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	<title>Daten &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Datennutzung und Algorithmen human und werteorientiert gestalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 15:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenethikkommission]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Datenethikkommission der Bundesregierung hat Ende Oktober 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt, der in einer Lang- und Kurzfassung zum freien Download zur Verfügung steht. Die Ergebnisse sind auch für Nonprofits von Bedeutung, da sie als Sozialunternehmen selbst Daten generieren, verarbeiten und nutzen, u.a. von pflege- und schutzbedürftigen Menschen und Mitarbeiter*innen unter Umständen selbst an automatisierten Assistenzsystemen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Datenethikkommission der Bundesregierung hat Ende Oktober 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt, der in einer Lang- und Kurzfassung zum freien <a href="https://www.bmi.bund.de/DE/themen/it-und-digitalpolitik/datenethikkommission/arbeitsergebnisse-der-dek/arbeitsergebnisse-der-dek-node.html;jsessionid=840BA9711F8D01659B501A5E4F95B2F5.2_cid295" target="_blank" rel="noopener">Download</a> zur Verfügung steht. Die Ergebnisse sind auch für Nonprofits von Bedeutung, da sie</p>
<ul>
<li>als Sozialunternehmen selbst Daten generieren, verarbeiten und nutzen, u.a. von pflege- und schutzbedürftigen Menschen und Mitarbeiter*innen</li>
<li>unter Umständen selbst an automatisierten Assistenzsystemen beteiligen sind, die Algorithmen einsetzen, oder als Kooperationspartner der Leistungsverwaltung mit den Auswirkungen von Algorithmen bzw. automatisierten Entscheidungen befasst sind</li>
<li>als gesellschaftliche Akteure auf die humane Ausgestaltung der Digitalisierung Einfluss nehmen wollen</li>
<li>als lokale Akteure mit der Digitalisierung von Sozialräumen und Infrastrukturen konfrontiert sind.</li>
</ul>
<p>Die Datenethikkommission (DEK) legt ihrem Gutachten die folgenden Leitgedanken zugrunde:</p>
<ul>
<li>menschenzentrierte und werteorientierte Gestaltung von Technologie</li>
<li>Förderung digitaler Kompetenzen und kritischer Reflexion in der digitalen Welt</li>
<li>Stärkung des Schutzes von persönlicher Freiheit, Selbstbestimmung und Integrität</li>
<li>Förderung verantwortungsvoller und gemeinwohlverträglicher Datennutzungen</li>
<li>Risikoadaptierte Regulierung und wirksame Kontrolle algorithmischer Systeme</li>
<li>Wahrung und Förderung von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt</li>
<li>Ausrichtung digitaler Strategien an Zielen der Nachhaltigkeit</li>
<li>Stärkung der digitalen Souveränität Deutschlands und Europas</li>
</ul>
<p>(<a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/it-digitalpolitik/gutachten-datenethikkommission-kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4" target="_blank" rel="noopener">DEK Kurzfassung</a>, S. 5). Handlungsmaßstäbe für die Ausgestaltung digitaler Technologien sollen Werte und Rechte sein, die in unserer Verfassung und der europäischen Charta der Grundrechte festgelegt sind: die Würde des Menschen, Selbstbestimmung, Privatheit, Sicherheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Solidarität sowie Nachhaltigkeit.</p>
<p>Weil viele unterschiedliche Akteure an der Datengenerierung beteiligt sind, soll es kein Eigentumsrecht an Daten, sondern Mitsprache- und Teilhaberechte geben. Um die <strong>Datenrechte</strong> des einzelnen zu klären, sind Umfang und Art seines Beitrags an der Datengenerierung zu untersuchen, sein Individualinteresse zu gewichten und mit konfligierenden Interessen abzuwägen, die Interessen der Allgemeinheit zu beachten und die Machtverteilung zwischen den Akteuren in den Blick zu nehmen (Kurzfassung, S. 9).</p>
<p>Die DEK empfiehlt u.a. Maßnahmen gegen eine ethisch nicht-vertretbare <strong>Datennutzung</strong>, Leitlinien für den Umgang mit den Daten pflege- und schutzbedürftiger Menschen, datenschutzfreundliche Produkte und Designs, sowie eine Förderung des Beschäftigtendatenschutzes. Personalisierte Tarife bei Versicherungen soll es nur in engen Grenzen geben.</p>
<p><strong>Algorithmen</strong> können menschliche Entscheidungen unterstützen. Sie können aber auch menschliche Entscheidungen so prägen, dass die Selbstbestimmung von Menschen eingeschränkt wird. Und schließlich können sie Entscheidung ganz übernehmen, so dass Menschen im Entscheidungsprozess  keine Rolle mehr spielen (= automated decision making, <a href="https://atlas.algorithmwatch.org/report" target="_blank" rel="noopener">ADM</a>)</p>
