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	<title>Bürgergesellschaft &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Smart City &#8211; Smarte Partizipation?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 May 2018 08:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
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		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Städte wollen sich zu einer &#8220;Smart City&#8221; weiterentwickeln, in der die städtische Infrastruktur, Einrichtungen und Dienste, Dinge und Menschen mit IuK-Technologien ausgerüstet und untereinander vernetzt sind. Ziel ist eine intelligente und nachhaltige Steuerung der Versorgungsströme in der Stadt: Energie, Wasser, Transport, die Versorgung der Bürger in den Quartieren, &#8211; alles soll so ressourcenschonend [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Städte wollen sich zu einer &#8220;Smart City&#8221; weiterentwickeln, in der die städtische Infrastruktur, Einrichtungen und Dienste, Dinge und Menschen mit IuK-Technologien ausgerüstet und untereinander vernetzt sind. Ziel ist eine intelligente und nachhaltige Steuerung der Versorgungsströme in der Stadt: Energie, Wasser, Transport, die Versorgung der Bürger in den Quartieren, &#8211; alles soll so ressourcenschonend wie möglich und optimal aufeinander abgestimmt erfolgen. Durch die Weiterentwicklung zu einer Smart City wollen sich die Kommunen auch im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf der Städte untereinander behaupten.</p>
<p>Smart City-Konzepte beziehen diverse Dimensionen einer Stadt in die Digitalisierung ein. Sie zielen auf: Smart Governance, Smart Citizens, Smart Education, Smart Living, Smart Mobility, Smart Environment und Smart Economy (Meier/Zimmermann, 2016).  Initiiert wurden Smart City-Konzepte von IT-Unternehmen, Universitäten, Regional- und Kommunalverwaltungen und der Politik. Die Entwicklung hin zu einer Smart City gilt als rational, wirtschaftlich und als gut für die Bevölkerung. Es handelt sich um Konzepte, die den Fokus auf Technologien legen und damit eher entpolitisiert sind. Zumeist sind sie deterministisch angelegt, d.h. ihnen zufolge wird die Smarte Stadt kommen, &#8211; sie ist sozusagen &#8220;unausweichlich&#8221; ( <a href="http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0042098017747857" target="_blank" rel="noopener">Valdez/Cook/Potter 2018</a>). Als  &#8220;Top Performer&#8221; unter den europäischen Städten gelten Amsterdam, Barcelona, Kopenhagen, Helsinki, Manchester und Wien.</p>
<p>Smart City-Konzepte haben massive Auswirkungen auf die lokale Zivilgesellschaft. Deren Rolle wird wie folgt beschrieben: &#8220;Die Smart City bringt eine besondere Form der Zivilgesellschaft hervor: Bürgerinnen und Bürger sind sozial vernetzt und überzeugt, dass sie ihr Leben durch technische Innovationen besser gestalten können&#8221;(Meier/Zimmermann 2016, 5). Während zu Beginn der Smart City-Debatte Bürgerinnen und Bürger keine besondere Rolle spielten, wird zwischenzeitlich großen Wert auf die Partizipation der Bürgerschaft gelegt, auf deren Mitwirkung an der Co-Creation und Coproduction von Smart City-Produkten und -Diensten.</p>
<p>Wie sehen Partizipations-Projekte in der  Smart City aus? Wie sehr können Bürgerinnen und Bürger teilhaben? Hierzu gibt es nur sehr wenig Literatur. Eine inspirierende Analyse liefern <a href="https://osf.io/preprints/socarxiv/v24jn" target="_blank" rel="noopener">Cardullo/Kitchin (2017): &#8221; Being a &#8216;citizen&#8217; in the smart city: Up and down the scaffold of smart citizen participation&#8221;</a>. Die Studie untersucht anhand von Smart City-Initiativen in Dublin, wie die lokale Bürgerschaft einbezogen wird.</p>
<p>Die Autoren benutzen als Analyse-Instrument die &#8220;ladder of citizen participation in planning&#8221; von Arnstein (1969), die auf den drei Stufen</p>
<ul>
<li>Nicht-Partizipation</li>
<li>Schein-Beteiligung</li>
<li>echte Partizipation mit Bürgermacht und -kontrolle</li>
</ul>
<p>basiert. Cardullo/Kitchin erweitern dieses Raster jedoch erheblich: sie fügen eine neue Stufe ein (&#8220;Consumerism&#8221;), bestimmen mögliche Rollen eines Bürgers in der Smart City (Datenpunkt, Nutzer, Produkt, Konsument, Bewohner,  Vorschlagender, Co-Creator usw.). Sie listen auf, wie Bürger eingebunden werden können (als Feedbackgeber, als Konsument oder nur als Subjekt, das gesteuert und kontrolliert wird). Die Autoren beschreiben den politischen Rahmen von Smart City-Diskursen und deren Richtung (top down oder bottom up), wie bspw: Paternalismus, Neoliberalismus, Bürgerschaftliches Engagement, Deliberative Demokratie usw. Und schließlich ordnen sie den unterschiedlichen Stufen rund 20 praktische Smart City-Initiativen in Dublin zu.</p>
<p>Das Fazit von Cardullo und Kitchin: es dominieren in der Praxis top down-Beteiligungsverfahren, bei denen die Rolle des Bürgers die eines Konsumenten ist, der aus unterschiedlichen smarten Angeboten auswählt oder in einem smarten Haus / Viertel lebt. Ferner sind Bürger selbst &#8220;Produkte&#8221;, indem sie durch die Nutzung smarter Angebote Daten generieren, bewusst oder unbewusst bzw. automatisiert. Es gibt den Autoren zufolge nur wenig Beispiele, wo Bürger auf Augenhöhe mit den Smart City-Verantwortlichen agieren oder wo Bürger selbst Initiativen zum Thema gründen.</p>
<p>Generell verfolgen Beteiligungsprojekte in der Smart City eher instrumentelle Ziele (Feedback zu bestimmten Plänen einholen, Programmierung einer App usw.).<br />
Es fehlt ein begleitender Diskurs zum Thema Bürgerrechte und über Alternativen zur Smart City.</p>
<p>Literatur, wenn nicht verlinkt:</p>
<p>Meier/Zimmermann (2016): Digitales Entwicklungsmodell smarter Städte, in: Meier/Portmann (Hrsg.): Smart City, Wiesbaden: Springer.</p>
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		<title>Die Macht der Internetkonzerne und die Rolle der Zivilgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2018 11:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple. Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple.</p>
<p>Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur das soziale Handeln im Netz. Sie sind &#8220;Gatekeeper&#8221;, &#8220;Kuratoren&#8221;, Kontrolleure und Überwacher. Die ursprüngliche Hoffnung, dass das Internet dezentralisierte  Angebote befördert, wird durch Netzwerkeffekte konterkariert: Nutzer/innen bevorzugen jene Angebote, die die Masse nutzt, und nicht kleine Plattformen mit wenig traffic, selbst wenn letztere bottom up entwickelt, demokratisch und gemeinnützig sein sollten.</p>
<p>In dem neuen Buch <strong>&#8220;<a href="http://www.springer.com/de/book/9783658179090" target="_blank" rel="noopener">Kollektivität und Macht im Internet</a>&#8220;</strong> von Dolata/Schrape (2018) kommt Ulrich Dolata deshalb zu folgendem Schluss:  &#8220;Nicht Dezentralisierung, Demokratisierung und Kooperation, sondern Konzentration, Kontrolle und Macht sind (&#8230;) die Schlüsselprozesse und -kategorien, mit denen sich die wesentlichen Entwicklungstendenzen des (kommerziellen) Internets angemessen erfahren lassen&#8221; (Dolata 2018, 101).  Durch die schiere Reichweite ihrer Plattformen und Angebote gewinnen Google, Facebook, Amazon und Apple im Internet Macht über a) Infrastrukturen und Regeln, b) Daten und c) ökonomische Macht durch Werbeinnahmen, Handel, den Geräteverkauf und Dienste, da sie in ihren Segmenten Monopolisten sind (Google im Bereich der Suchmaschinen, Facebook im Bereich sozialer Netzwerke, Amazon im Internethandel und Apple bei den multimedialen Geräten) (Dolata 2018, 123ff).</p>
<p>Die Abwanderung von Nutzern wollen die vier Monopolisten in jedem Fall vermeiden. Durch die Weiterentwicklung ihrer Angebote zu &#8220;soziotechnischen Ökosystemen&#8221; (Dolata) mit einer Vielzahl aufeinander abgestimmten Diensten und der Entwicklung &#8220;proprietärer technischer Systemwelten&#8221; (Dolata), die untereinander inkompatibel sind, soll der Wechsel zu einem anderen Anbieter für Nutzer erschwert werden. Die Stellung der Monopolisten wird noch gefördert durch</p>
<ul>
<li>ihre hohen Investitionen in die bestehenden Plattformen und Dienste</li>
<li>ihre massiven Ausgaben für Forschung und Entwicklung</li>
<li>den Aufkauf von innovativen startups, um neue zukunftsweisende Angebote machen zu können</li>
</ul>
<p>(Dolata 2018, 101ff).</p>
<p>Aber da die Netzwerkeffekte bzw. die Reaktionen der nicht-organisierten Massen und Schwärme nicht vorhersehbar sind, ist auch keiner der Monopolisten unangreifbar. Trotz aller Maßnahmen, die die Konzerne ergreifen, um eine Nutzerabwanderung zu verhindern: &#8220;Der Schwarm kann auch weiterziehen&#8221; (Dolata 2018, 111). Und darin liegt die Macht der Nutzer: in dieser kollektiven Dimension, nicht &#8211; so Dolata &#8211; in der Macht der Einzelpersonen. Erst als Masse haben Nutzer Macht und diese Masse baut sich dem Autor zufolge &#8220;unkoordiniert auf&#8221; (Dolata 2018, 12). Neben der Macht der Schwärme spielen auch die Staaten und ihre Verbünde eine wichtige Rolle als regulierende Instanz, um die Macht der großen Internetkonzerne einzuschränken.</p>
