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	<title>Transparenz &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Staat und freie Wohlfahrtspflege &#8211; ein problematisches Verhältnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2013 10:53:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Verhältnis zwischen Staat und gemeinnützigen Organisationen ist aktuell von Problemen geprägt. Mittelkürzungen, strengere Vergabekritierien für öffentliche Gelder, Verringerung inhaltlicher Handlungsspielräume, zu starke Steuerung und Kontrolle, Vereinnahmung als Dienstleister, &#8211; das sind die staatlich forcierten Entwicklungen, unter denen speziell die freie Wohlfahrtspflege leidet (Droß/Priller 2013). Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) hat dem belasteten Verhältnis zwischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verhältnis zwischen Staat und gemeinnützigen Organisationen ist aktuell von Problemen geprägt. Mittelkürzungen, strengere Vergabekritierien für öffentliche Gelder, Verringerung inhaltlicher Handlungsspielräume, zu starke Steuerung und Kontrolle, Vereinnahmung als Dienstleister, &#8211; das sind die staatlich forcierten Entwicklungen, unter denen speziell die freie Wohlfahrtspflege leidet (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL21_Gastbeitrag_Dross_Priller.pdf">Droß/Priller 2013</a>). Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) hat dem belasteten Verhältnis zwischen Staat &#8211; Drittem Sektor &#8211; Zivilgesellschaft erst kürzlich <a href="http://www.b-b-e.de/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2013/4-quartal-2013/newsletter-nr-21-vom-17102013/#20797">einen Themenschwerpunkt im BBE-Newsletter</a> gewidmet, der einen guten Überblick über die aktuellen Forschungsergebnisse und Diskurse zum Thema gibt.</p>
<p>Wie sich die Probleme zwischen Staat und freien Trägern im Alltag am Beispiel der Behindertenhilfe auswirken, macht ein Beitrag von Walter/Raß (2013) in der<a href="http://www.sozialwirtschaft.nomos.de/archiv/2013/heft-2/"> Zeitschrift für Sozialwirtschaft</a> deutlich, der auch auf der <a href="http://www.consozial.de/index.php?section=232">ConSozia</a>l diskutiert wurde. Die Autoren sehen einige Stolpersteine, die die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Kostenträgern und Nonprofit-Organisationen in diesem Hilfefeld prägen:</p>
<ol>
<li>Der Preiswettbewerb verdrängt den Qualitätswettbewerb. Unter Qualität wird immer häufiger nur ein Mindeststandard verstanden. Innovative Dienste werden in vielen Regionen von ihren Kostenträgern ausgebremst. In der Fläche gibt es zu wenig Anreize für die Dienste, ihr Angebot effektiver oder innovativer zu gestalten, da dieses Engagement von den Kostenträgern nicht honoriert und als &#8220;mehr Arbeit&#8221; empfunden wird. Speziell in der Behindertenhilfe vermissen die Autoren in vielen Regionen den politischen Gestaltungswillen der Kostenträger, der notwendig wäre, um die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, die auf Inklusion zielt. In diesen Regionen wird die Teilhabe von öffentlicher Seite nicht forciert, so dass die Teilhabe-Landschaft sich in Deutschland immer mehr zu einem &#8220;Flickenteppich&#8221; entwickelt, mit ganz unterschiedlichen Chancen für die Realisierung von Inklusion (Walter/Raß 2013, 13).</li>
<li>Der bürokratische Aufwand für die Sozialeinrichtungen nimmt erheblich zu aufgrund von mehrfachen und unterschiedlichen Dokumentationspflichten. Jede Behörde, mit der eine Einrichtung in der Behindertenhilfe zusammenarbeitet, &#8211; und sie ist mit dutzenden von Behörden in Kontakt (am Beispiel einer Behindertenwerkstätte sind dies 60-90 Ämter u.a. Bundesanstalt für Arbeit, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Sozialhilfeträger, Landesamt für Versorgung, Berufsgenossenschaft, Brandschutzbehörden, Landesbehörden, Baubehörden, Gewerbeaufsicht, kommunale Behörden, Integrationsamt usw.), &#8211; jede dieser Behörden hat ihre eigenen Qualitätsvorgaben und Prüfmethoden, denen die Sozialeinrichtung Rechnung tragen muss. Dazu kommen noch die unterschiedlichen Messverfahren, um den personenbezogenen Hilfebedarf zu erfassen. Hier herrscht keine Einigkeit zwischen Staat und freien Trägern. Im Gegenteil: die Messung des Hilfebedarfs und des notwendigen Personaleinsatzes sind ein Quell unendlicher Diskussionen zwischen Kostenträgern und der Sozialeinrichtung, die viele Ressourcen bindet (ebd., 14).</li>
<li>Angesichts der staatlichen Regulierung ist es schwierig, inklusive Projekte in der Praxis umzusetzen, da hier erhebliche administrative Probleme auftauchen. Werden Kinder mit und ohne Behinderung gleichzeitig betreut, gelten für beide Gruppen ganz unterschiedliche Personalschlüssel und räumliche Vorgaben. Die Sozialeinrichtung muss gegenüber der staatlichen Aufsichtsbehörde sicherstellen, dass die unterschiedliche Leistungsbemessung exakt umgesetzt wird, &#8211; in einem inklusiven Projekt, das den Anspruch hat, Menschen zusammenzubringen und nicht zu trennen (ebd., 14). <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL21_Gastbeitrag_Heinze.pdf">Heinze (2013)</a> redet angesichts des hohen Regulierungsgrades im Sozialsektor von der &#8220;frozen welfare state&#8221;-Landschaft, die integrative Angebote erschwert.</li>
</ol>
<p>Die geschilderten Rahmenbedingungen führen laut <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL21_Gastbeitrag_Klenk.pdf">Klenk (2013)</a> zu einer &#8220;institutionellen Auszehrung&#8221; des Dritten Sektors, d.h. zu einem Verlust von Autonomie, Ehrenamt und Glaubwürdigkeit gemeinnütziger Organisationen.</p>
<p>Wie kann der Dritte Sektor gegenüber dem Staat gestärkt werden? Zwei Bausteine werden wichtig: <strong>mehr Teilhabe</strong> und <strong>mehr Transparenz</strong>.</p>
