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	<title>Dritter Sektor &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Folgen der Digitalisierung für die Koproduktion im Sozialsektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2018 10:02:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
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					<description><![CDATA[Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: „The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018), wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen. In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: <a href="http://technologygovernance.eu/files/main//2017090403424444.pdf" target="_blank" rel="noopener">„The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018)</a>, wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die aktive Beteiligung von Klienten bzw. Nutzern sozialer Dienste können letztere nicht wirklich erfolgreich erbracht werden. Über die Koproduktion im Sozialbereich sind hier im Blog schon einige Artikel veröffentlicht worden, &#8211; wer sich näher informieren möchte recherchiert einfach unter dem Schlagwort <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tag/koproduktion/" target="_blank" rel="noopener">„Koproduktion“</a>.</p>
<p>Veiko Lember geht in seinem Aufsatz davon aus, dass durch die zunehmende Digitalisierung unserer Lebenswelt die etablierten Koproduktionsverfahren im Bereich öffentlicher Dienstleistungen a) <em>ergänzt</em> b) <em>ersetzt</em> oder c) <em>verändert</em> werden. Im Sozialbereich ist also mit folgendem zu rechnen:</p>
<ol>
<li><em>Ergänzung der Koproduktion:</em><br />
Die Digitalisierung hilft sozialen Organisationen dabei, sich mit ihren Nutzern besser zu koordinieren und mehr Informationen bereit zu stellen (Lember 2018, 4). Über Apps wird Hilfe und Beratung geleistet, Bildtelefonie, Videos, Chaträume, Online-Lernprogramme und Online-Coaching helfen Nutzern dabei, ihre Probleme gemeinsam mit der sozialen Profession zu lösen. Nutzer/innen bringen in diese Prozesse ihr eigenes Wissen und auch ihre Daten ein (Gesundheitsdaten, Fitnessdaten, Klienten-Aufzeichnungen usw.). Die Nutzerdaten ergänzen hier die Koproduktion und ersetzen sie nicht wie im Fall einer Automatisierung, die im folgenden Punkt behandelt wird.</li>
<li><em>Ersetzung der Koproduktion:</em><br />
Wenn Klientendaten automatisiert erhoben und ausgewertet werden, wenn dadurch automatisch Dienstleistungsprozesse starten und das Verhalten oder die gesundheitliche Situation von Klienten nicht nur für den Moment analysiert, sondern auch vorausgesagt werden, dann wird die handlungsorientierte und gemeinschaftliche Koproduktion ersetzt durch Technologien (Lember 2018, 6). Dies ist heute schon der Fall im Bereich der Psychiatrie, wo Klienten mit Sensoren und Kameras überwacht werden und auch in der Pflege, wo Sensoren, Smart-Home-Technik, Telemonitoring und Telecare Klienten überwachen und Hilfseinsätze automatisiert ausgelöst werden. Algorithmen helfen bei der Auswertung von Klientendaten und ermöglichen das Vorhersehen von Krisensituationen. In diesem Setting spielt der Nutzer eine komplett <em>passive</em> Rolle .Die Koproduktion kann jedoch auch ersetzt werden durch eine <em>aktive</em> Rolle des Nutzers (Lember 2018, 7). Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verabschieden sich von öffentlichen oder gemeinnützigen Dienstleistern und entscheiden sich für die Selbstorganisation. Gemeinsam mit anderen gründen sie Pflege-WGs, Kindertagesstätten, gemeinschaftliches Wohnen für Menschen mit Behinderungen, Hilfsdienste und Nachbarschaftsinitiativen. Die digitalen Technologien und Plattformen helfen Bürgern bei der Selbstorganisation und ersetzen so die traditionellen Koproduktionsprozesse.</li>
<li><em>Veränderung der Koproduktion:</em><br />
Laut Lember (2018, 4) entstehen durch die digitalen Technologien ganz neue Settings in der Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Organisationen. Dazu zählen u.a.  das crowdsourcing (Bürgerwissen oder Spenden werden für soziale Organisationen über digitale Plattformen gesammelt), Hackathons (Bürger entwickeln für die Sozialwirtschaft neue digitale Tools) und gamification (über Online-Spiele und Wettbewerbe mit Rankings wird das Nutzerverhalten beeinflusst).</li>
</ol>
<p>Lember kritisiert, dass die im Koproduktionsprozess eingesetzten Technologien zumeist nicht von Bürgern, sondern den Organisationen ausgewählt werden &#8211; auch im Sozialbereich. Es sind damit die Organisationen, die bestimmen, was? wie? erhoben und angeboten wird. Die eingesetzten Technologien sind zumeist im Besitz von privaten Unternehmen. Hier sammeln sich Macht und Intransparenz.</p>
<p>Viele der digitalen Angebote gehen am Bedarf der Nutzer/innen vorbei, weil diese kein Mitspracherecht haben und auch soziale Organisationen können ihr Wissen gegenüber den Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, die viele der digitalen Angebote entwickeln, zumeist nicht durchsetzen. Dies zeigt sich deutlich in der Pflege, siehe die Studie <a href="https://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/projekte/BMG_ePflege_Abschlussbericht_final.pdf" target="_blank" rel="noopener">ePflege</a> aus dem Jahr 2017. Auch die Exklusion von Nutzern spricht Veiko Lember an (2018, 9), &#8211; Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien haben und an der digitalen Koproduktion deshalb nicht mitwirken können.</p>
<p>Soll die Koproduktion mit Hilfe digitaler Technologien auf Akzeptanz stoßen, müssen die Nutzer/innen <em>Mitsprachemöglichkeiten</em> haben, wenn es um die Auswahl und Ausgestaltung der Technologien geht. Dass im Alltag sehr häufig top down-Technologien eingesetzt werden, zeigt auch der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/smart-city-smarte-partizipation/" target="_blank" rel="noopener">letzte Blogbeitrag</a> über Cardullo/Kitchins Studie zum Thema Partizipation in der Smart City (2017).</p>
<p><em>Digitale Teilhabe</em> muss auch in der Sozialwirtschaft ein wichtiges Thema werden. Bastian Pelka schildert in seinem Aufsatz für den Sammelband von <a href="http://nomos-shop.de/Kreidenweis-Digitaler-Wandel-Sozialwirtschaft/productview.aspx?product=30116" target="_blank" rel="noopener">Kreidenweis (2018): &#8220;Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft&#8221;</a> einige Partizipationsprojekte (<a href="http://piksl.net/" target="_blank" rel="noopener">PIKSL</a>, MakerSpaces, FabLabs). Aber die digitale Teilhabe muss auch im Verhältnis Sozialorganisation und Nutzer/innen etabliert werden, nicht nur im Hinblick auf die Stellung des einzelnen in der digitalen Gesellschaft.</p>
<p><strong>Literatur:</strong><br />
Lember, Veiko (2018): The role of new technologies in co-production, in: Brandsen, T./Steen, T. /Verschuere, B. (Hrsg): Co-production and co-creation: engaging citizens in public service delivery. Routledge, im Erscheinen.</p>
<p>Pelka, Bastian (2018): Digitale Teilhabe: Aufgaben der Verbände und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, in: Kreidenweis, Helmut (Hrsg): Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft, Baden-Baden: Nomos</p>
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		<title>Die Macht der Internetkonzerne und die Rolle der Zivilgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2018 11:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple. Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple.</p>
<p>Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur das soziale Handeln im Netz. Sie sind &#8220;Gatekeeper&#8221;, &#8220;Kuratoren&#8221;, Kontrolleure und Überwacher. Die ursprüngliche Hoffnung, dass das Internet dezentralisierte  Angebote befördert, wird durch Netzwerkeffekte konterkariert: Nutzer/innen bevorzugen jene Angebote, die die Masse nutzt, und nicht kleine Plattformen mit wenig traffic, selbst wenn letztere bottom up entwickelt, demokratisch und gemeinnützig sein sollten.</p>