<p>Die Frage ist, weshalb der Autor die Macht <em>organisierter</em> Bewegungen nicht als Bedrohung für die Monopole sieht. Vielleicht deshalb nicht, weil auch organisierte soziale Bewegungen (und viele Nonprofits &#8230;) zwischenzeitlich ganz auf die kommerziellen Plattformen mit ihrer großen Reichweite setzen (Dolata 2018, 52). Schade, dass von Seiten der großen gemeinnützigen Organisationen &#8211; und ich denke hier speziell an die mächtigen Wohlfahrtsverbände &#8211; nie eine breite gesellschaftliche Debatte über <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/vom-internet-zum-alternet-entwicklungen-jenseits-der-grossen-plattformen/" target="_blank" rel="noopener">alternative Wege und Tools im Internet</a> angezettelt wurde oder man eine Bewegung initiierte, die auf die Regulierung und Kontrolle der Internetkonzerne zielt. Die großen Konzerne ihrerseits umgarnen die engagierte Zivilgesellschaft mit Förderprogrammen und Wettbewerben wie dem <a href="https://smart-hero-award.de/ueber_den_award/" target="_blank" rel="noopener">Smart Hero Award</a>, den Facebook und die Stiftung digitale Chancen gemeinsam ausloben, die <a href="https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland2018" target="_blank" rel="noopener">Google.org Impact Challenge</a>, die von der Google Foundation und betterplace gemeinsam durchgeführt wird oder mit dem Förderprogramm <a href="https://www.digitalengagiert.de/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;digital.engagiert&#8221;</a>, einer gemeinsamen Initiative von Amazon und dem Stifterverband. Die drei Internetkonzerne drängen mit ihrer Infrastruktur gezielt in zivilgesellschaftliche Domänen, die zum Teil noch abgehängt sind von der Digitalisierung.</p>
<p>Eine solche Eroberung zivilgesellschaftlicher Räume durch die großen Plattformen sollte neben den Vorteilen, die mit der digitalen Infrastruktur einhergehen, auch deren Schattenseiten nicht verschweigen, um Bürgern und Nonprofits eine mündige Entscheidung darüber zu ermöglichen, welche Tools sie nutzen wollen und welche nicht. Ganz dringend müsste eine breite zivilgesellschaftliche Debatte darüber geführt werden, wie ein bürgerfreundliches Internet aussehen könnte, welche Anforderungen Bürger und zivilgesellschaftliche Organisationen an die großen Plattformen stellen und welche Forderungen an die Politik herangetragen werden müssten, um der Macht der Internetkonzerne Einhalt zu gebieten. Den großen Wohlfahrtsverbänden käme hier eine wichtige Rolle zu: gerade sie haben den Kontakt zu digital abgehängten Gruppen, gerade sie erreichen über ihre Nutzer und all die ehrenamtlich Engagierten große Teile der hiesigen Bevölkerung und zwar sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, &#8211; denn Sozialeinrichtungen gibt es nahezu überall.</p>
<p>In Stuttgart hat sich im Sommer 2017 ein Netzwerk aus ganz verschiedenen Organisationen gebildet, um diesen kritischen Diskurs in Bezug auf die Digitalisierung der Lebenswelt zu führen (siehe die folgende <a href="http://www.bagejsa.de/fileadmin/user_upload/dokumente/pdf/Presseinformationen_Archiv/PI_2017/PI_Netzwerk_Sozialer_Zusammenhalt_in_digitaler_Lebenswelt_2017_07_14.pdf" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a>). Das <strong>Netzwerk &#8220;Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt&#8221;</strong> will die Bürgerrechte und die Bürger-Teilhabe in der digitalen Gesellschaft stärken. Ein solches Netzwerk kann zur Gründung weiterer Netzwerke in anderen Bundesländern, Regionen und Kommunen anregen.</p>
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		<title>Aufruf zur 29. Runde der NPO-Blogparade &#8211; Thema &#8220;Patenschaften&#8221;</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/aufruf-zur-29-runde-der-npo-blogparade-thema-patenschaften/</link>
					<comments>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/aufruf-zur-29-runde-der-npo-blogparade-thema-patenschaften/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2017 08:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[NPO-Blogparade]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 2008 gibt es die NPO-Blogparade, die BloggerInnen zur Diskussion über ein gemeinsames Thema aus dem Nonprofit-Bereich einlädt. In der Regel wird eine #npoblogparade dann noch um einen einstündigen Chat auf Twitter ergänzt. Die NPO-Blogparade ist der Versuch, Themen aus dem zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Bereich mehr Aufmerksamkeit im Netz zu verschaffen und wurde über Jahre [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2008 gibt es die NPO-Blogparade, die BloggerInnen zur Diskussion über ein gemeinsames Thema aus dem Nonprofit-Bereich einlädt. In der Regel wird eine<br />
#npoblogparade dann noch um einen einstündigen Chat auf Twitter ergänzt.</p>
<p>Die NPO-Blogparade ist der Versuch, Themen aus dem zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Bereich mehr Aufmerksamkeit im Netz zu verschaffen und wurde über Jahre hinweg von einem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/npo-blogger-netzwerk/" target="_blank">BloggerInnen-Kreis </a>vorangetrieben. 28 NPO-Blogparaden-Runden gab es schon, die <strong>29. Runde wird nun von <a href="http://www.opentransfer.de/#home" target="_blank">openTransfer.de </a>gehostet und läuft bis zum 20. März 2017. Das Thema lautet: <a href="http://www.opentransfer.de/9794/npo-blogparade-mehr-patenschaften-braucht-das-land/" target="_blank">&#8220;Mehr Patenschaften braucht das Land&#8221;</a></strong>:</p>
<p>&#8220;In vielen Städten und Gemeinden gibt es inzwischen Patenschaften Initiativen, Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros, Bürgerstiftungen, Social-Start-ups – sie alle ermöglichen Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst nicht ohne Weiteres kennenlernen würden. Tausendfach füllen Menschen abstrakte Konzepte wie „Bildungsgerechtigkeit“ oder „Integration“ mit Leben und arbeiten gegen Vorurteile und Ausgrenzung an.</p>
<p><em>Uns interessiert: Mit welchen Herausforderungen haben es die Patenschaftsprojekte zu tun? Welche Steine werden ihnen in den Weg gelegt und was funktioniert besonders gut? Wie kann man noch mehr Menschen in Deutschland für Patenschaften begeistern? Wie gelingt es, Patenschaftsprojekte groß zu machen?&#8221;.</em></p>
<p>Wer einen Beitrag zum Thema schreibt, sollte ihn mit dem <a href="http://www.opentransfer.de/9794/npo-blogparade-mehr-patenschaften-braucht-das-land/" target="_blank">Start-Artikel von openTransfer.de</a> verlinken oder gerne auch mit diesem Artikel auf Nonprofits-vernetzt.de. Wer kein eigenes Blog hat, kann sein Statement auch über die Kommentarfunktion posten oder sich per Mail an redaktion@opentransfer.de wenden.</p>
<p>Mehr Infos über die #npoblogparade findet man auf <a href="https://npoblogparade.wordpress.com">npoblogparade.wordpress.com </a>Viel Spaß beim Nachdenken und schreiben!</p>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 7) &#8211; das Internet nutzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2015 16:30:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der 7. Teil einer Blogserie, die ich in loser Folge fortführen werde, sofern mir ein spannendes Papier, ein guter Gedanke oder ein interessantes Projekt aus der Praxis vorliegen. Nach den Beiträgen über die Bedeutung der Quartiersvernetzung (Teil1), den Wissensaustausch (Teil 2), das Bürgerengagement (Teil 3), die Rolle von Unternehmen und Stiftungen (Teil 4), [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist der 7. Teil einer Blogserie, die ich in loser Folge fortführen werde, sofern mir ein spannendes Papier, ein guter Gedanke oder ein interessantes Projekt aus der Praxis vorliegen. Nach den Beiträgen über die Bedeutung der Quartiersvernetzung (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-nutzen-stiften/">Teil1</a>), den Wissensaustausch (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-durch-wissenstransfer/">Teil 2</a>), das Bürgerengagement (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-buergerprojekte-ermoeglichen/">Teil 3</a>), die Rolle von Unternehmen und Stiftungen (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-die-rolle-von-unternehmen-und-stiftungen/">Teil 4</a>), die Rolle von Innovationen und Sozialunternehmen (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-soziale-innovationen-erzielen/">Teil 5</a>) und die von örtlichen Kirchengemeinden (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-der-beitrag-der-kirchengemeinden/">Teil 6</a>) folgt hier ein Beitrag über die Bedeutung des Internets in der Quartiersvernetzung.<br />
