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	<title>Koproduktion &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Folgen der Digitalisierung für die Koproduktion im Sozialsektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2018 10:02:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: „The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018), wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen. In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Veiko Lember analysiert in seinem aktuellen Aufsatz: <a href="http://technologygovernance.eu/files/main//2017090403424444.pdf" target="_blank" rel="noopener">„The Increasing Role of Digital Technologies in Co-production“(2018)</a>, wie die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Bürgern und Institutionen verändert. Er konzentriert sich dabei auf den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag sollen seine Erkenntnisse auf die Sozialwirtschaft übertragen werden, wo Koproduktion eine ganz zentrale Rolle spielt: Ohne die aktive Beteiligung von Klienten bzw. Nutzern sozialer Dienste können letztere nicht wirklich erfolgreich erbracht werden. Über die Koproduktion im Sozialbereich sind hier im Blog schon einige Artikel veröffentlicht worden, &#8211; wer sich näher informieren möchte recherchiert einfach unter dem Schlagwort <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tag/koproduktion/" target="_blank" rel="noopener">„Koproduktion“</a>.</p>
<p>Veiko Lember geht in seinem Aufsatz davon aus, dass durch die zunehmende Digitalisierung unserer Lebenswelt die etablierten Koproduktionsverfahren im Bereich öffentlicher Dienstleistungen a) <em>ergänzt</em> b) <em>ersetzt</em> oder c) <em>verändert</em> werden. Im Sozialbereich ist also mit folgendem zu rechnen:</p>
<ol>
<li><em>Ergänzung der Koproduktion:</em><br />
Die Digitalisierung hilft sozialen Organisationen dabei, sich mit ihren Nutzern besser zu koordinieren und mehr Informationen bereit zu stellen (Lember 2018, 4). Über Apps wird Hilfe und Beratung geleistet, Bildtelefonie, Videos, Chaträume, Online-Lernprogramme und Online-Coaching helfen Nutzern dabei, ihre Probleme gemeinsam mit der sozialen Profession zu lösen. Nutzer/innen bringen in diese Prozesse ihr eigenes Wissen und auch ihre Daten ein (Gesundheitsdaten, Fitnessdaten, Klienten-Aufzeichnungen usw.). Die Nutzerdaten ergänzen hier die Koproduktion und ersetzen sie nicht wie im Fall einer Automatisierung, die im folgenden Punkt behandelt wird.</li>
<li><em>Ersetzung der Koproduktion:</em><br />
Wenn Klientendaten automatisiert erhoben und ausgewertet werden, wenn dadurch automatisch Dienstleistungsprozesse starten und das Verhalten oder die gesundheitliche Situation von Klienten nicht nur für den Moment analysiert, sondern auch vorausgesagt werden, dann wird die handlungsorientierte und gemeinschaftliche Koproduktion ersetzt durch Technologien (Lember 2018, 6). Dies ist heute schon der Fall im Bereich der Psychiatrie, wo Klienten mit Sensoren und Kameras überwacht werden und auch in der Pflege, wo Sensoren, Smart-Home-Technik, Telemonitoring und Telecare Klienten überwachen und Hilfseinsätze automatisiert ausgelöst werden. Algorithmen helfen bei der Auswertung von Klientendaten und ermöglichen das Vorhersehen von Krisensituationen. In diesem Setting spielt der Nutzer eine komplett <em>passive</em> Rolle .Die Koproduktion kann jedoch auch ersetzt werden durch eine <em>aktive</em> Rolle des Nutzers (Lember 2018, 7). Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verabschieden sich von öffentlichen oder gemeinnützigen Dienstleistern und entscheiden sich für die Selbstorganisation. Gemeinsam mit anderen gründen sie Pflege-WGs, Kindertagesstätten, gemeinschaftliches Wohnen für Menschen mit Behinderungen, Hilfsdienste und Nachbarschaftsinitiativen. Die digitalen Technologien und Plattformen helfen Bürgern bei der Selbstorganisation und ersetzen so die traditionellen Koproduktionsprozesse.</li>
<li><em>Veränderung der Koproduktion:</em><br />
Laut Lember (2018, 4) entstehen durch die digitalen Technologien ganz neue Settings in der Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Organisationen. Dazu zählen u.a.  das crowdsourcing (Bürgerwissen oder Spenden werden für soziale Organisationen über digitale Plattformen gesammelt), Hackathons (Bürger entwickeln für die Sozialwirtschaft neue digitale Tools) und gamification (über Online-Spiele und Wettbewerbe mit Rankings wird das Nutzerverhalten beeinflusst).</li>
</ol>
<p>Lember kritisiert, dass die im Koproduktionsprozess eingesetzten Technologien zumeist nicht von Bürgern, sondern den Organisationen ausgewählt werden &#8211; auch im Sozialbereich. Es sind damit die Organisationen, die bestimmen, was? wie? erhoben und angeboten wird. Die eingesetzten Technologien sind zumeist im Besitz von privaten Unternehmen. Hier sammeln sich Macht und Intransparenz.</p>
<p>Viele der digitalen Angebote gehen am Bedarf der Nutzer/innen vorbei, weil diese kein Mitspracherecht haben und auch soziale Organisationen können ihr Wissen gegenüber den Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, die viele der digitalen Angebote entwickeln, zumeist nicht durchsetzen. Dies zeigt sich deutlich in der Pflege, siehe die Studie <a href="https://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/projekte/BMG_ePflege_Abschlussbericht_final.pdf" target="_blank" rel="noopener">ePflege</a> aus dem Jahr 2017. Auch die Exklusion von Nutzern spricht Veiko Lember an (2018, 9), &#8211; Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien haben und an der digitalen Koproduktion deshalb nicht mitwirken können.</p>
<p>Soll die Koproduktion mit Hilfe digitaler Technologien auf Akzeptanz stoßen, müssen die Nutzer/innen <em>Mitsprachemöglichkeiten</em> haben, wenn es um die Auswahl und Ausgestaltung der Technologien geht. Dass im Alltag sehr häufig top down-Technologien eingesetzt werden, zeigt auch der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/smart-city-smarte-partizipation/" target="_blank" rel="noopener">letzte Blogbeitrag</a> über Cardullo/Kitchins Studie zum Thema Partizipation in der Smart City (2017).</p>
<p><em>Digitale Teilhabe</em> muss auch in der Sozialwirtschaft ein wichtiges Thema werden. Bastian Pelka schildert in seinem Aufsatz für den Sammelband von <a href="http://nomos-shop.de/Kreidenweis-Digitaler-Wandel-Sozialwirtschaft/productview.aspx?product=30116" target="_blank" rel="noopener">Kreidenweis (2018): &#8220;Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft&#8221;</a> einige Partizipationsprojekte (<a href="http://piksl.net/" target="_blank" rel="noopener">PIKSL</a>, MakerSpaces, FabLabs). Aber die digitale Teilhabe muss auch im Verhältnis Sozialorganisation und Nutzer/innen etabliert werden, nicht nur im Hinblick auf die Stellung des einzelnen in der digitalen Gesellschaft.</p>
<p><strong>Literatur:</strong><br />
Lember, Veiko (2018): The role of new technologies in co-production, in: Brandsen, T./Steen, T. /Verschuere, B. (Hrsg): Co-production and co-creation: engaging citizens in public service delivery. Routledge, im Erscheinen.</p>
<p>Pelka, Bastian (2018): Digitale Teilhabe: Aufgaben der Verbände und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, in: Kreidenweis, Helmut (Hrsg): Digitaler Wandel in der Sozialwirtschaft, Baden-Baden: Nomos</p>
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		<item>
		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 10) &#8211; Migranten einbinden</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-inklusive-quartiere-schaffen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2016 13:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Quartiere und Nachbarschaften werden in einer Einwanderungsgesellschaft wie der unsrigen zu den zentralen Orten von Integration und Inklusion: &#8220;Integration geschieht nicht irgendwo in unserer Gesellschaft, sondern dort, wo die Menschen ihren Alltag leben. Das ist neben Schule/Arbeit der Ort, wo Menschen wohnen, der Ort, wo sie mit ihren Nachbar/innen reden, Freundschaft schließen oder sich streiten. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Quartiere und Nachbarschaften werden in einer Einwanderungsgesellschaft wie der unsrigen zu den zentralen Orten von Integration und Inklusion:</p>
