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	<title>Bürgerengagement &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Qualitätskriterien für &#8220;gutes Engagement&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Aug 2017 14:20:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Arbeitskreis &#8220;Bürgergesellschaft und Demokratie&#8221;  der Friedrich-Ebert-Stiftung hat im Juni 2017 unter dem Titel &#8220;Gutes Engagement&#8221; ein Impulspapier vorgelegt, das die Qualitätsmerkmale &#8220;guten Bürgerengagements&#8221; für eine  demokratische Zivilgesellschaft definiert. Dahinter steht die Erkenntnis, dass nicht &#8220;jede freiwillige Tätigkeit (&#8230;) die Zivilgesellschaft, den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie &#8221; stärkt, sondern es auch unziviles, antidemokratisches Bürgerengagement [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Arbeitskreis <a href="http://www.fes.de/buergergesellschaft/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Bürgergesellschaft und Demokratie&#8221;</a>  der Friedrich-Ebert-Stiftung hat im Juni 2017 unter dem Titel &#8220;Gutes Engagement&#8221; ein <a href="http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=13496&amp;ty=pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impulspapier </a>vorgelegt, das die Qualitätsmerkmale &#8220;guten Bürgerengagements&#8221; für eine  demokratische Zivilgesellschaft definiert. Dahinter steht die Erkenntnis, dass nicht &#8220;jede freiwillige Tätigkeit (&#8230;) die Zivilgesellschaft, den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie &#8221; stärkt, sondern es auch unziviles, antidemokratisches Bürgerengagement gibt: &#8220;Fremdenfeindliche und rechtspopulistische Mobilisierungen „besorgter Bürger_innen“ zwingen zur demokratisch-normativen Positionsbestimmung. Wir halten es für unabdingbar, zwischen gutem, zivilem, demokratischem Engagement auf der einen Seite und unzivilem, antidemokratischem Engagement auf der anderen, der dunklen Seite der Zivilgesellschaft, zu unterscheiden.&#8221; (Impulspapier, S. 4).  Und diese Unterscheidung sollte den Autoren des Papiers zufolge berücksichtigt werden, wenn es darum geht, Engagement zu fördern oder nicht zu fördern.</p>
<p>Der Staat und gemeinnützige Organisationen sollten also steuernd eingreifen und nicht jedes Engagement unterstützen, sondern nur das &#8220;gute&#8221;, das die Demokratie stärkt. Wobei es hier &#8220;nicht um einen Tugendkatalog oder gar um Vorschriften für Engagierte&#8221; gehen soll (S. 5),  d.h. die Pluralität des Engagements wird nicht angetastet, sondern es geht eher um das Recht der fördernden Institutionen, festzulegen &#8220;Welches Engagement wollen wir?&#8221; , &#8220;Was ist gutes Engagement?&#8221;. Das Impulspapier will die Komponenten des &#8220;guten Engagements&#8221; definieren, wobei es meines Erachtens besser gewesen wäre, das Papier &#8220;demokratisches Engagement&#8221; zu nennen, um den Tugend-Beigeschmack des Titels  zu vermeiden und den eigenen programmatischen Standpunkt deutlich sichtbar zu machen.</p>
<p>Was gehört dem <a href="http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=13496&amp;ty=pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impulspapier </a>zufolge zu einem <strong>&#8220;guten Engagement&#8221;</strong> und was folgt daraus für die Politik? Zusammengefasst ist gutes Engagement</p>
<ul>
<li><strong>zivil</strong>: Vielfalt wird akzeptiert, Toleranz geübt und Konflikte werden friedlich ausgetragen. Zivilität sollte eingeübt und gelernt werden. Dazu sind Fortbildungsprogramme für Professionelle notwendig <em>(und für Ehrenamtliche? &#8211; dazu sagt das Papier nichts)</em>. Die öffentlich finanzierten Engagementberichte sollten zukünftig zwischen zivilem und unzivilem Engagement klar unterscheiden.</li>
<li><strong>partizipativ: </strong>Die Mitgestaltungschancen von Engagierten sollten sich verbessern, indem die öffentliche Förderung des Engagements und die Förderung gemeinnütziger Organisationen an das Vorhandensein von Mitwirkungsrechten Engagierter gekoppelt werden. Um die Zivilgesellschaft in ihrer demokratischen Substanz zu stärken, sollten das Vereinsrecht, das Gemeinnützigkeits- und Stiftungsrecht verändert werden. Auch die Mitsprache der Klienten sozialer Einrichtungen ist zu sichern. Durch &#8220;kommunale Bildungslandschaften&#8221; soll die aktive Bürgerschaft gefördert werden, denn Engagement muss man erlernen und einüben. Es ist zumeist nicht naturgegeben vorhanden. <strong><br />
</strong></li>
<li><strong>inklusiv: </strong>Alle sollten sich engagieren können, auch Menschen mit Behinderungen, Erwerbslose, Arme, Benachteiligte, Zugewanderte. Deshalb sollte die Inklusion gestärkt und als Kriterium in Förderprogramme aufgenommen werden. Durch eine &#8220;aufsuchende Engagementförderung&#8221; unterstützt man engagementferne Gruppen. Die Selbstorganisation von Menschen &#8220;am Rand&#8221; ist zu stärken. Ebenso ihre materielle Absicherung im Rahmen sozialer Bürgerrechte.<strong><br />
</strong></li>
<li>Gutes Engagement wird <strong>anerkannt</strong>, <strong>gefördert </strong>und <strong>lernt</strong>: Engagierte brauchen Mitmach- und Fortbildungsmöglichkeiten in allen gesellschaftlichen Bereichen und das Hauptamt muss den Umgang mit Freiwilligen noch besser lernen. Finanzielle Töpfe sollten die Förderung kleiner, sozialräumlicher Projekte unterstützen. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie <em>und</em> Ehrenamt ist stärker in den Blick zu nehmen. <strong><br />
</strong></li>
<li>Gutes Engagement ist<strong> eigensinnig</strong> und gelegentlich <strong>unbequem: </strong>Politische Beteiligung gehört zum Bürgerengagement dazu. Das Gemeinnützigkeitsrecht sollte so reformiert werden, dass der demokratischen Funktion des Bürgerengagements Rechnung getragen wird und politisches Engagement kein K.-o. -Kriterium ist, wenn es um die Verleihung der Gemeinnützigkeit geht.<strong><br />
</strong></li>
</ul>
<p>Da sich die Autoren des Impulspapiers auf das Verhältnis Staat &#8211; Bürgerengagement konzentrieren, gerät aus ihrem Blick, dass Bürgerengagement, das auf Beteiligung zielt, auch die lokale Wirtschaft verändern kann. Genossenschaften und Sozialunternehmen können aus Bürgerengagement und Bürgerprojekten hervorgehen. Deshalb sollte man dringend Schnittstellen zwischen Freiwilligenagenturen und der Startup-Förderung aufbauen. Hinzufügen müsste man auch, dass &#8220;gutes Engagement&#8221; Netzwerke aufbaut, um gemeinschaftlich und kooperativ Ziele umzusetzen, die einer alleine nicht umsetzen kann.</p>
<p>Überhaupt müsste man diesem ersten Impulspapier ein zweites folgen lassen, das die Kriterien des demokratischen Engagements aus zivilgesellschaftlicher Perspektive behandelt und fragt &#8220;Was folgt daraus für unser Engagement?&#8221;. Aber ein solches Papier müsste aus regionalen Engagement-Netzwerken kommen und kann nicht top-down erstellt werden.</p>
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		<title>Netzwerke &#8211; Stärken und Schwächen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2016 10:47:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerengagement]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf lokaler Ebene bilden sich immer häufiger Netzwerke. Der Grund dafür sind knappe Budgets im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich, komplexe Probleme, die De-Institutionalisierung sozialer Hilfen und eine zunehmende Sozialraumorientierung. Organisationen und Bürger schließen sich deshalb in immer mehr Fachbereichen zu Netzwerken zusammen. Auch das Bürgerengagement selbst findet zunehmend in Form von Netzwerken statt, ein gutes [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf lokaler Ebene bilden sich immer häufiger Netzwerke. Der Grund dafür sind knappe Budgets im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich, komplexe Probleme, die De-Institutionalisierung sozialer Hilfen und eine zunehmende Sozialraumorientierung. Organisationen und Bürger schließen sich deshalb in immer mehr Fachbereichen zu Netzwerken zusammen. Auch das Bürgerengagement selbst findet zunehmend in Form von Netzwerken statt, ein gutes Beispiel sind hier die  <a href="http://www.stuttgart.de/wir-fuer-fluechtlinge#headline5721e913059ff">Flüchtlingsfreundeskreise Stuttgart</a>. Bürgerinnen und Bürger bilden auch über das Internet Aktions- und Hilfsnetzwerke, siehe die <a href="https://www.facebook.com/refugees.welcome.to.stuttgart">&#8220;refugees welcome&#8221;</a>-Initiativen.</p>
<p>Netzwerke sind durch Freiwilligkeit und Kooperation gekennzeichnet. Die Bildung eines Netzwerks macht dann Sinn, wenn Ziele nicht alleine, sondern nur in Kooperation mit anderen umgesetzt werden können. Gerade im bürgerschaftlichen Bereich sind Netzwerke häufig nur gering formalisiert, d.h. es gibt hier keinen festen institutionellen Rahmen, keine offiziellen prozeduralen Regeln, keine hauptamtliche Steuerung, kein ausgearbeitetes Leitbild. &#8211; vielleicht nur einen informellen Code of Conduct. Welches sind die Stärken und Schwächen von Netzwerken?</p>
<p><em>Die Stärken von Netzwerken</em></p>
<ul>
<li>sie bieten den Teilnehmern durch das Poolen und Teilen von Ressourcen (wie: Wissen, Kompetenzen, Räume, Kontakte, Gelder, Mitarbeiter usw.) neue Handlungschancen, um komplexe Probleme zu bewältigen</li>