<p>Walter/Raß (2013) weisen selbst daraufhin: die Nutzer sozialer Dienste, hier: der Behindertenhilfe, sind an den Preisverhandlungen zwischen öffentlicher Hand und freier Wohlfahrtspflege nicht beteiligt. Letztere kann sich mit ihren Vorstellungen gegenüber öffentlichen Kostenträgern nicht durchsetzen. Mehr Durchsetzungsvermögen könnten hier die Nutzer entwickeln, die mangelnde Qualität und Rationierungen am eigenen Leib erfahren. Die freie Wohlfahrtspflege sollte mehr Nutzer-Teilhabe in der Politikformulierung und in Leistungs- und Preisverhandlungen deshalb nicht als Störfaktor begreifen, sondern als Chance für ein Bündnis, um Interessen gegenüber staatlichen Akteuren besser durchsetzen zu können.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger potentieller Bündnispartner, der bisher von der freien Wohlfahrtspflege vernachlässigt wird, ist die Öffentlichkeit bzw. sind die Bürger selbst, die es verstärkt anzusprechen gilt. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist mehr Transparenz: Bürger müssen von Problemen und Mißständen, wie den oben geschilderten, erfahren. Solange die freie Wohlfahrtspflege versucht, die Probleme ausschließlich hinter verschlossenen Türen, gemeinsam mit ihren staatlichen Partnern, zu besprechen, wird sich nichts grundlegend ändern. Oder anders gesagt: die Reform des Dreiecksverhältnisses aus Staat, freier Wohlfahrtspflege und Bürger-Nutzern können Nonprofits nicht alleine schultern, &#8211; sie brauchen dazu den offenen Diskurs mit Bürgern, um neue Mehrheiten zu bilden.</p>
<p>Auf der ConSozial wurde dieser Vorschlag in die Diskussion eingebracht, wurde aber von der Führungsebene eines Verbandes zurückgewiesen mit der Begründung: die Sachlage im Wohlfahrtsbereich bzw. das angesprochene Dreiecksverhältnis sei zu kompliziert, als dass Bürger dies verstehen könnten und entsprechende Debatten auf größeres Interesse in der Bürgerschaft oder unter Journalisten stoßen würden. Man solle deshalb bitte Verständnis dafür haben, dass Reformen in den bewährten Gremien zwischen freien Trägern und Staat ausgehandelt werden müssten.</p>
<p>Vielleicht ist es diese Haltung, die Bürgern die Solidarität mit den großen Wohlfahrtsverbänden schwierig macht. Mehr Transparenz auf verbandlicher Seite könnte dagegen neue Bündnisse zwischen freier Wohlfahrtspflege und der Zivilgesellschaft schmieden.</p>
<p>Von sozialen Diensten wird die Prüf- und Kontrollwut des Staates beklagt, hinter der die Annahme stehe, dass in eine Einrichtung &#8220;Qualität und Transparenz quasi &#8216;hineingeprüft&#8217; werden können&#8221; (Walter/Raß 2013, 14), &#8211; Transparenz &#8220;hineinprüfen&#8221; kann man nicht wirklich, &#8211; aber was ist die Alternative dazu, wenn sich die freien Träger nicht von sich aus mehr nach außen hin öffnen?</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Messung des impacts von gemeinnützigen Organisationen &#8211; welche Methoden gibt es?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 11:28:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf welche Weise man die Wirkung gemeinnütziger Projekte auf die Gesellschaft &#8211; den &#8220;social impact&#8221; &#8211; messen kann und ob man den impact der Projekte überhaupt messen sollte, ist im Dritten Sektor immer noch hoch umstritten. Die kontroverse Debatte zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Vertretern der Wirkungsmessung wurde auch im Unterausschuss &#8220;Bürgerschaftliches Engagement&#8221; des Bundestags sichtbar. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf welche Weise man die Wirkung gemeinnütziger Projekte auf die Gesellschaft &#8211; den &#8220;social impact&#8221; &#8211; messen kann und <em>ob</em> man den impact der Projekte überhaupt messen sollte, ist im Dritten Sektor immer noch hoch umstritten.</p>
<p>Die kontroverse Debatte zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Vertretern der Wirkungsmessung wurde auch im <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/buerger_eng/Oeffentliche_Sitzungen/Protokolle/20__Sitzung_Kurzprotokoll_m__Anl.pdf">Unterausschuss &#8220;Bürgerschaftliches Engagement&#8221;</a> des Bundestags sichtbar. Hier stand <a href="http://www.phineo.org/">PHINEO</a>, eine Bertelsmann-Gründung, mit den eigenen Wirkungsanalysen in der Kritik. PHINEO reiht sich ein in die vielen unterschiedlichen Projekte, die weltweit entwickelt werden, um die Leistungsfähigkeit von gemeinnützigen Organisationen transparenter zu machen. Auf diese Weise will man Spendern, Stiftern und engagierten Unternehmen, die eine gute Organisation für ihr &#8220;Investment&#8221; suchen, Informationen und Hilfe an die Hand geben. Zu nennen sind hier Plattformen und Projekte wie <a href="http://www.givewell.org/">Give Well</a>, <a href="http://www.myphilanthropedia.org/">Philanthropedia</a>, <a href="http://www.charitynavigator.org/">Charity Navigator</a>, das <a href="http://www.effectivephilanthropy.org/index.php">Center for Effective Philanthropy</a> und das <a href="http://www.hewlett.org/newsroom/newsletter/charting-impact">Charting Impact Projekt</a>. Einen guten Überblick über die Akteure der strategischen bzw. outcome-orientierten Wohltätigkeit liefert der Beitrag von <a href="http://www.ssireview.org/articles/entry/a_decade_of_outcome_oriented_philanthropy">Paul Brest</a> in der Stanford Social Innovation Review.</p>
<p>Wie virulent das Thema Wirkungsmessung ist, zeigt auch die Gründung der &#8220;Social Impact Analysis Association&#8221; in London &#8211; ebenfalls ein Bertelsmann-Projekt &#8211; , die professionelle Wirkungsanalysten zu einem Austausch über Messmethoden zusammenbringen möchte.</p>
<p>In einem Aufsatz für das International Journal of Nonprofit and Voluntary Sector Marketing setzen sich <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">Polonsky und Grau (2011)</a>, zwei amerikanische Forscher, mit den Methoden zur sozialen Wirkungsmessung auseinander.</p>
