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	<title>Netzwerke &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Vom Internet zum &#8220;Alternet&#8221; &#8211; Entwicklungen jenseits der großen Plattformen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 May 2017 10:11:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Genossenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kann man als Bürger/in, als zivilgesellschaftliche Gruppe, als gemeinnützige Organisation und Wohlfahrtsverband den Algorithmen proprietärer Plattformen entkommen? Diese Frage stellt Caritas digital im Rahmen der 30. Nonprofit-Blogparade zum Thema &#8220;Nonprofits im Social Web: Wen erreichen wir noch und zu welchem Preis?&#8221;. Algorithmen bestimmen in einem komplexen Zusammenspiel mit ihrem technischen und sozialen Umfeld unsere [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann man als Bürger/in, als zivilgesellschaftliche Gruppe, als gemeinnützige Organisation und Wohlfahrtsverband den Algorithmen proprietärer Plattformen entkommen? Diese Frage stellt <a href="http://www.caritas-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Caritas digital</a> im Rahmen der 30. <a href="https://npoblogparade.wordpress.com/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nonprofit-Blogparade</a> zum Thema <a href="http://www.caritas-digital.de/blogparade/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Nonprofits im Social Web: Wen erreichen wir noch und zu welchem Preis?&#8221;</a>.</p>
<p>Algorithmen bestimmen in einem komplexen Zusammenspiel mit ihrem technischen und sozialen Umfeld unsere Suchergebnisse bei Google, unseren Facebook Newsfeed und die Vorschläge, wem wir auf Twitter folgen sollten. Michelle Willson zeigt in ihrem Aufsatz <a href="http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/1369118X.2016.1200645" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Algorithms (and the) everyday&#8221;</a> (2017, in: Information, Communication &amp; Society) auf, wie Nutzer immer mehr Praktiken des Alltags an intransparente Algorithmen delegieren, die folglich immer mehr Einfluss auf unser Leben, unsere Wahrnehmung und unser soziales und politisches Umfeld erhalten. Auch Nonprofits sind in dieser Filterblase, die Algorithmen produzieren, gefangen und haben Schwierigkeiten, auf den kommerziellen Plattformen mit ihren Inhalten durchzudringen. Speziell  vor Facebook &#8220;ist jeder gleich&#8221;, wie Martin Herceg in seinem <a href="http://www.caritas-digital.de/nonprofitsfacebook/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogbeitrag </a>schreibt, und wenn Gemeinnützige mit ihren Inhalten über ihre Filterblase hinaus wollen, müssen sie dafür bezahlen.</p>
<p>Social Media-Manager von Nonprofit-Organisationen stehen Herceg zufolge täglich vor einem Dilemma: einerseits ist man dem Gemeinwohl bzw. christlichen Grundsätzen verpflichtet, andererseits unterstützt man Plattformen  inhaltlich und finanziell, die keine Steuern zahlen, Filterblasen produzieren, Nutzer entmachten, Daten abgreifen, das Netz zentralisieren und monopolisieren und einen digitalen Kapitalismus vorantreiben. Gibt es Alternativen zu dieser Dominanz kommerzieller Plattformen bzw. der &#8220;platform society&#8221; (van Dijck)?</p>
<p>Die Forscherin van Dijck rät, realistisch zu bleiben: &#8220;You can&#8217;t stop the growth of platforms&#8221; (in : <a href="https://www.hiig.de/encore/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">encore </a>2016, S. 95). Aber sie sieht die Notwendigkeit, dass Bürger auf die <em>demokratische Steuerung von Plattformen</em> drängen. Und hier kommt die Rolle von Nonprofits und der großen Wohlfahrtsverbände ins Spiel. Auch letztere haben sich wie viele andere in den vergangenen Jahren hauptsächlich nur als Nutzer der großen Plattformen und nicht als aktiver Mitgestalter von Netzstrukturen gesehen. Netzpolitische Aktivitäten und online-Projekte abseits des Mainstreams waren nicht wirklich sichtbar. Ein großer Fehler, &#8211; meines Erachtens sogar ein Politikversagen der großen Wohlfahrtsverbände, die sich eben immer mehr auf ihre Rolle als soziale Dienstleister und als Marketeers in eigener Sache zurückziehen.  Hier sollte ein Umdenken in den Verbänden einsetzen, um ihrer demokratischen Verantwortung in einer digitalen Gesellschaft gerecht zu werden.</p>
<p>Dazu gehört auch, dass man alternative digitale Projekte abseits des Mainstreams stärker unterstützt, man Kooperationen sucht und lokale Gruppen gründet, die die Möglichkeiten alternativer Vernetzung, Tools und Plattform-Modelle im Sinne eines &#8220;Alternets&#8221;  ausloten. Dies könnte gerade auf der lokalen Ebene ein interessantes Format sein, weil es die Beteiligung am und das gemeinsame Lernen im digitalen Raum fördert, &#8211; Bereiche, in denen Nonprofits noch Nachholbedarf haben, wie <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/04/29/warum-onliner-in-nonprofits-nicht-fur-das-marketing-zustandig-sind-und-was-sie-eigentlich-tun-sollten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hannes Jähnert </a>und <a href="https://ideequadrat.org/9-thesen-fuer-organisationale-digitalkompetenz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hendrik Epe</a> in ihren Beiträgen zur NPO-Blogparade herausarbeiten.</p>
<p>An welche Entwicklungen und Bewegungen könnten die Verbände hier andocken?</p>
<p>An <strong>genossenschaftlich verfasste Plattformen</strong>, bei denen die Webseite / die App den Mitarbeitern und Nutzern gehört und für die eine demokratische Steuerung (one man &#8211; one vote) das Ideal ist. Was unter einer <strong>&#8220;platform co-op&#8221;</strong> verstanden wird, ist in einem <a href="http://www.shareable.net/blog/a-shareable-explainer-what-is-a-platform-co-op" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel auf Shareable</a> gut erklärt, hier finden Interessierte auch weitere Literatur-Links und Beispiele wie <a href="https://www.fairmondo.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fairmondo</a> (ein genossenschaftlich betriebener Online-Marktplatz), <a href="https://resonate.is/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">resonate</a> (genossenschaftlicher Musik-Streamingdienst) und  <a href="https://www.stocksy.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stocksy </a>(eine Foto-Plattform, die in der Hand der Künstler ist). Es gibt eine Bewegung, die in genossenschaftlich verfassten Plattformen, die sich untereinander vernetzen, die Zukunft des Internets sieht (<a href="http://platformcoop.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8220;platform cooperativism&#8221;</strong></a>) und auf diese Weise auch dem traditionellen genossenschaftlichen Gedanken den Weg ins digitale Zeitalter weisen will (&#8220;Geno 2.0&#8221;). Meines Erachtens liegt in diesem Genossenschaftsgedanken, der auf digitale Dienste bezogen ist, ein riesiges Potenzial für Nonprofits, die sich überlegen sollten, welche lokalen Angebote man in diese innovative Form bringen könnte.</p>
<p>Auf <strong>lokaler</strong> Ebene, wo sich die Kommunikation häufig im Rahmen von Nachbarschaften, kleinen Gruppen und unterschiedlichen öffentlichen Räumen bewegt, können kleine selbstgemachte und kabellose <a href="http://diynetworking.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8220;DIY-Netzwerke&#8221;</strong></a> abseits des Internets bzw. &#8220;off-the-cloud&#8221; eine Chance bieten, jenseits der kommerziellen Plattformen zu interagieren, auf der Basis von Tools, die in einem gemeinsamen Lernprozess zusammen erstellt wurden. Durch die Verbindung dieser &#8220;off-the-cloud&#8221; Netzwerke untereinander entstehen alternative Netze. Panayotis Antoniadis von <a href="http://nethood.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nethood.org </a>zeigt die Potenziale von DIY-Netzwerken in einem  <a href="http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/7123" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufsatz</a> , in:  First Monday vom 05.12.2016, auf &#8211; das <a href="http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/issue/view/493/showToc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ganze Heft </a>kreist um das Thema &#8220;Re-Dezentralisierung des Internets&#8221;. Auch &#8220;vermaschte Netzwerke&#8221; mit vielen untereinander vernetzten Knoten, wie sie <a href="https://freifunk.net/worum-geht-es/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freifunk.net</a> lokal aufbaut, sind hier ein Thema, wobei es sowohl bei DIY-Netzwerken als Einzelprojekte als auch bei <em>mesh networks</em> offene Sicherheitsfragen gibt, auf die Haralanova/Light (2016) in einem <a href="http://peerproduction.net/issues/issue-9-alternative-internets/peer-reviewed-papers/enmeshed-lives/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufsatz </a>für das Journal of Peer Production hinweisen.</p>
