zu 1. <strong>Partizipation der Nutzer:</strong> wie die meisten Beiträge zur NPO-Blogparade herausstellen, braucht es in jeder Fundraising-Situation viele unterschiedliche und niedrigschwellige Mitmachmöglichkeiten für die Nutzer. Partizipation fördert die Integration von Menschen in Netzwerke und damit auch die Bildung von Unterstützerkreisen zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung. Wichtig ist es, Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Nutzern zu schaffen, also das Netzwerk nicht vertikal &#8211; zur gemeinnützigen Organisation hin &#8211; auszurichten,  sondern horizontal mit Blick auf die Community hin auszubauen.</p>
<p>Nutzer müssen befähigt werden, selbst als Multiplikatoren, Fundraiser, Wissenssammler usw. für die gemeinnützige Organisation aktiv zu werden. Von den Kontakten, die sie dabei sammeln, kann eine NPO erneut profitieren. Deshalb ist die Fixierung auf Spenderdatenbanken, wie dies in der Nonprofit-Szene üblich ist,  auch unzureichend: Eine NPO profitiert nicht nur von den hier gesammelten Einzelpersonen, sondern auch von deren Netzwerken.</p>
<p>Zu 2. <strong>Responsivität von Organisationen:</strong> dieser Punkt wurde <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/die-bereitschaft-zum-zuhoren-oder-wann-verhalten-sich-organisationen-responsiv/">hier im Blog</a> schon häufig thematisiert: man kann die Partizipation der Nutzer nicht ohne die institutionelle Seite betrachten, d.h. Organisationen müssen Partizipationsräume schaffen und sich responsiv verhalten, wenn sie möchten, dass Bürger sich einbringen. Wer die Bürger-Nutzer mit fertigen Strategien und Projekten konfrontiert, wird deren Bereitschaft zum Mitmachen zum Erlahmen bringen.</p>
<p>Zu 3. <strong>Wechselseitigkeit des Austausches:</strong> wie wichtig die sogenannte &#8220;Reziprozität&#8221; des Austausches in Netzwerken ist, beschreibt <a href="http://kulturwissenschaft.wordpress.com/2010/10/26/kulturmanagement-wie-sich-kontakte-auszahlen/">einer der Beiträge</a> zur NPO-Blogparade. Netzwerke bilden nur eine <em>Struktur</em>. Ob man das in ihnen eingebettete <em>soziale Kapital</em> heben kann, hängt davon ab, ob man am wechselseitigen Austausch partizipiert. Wer immer nur etwas aus dem Netzwerk will, aber keine Ressourcen investiert, ist von der Nutzung des sozialen Kapitals ausgeschlossen (vgl. &#8211; sehr interessant &#8211; <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/643.abstract">Jo Ann Schneider 2009</a>)</p>
<p>Zu 4. <strong>Diversität von Netzwerken:</strong> je pluraler Netzwerke aufgebaut sind, desto unterschiedlicher sind die Ressourcen, von denen die am Austausch Beteiligten profitieren können. Bleibt eine NPO in ihrem angestammten Biotop, wird sie immer auf dieselbe Ressourcenkonstallation stoßen. Dringt sie in neue Milieus und Netzwerke vor, ändert sich auch die Zusammensetzung der Ressourcen, die ihr potentiell zu Verfügung stehen: &#8220;Diverse resources flow through diverse networks&#8221;<a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf"> (Hampton/Lee/Her 2010, 5)</a>. Die bloße Anzahl von Kontakten, auf die viele NPOs und Fundraiser fixiert sind, sagt noch gar nichts über deren Diversität aus bzw. über den Ressourcenreichtum eines Netzwerks.</p>
<p>Zu 5. <strong>Passende Technologien:</strong> Nicht jede IuK-Technologie fördert direkt die Pluralität von Netzwerken, die für die Ressourcenvielfalt eines Netzwerks &#8211; und damit auch für den Fundraisingerfolg &#8211; entscheidend ist. In der Studie  von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> (via <a href="http://neighbourhoods.typepad.com/neighbourhoods/2010/11/locality-diversity-and-internet-use.html">neighbourhoods</a>) wurden die Netzwerke bzw. das soziale Kapital von über 2000 Erwachsenen untersucht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich IuK-Technologien und speziell Social Media auf die Diversität von Netzwerkkontakten auswirken. Das Ergebnis zeigt, dass Online-Communities die Diversität der Nutzer-Netzwerke unmittelbar vergrößern. Wohingegen Blogging, Photosharing oder der Einsatz von Mobiltelefonen nur indirekt &#8211; vermittelt über lokale Zusammenhänge &#8211; die Netzwerkvielfalt fördern.</p>
<p>Zu 6. <strong>Die Bedeutung der lokalen Ebene: </strong>Auch für das Online-Fundraising verliert die lokale Ebene nicht an Bedeutung. Die Studie von <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">Hampton/Lee/Her 2010</a> verdeutlicht, dass Social Media nicht unmittelbar &#8211; außer im Fall von Online-Netzwerken &#8211; Diversität schaffen. Sondern dass das Zusammenspiel von lokalem Engagement und Internetgebrauch in den meisten Fällen sehr wichtig ist, um vielfältiges soziales Kapital aufzubauen. Auch das Online-Fundraising muss deshalb Anknüpfungspunkte zur lokalen Ebene und zu konkreten Mitmachmöglichkeiten bieten. &#8220;Place is not lost as a result of the affordances of new technologies, but place-based networks are reinforced and made persistent&#8221; <a href="http://www.mysocialnetwork.net/downloads/NetDiversity19-diss.pdf">(Hampton/Lee/Her 2010, 25)</a>.</p>
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		<item>
		<title>Partizipation fördern und organisieren &#8211; welche Bedingungen müssen erfüllt sein?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/partizipation-fordern-und-organisieren-welche-bedingungen-mussen-erfullt-sein/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 16:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen? Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen?</p>