<p>Ihnen zufolge liegt das Grundproblem des Themas darin, dass es keine allgemein akzeptierte Definition des &#8220;social impact&#8221; gibt, &#8211; jeder Akteur &#8211; Spender, NPO-Mitarbeiter, Unternehmensvertreter, Nutzer von Diensten &#8211; versteht darunter etwas anderes und würde die Wirkungsanalyse anhand unterschiedlicher Kriterien durchführen. Die beiden Forscher ziehen sich auf die Definition zurück, dass unter dem &#8220;social impact&#8221; die gesamte Wirkung zu verstehen ist, die eine gemeinnützige Organisation auf ihre Stakeholder hat (Polonsky/Grau 2011, 196).</p>
<p>Weshalb eine Evaluation der Wirkung von Nonprofits sinnvoll ist, beantworten Polonsky/Grau wie folgt (<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">2011,197f</a>):</p>
<p>1. Eine solche Untersuchung kann zur kritischen Überprüfung von Organisationspraxis und -strukturen beitragen. So ist z.B. unklar, ob die in den vergangenen Jahren durchgeführte Ökonomisierung der gemeinnützigen Dienstleister tatsächlich zu besseren gesellschaftlichen Ergebnissen ihrer Projekte geführt hat.<br />
2. Spender wünschen sich zunehmend mehr Transparenz im Nonprofit-Sektor. Sie wollen von den Trägern wissen, wie effektiv Spenden eingesetzt werden, d.h. wie gut &#8211; oder weniger gut &#8211; soziale Probleme von der Organisation gelöst werden konnten<br />
3. Das Aufzeigen der eigenen Wirkung kann zu einer größeren Gleichbehandlung von Projekten führen, die momentan aufgrund der unterschiedlichen Popularität von Themen und Klienten nicht gegeben ist</p>
<p>Welche Argumente zählen die Forscher gegen die Wirkungsmessung auf?</p>
<p>1. Nonprofits werden zu strategischem Verhalten, das auf Effektivität zielt, animiert.<br />
2. Der Zwang zu möglichst hohem impact schränkt die Risikofreude und die Lust am Experimentieren und damit auch die Lernmöglichkeiten ein.<br />
3. Wenn die Wirkungsmessung von externen Partnern verlangt wird &#8211; von Spendern, Stiftungen, dem Staat &#8211; dann werden Nonprofits Indikatoren aufgezwungen, die sie selbst für ihre Arbeit niemals wählen würden. Polonsky und Grau sprechen von dem Gefühl Gemeinütziger, &#8220;that they are being micro-managed by major funders&#8221; (<a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nvsm.407/abstract">2011, S. 198</a>).<br />
4. Werden die Ergebnisse der Wirkungsmessung veröffentlicht oder wird ein Ranking erstellt, dann müssen Einrichtungen mit geringem impact mit einem Abfluß von Spendenmitteln rechnen.</p>
<p>Polonsky und Grau stellen die populärsten Ansätze, die zur Wirkungsmessung in der Praxis benutzt werden, vor. Das Problem ist, dass die Ansätze sich sehr voneinander unterscheiden und insofern auch die Messergebnisse untereinander nicht vergleichbar sind. Jeder Ansatz verfolgt eine ganz bestimmte, eingeschränkte Perspektive, die der Multidimensionalität von Nonprofits nicht gerecht wird.</p>
<p>Der ROI (Return on Investment) fokussiert auf die Finanzströme in gemeinnützigen Organisationen. Untersucht wird, welcher finanzielle Mehrwert den Investitionen gegenüber steht. Der SROI (Social Return on Investment) untersucht auch Finanzströme, bezieht aber die Kosten und den outcome für die unterschiedlichen Stakeholder mit ein. Der QIA (Qualitative Impact Approach) konzentriert sich auf die qualitative Erhebung der Leistungsfähigkeit einer Organisation bzw. ihrer capacities.</p>
<p>Aus den Ausführungen der Forscher über die drei Messmethoden lässt sich ihr jeweiliges Profil bestimmen:</p>
<p><a href="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-681" title="impact" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg" alt="" width="368" height="194" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3.jpg 368w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2012/03/impact3-300x158.jpg 300w" sizes="(max-width: 368px) 100vw, 368px" /></a></p>
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<p>Häufig wird versucht, die Ansätze zu kombinieren und quantitative und qualitative Messmethoden zusammenzubringen. Dennoch wird es unmöglich sein, von &#8220;oben herab&#8221; ein Messmodell zu entwickeln, das alle befriedigt &#8211; zu unterschiedlich sind die Auffassungen darüber, was der Dritte Sektor leisten soll, welche Wirkungen erwünscht sind und wie man diese am Besten analysieren kann.</p>
<p><a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_krimmer_120302.pdf">Holger Kimmer</a> vom Projekt<a href="http://www.ziviz.info/"> Zivilgesellschaft in Zahlen</a> regt an, in den Wirkungsanalysen über den Nonprofit-Bereich neben Effizienz und Effektivität auch die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten einer gemeinnützigen Organisation bzw. ihre demokratische Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Wie könnte dies jenseits von top-down-Konzepten realisiert werden?</p>
<p>Man müsste vor Ort in den Einrichtungen die Evaluationskriterien mit den unterschiedlichen Stakeholdern gemeinsam erarbeiten. Die Rolle der Freiwilligen wäre es, hier die bürgerschaftliche Perspektive in die Diskussion einzubringen. Die dezentral und kollaborativ erarbeiteten Evaluationskriterien müssten dann auf Sektorebene zu einem Katalog zusammengefasst werden, der wiederum auf die lokale Ebene wirkt. Man könnte so die Pluralität der Perspektiven &#8211; auch die zivilgesellschaftliche &#8211; besser in der Evaluation abbilden, als dies top-down-Konzepte leisten.</p>
<p>Die Evaluationskriterien der Stakeholder könnte eine Organisation im Rahmen eines World-Cafés oder einer Open Space-Veranstaltung abfragen, &#8211; siehe meinen letzten Blogbeitrag über <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fuhrung-in-vereinen-vom-held-zum-gastgeber/">&#8220;Führung in Vereinen, &#8211; vom &#8216;Held&#8217; zum &#8216;Gastgeber'&#8221;</a>.</p>
<p>Zusätzlich könnte der Dritte Sektor bzw. könnten die großen Verbände auch online eine öffentliche Diskussion darüber anstoßen, was Bürger von Nonprofits erwarten, was ihnen ganz besonders wichtig ist und welche Kriterien sich für eine Messung des impacts eignen könnten.</p>