<p>Weil technisch versierte Communities durch ihr Expertenwissen nach außen hin eher geschlossen wirken, braucht es dringend Mittler, die zwischen diesen Communities und nicht-technischen Nonprofits Verbindungen schaffen können, damit beide Seiten miteinander ins Gespräch kommen und sich örtlich Kooperationen ergeben können.</p>
<p>Man muss realistisch bleiben, was die kommerziellen Plattformen angeht, &#8211; das fordert die oben zitierte Wissenschaftlerin van Dijck. Und sich dennoch für demokratischere Plattform-Modelle politisch und praktisch stark machen. Hier könnten die Wohlfahrtsverbände noch eine größere Rolle spielen. Immerhin machen schon zwei hiesige Gewerkschaften (ver.di, IG-Metall) beim internationalen Konsortium mit, das Plattform-Genossenschaften vorantreiben möchte (<a href="http://platformcoop.net/about/consortium" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platform Cooperativism Consortium</a>).</p>
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		<title>Netzwerke &#8211; Stärken und Schwächen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2016 10:47:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerengagement]]></category>
		<category><![CDATA[Förderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf lokaler Ebene bilden sich immer häufiger Netzwerke. Der Grund dafür sind knappe Budgets im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich, komplexe Probleme, die De-Institutionalisierung sozialer Hilfen und eine zunehmende Sozialraumorientierung. Organisationen und Bürger schließen sich deshalb in immer mehr Fachbereichen zu Netzwerken zusammen. Auch das Bürgerengagement selbst findet zunehmend in Form von Netzwerken statt, ein gutes [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf lokaler Ebene bilden sich immer häufiger Netzwerke. Der Grund dafür sind knappe Budgets im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich, komplexe Probleme, die De-Institutionalisierung sozialer Hilfen und eine zunehmende Sozialraumorientierung. Organisationen und Bürger schließen sich deshalb in immer mehr Fachbereichen zu Netzwerken zusammen. Auch das Bürgerengagement selbst findet zunehmend in Form von Netzwerken statt, ein gutes Beispiel sind hier die  <a href="http://www.stuttgart.de/wir-fuer-fluechtlinge#headline5721e913059ff">Flüchtlingsfreundeskreise Stuttgart</a>. Bürgerinnen und Bürger bilden auch über das Internet Aktions- und Hilfsnetzwerke, siehe die <a href="https://www.facebook.com/refugees.welcome.to.stuttgart">&#8220;refugees welcome&#8221;</a>-Initiativen.</p>
<p>Netzwerke sind durch Freiwilligkeit und Kooperation gekennzeichnet. Die Bildung eines Netzwerks macht dann Sinn, wenn Ziele nicht alleine, sondern nur in Kooperation mit anderen umgesetzt werden können. Gerade im bürgerschaftlichen Bereich sind Netzwerke häufig nur gering formalisiert, d.h. es gibt hier keinen festen institutionellen Rahmen, keine offiziellen prozeduralen Regeln, keine hauptamtliche Steuerung, kein ausgearbeitetes Leitbild. &#8211; vielleicht nur einen informellen Code of Conduct. Welches sind die Stärken und Schwächen von Netzwerken?</p>
<p><em>Die Stärken von Netzwerken</em></p>
<ul>
<li>sie bieten den Teilnehmern durch das Poolen und Teilen von Ressourcen (wie: Wissen, Kompetenzen, Räume, Kontakte, Gelder, Mitarbeiter usw.) neue Handlungschancen, um komplexe Probleme zu bewältigen</li>
<li>sie sparen durch Wissens- und Erfahrungsaustausch Entwicklungs- und Umsetzungskosten ein</li>
<li>sie bieten wegen der geringen Formalisierung Flexibilität und kurze Reaktionszeiten</li>
<li>sie ermöglichen einen Umgang auf Augenhöhe</li>
<li>sie fördern konsensuale Entscheidungen unter den Teilnehmern</li>
<li>sie fördern den inhaltlichen  Austausch über  Fach-, Sektoren- und Raumgrenzen hinweg</li>
<li>sie schaffen die Basis für gemeinsames Lernen durch horizontalen Wissenstransfer und damit gute Voraussetzungen für Innovation</li>
<li>Bürger und Organisationen, aber auch Themen, werden durch Netzwerke sichtbarer</li>
<li>Netzwerke können die Reputation ihrer Teilnehmer stärken</li>
</ul>
<p>Die Auflistung ist sicher nicht vollständig, &#8211; je weiter man in die Netzwerkpraxis vordringt, desto mehr Netzwerk-Stärken werden sichtbar. Aber es gibt aufgrund der geringen Formalisierung auch Netzwerk-Schwächen und kritische Fragen nach ihrer Verbindlichkeit, Nachhaltigkeit und demokratischen Legitimation nach außen und innen.</p>
<p><em>Die Schwächen von Netzwerken</em></p>
<ul>
<li>Verbindlichkeit &#8211; wie ernst kann man Netzwerk-Zusagen nehmen?</li>
<li>Nachhaltigkeit &#8211; wie lange wird das Netzwerk leben?</li>
<li>Demokratie im Innern &#8211; wie werden im Netzwerk Entscheidungen gefällt?</li>
<li>Repräsentation nach außen &#8211; wie demokratisch legitimiert ist die Vertretung nach außen?</li>
<li>Legitimität des Netzwerks als Ganzes &#8211; wer ermächtigt das Netzwerk, für ein Politikfeld zu sprechen?</li>
<li>Haftung &#8211; wer haftet für Entscheidungen des Netzwerks?</li>
<li>Transparenz &#8211; wie werden Mittel verwaltet?</li>
<li>Zielverschiebungen &#8211; wenn offizielle Leitbilder fehlen, wie kann dann eine Entwicklung in unzivile Richtungen verhindert werden?</li>
</ul>
<p>Trotz ihrer Schwächen sind Netzwerke lokal auf dem Vormarsch. Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger &#8211; mich eingeschlossen &#8211; schätzen sie wegen ihrer Flexibilität und weil sie das  unkomplizierte, effektive Arbeiten über Organisations- und Fachgrenzen hinweg ermöglichen.</p>
<p>Für öffentliche Förderinstitutionen und private Stiftungen stellt sich die Frage, wie mit Bürgernetzwerken umzugehen ist, die quer zu Bürokratie und Vergaberecht liegen.  Häufig können bürgerschaftliche Engagement-Netzwerke sich nicht um öffentliche Fördermittel bewerben, sondern nur Organisationen, die als gemeinnützig eingetragen sind, zum Teil auch nur Organisationen aus dem wohlfahrtsverbandlichen Bereich. Um dem Bürgerengagement in Netzwerkform Rechnung zu tragen, sollten inhaltliche Förder-Leitlinien ausgearbeitet werden, die Netzwerke in ihren Stärken stabilisieren und ihren Schwächen begegnen. Wie weit sind die öffentliche Hand und Stiftungen hier schon mit der Entwicklung zukunftsweisender Konzepte? Über Literatur und Hinweise freue ich mich.</p>
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			</item>
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		<title>Inklusion durch Innovation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2016 12:02:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite openTransfer CAMP Inklusion statt. Im Vorfeld laden die Macher von openTransfer in Kooperation mit der Aktion Mensch zu einer NPO-Blogparade ein über die Frage &#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen. Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite <a href="http://www.opentransfer.de/event/otc16-inklusion/">openTransfer CAMP Inklusion</a> statt. Im Vorfeld laden die Macher von <a href="http://www.opentransfer.de/#home">openTransfer</a> in Kooperation mit der <a href="https://www.aktion-mensch.de/">Aktion Mensch</a> zu einer <a href="https://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> ein über die Frage <a href="http://www.opentransfer.de/7273/npo-blogparade-wie-kommt-barrierefreiheit-im-netz-voran/">&#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;</a>. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen.</em></p>
<p>Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung &#8211; in das örtliche Gemeinwesen kann durch innovative Praktiken vor Ort gefördert werden. Zu diesen Praktiken zählen:</p>
<ul>
<li>der Aufbau von Netzwerken</li>
<li>der Wissenstransfer</li>
<li>die Förderung von Bürger-Ideen und Bürger-Projekten</li>
<li>das Bürgerengagement von Menschen mit und ohne Behinderung</li>
<li>die Nutzung des Internets</li>
</ul>
<p>Die Bedenken mancher Kommune,  angesichts knapper Budgets und überlasteter Mitarbeiter/innen nur wenig Handlungsspielräume für die Realisierung eines inklusiven Gemeinwesens zu haben, sind viel zu pessimistisch. Geld ist nicht alles &#8211; wichtig sind auch neue Praktiken, die die vorhandenen Ressourcen besser nutzen und Menschen im Gemeinwesen über Fach-, Sektoren- und Quartiersgrenzen hinweg zusammenführen.</p>
