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	<title>Social Media &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Die Macht der Internetkonzerne und die Rolle der Zivilgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2018 11:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple. Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple.</p>
<p>Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur das soziale Handeln im Netz. Sie sind &#8220;Gatekeeper&#8221;, &#8220;Kuratoren&#8221;, Kontrolleure und Überwacher. Die ursprüngliche Hoffnung, dass das Internet dezentralisierte  Angebote befördert, wird durch Netzwerkeffekte konterkariert: Nutzer/innen bevorzugen jene Angebote, die die Masse nutzt, und nicht kleine Plattformen mit wenig traffic, selbst wenn letztere bottom up entwickelt, demokratisch und gemeinnützig sein sollten.</p>
<p>In dem neuen Buch <strong>&#8220;<a href="http://www.springer.com/de/book/9783658179090" target="_blank" rel="noopener">Kollektivität und Macht im Internet</a>&#8220;</strong> von Dolata/Schrape (2018) kommt Ulrich Dolata deshalb zu folgendem Schluss:  &#8220;Nicht Dezentralisierung, Demokratisierung und Kooperation, sondern Konzentration, Kontrolle und Macht sind (&#8230;) die Schlüsselprozesse und -kategorien, mit denen sich die wesentlichen Entwicklungstendenzen des (kommerziellen) Internets angemessen erfahren lassen&#8221; (Dolata 2018, 101).  Durch die schiere Reichweite ihrer Plattformen und Angebote gewinnen Google, Facebook, Amazon und Apple im Internet Macht über a) Infrastrukturen und Regeln, b) Daten und c) ökonomische Macht durch Werbeinnahmen, Handel, den Geräteverkauf und Dienste, da sie in ihren Segmenten Monopolisten sind (Google im Bereich der Suchmaschinen, Facebook im Bereich sozialer Netzwerke, Amazon im Internethandel und Apple bei den multimedialen Geräten) (Dolata 2018, 123ff).</p>
<p>Die Abwanderung von Nutzern wollen die vier Monopolisten in jedem Fall vermeiden. Durch die Weiterentwicklung ihrer Angebote zu &#8220;soziotechnischen Ökosystemen&#8221; (Dolata) mit einer Vielzahl aufeinander abgestimmten Diensten und der Entwicklung &#8220;proprietärer technischer Systemwelten&#8221; (Dolata), die untereinander inkompatibel sind, soll der Wechsel zu einem anderen Anbieter für Nutzer erschwert werden. Die Stellung der Monopolisten wird noch gefördert durch</p>
<ul>
<li>ihre hohen Investitionen in die bestehenden Plattformen und Dienste</li>
<li>ihre massiven Ausgaben für Forschung und Entwicklung</li>
<li>den Aufkauf von innovativen startups, um neue zukunftsweisende Angebote machen zu können</li>
</ul>
<p>(Dolata 2018, 101ff).</p>
<p>Aber da die Netzwerkeffekte bzw. die Reaktionen der nicht-organisierten Massen und Schwärme nicht vorhersehbar sind, ist auch keiner der Monopolisten unangreifbar. Trotz aller Maßnahmen, die die Konzerne ergreifen, um eine Nutzerabwanderung zu verhindern: &#8220;Der Schwarm kann auch weiterziehen&#8221; (Dolata 2018, 111). Und darin liegt die Macht der Nutzer: in dieser kollektiven Dimension, nicht &#8211; so Dolata &#8211; in der Macht der Einzelpersonen. Erst als Masse haben Nutzer Macht und diese Masse baut sich dem Autor zufolge &#8220;unkoordiniert auf&#8221; (Dolata 2018, 12). Neben der Macht der Schwärme spielen auch die Staaten und ihre Verbünde eine wichtige Rolle als regulierende Instanz, um die Macht der großen Internetkonzerne einzuschränken.</p>
<p>Die Frage ist, weshalb der Autor die Macht <em>organisierter</em> Bewegungen nicht als Bedrohung für die Monopole sieht. Vielleicht deshalb nicht, weil auch organisierte soziale Bewegungen (und viele Nonprofits &#8230;) zwischenzeitlich ganz auf die kommerziellen Plattformen mit ihrer großen Reichweite setzen (Dolata 2018, 52). Schade, dass von Seiten der großen gemeinnützigen Organisationen &#8211; und ich denke hier speziell an die mächtigen Wohlfahrtsverbände &#8211; nie eine breite gesellschaftliche Debatte über <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/vom-internet-zum-alternet-entwicklungen-jenseits-der-grossen-plattformen/" target="_blank" rel="noopener">alternative Wege und Tools im Internet</a> angezettelt wurde oder man eine Bewegung initiierte, die auf die Regulierung und Kontrolle der Internetkonzerne zielt. Die großen Konzerne ihrerseits umgarnen die engagierte Zivilgesellschaft mit Förderprogrammen und Wettbewerben wie dem <a href="https://smart-hero-award.de/ueber_den_award/" target="_blank" rel="noopener">Smart Hero Award</a>, den Facebook und die Stiftung digitale Chancen gemeinsam ausloben, die <a href="https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland2018" target="_blank" rel="noopener">Google.org Impact Challenge</a>, die von der Google Foundation und betterplace gemeinsam durchgeführt wird oder mit dem Förderprogramm <a href="https://www.digitalengagiert.de/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;digital.engagiert&#8221;</a>, einer gemeinsamen Initiative von Amazon und dem Stifterverband. Die drei Internetkonzerne drängen mit ihrer Infrastruktur gezielt in zivilgesellschaftliche Domänen, die zum Teil noch abgehängt sind von der Digitalisierung.</p>
