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	<title>NPO &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Augmented Reality &#8211; Folgen für den Sozialraum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2018 18:37:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Augmented Reality]]></category>
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					<description><![CDATA[Augmented Reality (AR) bedeutet im engen Sinn, dass die reale Welt um digitale Informationen ergänzt wird. Diese Informationen können unterschiedlich abgerufen werden: u.a. über das Smartphone, über AR-Brillen oder als Projektion auf  Windschutzscheiben und in den realen Raum. Grundsätzlich kann alles in der realen Welt um digitale Inhalte ergänzt bzw. erweitert werden: Gebäude, Infrastrukturen, Gegenstände, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Augmented Reality (AR) bedeutet im engen Sinn, dass die reale Welt um digitale Informationen ergänzt wird. Diese Informationen können unterschiedlich abgerufen werden: u.a. über das Smartphone, über AR-Brillen oder als Projektion auf  Windschutzscheiben und in den realen Raum. Grundsätzlich kann alles in der realen Welt um digitale Inhalte ergänzt bzw. erweitert werden: Gebäude, Infrastrukturen, Gegenstände, Natur, &#8211; aber auch Menschen und deren Interaktionen. Bei der Augmented Reality verschmelzen reale und virtuelle Welt miteinander, deshalb spricht man auch von einer &#8220;mixed reality&#8221;. Wichtig für AR ist der Standort des Nutzers,  denn abhängig von dessen Position im Raum verändern sich die angezeigten Informationen.</p>
<p>Wie wird sich die erweiterte Realität im physikalischen Raum auswirken? Wer darf öffentliche und private Räume mit digitalen Informationen anreichern? Welche Folgen wird AR für Räume im Quartier, die dortigen gemeinnützigen Einrichtungen und die Quartiersvernetzung haben?</p>
<p>Über die Ethik von AR macht sich <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10676-018-9484-2" target="_blank" rel="noopener">E. Neely (2018)</a> Gedanken. Sie versucht zu klären, wer reale Räume mit digitalen Informationen anreichern darf. Ihr zufolge hängt eine Antwort entscheidend davon ab, ob sich für die erweiterte Realität eine bzw. wenige Plattformen und Apps durchsetzen oder viele konkurrierende. Ist ersteres der Fall, dann sollte bei <em>privaten</em> Räumen der jeweilige Besitzer vorrangig das Recht haben, seinen Raum mit digitalen Informationen anzureichern. Wo für Augmented Reality viele konkurrierende Apps und Plattformen genutzt werden, werden auch private Räume mit vielen unterschiedlichen Erweiterungen ergänzt werden können, ohne dass dies der Besitzer eines Raumes verhindern kann. Im <em>öffentlichen</em> Bereich kann durch AR ein neuer Diskurs begründet werden: Bürger/innen kommen miteinander im realen Raum ins Gespräch, wobei man hier beachten muss, dass die öffentliche Rede via AR länger sichtbar bleibt als das gesprochene Wort. Auch müssen unter Umständen für bestimmte öffentliche Räume Regeln definiert werden, um AR auf dem Niveau von graffitiy oder Spam entfernen zu können.</p>
<p>Aufgrund der negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit den sozialen Medien ist damit zu rechnen, dass auch die Augmentierung von Räumen unethisch genutzt werden wird, d.h. dass private und öffentliche Räume erweitert werden mit Inhalten, die beleidigend, rassistisch, gewalttätig  und pornographisch sind:  In der realen Umwelt werden virtuelle &#8220;Aushänge&#8221; mit negativen und polarisierenden Inhalten angebracht. Abschreckende Beispiele finden sich im Text der Autorin (Neely 2018).</p>
<p>Nonprofits im Quartier müssen damit rechnen, dass digitale Informationen, Kommentare und Bewertungen  ihrer Einrichtungen von Dritten mit dem realen Raum verbunden werden, so dass jeder Vorbeikommende, der über die entsprechende AR-Anwendung verfügt, diese Informationen sofort sieht. Grundsätzlich bietet AR so auch die Chance einer besseren Kontaktaufnahme zwischen einer Einrichtung und Bürgern: Wer an einer gemeinnützigen Einrichtung vorbei spaziert  und mit einem Smartphone ausgestattet ist, sieht z.B. an das Haus &#8220;gepinnte&#8221; virtuelle Kontaktdaten und Angebote für Freiwillige. Passanten können bei Interesse direkt mit der Organisation in den Austausch treten, Wände werden durchlässiger. Angebote im Quartier werden so viel besser und unmittelbarer bekannt.</p>
<p>Das derzeitige Problem vieler Quartiere, dass ihre Ressourcen nicht kartiert und allgemein bekannt sind bzw. die Ressourcen untereinander zu wenig verknüpft, könnte AR reduzieren. Die erweiterte Realität bietet die Chance, Einrichtungen und Bürger ganz niedrigschwellig und raumbezogen miteinander zu vernetzen.</p>
<p>Aber es existieren auch &#8211; wie oben erwähnt &#8211; erhebliche Gefahren, wenn sich der Hass und die Desinformation aus den sozialen Medien in realen Räumen lokalisiert. Hinzukommt die zunehmende Individualisierung durch AR: Wenn sich reale und virtuelle Welt zunehmend mischen und jeder &#8211; je nach benutzter Anwendung &#8211; unterschiedliche digitale Informationen  im Raum vorfindet, dann stimmt die Annahme, dass wir alle die selbe Realität teilen, nicht mehr (vgl.<a href="http://digitalcommons.sacredheart.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1083&amp;context=computersci_fac" target="_blank" rel="noopener"> Wolf/Grodzinsky/Miller 2015</a>). Diese Annahme war zwar schon in der Vergangenheit nicht ganz richtig angesichts unterschiedlicher sozialer Herkünfte und unterschiedlichem kulturellen und sozialen Kapital. Aber mit der erweiterten Realität werden die Erfahrungen im Raum nochmals stärker und radikaler individualisiert.</p>
<p>AR-Anwendungen und Plattformen werden eine ganz zentrale Rolle spielen, wenn es um den Blick auf die physikalische Welt geht, denn was wir vor Ort sehen, wird durch die Inhalte dieser Plattformen mitbestimmt werden und ist in deren Besitz. Dies wirft die ethische und politische Frage auf: &#8220;Wem gehört der Raum zwischen unseren Augen und einem Objekt?&#8221; (Wolf/Grodzinsky/Miller 2015). Die Zivilgesellschaft sollte diese Frage ganz dringend diskutieren.</p>
<p>Literatur:</p>
<ul>
<li>Neely, E.L. (2018): Augmented reality, augmented ethics: who has the right to augment a particular space?, in: Ethics and Information Technology, https://doi.org/10.1007/s10676-018-9484-2</li>
<li>Wolf, M.J., Grodzinsky, F.S., Miller K.W. (2015): Augmented Reality All Around Us: Power and Perception at a Crossroads, ACM<br />
Computers and Society, Vol 45 issue 3,  S. 126-131</li>
</ul>
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		<title>Wirkungsmessung in der Freien Wohlfahrtspflege &#8211; Methoden und ihre Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2016 12:33:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[impact]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Wirkungsmessung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch in der Freien Wohlfahrtspflege wird die Wirkungsmessung ein zunehmend wichtiges Thema, um die eigene Existenz und Effektivität vor Geldgebern, Politik und Gesellschaft zu legitimieren. Um einen Überblick über die unterschiedlichen Methoden der Wirkungsmessung zu erhalten, hat das Heidelberger Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ein Transparenzgutachten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch in der Freien Wohlfahrtspflege wird die Wirkungsmessung ein zunehmend wichtiges Thema, um die eigene Existenz und Effektivität vor Geldgebern, Politik und Gesellschaft zu legitimieren.</p>