<p>&#8220;Integration geschieht nicht irgendwo in unserer Gesellschaft, sondern dort, wo die Menschen ihren Alltag leben. Das ist neben Schule/Arbeit der Ort, wo Menschen wohnen, der Ort, wo sie mit ihren Nachbar/innen reden, Freundschaft schließen oder sich streiten. Integration beginnt im Sozialraum des Quartiers oder der Gemeinde, im Gemeinwesen vor Ort. Scheitert sie dort, scheitert sie insgesamt.&#8221; (<a href="http://vska.de/wp-content/uploads/2016/06/2016_BAG_PositionForderungen-langfristigen-Integration-von-Gefl%C3%BCchteten.pdf" target="_blank">BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit</a>, Juni 2016).</p>
<p>Die Stiftung Mitarbeit hat ihren <a href="http://www.buergergesellschaft.de/mitteilen/news/archiv-des-enewsletters/enewsletter-archiv-2016/enewsletter-wegweiser-buergergesellschaft-72016-13072016/#c7590" target="_blank">Juli-Newsletter (7/2016)</a> deshalb dem Schwerpunktthema &#8220;Gemeinwesenarbeit und Migration&#8221; gewidmet. Fünf Texte aus Theorie und Praxis der Gemeinwesenarbeit werben für den Ausbau der professionellen Gemeinwesenarbeit vor Ort und für ein integriertes, vernetztes Vorgehen aller Akteure auf lokaler Ebene.  Für die Schaffung inklusiver Quartiere, die Jung und Alt, Alteingesessene und Zugewanderte, unterschiedliche Kulturen und soziale Milieus zusammenführen, bringt eine Konzentration auf einzelne Zielgruppen oder Themen nicht viel. Notwendig ist vielmehr eine fach-und sektorenübergreifende Herangehensweise und das Poolen von Ressourcen wie Wissen, Gute Praxis, finanzielle Mittel usw.. Ganz entscheidend sind auch Partizipationsmöglichkeiten für alle und hier speziell die Teilhabe von Zugewanderten und Flüchtlingen, die Mitsprache- und Mitmach-Chancen brauchen, um sich in die Gesellschaft einbringen zu können (siehe dazu das <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/impulspapier_tagung_integration_nl_160819.pdf" target="_blank">Impuls-Papier</a> der Stiftung Mitarbeit).</p>
<p>Welche Instrumente haben sich auf lokaler Ebene bewährt, um angesichts von Einwanderung und kultureller Vielfalt Menschen im Quartier zusammenzubringen? Das <a href="http://vska.de/wp-content/uploads/2016/06/2016_GWA-DGSA_Diskussionspapier-Gemeinwesenarbeit-Gefl%C3%BCchtete.pdf" target="_blank">Diskussionspapier der deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit/AG &#8220;Gemeinwesenarbeit und Flucht&#8221;</a> (2016) enthält eine ganze Sammlung von konstruktiven Tools (S. 6f), u.a.:</p>
<ul>
<li>Aufbau von heterogenen Gremien aus Vertretern der bisherigen und der neuen Bewohnerschaft in den Quartieren (&#8220;Nachbarschaftsräte&#8221;)</li>
<li>Schaffung von niedrigschwelligen Begegnungsorten</li>
<li>Förderung der Selbstorganisation von Bürgern über kulturelle Grenzen hinweg</li>
<li>Gemeinschaftliche Aktivitäten wie  gemeinsames Kochen und Backen und kulturelle Aktivitäten</li>
<li>Ausbildung von Paten/Mentoren/Peer-Helpern</li>
<li>Mediation bei Nachbarschaftskonflikten</li>
<li>Aufsuchende Gemeinwesenarbeit, um jene zu erreichen, die nicht in Begegnungsstätten oder Beratungsstellen kommen.</li>
</ul>
<p>Bürger spielen eine ganz zentrale Rolle, wenn es um den Aufbau inklusiver Nachbarschaften geht. &#8220;Die eigentliche Integration kann nur in Interaktion mit denen, die schon da sind, geschehen&#8221; (BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit 2016, S. 2).</p>
<p>Viele Bürger/innen bringen sich derzeit ehrenamtlich in die Flüchtlingsarbeit ein, agieren dabei häufig selbstständig, unabhängig und höchst professionell (Sanli/Runge 2016, S.5).  Im Mittelpunkt stehen zumeist praktische Hilfen und Spenden, nicht die strukturelle Integration der Neuangekommenen (<a href="http://www.bim.hu-berlin.de/media/Studie_EFA2_BIM_11082016_V%C3%96.pdf" target="_blank">EFA 2, 2016, S.4</a>). Wie können sich Bürgerinnen und Bürger auch  am Aufbau inklusiver Quartiere beteiligen? Wie kann man Bürger darin unterstützen, Nachbarschaftinitiativen und Netzwerke über kulturelle Grenzen hinweg aufzubauen?</p>
<p>Die Papiere im Themenschwerpunkt der Stiftung Mitarbeit sagen dazu nur wenig. Sie konzentrieren sich auf die professionelle Gemeinwesenarbeit und fordern einen Stellenausbau derselben. Zu wenig beleuchtet wird die Rolle der Bürger beim Aufbau inklusiver Quartiere und in diesem Zusammenhang der Umgang zwischen Bürgern und Professionellen. Zumindest die Freiwilligen in der Flüchtlingshilfe wissen genau, wie die Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen aussehen sollte, nämlich paritätisch, d.h. auf Augenhöhe (EFA 2, 2016, S. 4). Interessant werden damit <a href="http://www.nonprofits-vernetzt.de/download/Forum-Zivilgesellschaft-01-2014.pdf" target="_blank">Koproduktions</a>-Konzepte, die öffentliche und gemeinnützige Institutionen befähigen, konstruktiv und gleichberechtigt mit der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Partizipation in Sozialeinrichtungen (Teil 3): Bürgerengagement und Beteiligung</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-teil-3-buergerengagement-und-beteiligung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2015 09:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit der Frage, inwieweit Sozialeinrichtungen die politische Beteiligung ihrer freiwilligen Helfer in den Einrichtungen und im Gemeinwesen fördern. Wird &#8220;Mithelfen&#8221; und &#8220;Mitsprache&#8221; in den Einrichtungen als eine Einheit begriffen?  Der Blogartikel ergänzt die Ausführungen von Teil 1 und Teil 2 der Serie, die sich mit Partizipationsformen- und strukturen und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit der Frage, inwieweit Sozialeinrichtungen die politische Beteiligung ihrer freiwilligen Helfer in den Einrichtungen und im Gemeinwesen fördern. Wird &#8220;Mithelfen&#8221; und &#8220;Mitsprache&#8221; in den Einrichtungen als eine Einheit begriffen?  Der Blogartikel ergänzt die Ausführungen von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-formen-und-strukturen-teil-1/">Teil 1 </a>und <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-teil-2-partizipationsrechte-entwickeln/">Teil 2</a> der Serie, die sich mit Partizipationsformen- und strukturen und ihrer Institutionalisierung in sozialen Organisationen befassen. </em></p>
<p>Inwieweit ermuntern Sozialeinrichtungen ihre Freiwilligen über das Helfen hinaus zur aktiven Mitsprache in den Organisationen und im Gemeinwesen? Werden &#8220;Partizipation&#8221; und &#8220;Engagement&#8221; speziell  im gemeinnützigen/wohlfahrtsverbandlichen Bereich als zwei Seiten einer Medaille verstanden?</p>
<p>Über die Verbindung von freiwilligem Engagement und politischer Partizipation in Deutschland fand vor kurzem im Bundestag eine Debatte statt, deren Beiträge im <a href="http://www.b-b-e.de/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2015/1-quartal-2015/newsletter-nr-1-vom-812015/#22338">BBE-Newsletter Nr. 1</a> vom 8.1.2015 dokumentiert sind.</p>
<p>In den Beiträgen wird kritisiert, dass in unserem Land beide Facetten der Beteiligung &#8211; das praktische Tun und die politische Mitsprache &#8211;  ganz getrennt voneinander behandelt werden. Ob in der Wissenschaft, in der staatlichen Politik, in öffentlichen Debatten oder im Internet &#8211; zumeist werden die Phänomene &#8216;Engagement&#8217; und &#8216;Beteiligung&#8217; streng voneinander unterschieden und es haben sich themenspezifische Communities &#8211; übrigens auch unter Bloggern &#8211; gebildet, die in der Regel nicht miteinander verbunden sind. Es konnten bisher noch keine Konzepte zur Verbindung von freiwilliger Mitarbeit und politischer Partizipation entwickelt werden (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2015/01/nl01_thesenpapier_evers.pdf">Evers 2015</a>), was dazu führt, dass (1.) das  freiwillige Engagement entpolitisiert wird und (2.) seitens der politischen Partizipation der aktive Bürger zu einem ausschließlich mitsprechenden und mitentscheidenden Bürger &#8220;eingeschrumpft&#8221; wird (Evers 2015, 2).</p>