<p>Mehr Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung wird aber gescheut von den großen Trägern. Sie bevorzugen Gespräche hinter verschlossenen Türen und &#8220;untereinander&#8221; (<a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/buerger_eng/Oeffentliche_Sitzungen/Protokolle/20__Sitzung_Kurzprotokoll_m__Anl.pdf">UA 2011, S. 13</a>), statt <em>mit</em> den Bürgern. Dabei ist Transparenz das A und O, wenn es um Evaluation geht. Evaluationskriterien und -abläufe müssen offengelegt werden, damit jeder beurteilen kann, auf welcher Grundlage und durch wen der impact eines Trägers gemessen wurde.</p>
<p>Gemeinnützige Organisationen fühlen sich gegenüber Akteuren wie PHINEO in der Defensive &#8211; die Diskussion im oben erwähnten Unterausschuss belegt dies. Nonprofits sollten in der Tat selbst aktiv werden und Wirkungsansätze entwickeln, die ihren Vorstellungen und ihrer Komplexität besser entsprechen, &#8211; aber nicht hinter verschlossenen Türen, sondern gemeinsam mit ihren (Bürger)Stakeholdern.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Transparenz im gemeinnützigen Bereich oder wann kommt der &#8220;Open Third Sector&#8221;?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 18:12:22 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum ist Transparenz wichtig für den gemeinnützigen Sektor? Transparenz bildet Vertrauen zwischen der Organisation und ihren Stakeholdern und erhält die Legitimation gemeinnütziger Einrichtungen Transparenz verschafft Wettbewerbsvorteile wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und Spendern geht. Letztere vergleichen immer genauer Profile und Mitmach-Möglichkeiten von Nonprofits, um für sich selbst passgenaue Projekte herauszusuchen Transparenz fördert die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum ist Transparenz wichtig für den gemeinnützigen Sektor?</p>
<ul>
<li><strong>Transparenz bildet Vertrauen</strong> zwischen der Organisation und ihren Stakeholdern und erhält die Legitimation gemeinnütziger Einrichtungen</li>
<li><strong>Transparenz verschafft Wettbewerbsvorteile</strong> wenn es um die Gewinnung von Freiwilligen und Spendern geht. Letztere vergleichen immer genauer Profile und Mitmach-Möglichkeiten von Nonprofits, um für sich selbst passgenaue Projekte herauszusuchen</li>
<li><strong>Transparenz fördert die Wissensbildung</strong> in gemeinnützigen Organisationen. Nur wer sich nach außen hin öffnet , kann vom Wissen und Feedback der Bürger profitieren, um Dienstleistungen effektiver zu gestalten</li>
<li><strong>Transparenz ist ein weltweiter Trend</strong>. Die Open Data/Open Government-Bewegung zeigt, wohin die Richtung geht: hin zu Datenportalen mit tausenden von bisher nicht zugänglichen Datensätzen, die der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden (von öffentlicher Seite siehe <a href="http://www.data.gov/">data.gov</a> in den USA, <a href="http://data.gov.uk/">data.gov.uk</a> in Großbritannien, <a href="http://data.london.gov.uk/">London Datastore</a>, <a href="http://daten.berlin.de/">Berlin Open Data</a>, <a href="http://opendata.paris.fr/opendata/jsp/site/Portal.jsp">Paris Data</a>, <a href="http://data.linz.gv.at/">Linz Open Data</a>, von zivilgesellschaftlicher Seite<a href="http://www.offenedaten.de/"> Offene Daten</a> Deutschland, <a href="http://offener.datenkatalog.at/">Offene Daten Österrreich</a> &#8211; mehr Beispiele im<a href="http://opendata-showroom.org/"> Open Data Showroom</a> des<a href="http://opendata-network.org/"> Open Data Network</a>). Auf der Basis dieser Daten lassen sich Applikationen entwickeln, z.B. im Rahmen von Wettbewerben wie in <a href="http://www.berlin.de/projektzukunft/wettbewerbe/apps-contest/">Berlin </a>oder dem aktuellen <a href="http://apps4deutschland.de/">Apps für Deutschland</a></li>
<li><strong>Transparenz wird durch das Internet forciert</strong> und die Forderung nach mehr Transparenz auch im gemeinnützigen Bereich wird über Soziale Medien weiterverbreitet, so dass sich weltweit Open Data- Communities bilden. In der Entwicklungshilfe ist das Thema schon angekommen, siehe <a href="http://www.openaid.de/de">OpenAid </a>und die <a href="http://openaiddata.de/">Open Aid Data Conference</a> vom September.</li>
</ul>
<p>In den USA und in Großbritannien erkennen immer mehr gemeinnützige Organisationen den Nutzen der Transparenz für sich und begreifen den Sog einer Entwicklung, dem langfristig nicht widerstanden werden kann. Wie wird Transparenz hier umgesetzt?</p>
<ul>
<li><strong>Webpräsenz</strong>: Das amerikanische Foundation Center analysiert anhand 23 Indikatoren die Webseiten von Stiftungen auf deren Transparenz hin. Die Ergebnisse sind in einer <a href="http://glasspockets.org/inside/whgp/profiles/whgp_map_by_freq.html">Transparency Heat Map</a> zu sehen.</li>
<li><strong>Evaluation</strong>: Die James Irvine-Foundation stellt &#8211; wie viele<a href="http://www.effectivephilanthropy.org/index.php?page=gpr-reports"> andere Stiftungen</a> auch &#8211; ihren <a href="http://irvine.org/evaluation/foundation-assessment/2010-grantee-perception-report">Grantee Perception Report</a> online, in dem abgefragt wird, wie die von der Stiftung Geförderten die James Irvine-Foundation und ihre Arbeit beurteilen, &#8211; auch im Vergleich mit anderen Stiftungen. Schwaches Abschneiden in manchen Bereichen wird nicht verschwiegen. Ebenso werden die eigenen Lerneffekte dargestellt.</li>
<li><strong>Lernen</strong>: Das <a href="http://packard-foundation-oe.wikispaces.com/">Organizational Effectiveness (OE)-Wiki</a> der Packard Foundation teilt Daten des OE-Teams mit der Öffentlichkeit im Rahmen eines &#8220;öffentlichen Lernens&#8221;.</li>
<li><strong>Ideen teilen</strong>: Ideen, die der Organisation im Rahmen von Wettbewerben zufließen, werden vom Buckminster Fuller Institut im Rahmen einer öffentlichen Datenbank (<a href="http://challenge.bfi.org/ideaindex">&#8220;Idea Index&#8221;</a>) zur Verfügung gestellt.</li>
<li><strong>Open Data:</strong> Der britische <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/about-us">National Council for Voluntary Organisations (NCVO)</a> hat Anfang des Jahres einen <a href="http://data.ncvo-vol.org.uk/">Voluntary Sector Datastore</a> eröffnet. Bisher finden sich nur 16 Datensätze darin, &#8211; das Feedback aus dem gemeinnützigen Sektor scheint nicht sehr groß zu sein. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht.<br />