<p>Um einen Überblick über die unterschiedlichen Methoden der Wirkungsmessung zu erhalten, hat das Heidelberger <a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank">Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI)</a> im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ein <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/CSI_Transparenzgutachten_2016.pdf" target="_blank">Transparenzgutachten </a>durch Kehl/Glänzel/Then/Mildenberger erstellt, das im März 2016 veröffentlicht wurde und online verfügbar ist.</p>
<p>Die Forscher untersuchten insgesamt 48 (!) Ansätze zur Wirkungsmessung und zwar nach folgenden Kriterien: methodische Qualität, Quantifizierung und Monetarisierung von Wirkung, Wirkungsdimensionen und -ebenen, Standardisierungsgrad und Ressourcenaufwand, Einsatzfelder und Adressaten. Die Ergebnisse der Analyse sind in einer Tabelle im Anhang des Berichts (S. 71- 86 zusammengefasst).</p>
<p>Das Fazit der Forscher (siehe CSI-Gutachten S. 6f):</p>
<ul>
<li>Die meisten Ansätze betrachten gar nicht den <em>impact</em> (= Nettowirkung) von Maßnahmen, sondern nur den <em>output</em>, d.h. die Leistungen und Güter, die eine Organisation erstellt.  Manche fokussieren auch auf den <em>outcome</em> (= Bruttowirkung), der entsteht, wenn unterschiedliche outputs zusammenkommen. Betrachtet man nur den <em>outcome</em> ist es nicht möglich, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer einzelnen Maßnahme und einer konkreten Wirkung herzustellen</li>
<li>Die Mehrheit der Ansätze konzentriert sich auf nur eine Wirkungsdimension, nämlich die ökonomische, und lässt andere Wirkungsdimensionen (soziale, kulturelle, politische) außen vor</li>
<li>Die meisten Ansätze beschränken sich auf die Ebene der Klienten (Mikro) oder auf die gesamtgesellschaftliche Ebene (Makro) und vernachlässigen die Ebene der Organisation (Meso)</li>
</ul>
<p>Keiner der Ansätze wird der Komplexität von Wohlfahrtsverbänden gerecht, die nicht nur soziale Dienstleistungen erbringen, sondern auch noch weitere <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/welche-funktionen-erfullen-gemeinnutzige-organisationen-fur-unsere-gesellschaft-und-wie-konnen-social-media-sie-darin-unterstutzen/" target="_blank">Funktionen </a>haben: nämlich Interessen zu vertreten, Menschen zu integrieren und Beteiligungsmöglichkeiten zu bieten.</p>
<p>Die Forscher raten deshalb dazu,  unterschiedliche Ansätze miteinander zu kombinieren. Sie selbst halten fünf davon für Methoden mit größerem Potenzial für Nonprofits, sofern diese Ansätze methodisch und inhaltlich erweitert  und kombiniert werden: Kosten-Nutzen-Analyse, Quality-of-Life-Analyse, IRIS, SROI, Politische Diskursnetzwerkanalyse.</p>
<p>Empfohlen wird auch, auf unterschiedlichen Verbandsebenen unterschiedliche Wirkungsdimensionen in den Blick zu nehmen, also bspw. auf Bundes- und Landesebene sich eher mit den den politischen und ökonomischen Wirkungsdimensionen zu befassen und auf der lokalen Ebene in den Einrichtungen selbst mit den sozialen und kulturellen Dimensionen.</p>
<p>Die Herausforderung liegt darin, dass innerhalb der Freien Wohlfahrtspflege das Thema &#8220;Wirkungsmessung&#8221; hoch umstritten ist. Analyse-Methoden mit einem rein ökonomischen Blickwinkel werden abgelehnt (und das ist auch gut so). Gleichzeitig fehlt es verbandsintern an den notwendigen Ressourcen und Kompetenzen, um Wirkungsmessungen durchzuführen.</p>
<p>Die Wissenschaftler schlagen deshalb ein mehrstufiges Verfahren der Wirkungsmessung vor, bei dem die Bundesebene der Freien Wohlfahrtspflege eine wichtige Rolle spielen würde, wenn es darum geht, festzulegen, <em>was</em> überhaupt im Rahmen einer Wirkungsmessung gemessen werden sollte (S. 63).</p>
<p>Tatsächlich ist die Erarbeitung einer Basis-Indikatorik, anhand derer die Wirkung gemessen werden kann, für die Freie Wohlfahrtspflege sinnvoll. Aber ich bin der Ansicht, dass diese nicht top down oder von Externen erabeitet werden sollte, sondern ausgehend von der lokalen Ebene, in enger Kooperation mit der Zivilgesellschaft.  Dass so etwas funktioniert, zeigt der <a href="https://www.deutscher-verein.de/de/der-buchshop-des-dv-fachbuecher-sonderdrucke-und-sonderveroeffentlichungen-1559.html?PAGE=artikel_detail&amp;artikel_id=174" target="_blank">Kommunale Index für Inklusion</a>, der in der Praxis getestet und überarbeitet wurde.</p>
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		<title>Nutzer-Partizipation in Nonprofits &#8211; neue Daten aus der Forschung</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/nutzer-partizipation-in-nonprofits-neue-forschungsdaten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 08:24:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Klienten]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
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		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
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		<category><![CDATA[Nutzer]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind? Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift Nonprofit Management &#38; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Konsultations- und Partizipationsformen bieten gemeinnützige Organisationen ihren Nutzern an? Welchen Einfluss haben Nutzer auf  Entscheidungen von Nonprofits? Wie groß ist der Impact von Nutzern verglichen mit anderen Stakeholder-Gruppen, die für gemeinnützige Organisationen wichtig sind?</p>
<p>Diese Fragen untersucht die Studie von Lore Wellens /Marc Jegers, die im Frühjahr 2016 in der Zeitschrift<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nml.21191/abstract" target="_blank"> Nonprofit Management &amp; Leadership</a> (Bd. 26, Heft 3, S. 295-312). veröffentlicht wurde . Die Forscher haben dafür die Antworten der Geschäftsführer/innen von 790 großen belgischen Nonprofit-Organisationen aus 14 Fachbereichen ausgewertet.</p>
<p>Der Studie zufolge bieten die meisten gemeinnützigen Organisationen ihren Nutzern Verfahren an, um deren Beschwerden oder Zufriedenheit abzufragen, nämlich 75% der Einrichtungen bzw. 67% (S. 300). Bedeutend weniger sehen einen Nutzerbeirat vor (31%) oder einen Sitz für einen Nutzer-Vertreter im Vorstand (22%). Wobei NPOs aus dem Gesundheits- und Sozialbereich führend sind, wenn es um Nutzer-Beiräte geht. 42% der Einrichtungen haben einen solchen Beirat, der allerdings auch immer häufiger vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird.  Insgesamt gibt es viele gemeinnützige Einrichtungen (35%), die zwar keine formalen Verfahren anbieten, um Nutzer an ihrer Strategie- und Politikformulierung zu beteiligen, dafür aber informelle Beteiligungsmöglichkeiten. Generell wählen Nonprofits Verfahren mit geringem Personal- und Zeitaufwand, also eher Fragebögen als Beiräte (S. 299).</p>
<p>Trotz unterschiedlicher Konsultations- und Partizipationsverfahren schätzen die befragten Nonprofit-Geschäftsführer/innen den Impact der Nutzer auf die Entscheidungen einer NPO als geringer ein als den anderer wichtiger Stakeholdergruppen (S. 302):  51% der Befragten halten den Nutzer-Impact für wichtig/sehr wichtig/entscheidend.  Aber als noch viel wichtiger werden der Staat  (80%), der Vorstand (86%) und das Management (97%) wahrgenommen. Nur 7,3 % der Befragten sehen einen Impact von freiwillig Engagierten auf die Politikformulierung, ein interessantes Detail, das inhaltlich zu einem der letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-von-ehrenamtlichen-in-einrichtungen/" target="_blank">Artikel</a> hier im Blog passt.</p>
<p>Die Autoren schließen aus diesem Ergebnis, dass es sich bei vielen der angebotenen Verfahren für die Nutzer-Partizipation und -Konsultation um symbolische Politik handelt, streng genommen sogar um eine &#8220;Zeit- und Geldverschwendung&#8221; (S. 308) seitens der Organisation und der Nutzer, wenn man allein den <em>Impact</em> der Verfahren im Auge hat.  Für die Autoren ist einer der Ansatzpunkte, um den Einfluss der Nutzer auf die Entscheidungen der Organisation zu erhöhen, die <em>Qualität</em> der Partizipations- und Konsultationsverfahren zu verbessern, um die es ihnen zufolge in Nonprofits nicht gut bestellt ist: &#8220;(&#8230;) the formal mechanisms in place are not perceived to be of good quality.&#8221; (Wellens/Jegers 2016, 302).</p>