<p>In vielen Gemeinden gibt es schon Arbeitsgruppen oder Beiräte, die sich mit dem Thema &#8220;Inklusion&#8221; befassen. Allerdings sind diese in der Regel nicht trisektoral (Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft),  &#8211; oft bleiben Bürger und die Stadt unter sich. Wenn ein Gemeinwesen aber inklusiver werden soll, dann müssen alle Bereiche einer Stadtgesellschaft an einen Tisch, &#8211; man kann es sich nicht leisten, einen Sektor außen vor zu lassen und damit auf Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten zu verzichten.</p>
<p>Wer sich vor Ort mit inklusiven Maßnahmen auf den Weg macht, sollte offensiv darüber berichten und das Thema auf der Gemeinde- und Vereinswebseite bzw. in den örtlichen Publikationen nicht aussparen oder am Rand abhandeln. Nur wer regelmäßig über die örtlichen Inklusions-Schritte  und über Begegnungs- und Mitmachmöglichkeiten berichtet, kann damit rechnen, dass das Thema im Bewusstsein des Gemeinwesens ankommt und Mitstreiter für gemeinsame Aktivitäten gefunden werden.</p>
<p>Das Internet spielt eine wichtige Rolle, um Wissen zwischen Sektoren und über Gemeindegrenzen hinweg zu teilen und Wissensspeicher anzulegen, auf die alle zugreifen können, die Tipps brauchen, wie inklusive Strukturen aufgebaut werden können.  Auch Bürger-Ideen und freiwillig Engagierte können online gesucht werden. Dafür sollte man Freiwilligendatenbanken nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich barrierefrei machen. D.h. in den Datenbanken müssen sich auch Informationen dazu finden lassen, ob Orte des Engagements barrierefrei sind und welche der ehrenamtlichen  Tätigkeiten  sich bspw. für Menschen mit Lernbehinderung eignen.  Auch die Möglichkeiten des Online-Volunteering sollten stärker ausgebaut werden. Das digitale Ehrenamt bietet gerade Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, viele interessante Möglichkeiten, siehe hierzu den <a href="http://www.opentransfer.de/7324/npo-blogparade-digitales-engagement-perspektivwechsel-online/">Beitrag </a>von Henning Baden für die aktuelle NPO-Blogparade.</p>
<p>Bürger sollten ermuntert werden, eigene Ideen, die die Inklusion voranbringen, umzusetzen. Sie sollten dafür eine Infrastruktur zur Engagement-Förderung nutzen können, die bedarfsorientiert berät und unterstützt. In diese Beratung sind örtliche Experten aus allen Bereichen als Mentoren für Bürgerengagement einzubeziehen, &#8211; erfahrene Engagierte, Vereinsvorstände, Kirchengemeinde-Vertreter, örtliche Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Vertreter von Kommune und Wirtschaft. Professionelle Sozialeinrichtungen sind ebenfalls gefordert, sich über ihre unmittelbare Aufgabe hinaus als örtliche Berater für ein inklusives Gemeinwesen anzubieten.</p>
<p>Innovative Praktiken sind der Schlüssel für vieles auf lokaler Ebene, so auch für Inklusionsprozesse. Sie setzten vor Ort den Willen zur Kooperation und zum Lernen voraus.</p>
<p>Gerade Verbände und Initiativen von Behinderten sollten sich lokal ofensiv mit ihrem Umfeld vernetzen, um in Form einer lokalen Allianz das Thema Inklusion voranzutreiben.  An dieser Vernetzung untereinander und mit dem Gemeinwesen mangelt es noch häufig auf örtlicher Ebene.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Literatur für Netzwerk-Knüpfer im Nonprofit-Sektor</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/literatur-fuer-netzwerk-knuepfer-im-nonprofit-sektor/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2015 09:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie funktionieren Netzwerke aus Organisationen? Wie bilden sie sich und wie wachsen sie, welchen Mehrwert besitzen diese Netzwerke, wie kann man sie steuern und wie evaluieren? Da im Sozialsektor durch die De-Institutionalisierung bzw. durch die Vorgabe &#8220;ambulant vor stationär&#8221; und die Dezentralisierung von Angeboten der Bedarf nach Koordination unter den Diensten wächst, braucht die Praxis [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie funktionieren Netzwerke aus Organisationen? Wie bilden sie sich und wie wachsen sie, welchen Mehrwert besitzen diese Netzwerke, wie kann man sie steuern und wie evaluieren? Da im Sozialsektor durch die De-Institutionalisierung bzw. durch die Vorgabe &#8220;ambulant vor stationär&#8221; und die Dezentralisierung von Angeboten der Bedarf nach Koordination unter den Diensten wächst, braucht die Praxis Wissen über Netzwerke als mögliche Steuerungsform.</p>
<p>Wer also Fragen im Hinblick auf interorganisationale Netzwerke hat, findet Antworten in den beiden folgenden Publikationen mit dem Anspruch, Wissen für Praktiker im Nonprofit-Sektor zu bieten:</p>
<p><em>Popp, J./MacKean, G./Casebeer, A./Milward, H.B./Lindstrom, R. (2013): Inter-organizational networks: A critical review of the literature to inform practice <a href="http://sls.royalroads.ca/sites/default/files/files/interorganizational_networks_a_critical_review_of_the_literature_to_inform_practice.pdf">(online verfügbar)</a></em></p>
<p>Die Autoren haben 265 englischsprachige Aufsätze, die zwischen 2002 und 2012 zum Thema publiziert wurden, durchgesehen und davon 142 Arbeiten &#8211; auch graue Literatur, die nicht im Buchhandel zu finden ist &#8211; in ihren kritischen Literaturüberblick aufgenommen. Er soll das Wissen für Praktiker zusammentragen, das derzeit über Netzwerke aus Organisationen existiert.</p>
<p>Die Autoren beleuchten das Phänomen interorganisationaler Netzwerke  aus unterschiedlichen Blickwinkeln und bringen jeweils den aktuellen Stand der Forschung ein.  Sie machen deutlich, dass Netzwerke sehr komplexe Strukturen sind, über die noch zu wenig bekannt ist. Obwohl es schon seit 20 Jahren eine rege Netzwerk-Forschung gibt, sind viele Netzwerk-Eigenschaften immer noch unklar und gibt es zu wenig empirische Studien zum Thema. Die Autoren ermuntern deshalb auch die Netzwerk-Praktiker im Sozialbereich, ihr Wissen über Netzwerke zu veröffentlichen und mit anderen zu teilen.</p>
<p><em>Quilling, Eike/Nicolini, Hans J./Graf, Christine/Starke, Dagmar (2013): Praxiswissen Netzwerkarbeit. Gemeinnützige Netzwerke erfolgreich gestalten, Springer VS</em></p>
<p>Auch diese Veröffentlichung richtet sich explizit an Praktiker im Sozial- und Gesundheitsbereich, um diese zum professionellen Netzwerkaufbau und -management zu befähigen. Das Buch fängt an mit der Definition von Netzwerken und einer kurzen Einführung in die inhaltlichen Grundlagen zum Thema . Danach handeln die Autoren die einzelnen Schritte ab, die ein Netzwerk-Gründer im Dritten Sektor gehen sollte, befassen sich mit dem Netzwerkmanagement, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Netzwerkevaluation und der Netzwerk-Finanzierung.</p>
<p>Im Mittelpunkt des Buches stehen Netzwerke, die von der Politik oder vom Gesetzgeber angestoßen wurden und professionell gesteuert werden über eine Steuerungsgruppe oder eine Geschäftsstelle, und weniger Netzwerke, die sich &#8220;bottom-up&#8221; bildeten und sich basisdemokratisch koordinieren.</p>
<p>Beide Publikationen, die englisch- und die deutschsprachige, bieten wertvolles Netzwerk-Wissen für Netzwerk-Knüpfer, wobei das Buch von Quilling u.a. die beste Wahl ist für jene, die konkret vor der Aufgabe stehen, ein Netzwerk aus Organisationen aufzubauen und die handlungsorientiertes Wissen benötigen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Netzwerke im demografischen Wandel &#8211; Auswertung der 27. NPO-Blogparade</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2014 12:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren openTransfer und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit Stefan Zollondz. &#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt Uwe Amrhein von der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren <a href="http://www.opentransfer.de/4594/npo-blogparade-netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen/">openTransfer</a> und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/">Stefan Zollondz</a>.</em></p>