<li>sie sparen durch Wissens- und Erfahrungsaustausch Entwicklungs- und Umsetzungskosten ein</li>
<li>sie bieten wegen der geringen Formalisierung Flexibilität und kurze Reaktionszeiten</li>
<li>sie ermöglichen einen Umgang auf Augenhöhe</li>
<li>sie fördern konsensuale Entscheidungen unter den Teilnehmern</li>
<li>sie fördern den inhaltlichen  Austausch über  Fach-, Sektoren- und Raumgrenzen hinweg</li>
<li>sie schaffen die Basis für gemeinsames Lernen durch horizontalen Wissenstransfer und damit gute Voraussetzungen für Innovation</li>
<li>Bürger und Organisationen, aber auch Themen, werden durch Netzwerke sichtbarer</li>
<li>Netzwerke können die Reputation ihrer Teilnehmer stärken</li>
</ul>
<p>Die Auflistung ist sicher nicht vollständig, &#8211; je weiter man in die Netzwerkpraxis vordringt, desto mehr Netzwerk-Stärken werden sichtbar. Aber es gibt aufgrund der geringen Formalisierung auch Netzwerk-Schwächen und kritische Fragen nach ihrer Verbindlichkeit, Nachhaltigkeit und demokratischen Legitimation nach außen und innen.</p>
<p><em>Die Schwächen von Netzwerken</em></p>
<ul>
<li>Verbindlichkeit &#8211; wie ernst kann man Netzwerk-Zusagen nehmen?</li>
<li>Nachhaltigkeit &#8211; wie lange wird das Netzwerk leben?</li>
<li>Demokratie im Innern &#8211; wie werden im Netzwerk Entscheidungen gefällt?</li>
<li>Repräsentation nach außen &#8211; wie demokratisch legitimiert ist die Vertretung nach außen?</li>
<li>Legitimität des Netzwerks als Ganzes &#8211; wer ermächtigt das Netzwerk, für ein Politikfeld zu sprechen?</li>
<li>Haftung &#8211; wer haftet für Entscheidungen des Netzwerks?</li>
<li>Transparenz &#8211; wie werden Mittel verwaltet?</li>
<li>Zielverschiebungen &#8211; wenn offizielle Leitbilder fehlen, wie kann dann eine Entwicklung in unzivile Richtungen verhindert werden?</li>
</ul>
<p>Trotz ihrer Schwächen sind Netzwerke lokal auf dem Vormarsch. Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger &#8211; mich eingeschlossen &#8211; schätzen sie wegen ihrer Flexibilität und weil sie das  unkomplizierte, effektive Arbeiten über Organisations- und Fachgrenzen hinweg ermöglichen.</p>
<p>Für öffentliche Förderinstitutionen und private Stiftungen stellt sich die Frage, wie mit Bürgernetzwerken umzugehen ist, die quer zu Bürokratie und Vergaberecht liegen.  Häufig können bürgerschaftliche Engagement-Netzwerke sich nicht um öffentliche Fördermittel bewerben, sondern nur Organisationen, die als gemeinnützig eingetragen sind, zum Teil auch nur Organisationen aus dem wohlfahrtsverbandlichen Bereich. Um dem Bürgerengagement in Netzwerkform Rechnung zu tragen, sollten inhaltliche Förder-Leitlinien ausgearbeitet werden, die Netzwerke in ihren Stärken stabilisieren und ihren Schwächen begegnen. Wie weit sind die öffentliche Hand und Stiftungen hier schon mit der Entwicklung zukunftsweisender Konzepte? Über Literatur und Hinweise freue ich mich.</p>
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		<title>Palliativnetze auf lokaler Ebene – Strukturen und Trends</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2016 10:41:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
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					<description><![CDATA[In einigen Gemeinden und Landkreisen haben sich Palliativnetze aus Akteuren gebildet, die sich mit der Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen befassen. Die Kooperation zwischen diesen Anbietern, seien es medizinische und pflegerische Dienste oder die ehrenamtliche Sterbebegleitung, wird vom Gesetzgeber erwartet. Auch Krankenkassen und Spitzenverbände der Palliative Care-Träger streben eine „vernetzte Versorgungsstruktur“ an, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einigen Gemeinden und Landkreisen haben sich Palliativnetze aus Akteuren gebildet, die sich mit der Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen befassen. Die Kooperation zwischen diesen Anbietern, seien es medizinische und pflegerische Dienste oder die ehrenamtliche Sterbebegleitung, wird vom Gesetzgeber erwartet. Auch Krankenkassen und Spitzenverbände der Palliative Care-Träger streben eine „vernetzte Versorgungsstruktur“ an, die derzeit aber noch „zu wenig ausgeprägt“ sei, wie es im verabschiedeten Hospiz- und Palliativgesetz heißt (<a href="http://www.dhpv.de/tl_files/public/Service/HPG_Stand_6_2015.pdf">BT-Drs. 18/5170</a>, S. 1).</p>
<p>Wie viel Palliativnetze gibt es auf lokaler Ebene? Dazu existiert keine amtliche Statistik. Auch die <a href="http://www.gbe-bund.de/gbe10/pkg_isgbe5.prc_isgbe?p_uid=gast&amp;p_aid=74300088&amp;p_sprache=D">Gesundheitsberichterstattung </a>und einschlägige Verbände bieten hier keinen systematischen und vor allem aktuellen Überblick an. Man findet nur Einzelfragmente zum Thema, z.B. eine Auflistung von sechs Palliativnetzen auf der <a href="http://hpvbw.de/search/node/palliativnetz">Webseite </a>des Hospiz-und PalliativVerbands Baden-Württemberg, eine <a href="https://www.stmgp.bayern.de/palliativmedizin/netzwerk/index.htm">Webseite </a>des bayerischen Staatsministerium mit neun Palliativnetzen oder das (private) Palliativportal mit einer bundesweiten <a href="http://www.palliativ-portal.de/palliative/map">Karte</a> über Palliativeinrichtungen und -netzwerke. Neben den in diesen Quellen genannten Palliativnetzen gibt es sicherlich noch viele informelle Arbeitskreise und Runde Tische, die sich mit der lokalen Situation in der Pflege befassen und damit auch das Thema palliative Versorgung streifen, aber nicht als &#8220;Palliativnetz&#8221; firmieren.</p>
<p>Analysiert man die <a href="http://hpvbw.de/search/node/palliativnetz">sechs Palliativnetze</a> in Baden-Württemberg fällt folgendes auf:</p>
<ul>
<li>die Strukturen reichen von gering formalisierten Netzwerken bis zu gGmbHs</li>
<li>die Professionalisierung der Palliativnetze nimmt zu. Die meisten bieten eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)</li>
<li>die Bedeutung des medizinischen Bereichs nimmt zu. Damit geraten unter Umständen andere Themen (spirituelle, soziale etc.) in den Hintergrund</li>
<li>die ambulanten ehrenamtlichen Hospizdienste und damit die freiwillig Engagierten gehören nicht durchgängig zum Kern des Netzwerks.</li>
</ul>
<p>Die Hospizbewegung war ursprünglich eine Bürgerbewegung. Es gibt noch heute ca. <a href="http://www.dhpv.de/service_zahlen-fakten.html">1500 </a>ambulante ehrenamtliche Hospizdienste. Die ambulanten Hospizdienste könnten überall die Initiatoren von Palliativnetzen sein, &#8211; sind dies aber nicht. Warum? Vielerorts sind sie durch die Professionalisierung und den Bedeutungszugewinn des medizinischen Bereichs in die Defensive geraten.</p>
<p>Dabei wären ambulante ehrenamtliche Hospizdienste mit einer/einem hauptamtlichen Koodinator/in eigentlich die passenden Netzwerk-Knüpfer, weil sie eine Anbindung an die Bürgerschaft besitzen und zwischen den Interessen der betroffenen Bürgern und den Vorstellungen der Professionen vermitteln könnten.  Auch sollten die Themen &#8220;Tod&#8221; und &#8220;Sterben&#8221; nicht nur medizinisch und pflegerisch besetzt werden, sondern in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt sein. Dementsprechend sollten auch die Palliativnetze nicht ohne bürgerschaftliche Anbindung existieren.</p>
<p>Ambulante ehrenamtliche Hospizdienste sollten dort, wo noch kein Palliativnetz existiert, die lokale Vernetzung der Angebote aktiv in die Hand nehmen. Ihre Anbindung an die Bürgerschaft, ihr Bürgerbewegungswissen, ihre psychosozialen Kompetenzen sind Aktivposten, von denen ein lokales Netzwerk profitiert. Die Zusammenarbeit von engagierten Bürgern und professionellen Vertretern verläuft aber nicht immer reibungslos. Wo hier die Probleme liegen (zusätzlich zu den interprofessionellen Kooperationsproblemen zwischen dem medizinischen und dem pflegerischen Bereich) und wie Abhilfe geschaffen werden kann, thematisiert der nächste Blogbeitrag.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Netzwerke im demografischen Wandel &#8211; Auswertung der 27. NPO-Blogparade</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/netzwerke-im-demografischen-wandel-auswertung-der-27-npo-blogparade/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2014 12:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren openTransfer und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit Stefan Zollondz. &#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt Uwe Amrhein von der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren <a href="http://www.opentransfer.de/4594/npo-blogparade-netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen/">openTransfer</a> und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/">Stefan Zollondz</a>.</em></p>