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		<item>
		<title>Was fördert und was hemmt die Social Media-Nutzung durch Nonprofits?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/was-fordert-und-was-hemmt-die-social-media-nutzung-durch-nonprofits/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 16:38:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Faktoren fördern und welche bremsen die Nutzung sozialer Medien durch gemeinnützige Organisationen? Eine Studie aus den USA von Nah/Saxton, die im März 2013 in New Media &#38; Society (Heft 2, 294-313) veröffentlicht wurde, untersucht anhand der 100 größten amerikanischen Nonprofits, welche Organisations- und Umweltfaktoren dazu führen, dass gemeinnützige Akteure soziale Medien nutzen. Der Begriff [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Faktoren fördern und welche bremsen die Nutzung sozialer Medien durch gemeinnützige Organisationen?</p>
<p>Eine Studie aus den USA von <a href="http://nms.sagepub.com/content/15/2/294.abstract">Nah/Saxton, die im März 2013 in New Media &amp; Society (Heft 2, 294-313)</a> veröffentlicht wurde, untersucht anhand der 100 größten amerikanischen Nonprofits, welche Organisations- und Umweltfaktoren dazu führen, dass gemeinnützige Akteure soziale Medien nutzen.</p>
<p>Der Begriff &#8220;Nutzung&#8221; wird operationalisiert in &#8220;Präsenz in den sozialen Medien&#8221;, &#8220;Häufigkeit von Updates&#8221; und &#8220;Dialogorientierung&#8221;. Letztere wurde durch die qualitative Untersuchung von über 2400 Tweets und über 1000 Status Updates auf Facebook untersucht. Twitter und Facebook bilden die zwei Social Media-Plattformen, auf denen die Studie basiert. Der Untersuchszeitraum war in 2009.</p>
<p>Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen (siehe Nah/Saxton 2013, 306f):</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen, die sich über Gebühren und Entgelte finanzieren, sind eher in den sozialen Medien aktiv. Ebenso wie jene Nonprofits, die von Spendern abhängig sind. Organisationen, die sich über staatliche Förderung finanzieren, sind in den sozialen Medien weniger aktiv. Auch Organisationen mit hohen Fundraising- und Lobbying-Ausgaben nutzen soziale Medien seltener und weniger dialogorientiert. In beiden Fällen stehen die hohen Ausgaben für offline-Aktivitäten, aber nicht für Online-Engagement.</p>
<p>Effiziente Organisationssteuerung und Social Media- Nutzung stehen in einem engem Zusammenhang. Ebenso spielt die Existenz einer Organisations-Webseite mit hoher Reichweite eine ganz wichtige Rolle: Nonprofits, die über eine solche Webseite verfügen, besitzen die Kompetenzen und Ressourcen, um auch den Schritt in die sozialen Medien zu unternehmen.</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen, die auf Mitgliedschaft basieren und auf demokratischen Strukturen aufbauen, sind eher weniger im Social Web aktiv: die bestehenden Mitsprachemöglichkeiten für die eigenen Mitglieder machen eine Präsenz in den sozialen Medien und deren dialogorientierte Nutzung weniger wahrscheinlich.</p>
<p>Diesen letzten Aspekt finde ich sehr interessant. Zusammen mit der empirisch belegten Bedeutung einer Organisations-Webseite mit hoher Reichweite kann so die Social Media-Abstinenz vieler Vereine und Sozialverbände auf lokaler Ebene erkärt werden.</p>
<p>Da häufig Stadtteileinrichtungen von Verbänden oder Stadtteil-Gruppen über keine selbstverwaltete Webpräsenz verfügen &#8211; die Organisationswebseite wird vom (über)örtlichen Träger zentral gepflegt &#8211; fehlen in den Stadtteilen häufig die Kompetenzen, Mittel und Erfahrungen, die es für ein Engagement in den sozialen Medien braucht. So ist der Aufbau von sozialem Kapital über das Internet im Quartier für die dortigen Organisationen nicht möglich.</p>
<p>Ebenso wirkt sich die Konzentration auf interne Beteiligungsstrukturen wie Mitgliederversammlungen und Fachgruppen negativ auf eine Social Media-Präsenz aus und auf die Dialogbereitschaft gegenüber der gesamten Öffentlichkeit.</p>
<p>Umgekehrt bedeuten diese Ergebnisse, dass Vereine und Verbände lokal und stadtteilbezogen mehr in die Internetkompetenzen der Akteure investieren müssen. Und dass ihr binnenorientierter Blick sich zur Gesellschaft hin weiten muss, wenn eine Social Media-Präsenz angestrebt wird.</p>
<p>Die Studie zeigt am Schluss auch auf, dass es problematisch ist, von &#8220;den&#8221; sozialen Medien generell zu sprechen. Obwohl bspw. ein positiver Zusammenhang zwischen Spenderabhängigkeit und Social Media-Nutzung existiert, korreliert hier nur Facebook positiv, aber nicht Twitter (Nah/Saxton 2013, 304, 306), was bedeutet, dass die einzelnen Tools und die Organisationsmerkmale in ganz unterschiedlichem Zusammenhang stehen.</p>
<p>Wichtig ist, die Beschränkungen der dennoch hochinteressanten Studie nicht aus den Augen zu verlieren: untersucht wurden lediglich die größten Nonprofit-Organisationen, nicht aber kleinere und mittlere.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Collective Impact &#8211; gemeinsam mehr erreichen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/collective-impact-gemeinsam-mehr-erreichen/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/collective-impact-gemeinsam-mehr-erreichen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2013 15:23:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[impact]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
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		<category><![CDATA[Vernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenstransfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Der folgende Text ist ein Beitrag für die NPO-Blogparade, die erfreulicherweise wieder einmal stattfindet. Gastgeber der Blogparade ist openTransfer.de in Kooperation mit Sebastian Volberg. Das Thema lautet &#8220;Voneinander lernen in der Zivilgesellschaft / offener Wissenstransfer&#8221;. Der Startartikel befindet sich hier. Die Blogparade läuft noch bis zum 26. Mai 2013, &#8211; machen Sie mit, Sie sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der folgende Text ist ein Beitrag für die <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a>, die erfreulicherweise wieder einmal stattfindet. Gastgeber der Blogparade ist <a href="http://www.opentransfer.de/">openTransfer.de</a> in Kooperation mit <a href="http://www.sebastianvolberg.de/so-richtig-offener-ideentransfer/">Sebastian Volberg.</a> Das Thema lautet &#8220;Voneinander lernen in der Zivilgesellschaft / offener Wissenstransfer&#8221;. Der Startartikel befindet sich <a href="http://www.opentransfer.de/2209/npo-blogparade-voneinander-lernen-in-der-zivilgesellschaft/">hier</a>. Die Blogparade läuft noch bis zum 26. Mai 2013, &#8211; machen Sie mit, Sie sind herzlich eingeladen. <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/about/">Hier</a> ist erklärt, was die NPO-Blogparade ist.</em></p>
<p>Die meisten gemeinnützigen Organisationen und Dienstleister setzen auf ihre eigenen Konzepte, ihre eigene Organisation, ihre eigene Leistungsfähigkeit, kurz: auf ihre isolierte Wirkung, wenn es um die Lösung sozialer Probleme geht.</p>
<p>Staatliche Förderung und Stiftungen verstärken häufig noch diesen Trend. Wenn Projektmittel ausgeschrieben werden, bewerben sich Organisationen und müssen belegen, weshalb gerade sie und ihr Konzept die Mittel verdienen. Auf der Suche nach der innovativsten und effektivsten Organisation fördern Geldgeber den Mythos, dass eine Organisation alleine imstande ist, komplexe gesellschaftliche Probleme lösen zu können. Dies führt dazu, dass zu oft lediglich &#8220;Innovation belohnt (wird), weniger das Potenzial in Sachen Verbreitung&#8221; (<a href="http://www.opentransfer.de/2261/beitrag-zur-npo-blogparade-machen-wir-endlich-ernst/">Flor 2013</a>).</p>