<p>Eine solche Eroberung zivilgesellschaftlicher Räume durch die großen Plattformen sollte neben den Vorteilen, die mit der digitalen Infrastruktur einhergehen, auch deren Schattenseiten nicht verschweigen, um Bürgern und Nonprofits eine mündige Entscheidung darüber zu ermöglichen, welche Tools sie nutzen wollen und welche nicht. Ganz dringend müsste eine breite zivilgesellschaftliche Debatte darüber geführt werden, wie ein bürgerfreundliches Internet aussehen könnte, welche Anforderungen Bürger und zivilgesellschaftliche Organisationen an die großen Plattformen stellen und welche Forderungen an die Politik herangetragen werden müssten, um der Macht der Internetkonzerne Einhalt zu gebieten. Den großen Wohlfahrtsverbänden käme hier eine wichtige Rolle zu: gerade sie haben den Kontakt zu digital abgehängten Gruppen, gerade sie erreichen über ihre Nutzer und all die ehrenamtlich Engagierten große Teile der hiesigen Bevölkerung und zwar sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, &#8211; denn Sozialeinrichtungen gibt es nahezu überall.</p>
<p>In Stuttgart hat sich im Sommer 2017 ein Netzwerk aus ganz verschiedenen Organisationen gebildet, um diesen kritischen Diskurs in Bezug auf die Digitalisierung der Lebenswelt zu führen (siehe die folgende <a href="http://www.bagejsa.de/fileadmin/user_upload/dokumente/pdf/Presseinformationen_Archiv/PI_2017/PI_Netzwerk_Sozialer_Zusammenhalt_in_digitaler_Lebenswelt_2017_07_14.pdf" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a>). Das <strong>Netzwerk &#8220;Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt&#8221;</strong> will die Bürgerrechte und die Bürger-Teilhabe in der digitalen Gesellschaft stärken. Ein solches Netzwerk kann zur Gründung weiterer Netzwerke in anderen Bundesländern, Regionen und Kommunen anregen.</p>
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		<title>Vom Internet zum &#8220;Alternet&#8221; &#8211; Entwicklungen jenseits der großen Plattformen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 May 2017 10:11:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Genossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kann man als Bürger/in, als zivilgesellschaftliche Gruppe, als gemeinnützige Organisation und Wohlfahrtsverband den Algorithmen proprietärer Plattformen entkommen? Diese Frage stellt Caritas digital im Rahmen der 30. Nonprofit-Blogparade zum Thema &#8220;Nonprofits im Social Web: Wen erreichen wir noch und zu welchem Preis?&#8221;. Algorithmen bestimmen in einem komplexen Zusammenspiel mit ihrem technischen und sozialen Umfeld unsere [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann man als Bürger/in, als zivilgesellschaftliche Gruppe, als gemeinnützige Organisation und Wohlfahrtsverband den Algorithmen proprietärer Plattformen entkommen? Diese Frage stellt <a href="http://www.caritas-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Caritas digital</a> im Rahmen der 30. <a href="https://npoblogparade.wordpress.com/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nonprofit-Blogparade</a> zum Thema <a href="http://www.caritas-digital.de/blogparade/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Nonprofits im Social Web: Wen erreichen wir noch und zu welchem Preis?&#8221;</a>.</p>
<p>Algorithmen bestimmen in einem komplexen Zusammenspiel mit ihrem technischen und sozialen Umfeld unsere Suchergebnisse bei Google, unseren Facebook Newsfeed und die Vorschläge, wem wir auf Twitter folgen sollten. Michelle Willson zeigt in ihrem Aufsatz <a href="http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/1369118X.2016.1200645" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Algorithms (and the) everyday&#8221;</a> (2017, in: Information, Communication &amp; Society) auf, wie Nutzer immer mehr Praktiken des Alltags an intransparente Algorithmen delegieren, die folglich immer mehr Einfluss auf unser Leben, unsere Wahrnehmung und unser soziales und politisches Umfeld erhalten. Auch Nonprofits sind in dieser Filterblase, die Algorithmen produzieren, gefangen und haben Schwierigkeiten, auf den kommerziellen Plattformen mit ihren Inhalten durchzudringen. Speziell  vor Facebook &#8220;ist jeder gleich&#8221;, wie Martin Herceg in seinem <a href="http://www.caritas-digital.de/nonprofitsfacebook/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogbeitrag </a>schreibt, und wenn Gemeinnützige mit ihren Inhalten über ihre Filterblase hinaus wollen, müssen sie dafür bezahlen.</p>
