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	Kommentare zu: Koproduktion &#8211; eine Einbahnstraße für Bürger?	</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>
		Von: brigitte.reiser		</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/koproduktion-eine-einbahnstrasse-fur-burger/#comment-406</link>

		<dc:creator><![CDATA[brigitte.reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 23:00:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@Frau Löffler, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich verfolge die Koproduktionsdebatte in Großbritannien und Ihre Beiträge bzw. die von Tony Bovaird, nef und dem Coproduction Network.

Um die Rolle von Bürgern in Koproduktionsprozessen zu stärken, d.h. ihre Beteiligung an der Planung von Dienstleistungen, ist es wichtig, Koproduktion immer mit Bezug zu Demokratie und Partizipation zu diskutieren. Noch ist das Thema &#039;Bürgerbeteiligung&#039; eines, das hauptsächlich dem politischen Raum zugeordnet wird.  Aber es geht darum, auch die demokratische Rolle des Dritten - gemeinnützigen - Sektors stärker zu thematisieren.

Dieser ist nicht per se &#039;zivil&#039; und bürgerschaftlich orientiert, nur weil er sich zur Zivilgesellschaft zählt (Evers). Vielmehr muss seine Bereitschaft zur Stärkung von Bürgern und zur Förderung von &#039;citizenship&#039; bewußt entwickelt werden. Dies gelingt u.a. dann, wenn man die Pluralität von Wissensbeständen anerkennt und auch von professioneller Seite das Bürgerwissen wertschätzt.