<p>Dabei zielt der Begriff &#8220;bürgerschaftliches Engagement&#8221; schon immer auch auf die politische Dimension des Handelns (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2015/01/nl01_thesenpapier_klein.pdf">Klein 2015</a>), -vorausgesetzt, man definiert politische Partizipation nicht zu eng als bloße Teilnahme an Wahlen, deliberativen Prozessen und Kampagnen. Gerade in der <em>Umsetzungsphase</em> von politischen Programmen nimmt das Bürgerengagement einen breiten Raum ein (Stichwort: Koproduktion), so dass eine Entpolitisierung desselben auch Implementationsprozesse entpolitisiert.</p>
<p>Fördern Sozialeinrichtungen die politische Partizipation ihrer freiwillig Engagierten? Realisieren gemeinnützige Organisationen ihr Potenzial als &#8220;Schulen der Demokratie&#8221;,  in denen der einzelne lernt, sich einzubringen und mitzusprechen, nicht nur in der Einrichtung, sondern auch im örtlichen Gemeinwesen? Gerade gemeinnützige Organisationen könnten als Akteure der Zivilgesellschaft Vorreiter sein im Zusammendenken von Bürgerengagement und politischer Partizipation und einer Förderung von beidem.</p>
<p>Wie sehen Wohlfahrtsverbände diese Thematik? In den <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/10/NL20_Thesen_Diakonie.pdf">&#8220;10 Thesen zur Weiterentwicklung von Freiwilligem Engagement&#8221;</a> der Diakonie Deutschland vom August 2013  kommen die Begriffe &#8220;Partizipation&#8221; und &#8220;Beteiligung&#8221; nicht vor.  Das Bild der Freiwilligen wird wie folgt gezeichnet:&#8221;Freiwillige vermitteln Normalität, sind zusätzliche Qualitätsmanager, verbessern das Image und sind eine Bereicherung für Einrichtungen und Dienste (&#8230;.) Sie bringen Kompetenzen und Erfahrungen ein und schenken Zeit.&#8221; (Diakonie, These 2). Differenzierter und programmatischer fallen die <a href="http://www.kirche-findet-stadt.de/pdf/downloads/nc21_doku-zivilgesellschaft.pdf">&#8220;Eckpunkte zum bürgerschaftlichen Engagement im Verständnis der Caritas&#8221;</a> aus vom Oktober 2014. Hier wird das bürgerschaftliche Engagement ganz klar in Zusammenhang mit Teilhabe gebracht. Wer sich bürgerschaftlich engagiert, nimmt der Caritas zufolge sein &#8220;Recht auf Teilhabe und Beteiligung an der Gestaltung der Gesellschaft&#8221; wahr (Caritas, S. II). Die Selbsthilfe und Mitgestaltung der Betroffenen wird für gut befunden und an den Verband ergeht der folgende Appell: &#8220;Vorhandene Strukturen und etablierte Prozesse sind daraufhin zu prüfen, ob diese für engagementbereite Menschen attraktiv sind und ihren Bedürfnissen nach Gestaltung und Entscheidung entprechen&#8221; (Caritas, S. III). Zudem werden Bürger/innen gesucht, die ihre Ideen in die verbandlichen Planungen und Entwicklungen einbringen (ebd.).</p>
<p>Nun sind verbandliche Papiere und Empfehlungen das eine, &#8211; wie die Praxis vor Ort ausgestaltet ist, steht auf einem anderen Blatt.  Roth zufolge gibt es für die Mitsprache und Mitwirkung der bürgerschaftlich Engagierten vor Ort &#8220;keine&#8221; &#8211; ich würde sagen: zu wenig &#8211; institutionelle Angebote (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2015/01/nl01_thesenpapier_roth.pdf">Roth 2015, 4</a>). Ihm zufolge wissen wir auch zu wenig über den Zusammenhang von Partizipationsrechten und Engagementbereitschaft: &#8220;die Frage, ob verweigerte Partizipationsrechte und fehlende Gestaltungsmöglichkeiten entscheidende Engagementbarrieren darstellen oder den Ausstieg aus dem Ehrenamt provozieren&#8221; müsse stärker untersucht werden&#8221; (Roth 2015, 6), &#8211; eine wichtige Anregung, die die Engagementabstinenz von Teilen der Bürgerschaft besser beleuchten könnte.</p>
<p>Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig engagieren wollen und die gleichzeitig Spaß am Mitgestalten haben, sollten &#8211; bevor sie sich in eine gemeinnützige Organisation einbringen &#8211; zuerst fragen: wie verbindet diese Organisation Bürgerengagement und politische Partizipation oder in den Worten <a href="http://eu.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-0745650031.html">Eliasophs (2013, 63)</a>: &#8220;How do people in a civic association connect or disconnect &#8216;caring about people&#8217; and &#8216;caring about politics?'&#8221; Immerhin haben wir Bürger/innen die Möglichkeit, mit den Füßen abzustimmen, wenn es darum geht, soziale Organisationen mit Mitgestaltungsmöglichkeiten zu finden.</p>
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		<title>co-creation und co-production &#8211; Stand der Forschung</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/co-creation-und-co-production-stand-der-forschung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2014 15:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer häufiger werden Bürgerinnen und Bürger in die Formulierung und Umsetzung von öffentlichen Programmen einbezogen.  Diese Partizipation wird von wissenschaftlicher Seite als &#8220;co-creation&#8221; oder &#8220;co-production&#8221; (Koproduktion) bezeichnet. Beide Konzepte werden laut Voorberg/Bekkers/Tummers (2014) synomym benutzt. Anders, als es der Begriff vermuten lässt, konzentriert sich die co-creation-Literatur nicht auf die Phase der Programmformulierung und -ausgestaltung, sondern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer häufiger werden Bürgerinnen und Bürger in die Formulierung und Umsetzung von öffentlichen Programmen einbezogen.  Diese Partizipation wird von wissenschaftlicher Seite als &#8220;co-creation&#8221; oder &#8220;co-production&#8221; (Koproduktion) bezeichnet. Beide Konzepte werden laut <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14719037.2014.930505#.VGIeD8k3UxE">Voorberg/Bekkers/Tummers (2014) </a>synomym benutzt. Anders, als es der Begriff vermuten lässt, konzentriert sich die co-creation-Literatur nicht auf die Phase der Programmformulierung und -ausgestaltung, sondern mehrheitlich auch auf den Umsetzungsprozess öffentlicher Programme. Der Unterschied zwischen beiden Konzepten liegt den Autoren zufolge eher darin, dass die co-creation-Literatur noch stärker als co-production-Ansätze die Einbeziehung von Bürgern als einen Wert an sich  betrachtet.</p>
<p><a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14719037.2014.930505#.VGIeD8k3UxE">Voorberg/Bekkers/Tummers </a> wollten wissen, welche <em>Ziele</em> mit co-creation und co-production verfolgt werden, welche<em> Faktoren</em> die Zusammenarbeit von Staat und Bürgern beeinflussen und welches der <em>outcome</em> ist, wenn Bürger in die Politikformulierung und -umsetzung einbezogen werden.</p>
<p>Zu diesem Zweck haben die drei Autoren eine Auswertung der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur vorgenommen.  Über 4700 englischsprachige Bücher und Aufsätze seit 1987 wurden durchgesehen, die co-creation und/oder co-production im Titel haben, davon werteten sie 122 Studien systematisch aus (27 Studien über co-creation, 95 über co-production). Auffällig ist den drei Autoren zufolge, dass qualitative Fallstudien dominieren und sich ein Drittel der Texte auf den Gesundheitssektor bezieht.</p>
<p>Die Ergebnisse ihrer Literaturanalyse sind in der <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14719037.2014.930505#.VGIeD8k3UxE">Public Management Review (2014)</a> veröffentlicht:</p>
<p>Welche <em>Ziele</em> werden mit co-creation/co-production angestrebt? 64% der Studien geben gar keine Ziele an. <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14719037.2014.930505#.VGIeD8k3UxE">Voorberg/Bekkers/Tummers </a> deuten dies so, dass Bürgerbeteiligung in den Studien als Wert an sich begriffen wird. 22% der 122 ausgewerteten Texte geben &#8220;mehr Effektivität&#8221; als Ziel der Einbeziehung von Bürgern an.</p>
<p>Welche <em>Faktoren</em> unterstützen co-creation und co-production? Auf Seiten der öffentlichen Hand ist die Kompatibilität  staatlicher Strukturen mit der Partizipation von Bürgern wichtig. Eine offene Haltung gegenüber Bürgerbeteiligung fördert diese. Umgekehrt verhindern konservative Verwaltungskulturen und die Angst vor Kontroll- und Statusverlust co-creation und -production-Aktivitäten (Voorberg/Bekkers/Tummers, S. 10). Der Nutzen, der mit der Bürgerbeteiligung verbunden ist, muss den staatlichen Akteuren klar sein, &#8211; dieser Faktor wird in vielen Studien betont. Auch auf Bürgerseite gibt es wichtige Voraussetzungen für das Gelingen partizipativer Prozesse, wie bspw. Bildung, bestimmte Fertigkeiten, soziales Kapital und  Vertrauen in partizipative Prozesse (Voorberg/Bekkers/Tummers, 11).</p>