</em></p>
<p>In der Online-Publikation Nr. 07/2015 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung: <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2015/DL_ON072015.pdf;jsessionid=9032C54798B7700AA5727222FBDDB72D.live1043?__blob=publicationFile&amp;v=4">&#8220;Virtuelle und reale öffentliche Räume&#8221;</a> werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Stadtraum und auf die Herausbildung von städtischer Öffentlichkeit &#8220;als Wesensmerkmal der Europäischen Stadt&#8221; (S. 6) untersucht. Das Papier unterscheidet drei Arten von Öffentlichkeit:</p>
<ul>
<li>die politische (Austausch, Verhandlung)</li>
<li>die diskursive (Informationsverbreitung, Diskurs über Informationen)</li>
<li>die symbolische (interagieren, um Gemeinschaft zu bilden)</li>
</ul>
<p>Sowohl für die politische Öffentlichkeit in einer Stadt als auch für die symbolische spielen reale Räume eine sehr große Rolle, während sich die diskursive Öffentlichkeit sehr gut im Internet herstellen lässt (S. 91). Generell kann Öffentlichkeit aber in jedem Raum und Medium entstehen und auch da, wo reale Räume wichtig sind, werden sie durch virtuelle ergänzt (aber nicht ersetzt).</p>
<p>Quartiersvernetzung ist nach dieser Systematik der symbolischen und der politischen Öffentlichkeit zuzuordnen. Um neue Nachbarschaften im Quartier zu bilden, brauchen Menschen den persönlichen Kontakt und reale Treffen. Aber ihre Aktivitäten und ihr Austausch im realen Raum kann durch Aktivitäten im virtuellen ergänzt werden. Über das Internet können entstehende Netzwerke organisiert und gepflegt sowie Aktivitäten abgesprochen und vorbereitet werden. Auch wer nicht regelmäßig bei den realen Treffen dabei sein kann, bleibt über das Internet auf dem Laufenden. Die Öffentlichkeit kann über den Rahmen des Netzwerks hinaus erweitert werden, wenn Nachbarschafts- und Stadtteilinitiativen sich im Internet mit einer Webseite präsentieren oder einen der großen Social Network-Dienste nutzen. Auch gibt es viele Plattformen, die sich speziell dem Aufbau neuer Nachbarschaften verschrieben haben, wie bspw. <a href="https://wirnachbarn.com/">Wir Nachbarn</a>, <a href="http://www.nicer2gether.com/">nicer2gether</a>, <a href="https://nextdoor.com/">Nextdoor</a>, und &#8211; in Gründung &#8211; <a href="http://www.deine-strasse.de/">deine-strasse.de</a> aus Stuttgart.</p>
<p>Welche Internet-Tools es jenseits von Facebook und Twitter gibt, um lokal die Vernetzung unter Bürgern zu fördern und die Organisation des Bürgerengagements in Netzwerken, Initiativen und Vereinen zu erleichtern, das zeigte <a href="http://www.kunzelnick.de/">Martin Kunzelnick</a>  bei der <a href="http://socialbar.de/wiki/2015_06_16_Stuttgart">Socialbar Stuttgart</a> im Juni, die sich mit dem Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221; befasste.  Sein <a href="http://www.bitspirits.de/download/socialbar.pdf">Vortrag</a> präsentiert eine Menge Tools, die allesamt in der Freiwilligenarbeit und in Vereinen schon erfolgreich angewandt wurden. Viele eignen sich auch gut für Einsteiger ins Netz.</p>
<p>Immer noch gibt es eine erheblich Anzahl von Bürgern, aber auch von Vereinen und sozialen Diensten im Stadtteil, die das Internet noch zu wenig nutzen, um sich die Arbeit zu erleichtern und sich untereinander zu vernetzen. Dies wurde hier im Blog schon oft beschrieben und bedauert,  z.B. in <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/im-blickpunkt-die-internet-praesenz-lokaler-nonprofits/">diesem Artikel</a>. Andererseits sind alle digitalen Tools mit Bedacht auszuwählen, weil die meisten von kommerzieller Seite angeboten werden und mit dem Datensammeln und -verkaufen Geschäfte machen, andererseits aber keine Mitbestimmung oder Kontrolle von Bürgern zulassen.</p>
<p>Was wir brauchen sind alternative digitale Instrumente, die Bürgerrechte respektieren. Die Entwicklung solcher Tools auf lokaler Ebene sollte viel stärker in den Fokus rücken. Digitale Bürgerschaftlichkeit drückt sich nicht darin aus, dass man auf Facebook ist. Digitale Bürgerschaftlichkeit bedeutet, dass Bürger eine große Bandbreite digitaler Instrumente beherrschen und auch digitale Tools für sich und ihre (lokale) Community entwickeln können, die passgenau die vorhandenen Bedarfe abdecken.</p>
<p>Initiativen wie die <a href="http://detroitdjc.org/">Detroit Digital Justice Coalition</a> bräuchte es auch hierzulande auf örtlicher Ebene. Diese Initiative fördert einerseits die digitale Inklusion der Bürgerschaft, speziell von Menschen, die bisher am Rand stehen, u.a. durch Veranstaltungen wie &#8220;<a href="http://detroitdjc.org/?page_id=23">Discotechs</a>&#8221; (Discovering Technology). Und andererseits soll die Kompetenz der Bürger gefördert werden, die neuen Internet-Angebote nicht nur zu nutzen, sondern auch selbst welche zu entwickeln. Die Initiative tritt ein für digitale Gerechtigkeit, dazu gehören die <a href="http://detroitdjc.org/?page_id=9">Prinzipien </a> Zugang, Partizipation und gemeinsame Eigentümerschaft im Hinblick auf digitale Angebote.</p>
<p>&#8220;Community Informatics&#8221;, d.h. die Informatiken, die auf die Bildung von Smart Communities zielen, sollten lokal gestärkt werden. Auch die Stadtplanung sollte die Rolle von Community Informatics im Blick haben, wenn es darum geht,  in Städten die soziale Quartiersentwicklung zu stärken.  Wer sich für dieses Thema interessiert, findet im <a href="http://ci-journal.net/index.php/ciej/issue/archive">Journal of Community Informatics </a>viele interessante Aufsätze zum Weiterlesen.</p>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 6) &#8211; der Beitrag der Kirchengemeinden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2015 08:26:44 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der sechste Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem ersten Beitrag, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, ging es im zweiten Blogartikel  um den Wissensaustausch unter den örtlichen Stadtteilvernetzern. Der dritte Beitrag nahm die engagierten Bürger, die als Vernetzer tätig sind, und die örtlichen Freiwilligenagenturen in den Blick. Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist der sechste Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-nutzen-stiften/">ersten Beitrag</a>, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, ging es im zweiten Blogartikel  um den <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-durch-wissenstransfer/">Wissensaustausch</a> unter den örtlichen Stadtteilvernetzern. Der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-buergerprojekte-ermoeglichen/">dritte Beitrag</a> nahm die engagierten Bürger, die als Vernetzer tätig sind, und die örtlichen Freiwilligenagenturen in den Blick. Der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-die-rolle-von-unternehmen-und-stiftungen/">vierte </a>Artikel beleuchtete die Rolle von Unternehmen und Stiftungen in der Quartiersvernetzung. Der fünfte Beitrag fragte nach der Bedeutung von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-soziale-innovationen-erzielen/">Sozialunternehmen</a> in diesem Bereich. Der nun folgende Blogartikel setzt sich mit der  Rolle der Kirchengemeinden beim Aufbau neuer sozialer Beziehungen im Viertel auseinander. Der nächste Beitrag stellt Internet-Tools zur lokalen Zusammenarbeit in den Mittelpunkt.<br />
</em></p>
<p>Welche Rolle könnten und sollten Kirchengemeinden und die kirchlichen Wohlfahrtsverbände in der örtlichen Zivilgesellschaft spielen? Welchen Beitrag können sie zum Aufbau neuer Nachbarschaften leisten? Diese Fragen bilden den Schwerpunkt des aktuellen <a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Forschungsjournals Soziale Bewegungen (Heft 1, 2015)</a> und auch die Stiftung Mitarbeit widmete diesem Thema Anfang Juni ihren <a href="http://www.buergergesellschaft.de/mitteilen/news/archiv-des-enewsletters/enewsletter-archiv-2015/enewsletter-wegweiser-buergergesellschaft-102015-03062015/109941/">eNewsletter Nr. 10/2015</a>.</p>
<p>Die Voraussetzungen für eine aktive Rolle der Kirchengemeinden in der örtlichen Zivilgesellschaft sind gut:</p>
<ul>
<li>Viele Kirchenmitglieder sind ehrenamtlich aktiv: 67% der Engagierten in Deutschland gehören der katholischen oder evangelischen Kirche an.<br />
Die Kirche zählt zu den zentralen Orten des Engagements in Deutschland: allein in der evangelischen Kirche sind bis zu 1,5 Millionen Freiwillige aktiv (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_beitrag_schendel_150603.pdf">Schendel 2015</a>, 2). Das Engagement dieser Freiwilligen beschränkt sich dabei nicht nur auf den kirchlichen Raum, sondern jeder zweite in der evangelischen Kirche Aktive engagiert sich auch außerhalb der Kirche  in gemeinnützigen Organisationen oder Parteien. Das ist das Ergebnis einer <a href="http://www.ekd.de/si/download/Endtext_Ehrenamt_Kirchengemeinden__2___2_.pdf">Studie</a> des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, die Martin Horstmann, mein Bloggerkollege von <a href="https://diakonisch.wordpress.com/">diakonisch.de</a> , 2013 erstellte.</li>