Es ist wichtig, diese demokratische Dimension von Koproduktion im Auge zu behalten, um zu verhindern, dass Bürger zwar mitleisten, aber nicht mitbestimmen dürfen. Manchmal vermisse ich jedoch diese inhaltliche Anbindung. Koproduktion wird dann zum bloßen Produktions- und Sparkonzept. Koproduktionsmodelle mit Bürgerhaushalten zu verbinden - wie Sie es vorschlagen - kann diese inhaltliche Reduktion sicher verhindern.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung in Großbritannien, was die Koproduktion auf örtlicher Ebene angeht, und bleibe inhaltlich weiterhin am Ball!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Frau Löffler, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich verfolge die Koproduktionsdebatte in Großbritannien und Ihre Beiträge bzw. die von Tony Bovaird, nef und dem Coproduction Network.</p>
<p>Um die Rolle von Bürgern in Koproduktionsprozessen zu stärken, d.h. ihre Beteiligung an der Planung von Dienstleistungen, ist es wichtig, Koproduktion immer mit Bezug zu Demokratie und Partizipation zu diskutieren. Noch ist das Thema &#8216;Bürgerbeteiligung&#8217; eines, das hauptsächlich dem politischen Raum zugeordnet wird.  Aber es geht darum, auch die demokratische Rolle des Dritten &#8211; gemeinnützigen &#8211; Sektors stärker zu thematisieren.</p>
<p>Dieser ist nicht per se &#8216;zivil&#8217; und bürgerschaftlich orientiert, nur weil er sich zur Zivilgesellschaft zählt (Evers). Vielmehr muss seine Bereitschaft zur Stärkung von Bürgern und zur Förderung von &#8216;citizenship&#8217; bewußt entwickelt werden. Dies gelingt u.a. dann, wenn man die Pluralität von Wissensbeständen anerkennt und auch von professioneller Seite das Bürgerwissen wertschätzt.</p>
<p>Es ist wichtig, diese demokratische Dimension von Koproduktion im Auge zu behalten, um zu verhindern, dass Bürger zwar mitleisten, aber nicht mitbestimmen dürfen. Manchmal vermisse ich jedoch diese inhaltliche Anbindung. Koproduktion wird dann zum bloßen Produktions- und Sparkonzept. Koproduktionsmodelle mit Bürgerhaushalten zu verbinden &#8211; wie Sie es vorschlagen &#8211; kann diese inhaltliche Reduktion sicher verhindern.</p>
<p>Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung in Großbritannien, was die Koproduktion auf örtlicher Ebene angeht, und bleibe inhaltlich weiterhin am Ball!</p>
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		<title>
		Von: Elke Loeffler		</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/koproduktion-eine-einbahnstrasse-fur-burger/#comment-405</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elke Loeffler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 19:03:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Herzlichen Dank fuer den hervorragenden Diskussionsbeitrag, Frau Dr. Reiser. Ich stimme Ihrer Analyse vollkommen zu. In der Tat ist es angesichts aktueller Problemlagen (z.B. Anstieg von Demenzerkrankungen) an der Zeit eine Neugestaltung des Sozialwesens zu diskutieren. Bisher wurde diese Diskussion sehr stark von der Frage getragen, wer welche (neuen) Leistungen erbringen soll und wie diese zu finanzieren sind. Voellig neue Loesungsansaetze ergeben sich, wenn man von einer wirkungsorientierten Perspektive ausgeht und fragt, wie etwa die Lebensqualitaet demenzkranker Menschen und ihres Umfelds verbessert werden kann. Dann ist man sehr schnell beim Thema Koproduktion. Dabei geht es um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von oeffentlicher Verwaltung und  sozialen Traegern mit AKTIVEN und MUENDIGEN BuergerInnen. In Grossbritannien haben Menschen mit Behinderungen inzwischen die Moeglichkeit durch individuelle Budgets ihren Dienstleistungsmix selbst zu bestimmen. D.h. hilfsbeduerftige Menschen werden nicht mehr verwaltet, sondern nehmen eine verantwortungsvolle Arbeitgeber und Auftragsgeberrolle ein, was fuer das Selbstbewusstsein und die Lebensqualitaet dieser Menschen sehr wichtig ist. Und die Verwaltung spart Geld. Doch Geld ist nicht alles! Governance International arbeitet zur Zeit mit dem Sozialamt der Stadt Walsall um einen neuen Ansatz im Sozialwesen umzusetzen. Im Kern geht es darum, Menschen mit Anspruch auf Sozialhilfe zu fragen, was sie selbst tun wollen und koennen um ihre eigene Lebensqualitaet zu verbessern, aber auch um anderen zu helfen und entsprechende Angebote in der Zivilgesellschaft zu entwickeln. Richtig verstandene Koproduktion heisst von der klassichen Defizitanalyse des traditionellen Wohlfahrtsstaat den Schritt zur Hilfe zur Selbsthilfe zu machen. Und das bedeutet auch Hilfe zum Aufbau von sozialen Netzwerken - in der unmittelbaren Nachbarschaft, aber auch virtuell. Beispielsweise investieren viele Kommunen in Grossbritannien Mittel in sog. &quot;befriending schemes&quot; um die Einsamkeit aelterer Menschen zu durchbrechen. Es wird bereits im Rahmen der Gesundheitsreform diskutiert, dass Aerzte beim Gesundheitscheck nicht nur auf den Blutdruck ihrer Patienten achten sollen, sondern auch das soziale Netzwerk von Patienten in die Problemfrueherkennung einzubeziehen ist.  Fuer die schottische Regierung geht bereits &quot;co-production&quot; und &quot;community capacity-building&quot; Hand in Hand. Das Koproduktionsmodell von Governance International beginnt mit &quot;co-commissioning&quot; als der ersten Phase im Prozess der Leistungserbringung.  Dabei geht es um die Mitsprache von Verwaltungsadressaten bei der Priorisierung knapper Mittel, was vielfaeltige Formen annehmen kann und in Grossbritannien bereits vielfach praktiziert wird wie etwa in Brighton und Hove, wovon ich gerade komme. Insofern ist es erfreulich, dass es Oberoesterreich bereits erste Pilotansaetze mit Buergerhaushalten gibt, was sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlichen Dank fuer den hervorragenden Diskussionsbeitrag, Frau Dr. Reiser. Ich stimme Ihrer Analyse vollkommen zu. In der Tat ist es angesichts aktueller Problemlagen (z.B. Anstieg von Demenzerkrankungen) an der Zeit eine Neugestaltung des Sozialwesens zu diskutieren. Bisher wurde diese Diskussion sehr stark von der Frage getragen, wer welche (neuen) Leistungen erbringen soll und wie diese zu finanzieren sind. Voellig neue Loesungsansaetze ergeben sich, wenn man von einer wirkungsorientierten Perspektive ausgeht und fragt, wie etwa die Lebensqualitaet demenzkranker Menschen und ihres Umfelds verbessert werden kann. Dann ist man sehr schnell beim Thema Koproduktion. Dabei geht es um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von oeffentlicher Verwaltung und  sozialen Traegern mit AKTIVEN und MUENDIGEN BuergerInnen. In Grossbritannien haben Menschen mit Behinderungen inzwischen die Moeglichkeit durch individuelle Budgets ihren Dienstleistungsmix selbst zu bestimmen. D.h. hilfsbeduerftige Menschen werden nicht mehr verwaltet, sondern nehmen eine verantwortungsvolle Arbeitgeber und Auftragsgeberrolle ein, was fuer das Selbstbewusstsein und die Lebensqualitaet dieser Menschen sehr wichtig ist. Und die Verwaltung spart Geld. Doch Geld ist nicht alles! Governance International arbeitet zur Zeit mit dem Sozialamt der Stadt Walsall um einen neuen Ansatz im Sozialwesen umzusetzen. Im Kern geht es darum, Menschen mit Anspruch auf Sozialhilfe zu fragen, was sie selbst tun wollen und koennen um ihre eigene Lebensqualitaet zu verbessern, aber auch um anderen zu helfen und entsprechende Angebote in der Zivilgesellschaft zu entwickeln. Richtig verstandene Koproduktion heisst von der klassichen Defizitanalyse des traditionellen Wohlfahrtsstaat den Schritt zur Hilfe zur Selbsthilfe zu machen. Und das bedeutet auch Hilfe zum Aufbau von sozialen Netzwerken &#8211; in der unmittelbaren Nachbarschaft, aber auch virtuell. Beispielsweise investieren viele Kommunen in Grossbritannien Mittel in sog. &#8220;befriending schemes&#8221; um die Einsamkeit aelterer Menschen zu durchbrechen. Es wird bereits im Rahmen der Gesundheitsreform diskutiert, dass Aerzte beim Gesundheitscheck nicht nur auf den Blutdruck ihrer Patienten achten sollen, sondern auch das soziale Netzwerk von Patienten in die Problemfrueherkennung einzubeziehen ist.  Fuer die schottische Regierung geht bereits &#8220;co-production&#8221; und &#8220;community capacity-building&#8221; Hand in Hand. Das Koproduktionsmodell von Governance International beginnt mit &#8220;co-commissioning&#8221; als der ersten Phase im Prozess der Leistungserbringung.  Dabei geht es um die Mitsprache von Verwaltungsadressaten bei der Priorisierung knapper Mittel, was vielfaeltige Formen annehmen kann und in Grossbritannien bereits vielfach praktiziert wird wie etwa in Brighton und Hove, wovon ich gerade komme. Insofern ist es erfreulich, dass es Oberoesterreich bereits erste Pilotansaetze mit Buergerhaushalten gibt, was sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung ist.</p>
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