<p>&#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt <a href="http://www.opentransfer.de/4637/npo-blogparade-die-rolle-des-engagements-im-demografischen-wandel/">Uwe Amrhein von der Stiftung Bürgermut</a>. Er lenkt in seinem Beitrag den Blick auf die finanziellen und sozialpolitischen Auswirkungen des demografischen Wandels. Diesen werden wir mit einer Verschiebung des Rentenalters &#8220;zwei Jahre nach oben oder nach unten&#8221; nicht bewältigen können. Was wir ihm zufolge brauchen, ist eine &#8220;neue Vision einer solidarischen und gerechten Gesellschaft&#8221; und einen neuen Begriff von &#8216;Arbeit&#8217;, der nicht nur auf &#8216;Erwerbsarbeit&#8217; fokussiert, sondern die Freiwilligenarbeit und Familienarbeit mit einschließt. Bürgerschaftliches Engagement wird uns bis ins hohe Alter begleiten, &#8211; nicht als Zwang, sondern als Chance für den einzelnen, weil Mitmachen mehr Spaß macht als einsam in der Laube zu sitzen. Sind Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf die Herausforderung, Alte und Hochbetagte als Freiwillige flexibel einzubinden, vorbereitet? Nein, das sind sie nicht, schreibt Amrhein. Zu wenig ausdifferenziert sind die Engagement-Angebote gemeinnütziger Organisationen, zu wenig geschätzt werden auch die Potentiale der Hochbetagten. Starre Altersgrenzen im Ehrenamt diskriminieren laut Amrhein jene, die teilhaben wollen.  Sein Fazit: &#8220;Vereine, Verbände und Initiativen, die sich nicht altersgerecht organisieren, werden untergehen. Sie werden umkippen wie Tümpel ohne Sauerstoffzufuhr.&#8221;</p>
<p>Netzwerke spielen im demografischen Wandel eine große Rolle, weil sie &#8211; als formale oder informelle Netzwerke &#8211; die Struktur bieten für viele gemeinschaftsbezogene Initiativen wie Nachbarschaftshilfen, Tauschringe im Quartier usw.  Ein Beispiel dafür, wie städtische Anonymität aufgebrochen werden kann und neue Nachbarschaften entstehen, zeigt <a href="http://www.opentransfer.de/4632/npo-blogparade-neue-nachbarschaften-braucht-das-land/">Henrik Flor von openTransfer </a>am Beispiel der Fischerinsel in Berlin-Mitte, wo der SeniorenComputerClub Berlin-Mitte mit seinen selbstorganisierten IT-Schulungen die Nachbarschaft vernetzt. Ältere machen hier den Schritt in den digitalen Raum und lernen sich gleichzeitig besser kennen, &#8211; ein Beispiel , das laut Flor Schule machen sollte. &#8220;Man wünscht sich noch viel mehr solcher Clubs in Deutschland&#8221;.</p>
<p>Auf die Potentiale digitaler Netzwerke im demografischen Wandel weist <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/mehr-lebensqualitat-im-alter">Angela Ullrich vom betterplace lab</a> hin. Sie bezieht sich auf das britische Online-Netzwerk <a href="http://www.circlecentral.com/">&#8220;The Circle&#8221;</a> , das  älteren Menschen Hilfen vermittelt, die von Freiwilligen geleistet werden oder von bezahlten Nachbarschaftshelfern. Wer Hilfe leistet, verdient sich einen Gutschein, mit dem er im Netzwerk wieder andere Angebote abrufen kann. In vielen Londoner Bezirken und diversen Kommunen haben sich eigenständige &#8220;Circles&#8221; gebildet, die als Sozialunternehmen geführt werden.  Deren Finanzierung ist aber so prekär, dass vor kurzem der Londoner Circle schließen musste, was Ullrich bedauert:&#8221;Wenn es aber stimmt, dass dieses Netzwerkmodell den Gemeinden am Ende viel Geld einspart, sollte sich doch ein privater Investor finden, der zwischenfinanziert.&#8221; Anzumerken ist noch, dass der erste &#8220;Circle&#8221; im Rahmen eines <a href="http://wearethecityheroes2013.wordpress.com/2013/12/22/article-1-the-southwark-circle/">Co-Design-Prozesses </a>entstand, an dem über 250 alte Menschen mitwirkten.</p>
<p>Wer nach guten Praxisbeispielen zu Netzwerken im demografischen Wandel sucht, wird auf <a href="http://www.demographiekonkret.de/Demographie_konkret.96.0.html">demographiekonkret.de</a> der Bertelsmann-Stiftung fündig. <a href="https://twitter.com/nowanda1">Anke Knopp </a> von der Stiftung schreibt in ihrem (noch unveröffentlichten) Beitrag, dass hier schon 197 Projekte eingestellt wurden, nach denen man thematisch oder landes- bzw. gemeindebezogen suchen kann. Die Stiftung will das Portal noch ausbauen und lädt Initiativen zum Mitmachen ein. Das Portal diene &#8211; wie das <a href="http://opentransfer-camp.mixxt.de/">openTransfer Camp &#8216;Demografie&#8217;</a> der Stiftung Bürgermut, das am 9. Mai in Köln stattfindet &#8211; dem Wissenstransfer. Knopp weist auf eine weitere Ressource der Bertelsmann-Stiftung hin: auf den <a href="http://www.wegweiser-kommune.de/">wegweiser-kommune.de</a>, &#8220;eine Online-Plattform, die für alle Kommunen Deutschlands mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten, Bevölkerungsprognosen und konkrete Handlungskonzepte für die kommunale Praxis beinhaltet (&#8230;) Das Ganze gibt es auch noch visualisiert in Grafiken und Karten&#8221;.</p>
<p>Wie man Netzwerke unter Bürgern und unter Organisationen aufbauen kann, zeige ich in meinen beiden Beiträgen für die NPO-Blogparade. Um <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-burgernetzwerke/">Bürgernetzwerke zu fördern</a>, braucht man Netzwerk-Knüpfer und &#8220;Macher&#8221;, die entsprechend unterstützt werden sollten. Darüber hinaus müssen lokal Räume vorhanden sein, in denen sich Initiativen treffen können. Und professionelle Unterstützung sollte geleistet werden, wo sie gebraucht wird. Die Mitarbeiter des Dritten Sektors sind noch zu wenig auf diese Mentoren-Rolle vorbereitet bzw. darauf, lokale Selbstorganisations- und Vernetzungsprozesse zu unterstützen.  Auch <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-2-organisationsnetzwerke/">Organisationsnetzwerke, </a>die in vielen Kommunen in altersrelevanten Feldern entstehen, brauchen einen Netzwerk-Knüpfer. Durch Interaktion im Alltag wird das Vertrauen zwischen den Akteuren vertieft, die gerade im Sozialsektor sehr stark durch Konkurrenzdenken geprägt sind. &#8220;Das Ziel sollte ein Netzwerk sein mit gleichmäßig dichten Verbindungen bis in die Peripherie&#8221;.  Die Netzwerksteuerung kostet Zeit und Geld. Öffentliche Kostenträger sollten meines Erachtens diesen Aufwand in Leistungsverträgen und Förderprogrammen stärker berücksichtigen.</p>
<p>Einen wichtigen Aspekt bringt der <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/konflikte-im-generationendialog-durch-gemeinsame-werte-loesen/">Artikel von Stefan Zollondz</a> in die Diskussion ein. Viele der Netzwerk-Initiativen im demografischen Wandel sind generationenübergreifend angelegt. Dadurch kommen die Potenziale von Älteren und Jüngeren zusammen und werden die klassischen Grenzen der Jugend- und Altenarbeit aufgebrochen. &#8220;Gleichzeitig bergen generationenübergreifende Projekte aber auch ein permanentes  Konfliktpotential, wenn sich die unterschiedlichen Generationen falsch verstanden fühlen&#8221;. Durch die Kommunikation kommt es zu Missverständnissen. Wertschätzung, durchlässige vertikale Kommunikationsstrukturen und ein Transparentmachen der persönlichen Werte der Beteiligten können Konflikte vermeiden: &#8220;Eine tragfähige Basis entsteht, wenn sich alle am Projekt Beteiligten über ihre gemeinsamen Werte im Hinblick auf die Projektziele bewusst sind und diese unterstützen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Julia Russau </a>thematisiert am Beispiel der Berliner Kiezkassen benachteiligte Netzwerke. Sie zeigt auf, dass Netzwerke unterschiedlich ressourcenstark und durchsetzungsfähig sind. Benachteiligte Gruppen unterliegen meist im öffentlichen Wettbewerb um Fördermittel den durchsetzungsstarken Netzwerken, die so noch zusätzliche Ressourcen hinzugewinnen (&#8220;wer hat, dem wird gegeben&#8221;).  Sie schlägt u.a. vor, benachteiligten Bewohnern bei der Netzwerkbildung zu helfen und die Netzwerke in der Defensive mit Unterstützern zu stärken, die über &#8220;Erfolgs&#8221;Ressourcen verfügen wie Bildung, Geld, Sozialkontakte, Charisma usw. Für den Vergabeprozess der Berliner Kiezkassen liefert sie wertvolle Anregungen, die strukturelle Benachteiligungen reduzieren könnten.</p>
<p><a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2014/04/24/gutes-leben-im-demographischen-wandel/">Hannes Jähnert</a> lenkt den Blick auf ganz Grundsätzliches: bei ihm geht es bei der Gestaltung des demografischen Wandels um die Gestaltung des &#8220;guten Lebens&#8221; (H. Rosa). Letzteres streben wir an, können es aber nicht erreichen aufgrund der maßlosen Beschleunigung unseres Alltags. Gerade  &#8220;unsere heiß geliebten technischen Errungenschaften (bescheren uns) — sozusagen als Nebenwirkung — eine soziale Beschleunigung&#8221;, so dass wir das, was wir wirklich wollen (&#8220;vielleicht Zeit mit den Lieben verbringen oder bloggend über die Welt nachdenken&#8221;), auf eine unbestimmte Zeit verschieben. Für all diejenigen, die viel Zeit brauchen, nämlich Kinder, Alte und Kranke, bleibt laut Jähnert nur noch eine &#8220;liebevolle Verwaltung&#8221; übrig. Mehr ist nicht drin, wo selbst das freiwillige Engagement nach immer mehr Effizienz strebt. Hannes plädiert dafür, den demografischen Wandel zum Anlaß für Entschleunigung zu nehmen, sich dafür auch politisch stark zu machen und entsprechende Netzwerke zu bilden.</p>