<li>Die Kirchengemeinden besitzen zahlreiche Kontakte  in die örtliche Zivilgesellschaft und Politik hinein, &#8220;zumindest gelegentlich&#8221;, wie mehr als 90% der Kirchengemeinden mitteilen (Quelle siehe Kommentar).</li>
<li>Die Kirchengemeinden und kirchlichen Sozialdienste verfügen zudem über Gebäude, Räume und Ausstattung  im Stadtteil, so dass sie allein schon durch diese infrastrukturellen Qualitäten zu Quartiers-Knotenpunkten werden könnten (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_kurzke_maasmeier_150603.pdf">Kurzke-Maasmeier 2015</a>, 6).</li>
<li>Auch haben sich Diakonie und Caritas, die beiden Träger der kirchlichen Sozialarbeit, in den letzten Jahren stärker dem Sozialraum zugewandt und sich eine Stärkung der <a href="https://diakonisch.wordpress.com/dossiers/dossier-gemeinwesen/">&#8220;Gemeinwesendiakonie&#8221;</a> bzw. der <a href="http://www.caritas.de/glossare/sozialraumorientierung">&#8220;Sozialraumorientierung&#8221;</a> vorgenommen.</li>
</ul>
<p>Trotz dieser positiven Voraussetzungen für ein Engagement der Kirchengemeinden in und mit der örtlichen Zivilgesellschaft werden die Gemeinden bisher noch nicht wirklich  als gemeinwesenorientierte Akteure wahrgenommen, was laut <a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7310">Kurzke-Maasmeier</a> (2015, 7) auch daran liegt, dass immer noch viele Kirchengemeinden ihre Angebote zu stark auf die eigene kirchliche Klientel ausrichten. Sie nehmen häufig die Funktion einer Insel im Stadtteil wahr, statt die einer Brücke in andere Bereiche und Milieus hinein.</p>
<p>Dies liegt auch daran, dass nicht alle in den beiden großen Kirchen die Vision teilen, die Kirchengemeinde und auch die Sozialdienste sollten Teil der Zivilgesellschaft sein. Viele sehen die Kirche als erhabenes &#8220;Licht auf dem Berg&#8221; und nicht als &#8220;Salz der Erde&#8221; , das sich mit der Welt vermischt (Schockenhoff, zit. nach <a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7308">Vieregge, 2015</a>, 1).  Diese zivilgesellschafts-kritische Haltung wird dadurch gestärkt, dass die beiden großen Kirchen schon rein formal nicht als Vereine organisiert sind (wie bspw. evangelische Freikirchen oder muslimische Gemeinden), sondern als Körperschaften des öffentlichen Rechts, was ihren zivilgesellschaftlichen Charakter verhüllt (der aber durch die Nonprofit-Forschung schon längst bestätigt ist) (<a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Strachwitz 2015</a>, 28).  Auch die jahrhundertelange Verquickung mit dem Staat und parteipolitischen Interessen (siehe <a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Gabriel 2015</a>) erschweren vielen in der Kirche die Hinwendung zur Zivilgesellschaft, so dass <a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Strachwitz</a> (2015, 29) konstatiert: &#8220;Bekenntnisse deutscher Kirchenvertreter zur Zivilgesellschaft sind Ausnahmen&#8221;.</p>
<p>Dennoch müssen sich Kirchen um eine neue Position in der Gesellschaft bemühen, da sie ihr Monopol auf das Religiöse verloren haben und ihre Nähe zum Staat ihnen eher Kritik einbringt als zusätzliche Legitimität. Insofern bietet sich die Zivilgesellschaft als neue Verortung für Kirchengemeinden an.</p>
<p>Gefordert wird von vielen eine &#8220;radikale Öffnung&#8221; (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7310">Kurzke-Maasmeier</a>) der Kirchengemeinden hin zu dem sie umgebenden Gemeinwesen. Kirchengemeinden sollten gezielt versuchen, nicht kirchlich Gebundene für die ehrenamtliche Arbeit in den Gemeinden zu gewinnen. Die Gemeinden selbst sollten in den Netzwerken auf Quartiersebene vertreten sein und selbst Netzwerke initiieren, die Menschen aus dem Viertel über Grenzen hinweg einbinden. Gerade jene Kirchengemeindemitglieder, die im Gemeinwesen aktiv sind, könnten hierfür als &#8220;Brückenbauer und Impulsgeber&#8221; genutzt werden (<a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Coenen-Marx 2015</a>, 109).</p>
<p>Verändert werden müssten auch alltägliche Handlungsstrukturen der Gemeinden und zwar dergestalt, dass der Teilhabe ein bedeutenderer Stellenwert beigemessen wird.  Denn &#8220;besonders schlecht scheiden die Kirchen (..) beim Thema Mitsprache und Mitentscheidung der Freiwilligen ab: Hier bildete die katholische Kirche  schon seit 2004 das Schlusslicht, während die evangelische Kirche (..) bis 2009 an Boden verloren hat&#8221; (<a href="http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2015heft1">Gabriel 2015</a>, 24, mit Blick auf die Ergebnisse des Freiwilligensurveys 2010).</p>
<p>Kirchengemeinden, die sich dem Sozialraum zuwenden und an der Quartiersvernetzung mitwirken, stärken sich selbst als Institution, indem sie neue Aufgaben, Freunde und Unterstützer hinzugewinnen: &#8220;Kirche für andere ist auch Kirche für sich&#8221; (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/109941/#7308">Vieregge 2015</a>, 5), d.h. die Sozialraumorientierung kann Gemeinwohl- und Eigeninteressen erfolgreich miteinander verbinden.</p>
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		<title>Wer gestaltet die Stadt? Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2014 16:05:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Schaffung und Ausgestaltung von Stadträumen ist immer weniger das Ergebnis kommunaler Planungen. Vielmehr spielen zivilgesellschaftliche Akteure eine wichtige Rolle, die in Eigeninitiative Räume entdecken, nutzen, umdefinieren und ausgestalten.  Diesem sogenannten &#8220;Informellen Urbanismus&#8221; , der neben den offiziellen Planungsstrukturen existiert, widmet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein ganzes Themenheft (IzR 2/2014). Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schaffung und Ausgestaltung von Stadträumen ist immer weniger das Ergebnis kommunaler Planungen. Vielmehr spielen zivilgesellschaftliche Akteure eine wichtige Rolle, die in Eigeninitiative Räume entdecken, nutzen, umdefinieren und ausgestalten.  Diesem sogenannten &#8220;Informellen Urbanismus&#8221; , der neben den offiziellen Planungsstrukturen existiert, widmet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein ganzes <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">Themenheft (IzR 2/2014)</a>. Der Begriff &#8220;Informeller Urbanismus&#8221; wurde ursprünglich mit Blick auf Entwicklungsländer benutzt, um damit fehlende formale Strukturen in deren Stadtentwicklung zu bezeichnen. Zwischenzeitlich ist die Diskussion aber weiter und erkennt, dass Stadtentwicklung sich auch in unserem Land nicht &#8220;top-down&#8221; vollzieht, d.h. ausschließlich durch kommunales Planen und Handeln, sondern Bürger wichtige Akteure sind, die den Stadtraum entscheidend mitgestalten.</p>
<p>Zivilgesellschaftliche Aktivitäten sind dabei  &#8220;in einer Gegenposition zur offiziellen Stadtplanung, zumindest jedoch in einem toten Winkel&#8221; (<a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">IzR</a>, Willinger, I), &#8211; dort, wo die Stadt nicht so genau hinschaut und auch nicht selbst aktiv ist. In der Vergangenheit gab es zwischen der formalen Stadtplanung und der informellen Raumproduktion und -nutzung zivilgesellschaftlicher Akteure wenig Berührungspunkte und wenig Kommunikation, beide existierten &#8220;in parallelen Universen&#8221; (<a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">IzR</a>, Misselwitz, 87).  Derzeit öffnet sich die kommunale Planung zwar langsam für zivilgesellschaftliche Beteiligungsprozesse, dennoch ist das Verhältnis zwischen formaler Planung und der informeller Stadtentwicklung  je nach Ort ganz unterschiedlich: &#8220;in Berlin sieht das ganz anders aus, als in Marseille, in London merklich anders als in Athen&#8221; <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">(IzR</a>, Matthiesen, 89).</p>
<p>Auch <em>Vereine</em> gestalten als zivilgesellschaftliche Akteure ihre Stadt mit und dies nicht nur inhaltlich oder sozial, sondern eben auch räumlich. Andrea Benze zeigt in ihrem Aufsatz die &#8220;informellen Raumtaktiken&#8221; von Vereinen am Beispiel der Stadt Bitterfeld-Wolfen auf. Drei Raumtaktiken konnte die Forscherin bei den dort ansässigen Vereinen erkennen: &#8220;entdecken, spezialisieren und umdeuten&#8221; (<a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">IzR,</a> Benze, 144f).</p>
<p><strong>Entdecken:</strong> aufgrund ihrer Ortskenntnis und ihrer persönlichen Verbindungen entdecken und nutzen Vereine leerstehende Gelände, leerstehende Gebäude oder sie ziehen in ungenutzte &#8220;Resträume&#8221; von Fabriken oder städtischen Anlagen wie bspw. der Radioclub in die ehemaligen Lagerhallen der Stadtwerke (Benze, 144).</p>