<p><em>Hürden </em>können auf staatlicher Seite abgebaut werden, indem das Ziel, co-creation und co-production zu stärken, von der politischen und administrativen Spitze klar formuliert wird. Auch die Ausweitung der Handlungsspielräume von Mitarbeitern ist wichtig, damit Partizipation gelingt.</p>
<p>Nach dem <em>outcome</em> von co-creation und co-production-Prozessen fragen Voorberg/Bekkers/Tummers zufolge nur wenige Autoren. Die meisten konzentrieren sich auf die Analyse von förderlichen oder hinderlichen Faktoren. Nur ein Fünftel schaut sich die Ergebnisse von Koproduktions- und co-creation-Prozessen an (ebd., S. 13). Wo der outcome im Mittelpunkt steht, werden Effektivität und die Förderung von Bürgerbeteiligung als Hauptergebnisse festgehalten (ebd., 13).</p>
<p>Das Fazit der drei Autoren lautet im Hinblick auf den<em> outcome</em>:  &#8220;(&#8230;) given the limited number records that reported on the outcomes of co-creation/co-production, we cannot definitely conclude wether co-creation/co-production can be considered as beneficial&#8221; (<a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14719037.2014.930505#.VGIpt8k3UxF">Voorberg/Bekkers/Tummers, S. 14</a>) . Bürger-Partizipation werde in den meisten ausgewerteten Studien als Wert an sich betrachtet. Insofern sehen die drei Autoren einen wichtigen zukünftigen Forschungsschwerpunkt in der Untersuchung der Ergebnisse von co-creation und -production-Prozessen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Sozialraumorientierung und Gemeinwesendiakonie &#8211; &#8220;Kirche findet Stadt&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 10:19:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit dem ökumenischen Kooperationsprojekt &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; wollen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam mit ihren Wohlfahrtsverbänden -Diakonie und Caritas &#8211; die Rolle der Kirchengemeinden und der verbandlichen Arbeit auf lokaler Ebene neu ausloten. Eine der Leitfragen lautet, in welcher Funktion sich die Kirchen in den Kommunen sehen und welchen Beitrag sie leisten für die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem ökumenischen Kooperationsprojekt &#8220;<a href="http://kirche-findet-stadt.de/">Kirche findet Stadt&#8221; </a>wollen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam mit ihren Wohlfahrtsverbänden -Diakonie und Caritas &#8211; die Rolle der Kirchengemeinden und der verbandlichen Arbeit auf lokaler Ebene neu ausloten.</p>
<p>Eine der Leitfragen lautet, in welcher Funktion sich die Kirchen in den Kommunen sehen und welchen Beitrag sie leisten für die Weiterentwicklung der Stadt und der örtlichen Zivilgesellschaft? Es sei wichtig, &#8220;nicht mehr nur einzelne Menschen oder Gruppen in den Fokus kirchlich-diakonischen Handelns zu stellen, sondern die Zukunftsfähigkeit ganzer Quartiere oder Dörfer zu betrachten&#8221; (<a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/referenzplattform">Kirche findet Stadt</a>). Damit rückt auch der lokale Netzwerkaufbau in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, &#8220;denn eine integrierte Stadtentwicklung bezieht alle relevanten Akteure, Handlungsebenen und Handlungsfelder ein&#8221; (<a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/sitemap">ebd</a>.).</p>
<p>&#8220;Kirche findet Stadt&#8221; will die Diskussion zur Rolle der Kirche in den Bürgergemeinden anstossen und zeigt anhand von <a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/referenzplattform">36 kirchlichen Projekten </a>auf, wie eine gemeinwesen- bzw. sozialraumbezogene Arbeit und Vernetzung in der Praxis aussehen kann.</p>
<p>Im Rahmen von &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; wurden <a href="http://kirche-findet-stadt.de/pdf/downloads/KfS-Empfehlungen-2013_web.pdf">zehn Empfehlungen</a> formuliert, die darauf zielen, die Kirchen und ihre Verbände als zivilgesellschaftliche Akteure in den Netzwerken der Stadtentwicklung zu positionieren. Darin heisst es unter anderem:</p>
<ul>
<li>Kirchen und ihre Verbände sollten sich als Teil des lokalen Gemeinwesens verstehen</li>
<li>Sie sollten das Gemeinwesens aktiv mitgestalten</li>
<li>Netzwerke über fachliche Grenzen hinweg sind aufzubauen und Konkurrenzverhalten abzubauen</li>
<li>Die kirchlich-verbandlichen Infrastruktureinrichtungen und Raumangebote werden zum Gemeinwesen hin geöffnet</li>
<li>Beteiligungsmöglichkeiten für Bewohner/innen des Stadtteils werden angeboten</li>
<li>Die Kirchen und ihre Verbände brauchen ihrerseits im Verhältnis zu den Kommunen Mitgestaltungsmöglichkeiten</li>
<li>Damit ein gemeinwesenorientierter Ansatz praktiziert werden kann, muss Kirche in den lokalen Politikstrukturen verankert sein</li>
<li>Es gehört dazu auch eine enge Zusammenarbeit von Kirchengemeinde und kirchlichem Wohlfahrtsverband</li>
</ul>
<p>Auf dem <a href="http://www.caritas.de/fuerprofis/caritaskongress/">Caritas-Kongress 2013 </a>wurden sozialraumorientierte Projekte vorgestellt, darunter der &#8220;<a href="http://kirche-findet-stadt.de/index.php/referenzplattform/regionalknoten/region-mitte-ref/85-frankfurt-am-main-unterliederbach">Caritaspfad</a>&#8220;, der das sozialräumliche Engagement von Kirchengemeinde und Caritasverband gemeinsam in einem Frankfurter Vorort aufzeigt.</p>
<p>Oder das Projekt<a href="http://constellationen.de/?Home"> &#8220;Constellationen&#8221;</a> in Herten: in einem ehemaligen Kaufhaus bieten Caritas und Kirchengemeinde Bürger/innen Raum für Kunst, die beim gleichnamigen Festival präsentiert wird. Bürgerbeteiligung wird hier grossgeschrieben: die Festival-Angebote kommen durch crowdsourcing zustande. Der Hertener Caritasverband bietet zudem mit der Webseite <a href="http://www.caritas-plus.de/willkommen/">Caritas-Plus</a> einen Knotenpunkt für &#8220;neues denken und gestalten&#8221;, &#8211; in der Caritas, und darüber hinaus. Die Initiative freut sich über Unterstützer und weitere Vernetzung. Gelegenheit dazu gibt es zum Beispiel beim geplanten &#8220;Caritas-Plus-Camp&#8221; &#8211; einem Barcamp &#8211; am 20.6.2013 in Herten, auf dem über &#8220;soziale Entwicklungen und Trends&#8221; gesprochen werden soll, &#8211; näheres <a href="http://www.caritas-plus.de/denken/caritas-plus-camp/">hier</a>.</p>
<p>Der Punkt &#8220;Bürgerbeteiligung&#8221; ist in den Empfehlungen von &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; nicht weiter ausgearbeitet, &#8211; das Papier spricht auch nicht von Bürgerbeteiligung, sondern der &#8220;Mitwirkung von Bewohner/innen&#8221;. In dieser Hinsicht bleiben die Empfehlungen noch vager als in anderen Reformkonzepten aus der freien Wohlfahrtspflege, wie bspw. von Seiten des <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-starken-reformvorschlage-freier-trager/">Netzwerks &#8220;Soziales neu gestalten&#8221;</a>.</p>
<p>Auch die Nutzung von Synergien für die Interessenvertretung wird zu wenig betont. Auf die &#8220;anwaltliche&#8221; Rolle der Kirchen wird eingegangen, aber nicht darauf, dass sich der Impact kirchlicher und wohlfahrtsverbandlicher Interessenvertretung erhöht, wenn man Ressourcen und Strategien bündelt. Die Kirchenarbeit sollte sich nicht in der Bildung von &#8220;Verantwortungsgemeinschaften&#8221; zur Koproduktion von Gemeinwohl erschöpfen, &#8211; sondern bei Bedarf auch Outsider-Strategien nutzen, um auf gesellschaftliche Mißstände hinzuweisen. Dass dies auf örtlicher Ebene auch ökumenisch und über Verbandsgrenzen hinweg gut funktioniert, zeigt ein Beispiel wie die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4ONWBucCm7c">Solidaritätstafel in Hannover</a>.</p>