<p>Bei <strong>algorithmischen Systemen</strong> empfiehlt die Kommission eine fünfstufige Bewertungsskala, die das Schädigungspotenzial dieser Systeme und Regulierungsmöglichkeiten auflistet: in einer niedrigen Gefährdungsstufe sollen z.B. eine Risikofolgenabschätzung des algorithmischen Systems durchgeführt und Transparenzpflichten, Kontrollen und Auditverfahren etabliert werden. In einer höheren Gefährdungsstufe empfiehlt die Kommission ex-ante-Zulassungsverfahren für Algorithmen, Live-Schnittstellen für Aufsichtsinstitutionen oder sogar vollständige und teilweise Verbote von algorithmischen Systemen (DEK-Kurzfassung, S. 19). Wichtig ist hier, dass nicht nur die Algorithmen als solche im Fokus stehen, sondern das ganze &#8220;sozio-technische System&#8221;, d.h. auch die beteiligten Menschen und die unterschiedlichen Phasen der Entwicklung, Implementierung und Evaluation algorithmischer Systeme.</p>
<p>Die DEK empfiehlt der Bundesregierung, die bestehenden  Aufsichtsinstitutionen zu stärken und ein neues Kompetenzzentrum für algorithmische Systeme auf Bundesebene zu schaffen. Aber auch die Ko- und Selbstregulierung wird empfohlen, wie DIN Normen und  Gütesiegel, sowie Kennzeichnungspflichten und ein bindender Codex für die Betreiber von algorithmischen Systemen. Sowohl bei der Ausarbeitung des bindenden Codex als auch in den Aufsichtsbehörden solle es Beiräte geben, in denen die Zivilgesellschaft vertreten ist.</p>
<p>Das Gutachten der DEK ist ein beeindruckender Beitrag zur Ethik der Digitalisierung. Die DEK unterstützt mit ihrem Gutachten den &#8220;europäischen Weg&#8221;, d.h. die europäische Strategie, Technologieentwicklung und Technologieeinsatz mit europäischen Werten und Grundrechten in Verbindung zu bringen. Was im Bericht meines Erachtens noch etwas zu kurz kommt, ist die kollektive Dimension: Datenrechte werden aus individueller Perspektive betrachtet. Es wird nicht klar, inwieweit die Gesellschaft an der Entwicklung digitaler Infrastrukturen und Tools mitwirken kann, welche Möglichkeiten also bspw. lokale Communities haben, ein smartes Quartier und eine smarte Stadt mitzugestalten. Über die Grenzen der Partizipation in eben diesen Smart Cities wurde hier im Blog schon an <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/smart-city-smarte-partizipation/" target="_blank" rel="noopener">anderer Stelle</a> geschrieben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nutzer-Partizipation in Nonprofits &#8211; neue Daten aus der Forschung</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/nutzer-partizipation-in-nonprofits-neue-forschungsdaten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 08:24:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
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		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzer]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind? Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift Nonprofit Management &#38; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind?</p>
<p>Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nml.21191/abstract" target="_blank"> Nonprofit Management &amp; Leadership</a> (Bd. 26, Heft 3, S. 295-312). veröffentlicht wurde . Die Forscher haben dafür die Antworten der Geschäftsführer/innen von 790 großen belgischen Nonprofit-Organisationen aus 14 Fachbereichen ausgewertet.</p>
<p>Der Studie zufolge bieten die meisten gemeinnützigen Organisationen ihren Nutzern Verfahren an, um deren Beschwerden oder Zufriedenheit abzufragen, nämlich 75% der Einrichtungen bzw. 67% (S. 300). Bedeutend weniger sehen einen Nutzerbeirat vor (31%) oder einen Sitz für einen Nutzer-Vertreter im Vorstand (22%). Wobei NPOs aus dem Gesundheits- und Sozialbereich führend sind, wenn es um Nutzer-Beiräte geht. 42% der Einrichtungen haben einen solchen Beirat, der allerdings auch immer häufiger vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird.  Insgesamt gibt es viele gemeinnützige Einrichtungen (35%), die zwar keine formalen Verfahren anbieten, um Nutzer an ihrer Strategie- und Politikformulierung zu beteiligen, dafür aber informelle Beteiligungsmöglichkeiten. Generell wählen Nonprofits Verfahren mit geringem Personal- und Zeitaufwand, also eher Fragebögen als Beiräte (S. 299).</p>