<p>In dem neuen Buch <strong>&#8220;<a href="http://www.springer.com/de/book/9783658179090" target="_blank" rel="noopener">Kollektivität und Macht im Internet</a>&#8220;</strong> von Dolata/Schrape (2018) kommt Ulrich Dolata deshalb zu folgendem Schluss:  &#8220;Nicht Dezentralisierung, Demokratisierung und Kooperation, sondern Konzentration, Kontrolle und Macht sind (&#8230;) die Schlüsselprozesse und -kategorien, mit denen sich die wesentlichen Entwicklungstendenzen des (kommerziellen) Internets angemessen erfahren lassen&#8221; (Dolata 2018, 101).  Durch die schiere Reichweite ihrer Plattformen und Angebote gewinnen Google, Facebook, Amazon und Apple im Internet Macht über a) Infrastrukturen und Regeln, b) Daten und c) ökonomische Macht durch Werbeinnahmen, Handel, den Geräteverkauf und Dienste, da sie in ihren Segmenten Monopolisten sind (Google im Bereich der Suchmaschinen, Facebook im Bereich sozialer Netzwerke, Amazon im Internethandel und Apple bei den multimedialen Geräten) (Dolata 2018, 123ff).</p>
<p>Die Abwanderung von Nutzern wollen die vier Monopolisten in jedem Fall vermeiden. Durch die Weiterentwicklung ihrer Angebote zu &#8220;soziotechnischen Ökosystemen&#8221; (Dolata) mit einer Vielzahl aufeinander abgestimmten Diensten und der Entwicklung &#8220;proprietärer technischer Systemwelten&#8221; (Dolata), die untereinander inkompatibel sind, soll der Wechsel zu einem anderen Anbieter für Nutzer erschwert werden. Die Stellung der Monopolisten wird noch gefördert durch</p>
<ul>
<li>ihre hohen Investitionen in die bestehenden Plattformen und Dienste</li>
<li>ihre massiven Ausgaben für Forschung und Entwicklung</li>
<li>den Aufkauf von innovativen startups, um neue zukunftsweisende Angebote machen zu können</li>
</ul>
<p>(Dolata 2018, 101ff).</p>
<p>Aber da die Netzwerkeffekte bzw. die Reaktionen der nicht-organisierten Massen und Schwärme nicht vorhersehbar sind, ist auch keiner der Monopolisten unangreifbar. Trotz aller Maßnahmen, die die Konzerne ergreifen, um eine Nutzerabwanderung zu verhindern: &#8220;Der Schwarm kann auch weiterziehen&#8221; (Dolata 2018, 111). Und darin liegt die Macht der Nutzer: in dieser kollektiven Dimension, nicht &#8211; so Dolata &#8211; in der Macht der Einzelpersonen. Erst als Masse haben Nutzer Macht und diese Masse baut sich dem Autor zufolge &#8220;unkoordiniert auf&#8221; (Dolata 2018, 12). Neben der Macht der Schwärme spielen auch die Staaten und ihre Verbünde eine wichtige Rolle als regulierende Instanz, um die Macht der großen Internetkonzerne einzuschränken.</p>
<p>Die Frage ist, weshalb der Autor die Macht <em>organisierter</em> Bewegungen nicht als Bedrohung für die Monopole sieht. Vielleicht deshalb nicht, weil auch organisierte soziale Bewegungen (und viele Nonprofits &#8230;) zwischenzeitlich ganz auf die kommerziellen Plattformen mit ihrer großen Reichweite setzen (Dolata 2018, 52). Schade, dass von Seiten der großen gemeinnützigen Organisationen &#8211; und ich denke hier speziell an die mächtigen Wohlfahrtsverbände &#8211; nie eine breite gesellschaftliche Debatte über <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/vom-internet-zum-alternet-entwicklungen-jenseits-der-grossen-plattformen/" target="_blank" rel="noopener">alternative Wege und Tools im Internet</a> angezettelt wurde oder man eine Bewegung initiierte, die auf die Regulierung und Kontrolle der Internetkonzerne zielt. Die großen Konzerne ihrerseits umgarnen die engagierte Zivilgesellschaft mit Förderprogrammen und Wettbewerben wie dem <a href="https://smart-hero-award.de/ueber_den_award/" target="_blank" rel="noopener">Smart Hero Award</a>, den Facebook und die Stiftung digitale Chancen gemeinsam ausloben, die <a href="https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland2018" target="_blank" rel="noopener">Google.org Impact Challenge</a>, die von der Google Foundation und betterplace gemeinsam durchgeführt wird oder mit dem Förderprogramm <a href="https://www.digitalengagiert.de/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;digital.engagiert&#8221;</a>, einer gemeinsamen Initiative von Amazon und dem Stifterverband. Die drei Internetkonzerne drängen mit ihrer Infrastruktur gezielt in zivilgesellschaftliche Domänen, die zum Teil noch abgehängt sind von der Digitalisierung.</p>
<p>Eine solche Eroberung zivilgesellschaftlicher Räume durch die großen Plattformen sollte neben den Vorteilen, die mit der digitalen Infrastruktur einhergehen, auch deren Schattenseiten nicht verschweigen, um Bürgern und Nonprofits eine mündige Entscheidung darüber zu ermöglichen, welche Tools sie nutzen wollen und welche nicht. Ganz dringend müsste eine breite zivilgesellschaftliche Debatte darüber geführt werden, wie ein bürgerfreundliches Internet aussehen könnte, welche Anforderungen Bürger und zivilgesellschaftliche Organisationen an die großen Plattformen stellen und welche Forderungen an die Politik herangetragen werden müssten, um der Macht der Internetkonzerne Einhalt zu gebieten. Den großen Wohlfahrtsverbänden käme hier eine wichtige Rolle zu: gerade sie haben den Kontakt zu digital abgehängten Gruppen, gerade sie erreichen über ihre Nutzer und all die ehrenamtlich Engagierten große Teile der hiesigen Bevölkerung und zwar sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, &#8211; denn Sozialeinrichtungen gibt es nahezu überall.</p>
<p>In Stuttgart hat sich im Sommer 2017 ein Netzwerk aus ganz verschiedenen Organisationen gebildet, um diesen kritischen Diskurs in Bezug auf die Digitalisierung der Lebenswelt zu führen (siehe die folgende <a href="http://www.bagejsa.de/fileadmin/user_upload/dokumente/pdf/Presseinformationen_Archiv/PI_2017/PI_Netzwerk_Sozialer_Zusammenhalt_in_digitaler_Lebenswelt_2017_07_14.pdf" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a>). Das <strong>Netzwerk &#8220;Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt&#8221;</strong> will die Bürgerrechte und die Bürger-Teilhabe in der digitalen Gesellschaft stärken. Ein solches Netzwerk kann zur Gründung weiterer Netzwerke in anderen Bundesländern, Regionen und Kommunen anregen.</p>
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		<title>Macht und Abhängigkeit in Nonprofit-Beziehungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jan 2018 15:36:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Der letzte Blog-Beitrag befasste sich mit der Bildung von Kooperationen auf der lokalen Quartiersebene. Hier vernetzen sich gemeinnützige Organisationen häufig mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Wo Organisationen und Initiativen zusammenarbeiten, entstehen auch Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse. Darüber wird nicht so offen geredet und auch nicht viel geschrieben, obwohl es eigentlich sehr viel Literatur zum Thema Macht und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte Blog-Beitrag befasste sich mit der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-teil-11-kooperationen-im-quartier/" target="_blank" rel="noopener">Bildung von Kooperationen auf der lokalen Quartiersebene</a>. Hier vernetzen sich gemeinnützige Organisationen häufig mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Wo Organisationen und Initiativen zusammenarbeiten, entstehen auch Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse. Darüber wird nicht so offen geredet und auch nicht viel geschrieben, obwohl es eigentlich sehr viel Literatur zum Thema Macht und Abhängigkeit gibt, wenn auch nicht bezogen auf den Nonprofit-Sektor,  sondern im Hinblick auf die gewerblichen Wirtschaft.</p>
<p>Wie kommt es zu Macht und Abhängigkeit in Kooperationen?</p>
<p>Organisationen brauchen Ressourcen, um zu überleben. Dafür gehen sie Austauschbeziehungen mit anderen Organisationen ein. Die Ressourcenabhängigkeit einer Organisation verschafft der anderen, die diese Ressource vorhält, Machtpotenziale. In <em>freiwilligen</em> Beziehungen und Netzwerken sind Abhängigkeitsverhältnisse aber zumeist nicht einseitig, sondern wechselseitig. Hier schließen sich Organisationen zusammen, weil sie voneinander Ressourcen brauchen, was beiden Seiten Machtpotenziale verleiht aber auch wechselseitige Abhängigkeiten schafft. Dies macht die Macht-Abhängigkeits-Beziehungen in mehrseitigen Kooperationen und Netzwerken sehr komplex.</p>