<p>Netzwerke sind im Kommen und sie sind notwendig, könnte man als Fazit aus den Beiträgen zur NPO-Blogparade über den demografischen Wandel ziehen. Der Wissenstransfer über gute Projekte, wie sie lokal aufgebaut und umgesetzt wurden, muss weiter gefördert werden. In jeder Gemeinde und über Gemeindegrenzen hinweg sollten die Aktiven sich untereinander austauschen und voneinander lernen. Die wichtigste Frage der kommenden Jahrzehnte wird Jutta Bott zufolge die sein, ob sich ausreichend &#8220;freiwillige Verantwortungsgemeinschaften&#8221; bilden und ob sie gerade dort entstehen, wo lokal der Bedarf am größten ist (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 12</a>). Mit Blick auf Russaus <a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Beitrag über die Ungleichheit von Netzwerken</a> muss man damit rechnen, dass in benachteiligten Regionen auch nur schwache Hilfs-Netzwerke &#8211; oder gar keine &#8211; entstehen. Um dies zu verhindern, müssten lokale Verantwortungsgemeinschaften in strukturschwachen Regionen besonders gefördert und unterstützt werden.</p>
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		<title>Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Teil 1: Bürgernetzwerke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 14:19:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die 27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Diskussionsbeiträge sind willkommen.  Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/27-npo-blogparade-netzwerke-aufbauen-chancen-und-hindernisse/">27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;</a></em>. <em>Diskussionsbeiträge sind willkommen.  </em></p>
<p>Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie diesen informellen Netzwerken Unterstützung leisten kann?</p>
<p>Das Problem ist, dass über den Bereich der selbstorganisierten Initiativen auf örtlicher Ebene in der Regel zu wenig Informationen vorliegen. Entsprechend schwierig ist es,  herauszufinden, welche Unterstützung diese informellen Netzwerke &#8211; reale und virtuelle &#8211; eigentlich brauchen. Viele der vorhandenen Fördermaßnahmen konzentrieren sich deshalb auf die institutionalisierten Akteure, die als gemeinnützig eingetragen sind, und lassen informelle Initiativen und Bewegungen eher außer Acht.</p>
<p>Auch die Dritte-Sektor-Forschung kann kein Licht ins Dunkel bringen, wenn es um die informellen Aktivitäten der Bürgergesellschaft geht. Erhebungen konzentrieren sich auf den institutionalisierten Bereich der Zivilgesellschaft, so dass Kritiker vom &#8220;flat earth-approach&#8221; der Dritte-Sektor-Forschung sprechen (Smith, zit. nach Soteri-Proctor/Alcock 2012, 381). Die Verantwortlichen des jüngsten <a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">ZiviZ-Surveys</a> stellen klar, dass &#8220;eine Organisationserhebung (&#8230;) keine Zivilgesellschaftserhebung sein&#8221; kann (<a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">Krimmer/Priemer, ZiviZ 2013, 13</a>), weil die Zivilgesellschaft aus vielen informellen Formen besteht: aus Bewegungen, selbstorganisierten Initiativen, virtuellen Netzwerken usw. So beschränkte sich auch der ZiviZ-Survey auf die Befragung von eingetragenen Vereinen, Genossenschaften, gemeinnützigen GmbHs und Stiftungen.  Danach gab es in Deutschland im Jahr 2012 616.154 Drittsektor-Organisationen. Die Zahl der bürgerschaftlichen Aktiviäten &#8220;unter dem Radar&#8221; des Dritten Sektors dürfte um ein Vielfaches größer sein.</p>
<p>Die britischen Forscher Soteri-Proctor und Alcock haben sich um ein Micro-Mapping bürgerschaftlicher Initiativen in zwei Gemeinden bemüht. Allein in elf Straßen der beiden Orte konnten sie durch Befragungen, Aushänge, Begehungen von Gebäuden und andere Bemühungen 58 Initiativen ausfindig machen und kartieren, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen, die nicht registriert sind und zum Teil auch keinen Namen und keine Adresse haben. Sie gehen davon aus, dass dieses Ergebnis noch weit höher ausgefallen wäre, hätten sie auch Netzwerke einbezogen, die in der Gemeinde umher wandern oder virtueller Natur sind (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>) (Infos zum britischen Projekt gibt es auch <a href="http://www.birmingham.ac.uk/generic/tsrc/documents/tsrc/working-papers/working-paper-71.pdf">hier</a>).</p>
<p>Welcher Art sind diese informellen Bürgernetzwerke und unter welchen Bedingungen gedeihen sie?</p>
<p>In der britischen Untersuchung konnten sechs Bereiche identifiziert werden, in denen die informellen Netzwerke aktiv sind: Kunst und Musik/multikulturelle Aktivitäten/Nischenthemen/Selbsthilfe und Hilfe auf Gegenseitigkeit/spezielle Glaubens- oder kulturelle Gemeinschaften/Freizeitaktivitäten (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>, 386). Die Netzwerke dienen der Unterstützung derjenigen, die in ihnen aktiv sind. Manche aber geben zum Teil auch Unterstützung an das Gemeinwesen weiter (ebd., 389). Drei Faktoren sind für den Fortbestand der informellen Initiativen wichtig:</p>
<ul>
<li>&#8220;Bricoleurs&#8221;, &#8211; das sind Leute, die in der Lage sind, Ressourcen aufzutreiben und die Ziele der Gruppe effektiv zu verfolgen</li>
<li>Community Hubs, &#8211; das sind öffentliche Räume, in denen unterschiedliche Initiativen Platz finden</li>
<li>Unterstützung durch Mitarbeiter, fest angestellte und ehrenamtliche, die in den Community Hubs arbeiten (ebd., 392f).</li>
</ul>
<p>Speziell im demografischen Wandel wird auf Bürgerengagement, freiwillige Gemeinschaften und Netzwerke gesetzt, um untereinander und füreinander die kleinen Hilfsdienste zu leisten, die es dem einzelnen ermöglichen, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben, sofern er auch noch Zugriff auf professionelle Dienste hat. Viele der Netzwerke starten mit großem Idealismus und enden dann nicht selten, weil Freiwillige abspringen oder der &#8220;Netzwerker&#8221; aufgibt. Das sind die Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt &#8220;Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter&#8221; von Julia M. Bott (2014): &#8220;Die Ergebnisse (&#8230;) bezüglich des Funktionierens von Selbstorganisationsprozessen sind in gewisser Weise ernüchternd. In manchen Orten funktioniert etwas, in anderen genau wiederum nicht. Das heißt, eindeutige &#8216;Erfolgsrezepte&#8217; gibt es nicht. Unrealistisch ist jedoch, dass auf professionelle Steuerung, Moderation und/oder Beratung gänzlich verzichtet werden kann&#8221; (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 58</a>).</p>
<p>Bott hat deshalb Tipps für die lokale Netzwerkarbeit und Selbstorganisation in einem <a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Hand- und Arbeitsbuch des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge</a> veröffentlicht. Fertige Rezepte gibt es hier wirklich nicht, aber nützliche Hinweise wie die folgenden:</p>
<ul>
<li>Netzwerker sind für lokale Selbstorganisationsprozesse wichtig, sie sollten entsprechend gefördert werden (ebd., 58)</li>
<li>wer Bürger für ein Engagement in Netzwerken gewinnen möchte, muss darauf achten, für sie eine Win-win-Situation zu schaffen (ebd., 55)</li>
<li>Die Kooperation von Netzwerken mit und ihre Förderung durch professionelle Einrichtungen ist wichtig (ebd., 38)</li>
</ul>
<p>Professionelle spielen &#8211; wie schon oben erwähnt &#8211; eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung von Vernetzungsprozessen. Es ist wichtig, dass Mitarbeiter ihr Wissen teilen, im Zweifel auch ihre Räume, um für Freiwillige stundenweise einen Büroplatz zu bieten. Ebenso wichtig sind fachliche Beratung, Supervision und inhaltliche Unterstützung der Ehrenamtlichen. Das Ehrenamt braucht das Hauptamt, wenn vor Ort etwas bewegt werden soll, &#8211;  das ist zumindest auch meine persönliche Erfahrung als Freiwillige in lokalen Vernetzungsprozessen.</p>
<p>Sind die gemeinnützigen Träger und die <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-ED2DBCFB-9A7DE5B2/bst/xcms_bst_dms_39388_39389_2.pdf">lokalen Infrastrukturen des Bürgerengagements</a> auf diese Mentoren-Funktion vorbereitet?  Können speziell Freiwilligenagenturen angesichts ihrer &#8220;noch ausstehenden Profilbildung&#8221; und ihrer &#8220;nur allenfalls ansatzweise erkennbaren (Selbst)Professionalisierung&#8221; (<a href="http://www.volunteertolearn.eu/wp-content/uploads/2013/06/Backhaus-Maul-Speck-Freiwilligenagenturen_in_Deutschland.pdf">Backhaus-Maul/Speck 2011, 308</a>) diese Unterstützung von lokalen Selbstorganisations- und Vernetzungsprozessen leisten?</p>
<p>Mein Eindruck ist, dass wir eine ganze Reihe neuer Förder- und Unterstützungsinstrumente brauchen, um bürgerschaftliche (Hilfs)Netzwerke auf örtlicher Ebene aufzubauen, zu pflegen und ihre Nachhaltigkeit zu sichern.</p>
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			</item>