<p>Trotz unterschiedlicher Konsultations- und Partizipationsverfahren schätzen die befragten Nonprofit-Geschäftsführer/innen den Impact der Nutzer auf die Entscheidungen einer NPO als geringer ein als den anderer wichtiger Stakeholdergruppen (S. 302):  51% der Befragten halten den Nutzer-Impact für wichtig/sehr wichtig/entscheidend.  Aber als noch viel wichtiger werden der Staat  (80%), der Vorstand (86%) und das Management (97%) wahrgenommen. Nur 7,3 % der Befragten sehen einen Impact von freiwillig Engagierten auf die Politikformulierung, ein interessantes Detail, das inhaltlich zu einem der letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-von-ehrenamtlichen-in-einrichtungen/" target="_blank">Artikel</a> hier im Blog passt.</p>
<p>Die Autoren schließen aus diesem Ergebnis, dass es sich bei vielen der angebotenen Verfahren für die Nutzer-Partizipation und -Konsultation um symbolische Politik handelt, streng genommen sogar um eine &#8220;Zeit- und Geldverschwendung&#8221; (S. 308) seitens der Organisation und der Nutzer, wenn man allein den <em>Impact</em> der Verfahren im Auge hat.  Für die Autoren ist einer der Ansatzpunkte, um den Einfluss der Nutzer auf die Entscheidungen der Organisation zu erhöhen, die <em>Qualität</em> der Partizipations- und Konsultationsverfahren zu verbessern, um die es ihnen zufolge in Nonprofits nicht gut bestellt ist: &#8220;(&#8230;) the formal mechanisms in place are not perceived to be of good quality.&#8221; (Wellens/Jegers 2016, 302).</p>
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		<item>
		<title>Palliativnetze auf lokaler Ebene – Strukturen und Trends</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/palliativnetze-auf-lokaler-ebene-strukturen-und-trends/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2016 10:41:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[In einigen Gemeinden und Landkreisen haben sich Palliativnetze aus Akteuren gebildet, die sich mit der Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen befassen. Die Kooperation zwischen diesen Anbietern, seien es medizinische und pflegerische Dienste oder die ehrenamtliche Sterbebegleitung, wird vom Gesetzgeber erwartet. Auch Krankenkassen und Spitzenverbände der Palliative Care-Träger streben eine „vernetzte Versorgungsstruktur“ an, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einigen Gemeinden und Landkreisen haben sich Palliativnetze aus Akteuren gebildet, die sich mit der Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen befassen. Die Kooperation zwischen diesen Anbietern, seien es medizinische und pflegerische Dienste oder die ehrenamtliche Sterbebegleitung, wird vom Gesetzgeber erwartet. Auch Krankenkassen und Spitzenverbände der Palliative Care-Träger streben eine „vernetzte Versorgungsstruktur“ an, die derzeit aber noch „zu wenig ausgeprägt“ sei, wie es im verabschiedeten Hospiz- und Palliativgesetz heißt (<a href="http://www.dhpv.de/tl_files/public/Service/HPG_Stand_6_2015.pdf">BT-Drs. 18/5170</a>, S. 1).</p>
<p>Wie viel Palliativnetze gibt es auf lokaler Ebene? Dazu existiert keine amtliche Statistik. Auch die <a href="http://www.gbe-bund.de/gbe10/pkg_isgbe5.prc_isgbe?p_uid=gast&amp;p_aid=74300088&amp;p_sprache=D">Gesundheitsberichterstattung </a>und einschlägige Verbände bieten hier keinen systematischen und vor allem aktuellen Überblick an. Man findet nur Einzelfragmente zum Thema, z.B. eine Auflistung von sechs Palliativnetzen auf der <a href="http://hpvbw.de/search/node/palliativnetz">Webseite </a>des Hospiz-und PalliativVerbands Baden-Württemberg, eine <a href="https://www.stmgp.bayern.de/palliativmedizin/netzwerk/index.htm">Webseite </a>des bayerischen Staatsministerium mit neun Palliativnetzen oder das (private) Palliativportal mit einer bundesweiten <a href="http://www.palliativ-portal.de/palliative/map">Karte</a> über Palliativeinrichtungen und -netzwerke. Neben den in diesen Quellen genannten Palliativnetzen gibt es sicherlich noch viele informelle Arbeitskreise und Runde Tische, die sich mit der lokalen Situation in der Pflege befassen und damit auch das Thema palliative Versorgung streifen, aber nicht als &#8220;Palliativnetz&#8221; firmieren.</p>
<p>Analysiert man die <a href="http://hpvbw.de/search/node/palliativnetz">sechs Palliativnetze</a> in Baden-Württemberg fällt folgendes auf:</p>
<ul>
<li>die Strukturen reichen von gering formalisierten Netzwerken bis zu gGmbHs</li>