<p>&#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt <a href="http://www.opentransfer.de/4637/npo-blogparade-die-rolle-des-engagements-im-demografischen-wandel/">Uwe Amrhein von der Stiftung Bürgermut</a>. Er lenkt in seinem Beitrag den Blick auf die finanziellen und sozialpolitischen Auswirkungen des demografischen Wandels. Diesen werden wir mit einer Verschiebung des Rentenalters &#8220;zwei Jahre nach oben oder nach unten&#8221; nicht bewältigen können. Was wir ihm zufolge brauchen, ist eine &#8220;neue Vision einer solidarischen und gerechten Gesellschaft&#8221; und einen neuen Begriff von &#8216;Arbeit&#8217;, der nicht nur auf &#8216;Erwerbsarbeit&#8217; fokussiert, sondern die Freiwilligenarbeit und Familienarbeit mit einschließt. Bürgerschaftliches Engagement wird uns bis ins hohe Alter begleiten, &#8211; nicht als Zwang, sondern als Chance für den einzelnen, weil Mitmachen mehr Spaß macht als einsam in der Laube zu sitzen. Sind Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf die Herausforderung, Alte und Hochbetagte als Freiwillige flexibel einzubinden, vorbereitet? Nein, das sind sie nicht, schreibt Amrhein. Zu wenig ausdifferenziert sind die Engagement-Angebote gemeinnütziger Organisationen, zu wenig geschätzt werden auch die Potentiale der Hochbetagten. Starre Altersgrenzen im Ehrenamt diskriminieren laut Amrhein jene, die teilhaben wollen.  Sein Fazit: &#8220;Vereine, Verbände und Initiativen, die sich nicht altersgerecht organisieren, werden untergehen. Sie werden umkippen wie Tümpel ohne Sauerstoffzufuhr.&#8221;</p>
<p>Netzwerke spielen im demografischen Wandel eine große Rolle, weil sie &#8211; als formale oder informelle Netzwerke &#8211; die Struktur bieten für viele gemeinschaftsbezogene Initiativen wie Nachbarschaftshilfen, Tauschringe im Quartier usw.  Ein Beispiel dafür, wie städtische Anonymität aufgebrochen werden kann und neue Nachbarschaften entstehen, zeigt <a href="http://www.opentransfer.de/4632/npo-blogparade-neue-nachbarschaften-braucht-das-land/">Henrik Flor von openTransfer </a>am Beispiel der Fischerinsel in Berlin-Mitte, wo der SeniorenComputerClub Berlin-Mitte mit seinen selbstorganisierten IT-Schulungen die Nachbarschaft vernetzt. Ältere machen hier den Schritt in den digitalen Raum und lernen sich gleichzeitig besser kennen, &#8211; ein Beispiel , das laut Flor Schule machen sollte. &#8220;Man wünscht sich noch viel mehr solcher Clubs in Deutschland&#8221;.</p>
<p>Auf die Potentiale digitaler Netzwerke im demografischen Wandel weist <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/mehr-lebensqualitat-im-alter">Angela Ullrich vom betterplace lab</a> hin. Sie bezieht sich auf das britische Online-Netzwerk <a href="http://www.circlecentral.com/">&#8220;The Circle&#8221;</a> , das  älteren Menschen Hilfen vermittelt, die von Freiwilligen geleistet werden oder von bezahlten Nachbarschaftshelfern. Wer Hilfe leistet, verdient sich einen Gutschein, mit dem er im Netzwerk wieder andere Angebote abrufen kann. In vielen Londoner Bezirken und diversen Kommunen haben sich eigenständige &#8220;Circles&#8221; gebildet, die als Sozialunternehmen geführt werden.  Deren Finanzierung ist aber so prekär, dass vor kurzem der Londoner Circle schließen musste, was Ullrich bedauert:&#8221;Wenn es aber stimmt, dass dieses Netzwerkmodell den Gemeinden am Ende viel Geld einspart, sollte sich doch ein privater Investor finden, der zwischenfinanziert.&#8221; Anzumerken ist noch, dass der erste &#8220;Circle&#8221; im Rahmen eines <a href="http://wearethecityheroes2013.wordpress.com/2013/12/22/article-1-the-southwark-circle/">Co-Design-Prozesses </a>entstand, an dem über 250 alte Menschen mitwirkten.</p>
<p>Wer nach guten Praxisbeispielen zu Netzwerken im demografischen Wandel sucht, wird auf <a href="http://www.demographiekonkret.de/Demographie_konkret.96.0.html">demographiekonkret.de</a> der Bertelsmann-Stiftung fündig. <a href="https://twitter.com/nowanda1">Anke Knopp </a> von der Stiftung schreibt in ihrem (noch unveröffentlichten) Beitrag, dass hier schon 197 Projekte eingestellt wurden, nach denen man thematisch oder landes- bzw. gemeindebezogen suchen kann. Die Stiftung will das Portal noch ausbauen und lädt Initiativen zum Mitmachen ein. Das Portal diene &#8211; wie das <a href="http://opentransfer-camp.mixxt.de/">openTransfer Camp &#8216;Demografie&#8217;</a> der Stiftung Bürgermut, das am 9. Mai in Köln stattfindet &#8211; dem Wissenstransfer. Knopp weist auf eine weitere Ressource der Bertelsmann-Stiftung hin: auf den <a href="http://www.wegweiser-kommune.de/">wegweiser-kommune.de</a>, &#8220;eine Online-Plattform, die für alle Kommunen Deutschlands mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten, Bevölkerungsprognosen und konkrete Handlungskonzepte für die kommunale Praxis beinhaltet (&#8230;) Das Ganze gibt es auch noch visualisiert in Grafiken und Karten&#8221;.</p>
<p>Wie man Netzwerke unter Bürgern und unter Organisationen aufbauen kann, zeige ich in meinen beiden Beiträgen für die NPO-Blogparade. Um <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-burgernetzwerke/">Bürgernetzwerke zu fördern</a>, braucht man Netzwerk-Knüpfer und &#8220;Macher&#8221;, die entsprechend unterstützt werden sollten. Darüber hinaus müssen lokal Räume vorhanden sein, in denen sich Initiativen treffen können. Und professionelle Unterstützung sollte geleistet werden, wo sie gebraucht wird. Die Mitarbeiter des Dritten Sektors sind noch zu wenig auf diese Mentoren-Rolle vorbereitet bzw. darauf, lokale Selbstorganisations- und Vernetzungsprozesse zu unterstützen.  Auch <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-2-organisationsnetzwerke/">Organisationsnetzwerke, </a>die in vielen Kommunen in altersrelevanten Feldern entstehen, brauchen einen Netzwerk-Knüpfer. Durch Interaktion im Alltag wird das Vertrauen zwischen den Akteuren vertieft, die gerade im Sozialsektor sehr stark durch Konkurrenzdenken geprägt sind. &#8220;Das Ziel sollte ein Netzwerk sein mit gleichmäßig dichten Verbindungen bis in die Peripherie&#8221;.  Die Netzwerksteuerung kostet Zeit und Geld. Öffentliche Kostenträger sollten meines Erachtens diesen Aufwand in Leistungsverträgen und Förderprogrammen stärker berücksichtigen.</p>
<p>Einen wichtigen Aspekt bringt der <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/konflikte-im-generationendialog-durch-gemeinsame-werte-loesen/">Artikel von Stefan Zollondz</a> in die Diskussion ein. Viele der Netzwerk-Initiativen im demografischen Wandel sind generationenübergreifend angelegt. Dadurch kommen die Potenziale von Älteren und Jüngeren zusammen und werden die klassischen Grenzen der Jugend- und Altenarbeit aufgebrochen. &#8220;Gleichzeitig bergen generationenübergreifende Projekte aber auch ein permanentes  Konfliktpotential, wenn sich die unterschiedlichen Generationen falsch verstanden fühlen&#8221;. Durch die Kommunikation kommt es zu Missverständnissen. Wertschätzung, durchlässige vertikale Kommunikationsstrukturen und ein Transparentmachen der persönlichen Werte der Beteiligten können Konflikte vermeiden: &#8220;Eine tragfähige Basis entsteht, wenn sich alle am Projekt Beteiligten über ihre gemeinsamen Werte im Hinblick auf die Projektziele bewusst sind und diese unterstützen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Julia Russau </a>thematisiert am Beispiel der Berliner Kiezkassen benachteiligte Netzwerke. Sie zeigt auf, dass Netzwerke unterschiedlich ressourcenstark und durchsetzungsfähig sind. Benachteiligte Gruppen unterliegen meist im öffentlichen Wettbewerb um Fördermittel den durchsetzungsstarken Netzwerken, die so noch zusätzliche Ressourcen hinzugewinnen (&#8220;wer hat, dem wird gegeben&#8221;).  Sie schlägt u.a. vor, benachteiligten Bewohnern bei der Netzwerkbildung zu helfen und die Netzwerke in der Defensive mit Unterstützern zu stärken, die über &#8220;Erfolgs&#8221;Ressourcen verfügen wie Bildung, Geld, Sozialkontakte, Charisma usw. Für den Vergabeprozess der Berliner Kiezkassen liefert sie wertvolle Anregungen, die strukturelle Benachteiligungen reduzieren könnten.</p>
<p><a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2014/04/24/gutes-leben-im-demographischen-wandel/">Hannes Jähnert</a> lenkt den Blick auf ganz Grundsätzliches: bei ihm geht es bei der Gestaltung des demografischen Wandels um die Gestaltung des &#8220;guten Lebens&#8221; (H. Rosa). Letzteres streben wir an, können es aber nicht erreichen aufgrund der maßlosen Beschleunigung unseres Alltags. Gerade  &#8220;unsere heiß geliebten technischen Errungenschaften (bescheren uns) — sozusagen als Nebenwirkung — eine soziale Beschleunigung&#8221;, so dass wir das, was wir wirklich wollen (&#8220;vielleicht Zeit mit den Lieben verbringen oder bloggend über die Welt nachdenken&#8221;), auf eine unbestimmte Zeit verschieben. Für all diejenigen, die viel Zeit brauchen, nämlich Kinder, Alte und Kranke, bleibt laut Jähnert nur noch eine &#8220;liebevolle Verwaltung&#8221; übrig. Mehr ist nicht drin, wo selbst das freiwillige Engagement nach immer mehr Effizienz strebt. Hannes plädiert dafür, den demografischen Wandel zum Anlaß für Entschleunigung zu nehmen, sich dafür auch politisch stark zu machen und entsprechende Netzwerke zu bilden.</p>
<p>Netzwerke sind im Kommen und sie sind notwendig, könnte man als Fazit aus den Beiträgen zur NPO-Blogparade über den demografischen Wandel ziehen. Der Wissenstransfer über gute Projekte, wie sie lokal aufgebaut und umgesetzt wurden, muss weiter gefördert werden. In jeder Gemeinde und über Gemeindegrenzen hinweg sollten die Aktiven sich untereinander austauschen und voneinander lernen. Die wichtigste Frage der kommenden Jahrzehnte wird Jutta Bott zufolge die sein, ob sich ausreichend &#8220;freiwillige Verantwortungsgemeinschaften&#8221; bilden und ob sie gerade dort entstehen, wo lokal der Bedarf am größten ist (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 12</a>). Mit Blick auf Russaus <a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Beitrag über die Ungleichheit von Netzwerken</a> muss man damit rechnen, dass in benachteiligten Regionen auch nur schwache Hilfs-Netzwerke &#8211; oder gar keine &#8211; entstehen. Um dies zu verhindern, müssten lokale Verantwortungsgemeinschaften in strukturschwachen Regionen besonders gefördert und unterstützt werden.</p>