<p>Dass es noch ein weiter Weg ist, bis sich die Mehrzahl der Kirchengemeinden als Teil des lokalen Gemeinwesens verstehen, wird (leider nur anekdotisch) verdeutlicht durch den Wettbewerb um die <a href="http://chrismon.evangelisch.de/gemeinde2013">&#8220;Gemeinde des Jahres&#8221;</a>, zu der evangelische/katholische/freikirchliche Gemeinden aufgerufen sind: von den 135 Gemeinden, die sich beworben haben, fühlen sich nur eine handvoll dem Gemeinwesen-Konzept verpflichtet, &#8211; wobei das Programm &#8220;Kirche findet Stadt&#8221; wörtlich von keiner Gemeinde erwähnt wird (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_vonvieregge_130426.pdf">von Vieregge 2013, S. 4f</a>). Genaue wissenschaftliche Daten über das Selbstverständnis der Gemeinden und ihre Praxis fehlen, &#8211; auch dies ein Punkt, der kritisiert wird (siehe <a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_vonvieregge_130426.pdf">von Vieregge 2013, S. 6</a>), &#8211; denn wie kann man Kirche weiterentwickeln, wenn man gar nicht genau weiß, was vor Ort eigentlich passiert? (<a href="http://www.ziviz.info/das-projekt/hintergrund/">fehlendes Datenmaterial</a> kennzeichnet den gesamten zivilgesellschaftlichen Bereich in Deutschland).</p>
<p>Wer über die Weiterentwicklung der Diskussion über &#8220;Gemeinwesendiakonie&#8221; informiert bleiben möchte, dem sei das Blog <a href="http://diakonisch.wordpress.com/">diakonisch.de</a> von Martin Horstmann empfohlen, das u.a. eine große <a href="http://diakonisch.wordpress.com/dossiers/dossier-gemeinwesen/">Ressourcensammlung </a>zum Thema bereithält.</p>
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		<title>Für eine Sozialarbeit mit bürgerschaftlichem Profil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 15:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe Koproduktion und Co-Design), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann. Harington und Beddoe [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fur-eine-kultur-der-mitgestaltung-co-design-in-nonprofits/">Koproduktion und Co-Design</a>), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann.</p>
<p>Harington und Beddoe arbeiten in einem aktuellen Aufsatz (&#8220;<a href="http://jsw.sagepub.com/content/early/2013/03/01/1468017313477316.abstract">Civic practice: a new professional paradigm for social work</a>&#8221; , Journal of Social Work 2013) die grundlegenden Eigenschaften eines neuen Berufs-Profils heraus, das sie das &#8220;bürgerschafliche&#8221; nennen:</p>
<p>Die bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeit integriert Partizipation in ihren Alltag. Sie zielt nicht nur auf das Betreuen, Helfen und Unterstützen, sondern auch auf den &#8220;civic outcome&#8221; ihrer Arbeit, d.h. auf die Folgen, die soziale Dienste für den bürgerschaftlichen Status der einzelnen Nutzer als auch für die Zivilgesellschaft als Ganzes haben.</p>
<p>Das Territorium des &#8220;civic practioners&#8221; sind nicht &#8211; wie bisher &#8211; die öffentlichen oder wohlfahrtsverbandlichen Institutionen. Sein Territorium ist das Gemeinwesen, er orientiert sich an den Bedürfnissen und Bestrebungen der Communities, die hier angesiedelt sind. Während in sozialen Diensten traditionell der Fallbezug vorherrscht, verfolgt der bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeiter gemeinwesenbezogene Ziele: er will die Kompetenzen in der Zivilgesellschaft fördern, Barrieren abbauen, und das Selbstbewußtsein von Bürgern bzw. Identitäten stärken (Harington/Beddoe 2013).</p>
<p>Entscheidungen werden kollaborativ mit den betroffenen Stakeholdern gefällt. Die soziale Arbeit nimmt nicht die Rolle des neutralen Experten ein, der über den Dingen steht . Vielmehr spielt die persönliche Ausrichtung des Sozialarbeiters an sozialem Wandel und an Gerechtigkeit eine wichtige Rolle in dem Modell einer bürgerschaftlich orientierten Profession: &#8220;Practice ethos based on explicit statement of values and personal commitment to social change and justice&#8221; (Harington/Beddoe 2013, 11).</p>
<p>Die soziale Profession arbeitet aktiv als Interessenvertretung an einem solchen sozialen Wandel mit, indem sie die Informationen über soziale Exklusion und darüber, was im Rahmen öffentlicher Sozialprogramme funktioniert und nicht funktioniert, sammelt, analysiert und mit anderen teilt. Speziell die Evaluation von Programmen sollte nicht Externen überlassen bleiben. Die Autoren rufen die soziale Profession dazu auf, sich stärker um Zahlen (the &#8220;numbers game&#8221;) zu kümmern. Wenn dies die Sozialarbeit nicht selbst macht, dann machen es andere, &#8211; mit dem Ergebnis, dass das Wissen der Praktiker vor Ort und betroffener Bürger selbst in Evaluations- und Impact-Studien zu wenig einfließt: &#8220;so-called independent research effectively silences both users&#8217; and practitioners&#8217; experience of the world&#8221; (Scheyett, zit. nach Harington/Beddoe 2013, 14).</p>
<p>Das Wissen um soziale Probleme und um die Wirkung sozialstaatlicher Programme im Alltag vergrößert seinen Wert, wenn es mit anderen geteilt wird und wenn andere ihren Beitrag dazu leisten können . Harington/Beddoe rufen die soziale Arbeit deshalb dazu auf, Wissensbestände gemeinsam mit Bürgern, Communities und Kolleg/innen aufzubauen. Wer bisher noch eine Begründung für die Relevanz von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/transparenz-im-gemeinnutzigen-bereich-oder-wann-kommt-der-open-third-sector/">open data für Nonprofits</a> gesucht hat, findet sie in dem Modell der &#8220;bürgerschaftlich augerichteten Sozialarbeit&#8221;, das die beiden Autoren entwerfen.</p>
<p>Die soziale Profession sollte sich überlegen, wie sie soziale Medien nutzen kann, um ihr Wissen mit anderen zu teilen und Wissenssammlungen im Netz aufzubauen. Speziell der Online-Kartierung sollte eine größere Bedeutung beigemessen werden. Es ist schade, dass so viele (kleine) soziale Organisationen nicht wissen, wie gut man Web-Karten nutzen kann, um Bedarfe und Ressourcen zu kartieren. Aber auch Wikis oder Blogs können eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, kollaborativ Wissen darüber zu sammeln, welche Prozesse und Programme auf örtliche Ebene funktionieren und welche nicht (vgl. das <a href="http://www.grassrootswiki.org/index.php/Main_Page">GrassrootsWiki</a> oder <a href="http://www.admittingfailure.com/">AdmittingFailure</a>).</p>
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		<title>Koproduktion stärken &#8211; Reformvorschläge freier Träger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Feb 2013 16:59:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Konzept der Koproduktion rückt auch in Deutschland langsam in den Fokus sozialer Organisationen. So organisierte erst kürzlich die Schader-Stiftung eine Tagung zum Thema unter Beteiligung von freier Wohlfahrtspflege, Kommunen und der Wissenschaft. Die auf der Tagung entwickelten Leitthesen appellieren an alle gesellschaftlichen Sektoren, &#8220;gemeinsam Verantwortung zu übernehmen&#8221;. Dass mehr Verantwortung auf Bürgerseite auch mehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Konzept der Koproduktion rückt auch in Deutschland langsam in den Fokus sozialer Organisationen. So organisierte erst kürzlich die Schader-Stiftung eine <a href="http://www.schader-stiftung.de/docs/tagung_neue_verantwortung_programm.pdf">Tagung</a> zum Thema unter Beteiligung von freier Wohlfahrtspflege, Kommunen und der Wissenschaft. Die auf der Tagung entwickelten <a href="http://www.schader-stiftung.de/docs/entwickelte_leitthesen_230113.pdf">Leitthesen </a>appellieren an alle gesellschaftlichen Sektoren, &#8220;gemeinsam Verantwortung zu übernehmen&#8221;. Dass mehr Verantwortung auf Bürgerseite auch mehr Beteiligung implizieren muss, ist in den Thesen kein prominentes Thema. Gesucht wird primär nach &#8220;Strukturen neuer Verantwortungen&#8221; (S. 2), &#8211; und nicht nach Strukturen neuer Beteiligungsmöglichkeiten.</p>