<li>die Professionalisierung der Palliativnetze nimmt zu. Die meisten bieten eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)</li>
<li>die Bedeutung des medizinischen Bereichs nimmt zu. Damit geraten unter Umständen andere Themen (spirituelle, soziale etc.) in den Hintergrund</li>
<li>die ambulanten ehrenamtlichen Hospizdienste und damit die freiwillig Engagierten gehören nicht durchgängig zum Kern des Netzwerks.</li>
</ul>
<p>Die Hospizbewegung war ursprünglich eine Bürgerbewegung. Es gibt noch heute ca. <a href="http://www.dhpv.de/service_zahlen-fakten.html">1500 </a>ambulante ehrenamtliche Hospizdienste. Die ambulanten Hospizdienste könnten überall die Initiatoren von Palliativnetzen sein, &#8211; sind dies aber nicht. Warum? Vielerorts sind sie durch die Professionalisierung und den Bedeutungszugewinn des medizinischen Bereichs in die Defensive geraten.</p>
<p>Dabei wären ambulante ehrenamtliche Hospizdienste mit einer/einem hauptamtlichen Koodinator/in eigentlich die passenden Netzwerk-Knüpfer, weil sie eine Anbindung an die Bürgerschaft besitzen und zwischen den Interessen der betroffenen Bürgern und den Vorstellungen der Professionen vermitteln könnten.  Auch sollten die Themen &#8220;Tod&#8221; und &#8220;Sterben&#8221; nicht nur medizinisch und pflegerisch besetzt werden, sondern in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt sein. Dementsprechend sollten auch die Palliativnetze nicht ohne bürgerschaftliche Anbindung existieren.</p>
<p>Ambulante ehrenamtliche Hospizdienste sollten dort, wo noch kein Palliativnetz existiert, die lokale Vernetzung der Angebote aktiv in die Hand nehmen. Ihre Anbindung an die Bürgerschaft, ihr Bürgerbewegungswissen, ihre psychosozialen Kompetenzen sind Aktivposten, von denen ein lokales Netzwerk profitiert. Die Zusammenarbeit von engagierten Bürgern und professionellen Vertretern verläuft aber nicht immer reibungslos. Wo hier die Probleme liegen (zusätzlich zu den interprofessionellen Kooperationsproblemen zwischen dem medizinischen und dem pflegerischen Bereich) und wie Abhilfe geschaffen werden kann, thematisiert der nächste Blogbeitrag.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Teil 1: Bürgernetzwerke</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-buergernetzwerke/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 14:19:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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		<category><![CDATA[Freiwilligenagenturen]]></category>
		<category><![CDATA[npoblogparade]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die 27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Diskussionsbeiträge sind willkommen.  Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/27-npo-blogparade-netzwerke-aufbauen-chancen-und-hindernisse/">27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;</a></em>. <em>Diskussionsbeiträge sind willkommen.  </em></p>
<p>Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie diesen informellen Netzwerken Unterstützung leisten kann?</p>
<p>Das Problem ist, dass über den Bereich der selbstorganisierten Initiativen auf örtlicher Ebene in der Regel zu wenig Informationen vorliegen. Entsprechend schwierig ist es,  herauszufinden, welche Unterstützung diese informellen Netzwerke &#8211; reale und virtuelle &#8211; eigentlich brauchen. Viele der vorhandenen Fördermaßnahmen konzentrieren sich deshalb auf die institutionalisierten Akteure, die als gemeinnützig eingetragen sind, und lassen informelle Initiativen und Bewegungen eher außer Acht.</p>
<p>Auch die Dritte-Sektor-Forschung kann kein Licht ins Dunkel bringen, wenn es um die informellen Aktivitäten der Bürgergesellschaft geht. Erhebungen konzentrieren sich auf den institutionalisierten Bereich der Zivilgesellschaft, so dass Kritiker vom &#8220;flat earth-approach&#8221; der Dritte-Sektor-Forschung sprechen (Smith, zit. nach Soteri-Proctor/Alcock 2012, 381). Die Verantwortlichen des jüngsten <a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">ZiviZ-Surveys</a> stellen klar, dass &#8220;eine Organisationserhebung (&#8230;) keine Zivilgesellschaftserhebung sein&#8221; kann (<a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">Krimmer/Priemer, ZiviZ 2013, 13</a>), weil die Zivilgesellschaft aus vielen informellen Formen besteht: aus Bewegungen, selbstorganisierten Initiativen, virtuellen Netzwerken usw. So beschränkte sich auch der ZiviZ-Survey auf die Befragung von eingetragenen Vereinen, Genossenschaften, gemeinnützigen GmbHs und Stiftungen.  Danach gab es in Deutschland im Jahr 2012 616.154 Drittsektor-Organisationen. Die Zahl der bürgerschaftlichen Aktiviäten &#8220;unter dem Radar&#8221; des Dritten Sektors dürfte um ein Vielfaches größer sein.</p>