<p>Andererseits befördern auch die &#8220;scaling up&#8221;-Bemühungen von Geldgebern und Plattformen wie <a href="http://www.opentransfer.de/#home">openTransfer.de</a> den Mythos vom &#8220;isolated impact&#8221; leistungsstarker und innovativer Projekte &#8211; sofern der Vernetzung mit dem regionalen Umfeld über Fachgrenzen hinweg nicht ausreichend Rechnung getragen wird.</p>
<p><a href="http://www.opentransfer.de/#home">OpenTransfer.de</a>, die &#8220;Plattform von Projektmachern für Projektmacher, die voneinander lernen und sich austauschen wollen&#8221; (<a href="http://www.opentransfer.de/2261/beitrag-zur-npo-blogparade-machen-wir-endlich-ernst/">Flor 2013</a>) samt den dazugehörigen <a href="http://www.opentransfer.de/#events">openTransfer CAMPs</a> sind eine verdienstvolle Initiative, die in die richtige Richtung weist: Wissen teilen statt Wissen horten bringt das Gemeinwesen weiter. Gute Projekte, die sich an einem Ort bewährt haben, an einen anderen zu transferieren, ist effektiver, als in den Kommunen das Rad immer wieder neu zu erfinden.</p>
<p>Aber gute Projekte zu transferieren reicht nicht aus: &#8220;Achieving high impact is not just about building a great organization and then scaling it up site by site&#8221; (<a href="http://www.ssireview.org/articles/entry/creating_high_impact_nonprofits">McLeod Grant/Crutchfield 2007</a>), &#8211; obwohl der Hype um erfolgreiche Social Entrepreneurs und Skalierung gerade in diese Richtung zeigt, siehe auch die folgende <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-61B470E4-5C268B9C/bst/xcms_bst_dms_37650_37651_2.pdf">Bertelsmann-Publikation</a>. Was ebenso wichtig ist wie der Projekttransfer ist die Vernetzung von Projekten in den Kommunen mit anderen gemeinnützigen, gewerblichen und bürgerschaftlichen Akteuren. Je komplexer Probleme sind und je weniger von vornherein die Antwort feststeht, desto notwendiger wird diese Vernetzung und das gemeinsame Lernen der beteiligten Akteure.</p>
<p>In ihrem Aufsatz <a href="http://leveragingourstrengths.ca/reading/collective_impact.pdf">&#8220;Collective Impact&#8221;</a> aus dem Jahr 2011 beschreiben Kania und Kramer die Erfolge großer Netzwerke, zu denen sich Organisationen zusammengeschlossen haben, die regional an dem selben Problem arbeiten. In diesen Netzwerken setzt man sich ein gemeinsames Ziel, man entwickelt gemeinsame Leistungsindikatoren, unterstützt sich gegenseitig und lernt zusammen.</p>
<p>Dieser Prozess setzt ein wechselseitiges Vertrauen unter den Beteiligten voraus, den Autoren zufolge ist diese Vertrauensbildung eine &#8220;monumentale Herausforderung&#8221;: &#8220;Participants need several years of regular meetings to build up enough experience with each other to recognize and appreciate the common motivation behind their different efforts&#8221; (<a href="http://leveragingourstrengths.ca/reading/collective_impact.pdf">Kania/Kramer 2011, 40</a>). Auch der Heldenrat weist in seinem <a href="http://heldenrat.org/wp/?p=2652">Blogparaden-Beitrag</a> darauf hin, wie voraussetzungsvoll und komplex der Aufbau von Vertrauen und gemeinsame Lernprozesse sind.</p>
<p>Der Transfer guter Projekte ist wichtig, aber er reicht nicht aus, weil Dienstleistungen alleine nicht ausreichen. Notwendig ist auf lokaler Ebene die Bildung von Bewegungen. Da eine Organisation alleine Probleme nicht lösen kann, muss sie lokal eine Bewegung bilden aus Akteuren, die sich denselben Zielen verschrieben haben. &#8220;Advocacy&#8221; und Vernetzung sind deshalb ebenso wichtig wie gute Arbeit oder gute Ideen (<a href="http://www.ssireview.org/articles/entry/creating_high_impact_nonprofits">McLeod Grant/Crutchfield 2007</a>). Vielleicht sind das die zwei Aspekte, um die das Projekt openTransfer ergänzt werden könnte: eine Konzentration nicht nur auf den Wissensaustausch und das Verbreiten von Projekten, sondern auch eine Sensibilisierung für die Vernetzung im Quartier, die Bildung von Bewegungen und die gemeinsame Interessenvertretung.</p>
<p>Stefan Zollondz beschreibt in seinem <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/sechs-probleme-und-eine-losung-zum-erfolgreichen-transfer-sozialer-projekte/">Beitrag </a>eindrücklich die finanzielle und mentale Sackgasse, in der sich die sozialen Dienste auf lokaler Ebene befinden. Dort ist der Gedanke des kollektiven Impacts noch nicht angekommen. Jede Organisation setzt auf die eigenen Konzepte und bewirbt sich damit um Fördergelder, mit dem Ergebnis, dass in Deutschland über eine halbe Million Nonprofits versuchen &#8220;to invent independent solutions to major social problems, often working at odds with each other and exponentially increasing the perceived resources required to make meaningful progress&#8221; (<a href="http://leveragingourstrengths.ca/reading/collective_impact.pdf">Kania/Kramer 2011, 38</a>).</p>
<p>Diejenigen Nonprofits und Initiativen, die auf openTransfer.de mitwirken und erfahren, welchen Nutzen geteiltes Wissen entfalten kann, könnten vor Ort zu Multiplikatoren werden, die für den &#8220;collective impact&#8221; werben und mit der Vernetzung im Stadtteil beginnen, an der es häufig zuallererst mangelt, &#8211; siehe dazu auch <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/sechs-probleme-und-eine-losung-zum-erfolgreichen-transfer-sozialer-projekte/">Zollondz</a> Zustandsbeschreibung.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Koproduktion und Co-Design in Leistungsvereinbarungen aufnehmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 08:38:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken. An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken.</p>
<p>An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden und sich der einzelne sein Dienstleistungsangebot selbst zusammenstellen kann (zumindest in der Theorie), so bleibt er dabei doch Konsument vorgefertigter Leistungen, d.h. er hat zumeist keinen Einfluss auf das Service Design des jeweiligen Diensteangebots.</p>
<p>Koproduktion bzw. die Beteiligung von Bürgern im Sozialbereich muss sich aber auf den ganzen Zyklus eines Hilfsangebots, also auch auf die Planungs- und Ausgestaltungsphase beziehen. Nur so erhält der einzelne die Möglichkeit, über das &#8220;wie&#8221; in der Pflege, Betreuung und Behandlung mitzubestimmen. Umgekehrt profitieren soziale Dienste von einer Einbeziehung der Bürger in Planungsprozesse. Die Qualität sozialer Dienstleistungen offenbart sich gerade im Nutzungsprozess, &#8211; so dass ohne eine Beteiligung bestehender und zukünftiger Nutzer keine effektive Dienstleistung konzipiert werden kann, &#8211; es fehlen in diesem Fall das Nutzungswissen und die Nutzungserfahrungen der betroffenen Bürger. Statt auf fertige Dienstleistungsprodukte zu setzen, müssen Austauschprozesse mit den Stakeholdern in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sozialer Dienste treten.</p>
<p>Wie können Koproduktion und Co-Design in sozialen Diensten umgesetzt werden?</p>
<p>Eine<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf"> Studie der britischen new economic foundation (nef)</a> vom Dezember 2012 analysiert, welche Aspekte die Beteiligung von Bürgern fördern (Quelle und mehr zum Projekt <a href="http://www.neweconomics.org/budgetsandbeyond">hier</a>). Zum einen auf der Ebene der Organisation: hier muss die Führung gesammelt hinter dem Ziel der Koproduktion stehen und den Mitarbeitern signalisieren, dass Koproduktion zum &#8220;default way of working&#8221;, d.h. zum Arbeitsstandard in der Einrichtung werden soll (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 2</a>). Zu diesem Zweck braucht die Führung den regelmäßigen Austausch mit den Nutzern der Einrichtung. Statt einer Steuerung auf &#8220;Armeslänge&#8221; ist ein enger Kontakt mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern angesagt.</p>