<p>Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie eng der Zusammenhang zwischen Einkommen und gesellschaftlichem Engagement ist und welche bedeutende Rolle das Bildungsniveau spielt, das Persönlichkeitsmerkmale fördert, die auf Beteiligung abzielen (wie Kreativität, Veränderungswille etc.)<a href="http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm128/14-17.pdf">(Böhnke/Dathe 2010</a>).</p>
<p>Wie kann man diese faktische Verengung der Bürgerbeteiligung aufbrechen? Wie können Partizipationsmöglichkeiten so ausgestaltet und unterstützt werden, dass sie über das <a href="http://gurstein.wordpress.com/2010/09/02/open-data-empowering-the-empowered-or-effective-data-use-for-everyone/">&#8220;Empowering the Empowered&#8221;</a> hinausgehen und möglichst viele Bevölkerungsgruppen ansprechen?</p>
<p>Es reicht offensichtlich nicht aus, online einen Aufruf mit der Bitte um Feedback, Teilnahme etc. zu starten oder auf lokaler Ebene Online-Konsultationen und ähnliches zu beginnen verbunden mit der Einladung an die Bevölkerung, sich einzubringen.</p>
<p>Der Rat von professioneller Seite,  Partizipationsprojekte &#8211; in diesem Fall die<a href="http://www.kommune21.de/web/de/meldungen,311_1_0_82.5,10724"> E-Partizipationsmöglichkeiten</a> auf lokaler Ebene &#8211; noch  stärker zu bewerben, wird für den Erfolg von Beteiligungsprozessen nicht genügen. Wer nicht von klein auf gelernt hat, sich einzubringen, hat auch als Erwachsener keine guten Voraussetzungen, wenn es um die Wahrnahme von Partizipationsmöglichkeiten geht.</p>
<p>Ein sehr praktisches Tool, um den Wirkungsgrad von Partizipationsprojekten zu vergrößern, ist das<strong> CLEAR-Modell </strong>von <a href="http://www.communities.gov.uk/documents/localgovernment/pdf/1241999">Pratchett/Durose/Lowndes u.a. (2009)</a>. Wer an dem Aufbau von Partizipationsprozessen interessiert ist, die breite Bevölkerungsschichten erreichen, der kann mit Hilfe des CLEAR-Modells effektive Beteiligungsprojekte entwerfen oder bestehende Beteiligungsangebote auf ihre Stärken und Schwächen hin untersuchen.</p>
<p>Das CLEAR-Modell umfasst fünf Kriterien. Sie berücksichtigen die Seite der Bürger und die der Institutionen, weil beide Seiten in  wechselseitiger Abhängigkeit voneinander stehen. Anders ausgedrückt: ohne responsive Organisationen läuft das Bürgerengagement ins Leere und ohne engagierte Bürger bleiben Partizipationsangebote von Institutionen ohne Feedback.</p>
<p>Die fünf Kriterien des CLEAR-Modells für effektive Partizipationsprozesse (s.S. 9ff):</p>
<p>1. Bürgern müssen die Kompetenzen vermittelt werden, die notwendig sind, um am Gemeinwesen partizipieren zu können (&#8220;<strong>C</strong>an do&#8221;). Dazu gehört auch, vor Ort für eine Infrastruktur zu sorgen, die Partizipation ermöglicht (Internetzugang, Bildungsangebote, Räumlichkeiten für Treffen usw.).</p>
<p>2. Bürger müssen darin befähigt und unterstützt werden, sich untereinander und mit Organisationen zu vernetzen. Ohne soziale Einbindung fehlt vielen das Motiv, sich an öffentlichen Angelegenheiten stärker zu beteiligen(&#8220;<strong>L</strong>ike to&#8221;).</p>
<p>Hier muss noch ergänzt werden, dass die Netzwerke, über die der einzelne verfügt, ihm auch Kompetenzen und Unterstützung vermitteln können, die Beteiligung fördern.</p>
<p>Dieser netzwerkorientierte Aspekt des CLEAR-Modells ist sehr wichtig, weil er die dominierende bilaterale Sichtweise verlässt, die sich auf das Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgern oder zwischen Bürgern und NPOs konzentriert. Der Vernetzungsgrad von Bürgern bzw. die kollektive Dimension hat großen Einfluss darauf, ob Bürger sich beteiligen oder nicht.</p>
<p>3. Organisationen müssen Bürgern Partizipationsmöglichkeiten bieten (&#8220;<strong>E</strong>nabled to&#8221;). Wo zivilgesellschaftliche Einrichtungen und Beteiligungsmöglichkeiten fehlen, sinkt die Partizipationsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>4. Organisationen müssen Bürger aktiv um ihre Beteiligung bitten. Die Mobilisierung von Bürgern durch ganz unterschiedliche Angebote ist wichtig, weil Bürger verstärkt partizipieren, wenn sie sich angesprochen fühlen (&#8220;<strong>A</strong>sked to&#8221;).</p>
<p>5. Organisationen müssen sich Bürgern gegenüber responsiv verhalten, d.h. sie müssen bereit sein zum Zuhören und Antworten (&#8220;<strong>R</strong>esponded to&#8221;). Wo diese Bereitschaft fehlt, weil Entscheidungsprozesse hierarchisch gefällt werden oder anderen Stakeholdern mehr Gewicht beigemessen wird, erlahmt auch die Beteiligungsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>Mit Hilfe des CLEAR-Modells können auch Defizite in der Social Media-Anwendung aufgezeigt werden. Der Schwerpunkt von Organisationen &#8211; auch den gemeinnützigen &#8211; liegt hier sehr häufig auf der versuchten Mobilisierung von Bürgern unter Vernachlässigung der ersten beiden Punkte, den Kompetenzen und der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Akteuren.</p>
<p>Wenn Social Media zur Interaktion und zum Dialog mit Bürgern führen soll, dann müssen die Beteiligungskompetenzen von Bürgern gefördert und muss ihre Vernetzung untereinander gestärkt werden.  Social Media-Strategien, die diese beiden Aspekte berücksichtigen, werden auf Dauer erfolgreicher sein als jene, die auf solch unterstützende Maßnahmen verzichten.<br />