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		<title>27. NPO-Blogparade: Netzwerke aufbauen – Chancen und Hindernisse?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2014 09:17:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Am 9 Mai findet in Köln das openTransfer Camp ‚Demografie‘ statt (#otc14), zu dem zivilgesellschaftliche Initiativen eingeladen sind, die mit guten Projekten den demografischen Wandel gestalten. Und die ihr Wissen an andere Interessierte weitergeben wollen oder nach regionalen Kooperationspartnern suchen. Die NPO-Blogparade greift das Thema des openTransfer Camps auf und startet im Vorfeld [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><i>(Brigitte Reiser) Am 9 Mai findet in Köln das </i><a href="http://opentransfer-camp.mixxt.de/"><i>openTransfer Camp ‚Demografie‘</i></a><i> statt (#otc14), zu dem zivilgesellschaftliche Initiativen eingeladen sind, die mit guten Projekten den demografischen Wandel gestalten. Und die ihr Wissen an andere Interessierte weitergeben wollen oder nach regionalen Kooperationspartnern suchen. Die </i><a href="http://npoblogparade.wordpress.com/"><i>NPO-Blogparade</i></a><i> greift das Thema des openTransfer Camps auf und startet im Vorfeld der Veranstaltung einen Online-Diskurs über „Netzwerke im demografischen Wandel“. Gastgeber der NPO-Blogparade sind zwei Blogs, die auch beim Demografie-Camp zusammenarbeiten: </i><a href="http://www.opentransfer.de/#home"><i>openTransfer</i></a><i> und Nonprofits-vernetzt, unterstützt von unserem Blogger-Kollegen </i><a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/blog/"><i>Stefan Zollondz</i></a><i>. Wir freuen uns auf Eure Beiträge und hoffen auf eine rege Beteiligung der Blogosphäre an der Diskussion.</i></p>
<p>In vielen Städten und Gemeinden entstehen derzeit als Reaktion auf den demografischen Wandel Nachbarschaftshilfen, Tauschbörsen, generationenübergreifende Angebote, gemeinschaftliche Wohnmöglichkeiten und zahllose andere Formen des Mit- und Füreinanders.</p>
<p>Viele dieser Angebote werden bürgerschaftlich initiiert und umgesetzt, viele sind in gemeinnütziger, kirchlicher oder städtischer Trägerschaft. Sie alle zielen darauf ab, dem demografischen Wandel konstruktiv zu begegnen, der Kommunen und öffentliche Budgets schrumpfen lässt und in städtischen Zentren zu einer großen Anzahl Alleinlebender führt, die auf familiäre Unterstützung nicht unbedingt Zugriff haben. Armut, Hilfsbedürftigkeit und Einsamkeit nehmen zu. Gleichzeitig wächst aber auch die Bereitschaft vieler Bürger, gerade auch der Älteren, sich ins Gemeinwesen einzubringen.</p>
<p>Der demografische Wandel macht mehr Vernetzung notwendig, &#8211; zwischen Bürgern, zwischen Bürgern und gemeinnützigen Angeboten und unter den Organisationen selbst. Nur so können in den Gemeinden neue Beziehungen aufgebaut, Ressourcen gepoolt und Hilfen effektiver geleistet werden.</p>
<p>Netzwerke ziehen im demografischen Wandel die Aufmerksamkeit auf sich und sollen bei dieser NPO-Blogparade von allen Seiten beleuchtet werden. Die Frage, die wir zur Diskussion stellen, lautet:</p>
<p><b>„Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen – Chancen und Hindernisse?“</b></p>
<p>Denkbar sind Blog-Beiträge, die thematisieren</p>
<ul>
<li>wie man lokale Netzwerke erfolgreich aufbaut</li>
<li>welche Hindernisse zu überwinden sind</li>
<li>welche Online-Tools sich in lokalen Vernetzungsprozessen bewähren</li>
<li>was örtliche Initiativen von digitalen Aktionsnetzwerken lernen können</li>
<li>welche Chancen, aber auch Probleme, die Netzwerkstrukturen mit sich bringen</li>
<li>wie man Jung und Alt zum Mitmachen motiviert</li>
<li>welche Rolle Netzwerke für den Wissenstransfer spielen</li>
<li>und vieles andere mehr &#8211; wir lassen uns von Euren Ideen und Erfahrungen überraschen.</li>
</ul>
<p><b>Die Blogparade läuft vom 3. bis <del>27. April</del>  02. Mai 2014. Bitte verlinkt Eure Artikel mit diesem Beitrag hier oder mit <a href="http://www.opentransfer.de/4594/npo-blogparade-netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen/">openTransfer</a>.</b> Wer kein eigenes Blog hat, kann seinen Beitrag über die Kommentarfunktion posten oder über die <a href="https://www.xing.com/net/zivilgesellschaft20/npo-blogparade-446897/einladung-zum-online-diskurs-netzwerke-aufbauen-im-demografischen-wandel-46346290/">Xing-Gruppe „Zivilgesellschaft und Internet“</a> (bitte auf Xing in der Artikel-Überschrift kenntlich machen, dass ein Beitrag für die NPO-Blogparade gedacht ist).</p>
<p>Geplant ist wie immer auch ein <b>#npochat</b> auf Twitter über das Blogparaden-Thema. Der Termin steht schon fest: Mittwoch 7. Mai von 11 bis 12 Uhr, &#8211; bitte merkt Euch das Datum vor.</p>
<p>Viele Spaß beim Nachdenken und Schreiben wünschen Euch die Kolleg/innen von openTransfer, Stefan Zollondz und ich.</p>
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		<title>Soziale Dienste im europäischen Binnenmarkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Sep 2013 10:32:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das europäische Wettbewerbsrecht unterscheidet nicht zwischen gemeinnützigen und privat-gewerblichen Anbietern. Es behandelt alle Akteure, die wirtschaftlich aktiv sind, gleich &#8211; unabhängig von ihrer sozialen Motivation oder Rechtsform. Auch soziale Dienste sind deshalb wie alle wirtschaftlichen Akteure einem Subventionsverbot unterworfen. Dieses erlaubt allerdings Ausnahmen. Dienstleistungen können dem Wettbewerb und dem Subventionsverbot entzogen werden, wenn sie &#8220;im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das europäische Wettbewerbsrecht unterscheidet nicht zwischen gemeinnützigen und privat-gewerblichen Anbietern. Es behandelt alle Akteure, die wirtschaftlich aktiv sind, gleich &#8211; unabhängig von ihrer sozialen Motivation oder Rechtsform. Auch soziale Dienste sind deshalb wie alle wirtschaftlichen Akteure einem Subventionsverbot unterworfen. Dieses erlaubt allerdings Ausnahmen. Dienstleistungen können dem Wettbewerb und dem Subventionsverbot entzogen werden, wenn sie &#8220;im Interesse der Allgemeinheit erbracht werden und daher mit spezifischen Gemeinwohlverpflichtungen verknüpft sind&#8221; (<a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Golbeck 2012, 206</a>).</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen und staatliche Institutionen, die diese Ausnahmeregelungen nutzen wollen, müssen den gesellschaftlichen Mehrwert gemeinnütziger Dienste im Vergleich zu gewerblichen Diensten genau begründen und dokumentieren. So soll mehr Transparenz im Hinblick auf die Vergabe öffentlicher Subventionen geschaffen werden.</p>
<p>Die Ausnahmeregelungen nach Art. 106 II AEUV bilden <a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Golbeck (2012)</a> zufolge das zentrale Handlungsfeld für das Lobbying gemeinnütziger Dienste auf europäischer Ebene. Der Wert der Ausnahmeregelungen liegt dem Autor zufolge nicht so sehr darin, die Privilegien sozialer Dienste zu schützen, als in der Chance &#8220;den spezifischen Mehrwert einer gemeinwohlorientierten Dienstleistungserstellung hervozuheben&#8221; (<a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Golbeck 2012, 224</a>) und für die Weiterentwicklung der sozialpolitischen Diskussion auf europäischer Ebene nutzbar zu machen.</p>
<p>Wir effektiv nehmen soziale Dienste die Einflussmöglichkeiten in Brüssel wahr? Golbeck hat dafür Expertengespräche mit Vertretern von deutschen und englischen sozialen Diensten, Kommunalvertretern und der europäischen Kommission geführt. Seine <a href="http://www.lambertus.de/de/shop-details/soziale-dienste-in-europa-zwischen-kooperation-und-konkurrenz,1095.html">Untersuchung</a> ergibt, dass viele Nonprofits die Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene aufgrund mangelnder Ressourcen für das Lobbying nicht wahrnehmen können (Golbeck 2012, 141). Wo es von gemeinnütziger Seite doch eine entsprechende Interessenvertretung in Brüssel gibt, kommen die Informationen, die hier gesammelt werden, nicht auf der lokalen Ebene an. Das heißt, es fehlt an Vermittlungsinstanzen innerhalb gemeinnütziger Organisationen, die das Wissen aus dem europäischen Politikbetrieb effektiv von oben nach unten weitergeben (ebd., 138f).</p>
<p>Englische soziale Dienste sind in Brüssel noch weniger präsent als ihre deutschen Kollegen (ebd., 161). Andererseits verknüpfen sie mit der Diskussion um die Besonderheiten sozialer Dienstleistungen im Binnenmarkt mehr Gestaltungsmöglichkeiten für gemeinnützige Akteure als die deutschen Nonprofits. Englische NPOs wollen über die Brüsseler Debatten die eigene Regierung beeinflussen (ebd., 165) und sich so einen Zugewinn an Politikformulierungskompetenzen erarbeiten, die ihnen auf nationaler Ebene (im Unterschied zu ihren deutschen Partnern) ansonsten fehlen (ebd., 41).</p>