<p>Die britischen Forscher Soteri-Proctor und Alcock haben sich um ein Micro-Mapping bürgerschaftlicher Initiativen in zwei Gemeinden bemüht. Allein in elf Straßen der beiden Orte konnten sie durch Befragungen, Aushänge, Begehungen von Gebäuden und andere Bemühungen 58 Initiativen ausfindig machen und kartieren, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen, die nicht registriert sind und zum Teil auch keinen Namen und keine Adresse haben. Sie gehen davon aus, dass dieses Ergebnis noch weit höher ausgefallen wäre, hätten sie auch Netzwerke einbezogen, die in der Gemeinde umher wandern oder virtueller Natur sind (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>) (Infos zum britischen Projekt gibt es auch <a href="http://www.birmingham.ac.uk/generic/tsrc/documents/tsrc/working-papers/working-paper-71.pdf">hier</a>).</p>
<p>Welcher Art sind diese informellen Bürgernetzwerke und unter welchen Bedingungen gedeihen sie?</p>
<p>In der britischen Untersuchung konnten sechs Bereiche identifiziert werden, in denen die informellen Netzwerke aktiv sind: Kunst und Musik/multikulturelle Aktivitäten/Nischenthemen/Selbsthilfe und Hilfe auf Gegenseitigkeit/spezielle Glaubens- oder kulturelle Gemeinschaften/Freizeitaktivitäten (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>, 386). Die Netzwerke dienen der Unterstützung derjenigen, die in ihnen aktiv sind. Manche aber geben zum Teil auch Unterstützung an das Gemeinwesen weiter (ebd., 389). Drei Faktoren sind für den Fortbestand der informellen Initiativen wichtig:</p>
<ul>
<li>&#8220;Bricoleurs&#8221;, &#8211; das sind Leute, die in der Lage sind, Ressourcen aufzutreiben und die Ziele der Gruppe effektiv zu verfolgen</li>
<li>Community Hubs, &#8211; das sind öffentliche Räume, in denen unterschiedliche Initiativen Platz finden</li>
<li>Unterstützung durch Mitarbeiter, fest angestellte und ehrenamtliche, die in den Community Hubs arbeiten (ebd., 392f).</li>
</ul>
<p>Speziell im demografischen Wandel wird auf Bürgerengagement, freiwillige Gemeinschaften und Netzwerke gesetzt, um untereinander und füreinander die kleinen Hilfsdienste zu leisten, die es dem einzelnen ermöglichen, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben, sofern er auch noch Zugriff auf professionelle Dienste hat. Viele der Netzwerke starten mit großem Idealismus und enden dann nicht selten, weil Freiwillige abspringen oder der &#8220;Netzwerker&#8221; aufgibt. Das sind die Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt &#8220;Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter&#8221; von Julia M. Bott (2014): &#8220;Die Ergebnisse (&#8230;) bezüglich des Funktionierens von Selbstorganisationsprozessen sind in gewisser Weise ernüchternd. In manchen Orten funktioniert etwas, in anderen genau wiederum nicht. Das heißt, eindeutige &#8216;Erfolgsrezepte&#8217; gibt es nicht. Unrealistisch ist jedoch, dass auf professionelle Steuerung, Moderation und/oder Beratung gänzlich verzichtet werden kann&#8221; (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 58</a>).</p>
<p>Bott hat deshalb Tipps für die lokale Netzwerkarbeit und Selbstorganisation in einem <a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Hand- und Arbeitsbuch des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge</a> veröffentlicht. Fertige Rezepte gibt es hier wirklich nicht, aber nützliche Hinweise wie die folgenden:</p>
<ul>
<li>Netzwerker sind für lokale Selbstorganisationsprozesse wichtig, sie sollten entsprechend gefördert werden (ebd., 58)</li>
<li>wer Bürger für ein Engagement in Netzwerken gewinnen möchte, muss darauf achten, für sie eine Win-win-Situation zu schaffen (ebd., 55)</li>
<li>Die Kooperation von Netzwerken mit und ihre Förderung durch professionelle Einrichtungen ist wichtig (ebd., 38)</li>
</ul>
<p>Professionelle spielen &#8211; wie schon oben erwähnt &#8211; eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung von Vernetzungsprozessen. Es ist wichtig, dass Mitarbeiter ihr Wissen teilen, im Zweifel auch ihre Räume, um für Freiwillige stundenweise einen Büroplatz zu bieten. Ebenso wichtig sind fachliche Beratung, Supervision und inhaltliche Unterstützung der Ehrenamtlichen. Das Ehrenamt braucht das Hauptamt, wenn vor Ort etwas bewegt werden soll, &#8211;  das ist zumindest auch meine persönliche Erfahrung als Freiwillige in lokalen Vernetzungsprozessen.</p>