<p>In der Vergangenheit konzentrierte sich die Forschung auf die Untersuchung von Machtungleichgewichten in Austauschbeziehungen. Neuere Studien setzen nun einen anderen Schwerpunkt und konzentrieren sich auf die wechselseitige Abhängigkeit der Akteure.  Und hier  gibt es nun die interessante Erkenntnis, dass eine hohe wechselseitige Abhängigkeit die Kooperationspartner zusammen schmiedet, Vertrauen und Selbstverpflichtung wachsen lässt. Die Leistungsfähigkeit von Kooperationen ist bei Beziehungen mit einer hohen Abhängigkeit voneinander größer als bei Beziehungen, die auf Machtungleichgewichte setzen.  Die wechselseitige Abhängigkeit wird in erfolgreichen Organisationsbeziehungen sogar bewusst <em>erhöht</em>, um gemeinsam erfolgreicher zu werden.</p>
<p>Diese Forschungsergebnisse zitieren O&#8217;Brien und Evans (2017) in ihrem Aufsatz über <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s11266-016-9721-4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Civil Society Partnerships&#8221; in Voluntas, Bd. 28, Heft 4, S. 1399-1421 </a>und untersuchen dann selbst Nonprofit-Partnerschaften im (internationalen) Bereich der Kinderrechtsorganisationen. Sie fragten 32 Vertreter/innen solcher Organisationen, welche Ressourcen sie in  Partnerschaften suchen und wie sie die wechselseitigen Macht-Abhängigkeits-Verhältnisse in Nonprofit-Partnerschaften einschätzen. Sie kommen zu folgenden Ergebnissen:</p>
<p>Nonprofits suchen bei anderen Gemeinnützigen in erster Linie Informationen und praktisches Wissen (Erfahrungen, Best Practice-Beispiele, transferierbares Know-how) (O&#8217;Brien/Evans 2017, 1409f). Finanzielle Interessen bleiben im Hintergrund. Die kommen erst wieder ins Spiel, wenn eine Kooperation nicht effektiv ist. Dann wird überlegt, wie man das Engagement reduzieren kann, um Ressourcen zu sparen. Aussteigen aus einer Kooperation? Das sei zumindest in diesem Politikfeld unüblich (ebd., 1411). Hier verlassen Nonprofits auch dann nicht die Kooperation, wenn ein Machtungleichgewicht zwischen Partnern herrscht. Dieses wird in Kauf genommen, wenn es dabei hilft, das gemeinsame Ziel zu erreichen.</p>
<p>Machtungleichgewichte werden von den Befragten gar nicht so sehr thematisiert, &#8211; in ihrem Fokus stehen ganz klar die wechselseitigen Abhängigkeiten. Diese bilden den Mittelpunkt, wenn es darum geht, Partnerschaften zu bilden und kollektive Ziele voranzubringen.  Machtungleichgewichte zu tolerieren wird von den Autorinnen als bewusste <em>Strategie</em> von Nonprofits in Partnerschaften bezeichnet (O&#8217;Brien/Evans 2017, 1417). Ungleiche Abhängigkeits- und Machtverhältnisse können, wie die untersuchten Organisationen zeigen, sogar zu Vorteilen für das Gemeinwesen führen.</p>
<p>Das sind Schlussfolgerungen mit erheblicher Tragweite. Die Frage bleibt, wie lebendig und effektiv solche Beziehungen sind, die nicht auf Augenhöhe stattfinden. Vielleicht werden sie nicht abgebrochen, aber haben keinen großen output mehr, verglichen mit Beziehungen mit hoher wechselseitiger Abhängigkeit und größerer Leistungsfähigkeit (siehe oben) . Die Frage ist auch, ob diese Ergebnisse auf andere Politikfelder und räumliche Ebenen übertragen werden können oder ob es sich hier um eine ganz spezielle Nonprofit-Community handelt. Interessant ist es aber, den Blick von den Machtverhältnissen weg und stärker auf die wechselseitigen Abhängigkeiten hin zu lenken.</p>
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		<title>Soziale Innovationen in Nonprofits und die Rolle der Freiwilligen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 10:18:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz, über das DRK-Innovationslabor und denkt über Modelle sozialer Innovation nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere Innovationsorte brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/03/04/soziale-innovation-digitalisierung-beim-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz</a>, über das <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/10/22/barcamp-pecha-kucha-und-noch-viel-mehr-neue-formate-im-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DRK-Innovationslabor</a> und denkt über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/11/01/soziale-innovation-und-die-rolle-der-produktiven-avantgarde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Modelle sozialer Innovation</a> nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere <a href="https://ideequadrat.org/innovation_labs_sozialwirtschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innovationsorte </a>brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen bloggt über die Idee eines <a href="https://zeitzuteilen.blog/2017/07/25/zwischen-vision-und-wirklichkeit-innovationslabore/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">InnovationsLabors</a>.</p>
<p>&#8220;Soziale Innovationen&#8221; &#8211; was versteht man darunter? Man bezeichnet damit neue Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen, wobei die Innovationen auf Produkte und Dienste, Prozesse oder Strukturen zielen können.</p>
<p>In den obigen Beiträgen, aber auch anderswo und selbst in der Forschung, konzentriert sich das Nachdenken über soziale Innovationen zumeist auf die Nonprofit-Organisation und ihre Beschäftigten. Zu wenig diskutiert wird die Frage, welche Rolle die <em>freiwillig Engagierten</em> für Innovationsprozesse im Dritten Sektor spielen, obwohl die &#8220;Freiwilligenarbeit als <em>das</em> konstitutive Wesensmerkmal der sozialen Dienste&#8221; angesehen wird (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Gerade vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wo sind die Konzepte zum Thema &#8220;soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft&#8221;, die den Potenzialen der Freiwilligen in Nonprofit-Organisationen Rechnung tragen?</p>
<p>Schon 2013 untersuchte eine Studie des <a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSI </a>der Universität Heidelberg<a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a> <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/2013_12_17_Soziale_Innovationen_Spitzenverbaenden_FWp.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Soziale Innovationen in den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege&#8221;</a>, aus der das obige Zitat stammt.  Im Auftrag  der <a href="http://www.bagfw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege</a> wurde in Experteninterviews auch nach der Rolle des Ehrenamts bei sozialen Innovationen in den Wohlfahrtsverbänden gefragt. Die Antworten waren zwiespältig: einige sahen im Bereich der Freiwilligen keine Innovationspotenziale, da diese vor allem im Kontext &#8220;einfacher, operativer Aufgaben&#8221; eingesetzt würden (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Andere erkannten bei Freiwilligen die Fähigkeit, neuartige Impulse einzubringen, aber nur dann, wenn man ihnen auch Gestaltungsmöglichkeiten gibt und sie nicht , wie es noch oft geschieht, als &#8220;preiswerte Dienstleistungsunterstützung&#8221; einsetzt (ebd., 36). Von den Interviewten wurde vorgebracht, dass Freiwillige zwar gute Ideen haben können, ihnen aber die Expertise zu deren Umsetzung fehlt, so dass bei der Entwicklung und Implementation der sozialen Innovation das professionelle Know-how notwendig wird (ebd., 53).</p>
<p>Insgesamt ist das Thema, welche Rolle Freiwillige für soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft spielen, in der Forschung viel zu wenig präsent. Ein aktueller Aufsatz vom Oktober will hier Licht ins Dunkel bringen: <a href="http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0899764017734651" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Beyond Service Production: Volunteering for Social Innovation&#8221;</a> (open access) von de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017). Der Aufsatz geht aus einem von der EU geförderten Forschungsprojekt hervor (&#8220;<a href="http://itssoin.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ITSSOIN</a>&#8220;) , das den Impact des Dritten Sektors im Bereich sozialer Innovationen untersucht und zwar in neun Ländern. Interessierte am Thema finden in der <a href="http://itssoin.eu/publications" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publikationsliste des Projekts</a> viel Material.</p>