<p>Eine aktive Interessenvertretung sozialer Dienste auf europäischer Ebene scheitert häufig auch an den unterschiedlichen Denkweisen der beteiligten Akteure: die verrechtlichte und ökonomische Haltung der Kommission trifft auf gemeinnützige Akteure, die eine Vermarktlichung sozialer Dienstleistungen ablehnen. Golbeck empfiehlt jedoch Nonprofits, sich auf den ökonomischen Diskurs einzulassen, um Gestaltungsmöglichkeiten nicht zu verlieren und um präsent zu bleiben, wenn es um die Diskussion der sozialpolitischen Weiterentwicklung der EU geht (ebd., 194f).</p>
<p>Für mich macht die Studie deutlich, dass es für Nonprofits auf allen politischen Ebenen &#8211; EU, nationaler und lokaler Ebene &#8211; immer weniger möglich ist, sich allein auf ihren Gemeinnützigkeitsstatus zu berufen. Welche Leistungen dem Gemeinwohl dienen, muss immer wieder neu aufgezeigt und mit den politischen Akteuren verhandelt werden. Und der gemeinnützige Sektor muss seinen Mehrwert permanent aufzeigen und belegen. Darin liegt eine Belastung, aber auch eine Chance. Denn diese Aushandlungsprozesse können auf lokaler Ebene dazu genutzt werden, um aus bloßen Stakeholdern Partner zu machen und Bündnisse zu schmieden aus Bürgern, gemeinnützigen Organisationen und Verwaltungsakteuren. Es würde der Legitimation gemeinnütziger Organisationen, aber auch ihrer politischen und gesellschaftlichen Stärke und ihrem Vernetzungsgrad erheblich mehr dienen, wenn es auf lokaler Ebene zu solchen Aushandlungsprozessen käme. Sie müssten aber öffentlich und unter Mitwirkung der Bürgerschaft stattfinden. Auf diese zivilgesellschaftlichen Vernetzungsmöglichkeiten, die in dem Zwang zur Rechtfertigung des Gemeinwohls der eigenen Dienste und des gesellschaftlichen Mehrwerts liegen, geht die Studie von Golbeck nicht ein. Er konzentriert sich auf die Verbände und die Verwaltungsakteure (S. 207).</p>
<p>Die Verwaltungen, vor allem auf kommunaler Ebene, scheuen sich, die Diskussion über die Gemeinwohlrelevanz gemeinnütziger Dienstleistungen gemeinsam mit Bürgern und Diensten öffentlich zu führen. Sie ziehen sich auf das europäische Vergaberecht zurück mit dem Ziel, den billigsten Anbieter auszuwählen, um Kosten zu sparen (Golbeck 2012, 132ff). Das heißt, Kommunen vergeben hier die Chance, kooperative Netzwerke auf örtlicher Ebene aufzubauen, die das lokale Gemeinwesen weiterentwickeln und attraktiv erhalten können.</p>
<p>Wo Aushandlungsprozesse über das Gemeinwohl von Leistungen und Diensten stattfinden, ist mit ihnen die Gefahr verbunden, dass gemeinnützige Einrichtungen, die wie Unternehmen auftreten und handeln, ihre Privilegierung verlieren. Die Aushandlungsprozessen bergen aber das Potential, dass soziale Dienste sich zivilgesellschaftlicher aufstellen als bisher: sie müssten ihren inklusiven Charakter, ihre Gemeinwesenorientierung und ihre demokratischen Potentiale, die in den Mitwirkungsmöglichkeiten für Bürger liegen, stärken. Aber von einer solchen zivilgesellschaftlichen Selbst-Positionierung hört man immer noch viel zu wenig im etablierten verbandlichen Sozialsektor.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tauschnetzwerke &#8211; ein attraktives Modell für gemeinnützige Organisationen und Bürger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2012 10:34:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin zum Resource-Raising (siehe <a href="http://www.cloresocialleadership.org.uk/caroline-beaumont.aspx">Beaumont 2011 </a>und meinen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vom-fundraising-zum-resource-raising/">Blogartikel</a> dazu).</p>
<p>Obwohl gemeinnützige Organisationen generell ihre Ressourcensituation beklagen, steigert es nicht automatisch ihren <em>impact</em>, wenn mehr finanzielle Mittel von außen zugeführt werden. Die Vitalität des gemeinnützigen Sektors hängt vielmehr sehr stark von dessen Fähigkeit ab, lokale Austauschnetzwerke zu bilden (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009</a>), &#8211; sprich: es kommt darauf an, was man gemeinschaftlich aus den vorhandenen Budgets macht und wie effektiv und effizient man die zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzt.</p>
<p>Eine sehr gute und noch viel zu wenig verbreitete Möglichkeit, die Ressourcen von Nonprofits und der Zivilgesellschaft besser zu nutzen, sind lokale Austauschnetzwerke &#8211; Tauschringe &#8211; in denen die Mitglieder Ressourcen und Fähigkeiten untereinander tauschen, ohne dass Geld involviert wäre. Der Austausch erfolgt vielmehr über Gutschriften. Niemand muss mit demjenigen tauschen, von dem er/sie etwas erhalten hat, sondern die Tauschnetzwerke ermöglichen indirekte und mulilaterale Tauschbeziehungen.</p>
<p>In Deutschland gibt es an die 436 Tauschringe (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>) mit jeweils 60-100 Teilnehmern (<a href="http://kops.ub.uni-konstanz.de/bitstream/handle/urn:nbn:de:bsz:352-opus-18668/Aufsatz_Soziale_Welt.pdf?sequence=1">Hinz/Wagner 2005</a>). Die Tauschringe wurden bisher insbesondere in Räumen mit vielen Einwohnern, guter Wirtschaftssituation und ökologischer Orientierung gegründet (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>).</p>
<p>Welche Tauschring-Modelle gibt es? Man kann grundsätzlich drei Formen unterscheiden (vgl. <a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/The_New_Wealth_Of_Time_1.pdf">new economics foundation (nef) 2008, 14</a>):</p>
<p><strong>Person-to-Person (P2P):</strong> In diesen Austauschnetzwerken treffen sich Privatpersonen. In Deutschland entstanden viele dieser Person-to-Person-Tauschringe mit Unterstützung kirchlicher oder wohlfahrtsverbandlicher Einrichtungen (Hinz/Wagner 2010).</p>
<p><strong>Person-to-Agency (P2A):</strong> An diesen Tauschnetzwerken nehmen neben Privatpersonen auch Organisationen teil, vor allem öffentliche und gemeinnützige. Sie vergüten freiwilliges Engagement in der eigenen Einrichtung mit Gutschriften und öffnen gleichzeitig Teile ihres Leistungsangebots für die Tauschring-Mitglieder.</p>
<p><strong>Agency-to-Agency (A2A):</strong> hier handelt es sich um Tauschringe unter Organisationen, die untereinander Wissen, Räume, Fertigkeiten usw. teilen.</p>
<p>Für Nonprofits bieten Tauschringe untereinander (A2A) &#8211; durchaus auch unter Beteiligung öffentlicher und privatwirtschaftlicher Organisationen &#8211; eine attraktive Entwicklungsmöglichkeit: Räume, Autos, Geräte und gesammelte Kenntnisse könnten durch das Teilen besser ausgenutzt werden. Nonprofits würden ihre Potenziale so besser realisieren, statt durch das Ressourcenargument sich ständig selbst auszubremsen. Die Zivilgesellschaft insgesamt profitiert von einem gut vernetzten Dritten Sektor, der Ressourcen effizient einsetzt, da mehr und bessere Leistungen angeboten werden können als in einem Klima der gegenseitigen Sprachlosigkeit und Konkurrenz.</p>
<p>Interessante Perspektiven für das Gemeinwesen eröffnen sich durch Tauschringe speziell dann, wenn Schnittstellen zwischen Organisationen und Bürgern existieren, also bei P2A-Modellen.</p>
<p>In diesem Fall können Organisationen das Wissen und die Kompetenzen der Bürger/innen in ihre Einrichtungen holen uns so ihr Dienstleistungsangebot erweitern bzw. Angebote stärker koproduzieren. Dazu müssen Organisationen entsprechende Teilhaberäume schaffen und sich nach außen hin öffnen: Dienste verändern sich hin zu einem &#8220;open community-led service, where community assets are shared and utilised. What lies outside (&#8230;) is allowed to come in&#8221; (<a href="http://www.timebanking.org/wordpress/wp-content/uploads/downloads/2011/09/TBUK-Final-Brochure.pdf">Timebanking UK 2011, 20</a>). Gleichzeitig bieten Organisationen ihre Ressourcen auch dem Gemeinwesen an, d.h. sie teilen Räume, Wissen, Fertigkeiten mit anderen. So wird eine Vernetzung zwischen Nonprofits und dem Gemeinwesen hergestellt, die in vielen Einrichtungen so schmerzlich fehlt.</p>
<p>Für das <strong>bürgerschaftliche Engagement</strong> böten P2A-Tauschringe zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Während beim herkömmlichen Engagement ein Bürger mit einer Organisation in Verbindung tritt und der bilaterale Austausch dominiert, vernetzt ein Tauschring den einzelnen stärker mit dem Gemeinwesen: durch credits, die ihm das Engagement einbringt, erhält der Freiwillige die Chance, noch andere Angebote und Dienste der örtlichen Gemeinschaft kennenzulernen und sich breiter zu vernetzen.</p>