Die digitale Inklusion und die politische Erwachsenenbildung müssen also durchaus ein Thema sein für alle, die sich von der Bürgerschaft mehr Partizipation erhoffen, ob online oder offline.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/partizipation-fordern-und-organisieren-welche-bedingungen-mussen-erfullt-sein/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Nachhaltiger Social Media-Einsatz</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 08:39:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der 16. Runde der NPO-Blogparade fragt Ole Seidenberg, der SocialBlogger, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen. Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img class="alignleft" title="npo_blogparade" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>In der 16. Runde der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> fragt<a href="http://socialaction20.wordpress.com/2010/06/07/npo-blogparade-nr-16/"> Ole Seidenberg, der SocialBlogger</a>, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen.</p>
<p>Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit">&#8220;Nachhaltigkeit&#8221;</a> ist ein diffuser Begriff, aber in diesem Zusammenhang soll er bedeuten, dass Ressourcen &#8211; hier:  Social Media Tools &#8211; so eingesetzt werden, dass sie dauerhafte Lösungen mit Mehrwert für eine gemeinnützige Organisation, ihre Klientel und die Zivilgesellschaft schaffen.</p>
<p>Ein nachhaltiger, weil handlungsorientierter,  Social Media Gebrauch durch eine NPO zielt darauf ab, Gemeinschaften und Bewegungen zu bilden, die Meinung und das Wissen anderer einzuholen, gemeinsam zu lernen und die eigenen Programme und Aktionen so zu gestalten, dass Unterstützer andocken und mitmachen können.</p>
<p>Es sind sicherlich auch Anwendungsszenarien von Social Media außerhalb dieses handlungsorientierten Ansatzes möglich und legitim, aber speziell für gemeinnützige Organisationen, die sich die Behebung von Missständen zum Ziel gesetzt haben, macht eine Social Media-Nutzung, die auf konkretes Handeln zielt, Sinn.</p>
<p>Ein gutes Beispiel, wie eine Organisation über das Internet Unterstützer gewinnen und Projekte in der realen Welt initiieren kann, liefert die  gemeinnützige Organisation <a href="http://kaboom.org/blog/how_we_used_internet_break_new_ground">&#8216;KaBOOM!</a>&#8216; in den USA, die sich dort um den Erhalt und Aufbau von Spielplätzen bemüht. Mit Hilfe ihres Internetauftritts, einem online-Training, do-it-yourself-Tools, einer Community usw. gelang es der Organisation, in fünf Jahren über 6000 Gemeinschaften dabei zu helfen, einen Spielplatz einzurichten oder instand zu setzen. Auf <a href="http://www.bethkanter.org/kaboom-case-study-monito/">Beth&#8217;s Blog</a> gibt die NPO viele Tipps, wie gemeinnützige Akteure offline mehr Wirkung erzielen können. Dazu gehört der Rat, die eigene Botschaft und das eigene Programm so verständlich wie möglich zu vermitteln, so dass Unterstützer vor Ort den Gedanken aufgreifen können, um selbst aktiv zu werden. Die NPO sollte überdies mithelfen, Menschen untereinander zu vernetzen, und Handlungsanreize schaffen.</p>
<p>Multiplikatoren und Unterstützer suchen, einbinden und ihnen Handlungsmöglichkeiten bieten, &#8211; zu diesem dezentralen Konzept muss eine NPO bereit sein. Es bedeutet: ein Stück weit die eigene hierarchische Steuerung zu reduzieren und den bürgerschaftlichen Mitstreitern mehr Vertrauen entgegenbringen, speziell von professioneller Seite. Man muss nicht alles selbst regeln, denn auch die Menschen außerhalb des eigenen Systems bringen Expertise als Betroffene, Erfahrene, Engagierte ein. In meinem letzten Blogbeitrag thematisierte ich das Modell der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-als-chance-fur-gemeinnutzige-organisationen/">Koproduktion</a> , bei der sich Bürger und NPOs  die Planung und Umsetzung von Dienstleistungen teilen und NPO-Mitarbeiter die Rolle von Mentoren übernehmen.</p>
<p>Auch KaBOOM! musste lernen, Kontrolle abzugeben, um den eigenen Wirkungsgrad zu erhöhen, indem die Organisation ihre Markenrechte an einigen Online-Tools abtrat, um deren lokale Nutzung nicht einzuschränken.</p>
<p>Nonprofits sind heutzutage  häufig in ihrer binnenorientierten Perspektive gefangen &#8211; vgl. den Beitrag von <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/qualitaet-in-der-sozialen-arbeit/perspektiven-lasst-sich-ein-langfristiger-kurs-uberhaupt-noch-abstecken/">Stefan Zollondz</a> &#8211; und schauen zu wenig über den Rand ihres Fachgebietes. Als würde sich die Welt ausschließlich um das eigene NPO-Anliegen drehen. Aber dem ist nicht so. Es gibt viele unterschiedliche Welten und Perspektiven und es muss für gemeinnützige Organisationen darum gehen, sich den Reichtum an Ideen und Erfahrungen dieser anderen Welten für das eigenen Arbeiten zu erschließen.</p>
<p>Wirkung können jene NPOs entwickeln, die Bewegungen bilden und die Menschen auf lokaler Ebene ermächtigen, etwas beizutragen. Insofern muss auch ein nachhaltiger Social Media-Einsatz von gemeinnützigen Organisationen auf die Bildung von Netzwerken und lokalen Communities zielen. Es geht nicht darum, nach schnellen Fundraising- Erfolgen und Vermarktungsstrategien zu schielen. Man kann Social Media selbstverständlich auch so nutzen, &#8211; nur ist dies nicht nachhaltig, weil die Vernetzungs- und Handlungspotentiale von Social Media so unausgeschöpft bleiben.</p>
<p>Auf kurzfristigen Erfolg hin angelegte Strategien folgen dem kurzfristigen Denken von großen Teilen der Wirtschaft und des Staates. Doch gerade NPOs, die mit langwierigen, komplexen Problemlagen Umgang pflegen, wissen, dass manche Dinge sehr viel Zeit brauchen. So auch der Aufbau von Netzwerken, die man nur durch einen stetigen Input, der Mehrwert schafft, aufbauen kann. Dialoge allein reichen hierfür nicht aus, &#8211; Handeln und Ressourcen müssen ebenfalls eingebracht werden.</p>