<p>Die Forschungsfrage, die sich de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017) stellten und im Rahmen von 26 Interviews mit Freiwilligenmanagern und Freiwilligen aus Nonprofit-Organisationen in acht europäischen Ländern untersuchten, lautete:  Welche Faktoren in Nonprofit-Organisationen fördern und welche behindern den Beitrag Freiwilliger an sozialen Innovationen?</p>
<p>Durch ihre operative Arbeit, durch ihre persönlichen Netzwerke und Kontakte zu den Zielgruppen und in das Gemeinwesen hinein, bekommen Freiwillige viel Feedback von der Basis, oft mehr als die professionellen Mitarbeiter/innen selbst.  Als &#8220;Augen und Ohren&#8221; der Organisation, wie die Wissenschaftler die Rolle der Freiwilligen bezeichnen, bringen sie Verbesserungsvorschläge ein. Ihre Kreativität wird gefördert, wenn sie Handlungsspielräume besitzen, d.h. wenn Organisationen nicht zentralisiert und hierarchisch sind.  Wichtig sei ein &#8220;sense of ownership&#8221; seitens der Freiwilligen (de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 10), d.h. sie müssen sich mit der Organisation identifizieren und das Gefühl haben, dass man ihre  Beiträge wertschätzt. Eine innerverbandliche Plattform kann Innovationen dann sammeln und weiterverbreiten, um den Transfer ehrenamtlich initiierter Projekte zu ermöglichen.</p>
<p>Eingeschränkt wird den Wissenschaftlern zufolge das Innovationspotenzial von Freiwilligen u.a. wenn</p>
<p>a) die Profession Vorschläge ablehnt, weil sie nicht zum Profil der Organisation passen. Eine Lösung könnte hier sein, ein Projekt zwar nicht hausintern zu implementieren, aber als Ausgründung zu unterstützen (&#8220;supported by&#8230;&#8221;)(de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 12). Die Förderung von Ausgründungen scheint aber bei den hiesigen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege keine strategische Option zu sein, wie die oben erwähnte CSI-Studie zeigt (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 55). Eine Haltung, über die man m. E. verbandsintern nochmals nachdenken müsste.  Geförderte Ausgründungen wären eine Form der Förderung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten, die viele Wohlfahrtsverbände für sich als Ziel definiert haben.</p>
<p>b) keine Ressourcen (Räume, Budgets, Materialien) für die Ideen von Freiwilligen bereitgestellt werden. Hier wird das Machtungleichgewicht zwischen Freiwilligen und Professionellen deutlich spürbar, &#8211; letztere kontrollieren die Ressourcen der Nonprofit-Organisation.  Da jedoch auch die Profession sehr häufig von den Ideen Freiwilliger profitiert, d.h. sie diese aufgreift und weiterentwickelt (siehe de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 15), müsste man hier m. E.  stärker nach Win-Win-Modellen suchen, die beide Seiten Nutzen bringen.</p>
<p>Um dem Innovationspotenzial Freiwilliger Rechnung zu tragen, dürften einige Aufgaben auf das Freiwilligenmanagement in Nonprofit-Organisationen zukommen, &#8211; aber nicht nur auf das Freiwilligenmanagement, denn das Thema &#8220;soziale Innovation&#8221; betrifft alle Bereiche und Stakeholder in der Sozialwirtschaft und muss mit anderen Themen (wie Digitalisierung, Diversity, demographischer Wandel, interorganisationale Netzwerke, Partizipation usw.) systematisch verknüpft werden.</p>
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		<title>Digitale Sozialräume &#8211; Hybride Sozialräume: Aufgaben für die Wohlfahrtspflege</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2017 17:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[digitaler Sozialraum]]></category>
		<category><![CDATA[hybrider Sozialraum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Digitalisierung des Sozialraums ist thematisch bei den Wohlfahrtsverbänden angekommen. Im Juni 2017 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Veranstaltung  zum Thema. Digitaler Sozialraum &#8211; hybrider Sozialraum &#8211; was versteht man darunter? Jonas Meine versucht eine Definition in seinem Aufsatz für den Band &#8220;Gestaltung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung des Sozialraums ist thematisch bei den Wohlfahrtsverbänden angekommen. Im Juni 2017 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine <a href="http://www.bagfw.de/aktivitaeten/detail/article/sozialraum-digital-chancen-und-herausforderungen-fuer-ein-miteinander-im-digitalen-zeitalter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veranstaltung </a> zum Thema. Digitaler Sozialraum &#8211; hybrider Sozialraum &#8211; was versteht man darunter?</p>
<p>Jonas Meine versucht eine Definition in seinem Aufsatz für den Band &#8220;<a href="http://www.nomos-shop.de/Hagemann-Gestaltung-Sozial-Gesundheitswesens-Zeitalter-Digitalisierung-technischer-Assistenz/productview.aspx?product=28627" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gestaltung des Sozial- und Gesundheitswesens im Zeitalter von Digitalisierung und Technischer Assistanz</a>&#8220;, herausgegeben von Tim Hagemann (2017). Reale Räume werden durch digitale Informationen in Form von Texten, Videos, Fotos, Audioaufnahmen, Web-Karten usw. angereichert. Reale soziale Netzwerke und digitale Netzwerke verschmelzen miteinander. Der Sozialraum wird durch diese Vermischung von digitalen und analogen Elementen zu einem &#8220;hybriden Raum&#8221;.  Dies führt dazu, dass</p>
<ul>
<li>  Menschen &#8220;denselben faktischen  Raum aufgrund der Durchdringung mit unterschiedlichen digitalen Hypertexten potenziell unterschiedlich erleben&#8221; (Meine 2017, 28)</li>
<li>Akteure sich nicht nur in einem Sozialraum befinden sondern in mehreren gleichzeitig</li>
<li>Stadtteile, Städte, Regionen und Landschaften durch die Anreicherung mit digitalen Elementen &#8220;neu&#8221; erfahrbar werden (ebd., 30)</li>
<li>sich neue Handlungsmöglichkeiten für die lokalen Akteure auftun und Praktiken des Alltags durch digitale Informationen verändert bzw. aktualisiert werden.</li>
</ul>
<p>Nicht alle Menschen entgrenzen ihren Sozialraum mit Hilfe digitaler Informationen und Netzwerke, &#8211;  speziell die Offliner nehmen hier nicht teil. Es kommt so zu einer &#8220;neuen Verteilung von Chancen und Risiken&#8221; in Sozialräumen, stellt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) im September 2017 fest. Wohlfahrtsverbände seien gefordert, der digitalen Spaltung und möglicher Ausgrenzung entgegenzutreten, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die gesellschaftliche Transformation im Zuge der Digitalisierung aktiv mitzugestalten.</p>
<p>Wohlfahrtsverbände fordern hierfür eine Anschubfinanzierung seitens des Staates, vergleichbar mit den öffentlichen Förderprogrammen im Bereich von <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-initiative-und-telemedizin/e-health-initiative.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Health</a>. Aufgebaut werden soll eine &#8220;soziale Infrastruktur 4.0&#8221;, die der Digitalisierung Rechnung trägt. Zu diesem Zweck haben die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und das Bundesfamilienministerium im September 2017 eine gemeinsame <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/07092017_strateg_Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Absichtserklärung </a>vorgelegt. Dieser zufolge muss in der freien Wohlfahrtspflege, die als das &#8220;gemeinwohlorientierte Gerüst der sozialen Infrastruktur&#8221; gilt, ein Organisationsentwicklungsprozess einsetzen, der die Verbände fit macht für die digitalen Sozialräume. Dafür wurden die folgenden Handlungsfelder mit dem Ministerium abgesteckt (siehe die <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/strateg._Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ_070917.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Absichtserklärung </a>samt Erläuterungen):</p>
<ol>
<li> In der sozialen Arbeit sollen analoge Angebote durch digitale ergänzt werden</li>
<li> Die verbandliche Engagement-Infrastruktur soll aus- und umgebaut werden, um den digitalen Anforderungen gerecht zu werden</li>
<li>Ausbau der Online-Beratung</li>
<li>Aus- und Weiterbildung der Haupt- und Ehrenamtlichen, damit diese die Herausforderungen der Digitalisierung in der sozialen Arbeit bewältigen können</li>