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		<title>Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Teil 1: Bürgernetzwerke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 14:19:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die 27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Diskussionsbeiträge sind willkommen.  Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/27-npo-blogparade-netzwerke-aufbauen-chancen-und-hindernisse/">27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;</a></em>. <em>Diskussionsbeiträge sind willkommen.  </em></p>
<p>Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie diesen informellen Netzwerken Unterstützung leisten kann?</p>
<p>Das Problem ist, dass über den Bereich der selbstorganisierten Initiativen auf örtlicher Ebene in der Regel zu wenig Informationen vorliegen. Entsprechend schwierig ist es,  herauszufinden, welche Unterstützung diese informellen Netzwerke &#8211; reale und virtuelle &#8211; eigentlich brauchen. Viele der vorhandenen Fördermaßnahmen konzentrieren sich deshalb auf die institutionalisierten Akteure, die als gemeinnützig eingetragen sind, und lassen informelle Initiativen und Bewegungen eher außer Acht.</p>
<p>Auch die Dritte-Sektor-Forschung kann kein Licht ins Dunkel bringen, wenn es um die informellen Aktivitäten der Bürgergesellschaft geht. Erhebungen konzentrieren sich auf den institutionalisierten Bereich der Zivilgesellschaft, so dass Kritiker vom &#8220;flat earth-approach&#8221; der Dritte-Sektor-Forschung sprechen (Smith, zit. nach Soteri-Proctor/Alcock 2012, 381). Die Verantwortlichen des jüngsten <a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">ZiviZ-Surveys</a> stellen klar, dass &#8220;eine Organisationserhebung (&#8230;) keine Zivilgesellschaftserhebung sein&#8221; kann (<a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">Krimmer/Priemer, ZiviZ 2013, 13</a>), weil die Zivilgesellschaft aus vielen informellen Formen besteht: aus Bewegungen, selbstorganisierten Initiativen, virtuellen Netzwerken usw. So beschränkte sich auch der ZiviZ-Survey auf die Befragung von eingetragenen Vereinen, Genossenschaften, gemeinnützigen GmbHs und Stiftungen.  Danach gab es in Deutschland im Jahr 2012 616.154 Drittsektor-Organisationen. Die Zahl der bürgerschaftlichen Aktiviäten &#8220;unter dem Radar&#8221; des Dritten Sektors dürfte um ein Vielfaches größer sein.</p>
<p>Die britischen Forscher Soteri-Proctor und Alcock haben sich um ein Micro-Mapping bürgerschaftlicher Initiativen in zwei Gemeinden bemüht. Allein in elf Straßen der beiden Orte konnten sie durch Befragungen, Aushänge, Begehungen von Gebäuden und andere Bemühungen 58 Initiativen ausfindig machen und kartieren, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen, die nicht registriert sind und zum Teil auch keinen Namen und keine Adresse haben. Sie gehen davon aus, dass dieses Ergebnis noch weit höher ausgefallen wäre, hätten sie auch Netzwerke einbezogen, die in der Gemeinde umher wandern oder virtueller Natur sind (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>) (Infos zum britischen Projekt gibt es auch <a href="http://www.birmingham.ac.uk/generic/tsrc/documents/tsrc/working-papers/working-paper-71.pdf">hier</a>).</p>
<p>Welcher Art sind diese informellen Bürgernetzwerke und unter welchen Bedingungen gedeihen sie?</p>
<p>In der britischen Untersuchung konnten sechs Bereiche identifiziert werden, in denen die informellen Netzwerke aktiv sind: Kunst und Musik/multikulturelle Aktivitäten/Nischenthemen/Selbsthilfe und Hilfe auf Gegenseitigkeit/spezielle Glaubens- oder kulturelle Gemeinschaften/Freizeitaktivitäten (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>, 386). Die Netzwerke dienen der Unterstützung derjenigen, die in ihnen aktiv sind. Manche aber geben zum Teil auch Unterstützung an das Gemeinwesen weiter (ebd., 389). Drei Faktoren sind für den Fortbestand der informellen Initiativen wichtig:</p>
<ul>
<li>&#8220;Bricoleurs&#8221;, &#8211; das sind Leute, die in der Lage sind, Ressourcen aufzutreiben und die Ziele der Gruppe effektiv zu verfolgen</li>
<li>Community Hubs, &#8211; das sind öffentliche Räume, in denen unterschiedliche Initiativen Platz finden</li>
<li>Unterstützung durch Mitarbeiter, fest angestellte und ehrenamtliche, die in den Community Hubs arbeiten (ebd., 392f).</li>
</ul>
<p>Speziell im demografischen Wandel wird auf Bürgerengagement, freiwillige Gemeinschaften und Netzwerke gesetzt, um untereinander und füreinander die kleinen Hilfsdienste zu leisten, die es dem einzelnen ermöglichen, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben, sofern er auch noch Zugriff auf professionelle Dienste hat. Viele der Netzwerke starten mit großem Idealismus und enden dann nicht selten, weil Freiwillige abspringen oder der &#8220;Netzwerker&#8221; aufgibt. Das sind die Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt &#8220;Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter&#8221; von Julia M. Bott (2014): &#8220;Die Ergebnisse (&#8230;) bezüglich des Funktionierens von Selbstorganisationsprozessen sind in gewisser Weise ernüchternd. In manchen Orten funktioniert etwas, in anderen genau wiederum nicht. Das heißt, eindeutige &#8216;Erfolgsrezepte&#8217; gibt es nicht. Unrealistisch ist jedoch, dass auf professionelle Steuerung, Moderation und/oder Beratung gänzlich verzichtet werden kann&#8221; (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 58</a>).</p>
<p>Bott hat deshalb Tipps für die lokale Netzwerkarbeit und Selbstorganisation in einem <a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Hand- und Arbeitsbuch des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge</a> veröffentlicht. Fertige Rezepte gibt es hier wirklich nicht, aber nützliche Hinweise wie die folgenden:</p>
<ul>
<li>Netzwerker sind für lokale Selbstorganisationsprozesse wichtig, sie sollten entsprechend gefördert werden (ebd., 58)</li>
<li>wer Bürger für ein Engagement in Netzwerken gewinnen möchte, muss darauf achten, für sie eine Win-win-Situation zu schaffen (ebd., 55)</li>
<li>Die Kooperation von Netzwerken mit und ihre Förderung durch professionelle Einrichtungen ist wichtig (ebd., 38)</li>
</ul>
<p>Professionelle spielen &#8211; wie schon oben erwähnt &#8211; eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung von Vernetzungsprozessen. Es ist wichtig, dass Mitarbeiter ihr Wissen teilen, im Zweifel auch ihre Räume, um für Freiwillige stundenweise einen Büroplatz zu bieten. Ebenso wichtig sind fachliche Beratung, Supervision und inhaltliche Unterstützung der Ehrenamtlichen. Das Ehrenamt braucht das Hauptamt, wenn vor Ort etwas bewegt werden soll, &#8211;  das ist zumindest auch meine persönliche Erfahrung als Freiwillige in lokalen Vernetzungsprozessen.</p>
<p>Sind die gemeinnützigen Träger und die <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-ED2DBCFB-9A7DE5B2/bst/xcms_bst_dms_39388_39389_2.pdf">lokalen Infrastrukturen des Bürgerengagements</a> auf diese Mentoren-Funktion vorbereitet?  Können speziell Freiwilligenagenturen angesichts ihrer &#8220;noch ausstehenden Profilbildung&#8221; und ihrer &#8220;nur allenfalls ansatzweise erkennbaren (Selbst)Professionalisierung&#8221; (<a href="http://www.volunteertolearn.eu/wp-content/uploads/2013/06/Backhaus-Maul-Speck-Freiwilligenagenturen_in_Deutschland.pdf">Backhaus-Maul/Speck 2011, 308</a>) diese Unterstützung von lokalen Selbstorganisations- und Vernetzungsprozessen leisten?</p>
<p>Mein Eindruck ist, dass wir eine ganze Reihe neuer Förder- und Unterstützungsinstrumente brauchen, um bürgerschaftliche (Hilfs)Netzwerke auf örtlicher Ebene aufzubauen, zu pflegen und ihre Nachhaltigkeit zu sichern.</p>
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		<title>27. NPO-Blogparade: Netzwerke aufbauen – Chancen und Hindernisse?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2014 09:17:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Am 9 Mai findet in Köln das openTransfer Camp ‚Demografie‘ statt (#otc14), zu dem zivilgesellschaftliche Initiativen eingeladen sind, die mit guten Projekten den demografischen Wandel gestalten. Und die ihr Wissen an andere Interessierte weitergeben wollen oder nach regionalen Kooperationspartnern suchen. Die NPO-Blogparade greift das Thema des openTransfer Camps auf und startet im Vorfeld [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><i>(Brigitte Reiser) Am 9 Mai findet in Köln das </i><a href="http://opentransfer-camp.mixxt.de/"><i>openTransfer Camp ‚Demografie‘</i></a><i> statt (#otc14), zu dem zivilgesellschaftliche Initiativen eingeladen sind, die mit guten Projekten den demografischen Wandel gestalten. Und die ihr Wissen an andere Interessierte weitergeben wollen oder nach regionalen Kooperationspartnern suchen. Die </i><a href="http://npoblogparade.wordpress.com/"><i>NPO-Blogparade</i></a><i> greift das Thema des openTransfer Camps auf und startet im Vorfeld der Veranstaltung einen Online-Diskurs über „Netzwerke im demografischen Wandel“. Gastgeber der NPO-Blogparade sind zwei Blogs, die auch beim Demografie-Camp zusammenarbeiten: </i><a href="http://www.opentransfer.de/#home"><i>openTransfer</i></a><i> und Nonprofits-vernetzt, unterstützt von unserem Blogger-Kollegen </i><a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/blog/"><i>Stefan Zollondz</i></a><i>. Wir freuen uns auf Eure Beiträge und hoffen auf eine rege Beteiligung der Blogosphäre an der Diskussion.</i></p>