<p>Auch aus den Wohlfahrtsverbänden kommen Reformvorschläge, die auf Koproduktion zielen und damit auf die Einbindung von Bürgern in die Erbringung sozialer Dienstleistungen. Eine handvoll großer stationärer Träger aus dem Altenhilfe- und Behindertenbereich haben sich unter dem Namen &#8220;SONG&#8221; (&#8220;Soziales neu gestalten&#8221;) zu einem <a href="http://www.netzwerk-song.de/index.php?id=13">Netzwerk </a>zusammengeschlossen &#8211; unterstützt von der Stiftung Bürgermut. Das Netzwerk will neue quartiersbezogene Wohn- und Assistenzkonzepte als ergänzende Angebote zur stationären Versorgung entwickeln, sicher auch vor dem Hintergrund, dass sich gerade stationäre Versorger nach neuen Märkten umsehen müssen. Angestrebt wird ein &#8220;lokal-kooperatives Sozialmodell&#8221;, das auf den Prinzipien &#8220;Personalität, Solidarität, Subsidiarität sowie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit&#8221; basiert.</p>
<p>Bürger sind Teil der SONG-Konzepte, weil in der &#8220;bürgerschaftlichen Eigenverantwortung&#8221; bzw. der Koproduktion sozialer Dienstleistungen die Zukunft gesehen wird (s. <a href="http://www.netzwerk-song.de/index.php?id=92">hier</a>). Einen Überblick über die Projekte des Netzwerks und anderer quartiersnaher Altenhilfelösungen sammelt eine <a href="http://www.netzwerk-song.de/fileadmin/user_upload/DStGB-SONG-Doku_Lebensraeume_zum_AElterwerden.pdf">Dokumentation des Deutschen Städte-und Gemeindebundes</a>, die im Dezember 2012 erschien.</p>
<p>In dieser Dokumentation werden von kommunaler Seite und von SONG, also aus dem Wohlfahrtsbereich heraus, Forderungen an die freie Wohlfahrtspflege formuliert:</p>
<ul>
<li>Wohlfahrtsträger müssten sich neu orientieren, &#8220;weg von einer bloßen Investoren- und Dienstleisterrolle, hin zu gemeinwesenorientierten Akteuren&#8221; (S. 28)</li>
<li>Lokale Netzwerke und Kooperationen sollten gestärkt werden: &#8220;Die Akteure müssen lernen, nicht gegeneinander, sondern mehr miteinander in Netzwerken zu arbeiten und Berührungsängste zu überwinden&#8221;(S. 28)</li>
<li>Betroffene sollten zu Beteiligten werden: Aktivitäten der Quartiersbewohner sollten durch die Wohlfahrtsträger gefördert und Mitwirkungsmöglichkeiten aufgezeigt werden: &#8221; Auch bei der Planung und Gestaltung der Dienstleistungen sind die Nutzer durch geeignete Partizipationsverfahren einzubeziehen&#8221; (S. 29)</li>
<li>Die Rolle der Mitarbeiter müsse sich verändern. Über die qualifizierte Pflege und Betreuung hinaus sollten sie &#8220;mehr und mehr zum Moderator und Manager des Systems werden. Dabei kooperieren sie mit unterschiedlichen lokalen Akteuren&#8221; (S. 28).</li>
</ul>
<p>Um die Mitarbeiter entsprechend weiterzubilden hat das SONG-Netzwerk das <a href="http://www.netzwerk-song.de/index.php?id=105">Qualifizierungsprojekt &#8220;LoVe&#8221;</a> initiiert, bei dem Fach- und Führungskräfte der sozialen Arbeit die &#8220;gleichberechtigte Zusammenarbeit mit Pflege- und Assistenzfachkräften sowie mit bürgerschaftlich engagierten Menschen&#8221; lernen (Overkamp 2011, S. 101).</p>
<p>Für das Co-Design von Hilfsangeboten bzw. für die oben angemahnten &#8220;geeigneten Partizipationsverfahren&#8221;, um Bürger in die Planung und Ausgestaltung von Dienstleistungen einzubeziehen, gibt es noch keine detaillierten Konzepte von SONG-Seite. In der <a href="http://www.netzwerk-song.de/fileadmin/user_upload/DStGB-SONG-Doku_Lebensraeume_zum_AElterwerden.pdf">DStGB-Dokumentation</a> werden die Angaben hierzu ganz allgemein gehalten (&#8220;Befragungen, Quartiersbegehungen, Bürgerforen und -werkstätten&#8221;, S. 28) und scheinen nicht über deliberative Verfahren hinauszugehen. Auch bei den vorgestellten Modellprojekten selbst sind viele top-down initiiert und geplant.</p>
<p>Damit die vom Netzwerk angestrebte Beteiligung von Bürgern gelingt, muss sich in der Praxis der Verbände und Kommunen noch vieles verändern. Vor allem müsste die Beteiligung der Bürger an der Planung und dem Design sozialer Dienste deutlicher auf die Agenda gesetzt werden. Die obengenannten SONG-Prinzipien umfassen &#8216;Beteiligung&#8217; nicht. Das SONG-Konzept ist ganz aus der Perspektive von Dienstleistern geschrieben, die versuchen, auf lokaler Ebene den neuen welfare-mix aus gemeinnützigen und öffentlichen Diensten, aus kommerziellen Anbietern und informellen Netzen neu auszutarieren und zu steuern. Würde  man nicht aus dieser Dienstleistungsperspektive heraus denken, sondern aus der Beteiligungsperspektive, dann müsste das Co-Design einen viel höheren Stellenwert erhalten und Quartierskonzepte wären auch unter dem Blickwinkel von <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/02/nl03_gastbeitrag_lederer.pdf.pdf">&#8220;Nachbarschaftsdemokratie&#8221; </a>zu betrachten.</p>
<p>Soziale Medien spielen übrigens keine Rolle in den vorgestellten lokalen Modellprojekten und in den Zielen des SONG-Netzwerks. Es wird nicht versucht, lokale Netzwerke und die wechselseitige Abstimmung der Akteure durch Online-Formate wie Blogs und Communities zu unterstützen und weiterzuentwickeln. Das Denken der freien Wohlfahrtspflege ist im Kern immer noch ganz analog. Dagegen wird im Ausland das Internet zum community-building im Stadtquartier, zur lokalen Kooperation oder zur Koordinierung personenbezogener Hilfsnetzwerke längst eingesetzt. Siehe die folgenden Beispiele: <a href="http://networkedneighbourhoods.com/?page_id=409">Online Neighbourhood Networks Study</a>, <a href="https://crossroadscarecroydon.tyze.com/"> Crossroads Care Croydon Tyze Personal Networks</a>. Immerhin ist das SONG-Netzwerk auf der <a href="http://www.weltbeweger.de/toro/resource/html">Weltbeweger-Plattform</a> präsent, wo es sein Wissen teilen möchte (allerdings nicht mit der ganzen Öffentlichkeit).</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Overkamp, Ulrike (2011): Assistenz statt Hilfe. Das Projekt &#8216;Lokale Verantwortungsgemeinschaften in kleinen Lebenskreisen&#8217;, in: Blätter der Wohlfahrtspflege, Heft 3, S. 101-103.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Koproduktion und Co-Design in Leistungsvereinbarungen aufnehmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 08:38:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken. An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken.</p>
<p>An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden und sich der einzelne sein Dienstleistungsangebot selbst zusammenstellen kann (zumindest in der Theorie), so bleibt er dabei doch Konsument vorgefertigter Leistungen, d.h. er hat zumeist keinen Einfluss auf das Service Design des jeweiligen Diensteangebots.</p>
<p>Koproduktion bzw. die Beteiligung von Bürgern im Sozialbereich muss sich aber auf den ganzen Zyklus eines Hilfsangebots, also auch auf die Planungs- und Ausgestaltungsphase beziehen. Nur so erhält der einzelne die Möglichkeit, über das &#8220;wie&#8221; in der Pflege, Betreuung und Behandlung mitzubestimmen. Umgekehrt profitieren soziale Dienste von einer Einbeziehung der Bürger in Planungsprozesse. Die Qualität sozialer Dienstleistungen offenbart sich gerade im Nutzungsprozess, &#8211; so dass ohne eine Beteiligung bestehender und zukünftiger Nutzer keine effektive Dienstleistung konzipiert werden kann, &#8211; es fehlen in diesem Fall das Nutzungswissen und die Nutzungserfahrungen der betroffenen Bürger. Statt auf fertige Dienstleistungsprodukte zu setzen, müssen Austauschprozesse mit den Stakeholdern in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sozialer Dienste treten.</p>
<p>Wie können Koproduktion und Co-Design in sozialen Diensten umgesetzt werden?</p>
<p>Eine<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf"> Studie der britischen new economic foundation (nef)</a> vom Dezember 2012 analysiert, welche Aspekte die Beteiligung von Bürgern fördern (Quelle und mehr zum Projekt <a href="http://www.neweconomics.org/budgetsandbeyond">hier</a>). Zum einen auf der Ebene der Organisation: hier muss die Führung gesammelt hinter dem Ziel der Koproduktion stehen und den Mitarbeitern signalisieren, dass Koproduktion zum &#8220;default way of working&#8221;, d.h. zum Arbeitsstandard in der Einrichtung werden soll (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 2</a>). Zu diesem Zweck braucht die Führung den regelmäßigen Austausch mit den Nutzern der Einrichtung. Statt einer Steuerung auf &#8220;Armeslänge&#8221; ist ein enger Kontakt mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern angesagt.</p>