<p>Sind die gemeinnützigen Träger und die <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-ED2DBCFB-9A7DE5B2/bst/xcms_bst_dms_39388_39389_2.pdf">lokalen Infrastrukturen des Bürgerengagements</a> auf diese Mentoren-Funktion vorbereitet?  Können speziell Freiwilligenagenturen angesichts ihrer &#8220;noch ausstehenden Profilbildung&#8221; und ihrer &#8220;nur allenfalls ansatzweise erkennbaren (Selbst)Professionalisierung&#8221; (<a href="http://www.volunteertolearn.eu/wp-content/uploads/2013/06/Backhaus-Maul-Speck-Freiwilligenagenturen_in_Deutschland.pdf">Backhaus-Maul/Speck 2011, 308</a>) diese Unterstützung von lokalen Selbstorganisations- und Vernetzungsprozessen leisten?</p>
<p>Mein Eindruck ist, dass wir eine ganze Reihe neuer Förder- und Unterstützungsinstrumente brauchen, um bürgerschaftliche (Hilfs)Netzwerke auf örtlicher Ebene aufzubauen, zu pflegen und ihre Nachhaltigkeit zu sichern.</p>
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		<title>Was fördert und was hemmt die Social Media-Nutzung durch Nonprofits?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 16:38:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Faktoren fördern und welche bremsen die Nutzung sozialer Medien durch gemeinnützige Organisationen? Eine Studie aus den USA von Nah/Saxton, die im März 2013 in New Media &#38; Society (Heft 2, 294-313) veröffentlicht wurde, untersucht anhand der 100 größten amerikanischen Nonprofits, welche Organisations- und Umweltfaktoren dazu führen, dass gemeinnützige Akteure soziale Medien nutzen. Der Begriff [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Faktoren fördern und welche bremsen die Nutzung sozialer Medien durch gemeinnützige Organisationen?</p>
<p>Eine Studie aus den USA von <a href="http://nms.sagepub.com/content/15/2/294.abstract">Nah/Saxton, die im März 2013 in New Media &amp; Society (Heft 2, 294-313)</a> veröffentlicht wurde, untersucht anhand der 100 größten amerikanischen Nonprofits, welche Organisations- und Umweltfaktoren dazu führen, dass gemeinnützige Akteure soziale Medien nutzen.</p>
<p>Der Begriff &#8220;Nutzung&#8221; wird operationalisiert in &#8220;Präsenz in den sozialen Medien&#8221;, &#8220;Häufigkeit von Updates&#8221; und &#8220;Dialogorientierung&#8221;. Letztere wurde durch die qualitative Untersuchung von über 2400 Tweets und über 1000 Status Updates auf Facebook untersucht. Twitter und Facebook bilden die zwei Social Media-Plattformen, auf denen die Studie basiert. Der Untersuchszeitraum war in 2009.</p>
<p>Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen (siehe Nah/Saxton 2013, 306f):</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen, die sich über Gebühren und Entgelte finanzieren, sind eher in den sozialen Medien aktiv. Ebenso wie jene Nonprofits, die von Spendern abhängig sind. Organisationen, die sich über staatliche Förderung finanzieren, sind in den sozialen Medien weniger aktiv. Auch Organisationen mit hohen Fundraising- und Lobbying-Ausgaben nutzen soziale Medien seltener und weniger dialogorientiert. In beiden Fällen stehen die hohen Ausgaben für offline-Aktivitäten, aber nicht für Online-Engagement.</p>
<p>Effiziente Organisationssteuerung und Social Media- Nutzung stehen in einem engem Zusammenhang. Ebenso spielt die Existenz einer Organisations-Webseite mit hoher Reichweite eine ganz wichtige Rolle: Nonprofits, die über eine solche Webseite verfügen, besitzen die Kompetenzen und Ressourcen, um auch den Schritt in die sozialen Medien zu unternehmen.</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen, die auf Mitgliedschaft basieren und auf demokratischen Strukturen aufbauen, sind eher weniger im Social Web aktiv: die bestehenden Mitsprachemöglichkeiten für die eigenen Mitglieder machen eine Präsenz in den sozialen Medien und deren dialogorientierte Nutzung weniger wahrscheinlich.</p>
<p>Diesen letzten Aspekt finde ich sehr interessant. Zusammen mit der empirisch belegten Bedeutung einer Organisations-Webseite mit hoher Reichweite kann so die Social Media-Abstinenz vieler Vereine und Sozialverbände auf lokaler Ebene erkärt werden.</p>