<p>In vielen Städten und Gemeinden entstehen derzeit als Reaktion auf den demografischen Wandel Nachbarschaftshilfen, Tauschbörsen, generationenübergreifende Angebote, gemeinschaftliche Wohnmöglichkeiten und zahllose andere Formen des Mit- und Füreinanders.</p>
<p>Viele dieser Angebote werden bürgerschaftlich initiiert und umgesetzt, viele sind in gemeinnütziger, kirchlicher oder städtischer Trägerschaft. Sie alle zielen darauf ab, dem demografischen Wandel konstruktiv zu begegnen, der Kommunen und öffentliche Budgets schrumpfen lässt und in städtischen Zentren zu einer großen Anzahl Alleinlebender führt, die auf familiäre Unterstützung nicht unbedingt Zugriff haben. Armut, Hilfsbedürftigkeit und Einsamkeit nehmen zu. Gleichzeitig wächst aber auch die Bereitschaft vieler Bürger, gerade auch der Älteren, sich ins Gemeinwesen einzubringen.</p>
<p>Der demografische Wandel macht mehr Vernetzung notwendig, &#8211; zwischen Bürgern, zwischen Bürgern und gemeinnützigen Angeboten und unter den Organisationen selbst. Nur so können in den Gemeinden neue Beziehungen aufgebaut, Ressourcen gepoolt und Hilfen effektiver geleistet werden.</p>
<p>Netzwerke ziehen im demografischen Wandel die Aufmerksamkeit auf sich und sollen bei dieser NPO-Blogparade von allen Seiten beleuchtet werden. Die Frage, die wir zur Diskussion stellen, lautet:</p>
<p><b>„Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen – Chancen und Hindernisse?“</b></p>
<p>Denkbar sind Blog-Beiträge, die thematisieren</p>
<ul>
<li>wie man lokale Netzwerke erfolgreich aufbaut</li>
<li>welche Hindernisse zu überwinden sind</li>
<li>welche Online-Tools sich in lokalen Vernetzungsprozessen bewähren</li>
<li>was örtliche Initiativen von digitalen Aktionsnetzwerken lernen können</li>
<li>welche Chancen, aber auch Probleme, die Netzwerkstrukturen mit sich bringen</li>
<li>wie man Jung und Alt zum Mitmachen motiviert</li>
<li>welche Rolle Netzwerke für den Wissenstransfer spielen</li>
<li>und vieles andere mehr &#8211; wir lassen uns von Euren Ideen und Erfahrungen überraschen.</li>
</ul>
<p><b>Die Blogparade läuft vom 3. bis <del>27. April</del>  02. Mai 2014. Bitte verlinkt Eure Artikel mit diesem Beitrag hier oder mit <a href="http://www.opentransfer.de/4594/npo-blogparade-netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen/">openTransfer</a>.</b> Wer kein eigenes Blog hat, kann seinen Beitrag über die Kommentarfunktion posten oder über die <a href="https://www.xing.com/net/zivilgesellschaft20/npo-blogparade-446897/einladung-zum-online-diskurs-netzwerke-aufbauen-im-demografischen-wandel-46346290/">Xing-Gruppe „Zivilgesellschaft und Internet“</a> (bitte auf Xing in der Artikel-Überschrift kenntlich machen, dass ein Beitrag für die NPO-Blogparade gedacht ist).</p>
<p>Geplant ist wie immer auch ein <b>#npochat</b> auf Twitter über das Blogparaden-Thema. Der Termin steht schon fest: Mittwoch 7. Mai von 11 bis 12 Uhr, &#8211; bitte merkt Euch das Datum vor.</p>
<p>Viele Spaß beim Nachdenken und Schreiben wünschen Euch die Kolleg/innen von openTransfer, Stefan Zollondz und ich.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung &#8211; welche Möglichkeiten bietet das Internet?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/burgerschaftliches-engagement-als-burgerbeteiligung-welche-moglichkeiten-bietet-das-internet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 09:15:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Für den eNewsletter des Netzwerk Bürgerbeteiligung habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift &#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; (Ansicht siehe unten). Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für den eNewsletter des <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a> habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf">&#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; </a>(Ansicht siehe unten).</p>
<p>Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die soziale Infrastruktur einer Gemeinde, die Konzeption von Diensten und die Hilfe im Einzelfall (als Betroffener) mitzugestalten. Es wird aufgezeigt, welche Bedeutung digitale Aktionsnetzwerke zwischenzeitlich haben, die Bürger über Online-Medien einbinden, ohne deren Engagement zentral zu steuern, &#8211; im Unterschied zu traditionellen Strategien kollektiven Handelns. Auf Seite 6 stellt eine Tabelle die vielen unterschiedlichen Formen von Online-Beteiligung zusammen und zwar entlang der Kategorien und Methoden des <a href="http://www.digitalengagement.org/">Digital Engagement Cookbook</a>. Beispiele aus dem In-und Ausland veranschaulichen die jeweilige Beteiligungsmethode.</p>
<p>Nicht nur mein Beitrag befasst sich mit den Möglichkeiten der Online-Beteiligung, sondern <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/newsletter/enewsletter-2012/enewsletter-nr-22012/">vier weitere des eNewsletter</a> beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln.</p>
<p>Noch ein paar Infos zum <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a>: Das Netzwerk wurde 2011 auf Initiative der <a href="http://www.mitarbeit.de/">Stiftung Mitarbeit </a>gegründet. Es hat zum Ziel, &#8220;der politischen Partizipation in Deutschland dauerhaft mehr Gewicht zu verleihen und sie auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) zu stärken. Das Netzwerk fragt danach, wie eine »partizipative Demokratie« ausgestaltet und vorangebracht werden kann. Es sucht nach Wegen zur politisch-strategischen Förderung der Bürgerbeteiligung. Auf Basis dieser Grundidee führt das »Netzwerk Bürgerbeteiligung« Menschen aus allen Bereichen zusammen, die die Partizipation von Bürger/innen an politischen Entscheidungen voran bringen und die Zukunft der Bürgerbeteiligung mitgestalten wollen&#8221; (<a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/leitidee/">Über das Netzwerk</a>). Jeder an Beteiligung Interessierte kann <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/netzwerkerinnen/">Netzwerker und Netzwerkerin</a> werden. Bei gemeinsamen Treffen lernt man sich untereinander und unterschiedliche Beteiligungsprojekte kennen.</p>
<p>Ich finde es gut, dass mit dem Netzwerk der Versuch gestartet wurde, Menschen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen zum Thema Beteiligung zusammenzubringen, Ressourcen auszutauschen und zu bündeln. Das Netzwerk lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Als Bürger/in sollte man nicht warten, bis Beteiligung von staatlicher Seite zugestanden (und gestaltet!) wird (&#8220;Wann führt meine Gemeinde endlich einen Bürgerhaushalt ein?&#8221;), sondern es kommt darauf an, vor Ort konkrete Beteiligungsprojekte einzufordern und zu initiieren.</p>
<p>In den nächsten Tagen soll eine neue Plattform für das Netzwerk Bürgerbeteiligung an den Start gehen, die noch mehr Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Netzwerkern bietet. Man wird dann Beteiligungsprojekte vorstellen und gemeinsam vorantreiben können. Auch von mir gibt es eine Projektinitiative, die ich auf dem <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/aktuelle-meldungen/detailansicht/article/netzwerktreffen-in-koeln-interessante-initiativen-spannende-diskussionen/">Netzwerktreffen in Köln </a>vorgestellt habe und die online auf der neuen Kooperationsplattform weiter diskutiert und vorangebracht werden soll: &#8220;Die Förderung von Teilhabe im Sozialsektor &#8211; soziale Dienste 2.0&#8221;. Ziel meiner Projektinitiative ist es u.a.</p>
<ul>
<li>Mitstreiter/innen zu finden</li>
<li>Best-Practice-Beispiele für Bürger-Teilhabe im Sozialsektor auf lokaler Ebene zu sammeln</li>
<li>Vorschläge zu erarbeiten, wie die Teilhabe von Bürgern gefördert bzw. die sozialen Dienste 2.0 aussehen könnten</li>
</ul>
<p>Das Netzwerk Bürgerbeteiligung wird in der Anfangsphase von einer Aufbaugruppe unterstützt, bei der auch <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/aufbaugruppe/detailansicht/?tx_displayfeusers_pi1[userUid]=16&amp;tx_displayfeusers_pi1[action]=show&amp;tx_displayfeusers_pi1[controller]=User">Sophie Scholz</a>, die Gründerin der Socialbar mitmacht. Mit ihr hat die Zusammenarbeit im Rahmen des eNewsletters Freude gemacht &#8211; vielen Dank, Sophie!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bürgerengagement fördern und erhalten, &#8211; für einen nachhaltigen Umgang mit Freiwilligen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 10:25:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In der aktuellen Runde der NPO-Blogparade fragt Hannes Jähnert, wie man &#8220;echte Partizipation&#8221; im Dritten Sektor fördern kann. Die Blogparaden-Runde findet vor dem Hintergrund der im Herbst veröffentlichten Nationalen Engagementstrategie der Bundesregierung statt und dem derzeit laufenden Online-Dialog zu dieser Strategie, an dem BürgerInnen noch bis zu 17. Dezember teilnehmen können. Alle Akteure &#8211; der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://foulder.wordpress.com/2010/11/29/19-runde-der-npo-blogparade%E2%80%93partizipationsforderung/">aktuellen Runde der NPO-Blogparade</a> fragt Hannes Jähnert, wie man &#8220;echte Partizipation&#8221; im Dritten Sektor fördern kann. Die Blogparaden-Runde findet vor dem Hintergrund der im Herbst veröffentlichten <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/10/Nationale%20Engagementstrategie_10-10-06.pdf">Nationalen Engagementstrategie</a> der Bundesregierung statt und dem <a href="http://www.engagementzweinull.de/dito/forum?action=csekeywordoverviewjournalshow&amp;id=75">derzeit laufenden Online-Dialog</a> zu dieser Strategie, an dem BürgerInnen noch bis zu 17. Dezember teilnehmen können.</p>