<p>An der Organisationsbasis muss die Beteiligung von Bürgern alltäglich werden. Mitarbeiter brauchen dafür entsprechende Schulungen. Auch die Stellenbeschreibungen sollten jene Kompetenzen und Aufgaben umfassen, die für koproduktives Arbeiten notwendig sind (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Die größte Hürde, die es für die Koproduktion zu nehmen gilt, sind jedoch die Leistungsvereinbarungen, die soziale Dienste mit der öffentlichen Hand bzw. den Kostenträgern schliessen. Für diese Vereinbarungen werden Rahmenverträge auf Landesebene zwischen den überörtlichen Sozialhilfeträgern bzw. den Landesverbänden der Kassen und den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege erarbeitet. Wie ein solcher Vertrag aussieht, der Art, Umfang und Vergütung sozialer Dienstleistungen festlegt, kann man sich am Beispiel des <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/rv_pambu.pdf?start&amp;ts=1274962541&amp;file=rv_pambu.pdf">Rahmenvertrags ambulante Pflege</a> des Landes Berlin ansehen (Quelle und weitere Links <a href="http://www.berlin.de/sen/soziales/vertraege/sgb11/index.html">hier</a>). Wie detailliert der Rahmen für die Dienste ist, kann man auch gut am Vergütungssystem ambulanter Leistungen erkennen, siehe die <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/leistungskomplexe.pdf?start&amp;ts=1290690141&amp;file=leistungskomplexe.pdf">Anlage </a>1 zum Rahmenvertrag.</p>
<p>Entsprechende Rahmenverträge sind keine Berliner Spezifität, sondern es gibt sie in derselben Art in allen Bundesländern, &#8211; nur hat Berlin sie auch veröffentlicht, im Unterschied zu den meisten anderen staatlichen oder freigemeinnützigen Stellen, die über die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen in der Regel nichts preis geben.</p>
<p>An den Kontraktverhandlungen zwischen Staat und freien Trägern sind Bürger nicht beteiligt. In den Kontrakten selbst wird die Beteiligung von Bürgern an der Leistungsausgestaltung nicht erwähnt. Immerhin können Nutzer und ihre Angehörige in Qualitätsdialoge einbezogen werden (<a href="http://www.berlin.de/sen/jugend/rechtsvorschriften/brvj.html">BRV Jug</a>, <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-jugend/rechtsvorschriften/brvj/brvjug_anlage_b.pdf?start&amp;ts=1279280388&amp;file=brvjug_anlage_b.pdf">Anlage B</a>, Punkt 3).</p>
<p>Um Koproduktion und Co-Design zu institutionalieren, müssten entsprechende Vorgaben in die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen einfließen. Auf lokaler Ebene hat in Großbritannien Camden Town einen solchen Versuch unternommen und Koproduktions-Vorgaben in ihre Leistungsausschreibung für einen sozialen Dienst eingefügt:</p>
<p>&#8221; We would encourage providers to adopt the model of co-production whereby services are planned and delivered in mutually beneficial ways that acknowledge and reward local lay experience while continuing to value professional expertise. Service users should be regarded as an asset and encouraged to work alongside professionals as partners in the delivery of services. (&#8230;) Networks of friends and families should also be considered positive co-contributors to success in this approach&#8221; (<a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Auch Australien will im öffentlichen Sektor neue Wege gehen und das Co-Design etablieren, gerade in den Bereichen, in denen die Beziehungen zwischen Bürgern und Staat komplexer sind und über standardisierbare Verfahren hinausgehen wie im Bereich sozialer Dienste (<a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011</a>). Co-Design ist der australischen Regierung zufolge mehr als Konsultation und Kundenbefragung, &#8211; &#8220;It means engaging with individuals and groups from the beginning to the end of the process&#8221; (zit. nach <a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011, S. 35</a>).</p>
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		<title>Zukunft der Bürgergesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2012 12:01:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Entwicklung soll die aktive Bürgergesellschaft in unserem Land nehmen? Dazu äußert sich ganz aktuell die &#8220;Denkschrift Bürgergesellschaft&#8221;(2012) von Backhaus-Maul/Nährlich/Speth, die schon 2009 in die Diskussion eingebracht und jetzt aktualisiert wurde. Die Autoren kritisieren in der Denkschrift die &#8220;fatale Staatsabhängigkeit&#8221; der hiesigen Bürgergesellschaft, die es zu durchbrechen gelte. Defizite werden speziell in der Steuerung, Finanzierung, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Entwicklung soll die aktive Bürgergesellschaft in unserem Land nehmen?</p>
<p>Dazu äußert sich ganz aktuell die <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/fp_files/Denkschrift_Buergergesellschaft_2012.pdf">&#8220;Denkschrift Bürgergesellschaft&#8221;</a>(2012) von Backhaus-Maul/Nährlich/Speth, die schon 2009 in die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/uber-die-denkschrift-burgergesellschaft-berlin-2009-welcher-weg-soll-eingeschlagen-werden/">Diskussion</a> eingebracht und jetzt aktualisiert wurde.</p>
<p>Die Autoren kritisieren in der Denkschrift die &#8220;fatale Staatsabhängigkeit&#8221; der hiesigen Bürgergesellschaft, die es zu durchbrechen gelte. Defizite werden speziell in der Steuerung, Finanzierung, Transparenz und Rechenschaft von bürgerschaftlichen Akteuren gesehen (S. 3). Als Ziel wird die Selbststeuerung und Selbstorganisation der Bürgergesellschaft formuliert, die möglichst frei von administrativer und parteipolitischer Einflussnahme sein soll (S. 22ff).</p>
<p>Auffällig ist, dass in der Denkschrift die Beteiligung von Bürgern an Entscheidungen im Dritten Sektor nicht thematisiert wird. Auch eine Reflexion der Rolle gemeinnütziger Organisationen als demokratische Akteure sucht man in der Denkschrift vergebens. Die Organisationen der Bürgergesellschaft werden von vornherein als &#8220;zivil&#8221; und &#8220;demokratisch&#8221; eingestuft. Sie können sich den Autoren zufolge nur entwickeln, wenn sich der Staat zurückzieht. Dass ein demokratischer Staat aber &#8211; trotz mancher Fehlsteuerung &#8211; die Voraussetzungen garantiert, die für die Entfaltung einer zivilen Bürgergesellschaft notwendig sind (siehe <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/downloads/fjnsb_2009-1_evers.pdf">Evers 2009</a>), wird nirgends gewürdigt.</p>
<p>Den staatlichen Serviceeinrichtungen für das Bürgerengagement wird vorgeworfen, dass es sich hier zwar um staatliche Akteure handle, die aber nicht mehr &#8220;im Sinne einer staatlichen Handlungslogik und in staatlichen Handlungsstrukturen&#8221; agierten. Diese Aussage führt zum Kern der Argumentation: offensichtlich wird &#8220;Zivilität&#8221; und &#8220;Bürgerschaftlichkeit&#8221; mit dem Dritten Sektor gleichgesetzt und nicht gesehen, dass Zivilität und Bürgerschaftlichkeit auch in anderen Sektoren &#8211; im Staat, in der Wirtschaft &#8211; als Haltung vorhanden sein können: &#8220;people can act and speak civicly in all sorts of organizations&#8221; (<a href="http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11266-009-9087-y?LI=true">Eliasoph 2009, 294</a>).</p>
<p>Demokratie und Zivilität werden nicht durch den Rückzug gemeinnütziger Organisationen in &#8220;ihren&#8221; Sektor gestärkt, sondern durch den Austausch aller &#8211; über Sektorengrenzen hinweg &#8211; die bereit sind, Bürgern mehr Handlungsspielräume zuzugestehen. Staatliche Akteure gehören bei diesem Austausch selbstverständlich dazu: &#8220;Demokratische Staatlichkeit ist eine zentrale Ressource für soziales Kapital &#8211; und Zivilität&#8221; (<a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/downloads/fjnsb_2009-1_evers.pdf">Evers 2009, S. 84)</a>.</p>