<li>Förderung von Management und Innovation:  Entwicklung sozial innovativer Dienstleistungsmodelle und neuer Struktureinheiten: &#8220;Methoden des Design Thinking und innovative IT-Lösungen von Querdenkern können technische und organisatorische Entwicklungsprozesse synchron befördern&#8221;.</li>
<li>Anpassung der verbandlichen Prozesse an die digitalen Innovationen durch Personal- und Organisationsentwicklung</li>
</ol>
<p>Die Absichtserklärung ist ein guter Schritt, um das Know-how der Verbände im Bereich der Digitalisierung voranzubringen. Die staatliche Förderung und die Berücksichtigung der Digitalisierung des Sozialraums auch in den Leistungsverträgen, die die freie Wohlfahrtspflege mit den öffentlichen Kassen abschließt, ist notwendig. Zwar warten im Unterschied zu den Verbänden zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung im Sozialraum befassen (wie <a href="https://freifunk.net/worum-geht-es/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freifunk</a>, <a href="http://socialbar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Socialbar</a>, <a href="https://codefor.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OK Labs</a>) nicht  erst auf staatliche Mittel, bevor sie loslegen und aktiv werden (um die &#8220;Innovationskraft&#8221; der Verbände, die in der Absichtserklärung so gefeiert wird, ist es lokal leider nicht immer so gut bestellt&#8230;).</p>
<p>Jedoch geht es hier tatsächlich um etwas anderes: es geht darum,  den Sozialsektor und die Sozialräume <em>in der Fläche</em> für die Digitalisierung fit zu machen. Das ist eine ganz zentrale Aufgabe, der sich der Staat nicht entziehen kann. Hier hätten schon vor Jahren entsprechende Programme aufgelegt werden müssen. Den Mangel an digitalen Kenntnissen von Nonprofits im Sozialraum habe ich schon oft in der Praxis erfahren und hier <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/im-blickpunkt-die-internet-praesenz-lokaler-nonprofits/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Blog</a> beklagt. Die Digitalisierung der Industrie (<a href="http://www.plattform-i40.de/I40/Navigation/DE/Home/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Industrie 4.0&#8221;</a>) und die Digitalisierung von <a href="http://www.arbeitenviernull.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeit</a>, <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-initiative-und-telemedizin/e-health-initiative.html#c2849" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesundheit </a>und <a href="https://www.rolandberger.com/de/Publications/pub_epflege.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pflege </a>haben staatliche Akteure schon längst auf ihrer Agenda, &#8211; warum nicht schon früher auch den Sozial- und Dritten Sektor? Vielleicht liegt dies auch an den Wohlfahrtsverbänden selbst, die &#8220;innerhalb der BAGFW keine abgestimmte Position zur Digitalisierung&#8221; haben, &#8211; so war zumindest noch der Stand im Juni 2017 <em>vor</em> der Absichtserklärung (<a href="http://www.bagfw.de/fileadmin/user_upload/2017_SozialraumDigital/Doku/Timm_Vortrag.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quelle</a>).</p>
<p>Update:  Auf caritas-digital befasst sich ein Text von <a href="http://www.caritas-digital.de/so-wird-die-digitale-transformation-zum-gewinn-fuer-alle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Becker</a> mit der Digitalisierung des Sozialraums und den Aufgaben für den Caritas-Verband</p>
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		<title>Führung im Dritten Sektor &#8211; welche Herausforderungen gibt es?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2017 20:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit welchen Herausforderungen sind Organisationen des Dritten Sektors konfrontiert und wie steht es um die Führungskompetenz gemeinnütziger Organisationen, Genossenschaften und Sozialunternehmen? Zu den großen Problemen des Dritten Sektors in Europa zählen u.a. die schwierige finanzielle Situation der Sozialwirtschaft, der unsicher werdende Zugriff auf Freiwillige, der zunehmende Zwang zur Rechenschaftspflicht und zum Leistungsnachweis gegenüber den Geldgebern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit welchen Herausforderungen sind Organisationen des Dritten Sektors konfrontiert und wie steht es um die Führungskompetenz gemeinnütziger Organisationen, Genossenschaften und Sozialunternehmen?</p>
<p>Zu den großen Problemen des Dritten Sektors in Europa zählen u.a. die schwierige finanzielle Situation der Sozialwirtschaft, der unsicher werdende Zugriff auf Freiwillige, der zunehmende Zwang zur Rechenschaftspflicht und zum Leistungsnachweis gegenüber den Geldgebern und die niedrigen Einkommen im Sektor selbst (siehe dazu den <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/der-dritte-sektor-in-europa-probleme-und-zukunftsaussichten/" target="_blank">Blogartikel </a>vom Dezember 2016).</p>
<p>Wie gut werden vom Dritten Sektor diese aktuellen Probleme bewältigt und neue Horizonte angesteuert? Es gibt nicht wenige Beobachter, die einen erheblichen Mangel an Führungskompetenz im Dritten Sektor ausmachen, so auch die beiden britischen Forscher Julie Hodges und Brian Howieson. Sie befassen sich in einem aktuellen Aufsatz vom Februar 2017 mit den <a href="http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0263237316301359" target="_blank">&#8220;challenges of leadership in the third sector&#8221;</a> (in: European Management Journal 35).</p>
<p>Diesem Mangel an Führung kann die herrschende wissenschaftliche und praktische Managementliteratur nicht wirklich abhelfen. Denn zumeist dominieren in der Literatur hierarchische, individualisierte und psychologische Ansätze, die unterschätzen, dass Dritte Sektor-Organisationen zumeist mit vernetzten, kollaborativen Strukturen konfrontiert sind und mit Beteiligungswünschen seitens der Stakeholder. Auch werden europäische Verhältnisse vernachlässigt, weil ein Großteil der Literatur von amerikanischen Autoren geprägt ist. Ebenso ist die Übernahme erfolgreicher Methoden aus der Privatwirtschaft bzw. das verbreitete &#8220;copy and paste&#8221; von Techniken aus dem privatwirtschaftlichen in den gemeinnützigen Bereich den Autoren zufolge kein wirklich gangbarer Weg für Nonprofits. Denn auch diese Techniken tragen der spezifischen Situation des Dritten Sektors nicht wirklich Rechnung (Hodges/Howieson, S. 70).</p>
<p>Was aber macht gute Führung im Dritten Sektor aus? Hodges und Howieson haben dazu Führungskräfte aus dem Dritten Sektor befragt. Den Praktikern zufolge ist gute Führung nicht so sehr ein Wissensbestand oder eine Qualifikation als vielmehr eine <em>Herangehensweise</em>. Diese setzt nicht darauf, die richtigen Antworten zu wissen, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Sie will die Reputation und Vision einer Organisation erhalten, ethische Standards nicht verletzen, Menschen motivieren und ein positives Arbeitsumfeld schaffen (ebd., 72f). Die persönlichen Qualitäten des Führungspersonals spielen ebenfalls eine sehr wichtige Rolle.</p>
<p>Und welche Herausforderungen kommen den Praktikern zufolge auf die Führungsebenen im Dritten Sektor zu?</p>
<ul>
<li>Finanzielle Einbrüche und Schieflagen müssen durch <strong>neue Geschäftsmodelle</strong> aufgefangen werden, die partizipativer und kollaborativer aufgestellt sind, als dies in der Vergangenheit der Fall war</li>
<li>Die <strong>gute Zusammenarbeit mit anderen Akteuren über Sektorengrenzen</strong> hinweg muss eingeübt werden</li>
<li>Im Dritten Sektor muss ein <strong>innovationsfreundliches Klima</strong> geschaffen werden. Derzeit ist dieses nicht überall vorhanden, so dass es erheblich an neuen Ideen fehlt. Intrapreneure sollten unterstützt werden: &#8220;there is a need to liberate innovators&#8221; (Hodges/Howieson , 74)</li>
<li>Es muss mehr in die <strong>Führungskompetenz</strong> der bestehenden und nachwachsenden Führungsgeneration investiert werden. Auch braucht es mehr Möglichkeiten für <strong>Partizipation</strong></li>
<li>Die <strong>politische und gesellschaftliche  Legitimation</strong> der Dritte-Sektor-Organisationen ergibt sich durch die veränderten Verhältnisse nicht mehr automatisch, wie dies in der Vergangenheit der Fall war, sondern muss gezielt hergestellt und gefördert werden</li>
</ul>