<p>Alle Akteure &#8211; der Staat, gemeinnützige Organisationen, Kommunen usw. &#8211; machen sich Gedanken darüber, wie man das bürgerschaftliche Engagement fördern kann. &#8216;Partizipation&#8217; im Sinne von echter Teilhabe an Entscheidungen im Dritten Sektor spielt in diesen Diskursen keine herausragende Rolle. Auch fehlt eine Diskussion darüber, inwieweit die Strukturen gemeinnütziger Organisationen für den Umfang, die Ausgestaltung und die Grenzen des bürgerschaftlichen Engagements verantwortlich sind. Schon in meinem vorletzten Blogbeitrag habe ich mich mit den Möglichkeiten der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/partizipation-von-burgern-fordern-aber-wie/">Partizipationsförderung im gemeinnützigen Sektor</a> und der nationalen Engagementstrategie auseinandergesetzt. Deshalb möchte ich für die aktuelle Runde der NPO-Blogparade den Kreis etwas weiter ziehen und fragen, weshalb Partizipation als Thema in den offiziellen Verlautbarungen zum Bürgerengagement eine so geringe Rolle spielt.</p>
<p>Meiner Auffassung nach kranken die meisten Ansätze zur Förderung des Bürgerengagements daran, dass sie den Aspekt der Rekrutierung und Anwerbung in den Mittelpunkt stellen. Sie befassen sich zu wenig mit der Frage, wie eine Einrichtung Freiwillige <em>halten </em>und <em>pflegen </em>kann, damit sie sich gerne und langfristig engagieren. Wertschätzung und die Bildung von Freiwilligen, die der Staat anstrebt, sind wichtig, &#8211; aber nicht ausreichend. Es geht um Mitgestaltung und Mitbestimmung bzw. um die Frage, wie Bürger gemeinsam mit sozialen Diensten Hilfen konzipieren und anbieten können. Das &#8216;Soziale&#8217; ist nichts, was an Fachleute delegiert werden kann, das &#8216;Soziale&#8217; betrifft uns alle, &#8211; nicht nur als Helfer, sondern als Mitdenker, als Mitplaner und als Geldgeber.</p>
<p>Laut <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/564.abstract">Brudney und Meijs (2009)</a> stagniert oder sinkt die Anzahl der bürgerschaftlich Engagierten, weil die Ressource des bürgerschaftlichen Engagements von den Organisationen, die das Engagement abrufen und nutzen, nicht nachhaltig bewirtschaftet, sondern &#8211; wie viele andere natürliche Ressourcen auch &#8211; zugunsten kurzfristiger und rein organisationsbezogener Ziele ausgebeutet wird.</p>
<p>Vielleicht ist auch der Trend zum zeitlich befristeten Engagement, der Unwille von Bürgern, sich länger an eine NPO zu binden, gar nicht so sehr zeitlichen Restriktionen auf Helferseite geschuldet, sondern dem nachlässigen Umgang Gemeinnütziger mit den Freiwilligen, der letzteren wenig Anreiz bietet, sich länger als notwendig auf eine gemeinnützige Einrichtung einzulassen.</p>
<p>Jedenfalls stagniert auch in Deutschland das bürgerschaftliche Engagement (36% der Bevölkerung engagieren sich) und verändert sich inhaltlich in Richtung immer kürzerer Einsätze. Dementsprechend wird die Konkurrenz unter den Trägern um die kostbare Ressource &#8216;freiwillige Helfer&#8217; immer härter, ohne dass gleichzeitig das Freiwilligen-Management in den Organisationen flächendeckend verbessert würde.</p>
<p>Mein Bloggerkollege Stefan Zollondz beschreibt in <a href="http://www.net-pilots.de/net-pilots/digitale-wissensarbeit/19-npo-blogparade-wo-sind-die-a-ehrenamtlichen/">seinem Beitrag zur Blogparade</a> die Konkurrenz von NPOs um die sogenannten &#8220;Premium-Ehrenamtlichen&#8221; oder &#8220;A-Ehrenamtlichen&#8221;, die sich durch Selbstständigkeit und gute Bildung auszeichnen.</p>
<p>Weil Nonprofits das Ehrenamt aus einer organisations- und nicht community-bezogenen Perspektive betrachten, kommt es zu dieser Entwicklung: man sucht den Besten für den vorhandenen Freiwilligen-&#8220;Arbeitsplatz&#8221;. Engagementwillige mit Schwächen, psychischen Defiziten o.ä. sind nicht so sehr willkommen. Sie bedeuten mehr Aufwand als Nutzen.</p>
<p>Würde man den <em>organisationsbezogenen</em> durch einen <em>community-orientierten</em> Blickwinkel ersetzen, wäre die Situation eine andere. Alle freiwilligen Helfer wären willkommen, weil die Förderung der Partizipation und das Community-Building über Engagement zur Kernfunktion von Nonprofits gehörten.</p>
<p>Davon ist die Realität aber weit entfernt. Wohlfahrtsverbandliche Einrichtungen konzentrieren sich als professionelle Dienstleister auf Effizienz- und Effektivitätsziele, die wenig Raum für Teilhabe und das Community-Building &#8211; über den engen Kreis der eigenen Klientel hinaus &#8211; zulassen.</p>
<p>Um Nonprofits einen Weg in das Community-Building hinein zu ebnen und ihre Rolle als Förderer und Ermöglicher von Partizipationsprozessen zu stärken, müsste sich vieles ändern: Gesetze, Finanzierungsrichtlinien, Umsetzungsprogramme. Aber auch das Selbstbild von Nonprofits und das Bild, das der Staat vom Dritten Sektor hat.</p>
<p>Nirgendwo in der Engagementstrategie der Bundesregierung wird auf diesen Zusammenhang zwischen den Dritte-Sektor-Stukturen und dem Bürgerengagement ausführlicher eingegangen. Auch Nonprofits selbst stellen den Zusammenhang zwischen ihren Strukturen und dem Erfolg oder Misserfolg der Inklusion von Freiwilligen nicht heraus. Statt<br />
dessen hat man sich an den &#8220;endless cycle of recruitment&#8221; gewöhnt: &#8220;If volunteers cannot be retained, new one must be found to replace them&#8221; <a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/564.abstract">(Brudney/Meijs 2009, 568)</a>. Ein Ende dieses wenig nachhaltigen Umgangs mit der Ressource der freiwilligen Helfer ist nicht abzusehen.</p>
<p>Eine Verbesserung kann hier erst eintreten, wenn gemeinnützige Organisationen community-orientierter arbeiten und Freiwilligen auf Augenhöhe begegnen. Dies wären auch zwei Bedingungen die erfüllt sein müssten, wenn &#8220;echte&#8221; Partizipation in und über gemeinnützige Organisationen gefördert werden soll.</p>
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		<title>Partizipation von Bürgern fördern &#8211; aber wie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 19:09:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die &#8220;Nationale Engagementstrategie&#8221; der Bundesregierung, die Anfang Oktober verabschiedet wurde, will das Bürgerengagement stärken. Die Engagementstrategie bildet die Grundlage &#8220;für eine gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts. Ziel ist es, durch geeignete Rahmenbedingungen einen Nährboden zu schaffen, auf dem bürgerschaftliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an Motiven und Ausgestaltungsmöglichkeiten gedeihen kann&#8221; (S. 6). Eine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/10/Nationale%20Engagementstrategie_10-10-06.pdf">&#8220;Nationale Engagementstrategie&#8221;</a> der Bundesregierung, die Anfang Oktober verabschiedet wurde, will das Bürgerengagement stärken. Die Engagementstrategie bildet die Grundlage &#8220;für eine gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts. Ziel ist es, durch geeignete Rahmenbedingungen einen Nährboden zu schaffen, auf dem bürgerschaftliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an Motiven und Ausgestaltungsmöglichkeiten gedeihen kann&#8221; (S. 6).</p>
<p>Eine wirklich ausgearbeitete Strategie findet man in dem Beschluß allerdings nicht, was <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/nachrichtendienst/politik_und_staat/engagementstrategie">erhebliche Kritik</a> hervorgerufen hat. Vielmehr enthält das Regierungspapier eine Ansammlung von Einzelzielen bezogen auf bestimmte Politikbereiche (Integration/Bildung/Umwelt/Demographischer Wandel/Internationale Zusammenarbeit) und eine Auflistung von unzähligen Modellprojekten zum Thema Bürgerengagement, die die Ressorts jetzt schon fördern. Auf Seite 7 wird jedoch klargestellt, dass die veröffentlichte &#8220;Engagementstrategie&#8221; nicht als abgeschlossen zu betrachten ist, sondern unter Beteiligung von Bürgern weiterentwickelt werden soll.</p>
<p>Dazu wurde u.a. die Plattform <a href="http://www.engagementzweinull.de/dito/forum?action=cmsjournalshow&amp;id=75">ENGAGEMENTzweinull</a> eingerichtet, auf der Bürger ihre Anmerkungen zum Kabinettsbeschluss und ihre Vorschläge für die Förderung des Bürgerengagements einbringen können. Die öffentliche Online-Konsultation startet am 22. November. Die Ergebnisse der Konsultation werden der Bundesregierung vorgelegt und im Netz veröffentlicht. Ohnehin sind schon die <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/09/Band3_NF_Web.pdf">Beratungsergebnisse des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation</a>, in dem Experten aus Staat, Wirtschaft und Bürgergesellschaft vertreten sind, in die Engagementstrategie der Bundesregierung eingeflossen.</p>