<p><strong>Spezialisieren:</strong> Vereine entdecken in diesem Fall keine neuen Räume, sondern sie verwandeln bestehende Einrichtungen um und führen sie neuen Zwecken zu. Sie reagieren damit auf veränderte Bedürfnisse der Bevölkerung. Aus einem Freizeittreff für Kinder wird bspw. ein Jugendclub, weil sich der Bedarf vor Ort ändert (Benze, 145)</p>
<p><strong>Umdeuten:</strong> der Vereinszweck wird an das bestehende Raumangebot angepasst, d.h. die Raumtaktik erfordert eine Veränderung des eigenen Profils (ebd.)</p>
<p>Aus den Raumtaktiken der Vereine schlussfolgert Benze, dass Vereine aufgrund ihres lokalen Orts- und Sachwissens an der Stadtentwicklung beteiligt werden sollten und Vereinsorte darüber hinaus Anregungen für die Stadtplanung bieten. Sie können aufzeigen, in welche Richtung sich städtische Räume entwickeln könnten und ergänzen damit die Perspektive der Stadt um eine zivilgesellschaftliche Dimension.</p>
<p>Eine Voraussetzung, um den Beitrag der Vereine für die Raumproduktion und -nutzung zu würdigen, ist aber, dass die zivilgesellschaftlichen Akteure der Kommune überhaupt bekannt sind. Dass dies nicht immer der Fall ist, zeigt die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-buergernetzwerke/">hier im Blog</a> schon einmal besprochene Studie von <a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock (2012) </a>(Infos über die Studie gibt es auch <a href="http://www.birmingham.ac.uk/generic/tsrc/documents/tsrc/working-papers/working-paper-71.pdf">hier</a>). Die Autoren zeigen anhand ihrer Forschungen auf, wie groß und im allgemeinen unbekannt die Zahl informeller Gruppen in den Kommunen ist. Hierfür untersuchten sie in zwei britischen Städten einige Straßenzüge und fanden allein in elf Straßen 58 offiziell unbekannte Gruppen.  Hätten sie auch Gruppen einbezogen, die in der Gemeinde umherziehen und sich an wechselnden Orten treffen oder die hauptsächlich im virtuellen Raum existieren, wäre ihnen zufolge die Zahl noch höher ausgefallen. Es wäre sicher auch im Hinblick auf die Stadtentwicklung  interessant zu untersuchen, welche Wirkung mobile Initiativen und virtuelle auf die örtliche Raumproduktion und -nutzung haben.</p>
<p>Generell sollte im Zusammenhang mit der örtlichen Zivilgesellschaft die räumliche  Perspektive stärker bedacht werden, wie es in der <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2014/2/Inhalt/inhalt.html?nn=422250">Publikation des BBSR</a> geschieht. Denn speziell im Rahmen des demografischen Wandels und im Rahmen industrieller Strukturveränderungen spielt die Zivilgesellschaft als Raumproduzent und -nutzer für das örtliche Gemeinwesen eine wichtige Rolle.</p>
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		<item>
		<title>Community Organizing &#8211; Theorie und Praxis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2014 09:44:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Stiftung Mitarbeit hat in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Community Organizing und dem Forum Community Organizing e.V.  das &#8220;Handbuch Community Organizing, Theorie und Praxis in Deutschland&#8221; (2014) veröffentlicht. Die Publikation enthält vierzig Beiträge und Interviews zum Thema.  Ich habe den Band durchgearbeitet, um klarer zu sehen, was man unter &#8220;Community Organizing&#8221; hierzulande versteht. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Stiftung Mitarbeit hat in Kooperation mit dem <a href="http://www.dico-berlin.org/index.php">Deutschen Institut für Community Organizing</a> und dem <a href="http://fo-co.info/">Forum Community Organizing e.V.</a>  das <a href="http://www.mitarbeit.de/pub_einzelansicht.html?&amp;tt_products[backPID]=39&amp;tt_products[product]=80&amp;tt_products[cat]=3&amp;cHash=3d7534c3cc391adb431c155f18a6455d">&#8220;Handbuch Community Organizing, Theorie und Praxis in Deutschland&#8221;</a> (2014) veröffentlicht. Die Publikation enthält vierzig Beiträge und Interviews zum Thema.  Ich habe den Band durchgearbeitet, um klarer zu sehen, was man unter &#8220;Community Organizing&#8221; hierzulande versteht.</em></p>
<p>Das Community Organizing (CO) hat seine Wurzeln in der amerikanischen Arbeiter- und Bürgerrechtsbewegung. In Deutschland fehlt diese Anbindung des CO an Soziale Bewegungen (Rothschuh, 26).</p>
<p>In unserem Land wird das CO eher als eine Methode der Gemeinwesenarbeit und der Bürgerbeteiligung verstanden, die Bürgern  &#8211; und zwar gerade jene in benachteiligten Vierteln &#8211; mehr Teilhabe verschaffen kann. Die Teilhabe wird durch eine Organisierung der Zivilgesellschaft in Form von &#8220;Bürgerplattformen&#8221; auf lokaler Ebene erreicht.  Die Bürgerplattformen treten als Verhandlungspartner gegenüber Wirtschaft, Verwaltung und Politik auf. Sie bestehen aus einzelnen Bürgern und/oder zivilgesellschaftlichen Gruppen, die unter sich ein dichtes und grenzüberschreitendes Beziehungsnetz knüpfen, um gemeinsam handlungsfähig zu werden (Penta/Düchting, 55). Konflikte mit Staat und Wirtschaft werden nicht gemieden,  sondern gesucht und offen ausgetragen, denn &#8220;ohne Auseinandersetzungen (&#8230;) wird es kaum Veränderung geben&#8221; (Müller/Szynka, 17).</p>
<p>Das Denken in Machtkategorien und Verteilungskonflikten prägt das klassische Community Organizing. Von der Gewerkschaftsbewegung wurde überdies die wichtige Bedeutung des Organisierens für soziale Bewegungen übernommen (&#8220;organize the organizations&#8221;). Dennoch versteht sich das CO als ein &#8220;parteipolitisch und konfessionell unabhängiger Ansatz der zivilgesellschaftlichen Selbstorganisation, um lösungsorientiertes, öffentliches Engagement auf breiter gesellschaftlicher Basis von unten aufzubauen&#8221; (Penta/Düchting, 53). Auf diese Weise soll unsere Demokratie revitalisiert werden.</p>
<p>In Deutschland wurden zwischenzeitlich einige Bürgerplattformen gegründet, zumeist auf Initiative des <a href="http://www.dico-berlin.org/index.php?id=1">Deutschen Instituts für Community Organizing</a> in Berlin (z.B. <a href="http://www.win-berlin.org/">WIN-Wir in Neukölln, </a><a href="http://www.organizing-berlin.de/">SO! MIT UNS</a> im Südosten Berlins). Themen der Bürgerplattformen sind u.a. die Schaffung von Arbeitsplätzen, der Zustand des öffentlichen Raums, öffentliche Sicherheit, Bildung, Wohnraummangel und hohe Mieten, Verkehrsbelastungen, die Versorgung mit Haus- und Fachärzten, &#8211; kurz gesagt: Themen mit großer Bedeutung für die Bürgerschaft einer Kommune oder eines Quartiers.</p>
<p>Das CO setzt in seiner amerikanischen Tradition auf eine Distanz zum Staat und zur Sozialen Arbeit. Wichtig ist den Organizern auch eine staatsunabhängige Finanzierung ihrer Tätigkeit. Diese amerikanisch geprägte, staatskritische Perspektive blendet die Errungenschaften der Sozialstaatlichkeit und die Potentiale Sozialer Arbeit aus. Sozialarbeit kann vom Community Organizing lernen und ihre bürgerschaftliche, beteiligungsorientierte Dimension stärker betonen und fördern . Aber  &#8220;klar ist: CO ist nicht Sozialarbeit&#8221; (Oelschlägel, zit. nach Fehren, 66), sondern geht darüber hinaus und in den politischen Bereich hinein. Denn der Sozialen Arbeit und hier speziell den gemeinnützigen Trägern, fehlt aus CO-Sicht die Macht, um Probleme anwaltschaftlich lösen zu können. &#8220;Wir müssen erkennen, dass wir mit den Leuten, über deren Power, Dinge in Bewegung setzen können, die wir selber gar nicht umsetzen oder gar nicht in Bewegung bringen könnten&#8221; (Schaaf, 219).</p>
<p>Der Organizing-Prozess gliedert sich in die folgenden Phasen (Richers, 91):</p>
<ul>
<li> Zuhören:  wo liegen die Probleme? Welches Aktionsthema wird gewählt?</li>
<li>Recherche und Strategieentwicklung</li>
<li>Gemeinsames Handeln und Aktionen</li>
<li>Zivilgesellschaft nachhaltig, wirksam und demokratisch organisieren</li>
</ul>
<p>Die Rolle des Organizers ist es, im Hintergrund zu bleiben und die Bürger selbst handlungsfähig zu machen (ebd., 92).</p>
<p>Einen interessanten Aspekt über die Chancen des Community Organizing bringt im aktuellen Sondernewsletter des BBE (01/2014)  <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/09/SonderNL_01_2014_Interview_Sittler.pdf">Loring Sittler</a> (Leiter Generali Zukunftsfond) ins Spiel.  Ihm zufolge könnte das CO zum wichtigen Treiber werden,  wenn es darum geht, im Rahmen des demografischen Wandels bürgerschaftlich organisierte Nachbarschaftshilfeprojekte aufzubauen.  Denn das CO setze auf  eine möglichst breite Beteiligung durch interkulturelle Arbeit und Integration sowie auf Selbstbestimmung. Und gerade die &#8220;wirksame Teilhabe&#8221; sei &#8220;das wichtigste Motiv für bürgerschaftliches Engagement&#8221; (Sittler, 2).</p>