<p>(Hodges/Howieson, S. 73f). Die Autoren schließen aus den von ihnen geführten Gesprächen, dass es im Dritten Sektor nun darum gehen muss, massiv in Führungskompetenzen zu investieren und diese weiterzuentwickeln. Freilich muss dafür &#8220;the lack of leadership&#8221; erst einmal im Sektor selbst anerkannt und offen diskutiert werden.</p>
<p>Wie steht es um diese Diskussion im deutschen Dritten Sektor? Wie es die Autoren selbst formulieren: es ist einfacher, öffentlich über Finanzierungsdefizite zu sprechen als über Führungsdefizite.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sozialunternehmen &#8211; Definition und Weiterentwicklung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 18:14:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialunternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Entrepreneurship]]></category>
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					<description><![CDATA[Was versteht man unter einem &#8220;Sozialunternehmen&#8221;? Eine einheitliche Definition gibt es  weder in Theorie und Praxis. Im Gegenteil: die inhaltlichen Konzepte liegen zum Teil sehr weit auseinander. In dem Aufsatz &#8220;Participatory Governance in Social Enterprise&#8221; vom August 2016 (in: Voluntas, Band 27) fassen Victor Pestoff und Lars Hulgard vom internationalen Forschungsnetzwerk EMES die öffentliche und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was versteht man unter einem &#8220;Sozialunternehmen&#8221;? Eine einheitliche Definition gibt es  weder in Theorie und Praxis. Im Gegenteil: die inhaltlichen Konzepte liegen zum Teil sehr weit auseinander.</p>
<p>In dem Aufsatz <a href="http://link.springer.com/article/10.1007/s11266-015-9662-3" target="_blank">&#8220;Participatory Governance in Social Enterprise&#8221;</a> vom August 2016 (in: Voluntas, Band 27) fassen Victor Pestoff und Lars Hulgard vom internationalen Forschungsnetzwerk <a href="http://emes.net/" target="_blank">EMES</a> die öffentliche und wissenschaftliche Debatte über den Begriff nochmals kurz zusammen. Es zeigt sich, dass es zwei konkurrierende Ansätze gibt:</p>
<p>Der eine Ansatz, der besonders in den USA verbreitet ist, rechnet jedes Unternehmen, das irgendetwas &#8220;Soziales&#8221; macht &#8211; CSR, Corporate Philanthropy usw. &#8211; dazu, der andere Ansatz hat dagegen so strikte Kriterien, dass nur sehr wenige Unternehmen als &#8220;Sozialunternehmen&#8221; qualifiziert werden können. Gerade in Europa wird auf EU-Ebene, aber auch in vielen Ländern, der Begriff des Sozialunternehmens eingeengt auf jene Unternehmen, die benachteiligte Arbeitskräfte einstellen (&#8220;WISE&#8221; &#8211; Work Integration Social Enterprises) und andere Facetten von Sozialunternehmen (genossenschaftliche, gemeinwesenbezogene) werden außer acht gelassen.</p>
<p>Auch der Begriff &#8220;Social Entrepreneurship&#8221; wird ganz unterschiedlich intensiv genutzt. In den USA versteht man darunter eine marktbasierte Herangehensweise an soziale Probleme, egal in welcher Organisationsform &#8211; gewinnorientiert oder nonprofit &#8211; egal auch in welchem Sektor &#8211; Markt, Staat oder Nonprofit. In Europa wird dagegen nicht so sehr die Rolle des Gründers und dessen soziale Mission betont, sondern die Rolle des Sozialunternehmens &#8211; d.h. der Institution, die man nicht im staatlichen oder privatwirtschaftlichen Bereich sieht, sondern eher im Dritten Sektor / der économie sociale ansiedelt. Das hat historische Gründe, die in der wohlfahrtsstaatlichen Tradition Europas liegen.</p>
<p>Pestoff/Hulgard bringen aus dem EMES-Netzwerk nun eine wichtige Dimension in die Debatte über Sozialunternehmen: nämlich den Aspekt der <em>Partizipation</em>. Gerade die europäische Erfahrung zeige, dass die <em>partizipative Steuerung von Sozialunternehmen</em> eine wichtige Rolle spiele, um das Profil dieser Organisationsform zu definieren und von anderen Formen abzugrenzen. Zu einem idealtypischen Sozialunternehmen gehöre, dass es seine Stakeholder (Mitglieder, Nutzer, Bürger) in die Entscheidungsfindung einbeziehe und hierbei demokratische Prinzipien zugrunde lege (&#8220;one man &#8211; one vote&#8221; &#8211; in Abgrenzung zum Shareholder-Gedanken, der in der Wirtschaft dominiert).  Pestoff und Hulgard visualisieren die drei Dimensionen von Sozialunternehmen (<em>wirtschaftlich</em>, <em>sozial</em>, <em>partizipativ</em>), so dass eine Kartierung von Organisationen möglich wird (Pestoff/Hulgard 2016, S. 1754):</p>
<p><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-1369" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative.jpg" alt="Pestoff-Hulgard-participative" width="426" height="210" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative.jpg 426w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/03/Pestoff-Hulgard-participative-300x148.jpg 300w" sizes="(max-width: 426px) 100vw, 426px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Im Quadrant rechts oben sind Sozialgenossenschaften positioniert, links oben die traditionellen wirtschaftlichen Genossenschaften. Im Quadrant links unten soziale Unternehmen und rechts unten die traditionellen Nonprofits.</p>
<p>Warum ist Partizipation in Sozialunternehmen wichtig? Sie fördert soziale Innovationen, verhindert die Zielverschiebung in den Organisationen, schränkt die Privatisierung von Gewinnen ein und schafft eine stärkere Verbindung zwischen dem Unternehmen und der Gesellschaft. Bis heute ist die Dimension der &#8220;Partizipation&#8221; aber weder allgemein anerkannt in der Forschung über Sozialunternehmen, noch auf EU-Ebene oder in den EU- Mitgliedstaaten im Hinblick auf Sozialunternehmen etabliert und auch in der Praxis noch nicht weit verbreitet. Insofern regt der Input von Pestoff/Hulgard bzw. EMES zum Nachdenken an.</p>
<p>Wer etwas über die Situation von Sozialunternehmen in Deutschland erfahren möchte, kann sich die folgende <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/109/1810907.pdf" target="_blank">Bundestags-Drucksache</a> anschauen. Oder gleich den <a href="https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Mittelstand/praxisleitfaden-soziales-unternehmertum.html" target="_blank">Praxisleitfaden Soziales Unternehmertum</a> studieren.</p>
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		<title>Sozialgenossenschaften &#8211; eine Organisationsform mit Potenzial</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2017 19:03:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Genossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Sozialgenossenschaften bieten sich als Organisationsform für Projekte an, bei denen sich Bürger zusammenschließen, um im Rahmen der Selbsthilfe oder für andere Menschen soziale Aufgaben zu übernehmen,  die ein einzelner aufgrund der damit verbundenen Investitions- und Betriebskosten nicht übernehmen kann: &#8220;Gemeinsam seine Ziele besser zu erreichen als im Alleingang, das ist der Grundgedanke einer jeden Genossenschaft&#8221; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sozialgenossenschaften bieten sich als Organisationsform für Projekte an, bei denen sich Bürger zusammenschließen, um im Rahmen der Selbsthilfe oder für andere Menschen soziale Aufgaben zu übernehmen,  die ein einzelner aufgrund der damit verbundenen Investitions- und Betriebskosten nicht übernehmen kann: &#8220;Gemeinsam seine Ziele besser zu erreichen als im Alleingang, das ist der Grundgedanke einer jeden Genossenschaft&#8221; (<a href="http://www.genossenschaften.de/was-ist-eine-genossenschaft" target="_blank">DGRV</a>).</p>
<p>Zwischen 2005 und 2014 sind in Deutschland  332 Sozialgenossenschaften gegründet worden, die Hälfte davon als Selbsthilfeeinrichtungen Betroffener, ein Drittel als sogenannte &#8220;solidarische Sozialgenossenschaften&#8221; zugunsten Dritter und des Gemeinwesens (Stappel 2017).  <a href="http://www.dorfladen-jagsthausen.de/seite/177564/genossenschaft.html" target="_blank">Dorfläden</a>, Wohnprojekte, Bürgerbusse, <a href="http://www.kamino-reutlingen.de/ueber-kamino/">Kino</a>&#8211; und Gaststättengenossenschaften, <a href="http://www.naturerlebnisbad-luthe.de/ueber-uns/genossenschaft" target="_blank">Schwimmbäder</a>, <a href="http://sages-eg.de/">Senioren- und Nachbarschaftshilfe</a>,  Stadtteilgenossenschaften, <a href="http://bellevuedimonaco.de/" target="_blank">Flüchtlingsunterbringung</a>, <a href="http://www.sonne-streuobstwiesen.de/content.php/8?selected=14" target="_blank">Streuobstwiesenerhalt- und pflege</a>, &#8211; all dies lässt sich in Form einer Sozialgenossenschaft betreiben.  Oft schließen sich auch Professionen zu einer Sozialgenossenschaft zusammen, gerade im Gesundheits- und Sozialbereich, um aus einer Hand und gleichberechtigt gemeinsam Leistungen anzubieten.</p>