<p>Soviel Bürgerbeteiligung ist löblich, ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Thema &#8216;Förderung des Bürgerengagements&#8217; mit der Engagementstrategie des Bundes zu einem &#8220;zentralstaatlich gesteuerten Anliegen&#8221; geworden ist (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/09/Band3_NF_Web.pdf">Dahme/Wohlfahrt 2010, 146</a>). Der wichtigste Satz im Kabinettsbeschluss lautet: &#8220;Bund, Länder und Kommunen sind zentrale Akteure in der<br />
Engagementförderung&#8221; (S. 5).</p>
<p>Ich für meinen Teil halte nicht den Staat, sondern den <strong>Dritten Sektor</strong> für den zentralen Akteur, wenn es darum geht, das Engagement von Bürgern auszuweiten. Es sind die gemeinnützigen Organisationen, in denen &#8211; zumeist auf lokaler Ebene &#8211; Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung stattfinden. Also ist auch der Dritte Sektor der Dreh-und Angelpunkt für den weiteren Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten.</p>
<p>Der Staat kann hier durchaus fördernd wirken &#8211; mit finanziellen Mitteln, Gesetzen und Leistungsvereinbarungen, die auf mehr Mitbestimmung von Bürgern drängen. Aber er kann gemeinnützigen Organisationen &#8211; und hier speziell der verbandlichen Wohlfahrtspflege &#8211; nicht die Aufgabe abnehmen, ihr Verhältnis zur Zivilgesellschaft neu zu bestimmen und ihre Bereitschaft, Bürger als Mitgestalter (und nicht nur als Helfer) einzubeziehen, weiterzuentwickeln.</p>
<p>Was mir auffällt, ist folgendes: sowohl die nationale Engagementstrategie als auch die Beratungsergebnisse des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation blenden die Verantwortung des Dritten Sektors als institutionellem Ort des Bürgerengagements weitgehend aus. Man liest ununterbrochen, wie wichtig das Bürgerengagement ist und dass Bürger sich unbedingt ins Gemeinwesen einbringen sollten. Aber es wird nicht thematisiert, welche Verantwortung dem Dritten Sektor dafür zukommt, dass Bürger sich <em>nicht </em>engagieren oder ihren Einsatz aufgeben, weil sie mit den starren Strukturen in verbandlichen Einrichtungen nicht zurecht kommen oder weil sie nach und nach merken, dass an ihren inhaltlichen Anregungen in dem professionellen Umfeld niemand interessiert ist und sie nur als Helfer gebraucht werden, aber nicht als Mitbestimmer und -entscheider.</p>
<p>Die Responsivität des Dritten Sektors, seine Öffnung nach außen hin, seine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft und seine Bereitschaft zur Ausweitung von Mitbestimmungsmöglichkeiten &#8211; das sind die zentralen Anknüpfungspunkte, wenn man das Bürgerengagement fördern will.</p>
<p>In einem Beitrag für die Stiftung Mitarbeit habe ich auf die Bedeutung der institutionellen Strukturen für das Bürgerengagement hingewiesen:</p>
<p>&#8220;Wenn es um die Partizipation in gesellschaftlichen Organisationen geht, kann man die bürgerschaftliche Seite nicht ohne die institutionelle betrachten. Beide Seiten gehören zwingend zueinander und befinden sich in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Die Beteiligung von Bürgern am Organisationshandeln setzt voraus, dass Institutionen Partizipationsräume schaffen und sich gegenüber Bürgervorschlägen responsiv verhalten (&#8230;) Umgekehrt benötigt eine Organisation, die sich stärker zur Zivilgesellschaft hin öffnet, Bürger, die ihre Kompetenzen und ihr Wissen einbringen können und wollen. Erfolgreiche Bürgerbeteiligung in Organisationen hängt demnach auch von den Partizipationsressourcen der Bürgerschaft und nicht nur von den institutionellen Beteiligungsangeboten ab.</p>
<p>Wir haben es also mit der Gleichung ÂBürgerbeteiligung = Responsivität von OrganisationenÂ zu tun und es geht darum, auf beiden Seiten dieser Gleichung zu arbeiten, wenn das Bürgerengagement und damit die Demokratisierung unserer Gesellschaft weiter vorangetrieben werden soll (..)&#8221; <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_reiser_101001.pdf">(Reiser 2010, 1)</a>.</p>
<p>Man kann das Bürgerengagement nicht zentralstaatlich verordnen und erfolgreich fördern, man kann nur Strukturen schaffen &#8211; vor allen Dingen lokal &#8211; die Bürger als Mitgestalter und Partner ernst nehmen. Und hier müssen gemeinnützige Organisationen die Hauptverantwortung übernehmen. Es macht keinen Sinn, die Verantwortung von sich weg und dem Staat zu zu schieben, weil eine wirkliche Öffnung für bürgerschaftliche Mitarbeit zu schmerzhaften Veränderungen speziell im verbandlichen Nonprofit-Bereich führen würde. Bürgerbeteiligung kostet ihren Preis, &#8211; man erhält sie nicht ohne eine Demokratisierung verbandlicher und professioneller Entscheidungsstrukturen.</p>
<p>Meines Erachtens müssen vier Aufgabenfelder im Mittelpunkt stehen, wenn die Mitarbeit und die Partizipation von Bürgern gefördert werden soll:</p>
<ul>
<li>die Schaffung von mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten im Dritten Sektor. Dies bedeutet, dass sich die gemeinnützigen Dienstleister von ihrer professionellen Dominanz verabschieden müssen. Die Zukunft gehört Koproduktionsmodellen, bei denen Bürger und Sozialeinrichtungen gleichberechtigt miteinander soziale Dienstleistungen konzipieren und erbringen.</li>
<li>die Förderung der Beteiligungskompetenzen von Bürgern <em>und </em>Communities. Es reicht nicht aus, im Dritten Sektor jeweils <em>organisationsintern </em>das freiwillige Engagement zu fördern. Notwendig ist der Blick auf das Gemeinwesen bzw. auf die unterschiedlichen Communities in den Gemeinden, die gestärkt werden müssen. Der einzelne Bürger wird durch eine vielfältige und handlungsstarke Zivilgesellschaft in seinen individuellen Partizipationsbemühungen unterstützt.</li>
<li>der Aufbau von Netzwerken auf kommunaler Ebene, die Bürger, Dritt-Sektor-Organisationen, staatliche und wirtschaftliche Akteure umfassen. Wo viele Communities untereinander gut vernetzt sind, existiert mehr Bürgerbeteiligung als in Gemeinden ohne entsprechende Netzwerkstrukturen. Wichtig ist nicht nur die Vernetzung an sich, sondern insbesondere der Ressourcenaustausch der Akteure untereinander und das Handeln der Beteiligten.</li>
<li>die Einbeziehung des Internets in die alltägliche Arbeit von gemeinnützigen Organisationen. Es bietet die Infrastruktur für Vernetzung, Kooperation und kollektive Aktionen. Um niemanden auszuschließen sollte die digitale Inklusion ein wichtiges Arbeitsfeld für alle sein, die Leistungen mit Bürgern und für Bürger erbringen.</li>
</ul>
<p>Wer an diesen vier Ideen im Detail interessiert ist, kann <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_reiser_101001.pdf">hier meinen gesamten Aufsatz </a>lesen, der im <a href="http://www.buergergesellschaft.de/aktuelles/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2010/4-quartal-2010/106873/">Wegweiser Bürgergesellschaft 19/2010</a> erschien. Der Beitrag wird in einem Band der <a href="http://www.mitarbeit.de/">Stiftung Mitarbeit</a> über die Zukunft der Bürgerbeteiligung erscheinen, der die Vorträge der gleichnamigen <a href="http://www.mitarbeit.de/forum2010.html">Tagung</a>, die im September stattfand, enthält.</p>
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		<title>&#8220;Big Society&#8221; &#8211; neue Pläne für die britische Zivilgesellschaft</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/big-society-neue-plane-fur-die-britische-zivilgesellschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 08:29:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die britische Koalitionsregierung aus Konservativen und Liberaldemokraten, seit Mai 2010 im Amt, hat angesichts des enormen staatlichen Haushaltsdefizits von 12% beschlossen, öffentliche Leistungsangebote zu reduzieren und mehr Macht und Handlungsmöglichkeiten in die Hände der Bürger zu legen. Anstatt &#8216;Big Government&#8217; und &#8216;Big Bureaucracy&#8217; wird nun auf eine starke Zivilgesellschaft gesetzt, die nicht nur zu Einsparungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die britische Koalitionsregierung aus Konservativen und Liberaldemokraten, seit Mai 2010 im Amt, hat angesichts des enormen staatlichen <a href="http://www.egovernment-computing.de/forum/messages.cfm?threadid=297A706B-A368-4B03-8819E10F8DBBE3A0&amp;page=1&amp;%231">Haushaltsdefizits von 12%</a> beschlossen, öffentliche Leistungsangebote zu reduzieren und mehr Macht und Handlungsmöglichkeiten in die Hände der Bürger zu legen. Anstatt &#8216;Big Government&#8217; und &#8216;Big Bureaucracy&#8217; wird nun auf eine starke Zivilgesellschaft gesetzt, die nicht nur zu Einsparungen verhelfen soll, sondern auch zu qualitativ besseren Diensten auf kommunaler Ebene. Dazu bekommen die Bürger neue Instrumente an die Hand, die Kompetenzen von staatlichen Institutionen zu Bürgern umverteilen. Das <a href="http://www.cabinetoffice.gov.uk/newsroom/news_releases/2010/100518-news-big-society-launch.aspx">Big Society Programm</a> umfasst offiziell die folgenden Ziele (siehe <a href="http://www.cabinetoffice.gov.uk/media/407789/building-big-society.pdf">pdf</a>):</p>
<ul>