Die britische lokale Organisation<a href="http://www.ecdp.org.uk/"> ecdp</a> von und für Menschen mit Behinderungen veröffentlicht ihre detaillierten Leistungsdaten im Rahmen monatlicher <a href="http://www.ecdp.org.uk/performancedashboard/">Performance Dashboards</a>. <a href="http://blog.okfn.org/2010/08/02/open-data-and-the-voluntary-sector/">Beobachter</a> gehen davon aus, dass als Folge der Anerkennung der Bedeutung offener Daten in der Staatsverwaltung auch der Dritte Sektor irgendwann seine Leistungsvereinbarungen mit der öffentlichen Hand einschliesslich Output und Outcome wird veröffentlichen müssen</li>
</ul>
<p>Weitere Beispiele für Transparenz speziell im Stiftungsbereich finden sich in der exzellenten Präsentation von <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/wie-konnen-stiftungen-digitale-medien-nutzen">Joana Breidenbach</a> vom betterplace lab.</p>
<p>Amerikanische Nonprofit-Organisationen sind von staatlicher Seite viel stärkeren Transparenzforderungen unterworfen als gemeinnützige Akteure in Deutschland. Während in unserem Land Nonprofit-Angaben über Einnahmen und Ausgaben dem Steuergeheimnis unterliegen, sind diese Informationen in den USA öffentlich und werden in Datenbanken wie <a href="http://www2.guidestar.org/">GuideStar</a> eingespeist, &#8211; ein Projekt, das hier in Deutschland keinen Fuß fassen konnte.</p>
<p>Der hiesige Dritte Sektor ähnelt in vielem einer Black Box, was die Nonprofit-Forschung ungemein erschwert und die zivilgesellschaftliche Entwicklung in unserem Land erheblich behindert.</p>
<p>Interessanterweise erwächst dem Dritten Sektor in Deutschland aber kein Legitimationsproblem aus seiner Intransparenz. In einem Aufsatz für das Forschungsjournal Soziale Bewegungen (3/2011) zeigen <a href="http://www.fjnsb.org/node/1795">Anheier/Beller/Haß (2011)</a>, dass ein Transparenzproblem des gemeinnützigen Bereichs empirisch &#8220;kaum messbar und somit allenfalls &#8216;gefühlt&#8217; oder medial vermittelt vorhanden&#8221; ist (S. 102).</p>
<p>Die Autoren greifen als Erklärung auf die &#8220;Steady State&#8221;-These zurück. Diese besagt, dass das Rechenschafts (&#8220;Accountability&#8221;) &#8211; Regime in Deutschland, dem der Dritte Sektor unterworfen ist und das sich ganz am Staat/der Steuerbehörde orientiert, letztlich effizient und effektiv funktioniere. Es reduziere die Komplexität für NPOs, sie müssen sich nicht mit multiplen Stakeholdern abgeben sondern nur mit dem Staat (S. 101).</p>
<p>Die Autoren ziehen folgendes Fazit: Weil der gemeinnützige Sektor in Deutschland einer anderen Steuerungslogik unterliege als jener in den USA oder in Großbritannien, wo gemeinnützige Organisationen stärker einer fragenden zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit ausgesetzt sind, sei die Übertragung der US-amerikanischen Transparenz-Debatte auf den Deutschen Sektor &#8220;nicht ohne weiteres möglich und auch nicht nötig.&#8221; (Anheier/Beller/Haß 2011, S. 102).</p>
<p>Das ist ein kühner Schluss, &#8211; macht er doch Vorgaben für die öffentliche Diskussion, an die sich die Zivilgesellschaft nicht halten wird, weil über das Internet tagtäglich Best-Practice-Beispiele ins Haus kommen, die zeigen, dass es bezüglich Transparenz auch anders geht, als vom deutschen Nonprofit-Sektor praktiziert.</p>
<p>Deshalb besorgen sich Bürger immer häufiger selbst Informationen über den Dritten Sektor. Entweder über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Screen_Scraping">Screen Scraping</a> &#8211; hier werden Daten über den Nonprofit-Bereich auf anderen, z.B. staatlichen, Webseiten ausgelesen (Beispiel: das britische <a href="http://countculture.wordpress.com/2010/09/06/introducing-open-charities-opening-up-the-charities-register/">Open Charities-Projekt</a>, das auf den Daten des britischen Charities Register basiert).</p>
<p>Oder Bürger nutzen Daten, die von anderen Akteuren, z.B. der OECD, schon veröffentlicht wurden, um mehr Transparenz in ein Politikfeld zu bringen (Beispiel: eine <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/10/wie-ein-daten-mashup-die-deutsche-entwicklungshilfe-aufschluesselt/">Webkarte über die Verteilung der deutschen Entwicklungshilfegelder</a> auf einzelne Länder und Projekte von <a href="http://www.crisscrossed.net/">Christian Kreutz</a>).</p>
<p>Und schließlich kann die bürgerschaftliche Seite Plattformen wie <a href="http://greatnonprofits.org/">Great Nonprofits</a> aufbauen, auf denen durch die Erfahrungsberichte der Bürger mit gemeinnützigen Organisationen mehr Transparenz in den Sektor gebracht wird.</p>
<p>In allen diesen Fällen wird der Dritte Sektor zum &#8216;Getriebenen&#8217; einer Entwicklung. Um diese Situation zu vermeiden und die eigene Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, sollte sich der gemeinnützige Bereich dem Thema Transparenz über Open Data und Soziale Medien offensiv stellen. Es wird eines der herausragenden Themen der Zukunft sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Auf dem Weg zur NPO 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 10:39:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der re:campaign 2010 in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die Folien auf slideshare. Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen: 1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im Blog von Christian Henner-Fehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag hielt ich als Sprecherin auf der<a href="http://re-publica.de/10/category/recampaign/"> re:campaign 2010</a> in Berlin den Vortrag &#8220;Auf dem Weg zur NPO 2.0&#8221;. Hier sind die <a href="http://www.slideshare.net/npovernetzt/auf-dem-weg-zur-npo-20">Folien auf slideshare</a>.</p>
<p>Die folgenden Punkte möchte ich aus dem Vortrag besonders herausgreifen:</p>