<p>An diesem Beispiel kann man aber auch die Grenzen des Community Organizing erkennen. Man kann lokal viele gute Projekte anstoßen, aber in der Umsetzung erweist sich manches als schwierig oder zäh, weil die bestehenden institutionellen Regelungen Bürgerengagement bremsen oder nicht kompatibel sind mit den Zielen der Bürgerplattformen. Die Regeln, die in den Politikfeldern gelten, werden zumeist nicht lokal, sondern auf Bundes- oder Landesebene bestimmt, so dass sich vor Ort Handlungsfenster reduzieren oder öffentliche und bürgerschaftliche Aktivitäten parallel laufen, was die Effektivität des Bürgerengagements nicht wirklich fördert. Bevor z.B. das Community Organizing zum Treiber für zivilgesellschaftliche Nachbarschaftshilfeprojekte werden kann,  müsste erst die Pflegeversicherung von Grund auf reformiert werden. Die lokale Netzwerkbildung wäre zu fördern und eine Aufwertung der Sozialstationen als Vernetzer in den Familien und im Quartier müsste erfolgen, damit das professionelle System und die bürgerschaftlichen Aktivitäten auch sinnvoll zusammenpassen und sich ergänzen.</p>
<p>Andererseits kann erfolgreiches Organizing auf lokaler Ebene politische Prozesse in Bund und Ländern anstoßen, die Politikfelder verändern. Insofern lohnt es sich, als Bürger/in vor Ort mit der aktiven Partizipation im Rahmen von Bürgerplattformen zu beginnen.</p>
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		<title>Vereine stärken &#8211; ein Leitfaden für die Praxis</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/vereine-staerken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2014 10:44:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Vereine bilden die institutionelle Basis der Zivilgesellschaft, aus diesem Grund sollte der Zustand der Vereine in jeder Kommune ein wichtiges Thema bilden. Zwar gibt es auch neue Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements &#8211; Netzwerke,  Initiativen, Bewegungen, digitale Plattformen usw. Aber diese Formen des Engagements sind aufgrund ihres informellen Charakters schwerer zu greifen. Sie sind &#8220;unter dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vereine bilden die institutionelle Basis der Zivilgesellschaft, aus diesem Grund sollte der Zustand der Vereine in jeder Kommune ein wichtiges Thema bilden. Zwar gibt es auch neue Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements &#8211; Netzwerke,  Initiativen, Bewegungen, digitale Plattformen usw. Aber diese Formen des Engagements sind aufgrund ihres informellen Charakters schwerer zu greifen. Sie sind <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-buergernetzwerke/">&#8220;unter dem Radar&#8221; </a>der Nonprofit-Forschung und öffentlichen Förderung aktiv.</p>
<p>Für Vereine und damit für den formalisierten zivilgesellschaftlichen Bereich hat das <a href="http://b-b-e.de/">Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)</a> eine Ressource ausgearbeitet, die sich besonders auch an die Kommunen richtet. Diesem Papier (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/themen_materialien/pg4_material/AG4_Vereine_Kommune_Web.pdf">&#8220;Vereine in der Kommune. Chancen und Herausforderungen&#8221;</a>) wünsche ich eine große Verbreitung. Es enthält viele wichtige Anregungen, wie Vereine unterstützt und weiterentwickelt werden können und ist sehr praxisnah verfasst.</p>
<p>Das BBE-Papier basiert auf der Überzeugung, dass Vereine ein &#8220;nicht wegzudenkender Faktor in der lokalen Engagementkultur&#8221; sind (S. 3) und dass sie bestimmte Bedingungen brauchen, um zur örtlichen Partizipationskultur beitragen zu können. Viele Vereine stehen vor großen Problemen: der Nachwuchs fehlt, Ämter können nicht besetzt werden, der Verein überaltert. Hier sind die Vereine selbst gefragt, interne Prozesse und ihre Öffentlichkeitsarbeit zu verändern und sich lokal stärker mit anderen Organisationen zu vernetzen, um die eigene Effizienz und Effektivität zu steigern.</p>
<p>Gleichzeitig sind aber auch die Kommunen wichtige Unterstützer der örtlichen Vereinslandschaft, nicht nur wenn es um deren finanzielle Förderung geht. Auch methodisch und inhaltlich können örtliche Freiwilligenagenturen und ähnliche Einrichtungen die Vereine auf ihrem Weg begleiten. Diese Unterstützung sollte nicht als untergeordnetes Thema, sondern als Führungsaufgabe der kommunalen Spitze begriffen werden, wie es im BBE-Papier heißt, denn die Vitalität der örtlichen Zivilgesellschaft und das Ausmaß des Bürgerengagements ist eng mit der Vitalität und Leistungsfähigkeit von Vereinen verwoben.</p>
<p>Das <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/themen_materialien/pg4_material/AG4_Vereine_Kommune_Web.pdf">BBE -Papier</a> sieht in den folgenden fünf Bereichen Handlungsbedarf auf Seiten der <strong>Vereine</strong>:</p>
<ul>
<li>Vereinsprobleme benennen und öffentlich machen, d.h. Probleme bei der Ämterbesetzung nicht verschweigen, sondern in das Gemeinwesen hineintragen, Unterstützung erbitten, um Mitglieder werben, auch über das Internet (eine digitale Präsenz ist bei vielen kleinen Vereinen und solchen mit älterer Mitgliedschaft nicht gegeben)</li>
<li>Nachwuchs gewinnen indem man auf die Bedürfnisse potentieller Freiwilliger eingeht, u.a. mit flexiblen Engagementmöglichkeiten und Engagement-Begleitern</li>
<li>Vorstandsaufgaben entlastend organisieren und attraktiv gestalten, indem man sie in Einzelaufgaben zerlegt, die Teamarbeit fördert und stärker auf Tandemlösungen setzt (Jung und Alt gemeinsam)</li>
<li>Ein gutes Miteinander aufbauen durch eine gute Kommunikationskultur und Beratungsangebote im Falle von internen Konflikten vorhalten.</li>
<li>Effizienz und Effektivität des Vereins stärken durch Vernetzung mit anderen Vereinen und Organisationen, um voneinander zu lernen und bestimmte Vereinsaufgaben (wie z.B. die IT-Betreuung) personell zusammenzulegen.  (Siehe hier auch die Chancen für Vereine durch <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tauschnetzwerke-ein-attraktives-modell-fur-gemeinnutzige-organisationen-und-burger/">Tauschnetzwerke unter Gemeinnützigen</a>)</li>
</ul>
<p>Die<strong> Kommunen</strong> sollten</p>
<ul>
<li>die Bedeutung der Vereine für die örtliche Zivilgesellschaft herausstellen und das eigene Personal dafür sensibilisieren. Informationsportale der Kommune sollten zur Selbstdarstellung der Vereine geöffnet werden</li>
<li>Beratungs- und Vernetzungshilfen für Vereine bereitstellen und diese auch öffentlich kommunizieren</li>
<li>mit Vereinen partnerschaftlich zusammenarbeiten und sie in örtliche Beteiligungsprozesse einbeziehen</li>
</ul>
<p>Die <strong>Länder</strong> können die örtlichen Aktivitäten durch Serviceeinrichtungen und Expertenpools und Plattformen für den Wissenstransfer fördern.</p>
<p>Viele Kommunen unterstützen schon die Weiterentwicklung der kommunalen Vereinslandschaft, in vielen Orten wird das Thema aber verdrängt oder ausgesessen. Obwohl gerade der demografische Wandel den Aufbau und die Pflege lokaler Netzwerke und des lokalen Engagements nahelegt. Neben den Vereinen sollten auch die oben erwähnten gering formalisierten bürgerschaftlichen Netzwerke eine Chance auf inhaltliche Unterstützung und finanzielle Förderung bekommen. Sie stehen derzeit noch nicht im Fokus der lokalen Engagementförderung.</p>
<p>Mehr Hilfen für Vereine, denen Ehrenamtliche fehlen, um Ämter besetzen zu können, bietet auch das Programm &#8220;Besetzung und Qualifizierung ehrenamtlicher Vereinsvorstände&#8221; der <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/33875.asp">Robert-Bosch-Stiftung. </a> Vereine aus drei Bundesländern können hier mitmachen und sich um eine Aufnahme in das Programm bewerben.</p>
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		<title>Netzwerke im demografischen Wandel &#8211; Auswertung der 27. NPO-Blogparade</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2014 12:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demographie]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren openTransfer und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit Stefan Zollondz. &#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt Uwe Amrhein von der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren <a href="http://www.opentransfer.de/4594/npo-blogparade-netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen/">openTransfer</a> und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/">Stefan Zollondz</a>.</em></p>