<p>Italien ist weltweit der Vorreiter der Sozialgenossenschaftsbewegung mit über 7300 Sozialgenossenschaften und mehr als 260.000 Mitgliedern im Jahr 2005 (Münkner 2017). Aber auch in Frankreich und in Südeuropa sind (Sozial)Genossenschaften auf dem Vormarsch und Teil der hier wachsenden économie sociale/social economy, &#8211; siehe dazu einen der letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/neudefinition-des-dritten-sektors-teil-1-welche-organisationen-gehoeren-dazu/" target="_blank">Blogbeiträge</a>.</p>
<p>Sozialgenossenschaften funktionieren nach den folgenden genossenschaftlichen Prinzipien:</p>
<p>Jedes Mitglied einer Genossenschaft zeichnet einen bestimmten Genossenschaftsanteil und zahlt diesen ein. Beim Austritt erhält ein Mitglied seinen einbezahlten Anteil wieder zurück. Die Genossenschaft erstellt für die Mitglieder oder &#8211; im Fall der solidarischen Sozialgenossenschaft &#8211; für das Gemeinwesen Leistungen. Sie produziert aber nicht für den Markt, d.h. nicht die Gewinnmaximierung steht im Vordergrund, sondern immer die Förderung der Mitglieder und deren soziale oder kulturelle Belange. Die Genossenschaft verwaltet sich selbst, d.h. nur Mitglieder können in die Gremien gewählt werden.  Es gilt das gleiche Stimmrecht für alle Mitglieder, unabhängig von der Höhe der jeweiligen Kapitalbeteiligung. Wegen dieser partizipativen Ausrichtung und der Selbstverwaltung &#8211; jedes Mitglied ist zugleich Eigentümer, Kapitalgeber, Kunde/Lieferant/Mitarbeiter &#8211; wird den Genossenschaften eine herausragende Rolle zugeschrieben, wenn es darum geht, Beteiligung  zu fördern und neue Formen des Wirtschaftens auf lokaler Ebene auszuprobieren.</p>
<p>Das Buch <a href="http://www.springer.com/de/book/9783658117528" target="_blank">&#8220;Genossenschaft innovativ&#8221;</a> von Ingrid Schmale/Johannes Blome-Drees (Hrsg.), das 2017 erschienen ist, untersucht das Phänomen der Genossenschaft in der Sozialwirtschaft von allen Seiten und blickt auch in andere europäische  Länder. Aus diesem Buch stammen auch die beiden oben zitierten Autoren. Die Webseite &#8220;<a href="http://www.sozialgenossenschaften.bayern.de/wasist/wichtig/index.php" target="_blank">Sozialgenossenschaften</a>&#8221; des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales informiert sehr gut und prägnant über diese Form der Selbstorganisation, gibt Tipps zur Gründung, zeigt Beispiele aus Bayern, hält einen Fördertopf vor und einen <a href="http://www.sozialgenossenschaften.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/sozialpolitik/sozialgenossenschaften.pdf" target="_blank">Gründungs-Ratgeber zum freien Download</a>.  Auf der <a href="http://www.sozialgenossenschaften.bayern.de/wasist/unterschied/index.php" target="_blank">Webseite des bayerischen Staatsministerium </a>findet sich auch der folgende Vergleich der Rechtsformen von Genossenschaft, Verein und Kapitalgesellschaften, der übersichtlich die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigt:</p>
<p><a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/02/Sozialgenossenschaft.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-1352" src="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/02/Sozialgenossenschaft.jpg" alt="Rechtsformen-Vergleich" width="561" height="331" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/02/Sozialgenossenschaft.jpg 561w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2017/02/Sozialgenossenschaft-300x177.jpg 300w" sizes="(max-width: 561px) 100vw, 561px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Der &#8220;Dritte Sektor&#8221; in Europa &#8211; Probleme und Zukunftsaussichten</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/der-dritte-sektor-in-europa-probleme-und-zukunftsaussichten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Dec 2016 10:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialunternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofits]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts &#8220;Third Sector Impact&#8221; bemühten sich Forscher aus vielen europäischen Ländern um eine Überarbeitung des Konzepts, wer alles zum &#8220;Dritten Sektor&#8221; zählt, wie groß dieser insgesamt ist und welche Wirkungen er auf allen Ebenen entfaltet. Untersucht wurden auch die Probleme, mit denen der Sektor kämpft. Hinter dem ganzen Forschungsprojekt steht der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts <a href="http://thirdsectorimpact.eu/" target="_blank">&#8220;Third Sector Impact&#8221;</a> bemühten sich Forscher aus vielen europäischen Ländern um eine Überarbeitung des Konzepts, wer alles zum &#8220;Dritten Sektor&#8221; zählt, wie groß dieser insgesamt ist und welche Wirkungen er auf allen Ebenen entfaltet. Untersucht wurden auch die Probleme, mit denen der Sektor kämpft. Hinter dem ganzen Forschungsprojekt steht der Wunsch, die Potenziale des Dritten Sektors in und für Europa sichtbarer zu machen und den Sektor stärker ins Gespräch und auf die politische Agenda zu bringen. Derzeit sind sowohl seine Sichtbarkeit als auch seine Legitimität auf europäischer Ebene nur schwach ausgeprägt,  &#8211; was von den Forschern bedauert wird.</p>
<p>In zwei Blogbeiträgen habe ich mich mit den Ergebnissen des TSI-Forschungsprojekts befasst, siehe hier <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/neudefinition-des-dritten-sektors-teil-1-welche-organisationen-gehoeren-dazu/" target="_blank">(Teil 1) </a>und hier <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/neudefinition-des-dritten-sektors-teil-2-die-rolle-des-freiwilligen-engagements/" target="_blank">(Teil 2)</a>.</p>
<p>Zum Verständnis: zum Dritten Sektor zählen gemeinnützige Organisationen, aber auch Sozialunternehmen und Genossenschaften sowie das Engagement  von Bürgern, &#8211; aber nur, wenn nicht-staatlich, freiwillig und öffentlichen Zwecken verpflichtet (s. Teil 1).</p>
<p>Mit welchen Herausforderungen sind aktuell Nonprofits und Sozialunternehmen in Europa konfrontiert? Die Forscher zählen in ihrem <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2016/11/tsi-summary-final-conference.pdf" target="_blank">Abschlussbericht</a> einige auf (Enjolras/Salamon/Sivesind/Zimmer 2016, 10f):</p>
<ol>
<li>Das freiwillige Engagement ist heutzutage zeitlich begrenzter, projektorientierter und immer weniger an eine Organisation gebunden. Die Sozialwirtschaft kann nicht mehr automatisch mit Freiwilligen rechnen, sondern muss Ressourcen investieren, um ihren Bestand an Freiwilligen zu pflegen und neue Freiwillige rekrutieren zu können. Durch den unsicheren Zugriff auf Freiwillige kommen traditionelle Organisationsmodelle ins Wanken</li>
<li>Die finanzielle Situation der Sozialwirtschaft wurde in den letzten Jahren schwieriger. Zum einen spart die öffentliche Hand als Folge der Finanzkrise. Zum andern wurde die Finanzierung der Organisationen verändert: das Kostendeckungsprinzip wurde aufgegeben. Die Einrichtungen konkurrieren um Mittel, die der Staat oder die Nutzer selbst vergeben. Effizienz und Effektivität werden durch die &#8220;Social-Investment-Logik&#8221; immer wichtiger. Organisationen müssen erheblich in ihr Fundraising und in ihr Management bzw. ihre Leistungsfähigkeit investieren</li>
<li>&#8220;Down by Bureaucratization&#8221; &#8211; so nennen die Forscher jenen Zwang zur Rechenschaftspflicht und zum permanenten Leistungsnachweis, dem die Organisationen immer stärker ausgesetzt sind, sowohl gegenüber dem Staat als auch gegenüber privaten Spendern (statt &#8220;trust me&#8221; &#8211; &#8220;prove me&#8221;). Speziell der Staat hat sein Verhältnis zur Sozialwirtschaft verändert,  &#8211; die Beziehung wurde vermarktlicht: die öffentliche Hand sieht sich als Einkäufer sozialer Dienstleistungen. Die Leistungsverträge, die die öffentliche Hand vergibt, diktiert sie auch selbst</li>