<p>Der Tauschgedanke könnte auch eine Alternative bieten zu den beiden herkömmlichen Wegen des bürgerschaftlichen Engagements: des freiwilligen Engagements &#8220;<a href="http://www.talente-ring.de/content/view/57/69/">für nix</a>&#8221; und der zunehmenden materiellen Vergütung der Freiwilligentätigkeit im Rahmen von Freiwilligendiensten (BFD, FSJ, FÖJ).</p>
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		<title>Gemeinnützige Organisationen brauchen Netzwerke &#8211; welche genau?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/gemeinnutzige-organisationen-brauchen-netzwerke-welche-genau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2012 14:27:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Soziale Dienste sind auf den Einzelfall fixiert. &#8220;Trotz Gruppenarbeit, trotz Gemeinwesenarbeit: Der Fallbezug dominierte die Soziale Arbeit und er prägt sie bis heute&#8221; (Hinte 2011, 101). Verantwortlich dafür sind die Leistungsgesetze und die sozialarbeiterische Praxis: beide lösen den einzelnen aus seinen sozialen Zusammenhängen heraus, um seinen Besonderheiten gerecht zu werden, und desintegrieren somit. Durch die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soziale Dienste sind auf den Einzelfall fixiert. &#8220;Trotz Gruppenarbeit, trotz Gemeinwesenarbeit: Der Fallbezug dominierte die Soziale Arbeit und er prägt sie bis heute&#8221; (Hinte 2011, 101). Verantwortlich dafür sind die Leistungsgesetze und die sozialarbeiterische Praxis: beide lösen den einzelnen aus seinen sozialen Zusammenhängen heraus, um seinen Besonderheiten gerecht zu werden, und desintegrieren somit.</p>
<p>Durch die Personalisierung der Hilfen rücken kollektive Ressourcen und Möglichkeiten in den Hintergrund und damit die Chance, kollaborative Systeme sozialer Hilfen zu schaffen.</p>
<p>Der Blick auf den Einzelfall prägt den sozialen Bereich bis ins Innerste. Auch im Freiwilligenmanagement dominieren Kozepte, die das bilaterale Verhältnis zwischen der Einrichtung und dem einzelnen Freiwilligen regeln, statt die Community der Freiwilligen und ihre Netzwerke stärker in den Blick zu nehmen.</p>
<p>Die soziale Arbeit mit ihren verbandlichen Einrichtungen hat sich durch diese individualisierende und desintegrative Praxis selbst zu einem gesonderten System entwickelt, das zu wenig in die Gesellschaft eingebunden ist. Die zentrale Zukunftsstrategie für Nonprofits im Sozialbereich muss deshalb lauten, Netzwerke aufzubauen &#8211; in die Zivilgesellschaft hinein und gemeinsam mit staatlichen Akteuren und Unternehmen. Welche Netzwerke werden notwendig?</p>
<p><strong>Wissens &#8211; und Kommunikationsnetzwerke:</strong> Nonprofits sollten sich auf lokaler Ebene zu Knotenpunkten entwickeln, die das Wissen der Bürger aufgreifen, Diskurse anstossen und der Zivilgesellschaft die Möglichkeit zum wechselseitigen Austausch bieten. Soziale Dienste wären demnach auch &#8220;information-associations&#8221; bzw &#8220;info-sociations&#8221; (<a href="http://ci-journal.net/index.php/ciej/article/view/807">Sadoway 2012</a>), die lokal Wissen bündeln, abbilden und in den politischen Prozeß einspeisen (dazu gehören auch offene Daten). Vom Bürgerwissen profitiert die Qualität der lokalen Infrastruktur. Durch die Vernetzung und den Dialog untereinander werden Gegenöffentlichkeiten geschaffen. Bürger erhalten die Möglichkeit, ihre Perspektive auf das örtliche Gemeinwesen schicht- und generationenübergreifend einzubringen. Das Internet spielt eine wichtige Rolle, um solche Wissens- und Kommunikationsnetzwerke aufzubauen. Tools wie Wikis, Webkarten oder Online-Communities können dafür sehr gut genutzt werden.</p>
<p><strong>Partizipationsnetzwerke:</strong> Nonprofits sollten sich zu Knotenpunkten der Beteiligung entwickeln. In den Einrichtungen und durch sie muss Teilhabe gefördert werden. Nicht nur Bürger profitieren von einer partizipativen Praxis in Nonprofits, &#8211; auch die Dienste selbst können sich vor Ort als zivilgesellschaftlich eingebundene Akteure im politischen Prozeß profilieren. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, um Bürger auch digital zu beteiligen und ihnen Gestaltungs- und Mitmach-Chancen anzubieten (vgl. meinen letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burgerschaftliches-engagement-als-burgerbeteiligung-welche-moglichkeiten-bietet-das-internet/">Blogbeitrag</a>).</p>
<p><strong>Koproduktionsnetzwerke:</strong> Koproduktion weist über das bilaterale Verhältnis zwischen Dienst und Nutzer hinaus: &#8220;co-production opens up the arena to other actors who could possbly play a role in the provision of public services&#8221; (<a href="http://www.springerlink.com/content/6588064g12242337/">Meijer 2012,s.p.</a>). Soziale Dienste sollten Koproduktionsnetzwerke gemeinsam mit Bürgern und anderen Einrichtungen aufbauen, um soziale Dienstleistungen kollaborativ zu erstellen. Dafür kann auch das Internet genutzt werden. Koproduktion über das Internet findet derzeit im Sozialbereich hautsächlich in der Beratung statt: Bürger steuern in Foren ihr Wissen bei und koproduzieren so Beratungsleistungen gemeinsam mit Fachkräften, die sich bei Bedarf einschalten (siehe z.B. &#8211; in Ansätzen &#8211; den <a href="http://www.familienratgeber.de/dialog/familienratgeber.php">Familienratgeber</a> der Aktion Mensch). Diese kollektive Form der Koproduktion hat einen besonderen Mehrwert: sie schafft zusätzlich noch &#8216;communities of interests&#8217; &#8211; d.h. den teilnehmenden Bürger/inenn wird bewusst, dass sie mit ihrer Anfrage und ihrem Problem nicht alleine sind (<a href="http://www.springerlink.com/content/6588064g12242337/">Meijer 2012</a>).<br />
Wo geht die Koproduktion über den Beratungsbereich hinaus und bezieht das Service-Design oder die Implementation von Dienstleistungen mit ein? Auf Anhieb fällt mir keine hiesige (kollektiv ausgerichtete) Koproduktions-Plattform im Sozialbereich ein, die schon diese beiden Bereiche mit einschliessen würde.</p>
<p><strong>Ressourcennetzwerke:</strong> Nonprofits sollten untereinander und über Fachgrenzen hinweg Netzwerke aufbauen, um (zusätzlich zum Fundraising) vorhandene Ressourcen zu teilen, zu tauschen und sich wechselseitig auszuleihen. Was auf Bürgerseite immer mehr Unterstützer findet &#8211; das Teilen von <a href="http://www.autonetzer.de/">Autos</a>, <a href="http://www.couchsurfing.org/">Wohnräumen</a>, <a href="http://www.lamachineduvoisin.fr/">Waschmaschinen </a>und das wechselseitige <a href="http://www.leihdirwas.de/">Ausleihen </a>von Gegenständen sowie das <a href="http://www.tauschforum-stuttgart.de/">Tauschen </a>von Dienstleistungen und Dingen &#8211; sollte auch im Nonprofit-Sektor zur Normalität werden, um dem chronischen Ressourcenmangel abzuhelfen. Dieser Ressourcenmangel existiert nur auf den ersten Blick, &#8211; auf den zweiten sieht man, wie viel Wissen, Fertigkeiten, Räume, technische Geräte, Autos usw. in gemeinnützigen Organisationen nur unzureichend genutzt werden. Solche Aktivposten sollten stärker in gemeinsame Ressourcennetzwerke eingebracht werden. Wo über eine Zeitbank oder einen Tauschring Schnittstellen hin zum Gemeinwesen existieren, können auch Bürger und die lokale Wirtschaft in das Ressourcennetzwerk einbezogen werden (vgl. <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/networking-discussions/blogs/18683/12/02/03/timebanking-across-organisations-how-create-economy-abun">Camden Shares</a>). So können Nonprofits auch ihre Verbindungen zur Gesellschaft stärken und mit begrenzten Budgets den maximalen impact erzielen.</p>
<p><strong>Räumliche Netzwerke über verschiedene Ebenen:</strong> Nonprofits müssen ihre örtlichen Netzwerke über das Internet um Akteure und Ressourcen aus anderen Orten ergänzen. Von dieser überörtlichen Vernetzung profitieren die eigenen Zielgruppen, die zum Teil erst über das Internet Gleichgesinnte und Menschen mit ähnlichen Bedarfen kennenlernen. So entstehen &#8211; digital vermittelt &#8211; vor Ort neue Interessens- und Identitätsgemeinschaften (vgl. <a href="http://www.thersa.org/__data/assets/pdf_file/0011/518924/RSA_Communities-Connected-AW_181011.pdf">Morris/Gilchrist o.J., 8</a>), die die örtliche Zivilgesellschaft mit neuen Handlungspotentialen ausstatten. Nonprofit-Organisationen profitieren ihrerseits von den Ressourcen überörtlicher Akteure, &#8211; nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar durch die Ressourcen, die in den jeweiligen Netzwerken der überörtlichen Akteure schlummern.</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Hinte, Wolfgang (2011): Sozialräume gestalten statt Sondersysteme befördern, in: Teilhabe , Heft 3, 100-106.</li>
</ul>
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