<p>Da häufig Stadtteileinrichtungen von Verbänden oder Stadtteil-Gruppen über keine selbstverwaltete Webpräsenz verfügen &#8211; die Organisationswebseite wird vom (über)örtlichen Träger zentral gepflegt &#8211; fehlen in den Stadtteilen häufig die Kompetenzen, Mittel und Erfahrungen, die es für ein Engagement in den sozialen Medien braucht. So ist der Aufbau von sozialem Kapital über das Internet im Quartier für die dortigen Organisationen nicht möglich.</p>
<p>Ebenso wirkt sich die Konzentration auf interne Beteiligungsstrukturen wie Mitgliederversammlungen und Fachgruppen negativ auf eine Social Media-Präsenz aus und auf die Dialogbereitschaft gegenüber der gesamten Öffentlichkeit.</p>
<p>Umgekehrt bedeuten diese Ergebnisse, dass Vereine und Verbände lokal und stadtteilbezogen mehr in die Internetkompetenzen der Akteure investieren müssen. Und dass ihr binnenorientierter Blick sich zur Gesellschaft hin weiten muss, wenn eine Social Media-Präsenz angestrebt wird.</p>
<p>Die Studie zeigt am Schluss auch auf, dass es problematisch ist, von &#8220;den&#8221; sozialen Medien generell zu sprechen. Obwohl bspw. ein positiver Zusammenhang zwischen Spenderabhängigkeit und Social Media-Nutzung existiert, korreliert hier nur Facebook positiv, aber nicht Twitter (Nah/Saxton 2013, 304, 306), was bedeutet, dass die einzelnen Tools und die Organisationsmerkmale in ganz unterschiedlichem Zusammenhang stehen.</p>
<p>Wichtig ist, die Beschränkungen der dennoch hochinteressanten Studie nicht aus den Augen zu verlieren: untersucht wurden lediglich die größten Nonprofit-Organisationen, nicht aber kleinere und mittlere.</p>
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		<title>Was wissen wir über den Dritten Sektor in unserem Land?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:28:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[open data]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste mit einem Anteil öffentlicher Mittel in Höhe von 66% (siehe<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490"> Zimmer/Priller 2004, 61</a>).</p>
<p>Seit dieser letzten Erhebung von 1995 sind mehr als fünfzehn Jahre vergangen. Obwohl Nonprofit-Organisationen eine so wichtige Rolle in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft spielen, wissen wir zu wenig über ihre Anzahl und ihre Größe, über ihre Einnahmen und Ausgaben, über ihre Leistungen und ihren demokratischen Mehrwert. Staatliche und private Förder- oder Kürzungsentscheidungen basieren folglich auf sehr unvollständigen Informationen über den Dritten Sektor. Aber auch die gemeinnützigen Organisationen selbst verfügen so über zu wenig Datenmaterial für Vergleiche untereinander, für ihre Planungen und für Forderungen an die Politik.</p>
<p>Das Projekt<a href="http://www.zivilgesellschaft-in-zahlen.de/"> &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;</a>, getragen u.a. vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, will diese eklatanten Datenlücken nach und nach schließen und ein &#8220;Informationssystem Zivilgesellschaft&#8221; aufbauen, das fortlaufend aktualisiert wird und in seiner Methodik auf UN-Vorgaben basiert, um die gesammelten Dritte Sektor-Daten international vergleichbar zu machen.</p>
<p>Veröffentlicht wurde nun im Rahmen des Projekts der Bericht <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">&#8220;Daten zur Zivilgesellschaft&#8221;</a> mit einer <strong>&#8220;Datenlandkarte&#8221;</strong> für den Dritten Sektor in Deutschland, die für <strong>elf </strong> <strong>Nonprofit-Bereiche</strong> die Datenlage aufzeigt. Hier (aus Platzgründen) nur ein Ausschnitt aus der Tabelle:</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-505" title="Datenlandkarte" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3.jpg" alt="Datenlandkarte" width="498" height="393" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3.jpg 498w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3-300x236.jpg 300w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></p>
<p><a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">Quelle: Norman Spengler/Jana Priemer: Daten zur Zivilgesellschaft. Eine Bestandsaufnahme, Edition Stifterverband 2011, Seite 15</a></p>
<p>Die <strong>grünen </strong>Felder bedeuten: es existieren Teildaten (valide, frei verfügbar und regelmässig aktualisiert). Die <strong>gelben </strong>und <strong>orangenen </strong>Felder stehen für vorhandene Daten für die Gesamtgruppe oder für Teilbereiche der Gruppe, die aber zum Teil nicht auf die Ebene der NPOs heruntergebrochen werden, zum Teil methodisch suboptimal und zum Teil auch nicht frei verfügbar sind. Und die <strong>roten </strong>Felder bedeuten, dass es bezüglich dieser Variablen keine Daten gibt.</p>