<li>Räume für gemeinnützige Projekte, z.B. im Kultur- oder Sportbereich, sind gerade in den Metropolen sehr knapp. Hier konkurrieren Nonprofits und die Sozialwirtschaft häufig erfolglos um den raren (öffentlichen) Raum, der in der Regel in den Städten mit maximalem Profit verkauft werden soll</li>
<li>Niedrige Einkommen dominieren den Dritten Sektor. Personal wird reduziert, die Arbeitslast erhöht, Jobs werden in Teilzeit-Formate aufgesplittet, die Beschäftigungsverhältnisse insgesamt immer prekärer. Dies führt dazu, dass Personal immer schwieriger zu gewinnen ist und die Qualität der Dienste leidet</li>
</ol>
<p>Das Fazit der Forscher: In den letzten Jahren wurde europaweit der Dritte Sektor erheblich geschwächt und damit auch seine Fähigkeit, soziale Dienste zu erbringen, Interessen zu vertreten, Gemeinschaft zu bilden und Mitmach-Möglichkeiten anzubieten.  Den Forschern zufolge gibt es für die Zukunft zwei mögliche Szenarien (S. 12):</p>
<p>Entweder der Sektor vermarktlicht noch mehr und hört irgendwann auf, ein eigenständiger &#8220;Dritter Sektor&#8221; neben Markt und Staat zu sein. Oder es gibt eine Renaissance des Dritten Sektors und seiner Visionen. Dies würde aber voraussetzen, dass einerseits Politik und Staat diese Renaissance wollen und unterstützen und andererseits auch die Verantwortlichen im Dritten Sektor Konzepte für diesen Weg entwickeln.</p>
<p>Von einer solchen Aufbruchstimmung ist hierzulande leider noch nichts zu spüren, &#8211; so ist zumindest mein Eindruck. Der Dritte Sektor ist verunsichert, fühlt sich in der Defensive und ist sehr schwach, wenn es darum geht, in der Fläche Allianzen in den zivilgesellschaftlichen Raum hinein aufzubauen, um eine Bürgerbewegung zu schaffen, die die Werte der Sozialwirtschaft teilt. Der Schulterschluss wird primär mit staatlichen Akteuren gesucht und auch hier nicht aus einer Position der Stärke heraus, sondern eher aus Gründen der finanziellen Abhängigkeit. Den Blick hin zur Bürgerschaft und in das Gemeinwesen hinein gibt es immer noch viel zu selten.</p>
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		<title>Neudefinition des &#8220;Dritten Sektors&#8221; (Teil 2): Die Rolle des freiwilligen Engagements</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2016 11:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialunternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwilligenengagement]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie im letzten Blogartikel beschrieben arbeiten Forscherinnen und Forscher im Rahmen eines europäischen Projekts an einer Re-Formulierung des Konzepts des sogenannten &#8220;Dritten Sektors&#8221;. Zum &#8220;Dritten Sektor&#8221; sollen nun nicht mehr nur jene Organisationen zählen, die keine Gewinne erzielen dürfen (&#8220;Nonprofits&#8221;), sondern auch Genossenschaften, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit und Sozialunternehmen, sofern sie privat verfasst und freiwillig sind, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie im <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/neudefinition-des-dritten-sektors-teil-1-welche-organisationen-gehoeren-dazu/" target="_blank">letzten Blogartikel</a> beschrieben arbeiten Forscherinnen und Forscher im Rahmen eines <a href="http://thirdsectorimpact.eu/" target="_blank">europäischen Projekts</a> an einer Re-Formulierung des Konzepts des sogenannten &#8220;Dritten Sektors&#8221;.</p>
<p>Zum &#8220;Dritten Sektor&#8221; sollen nun nicht mehr nur jene Organisationen zählen, die keine Gewinne erzielen dürfen (&#8220;Nonprofits&#8221;), sondern auch Genossenschaften, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit und Sozialunternehmen, sofern sie privat verfasst und freiwillig sind, öffentliche Ziele verfolgen und u.a. nicht mehr als 50% ihrer Gewinne an ihre Stakeholder verteilen. Diese inhaltliche Erweiterung macht Sinn angesichts der weiten Verbreitung von Genossenschaften speziell im Süden Europas und der Zunahme des sozialen Unternehmertums.</p>
<p>Die Forscher möchten nun auch das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern konzeptionell dem Dritten Sektor zurechnen, da Kritiker schon lange bemängeln, dass zivilgesellschaftliche Aktivitäten von Bürgerseite bisher in dem Konzept fehlten, ebenso wie Normen und Werte. Soll nun jedes freiwillige Engagement zum &#8220;Dritten Sektor&#8221; gehören?</p>
<p><a href="http://link.springer.com/article/10.1007/s11266-016-9726-z" target="_blank">Salamon/Sokolowski (in VOLUNTAS, 27/4, 2016)</a>, die an dem Forschungsprojekt beteiligt sind, beginnen mit einer Definition des &#8220;freiwilligen Engagements&#8221;, die sie von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) übernehmen (S. 1538). Derzufolge ist das freiwillige Engagement</p>
<ul>
<li>unbezahlt (wobei eine Aufwandsentschädigung bis zu einem gewissen Grad zulässig ist)</li>
<li>freiwillig</li>
<li>es wird im Rahmen von Organisationen oder direkt erbracht</li>
<li>die Nutznießer des Engagements gehören nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Haushalt</li>
</ul>
<p>Salamon/Sokolowski grenzen sich aber in einem Punkt von der ILO-Definition ab. Ihnen zufolge kann freiwilliges Engagement, das in Organisationen geleistet wird, <em>nur dann zum Dritten Sektor gerechnet werden, wenn es in einer Organisation erbracht wird, die ihrerseits zum Dritten Sektor bzw. zum TSE-Sektor (third sector/social ecomomy) gehört</em>. Und staatliche/kommunale Organisationen ebenso wie for-profit-Unternehmen gehören nicht dazu. Also würde auch das folgende freiwillige Engagement <em>nicht</em> zum Dritten Sektor zählen:</p>
<ul>
<li>das Engagement in kommunalen Einrichtungen wir bspw. im städtischen Pflegeheim oder Krankenhaus</li>
<li>das Engagement im Rahmen der staatlich geregelten oder staatlich organisierten Freiwilligendienste (FSJ, FÖJ, Internationaler Jugendfreiwilligendienst, Bundesfreiwilligendienst)</li>
<li>das Engagement im Zuge der schulischen oder universitären Ausbildung</li>
<li>das Engagement von Mitarbeitern im Rahmen der sozialen Aktivitäten von Unternehmen (corporate social responsibility)</li>
</ul>
<p>Diese Sicht widerspricht  Ansätzen, für die der &#8220;Dritte Sektor&#8221; und die Zivilgesellschaft deckungsgleich sind, so dass alles freiwillige Engagement auch automatisch Teil des Dritten Sektors wäre (vgl. den <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/neudefinition-des-dritten-sektors-teil-1-welche-organisationen-gehoeren-dazu/" target="_blank">letzten Blogartikel</a>).</p>
<p>Aber tatsächlich ist die Zivilgesellschaft doch viel größer als der Dritte Sektor und kann nicht auf diesen reduziert werden. Insofern macht die Einteilung, die die Forscher vorlegen, Sinn. Auf den ersten Blick wirkt es verwirrend, wenn gemeinnütziges Engagement im Bereich des Staates oder der gewerblichen Wirtschaft nicht zum Dritten Sektor gezählt wird, der für Gemeinnützigkeit und Solidarität steht. Auf den zweiten Blick jedoch muss man sehen, dass ziviles Verhalten in jedem Sektor beheimatet sein kann, nicht nur im Dritten Sektor, sondern auch in Markt und Staat. Zivilität wird auch hier gelebt, freiwilliges Engagement gibt es auch hier &#8211; aber eben im Rahmen anderer Strukturen: nicht denen des Dritten Sektors, sondern in einem staatlichen oder marktlichen Setting.</p>
<p>Die beiden Autoren selbst stellen die zivilen Potenziale von Staat und Markt aber nicht heraus. Sie sind ganz auf den Dritten Sektor fixiert. Sie möchten dessen Leistungsfähigkeit, Wirkung und Bedeutung für die europäischen Gesellschaften nachweisen. Dadurch verlieren sie Überschneidungen zwischen Markt, Staat und Drittem Sektor aus den Augen. Die Autoren betonen aus statistischen Gründen eher das Trennende und nicht das Verbindende. Dadurch gerät ihnen auch einiges durcheinander. So betonen sie bspw., dass das Engagement von Minderjähringen und Bürgern mit Lernbehinderung nicht zum Dritten Sektor zählt, weil nicht sichergestellt werden kann, ob es freiwillig erfolgt. Durch diese Exklusion von Freiwilligen werden neue Gräben aufgerissen, statt alte zugemacht.</p>
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