<p>Amy Sample Ward hat mich mit einer <a href="http://www.slideshare.net/AmySampleWard/social-media-philanthropy?from=ss_embed">Präsentation</a> inspiriert. Die von ihr hier verwendeten Formulierungen &#8220;Redefine ROI&#8221; und &#8220;Lead by Example&#8221; möchte ich ebenfalls in mein Konzept des &#8220;nachhaltigen Social Media- Einsatzes&#8221; mit aufnehmen.</p>
<p>Den Return on Investment (ROI) umzudefinieren, bedeutet, den Erfolg von Social Media nicht nur anhand quantitativer Dimensionen zu messen (Klickzahlen, Spenden, Followerzahlen, Unterschriften etc.), sondern deren Wirkung auch bezogen auf den Netzwerkaufbau oder die erzielten Wirkungen im Politikfeld zu untersuchen. Alternative Mess-Ideen stehen mit dem <a href="http://amysampleward.org/2010/01/18/return-on-engagement-for-your-community/">ROE (&#8220;Return on Engagement&#8221;)</a> oder dem alternativen <a href="http://steve-dale.net/2010/06/13/knowledge-management-return-on-investment/">ROI (&#8220;Return on Impact&#8221;)</a> zur Verfügung und müssten noch weiter entwickelt werden.</p>
<p>&#8220;Lead by Example&#8221; &#8211; das ist für einen nachhaltigen Social Media- Einsatz sehr wichtig. Einen fairen Dialog kann nur derjenige einfordern, der selbst fair kommuniziert. Unterstützung seitens der Zivilgesellschaft kann man dann glaubwürdig erbitten, wenn man selbst als <em>Enabler</em> fungiert, der Handlungschancen eröffnet und nicht verschließt.</p>
<p>Zusammenfassend kann man &#8211; in einem ersten Anlauf &#8211; die Elemente eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes wie folgt definieren:</p>
<p>Ein <strong>nachhaltiger Social Media-Einsatz</strong></p>
<ul>
<li><strong>ist handlungsorientiert</strong></li>
<li><strong>bildet Netzwerke</strong></li>
<li><strong>zielt auf das Empowerment von Menschen</strong></li>
<li><strong>zeichnet sich durch einen längerfristigen Zeithorizont aus</strong></li>
<li><strong>blickt auf die Wirkungen von Social Media in der realen Welt</strong></li>
<li><strong>lebt die eigenen (online/offline) Ansprüche an die anderen vor.</strong></li>
</ul>
<p>Wie  Online-Tools und Offline-Aktionen im Detail miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen, &#8211; das war die Frage von Ole Seidenberg  -  muss von Fall zu Fall neu entschieden werden. Es gibt kein Rezept, dem alle Organisationen folgen können. Es gibt lediglich Regeln für einen nachhaltigen, weil handlungsorientierten Social Media-Einsatz, die ich hier zu formulieren versuchte.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/nachhaltiger-social-media-einsatz/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Wissensmanagement in Nonprofits mit Social Media- Auswertung der Blogparade</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 16:21:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der 15. Runde der NPO-Blogparade ging es um die Frage, wie gemeinnützige Organisationen die Netzwerke und Tools des Web 2.0 für ihr Wissensmanagement nutzen können. Zu dem Thema wurde am 23. April auch ein einstündiger #npochat auf Twitter durchgeführt, der &#8211; wie immer &#8211; allen Interessierten offen stand. Welche Erkenntnisse konnten wir durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>In der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">15. Runde der NPO-Blogparade</a> ging es um die Frage, wie gemeinnützige Organisationen die Netzwerke und Tools des Web 2.0 für ihr Wissensmanagement nutzen können. Zu dem Thema wurde am 23. April auch ein einstündiger #npochat auf Twitter durchgeführt, der &#8211; wie immer &#8211; allen Interessierten offen stand.</p>
<p>Welche Erkenntnisse konnten wir durch die Blogparade und den #npochat sammeln und nun an NPOs weitergeben?</p>
<p>1. <strong>Der Begriff  &#8216;Wissensmanagement&#8217; ist umstritten.</strong> Auch unter uns BloggerInnen. Er wird als zu technizistisch empfunden, mit einem Hang zur Betonung des organisationsinternen und schriftbasierten Wissens unter Vernachlässigung des sozialen Austausches. Speziell Gerald Czech, der <a href="http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2010/04/21/wissensmanagement-dekonstruiert/">Redcross Sociologist</a>,  hält den Begriff  für &#8220;gehyped&#8221;. Ihm zufolge sammeln und generieren NPOs Wissen, ohne dafür explizit diesen Begriff zu verwenden.</p>
<p>2. <strong>Warum überhaupt Wissensmanagement?</strong> <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a> zählt die Argumente auf, die für ein Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen sprechen: Die Konkurrenz auf den Märkten &#8211; auch im gemeinnützigen Bereich-  nimmt zu. Öffentliche Gelder gehen zurück. Für Nonprofits bietet das Wissensmanagement eine gute Möglichkeit, größere Effektivität und Effizienz zu erreichen und einen Wissensabfluss zu stoppen. Von einem Wissensabfluss sind NPOs deshalb besonders bedroht, weil sie sehr von freiwilliger Mitarbeit abhängen und viele Helfer nur eine kurze Zeit in Nonprofits mitarbeiten. Ihr Wissen geht nach einem Weggang ohne vorherige Archivierung oder weitere Vernetzung für die Organisation verloren.</p>