<p>Die ersichtlich mangelhafte Informationslage führt zu großen gesellschaftlichen Wissenslücken. &#8220;Für den Bereich Bildung und Forschung beispielsweise stehen allein 16 Datenquellen zur Verfügung. Trotzdem kann dieser Bereich noch nicht einmal genau quantifiziert werden. Weder die genaue Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft noch die sonstiger Bildungseinrichtungen, die dem Dritten Sektor angehören, sind derzeit bekannt&#8221;<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf"> (Spengler/Priemer 2011, 14)</a>. Im Umweltbereich gibt es noch größere Datenlücken im Hinblick auf die grundlegensten Fragen. So weiß derzeit niemand, wie hoch z.B. die Mitgliederzahlen in deutschen Natur- und Umweltschutzorganisationen sind (ebd., 14). Im Kulturbereich fehlen u.a. Daten über die Finanzierung der gemeinnützigen Einrichtungen, &#8211; angesichts kommunaler Sparbeschlüsse wären mehr Informationen hierzu politisch sinnvoll. In den Sozialen Diensten verfügen die großen Wohlfahrtsverbände über Zahlenmaterial, das aber bezüglich Ausmaß und Verfügbarkeit stark variiert (ebd., 38). Im Bereich Internationales lautet das Fazit der Autoren: &#8220;Umfassende und valide Statistiken zu den internationalen Aktivitäten deutscher Nonprofit-Organisationen gibt es nicht&#8221; <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">(Spengler/Priemer 2011, 31)</a>.</p>
<p>Aus dem Datendilemma herausführen kann auch mehr Transparenz und Kooperationsbereitschaft auf Seiten der Verbände des Dritten Sektors, wenn es darum geht, die Arbeit der eigenen Organisation durchsichtiger zu machen.</p>
<p>Der britische Dachverband der Freiwilligen-Organisationen NCVO macht mit dem Aufruf <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/networking-discussions/blogs/116/10/10/26/setting-ncvos-data-free">&#8220;Setting NCVO&#8217;s data free&#8221;</a> und dem <a href="http://data.ncvo-vol.org.uk/">Voluntary Sector Datastore</a> vor, wohin die Reise geht, nämlich hin zu mehr Transparenz, der sich auch die hiesigen Dritte Sektor-Verbände nicht verschließen können. Allerdings ist der Weg dorthin steinig. David Kane vom britischen NCVO listet in <a href="http://www.slideshare.net/NCVO/open-data-and-the-voluntary-sector">einer Präsentation</a> die Stolpersteine von <em>open data</em> für Nonprofits auf: fehlende verbandliche Ressourcen und Kompetenzen für das Datenthema, mögliche Wettbewerbs- und Rufschäden durch Datenveröffentlichungen, staatliche Zwangsregelungen für open data. Je weniger die gemeinnützigen Träger das Thema &#8220;mehr Datentransparenz&#8221; aussitzen, je konstruktiver sie sich in die Debatte einbringen, umso eher können sie diese auch beeinflussen.</p>
<p>Gestaltungsspielraum gibt es für Nonprofits wohl auch noch im Projekt &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;. Hier wird, wie oben erwähnt, dem Datenthema die UN-Systematik zugrunde gelegt, die der Logik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung folgt. Drei Variablen-Blöcke dominieren: monetäre, strukturelle und Leistungs- und Ertragsvariablen, &#8211; also die quantitative, output-orientierte Perspektive. Welchen outcome Nonprofits haben, bleibt dadurch unbeantwortet. In der <em>Langfassung </em>des oben genannten Berichts seitens der Wissenschaftler ist aber zu lesen: &#8221; Bislang finden sich im UN HANDBOOK wie auch in der Literatur keine umfangreichen Konzepte der Leistungsmessung (&#8230;). Die hier getätigten Aussagen und Konzepte können als vorläufiger Grundstock verstanden werden, der in späteren Phasen des Berichtssystems durch zusätzliche Indikatoren angereichert werden soll. An dieser Schnittstelle würden Konzepte der sozialen Wirkungsmessung von Nonprofit-Organisationen ansetzen.&#8221; (<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/landkarte_langfassung.pdf">Spengler/Hubrich/Tamm u.a. 2011: Landkarte zur Datenlage Dritter Sektor/Zivilgesellschaft, 21</a>).</p>
<p>Die öffentliche Einmischung in das Projekt lohnt sich also. Die Entscheidung darüber, welche Daten zusätzlich zum vorhandenen Grundstock noch erhebenswert sind, sollte nicht allein von wissenschaftlicher Seite gefällt werden. Hier sind &#8211; über die involvierten Stiftungen hinaus &#8211; auch die Ideen anderer Teile des Dritten Sektors und von Bürgern gefragt.</p>
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