<p>1. Immer wieder wird im Netz die Frage diskutiert &#8211; so auch kürzlich im <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/04/12/social-media-und-organisationskultur/">Blog von Christian Henner-Fehr</a> &#8211; ob die<strong> Organisationskultur für den Social Media-Einsatz</strong> einer Einrichtung wichtig ist und wenn ja, welche Voraussetzungen intern vorliegen sollten.</p>
<p>Meiner Ansicht nach belegt die Empirie ganz deutlich, dass Social Media an sich neutral sind und auch zur einseitigen Kommunikation ohne interaktive Perspektive eingesetzt werden können und eingesetzt werden, wie man speziell an vielen Twitteraccounts sieht. Das Potential von Social Media wird so aber<em> nicht ansatzweise</em> ausgeschöpft. Auch NPOs wollen häufig nur werben, aber keinen Dialog führen, so dass ihre Internetpräsenz verglichen werden kann mit<a href="http://netzwerkpr.de/index.php/2009/11/12-runde-der-npo-blogparade/"> &#8220;alter Kommunikation in neuen Kanälen&#8221;</a>, wie meine Bloggerkollegin Katrin Kiefer das treffend formuliert.</p>
<p>Ich habe mir &#8211; in Anlehnung an einen Aufsatz von Bryer (2009) &#8211; Gedanken über die Frage gemacht, welche <strong>NPO-Eigenschaften</strong> die erfolgreiche Social Media-Nutzung fördern und welche Eigenschaften diese hemmen (Folien 10 und 11) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.</p>
<p><em>Förderliche Eigenschaften: </em>Wahrnehmung einer Ressourcenabhängigkeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren, Partnerschaftsperspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Interesse an externem Wissen, Selbstwahrnehmung als demokratischer Akteur</p>
<p><em>Hemmende Eigenschaften:</em> Fixierung auf staatliche Gelder und Stakeholder, fehlende partnerschaftliche Perspektive gegenüber Bürger-Stakeholdern, Rückzug auf den eigenen Expertenstatus, Selbstwahrnehmung als reiner Dienstleister ohne demokratische Funktion</p>
<p>2. Wichtig war mir desweiteren aufzuzeigen, über welche <strong>Kompetenzen </strong>NPOs verfügen, die mit Social Media kompatibel sind und sehr gut in den digitalen Raum eingebracht werden können (Folien 12 und 13). Dieser ressourcenorientierte Blick stärkt NPOs und führt sie nicht als defizitäre Organisationen vor. Nonprofits sind keine Anfänger, was die dialogorientierte Perspektive angeht und hier häufig viel weiter als staatliche und viele privatwirtschaftliche Organisationen.</p>
<p>3. Die<strong> Rolle des Staates</strong> darf nicht aus dem Blick geraten, wenn man über hiesige Nonprofits im Sozialbereich spricht. Im Grunde benötigt eine NPO 2.0 eine Staatsverwaltung 2.0 (Folien 26 und 27). Ohne einen kooperativen Staat und entsprechend kooperative Leistungsvereinbarungen mit sozialen Dienstleistern wird es für NPOs im Sozialsektor schwierig werden, den Weg zu einer NPO 2.0, der mehr Dialog, Vernetzung und Partizipation impliziert, zu gehen. Denn eine interaktive, partnerschaftliche Haltung kostet viel Zeit und damit auch Geld. Andererseits profitieren Staat und Kommune von einem Nonprofit-Sektor 2.0, der mit der Zivilgesellschaft online und offline breit vernetzt ist.</p>
<p>4. Über all die <strong>Kampagnen</strong> hinweg, die im Mittelpunkt der re:campaign standen und im Fokus der dortigen NPOs, sollte man nicht die auf einen längerfristigen Zeitraum hin ausgerichtete Vernetzung mit der Zivilgesellschaft vergessen. Kampagnen tragen einen kurzlebigen Charakter. Der Nonprofit-Sektor könnte aber gerade durch <strong>nachhaltige Strategien</strong>, deren Zeithorizont über die Gegenwart hinausreicht, zum Beispiel für Politik und Wirtschaft werden, die dem kurzfristigen Denken verhaftet sind durch ihre Konzentration auf den nächsten Wahltermin oder auf die Bilanz des aktuellen Geschäftsjahres.</p>
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		<title>Rationaler Spenden &#8211; Neues aus der Online-Fundraising-Welt und wie Nonprofits darauf reagieren sollten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 11:21:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die gemeinnützige Fundraising-Plattform Philanthropedia, seit kurzem online, zielt auf &#8216;smart giving&#8217;: Spendenwillige finden auf der Seite vier Fonds vor (Klimawandel, Bildung, Mikrofinanz und Obdachlosigkeit), die von Experten zusammengestellt wurden. Diese Fonds umfassen ausgewählte Nonprofit-Organisationen, die nach Ansicht der Experten zu den effektivsten in ihrem Arbeitsfeld gehören. So dass der Spender, wenn er sich für einen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die gemeinnützige Fundraising-Plattform <a href="http://myphilanthropedia.org/">Philanthropedia</a>, seit kurzem online, zielt auf <em>&#8216;smart giving&#8217;</em>:</p>
<p>Spendenwillige finden auf der Seite vier Fonds vor (Klimawandel, Bildung, Mikrofinanz und Obdachlosigkeit), die von Experten zusammengestellt wurden. Diese Fonds umfassen ausgewählte Nonprofit-Organisationen, die nach Ansicht der Experten zu den effektivsten in ihrem Arbeitsfeld gehören. So dass der Spender, wenn er sich für einen Fond entscheidet, die Überzeugung vermittelt bekommt, seinen finanziellen Beitrag so nutzbringend wie möglich angelegt zu haben.</p>
<p>Im Fond <a href="http://myphilanthropedia.org/fund/3">&#8216;Klimawandel&#8217;</a> sind bspw. 15 NPOs zusammengestellt, die entsprechend ihrem Anteil bzw. der Beurteilung ihrer Effektivität von den Spenden profitieren. 139 (unbezahlte) Experten aus Stiftungen, der Wissenschaft, von NPOs und anderen Einrichtungen haben diesen Fond zusammengestellt. Die Plattform ist sehr transparent, wenn es darum geht, sämtliche beteiligten Experten zu benennen. Intransparent bleiben die Effektivitätskriterien, die die Experten an NPOs anlegen. Letztlich kann jeder Experte seine eigenen Kriterien einbringen (s. die <a href="http://myphilanthropedia.org/faq#methodology_1">FAQs</a>).</p>