<li>Zivilgesellschaftliche Gruppen und Gemeinschaften sollen mehr Macht erhalten</li>
<li>Bürger werden ermuntert, eine aktive Rolle in ihrem Gemeinwesen zu übernehmen</li>
<li>Kompetenzen werden dezentralisiert bzw. von der nationalen auf die lokale Verwaltung übertragen</li>
<li>Genossenschaften, gemeinnützige Wohlfahrtsorganisationen, Sozialunternehmen, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sollen unterstützt werden</li>
<li>Die Regierung verspricht, dass Bürger ein Recht auf Daten erhalten und damit Zugriff auf staatliche Datensätze.</li>
</ul>
<p>Diese Grobkonzeption der Big Society vom Mai 2010 wurde zwischenzeitlich in vielen Regierungsreden, &#8211; papieren und -interviews näher ausgeführt, ohne dass das Konzept ganz konsistent vorliegen würde. Es befindet sich sozusagen noch im Entwicklungsstadium, so dass ich froh bin, auf ein gutes und aktuelles Papier gestoßen zu sein, das die zivilgesellschaftlichen Implikationen des Politikprogramms systematisch bespricht.</p>
<p>Das<a href="http://www.cdx.org.uk/sites/default/files/CDF%20expert%20panel%20paper%20two%20-%20The%20Big%20Society%20and%20the%20responsive%20state.pdf"> Papier ist von Melanie Bowles</a> von der <a href="http://cdf.org.uk/web/guest">Community Development Foundation</a>. Es listet die Instrumente auf, mit denen die Regierung die Big Society bauen will (S. 3ff):</p>
<p>Unter dem Stichwort<strong> &#8216;Community Empowerment&#8217; </strong>wird angestrebt, dass jeder Bürger Mitglied einer Nachbarschaftsgruppe wird und sich bürgerschaftliches Engagement als Norm etabliert. Bürger, Gruppen, Nonprofits und Sozialunternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, öffentliche Dienste oder öffentliche Infrastrukturangebote (Post) neu anzubieten oder von der staatlichen Hand zu übernehmen. Sie müssen sich hierfür einem öffentlichen Angebotsverfahren unterwerfen. Auch Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung erhalten das Recht, öffentliche Dienste gemeinsam mit anderen Kollegen in Genossenschaftsform zu übernehmen. Gemeinnützige soziale Dienstleister bekommen längerfristige Verträge mit der öffentlichen Hand, die auf den Outcome &#8211; und nicht mehr auf den Output &#8211; abzielen, mit allen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten für die Anbieter, die damit verbunden sind.</p>
<p>Ein <strong>Big Society Day</strong>, der die Selbsthilfe und das Bürgerengagement zelebriert, und ein <strong>National Citizen Service</strong>, der 16- Jährige für acht Wochen in gemeinwesenorientierte Aufgaben bringt, sollen bei den Jugendlichen das Bewusstsein für &#8220;What can we do for others? What can we do for ourselves?&#8221; (S. 2) stärken.</p>
<p>Um die Bildung von Gruppen, Gemeinschaften, Genossenschaften etc. auf kommunaler Ebene zu fördern, will die Regierung<strong> 5000 Community Organiser</strong> neu ausbilden, die allerdings keinen Job in der öffentlichen Verwaltung bekommen, sondern sich auf eigene Faust eine Finanzierung suchen müssen &#8211; wenn sie ihre Dienste als Freiwillige nicht umsonst anbieten wollen.</p>
<p>Auch lokale Aktivisten können als Community Organiser verpflichtet werden, was freiwillig Engagierte gegenüber den Professionellen aufwertet. Andererseits ist eine Installation von Community Organisern auf lokaler Ebene ohne eine entsprechende öffentliche Förderung ihrer Tätigkeit höchst fragwürdig. Die Regierung sieht diese Nicht-Finanzierung positiv, weil dadurch die lokalen Gruppen und Gemeinwesenarbeiter von ihrer Abhängigkeit von staatlichen Mitteln und staatlicher Kontrolle befreit wären. Dazu kritisch Bowles (2010): &#8220;Any new found &#8216;freedom&#8217; to respond to community needs may not deliver much social change without resourcing and support for grassroots community activity&#8221; (S. 5). Die Regierung wird lediglich das Geld für 100 Projekte bereithalten, um den Community-Aufbau in den benachteiligsten Gebieten des Landes finanziell zu unterstützen.</p>
<p>Im <strong>Verhältnis Staat- Bürger</strong> sollen sich durch das Big Society-Konzept ebenfalls einige Dinge verändern:</p>
<p>Bürger erhalten das Recht, zu jeder lokalen Angelegenheit ein Referendum zu initiieren, ohne dass ein Quorum notwendig wäre. Bürger erhalten mehr Mitsprache bei kommunalen Planungen, wohingegen zentrale/regionale Planungskompetenzen beschnitten werden (S. 7). Verwaltungsleistungen sollen den Bürger zum Mittelpunkt haben und nicht die Rationalität der einzelnen Ämter und Fachbereiche (S. 8).</p>
<p>Nat Wei, einer der Big Society-Vordenker und Regierungsberater, <a href="http://natwei.wordpress.com/2010/09/10/navigating-the-big-society-part-2/">zieht eine Analogie</a> zwischen der angestrebten <strong>Gesellschaftsform</strong> und dem <strong>Internet</strong>: bei beiden gehe es um eine Machtverschiebung hin zum einzelnen Bürger und zu Lasten traditionell mächtiger Institutionen.</p>
<p>Diese Aussage bietet einen guten Punkt, um mit ein paar kritischen Fragen zum Big Society-Konzept anzudocken:</p>
<p>1. Gerade das Internet, auf das Nat Wei Bezug nimmt, verschafft hauptsächlich aktiven und weniger aktiven Bürgern Partizipationsgewinne. Die passiven Bürger bleiben auch im Internet weitgehend stumm (vgl.<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/routledg/rics/2008/00000011/00000007/art00004"> Kavanaugh et. al</a>. 2008). Die Big Society zielt auf den aktiven Bürger ab. Es stellt sich die Frage, in wieweit die Menschen am Rand hier mitgenommen werden. Ohne spezielle Förderung besteht die Gefahr, dass durch das Konzept nur bestimmte Schichten ermächtigt werden, &#8211; jene, die in der Lage sind, ihre Interessen wahrzunehmen und sich aktiv auf kommunaler Ebene einzubringen.</p>
<p>2. Das Community-Organising, das einen zentralen Stellenwert auf kommunaler Ebene erhält, muss weitgehend ohne Mittel auskommen, was die Möglichkeit einschränkt, die Beteiligungskompetenzen von benachteiligten Gruppen flächendeckend zu stärken.</p>
<p>3. Traditionell konzentriert sich das Community- Organising darauf, die Bedürfnisse der einzelnen Gemeinschaften mit den Betroffenen auszuarbeiten und, wo es notwendig ist, Interessenkonflikte auf lokaler Ebene auch offensiv zu thematisieren und anzugehen. Die Gemeinwesenarbeit, wie sie die konservativ-liberaldemokratische Regierung entwirft, dient hingegen der Umsetzung des Big Society- Konzepts, &#8211; Alternativen stehen nicht zur Diskussion.</p>
<p>4. Die Big Society will in erster Linie eine aktive Bürger- und Helfergesellschaft sein. Bürger als politische Subjekte, Interessensunterschiede zwischen Gruppen und Konflikte spielen in dem Konzept keine Rolle. Es geht von einem Konsens aus, der doch in einer pluralistischen Gesellschaft so nicht vorausgesetzt werden kann.</p>
<p>5. Bürger können und sollen im Rahmen der Big Society öffentliche Dienste selbst übernehmen. Ungeklärt ist, wie sich diese Privatisierung auf die Professionalität der Dienste, auf ihre Preise und ihre Reichweite auswirkt.</p>
<p>6. Die Community Organiser sollen als Intermediäre zwischen Bürgern und lokalen Gemeinschaften fungieren sowie als Vermittlungsinstanz zwischen Bürgern und der Lokalverwaltung. Andere Intermediäre sind im Big Society-Konzept nicht erkennbar. Die Labour-Partei hat die wichtige Rolle der Organiser schon erkannt und selbst rasch 1000 Kandidaten für diese Funktion auf lokaler Ebene rekrutiert (RSA, via <a href="http://www.designingforcivilsociety.org/2010/10/community-organisers-for-big-society-from-both-sides.html">David Wilcox</a>), was die politische Dimension dieses Jobs deutlich macht.</p>
<p>Insbesondere Dritte-Sektor-Organisationen werden als mögliche Vermittlungsinstanzen im Big Society-Konzept nicht erwähnt. Das ist schade. Und ein defizitärer Punkt. Denn Dritte Sektor- Institutionen können Bürger jene Kompetenzen vermitteln und Instrumente an die Hand geben, die notwendig sind, um Interessen effektiv zu vertreten. Wie es in einem <a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/faith/article7116843.ece?token=null&amp;offset=0&amp;page=1">Times-Artikel</a> zutreffend heißt: &#8220;Without the institutions and the modes of associative power institutions enable, the individual is left utterly naked before the power of the market and the state&#8221; (Bretherton 2010).</p>
<p>Unabhängig von den hier kritisierten Punkten ist es spannend zu sehen, welche Diskussionen und Entwicklungen derzeit in einem europäischen Nachbarland stattfinden. Wer die Diskussion in der britischen Blogosphäre zum Thema &#8216;Big Society&#8217; verfolgen will, findet <a href="http://bigsociety.amplify.com/">hier</a> einen guten Ausgangspunkt.</p>
<p>Interessant ist ebenfalls , wie weit die Forschung über Communities und Netzwerke und ihre Bedeutung für die Zivilgesellschaft in Großbritannien schon gediehen ist. Während man bei uns noch sehr stark auf den einzelnen Bürger fokussiert und weniger auf die Strukturen in den Gemeinden und Organisationen (exemplarisch hierfür: die<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/10/Nationale%20Engagementstrategie_10-10-06.pdf"> nationale Engagementstrategie der Bundesregierung</a>), ist die Gemeinwesenarbeit und die Bedeutung von Netzwerken in Großbritannien schon ein großes Thema. Dazu aber mehr in einem weiteren Blogbeitrag.</p>
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