<p>An der Organisationsbasis muss die Beteiligung von Bürgern alltäglich werden. Mitarbeiter brauchen dafür entsprechende Schulungen. Auch die Stellenbeschreibungen sollten jene Kompetenzen und Aufgaben umfassen, die für koproduktives Arbeiten notwendig sind (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Die größte Hürde, die es für die Koproduktion zu nehmen gilt, sind jedoch die Leistungsvereinbarungen, die soziale Dienste mit der öffentlichen Hand bzw. den Kostenträgern schliessen. Für diese Vereinbarungen werden Rahmenverträge auf Landesebene zwischen den überörtlichen Sozialhilfeträgern bzw. den Landesverbänden der Kassen und den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege erarbeitet. Wie ein solcher Vertrag aussieht, der Art, Umfang und Vergütung sozialer Dienstleistungen festlegt, kann man sich am Beispiel des <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/rv_pambu.pdf?start&amp;ts=1274962541&amp;file=rv_pambu.pdf">Rahmenvertrags ambulante Pflege</a> des Landes Berlin ansehen (Quelle und weitere Links <a href="http://www.berlin.de/sen/soziales/vertraege/sgb11/index.html">hier</a>). Wie detailliert der Rahmen für die Dienste ist, kann man auch gut am Vergütungssystem ambulanter Leistungen erkennen, siehe die <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/leistungskomplexe.pdf?start&amp;ts=1290690141&amp;file=leistungskomplexe.pdf">Anlage </a>1 zum Rahmenvertrag.</p>
<p>Entsprechende Rahmenverträge sind keine Berliner Spezifität, sondern es gibt sie in derselben Art in allen Bundesländern, &#8211; nur hat Berlin sie auch veröffentlicht, im Unterschied zu den meisten anderen staatlichen oder freigemeinnützigen Stellen, die über die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen in der Regel nichts preis geben.</p>
<p>An den Kontraktverhandlungen zwischen Staat und freien Trägern sind Bürger nicht beteiligt. In den Kontrakten selbst wird die Beteiligung von Bürgern an der Leistungsausgestaltung nicht erwähnt. Immerhin können Nutzer und ihre Angehörige in Qualitätsdialoge einbezogen werden (<a href="http://www.berlin.de/sen/jugend/rechtsvorschriften/brvj.html">BRV Jug</a>, <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-jugend/rechtsvorschriften/brvj/brvjug_anlage_b.pdf?start&amp;ts=1279280388&amp;file=brvjug_anlage_b.pdf">Anlage B</a>, Punkt 3).</p>
<p>Um Koproduktion und Co-Design zu institutionalieren, müssten entsprechende Vorgaben in die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen einfließen. Auf lokaler Ebene hat in Großbritannien Camden Town einen solchen Versuch unternommen und Koproduktions-Vorgaben in ihre Leistungsausschreibung für einen sozialen Dienst eingefügt:</p>
<p>&#8221; We would encourage providers to adopt the model of co-production whereby services are planned and delivered in mutually beneficial ways that acknowledge and reward local lay experience while continuing to value professional expertise. Service users should be regarded as an asset and encouraged to work alongside professionals as partners in the delivery of services. (&#8230;) Networks of friends and families should also be considered positive co-contributors to success in this approach&#8221; (<a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Auch Australien will im öffentlichen Sektor neue Wege gehen und das Co-Design etablieren, gerade in den Bereichen, in denen die Beziehungen zwischen Bürgern und Staat komplexer sind und über standardisierbare Verfahren hinausgehen wie im Bereich sozialer Dienste (<a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011</a>). Co-Design ist der australischen Regierung zufolge mehr als Konsultation und Kundenbefragung, &#8211; &#8220;It means engaging with individuals and groups from the beginning to the end of the process&#8221; (zit. nach <a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011, S. 35</a>).</p>
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		<title>Für eine Kultur der Mitgestaltung: Co-Design in Nonprofits</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Nov 2012 14:41:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[In unserem Land ist das Engagement von Bürgern willkommen, aber nicht unbedingt ihre Mitgestaltung. Die Politik der Bundesregierung gegenüber der Zivilgesellschaft steht unter der Prämisse einer &#8220;Kultur der Mitverantwortung&#8221;, &#8211; bürgerschaftliches Engagement wird als &#8220;Bürgerpflicht&#8221; gegenüber dem Gemeinwesen verstanden (Engagementmonitor 2012, 10). Die anderen Potentiale des Engagements &#8211; der Wunsch nach Mitgestaltung und der Wille, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In unserem Land ist das Engagement von Bürgern willkommen, aber nicht unbedingt ihre Mitgestaltung. Die Politik der Bundesregierung gegenüber der Zivilgesellschaft steht unter der Prämisse einer &#8220;Kultur der Mitverantwortung&#8221;, &#8211; bürgerschaftliches Engagement wird als &#8220;Bürgerpflicht&#8221; gegenüber dem Gemeinwesen verstanden (<a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Engagementmonitor-2012-Erster-Engagementbericht-2012,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf">Engagementmonitor 2012, 10</a>). Die anderen Potentiale des Engagements &#8211; der Wunsch nach Mitgestaltung und der Wille, das eigene Wissen und die persönlichen Erfahrungen stärker einbringen zu können &#8211; spielen demgegenüber keine prominente Rolle.</p>
<p>Kritiker werfen der Bundesregierung (und dem <a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Engagement/Pdf-Anlagen/engagementbericht-langfassung,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf">Ersten Engagementbericht</a>) deshalb vor, dass das bürgerschaftliche Engagement nur als &#8220;Koproduzent sozialer Dienstleistungen&#8221; willkommen ist (<a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2012/10/nl20_strachwitz.pdf">Strachwitz 2012, 7</a>) und ihm eine weitergehende Rolle nicht zugestanden wird.</p>
<p>Wenn staatliche Stellen von &#8220;Koproduktion&#8221; sprechen &#8211; der Einbeziehung von Bürgern in die Erstellung von Dienstleistungen &#8211; , sollte man demnach als BürgerIn erst kritisch prüfen, ob dahinter wirklich der Wille steht, die Zivilgesellschaft stärker an der Planung und Ausgestaltung von Diensten zu beteiligen. Oder ob das Konzept der &#8220;Koproduktion&#8221; nur als schöne Umschreibung für &#8220;cheap labor by citizens&#8221; (Cahn/Gray 2012) benutzt wird.</p>
<p>&#8220;Koproduktion&#8221; ist kein neutraler Begriff, sondern ein politischer, der je nach eigenem Standpunkt unterschiedlich ausgelegt wird. Für die Bürgerschaft ist es wichtig, restriktive Deutungen von &#8220;Koproduktion&#8221;, die zugunsten des Staates und zu Lasten der eigenen Mitbestimmungsmöglichkeiten ausgelegt sind, zurückzuweisen und sich dafür einzusetzen, dass Koproduktion sich immer auf den ganzen Policy-Zyklus bezieht, d.h. auch auf die Planung, das Design und die Evaluation von Leistungen.</p>
<p>Die Wohlfahrtsverbände &#8211; d.h. die großen Player auf dem Feld sozialer Dienste &#8211; haben sich mit der restriktiven Auslegung von Koproduktion (&#8220;mithelfen aber nicht mitgestalten&#8221;) gut eingerichtet. Aber auch die Verbände sind keine monolithischen Blöcke. Sie zerfallen in unterschiedliche Fraktionen. Und hier gibt es durchaus einige, die sich für mehr Bürgerbeteiligung in den eigenen Reihen einsetzen.</p>
<p>Wie können Bürger stärker in die Ausgestaltung sozialer Dienstleitungen einbezogen werden? Durch die Einführung des <strong>Co-Design</strong> in staatlichen und gemeinnützigen Einrichtungen, das Bürgern die Chance gibt, sich am gesamten Designprozeß zu beteiligen, auf Augenhöhe mit der Organisation und den involvierten Fachleuten (vgl. <a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15710880701875068">Sanders/Stappers 2008</a>). Nicht nur der unmittelbare Nutzer steht hier im Mittelpunkt, sondern alle Bürger und Gemeinschaften, die von einem Dienst berührt sind. Sie gilt es in einen offenen Gestaltungsprozeß einzubeziehen, der nicht auf ein fertiges &#8220;Produkt&#8221; fokussiert, sondern den Beteiligten eine Handlungsplattform zur Verfügung stellt (<a href="http://www.gowerpublishing.com/isbn/9780566089206">Meroni/Sangiorgi 2011, 3</a>), die die Interaktion und Artikulation von Interessen ermöglicht: &#8220;we are moving from the design (..) of &#8216;products&#8217; to designing for people&#8217;s purposes&#8221; (<a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15710880701875068">Sanders/Stappers 2008, 10</a>).</p>