<p>&#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt <a href="http://www.opentransfer.de/4637/npo-blogparade-die-rolle-des-engagements-im-demografischen-wandel/">Uwe Amrhein von der Stiftung Bürgermut</a>. Er lenkt in seinem Beitrag den Blick auf die finanziellen und sozialpolitischen Auswirkungen des demografischen Wandels. Diesen werden wir mit einer Verschiebung des Rentenalters &#8220;zwei Jahre nach oben oder nach unten&#8221; nicht bewältigen können. Was wir ihm zufolge brauchen, ist eine &#8220;neue Vision einer solidarischen und gerechten Gesellschaft&#8221; und einen neuen Begriff von &#8216;Arbeit&#8217;, der nicht nur auf &#8216;Erwerbsarbeit&#8217; fokussiert, sondern die Freiwilligenarbeit und Familienarbeit mit einschließt. Bürgerschaftliches Engagement wird uns bis ins hohe Alter begleiten, &#8211; nicht als Zwang, sondern als Chance für den einzelnen, weil Mitmachen mehr Spaß macht als einsam in der Laube zu sitzen. Sind Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf die Herausforderung, Alte und Hochbetagte als Freiwillige flexibel einzubinden, vorbereitet? Nein, das sind sie nicht, schreibt Amrhein. Zu wenig ausdifferenziert sind die Engagement-Angebote gemeinnütziger Organisationen, zu wenig geschätzt werden auch die Potentiale der Hochbetagten. Starre Altersgrenzen im Ehrenamt diskriminieren laut Amrhein jene, die teilhaben wollen.  Sein Fazit: &#8220;Vereine, Verbände und Initiativen, die sich nicht altersgerecht organisieren, werden untergehen. Sie werden umkippen wie Tümpel ohne Sauerstoffzufuhr.&#8221;</p>
<p>Netzwerke spielen im demografischen Wandel eine große Rolle, weil sie &#8211; als formale oder informelle Netzwerke &#8211; die Struktur bieten für viele gemeinschaftsbezogene Initiativen wie Nachbarschaftshilfen, Tauschringe im Quartier usw.  Ein Beispiel dafür, wie städtische Anonymität aufgebrochen werden kann und neue Nachbarschaften entstehen, zeigt <a href="http://www.opentransfer.de/4632/npo-blogparade-neue-nachbarschaften-braucht-das-land/">Henrik Flor von openTransfer </a>am Beispiel der Fischerinsel in Berlin-Mitte, wo der SeniorenComputerClub Berlin-Mitte mit seinen selbstorganisierten IT-Schulungen die Nachbarschaft vernetzt. Ältere machen hier den Schritt in den digitalen Raum und lernen sich gleichzeitig besser kennen, &#8211; ein Beispiel , das laut Flor Schule machen sollte. &#8220;Man wünscht sich noch viel mehr solcher Clubs in Deutschland&#8221;.</p>
<p>Auf die Potentiale digitaler Netzwerke im demografischen Wandel weist <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/mehr-lebensqualitat-im-alter">Angela Ullrich vom betterplace lab</a> hin. Sie bezieht sich auf das britische Online-Netzwerk <a href="http://www.circlecentral.com/">&#8220;The Circle&#8221;</a> , das  älteren Menschen Hilfen vermittelt, die von Freiwilligen geleistet werden oder von bezahlten Nachbarschaftshelfern. Wer Hilfe leistet, verdient sich einen Gutschein, mit dem er im Netzwerk wieder andere Angebote abrufen kann. In vielen Londoner Bezirken und diversen Kommunen haben sich eigenständige &#8220;Circles&#8221; gebildet, die als Sozialunternehmen geführt werden.  Deren Finanzierung ist aber so prekär, dass vor kurzem der Londoner Circle schließen musste, was Ullrich bedauert:&#8221;Wenn es aber stimmt, dass dieses Netzwerkmodell den Gemeinden am Ende viel Geld einspart, sollte sich doch ein privater Investor finden, der zwischenfinanziert.&#8221; Anzumerken ist noch, dass der erste &#8220;Circle&#8221; im Rahmen eines <a href="http://wearethecityheroes2013.wordpress.com/2013/12/22/article-1-the-southwark-circle/">Co-Design-Prozesses </a>entstand, an dem über 250 alte Menschen mitwirkten.</p>
<p>Wer nach guten Praxisbeispielen zu Netzwerken im demografischen Wandel sucht, wird auf <a href="http://www.demographiekonkret.de/Demographie_konkret.96.0.html">demographiekonkret.de</a> der Bertelsmann-Stiftung fündig. <a href="https://twitter.com/nowanda1">Anke Knopp </a> von der Stiftung schreibt in ihrem (noch unveröffentlichten) Beitrag, dass hier schon 197 Projekte eingestellt wurden, nach denen man thematisch oder landes- bzw. gemeindebezogen suchen kann. Die Stiftung will das Portal noch ausbauen und lädt Initiativen zum Mitmachen ein. Das Portal diene &#8211; wie das <a href="http://opentransfer-camp.mixxt.de/">openTransfer Camp &#8216;Demografie&#8217;</a> der Stiftung Bürgermut, das am 9. Mai in Köln stattfindet &#8211; dem Wissenstransfer. Knopp weist auf eine weitere Ressource der Bertelsmann-Stiftung hin: auf den <a href="http://www.wegweiser-kommune.de/">wegweiser-kommune.de</a>, &#8220;eine Online-Plattform, die für alle Kommunen Deutschlands mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten, Bevölkerungsprognosen und konkrete Handlungskonzepte für die kommunale Praxis beinhaltet (&#8230;) Das Ganze gibt es auch noch visualisiert in Grafiken und Karten&#8221;.</p>
<p>Wie man Netzwerke unter Bürgern und unter Organisationen aufbauen kann, zeige ich in meinen beiden Beiträgen für die NPO-Blogparade. Um <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-burgernetzwerke/">Bürgernetzwerke zu fördern</a>, braucht man Netzwerk-Knüpfer und &#8220;Macher&#8221;, die entsprechend unterstützt werden sollten. Darüber hinaus müssen lokal Räume vorhanden sein, in denen sich Initiativen treffen können. Und professionelle Unterstützung sollte geleistet werden, wo sie gebraucht wird. Die Mitarbeiter des Dritten Sektors sind noch zu wenig auf diese Mentoren-Rolle vorbereitet bzw. darauf, lokale Selbstorganisations- und Vernetzungsprozesse zu unterstützen.  Auch <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-2-organisationsnetzwerke/">Organisationsnetzwerke, </a>die in vielen Kommunen in altersrelevanten Feldern entstehen, brauchen einen Netzwerk-Knüpfer. Durch Interaktion im Alltag wird das Vertrauen zwischen den Akteuren vertieft, die gerade im Sozialsektor sehr stark durch Konkurrenzdenken geprägt sind. &#8220;Das Ziel sollte ein Netzwerk sein mit gleichmäßig dichten Verbindungen bis in die Peripherie&#8221;.  Die Netzwerksteuerung kostet Zeit und Geld. Öffentliche Kostenträger sollten meines Erachtens diesen Aufwand in Leistungsverträgen und Förderprogrammen stärker berücksichtigen.</p>
<p>Einen wichtigen Aspekt bringt der <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/konflikte-im-generationendialog-durch-gemeinsame-werte-loesen/">Artikel von Stefan Zollondz</a> in die Diskussion ein. Viele der Netzwerk-Initiativen im demografischen Wandel sind generationenübergreifend angelegt. Dadurch kommen die Potenziale von Älteren und Jüngeren zusammen und werden die klassischen Grenzen der Jugend- und Altenarbeit aufgebrochen. &#8220;Gleichzeitig bergen generationenübergreifende Projekte aber auch ein permanentes  Konfliktpotential, wenn sich die unterschiedlichen Generationen falsch verstanden fühlen&#8221;. Durch die Kommunikation kommt es zu Missverständnissen. Wertschätzung, durchlässige vertikale Kommunikationsstrukturen und ein Transparentmachen der persönlichen Werte der Beteiligten können Konflikte vermeiden: &#8220;Eine tragfähige Basis entsteht, wenn sich alle am Projekt Beteiligten über ihre gemeinsamen Werte im Hinblick auf die Projektziele bewusst sind und diese unterstützen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Julia Russau </a>thematisiert am Beispiel der Berliner Kiezkassen benachteiligte Netzwerke. Sie zeigt auf, dass Netzwerke unterschiedlich ressourcenstark und durchsetzungsfähig sind. Benachteiligte Gruppen unterliegen meist im öffentlichen Wettbewerb um Fördermittel den durchsetzungsstarken Netzwerken, die so noch zusätzliche Ressourcen hinzugewinnen (&#8220;wer hat, dem wird gegeben&#8221;).  Sie schlägt u.a. vor, benachteiligten Bewohnern bei der Netzwerkbildung zu helfen und die Netzwerke in der Defensive mit Unterstützern zu stärken, die über &#8220;Erfolgs&#8221;Ressourcen verfügen wie Bildung, Geld, Sozialkontakte, Charisma usw. Für den Vergabeprozess der Berliner Kiezkassen liefert sie wertvolle Anregungen, die strukturelle Benachteiligungen reduzieren könnten.</p>
<p><a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2014/04/24/gutes-leben-im-demographischen-wandel/">Hannes Jähnert</a> lenkt den Blick auf ganz Grundsätzliches: bei ihm geht es bei der Gestaltung des demografischen Wandels um die Gestaltung des &#8220;guten Lebens&#8221; (H. Rosa). Letzteres streben wir an, können es aber nicht erreichen aufgrund der maßlosen Beschleunigung unseres Alltags. Gerade  &#8220;unsere heiß geliebten technischen Errungenschaften (bescheren uns) — sozusagen als Nebenwirkung — eine soziale Beschleunigung&#8221;, so dass wir das, was wir wirklich wollen (&#8220;vielleicht Zeit mit den Lieben verbringen oder bloggend über die Welt nachdenken&#8221;), auf eine unbestimmte Zeit verschieben. Für all diejenigen, die viel Zeit brauchen, nämlich Kinder, Alte und Kranke, bleibt laut Jähnert nur noch eine &#8220;liebevolle Verwaltung&#8221; übrig. Mehr ist nicht drin, wo selbst das freiwillige Engagement nach immer mehr Effizienz strebt. Hannes plädiert dafür, den demografischen Wandel zum Anlaß für Entschleunigung zu nehmen, sich dafür auch politisch stark zu machen und entsprechende Netzwerke zu bilden.</p>