<p>Finanziert wird die Plattform von der Hewlett Foundation (s. <a href="http://givinginadigitalworld.org/2009/12/01/philanthropedia-helping-us-donors-focus-their-online-giving-where-it-makes-the-most-impact/">hier</a>), die gerade erst einen <a href="http://docs.google.com/Doc?docid=0ASoINZ3Rz5gzZGhzN3o5cXdfMTUyZmtmZ2puYzI&amp;hl=en">Bericht </a>über den aktuellen Stand der Online Philanthropie veröffentlicht hat (via <a href="http://philanthropy.blogspot.com/2009/12/new-research-on-online-giving.html">Philanthropy 2173</a>). Darin wird moniert, dass von den bestehenden 55 Online-Fundraising Plattformen (hautsächlich aus dem angloamerikanischen Bereich) die wenigsten fundierte Informationen über die Effektivität der gelisteten Nonprofits bieten. Von den 10 am häufigsten genutzten Plattformen schneidet dem Bericht zufolge <a href="http://www.kiva.org/">Kiva</a> am besten ab, wenn es darum geht, Spendenwillige mit Leistungs- und Finanzdaten der angebotenen Projekte zu versorgen.</p>
<p>Die Gründung von Philanthropedia ist eine Antwort auf den Trend, Spendenwillige mit mehr Informationen für ihre Spendenentscheidung auszustatten. Wer nicht von vornherein auf eine bestimmte NPO oder ein spezifisches Projekt festgelegt ist, wer eher Problemfeld-orientiert ist und Hilfe bei der Auswahl von Organisationen braucht, für den ist die Vorauswahl von NPOs im Rahmen themenbezogener Fonds durch Experten sicher sehr attraktiv. Dieses Vorgehen suggeriert dem Spender- ob berechtigt oder nicht &#8211; dass seine Spendenentscheidung so rational wie möglich gefällt wird.</p>
<p>Im Vergleich zu Philanthropedia sind die meisten herkömmlichen Spenden-Plattformen unübersichtliche Märkte, in denen sich der Spender angesichts der Zahl der angebotenen Hilfsprojekte nur schwer zurechtfindet. Einige Plattformen (wie z.B. <a href="http://de.betterplace.org/">betterplace</a>) setzen deshalb auf <em>persönliche Empfehlungen</em> als Auswahlhilfe für Spendenwillige: Fürsprecher empfehlen online Projekte der Plattform, Besucher berichten von ihren Erfahrungen vor Ort. Philanthropedia setzt dagegen auf <em>Expertenwissen</em> als Auswahlhilfe &#8211; zwei unterschiedliche Konzepte, die sicher jeweils ihre Unterstützer finden und erfolgreich sein werden.</p>
<p>Vor dem Hintergrund der Entwicklung des <em>smart giving</em> bzw. des aufgeklärten Spendens stellt sich die Frage, wie hiesige Nonprofits darauf reagieren sollten:</p>
<ul>
<li>Mit <em>mehr Transparenz</em> hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Leistungsbilanz. Transparenz zahlt sich aus, weil sie signalisiert, dass man Unterstützer ernst nimmt. Vielleicht sind für intransparente NPOs die Nachteile im Moment noch nicht spürbar, so dass es keinen Anreiz gibt, das eigene Organisationsverhalten zu ändern. Wenn neue Spender-Generationen die alten Jahrgänge ablösen, wird Transparenz aber einen viel höheren Stellenwert besitzen als sich dies viele NPOs heute vorstellen können.</li>
<li>Mit Zusammenschlüssen bzw. <em>Fundraising-Partnerschaften</em>. Was Philanthropedia anbietet, können NPOs auch selbst: <em>Netzwerke</em> aus Organisationen bilden, die sich gemeinsam in einem Politikfeld engagieren und ihre Expertise bündeln, um für Spender (&#8220;Kunden&#8221;) ein attraktives Spenden-Angebot machen zu können. Statt mit externen Experten und über das Entscheidungskriterium &#8220;Expertenwissen&#8221; würde eine solche Partnerschaft auf<em> &#8220;Kooperation&#8221;</em> als Kriterium setzen, anhand dessen Spendern die Auswahl aus unterschiedlichen Angeboten erleichtert werden soll.<br />
Die an einer Partnerschaft beteiligten Organisationen blieben formal unabhängig und erhielten die Spendengelder entsprechend einem intern verabredeten Schlüssel. Gleichzeitig würden sie die Bereitschaft zusichern, ihr Wissen und ihre Kampagnen zu bündeln oder &#8211; noch weitergehend &#8211; ein abgestimmtes Leistungsangebot vorzuhalten.</li>
</ul>
<p>Als Beispiel einer Fundraising-Partnerschaft kann die gemeinnützige <a href="http://tinyurl.com/yjyxx6f">Aktion Deutschland hilft</a> gelten, bei der 18 Hilfsorganisationen ihren humanitären Einsatz im Katastrophenfall untereinander koordinieren.</p>
<p>Der Vorteil für die NPOs einer Fundraising-Partnerschaft liegt u.a. darin, dass sie auf Plattformen mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten. Ich vertrete schon lange die Ansicht, dass Organisationsstrategien, die auf Wettbewerb zielen statt auf Kooperation, speziell für mittlere und kleine NPOs eine Sackgasse sind.</p>
<p>In der oben erwähnten <a href="http://docs.google.com/Doc?docid=0ASoINZ3Rz5gzZGhzN3o5cXdfMTUyZmtmZ2puYzI&amp;hl=en">Studie</a> wird aufgezeigt, dass von den 53 Mio. Nutzern, die Online-Fundraising-Plattformen ansteuern, 80% die 10 beliebtesten Plattformen besuchen. Die restlichen 20% der Nutzer verteilen sich auf die 45 weiteren Plattformen, die untersucht wurden. Es ist also sehr schwierig, im Netz die Aufmerksamkeit für das eigene Anliegen zu gewinnen, wenn man nicht auf den beliebtesten Plattformen vertreten ist. Und auch dort konkurriert eine NPO mit tausenden Projekten. Das Motto &#8220;Allein gegen alle&#8221;, dem sehr viele im Nonprofit-Sektor anhängen , können sich höchstens die großen, weltumspannenden gemeinnützigen Organisationen erlauben. Und auch diese stehen tagtäglich im Wettbewerb auf dem Sozialmarkt. Und können durch Spendenkonzepte wie das von Philanthropedia, das sich auf die Effektivität von Organisationen konzentriert und nicht auf deren Größe oder Namen, von ihrem Platz verdrängt werden.</p>
<p>Die Zukunft ist offen und niemand im Nonprofit-Sektor kann sich auf dem Staus quo ausruhen. Es ist im Detail noch nicht absehbar, wie sich das Online-Fundraising und die Konkurrenz auf und zwischen den Fundraising-Plattformen auf NPOs auswirken wird. Noch haben viele gemeinnützige Einrichtungen das Internet als Fundraising-Kanal gar nicht für sich entdeckt: einer <a href="http://nonprofits-vernetzt.posterous.com/neue-daten-uber-den-einsatz-von-social-media">amerikanischen Studie </a>zufolge halten bspw. fast 70% von 200 befragten NPO-Geschäftsführern die traditionellen Fundraising-Kanäle überzeugender als das Internet.</p>