<p>Die Autoren kritisieren zu Recht die zum Teil ausgeprägten Regulierungsversuche des Staates gegenüber dem Bürgerengagement. Sie verweisen auch auf die Strategie der Exekutive, in diesem Feld noch mehr Kompetenzen an sich zu ziehen. Aber sie kritisieren nur den Staat. Sie verschließen ihrerseits die Augen vor den Defiziten gemeinnütziger Organisationen, wie der häufig unterentwickelten Partizipationskultur. Die Stellung von Bürgerinnen und Bürgern gegenüber gemeinnützigen Organisationen und Staat wird in der Denkschrift nicht beleuchtet. Die Autoren argumentieren aus einer gänzlich institutionellen Perspektive heraus. Sie sehen die &#8220;Organisationen der Bürgergesellschaft in einem latenten Konfliktverhältnis mit Staat, Wirtschaft und Gesellschaft&#8221; (S. 3). Sehr häufig ist davon aber nichts zu bemerken. Sondern Staat und gemeinnützige Verbände werden sich einig, wenn es darum geht, inhaltliche und finanzielle Regelungen für ein Politikfeld &#8211; wie den Sozialsektor &#8211; zu finden. Die einzigen, die hier am Rand stehen und keine Mitsprachemöglichkeiten besitzen, sind die Bürger selbst, &#8211; ein Umstand, der den Autoren kein Kopfzerbrechen bereitet.</p>
<p>Die Zukunft der Zivilgesellschaft und unserer Demokratie liegt gerade im Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger. Nicht der Rückzug &#8211; &#8220;exit&#8221; &#8211; in den eigenen Sektor, wie ihn die Autoren vorschlagen, ist die Lösung, sondern die verstärkte Beteiligung von Bürgern &#8211; &#8220;voice&#8221; &#8211; an der Entscheidungsfindung in allen Sektoren. Notwendig ist eine Demokratisierung kommunaler Politik- und Verwaltungsprozesse und der gemeinützigen Arbeit. Bürgerinnen und Bürger wollen im Alltag mehr Mitsprache. Die von den Autoren kritisierte Koproduktion &#8211; Bürger helfen mit bei der Erstellung von Dienstleistungen &#8211; verschwindet nicht durch diese Kritik. Vielmehr muss es darum gehen, Bürgern garantierte Mitsprachrechte bei der Planung, dem Design, der Steuerung und der Evaluation von politischen Programmen einzuräumen.</p>
<p>Das ist eine Botschaft, die viele der Organisationen der Bürgergesellschaft verunsichern wird, die sich bisher häufig mit ihren eigenen professionellen Standards befassen, &#8211; und nicht mit dem Willen der Bürger. Die Denkschrift hat dieses Feld &#8211; das den Dritten Sektor noch sehr beschäftigen wird &#8211; komplett ausgeklammert. Es stellt sich die Frage, welches politische Gewicht einer Denkschrift zukommt, die in der heutigen Zeit den Bereich der Bürgerbeteiligung vollkommen ausspart?</p>
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		<title>Für eine Kultur der Mitgestaltung: Co-Design in Nonprofits</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Nov 2012 14:41:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[In unserem Land ist das Engagement von Bürgern willkommen, aber nicht unbedingt ihre Mitgestaltung. Die Politik der Bundesregierung gegenüber der Zivilgesellschaft steht unter der Prämisse einer &#8220;Kultur der Mitverantwortung&#8221;, &#8211; bürgerschaftliches Engagement wird als &#8220;Bürgerpflicht&#8221; gegenüber dem Gemeinwesen verstanden (Engagementmonitor 2012, 10). Die anderen Potentiale des Engagements &#8211; der Wunsch nach Mitgestaltung und der Wille, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In unserem Land ist das Engagement von Bürgern willkommen, aber nicht unbedingt ihre Mitgestaltung. Die Politik der Bundesregierung gegenüber der Zivilgesellschaft steht unter der Prämisse einer &#8220;Kultur der Mitverantwortung&#8221;, &#8211; bürgerschaftliches Engagement wird als &#8220;Bürgerpflicht&#8221; gegenüber dem Gemeinwesen verstanden (<a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Engagementmonitor-2012-Erster-Engagementbericht-2012,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf">Engagementmonitor 2012, 10</a>). Die anderen Potentiale des Engagements &#8211; der Wunsch nach Mitgestaltung und der Wille, das eigene Wissen und die persönlichen Erfahrungen stärker einbringen zu können &#8211; spielen demgegenüber keine prominente Rolle.</p>
<p>Kritiker werfen der Bundesregierung (und dem <a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Engagement/Pdf-Anlagen/engagementbericht-langfassung,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf">Ersten Engagementbericht</a>) deshalb vor, dass das bürgerschaftliche Engagement nur als &#8220;Koproduzent sozialer Dienstleistungen&#8221; willkommen ist (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2012/10/nl20_strachwitz.pdf">Strachwitz 2012, 7</a>) und ihm eine weitergehende Rolle nicht zugestanden wird.</p>
<p>Wenn staatliche Stellen von &#8220;Koproduktion&#8221; sprechen &#8211; der Einbeziehung von Bürgern in die Erstellung von Dienstleistungen &#8211; , sollte man demnach als BürgerIn erst kritisch prüfen, ob dahinter wirklich der Wille steht, die Zivilgesellschaft stärker an der Planung und Ausgestaltung von Diensten zu beteiligen. Oder ob das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; nur als schöne Umschreibung für &#8220;cheap labor by citizens&#8221; (Cahn/Gray 2012) benutzt wird.</p>
<p>&#8220;Koproduktion&#8221; ist kein neutraler Begriff, sondern ein politischer, der je nach eigenem Standpunkt unterschiedlich ausgelegt wird. Für die Bürgerschaft ist es wichtig, restriktive Deutungen von &#8220;Koproduktion&#8221;, die zugunsten des Staates und zu Lasten der eigenen Mitbestimmungsmöglichkeiten ausgelegt sind, zurückzuweisen und sich dafür einzusetzen, dass Koproduktion sich immer auf den ganzen Policy-Zyklus bezieht, d.h. auch auf die Planung, das Design und die Evaluation von Leistungen.</p>
<p>Die Wohlfahrtsverbände &#8211; d.h. die großen Player auf dem Feld sozialer Dienste &#8211; haben sich mit der restriktiven Auslegung von Koproduktion (&#8220;mithelfen aber nicht mitgestalten&#8221;) gut eingerichtet. Aber auch die Verbände sind keine monolithischen Blöcke. Sie zerfallen in unterschiedliche Fraktionen. Und hier gibt es durchaus einige, die sich für mehr Bürgerbeteiligung in den eigenen Reihen einsetzen.</p>
<p>Wie können Bürger stärker in die Ausgestaltung sozialer Dienstleitungen einbezogen werden? Durch die Einführung des <strong>Co-Design</strong> in staatlichen und gemeinnützigen Einrichtungen, das Bürgern die Chance gibt, sich am gesamten Designprozeß zu beteiligen, auf Augenhöhe mit der Organisation und den involvierten Fachleuten (vgl. <a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15710880701875068">Sanders/Stappers 2008</a>). Nicht nur der unmittelbare Nutzer steht hier im Mittelpunkt, sondern alle Bürger und Gemeinschaften, die von einem Dienst berührt sind. Sie gilt es in einen offenen Gestaltungsprozeß einzubeziehen, der nicht auf ein fertiges &#8220;Produkt&#8221; fokussiert, sondern den Beteiligten eine Handlungsplattform zur Verfügung stellt (<a href="http://www.gowerpublishing.com/isbn/9780566089206">Meroni/Sangiorgi 2011, 3</a>), die die Interaktion und Artikulation von Interessen ermöglicht: &#8220;we are moving from the design (..) of &#8216;products&#8217; to designing for people&#8217;s purposes&#8221; (<a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15710880701875068">Sanders/Stappers 2008, 10</a>).</p>
<p>Die Organisation und die beteiligten Fachleute verlieren ihre einseitige Deutungshoheit im Designprozeß: wie ein Dienst schlußendlich aussieht, wird kollaborativ erarbeitet. Damit verbunden ist auch die Hoffnung, dass Dienste, die so partizipativ ausgestaltet werden, ihrerseits wieder als &#8220;transformative services&#8221; (<a href="http://www.ijdesign.org/ojs/index.php/IJDesign/article/view/940/344">Sangiorgi 2011</a>) das Gemeinwesen beeinflussen und dort als Inkubatoren für Zusammenarbeit, Beteiligung und Innovation wirken.</p>