<p>3. <strong>Tools </strong>standen bei den eingegangenen Blog- und Diskussionsbeiträgen nicht im Vordergrund. Alle waren sich darin einig, dass die Organisationskultur und die Haltung der Mitarbeiter für ein erfolgreiches Wissensmanagement wichtiger sind als einzelne Tools. Dass es im Internet sehr gute Instrumente gibt, die dem gemeinsamen Wissensaustausch und Lernen dienen, ist bekannt.</p>
<p>Genannt wurden hier immer wieder Wikis, und Blogs (tragen &#8220;das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter nach außen&#8221;. Sie sind eine &#8220;Art Protokoll des lauten Denkens&#8221; meint <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a>). Dann soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook und die Lernplattform Moodle, die ihre Potentiale für das Wissensmanagement laut <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/digitale-wissensarbeit/wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">Stefan Zollondz </a>speziell am Beispiel des <a href="http://www.forum-lernen.de/moodle1_6/">Forum Lernens</a> zeigt, in dem Nonprofit-Vertreter träger- und bundesländerübergreifend zusammenarbeiten. Aber auch Offline-Formate wie Barcamps und die Socialbar werden als nutzbringende Wissensmanagement-Instrumente erachtet.</p>
<p>4. <strong>Organisationskultur/Mitarbeiter</strong>: Sie sind der Dreh-und Angelpunkt für ein erfolgreiches Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen. Im einzelnen sind folgende Elemente in der Organisation und im Mitarbeiterbewusstsein und -handeln wichtig:</p>
<ul>
<li>Freude und Spaß am Wissen teilen (<a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/21/npo-blogparade-15-wissensmanagement-mit-hilfe-von-social-media/">Christian Henner-Fehr</a>).</li>
<li>Eine Wertschätzung des unterschiedlichen Wissens der Kollegen (<a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/">Hannes Jähnert</a>, <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/21/npo-blogparade-15-wissensmanagement-mit-hilfe-von-social-media/">C. Henner-Fehr</a>). Anderes/fremdes Wissen sollte  nicht als Konkurrenz und Bedrohung betrachtet werden, sondern als Bereicherung.</li>
<li>Eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, die Innovationen fördert und öffentlich Rechenschaft ablegt über den eigenen Lernweg, statt Strafen für Fehler und eine PR der<a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/"> &#8220;Selbstbeweihräucherung&#8221; </a> (Hannes Jähnert).</li>
<li>Social Media-Richtlinien, die Mitarbeiter mit Chancen und Regeln für die  Online-Kommunikation ausstatten.</li>
</ul>
<p>Im #npochat wurde herausgearbeitet, dass Wissen teilen für Individuen einfacher ist als für Organisationen:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-305" title="redcross-Tweet 13cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/redcross-Tweet-13cm1.jpg" alt="redcross-Tweet 13cm" width="491" height="49" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es bleibt für mich die Frage, wie die hier angemahnte Kultur der Fehlerfreundlichkeit und Innovation mit der Tendenz in Nonprofits zusammenpasst, ihre Dienstleistungen zu standardisieren und untereinander anzugleichen. Eine Tendenz, die durch ISO-Zertifizierungen und staatliche Vorgaben gefördert wird, wie Stefan Zollondz in einem <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/qualitaet-in-der-sozialen-arbeit/acht-denkanstose-fur-ein-qualitatsmanagement-im-non-profit-bereich/">Blogbeitrag</a> analysiert.</p>
<p>Das bestärkt mich in meiner <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/auf-dem-weg-zur-npo-2-0/">Forderung</a>, den Staat nicht außer acht zu lassen, wenn man über hiesige NPOs &#8211; speziell im Sozialbereich &#8211; spricht. Für ein innovationsorientiertes Wissensmanagement bedarf es auch eine entsprechende Akzeptanz auf staatlicher Seite oder zumindest keine staatlichen Richtlinien, die die Bemühungen von Nonprofit-Organisationen hier konterkarieren.</p>
<p>5. <strong>Netzwerke</strong> sind die Strukturen, die den Austausch von Wissen unter Mitarbeitern und Organisationen ermöglichen. <a href="http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2010/04/21/wissensmanagement-dekonstruiert/">Gerald Czech</a> vertritt die These, dass die Vernetzung nicht nur das Feld an sich, sondern auch das Wissen des Feldes strukturiert, &#8211; ein interessanter Gedanke. Hervorgehoben wurde im #npochat auch,wie wichtig es ist, die Aktivitäten von Online-Netzwerken durch Offline-Aktionen zu verbinden:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-294" title="Hannes-Tweet 13 cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Hannes-Tweet-13-cm.jpg" alt="Hannes-Tweet 13 cm" width="491" height="45" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-295" title="staranov-Tweet 13cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/staranov-Tweet-13cm.jpg" alt="staranov-Tweet 13cm" width="491" height="47" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>6. <strong>Austausch über Organisationsgrenzen hinweg</strong>. Auf die Stärke schwacher Beziehungen wurde öfters in der Diskussion hingewiesen, insbesondere von <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/digitale-wissensarbeit/wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/">Stefan Zollondz</a>. Neues Wissen und Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven aufeinander treffen. Deshalb ist gerade für Nonprofits der organisations- und fachbereichsübergreifende Austausch wichtig.</p>