<p>Netzwerke sind im Kommen und sie sind notwendig, könnte man als Fazit aus den Beiträgen zur NPO-Blogparade über den demografischen Wandel ziehen. Der Wissenstransfer über gute Projekte, wie sie lokal aufgebaut und umgesetzt wurden, muss weiter gefördert werden. In jeder Gemeinde und über Gemeindegrenzen hinweg sollten die Aktiven sich untereinander austauschen und voneinander lernen. Die wichtigste Frage der kommenden Jahrzehnte wird Jutta Bott zufolge die sein, ob sich ausreichend &#8220;freiwillige Verantwortungsgemeinschaften&#8221; bilden und ob sie gerade dort entstehen, wo lokal der Bedarf am größten ist (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 12</a>). Mit Blick auf Russaus <a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Beitrag über die Ungleichheit von Netzwerken</a> muss man damit rechnen, dass in benachteiligten Regionen auch nur schwache Hilfs-Netzwerke &#8211; oder gar keine &#8211; entstehen. Um dies zu verhindern, müssten lokale Verantwortungsgemeinschaften in strukturschwachen Regionen besonders gefördert und unterstützt werden.</p>
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		<title>Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Teil 1: Bürgernetzwerke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 14:19:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die 27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Diskussionsbeiträge sind willkommen.  Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Dies ist ein Beitrag für die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/27-npo-blogparade-netzwerke-aufbauen-chancen-und-hindernisse/">27. NPO-Blogparade: &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;</a></em>. <em>Diskussionsbeiträge sind willkommen.  </em></p>
<p>Die Politik will das Engagement von Bürgern und deren Vernetzung fördern. Viele bürgerschaftliche Aktivitäten finden in Form informeller Gruppen und Initiativen statt. Ist die lokale Infrastruktur für das Bürgerengagement so ausgerichtet, dass sie diesen informellen Netzwerken Unterstützung leisten kann?</p>
<p>Das Problem ist, dass über den Bereich der selbstorganisierten Initiativen auf örtlicher Ebene in der Regel zu wenig Informationen vorliegen. Entsprechend schwierig ist es,  herauszufinden, welche Unterstützung diese informellen Netzwerke &#8211; reale und virtuelle &#8211; eigentlich brauchen. Viele der vorhandenen Fördermaßnahmen konzentrieren sich deshalb auf die institutionalisierten Akteure, die als gemeinnützig eingetragen sind, und lassen informelle Initiativen und Bewegungen eher außer Acht.</p>
<p>Auch die Dritte-Sektor-Forschung kann kein Licht ins Dunkel bringen, wenn es um die informellen Aktivitäten der Bürgergesellschaft geht. Erhebungen konzentrieren sich auf den institutionalisierten Bereich der Zivilgesellschaft, so dass Kritiker vom &#8220;flat earth-approach&#8221; der Dritte-Sektor-Forschung sprechen (Smith, zit. nach Soteri-Proctor/Alcock 2012, 381). Die Verantwortlichen des jüngsten <a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">ZiviZ-Surveys</a> stellen klar, dass &#8220;eine Organisationserhebung (&#8230;) keine Zivilgesellschaftserhebung sein&#8221; kann (<a href="http://www.ziviz.info/fileadmin/download/ziviz_survey2012.pdf">Krimmer/Priemer, ZiviZ 2013, 13</a>), weil die Zivilgesellschaft aus vielen informellen Formen besteht: aus Bewegungen, selbstorganisierten Initiativen, virtuellen Netzwerken usw. So beschränkte sich auch der ZiviZ-Survey auf die Befragung von eingetragenen Vereinen, Genossenschaften, gemeinnützigen GmbHs und Stiftungen.  Danach gab es in Deutschland im Jahr 2012 616.154 Drittsektor-Organisationen. Die Zahl der bürgerschaftlichen Aktiviäten &#8220;unter dem Radar&#8221; des Dritten Sektors dürfte um ein Vielfaches größer sein.</p>
<p>Die britischen Forscher Soteri-Proctor und Alcock haben sich um ein Micro-Mapping bürgerschaftlicher Initiativen in zwei Gemeinden bemüht. Allein in elf Straßen der beiden Orte konnten sie durch Befragungen, Aushänge, Begehungen von Gebäuden und andere Bemühungen 58 Initiativen ausfindig machen und kartieren, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen, die nicht registriert sind und zum Teil auch keinen Namen und keine Adresse haben. Sie gehen davon aus, dass dieses Ergebnis noch weit höher ausgefallen wäre, hätten sie auch Netzwerke einbezogen, die in der Gemeinde umher wandern oder virtueller Natur sind (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>) (Infos zum britischen Projekt gibt es auch <a href="http://www.birmingham.ac.uk/generic/tsrc/documents/tsrc/working-papers/working-paper-71.pdf">hier</a>).</p>
<p>Welcher Art sind diese informellen Bürgernetzwerke und unter welchen Bedingungen gedeihen sie?</p>
<p>In der britischen Untersuchung konnten sechs Bereiche identifiziert werden, in denen die informellen Netzwerke aktiv sind: Kunst und Musik/multikulturelle Aktivitäten/Nischenthemen/Selbsthilfe und Hilfe auf Gegenseitigkeit/spezielle Glaubens- oder kulturelle Gemeinschaften/Freizeitaktivitäten (<a href="http://www.ingentaconnect.com/content/tpp/vsr/2012/00000003/00000003/art00005">Soteri-Proctor/Alcock 2012</a>, 386). Die Netzwerke dienen der Unterstützung derjenigen, die in ihnen aktiv sind. Manche aber geben zum Teil auch Unterstützung an das Gemeinwesen weiter (ebd., 389). Drei Faktoren sind für den Fortbestand der informellen Initiativen wichtig:</p>
<ul>
<li>&#8220;Bricoleurs&#8221;, &#8211; das sind Leute, die in der Lage sind, Ressourcen aufzutreiben und die Ziele der Gruppe effektiv zu verfolgen</li>
<li>Community Hubs, &#8211; das sind öffentliche Räume, in denen unterschiedliche Initiativen Platz finden</li>
<li>Unterstützung durch Mitarbeiter, fest angestellte und ehrenamtliche, die in den Community Hubs arbeiten (ebd., 392f).</li>
</ul>
<p>Speziell im demografischen Wandel wird auf Bürgerengagement, freiwillige Gemeinschaften und Netzwerke gesetzt, um untereinander und füreinander die kleinen Hilfsdienste zu leisten, die es dem einzelnen ermöglichen, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben, sofern er auch noch Zugriff auf professionelle Dienste hat. Viele der Netzwerke starten mit großem Idealismus und enden dann nicht selten, weil Freiwillige abspringen oder der &#8220;Netzwerker&#8221; aufgibt. Das sind die Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt &#8220;Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter&#8221; von Julia M. Bott (2014): &#8220;Die Ergebnisse (&#8230;) bezüglich des Funktionierens von Selbstorganisationsprozessen sind in gewisser Weise ernüchternd. In manchen Orten funktioniert etwas, in anderen genau wiederum nicht. Das heißt, eindeutige &#8216;Erfolgsrezepte&#8217; gibt es nicht. Unrealistisch ist jedoch, dass auf professionelle Steuerung, Moderation und/oder Beratung gänzlich verzichtet werden kann&#8221; (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 58</a>).</p>
<p>Bott hat deshalb Tipps für die lokale Netzwerkarbeit und Selbstorganisation in einem <a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Hand- und Arbeitsbuch des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge</a> veröffentlicht. Fertige Rezepte gibt es hier wirklich nicht, aber nützliche Hinweise wie die folgenden:</p>
<ul>
<li>Netzwerker sind für lokale Selbstorganisationsprozesse wichtig, sie sollten entsprechend gefördert werden (ebd., 58)</li>
<li>wer Bürger für ein Engagement in Netzwerken gewinnen möchte, muss darauf achten, für sie eine Win-win-Situation zu schaffen (ebd., 55)</li>
<li>Die Kooperation von Netzwerken mit und ihre Förderung durch professionelle Einrichtungen ist wichtig (ebd., 38)</li>
</ul>
<p>Professionelle spielen &#8211; wie schon oben erwähnt &#8211; eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung von Vernetzungsprozessen. Es ist wichtig, dass Mitarbeiter ihr Wissen teilen, im Zweifel auch ihre Räume, um für Freiwillige stundenweise einen Büroplatz zu bieten. Ebenso wichtig sind fachliche Beratung, Supervision und inhaltliche Unterstützung der Ehrenamtlichen. Das Ehrenamt braucht das Hauptamt, wenn vor Ort etwas bewegt werden soll, &#8211;  das ist zumindest auch meine persönliche Erfahrung als Freiwillige in lokalen Vernetzungsprozessen.</p>
<p>Sind die gemeinnützigen Träger und die <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-ED2DBCFB-9A7DE5B2/bst/xcms_bst_dms_39388_39389_2.pdf">lokalen Infrastrukturen des Bürgerengagements</a> auf diese Mentoren-Funktion vorbereitet?  Können speziell Freiwilligenagenturen angesichts ihrer &#8220;noch ausstehenden Profilbildung&#8221; und ihrer &#8220;nur allenfalls ansatzweise erkennbaren (Selbst)Professionalisierung&#8221; (<a href="http://www.volunteertolearn.eu/wp-content/uploads/2013/06/Backhaus-Maul-Speck-Freiwilligenagenturen_in_Deutschland.pdf">Backhaus-Maul/Speck 2011, 308</a>) diese Unterstützung von lokalen Selbstorganisations- und Vernetzungsprozessen leisten?</p>
<p>Mein Eindruck ist, dass wir eine ganze Reihe neuer Förder- und Unterstützungsinstrumente brauchen, um bürgerschaftliche (Hilfs)Netzwerke auf örtlicher Ebene aufzubauen, zu pflegen und ihre Nachhaltigkeit zu sichern.</p>
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