<p>Sobald jedoch das Online-Fundraising für Organisationen zum Standard gehören wird, werden auch die Plattform-Angebote sprunghaft zunehmen, die als Intermediäre darauf abzielen, für Spender die Online-Fundraising-Märkte überschaubarer zu machen. Transparenz auf Seiten der Nonprofit-Organisationen wird dabei eine sehr große Rolle spielen, weil <em>Effektivität</em> als Auswahlkriterium für Spender an Bedeutung gewinnt. Mehr Effektivität können gemeinnützige Organisationen über Produktions- und Fundraising-Netzwerke erzielen. Der Pool an verfügbaren Ressourcen und damit auch die Handlungsmöglichkeiten für gemeinnützige Träger nehmen durch Netzwerke zu.</p>
<p>In Zukunft wird Fundraising <em>dialogischer</em>, <em>partizipativer</em>, <em>transparenter</em> sein und verstärkt in <em>Netzwerken</em> stattfinden. Ich denke, das sind die Grundlinien, die sich heute schon abzeichnen (vgl. <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/spender-stakeholder-und-die-zukunft-des-fundraising/">hier</a>).</p>
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		<title>Mangelnde Transparenz im Nonprofit-Sektor: Folgen für das Spendenaufkommen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/mangelnde-transparenz-im-nonprofit-sektor-folgen-fur-das-spendenaufkommen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2008 10:01:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fundraising]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Spendenvolumen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2008 wieder gestiegen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass die Gesamtspendenbereitschaft in der Bevölkerung deutlich sinkt und nur noch rd. 24% Spenden für selbstverständlich halten. Die &#8216;Bilanz des Helfens&#8217; des Deutschen Spendenrates zeigt: die Skepsis der Bürger gegenüber dem Nonprofit-Sektor wächst. Die Kosten für [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Spendenvolumen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2008 wieder gestiegen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass die Gesamtspendenbereitschaft in der Bevölkerung deutlich sinkt und nur noch rd. 24% Spenden für selbstverständlich halten. Die <a href="http://www.social-times.de/nachricht.php?nachricht_id=13260&amp;newsrubrik_id=6">&#8216;Bilanz des Helfens&#8217;</a> des Deutschen Spendenrates zeigt: die Skepsis der Bürger gegenüber dem Nonprofit-Sektor wächst. Die Kosten für Organisation und Verwaltung werden für zu hoch gehalten.</p>
<p>Offensichtlich wünschen sich die meisten Spender, dass ihr finanzieller Beitrag möglichst vollständig bei dem ausgewählten Projekt oder beim Hilfsbedürftigen selbst ankommt. Dementsprechend gibt es auch einen Trend zu Spenden in der Nachbarschaft oder an die Hilfsbedürftigen, die einem Spender persönlich bekannt sind. Etablierte Trägerorganisationen riskieren, ihre Mittlerrolle zwischen Spendern und Hilfsprojekten zu verlieren, weil die Spender zunehmend zu Fundraising-Plattformen und Initiativen wandern, die das Geld ohne Abzug dem Spendenzweck zuführen (dazu <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wie-verandert-das-internet-die-beziehungen-zwischen-npos-und-ihren-spendern/">hier</a> mehr).</p>
<p>Das wachsende Misstrauen in der Bevölkerung haben Nonprofit-Organisationen selbst verschuldet. Ursächlich hierfür ist die mangelnde Transparenz des Sektors, der im vergangenen Jahr in der <a href="http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/spenden-eintreiben-ist-laengst-ein-geschaeft-fuer-profis-265944/">Unicef-Affäre</a> gipfelte. So gut wie keine Organisation klärt die Spender öffentlich darüber auf, wie professionell im Nonprofit-Sektor gearbeitet werden muss, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Dies impliziert Ausgaben für Verwaltung, Controlling, Fundraiser usw. Solange man die Spender über die Arbeitsbedingungen im Unklaren lässt, können Misstrauen und Vorwürfe in der Bevölkerung gedeihen. Erst wenn eine Organisation Budgets, Abläufe und Kosten offenlegt, kann man in einen Dialog mit den Spendern eintreten. Vorher ist dies unmöglich, weil NPO und Spender hinsichtlich des Informationsstandes nicht auf derselben Augenhöhe agieren.</p>
<p>Die Forderung nach Transparenz wird durch das Internet noch verstärkt werden. Hier haben Spender die Möglichkeit, sich von zu Hause aus in aller Ruhe ein umfassendes Bild von den unterschiedlichen Nonprofit-Organisationen zu machen. Wie wichtig das Internet für Spender zwischenzeitlich ist, belegt eine amerikanische Studie, die ich im letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/das-internet-wird-fur-spender-immer-wichtiger/">Blogbeitrag</a> besprochen habe.</p>
<p>Die Organisation, die sich offen präsentiert, wird den Wettbewerb um private Spenden gewinnen. Wenn die etablierten Nonprofits nicht endlich die Geheimniskrämerei bezüglich ihrer Organisation und ihren Finanzen beenden, dann wird die Spendenbereitschaft noch weiter sinken und werden Spender noch häufiger zu den Graswurzel-Initiativen abwandern, die einen vertrauenswürdigeren Eindruck machen und Spender als Ressourcenlieferanten ernst nehmen. Da ein Großteil der Mittel, die professionelle Nonprofit-Dienstleister erhalten, aus öffentlichen Quellen stammt, hat die Öffentlichkeit ein Recht auf Aufklärung und Transparenz.</p>
<p>Wie wichtig Offenheit in Zeiten von skeptischen Spendern ist wird auch im <a href="http://nonprofitconsultant.blogspot.com/2008/07/nonprofit-website-mistakes-lack-of.html">Nonprofit Consultant Blog</a> und im <a href="http://www.donorpowerblog.com/donor_power_blog/2008/08/more-transparen.html">Donor Power Blog</a> diskutiert. <a href="http://www.donorpowerblog.com/donor_power_blog/2008/08/more-transparen.html">Jeff Brooks</a> Rat an Nonprofit-Organisationen: &quot;When you don&#8217;t make information easily availab1le, you seem to be hiding something. Don&#8217;t let that happen to you!&quot;.</p>
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