<p>Laut Zollondz wird in NPOs auch organisationsübergreifend immer häufiger Wissen geteilt, aber interessanterweise eher mit Organisationen, die weiter weg sind:<img class="alignnone size-full wp-image-296" title="Zollonz-Tweet 13 cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Zollonz-Tweet-13-cm.jpg" alt="Zollonz-Tweet 13 cm" width="491" height="44" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn schwache Beziehungen eine so große Bedeutung besitzen, dann frage ich mich, wie die schleichende <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/facebook_open_graph_the_definitive_guide_for_publishers_users_and_competitors.php">Personalisierung des Internets</a>, vorangetrieben durch Facebooks Open Graph,  sich auf die Generierung von Wissen und Innovation auswirken wird. Besteht nicht die Gefahr, dass man als Individuum oder Organisation über Facebook nur noch jene Netz-Informationen zugespielt bekommt, die die eigenen Interessen (und die eigene beschränkte Sicht der Welt) widerspiegeln?</p>
<p>7. <strong>Crowdsourcing</strong>.  Speziell <a href="http://foulder.wordpress.com/2010/04/20/vom-social-im-web/">Hannes Jähnert</a> weist auf die Bedeutung der &#8216;Weisheit der Vielen&#8217; für das Wissensmanagement von Nonprofits hin. Hier spielen auch wieder die unter Pkt. 6 erwähnten schwachen Beziehungen eine Rolle. Es muss für Nonprofits darum gehen, die unentdeckten Wissensschätze ihrer Stakeholder zu heben. Auch &#8216;Laien&#8217; bieten als Kunden, Ehrenamtliche, Bürger usw. wichtige Anregungen und Informationen für gemeinnützige Organisationen, auf die Nonprofits nicht verzichten sollten, wenn sie erfolgreich im Wettbewerb bestehen möchten.</p>
<p>Wie wichtig das Wissen von Bürgern für Nonprofits z.B. im Katastrophenfall  ist, zeigt das Projekt <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/mobiltelefon-und-mobiles-internet-chancen-fur-gemeinutzige-organisationen/">Ushahidi</a>, das die Hilfsanfragen von Betroffenen kartiert.   Und auch im Umweltbereich werden Bürger immer häufiger zu Datensammlern und können das Wissen von NPOs erweitern, &#8211; siehe das Projekt<a href="http://digitalurban.blogspot.com/2010/04/crowd-sourced-data-copenhagen-wheel-for.html"> Copenhagen Whee</a>l, wo Radfahrer unterwegs automatisch Umweltdaten sammeln, die sie mit anderen teilen können.</p>
<p>Robert Dürhager wies im #npochat auch auf die Bedeutung von Kampagnen hin, um einen Wissenstransfer von den Stakeholdern hin zu gemeinnützigen Trägern zu schaffen:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-297" title="Robert-Tweet 13cm" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2010/05/Robert-Tweet-13cm.jpg" alt="Robert-Tweet 13cm" width="491" height="47" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>8. <strong>Open Data</strong>. Von meiner Seite möchte ich noch auf die Relevanz von offenen Daten für das Wissensmanagement von Nonprofits hinweisen. Wenn Regierung und Verwaltungen bisher verschlossene Daten öffentlich stellen, können auch gemeinnützige Organisationen davon profitieren. Auf der Basis zusätzlicher quantitativer und qualitativer Daten können Nonprofits das Wissen über ihr Fachgebiet und über ihre Zielgruppen erweitern und ihr Dienstleistungsangebot verbessern bzw. Applikationen für ihre Stakeholder entwickeln.</p>
<p>Auch Nonprofits sind dazu aufgefordert, mehr Transparenz bezüglich ihrer Leistungen zu schaffen und mehr Informationen über ihr Fachgebiet online zu stellen, damit die Chance, Wissen über Organisationsgrenzen hinweg zu entwickeln, wächst.  Mehr zum Thema &#8216;offene Daten&#8217; finden interessierte Leser <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/ukusa-daten-aus-politik-und-verwaltung-werden">hier</a> und im <a href="http://opendata-network.org/">Opendata Blog</a>.</p>
<p>9.<strong> Integration in die Arbeitsabläufe</strong>. &#8220;Für das Wissensmanagement ist die Integration von Social Media Tools in den Workflow die beste Voraussetzung, denn dadurch können interessante Synergien genutzt werden&#8221;, die sich im Rahmen des Austausches der Mitarbeiter untereinander und mit anderen ergeben, schreibt <a href="http://nadjabauer.posterous.com/mein-beitrag-zur-15-npo-blogparade-wissensman">Nadja Bauer</a>.  Wissensmanagement muss integraler Bestandteil des Arbeitsalltags und der Kooperation in NPOs sein und keine separierte Aufgabe, um die man sich gesondert kümmert.</p>
<p>Abschließend möchte ich mich bei allen Autoren, die an der NPO-Blogparade und am #npochat teilgenommen haben, herzlich bedanken. Sie haben ihr Wissen großzügig geteilt und damit auch diese Runde der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">Blogparade</a> zu einem Instrument gemacht, mit dem das Wissen über und für gemeinnützige Organisationen erweitert werden kann.</p>
<p>Die kommende Runde der NPO-Blogparade wird  von meiner Bloggerkollegin Karin Janner vom <a href="http://kulturmarketingblog.de/">Kulturmarketing-Blog</a> gehostet. Ich bin schon gespannt auf  das nächste Thema!</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wissensmanagement-in-nonprofits-mit-social-media-auswertung-der-blogparade/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Auf dem Weg zur NPO 2.0</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 10:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der re:campaign 2010 in  Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8243;. Hier sind die Folien auf slideshare. Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen: 1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im Blog von Christian Henner-Fehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der<a href="http://re-publica.de/10/category/recampaign/"> re:campaign 2010</a> in  Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8243;. Hier sind die <a href="http://www.slideshare.net/npovernetzt/auf-dem-weg-zur-npo-20">Folien auf slideshare</a>.</p>