<p>Die Organisation und die beteiligten Fachleute verlieren ihre einseitige Deutungshoheit im Designprozeß: wie ein Dienst schlußendlich aussieht, wird kollaborativ erarbeitet. Damit verbunden ist auch die Hoffnung, dass Dienste, die so partizipativ ausgestaltet werden, ihrerseits wieder als &#8220;transformative services&#8221; (<a href="http://www.ijdesign.org/ojs/index.php/IJDesign/article/view/940/344">Sangiorgi 2011</a>) das Gemeinwesen beeinflussen und dort als Inkubatoren für Zusammenarbeit, Beteiligung und Innovation wirken.</p>
<p>Welchen Nutzen haben Nonprofits und Bürger von einem partizipativen Service Design?</p>
<p><a href="http://www.ijdesign.org/index.php/IJDesign/article/view/890/346" target="_blank" rel="noopener">Steen/Manschot/De Koning (2011)</a> zählen einige auf:</p>
<ul>
<li>Dienste werden qualitativ besser und passgenauer, die Zufriedenheit der Nutzer wächst</li>
<li>Organisationen und Bürger lernen von- und miteinander, entwickeln ein gegenseitiges Verständnis und können ihre Zusammenarbeit verbessern</li>
<li>Es entstehen Innovationen, die eine Seite allein nicht hätte entwickeln können, und zwar in relativ kurzer Zeit</li>
<li>Das Verhältnis zwischen Organisation und Bürgern gewinnt an Stabilität und Qualität, was sich auf die Realisierung zukünftiger Projekte positiv auswirkt</li>
</ul>
<p>All dies bleibt jedoch Zukunftsmusik, wenn staatliche Institutionen darauf verzichten, mehr Bürgerbeteiligung im Sozialbereich zu ermöglichen und Wohlfahrtsverbände über entsprechende Leistungsverträge in diese Richtung zu drängen. Stiftungen könnten ebenfalls eine wichtige Rolle als Treiber von &#8220;Koproduktion&#8221; und &#8220;Co-Design&#8221; spielen. Aber wo ist die (Bürger)Stiftung, die sich diesem Ziel verschrieben hat?</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Cahn, Edgar S./Gray, Christine (2012): Co-Production from a Normative Perspective, in: Pestoff, Victor/Brandsen, Taco/Verschuere, Bram (eds): New Public Governance, the Third Secor and Co-Produktion, NY: Routledge.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tauschnetzwerke &#8211; ein attraktives Modell für gemeinnützige Organisationen und Bürger</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tauschnetzwerke-ein-attraktives-modell-fur-gemeinnutzige-organisationen-und-burger/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2012 10:34:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin zum Resource-Raising (siehe <a href="http://www.cloresocialleadership.org.uk/caroline-beaumont.aspx">Beaumont 2011 </a>und meinen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vom-fundraising-zum-resource-raising/">Blogartikel</a> dazu).</p>
<p>Obwohl gemeinnützige Organisationen generell ihre Ressourcensituation beklagen, steigert es nicht automatisch ihren <em>impact</em>, wenn mehr finanzielle Mittel von außen zugeführt werden. Die Vitalität des gemeinnützigen Sektors hängt vielmehr sehr stark von dessen Fähigkeit ab, lokale Austauschnetzwerke zu bilden (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009</a>), &#8211; sprich: es kommt darauf an, was man gemeinschaftlich aus den vorhandenen Budgets macht und wie effektiv und effizient man die zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzt.</p>
<p>Eine sehr gute und noch viel zu wenig verbreitete Möglichkeit, die Ressourcen von Nonprofits und der Zivilgesellschaft besser zu nutzen, sind lokale Austauschnetzwerke &#8211; Tauschringe &#8211; in denen die Mitglieder Ressourcen und Fähigkeiten untereinander tauschen, ohne dass Geld involviert wäre. Der Austausch erfolgt vielmehr über Gutschriften. Niemand muss mit demjenigen tauschen, von dem er/sie etwas erhalten hat, sondern die Tauschnetzwerke ermöglichen indirekte und mulilaterale Tauschbeziehungen.</p>
<p>In Deutschland gibt es an die 436 Tauschringe (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>) mit jeweils 60-100 Teilnehmern (<a href="http://kops.ub.uni-konstanz.de/bitstream/handle/urn:nbn:de:bsz:352-opus-18668/Aufsatz_Soziale_Welt.pdf?sequence=1">Hinz/Wagner 2005</a>). Die Tauschringe wurden bisher insbesondere in Räumen mit vielen Einwohnern, guter Wirtschaftssituation und ökologischer Orientierung gegründet (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>).</p>
<p>Welche Tauschring-Modelle gibt es? Man kann grundsätzlich drei Formen unterscheiden (vgl. <a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/The_New_Wealth_Of_Time_1.pdf">new economics foundation (nef) 2008, 14</a>):</p>
<p><strong>Person-to-Person (P2P):</strong> In diesen Austauschnetzwerken treffen sich Privatpersonen. In Deutschland entstanden viele dieser Person-to-Person-Tauschringe mit Unterstützung kirchlicher oder wohlfahrtsverbandlicher Einrichtungen (Hinz/Wagner 2010).</p>
<p><strong>Person-to-Agency (P2A):</strong> An diesen Tauschnetzwerken nehmen neben Privatpersonen auch Organisationen teil, vor allem öffentliche und gemeinnützige. Sie vergüten freiwilliges Engagement in der eigenen Einrichtung mit Gutschriften und öffnen gleichzeitig Teile ihres Leistungsangebots für die Tauschring-Mitglieder.</p>
<p><strong>Agency-to-Agency (A2A):</strong> hier handelt es sich um Tauschringe unter Organisationen, die untereinander Wissen, Räume, Fertigkeiten usw. teilen.</p>
<p>Für Nonprofits bieten Tauschringe untereinander (A2A) &#8211; durchaus auch unter Beteiligung öffentlicher und privatwirtschaftlicher Organisationen &#8211; eine attraktive Entwicklungsmöglichkeit: Räume, Autos, Geräte und gesammelte Kenntnisse könnten durch das Teilen besser ausgenutzt werden. Nonprofits würden ihre Potenziale so besser realisieren, statt durch das Ressourcenargument sich ständig selbst auszubremsen. Die Zivilgesellschaft insgesamt profitiert von einem gut vernetzten Dritten Sektor, der Ressourcen effizient einsetzt, da mehr und bessere Leistungen angeboten werden können als in einem Klima der gegenseitigen Sprachlosigkeit und Konkurrenz.</p>
<p>Interessante Perspektiven für das Gemeinwesen eröffnen sich durch Tauschringe speziell dann, wenn Schnittstellen zwischen Organisationen und Bürgern existieren, also bei P2A-Modellen.</p>
<p>In diesem Fall können Organisationen das Wissen und die Kompetenzen der Bürger/innen in ihre Einrichtungen holen uns so ihr Dienstleistungsangebot erweitern bzw. Angebote stärker koproduzieren. Dazu müssen Organisationen entsprechende Teilhaberäume schaffen und sich nach außen hin öffnen: Dienste verändern sich hin zu einem &#8220;open community-led service, where community assets are shared and utilised. What lies outside (&#8230;) is allowed to come in&#8221; (<a href="http://www.timebanking.org/wordpress/wp-content/uploads/downloads/2011/09/TBUK-Final-Brochure.pdf">Timebanking UK 2011, 20</a>). Gleichzeitig bieten Organisationen ihre Ressourcen auch dem Gemeinwesen an, d.h. sie teilen Räume, Wissen, Fertigkeiten mit anderen. So wird eine Vernetzung zwischen Nonprofits und dem Gemeinwesen hergestellt, die in vielen Einrichtungen so schmerzlich fehlt.</p>
<p>Für das <strong>bürgerschaftliche Engagement</strong> böten P2A-Tauschringe zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Während beim herkömmlichen Engagement ein Bürger mit einer Organisation in Verbindung tritt und der bilaterale Austausch dominiert, vernetzt ein Tauschring den einzelnen stärker mit dem Gemeinwesen: durch credits, die ihm das Engagement einbringt, erhält der Freiwillige die Chance, noch andere Angebote und Dienste der örtlichen Gemeinschaft kennenzulernen und sich breiter zu vernetzen.</p>
<p>Der Tauschgedanke könnte auch eine Alternative bieten zu den beiden herkömmlichen Wegen des bürgerschaftlichen Engagements: des freiwilligen Engagements &#8220;<a href="http://www.talente-ring.de/content/view/57/69/">für nix</a>&#8221; und der zunehmenden materiellen Vergütung der Freiwilligentätigkeit im Rahmen von Freiwilligendiensten (BFD, FSJ, FÖJ).</p>
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