<p>Welchen Nutzen haben Nonprofits und Bürger von einem partizipativen Service Design?</p>
<p><a href="http://www.ijdesign.org/index.php/IJDesign/article/view/890/346" target="_blank" rel="noopener">Steen/Manschot/De Koning (2011)</a> zählen einige auf:</p>
<ul>
<li>Dienste werden qualitativ besser und passgenauer, die Zufriedenheit der Nutzer wächst</li>
<li>Organisationen und Bürger lernen von- und miteinander, entwickeln ein gegenseitiges Verständnis und können ihre Zusammenarbeit verbessern</li>
<li>Es entstehen Innovationen, die eine Seite allein nicht hätte entwickeln können, und zwar in relativ kurzer Zeit</li>
<li>Das Verhältnis zwischen Organisation und Bürgern gewinnt an Stabilität und Qualität, was sich auf die Realisierung zukünftiger Projekte positiv auswirkt</li>
</ul>
<p>All dies bleibt jedoch Zukunftsmusik, wenn staatliche Institutionen darauf verzichten, mehr Bürgerbeteiligung im Sozialbereich zu ermöglichen und Wohlfahrtsverbände über entsprechende Leistungsverträge in diese Richtung zu drängen. Stiftungen könnten ebenfalls eine wichtige Rolle als Treiber von &#8220;Koproduktion&#8221; und &#8220;Co-Design&#8221; spielen. Aber wo ist die (Bürger)Stiftung, die sich diesem Ziel verschrieben hat?</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Cahn, Edgar S./Gray, Christine (2012): Co-Production from a Normative Perspective, in: Pestoff, Victor/Brandsen, Taco/Verschuere, Bram (eds): New Public Governance, the Third Secor and Co-Produktion, NY: Routledge.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tauschnetzwerke &#8211; ein attraktives Modell für gemeinnützige Organisationen und Bürger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2012 10:34:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin zum Resource-Raising (siehe <a href="http://www.cloresocialleadership.org.uk/caroline-beaumont.aspx">Beaumont 2011 </a>und meinen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vom-fundraising-zum-resource-raising/">Blogartikel</a> dazu).</p>
<p>Obwohl gemeinnützige Organisationen generell ihre Ressourcensituation beklagen, steigert es nicht automatisch ihren <em>impact</em>, wenn mehr finanzielle Mittel von außen zugeführt werden. Die Vitalität des gemeinnützigen Sektors hängt vielmehr sehr stark von dessen Fähigkeit ab, lokale Austauschnetzwerke zu bilden (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009</a>), &#8211; sprich: es kommt darauf an, was man gemeinschaftlich aus den vorhandenen Budgets macht und wie effektiv und effizient man die zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzt.</p>
<p>Eine sehr gute und noch viel zu wenig verbreitete Möglichkeit, die Ressourcen von Nonprofits und der Zivilgesellschaft besser zu nutzen, sind lokale Austauschnetzwerke &#8211; Tauschringe &#8211; in denen die Mitglieder Ressourcen und Fähigkeiten untereinander tauschen, ohne dass Geld involviert wäre. Der Austausch erfolgt vielmehr über Gutschriften. Niemand muss mit demjenigen tauschen, von dem er/sie etwas erhalten hat, sondern die Tauschnetzwerke ermöglichen indirekte und mulilaterale Tauschbeziehungen.</p>
<p>In Deutschland gibt es an die 436 Tauschringe (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>) mit jeweils 60-100 Teilnehmern (<a href="http://kops.ub.uni-konstanz.de/bitstream/handle/urn:nbn:de:bsz:352-opus-18668/Aufsatz_Soziale_Welt.pdf?sequence=1">Hinz/Wagner 2005</a>). Die Tauschringe wurden bisher insbesondere in Räumen mit vielen Einwohnern, guter Wirtschaftssituation und ökologischer Orientierung gegründet (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>).</p>
<p>Welche Tauschring-Modelle gibt es? Man kann grundsätzlich drei Formen unterscheiden (vgl. <a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/The_New_Wealth_Of_Time_1.pdf">new economics foundation (nef) 2008, 14</a>):</p>
<p><strong>Person-to-Person (P2P):</strong> In diesen Austauschnetzwerken treffen sich Privatpersonen. In Deutschland entstanden viele dieser Person-to-Person-Tauschringe mit Unterstützung kirchlicher oder wohlfahrtsverbandlicher Einrichtungen (Hinz/Wagner 2010).</p>
<p><strong>Person-to-Agency (P2A):</strong> An diesen Tauschnetzwerken nehmen neben Privatpersonen auch Organisationen teil, vor allem öffentliche und gemeinnützige. Sie vergüten freiwilliges Engagement in der eigenen Einrichtung mit Gutschriften und öffnen gleichzeitig Teile ihres Leistungsangebots für die Tauschring-Mitglieder.</p>
<p><strong>Agency-to-Agency (A2A):</strong> hier handelt es sich um Tauschringe unter Organisationen, die untereinander Wissen, Räume, Fertigkeiten usw. teilen.</p>
<p>Für Nonprofits bieten Tauschringe untereinander (A2A) &#8211; durchaus auch unter Beteiligung öffentlicher und privatwirtschaftlicher Organisationen &#8211; eine attraktive Entwicklungsmöglichkeit: Räume, Autos, Geräte und gesammelte Kenntnisse könnten durch das Teilen besser ausgenutzt werden. Nonprofits würden ihre Potenziale so besser realisieren, statt durch das Ressourcenargument sich ständig selbst auszubremsen. Die Zivilgesellschaft insgesamt profitiert von einem gut vernetzten Dritten Sektor, der Ressourcen effizient einsetzt, da mehr und bessere Leistungen angeboten werden können als in einem Klima der gegenseitigen Sprachlosigkeit und Konkurrenz.</p>
<p>Interessante Perspektiven für das Gemeinwesen eröffnen sich durch Tauschringe speziell dann, wenn Schnittstellen zwischen Organisationen und Bürgern existieren, also bei P2A-Modellen.</p>
<p>In diesem Fall können Organisationen das Wissen und die Kompetenzen der Bürger/innen in ihre Einrichtungen holen uns so ihr Dienstleistungsangebot erweitern bzw. Angebote stärker koproduzieren. Dazu müssen Organisationen entsprechende Teilhaberäume schaffen und sich nach außen hin öffnen: Dienste verändern sich hin zu einem &#8220;open community-led service, where community assets are shared and utilised. What lies outside (&#8230;) is allowed to come in&#8221; (<a href="http://www.timebanking.org/wordpress/wp-content/uploads/downloads/2011/09/TBUK-Final-Brochure.pdf">Timebanking UK 2011, 20</a>). Gleichzeitig bieten Organisationen ihre Ressourcen auch dem Gemeinwesen an, d.h. sie teilen Räume, Wissen, Fertigkeiten mit anderen. So wird eine Vernetzung zwischen Nonprofits und dem Gemeinwesen hergestellt, die in vielen Einrichtungen so schmerzlich fehlt.</p>
<p>Für das <strong>bürgerschaftliche Engagement</strong> böten P2A-Tauschringe zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Während beim herkömmlichen Engagement ein Bürger mit einer Organisation in Verbindung tritt und der bilaterale Austausch dominiert, vernetzt ein Tauschring den einzelnen stärker mit dem Gemeinwesen: durch credits, die ihm das Engagement einbringt, erhält der Freiwillige die Chance, noch andere Angebote und Dienste der örtlichen Gemeinschaft kennenzulernen und sich breiter zu vernetzen.</p>
<p>Der Tauschgedanke könnte auch eine Alternative bieten zu den beiden herkömmlichen Wegen des bürgerschaftlichen Engagements: des freiwilligen Engagements &#8220;<a href="http://www.talente-ring.de/content/view/57/69/">für nix</a>&#8221; und der zunehmenden materiellen Vergütung der Freiwilligentätigkeit im Rahmen von Freiwilligendiensten (BFD, FSJ, FÖJ).</p>