<p>Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen:</p>
<p>1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/12/social-media-und-organisationskultur/">Blog von Christian Henner-Fehr</a> -  ob die<strong> Organisationskultur für den Social Media-Einsatz</strong> einer Einrichtung wichtig  ist und wenn ja, welche Voraussetzungen intern vorliegen sollten.</p>
<p>Meiner Ansicht nach belegt die Empirie ganz deutlich, dass Social Media an sich neutral sind und auch zur einseitigen Kommunikation ohne interaktive Perspektive eingesetzt werden können und eingesetzt werden, wie man speziell an vielen Twitteraccounts sieht.  Das Potential von Social Media wird so aber<em> nicht ansatzweise</em> ausgeschöpft. Auch NPOs wollen häufig nur werben, aber keinen Dialog führen, so dass ihre Internetpräsenz verglichen werden kann mit<a href="http://netzwerkpr.de/index.php/2009/11/12-runde-der-npo-blogparade/"> &#8220;alter Kommunikation in neuen Kanälen&#8221;</a>, wie meine Bloggerkollegin Katrin Kiefer das treffend formuliert.</p>
<p>Ich habe mir &#8211; in Anlehnung an einen Aufsatz von Bryer (2009) &#8211; Gedanken über die Frage gemacht, welche <strong>NPO-Eigenschaften</strong> die erfolgreiche Social Media-Nutzung fördern und welche Eigenschaften diese hemmen (Folien 10 und 11) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.</p>
<p><em>Förderliche Eigenschaften: </em>Wahrnehmung einer Ressourcenabhängigkeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren, Partnerschaftsperspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Interesse an externem Wissen, Selbstwahrnehmung als demokratischer Akteur</p>
<p><em>Hemmende Eigenschaften:</em> Fixierung auf staatliche Gelder und Stakeholder, fehlende partnerschaftliche Perspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Rückzug auf den eigenen Expertenstatus, Selbstwahrnehmung als reiner Dienstleister ohne demokratische Funktion</p>
<p>2. Wichtig war mir desweiteren aufzuzeigen, über welche <strong>Kompetenzen </strong>NPOs verfügen, die mit Social Media kompatibel sind und sehr gut in den digitalen Raum eingebracht werden können (Folien 12 und 13). Dieser ressourcenorientierte Blick stärkt NPOs und führt sie nicht als defizitäre Organisationen vor.  Nonprofits sind keine Anfänger, was die dialogorientierte Perspektive angeht und hier häufig viel weiter als  staatliche und viele privatwirtschaftliche Organisationen.</p>
<p>3. Die<strong> Rolle des Staates</strong> darf nicht aus dem Blick geraten, wenn man über hiesige Nonprofits im Sozialbereich spricht. Im Grunde benötigt eine NPO 2.0 eine Staatsverwaltung 2.0 (Folien 26 und 27). Ohne einen kooperativen Staat und entsprechend kooperative  Leistungsvereinbarungen mit sozialen Dienstleistern wird es für NPOs im Sozialsektor schwierig werden, den Weg zu einer NPO 2.0, der mehr Dialog, Vernetzung und Partizipation impliziert, zu gehen. Denn eine interaktive, partnerschaftliche Haltung kostet viel Zeit und damit auch Geld. Andererseits profitieren Staat und Kommune von einem Nonprofit-Sektor 2.0, der mit der Zivilgesellschaft online und offline breit vernetzt ist.</p>
<p>4. Über all die <strong>Kampagnen</strong> hinweg, die im Mittelpunkt der re:campaign standen und im Fokus der dortigen NPOs, sollte man nicht die auf einen längerfristigen Zeitraum hin ausgerichtete Vernetzung mit der Zivilgesellschaft vergessen. Kampagnen tragen einen kurzlebigen Charakter. Der Nonprofit-Sektor könnte aber gerade durch <strong>nachhaltige Strategien</strong>, deren Zeithorizont über die Gegenwart hinausreicht, zum Beispiel für Politik und Wirtschaft werden, die  dem kurzfristigen Denken verhaftet sind durch ihre Konzentration auf den nächsten Wahltermin oder auf die Bilanz des aktuellen Geschäftsjahres.</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/auf-dem-weg-zur-npo-2-0/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>NPO-Blogparade #15: Wissensmanagement in gemeinnützigen Organisationen mit Hilfe von Social Media</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>brigitte.reiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie können gemeinnützige Organisationen die kollaborativen Tools und Netzwerke des Internets nutzen, um Wissen zu generieren, zu vermitteln, zu bewahren und zu pflegen? Diese Frage möchte ich in der 15. Runde der NPO-Blogparade zur Diskussion stellen. Einen guten Einstieg in das Thema Wissensmanagement mit Social Media bietet die Studie von Christiane Schulzki-Haddouti von KoopTech über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a> <strong> </strong></p>
<p><strong>Wie können gemeinnützige Organisationen die kollaborativen Tools und Netzwerke des Internets nutzen, um Wissen zu generieren, zu vermitteln, zu bewahren und zu pflegen?</strong></p>
<p>Diese Frage möchte ich in der 15. Runde der NPO-Blogparade zur Diskussion stellen. Einen guten Einstieg in das Thema Wissensmanagement mit Social Media bietet die Studie von Christiane Schulzki-Haddouti von <a href="http://blog.kooptech.de/">KoopTech</a> über <a href="http://blog.kooptech.de/KoopTech.pdf">Kooperative Technologien</a>, die sich im 7. Kapitel (S. 181ff) mit den Chancen der neuen Anwendungen für das Wissensmanagement befasst.</p>