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		<title>Gemeinnützige Organisationen brauchen Netzwerke &#8211; welche genau?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/gemeinnutzige-organisationen-brauchen-netzwerke-welche-genau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2012 14:27:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Soziale Dienste sind auf den Einzelfall fixiert. &#8220;Trotz Gruppenarbeit, trotz Gemeinwesenarbeit: Der Fallbezug dominierte die Soziale Arbeit und er prägt sie bis heute&#8221; (Hinte 2011, 101). Verantwortlich dafür sind die Leistungsgesetze und die sozialarbeiterische Praxis: beide lösen den einzelnen aus seinen sozialen Zusammenhängen heraus, um seinen Besonderheiten gerecht zu werden, und desintegrieren somit. Durch die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soziale Dienste sind auf den Einzelfall fixiert. &#8220;Trotz Gruppenarbeit, trotz Gemeinwesenarbeit: Der Fallbezug dominierte die Soziale Arbeit und er prägt sie bis heute&#8221; (Hinte 2011, 101). Verantwortlich dafür sind die Leistungsgesetze und die sozialarbeiterische Praxis: beide lösen den einzelnen aus seinen sozialen Zusammenhängen heraus, um seinen Besonderheiten gerecht zu werden, und desintegrieren somit.</p>
<p>Durch die Personalisierung der Hilfen rücken kollektive Ressourcen und Möglichkeiten in den Hintergrund und damit die Chance, kollaborative Systeme sozialer Hilfen zu schaffen.</p>
<p>Der Blick auf den Einzelfall prägt den sozialen Bereich bis ins Innerste. Auch im Freiwilligenmanagement dominieren Kozepte, die das bilaterale Verhältnis zwischen der Einrichtung und dem einzelnen Freiwilligen regeln, statt die Community der Freiwilligen und ihre Netzwerke stärker in den Blick zu nehmen.</p>
<p>Die soziale Arbeit mit ihren verbandlichen Einrichtungen hat sich durch diese individualisierende und desintegrative Praxis selbst zu einem gesonderten System entwickelt, das zu wenig in die Gesellschaft eingebunden ist. Die zentrale Zukunftsstrategie für Nonprofits im Sozialbereich muss deshalb lauten, Netzwerke aufzubauen &#8211; in die Zivilgesellschaft hinein und gemeinsam mit staatlichen Akteuren und Unternehmen. Welche Netzwerke werden notwendig?</p>
<p><strong>Wissens &#8211; und Kommunikationsnetzwerke:</strong> Nonprofits sollten sich auf lokaler Ebene zu Knotenpunkten entwickeln, die das Wissen der Bürger aufgreifen, Diskurse anstossen und der Zivilgesellschaft die Möglichkeit zum wechselseitigen Austausch bieten. Soziale Dienste wären demnach auch &#8220;information-associations&#8221; bzw &#8220;info-sociations&#8221; (<a href="http://ci-journal.net/index.php/ciej/article/view/807">Sadoway 2012</a>), die lokal Wissen bündeln, abbilden und in den politischen Prozeß einspeisen (dazu gehören auch offene Daten). Vom Bürgerwissen profitiert die Qualität der lokalen Infrastruktur. Durch die Vernetzung und den Dialog untereinander werden Gegenöffentlichkeiten geschaffen. Bürger erhalten die Möglichkeit, ihre Perspektive auf das örtliche Gemeinwesen schicht- und generationenübergreifend einzubringen. Das Internet spielt eine wichtige Rolle, um solche Wissens- und Kommunikationsnetzwerke aufzubauen. Tools wie Wikis, Webkarten oder Online-Communities können dafür sehr gut genutzt werden.</p>
<p><strong>Partizipationsnetzwerke:</strong> Nonprofits sollten sich zu Knotenpunkten der Beteiligung entwickeln. In den Einrichtungen und durch sie muss Teilhabe gefördert werden. Nicht nur Bürger profitieren von einer partizipativen Praxis in Nonprofits, &#8211; auch die Dienste selbst können sich vor Ort als zivilgesellschaftlich eingebundene Akteure im politischen Prozeß profilieren. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, um Bürger auch digital zu beteiligen und ihnen Gestaltungs- und Mitmach-Chancen anzubieten (vgl. meinen letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burgerschaftliches-engagement-als-burgerbeteiligung-welche-moglichkeiten-bietet-das-internet/">Blogbeitrag</a>).</p>
<p><strong>Koproduktionsnetzwerke:</strong> Koproduktion weist über das bilaterale Verhältnis zwischen Dienst und Nutzer hinaus: &#8220;co-production opens up the arena to other actors who could possbly play a role in the provision of public services&#8221; (<a href="http://www.springerlink.com/content/6588064g12242337/">Meijer 2012,s.p.</a>). Soziale Dienste sollten Koproduktionsnetzwerke gemeinsam mit Bürgern und anderen Einrichtungen aufbauen, um soziale Dienstleistungen kollaborativ zu erstellen. Dafür kann auch das Internet genutzt werden. Koproduktion über das Internet findet derzeit im Sozialbereich hautsächlich in der Beratung statt: Bürger steuern in Foren ihr Wissen bei und koproduzieren so Beratungsleistungen gemeinsam mit Fachkräften, die sich bei Bedarf einschalten (siehe z.B. &#8211; in Ansätzen &#8211; den <a href="http://www.familienratgeber.de/dialog/familienratgeber.php">Familienratgeber</a> der Aktion Mensch). Diese kollektive Form der Koproduktion hat einen besonderen Mehrwert: sie schafft zusätzlich noch &#8216;communities of interests&#8217; &#8211; d.h. den teilnehmenden Bürger/inenn wird bewusst, dass sie mit ihrer Anfrage und ihrem Problem nicht alleine sind (<a href="http://www.springerlink.com/content/6588064g12242337/">Meijer 2012</a>).<br />
Wo geht die Koproduktion über den Beratungsbereich hinaus und bezieht das Service-Design oder die Implementation von Dienstleistungen mit ein? Auf Anhieb fällt mir keine hiesige (kollektiv ausgerichtete) Koproduktions-Plattform im Sozialbereich ein, die schon diese beiden Bereiche mit einschliessen würde.</p>
<p><strong>Ressourcennetzwerke:</strong> Nonprofits sollten untereinander und über Fachgrenzen hinweg Netzwerke aufbauen, um (zusätzlich zum Fundraising) vorhandene Ressourcen zu teilen, zu tauschen und sich wechselseitig auszuleihen. Was auf Bürgerseite immer mehr Unterstützer findet &#8211; das Teilen von <a href="http://www.autonetzer.de/">Autos</a>, <a href="http://www.couchsurfing.org/">Wohnräumen</a>, <a href="http://www.lamachineduvoisin.fr/">Waschmaschinen </a>und das wechselseitige <a href="http://www.leihdirwas.de/">Ausleihen </a>von Gegenständen sowie das <a href="http://www.tauschforum-stuttgart.de/">Tauschen </a>von Dienstleistungen und Dingen &#8211; sollte auch im Nonprofit-Sektor zur Normalität werden, um dem chronischen Ressourcenmangel abzuhelfen. Dieser Ressourcenmangel existiert nur auf den ersten Blick, &#8211; auf den zweiten sieht man, wie viel Wissen, Fertigkeiten, Räume, technische Geräte, Autos usw. in gemeinnützigen Organisationen nur unzureichend genutzt werden. Solche Aktivposten sollten stärker in gemeinsame Ressourcennetzwerke eingebracht werden. Wo über eine Zeitbank oder einen Tauschring Schnittstellen hin zum Gemeinwesen existieren, können auch Bürger und die lokale Wirtschaft in das Ressourcennetzwerk einbezogen werden (vgl. <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/networking-discussions/blogs/18683/12/02/03/timebanking-across-organisations-how-create-economy-abun">Camden Shares</a>). So können Nonprofits auch ihre Verbindungen zur Gesellschaft stärken und mit begrenzten Budgets den maximalen impact erzielen.</p>
<p><strong>Räumliche Netzwerke über verschiedene Ebenen:</strong> Nonprofits müssen ihre örtlichen Netzwerke über das Internet um Akteure und Ressourcen aus anderen Orten ergänzen. Von dieser überörtlichen Vernetzung profitieren die eigenen Zielgruppen, die zum Teil erst über das Internet Gleichgesinnte und Menschen mit ähnlichen Bedarfen kennenlernen. So entstehen &#8211; digital vermittelt &#8211; vor Ort neue Interessens- und Identitätsgemeinschaften (vgl. <a href="http://www.thersa.org/__data/assets/pdf_file/0011/518924/RSA_Communities-Connected-AW_181011.pdf">Morris/Gilchrist o.J., 8</a>), die die örtliche Zivilgesellschaft mit neuen Handlungspotentialen ausstatten. Nonprofit-Organisationen profitieren ihrerseits von den Ressourcen überörtlicher Akteure, &#8211; nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar durch die Ressourcen, die in den jeweiligen Netzwerken der überörtlichen Akteure schlummern.</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Hinte, Wolfgang (2011): Sozialräume gestalten statt Sondersysteme befördern, in: Teilhabe , Heft 3, 100-106.</li>
</ul>
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