<p>Die Studie macht deutlich, dass der Begriff &#8216;Wissensmanagement&#8217; definitorisch nicht eindeutig und inhaltlich sehr umstritten ist. Grundsätzlich geht es beim Wissensmanagement um das Ziel, das Wissen der Mitarbeiter für eine Organisation stärker  nutzbar zu machen. In der Vergangenheit  setzte man hierbei auf einen dokumentenorientierten Ansatz (S. 184), der versuchte, Wissen in Form von Texten zu erfassen. Zwischenzeitlich rückte der soziale Kontext von Wissen in den Vordergrund bzw. der Umstand,  dass Wissen im Rahmen sozialer Beziehungen entwickelt und weitergegeben wird. In &#8220;Communities of Practice&#8221; und &#8220;Communities of Interest&#8221; tauschen sich Mitarbeiter aus und lernen gemeinsam.</p>
<p>Wie werden Social Media in Organisationen eingesetzt, um Wissen auszutauschen und abrufbar zu machen? Die KoopTech-Studie führt als Fallbeispiel IBM Deutschland an mit mehreren Tausend Mitarbeiter-Blogs und Wikis, mit Instant Messaging und einer internen Netzwerkplattform, über die jeder Mitarbeiter sich mit anderen vernetzen und seine Kontakte verschlagworten (taggen) kann. Ergänzend gibt es Social Media-Richtlinien, die den öffentlichen Dialog der Mitarbeiter im Internet regeln.</p>
<p>Auch in gemeinnützigen Organisationen stellen sich die folgenden Fragen:</p>
<ul>
<li>wie finden Mitarbeiter die richtigen Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der Organisation?</li>
<li>wie kann man das einrichtungs-, dienstleistungs- und ortsbezogene Wissen sammeln und allen Mitarbeitern zugänglich machen?</li>
<li>wie können Lern- und Arbeitsgemeinschaften initiiert und deren Ergebnisse in der Organisation verbreitet werden?</li>
<li>wie können Träger voneinander lernen und von Best-Practice-Beispielen in anderen Einrichtungen profitieren?</li>
<li>wie können Mitarbeiter das öffentliche Web nutzen, um zu lernen und welche Vorgaben gibt es hierfür seitens der Organisation?</li>
</ul>
<p>Das Internet bietet mit seinen kollaborativen Tools eine Fülle von Möglichkeiten für den gemeinsamen Wissensaustausch und um neue Ideen zu entwickeln. Über soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Xing  und im Rahmen von Blogs sammeln sich Menschen, die an einem bestimmten Thema interessiert sind. Auch die NPO-Blogparade selbst und die <a href="http://socialbar.de/wiki/Hauptseite">Socialbar</a> sind solche gemeinsamen Lern- und Bildungsnetzwerke, die den Wissensaustausch zum Thema Web 2.0 für Nonprofits fördern und  öffentlich zugänglich machen. Mein Bloggerkollege  Hannes Jähnert untersucht gerade  im Rahmen eines <a href="http://forschungsprojekt.wordpress.com/2010/03/23/forschungsdesign/">Forschungsprojektes</a>, ob und auf welchem Weg es einen Wissenstransfer aus der So0cialbar in gemeinnützige  Organisationen gibt.</p>
<p><a href="http://www.crisscrossed.net/2008/09/09/web2fordev-one-year-after-%E2%80%93-a-critical-review/"> Christian Kreutz</a> kritisierte am Beispiel des Entwicklungshilfebereichs,  dass es hier keine öffentlichen Wissenssammlungen von Nonprofits gibt und Wissen seitens der Organisationen viel zu wenig gepoolt wird. Ebenso wenig nutzt man hier das Knowhow von Unterstützern bzw . die Weisheit der Vielen, die über das Internet abgefragt werden könnte.  Stattdessen existieren unzählige <em>information silos</em> nebeneinander, die bewacht und gehegt werden, zu Lasten eines Wissensaustausches, der Innovation fördern könnte. Meines Erachtens würde das Wissen von Nonprofits an strategischem Wert gewinnen, wenn es über das Internet stärker öffentlich gemacht würde.  Nur so könnte man sich auf gesellschaftlicher Seite einen realistischen Überblick über die Situation im sozialen/kulturellen/&#8230; Sektor verschaffen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Wenn man die wirklichen Probleme nicht kennt, kann man Nonprofits als Institutionen nicht entsprechend unterstützen.</p>
<p>Ich würde mich freuen, wenn sich viele Blogger an der NPO-Blogparade beteiligen. Die besten Thesen, Ideen, Beispiele werde ich &#8211; namentlich zitiert und mit der jeweiligen Blogadresse verbunden &#8211; in einen schriftlichen Beitrag zum Thema Wissensmanagement mit Web 2.0 einbringen, den ich für das <a href="http://raabe.de/go/Gesundheit+%26+Soziales/Handbuch+Sozialmanagement">Handbuch Sozialmanagement</a> plane.</p>
<p><strong>Die Blogparade läuft <span style="text-decoration: line-through;">drei Wochen</span> vier Wochen bis zum <span style="text-decoration: line-through;">21. April </span>28. April.  Beiträge bitte per trackback mit diesem Post verlinken.</strong> Wer Infos sucht, was eine Blogparade ist, welche inhaltlichen Runden über NPOs schon liefen, wer zu den Hostbloggern zählt &#8211; der findet diese Infos in unserem <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparaden-Blog</a>.</p>
<p>Im Anschluss an die Blogparade wird es am Freitag, <strong>23.4.2010</strong>, zwischen <strong>11 und 12 Uhr</strong>, auf Twitter einen öffentlichen <strong>#npochat</strong> zum Thema dieser Runde &#8211; Wissensmanagement mit Social Media  -  geben. Diskussionsteilnehmer sind willkommen! (Für die Twitter- Suche und die eigenen Beiträge bitte den hashtag #npochat nutzen).</p>
<div style=" text-align:left; margin: 0px 0px 0px 20px;" class="printfriendly"><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/npo-blogparade-15-wissensmanagement-in-gemeinnutzigen-organisationen-mit-hilfe-von-social-media/?pfstyle=wp" rel="nofollow" style="text-decoration: none; outline: none; color: #55750C;"><img class="printfriendly" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-button.gif" alt="PrintFriendly" /></a></div>]]></content:encoded>
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