<p>Social Media-Manager von Nonprofit-Organisationen stehen Herceg zufolge täglich vor einem Dilemma: einerseits ist man dem Gemeinwohl bzw. christlichen Grundsätzen verpflichtet, andererseits unterstützt man Plattformen  inhaltlich und finanziell, die keine Steuern zahlen, Filterblasen produzieren, Nutzer entmachten, Daten abgreifen, das Netz zentralisieren und monopolisieren und einen digitalen Kapitalismus vorantreiben. Gibt es Alternativen zu dieser Dominanz kommerzieller Plattformen bzw. der &#8220;platform society&#8221; (van Dijck)?</p>
<p>Die Forscherin van Dijck rät, realistisch zu bleiben: &#8220;You can&#8217;t stop the growth of platforms&#8221; (in : <a href="https://www.hiig.de/encore/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">encore </a>2016, S. 95). Aber sie sieht die Notwendigkeit, dass Bürger auf die <em>demokratische Steuerung von Plattformen</em> drängen. Und hier kommt die Rolle von Nonprofits und der großen Wohlfahrtsverbände ins Spiel. Auch letztere haben sich wie viele andere in den vergangenen Jahren hauptsächlich nur als Nutzer der großen Plattformen und nicht als aktiver Mitgestalter von Netzstrukturen gesehen. Netzpolitische Aktivitäten und online-Projekte abseits des Mainstreams waren nicht wirklich sichtbar. Ein großer Fehler, &#8211; meines Erachtens sogar ein Politikversagen der großen Wohlfahrtsverbände, die sich eben immer mehr auf ihre Rolle als soziale Dienstleister und als Marketeers in eigener Sache zurückziehen.  Hier sollte ein Umdenken in den Verbänden einsetzen, um ihrer demokratischen Verantwortung in einer digitalen Gesellschaft gerecht zu werden.</p>
<p>Dazu gehört auch, dass man alternative digitale Projekte abseits des Mainstreams stärker unterstützt, man Kooperationen sucht und lokale Gruppen gründet, die die Möglichkeiten alternativer Vernetzung, Tools und Plattform-Modelle im Sinne eines &#8220;Alternets&#8221;  ausloten. Dies könnte gerade auf der lokalen Ebene ein interessantes Format sein, weil es die Beteiligung am und das gemeinsame Lernen im digitalen Raum fördert, &#8211; Bereiche, in denen Nonprofits noch Nachholbedarf haben, wie <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/04/29/warum-onliner-in-nonprofits-nicht-fur-das-marketing-zustandig-sind-und-was-sie-eigentlich-tun-sollten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hannes Jähnert </a>und <a href="https://ideequadrat.org/9-thesen-fuer-organisationale-digitalkompetenz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hendrik Epe</a> in ihren Beiträgen zur NPO-Blogparade herausarbeiten.</p>
<p>An welche Entwicklungen und Bewegungen könnten die Verbände hier andocken?</p>
<p>An <strong>genossenschaftlich verfasste Plattformen</strong>, bei denen die Webseite / die App den Mitarbeitern und Nutzern gehört und für die eine demokratische Steuerung (one man &#8211; one vote) das Ideal ist. Was unter einer <strong>&#8220;platform co-op&#8221;</strong> verstanden wird, ist in einem <a href="http://www.shareable.net/blog/a-shareable-explainer-what-is-a-platform-co-op" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel auf Shareable</a> gut erklärt, hier finden Interessierte auch weitere Literatur-Links und Beispiele wie <a href="https://www.fairmondo.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fairmondo</a> (ein genossenschaftlich betriebener Online-Marktplatz), <a href="https://resonate.is/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">resonate</a> (genossenschaftlicher Musik-Streamingdienst) und  <a href="https://www.stocksy.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stocksy </a>(eine Foto-Plattform, die in der Hand der Künstler ist). Es gibt eine Bewegung, die in genossenschaftlich verfassten Plattformen, die sich untereinander vernetzen, die Zukunft des Internets sieht (<a href="http://platformcoop.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8220;platform cooperativism&#8221;</strong></a>) und auf diese Weise auch dem traditionellen genossenschaftlichen Gedanken den Weg ins digitale Zeitalter weisen will (&#8220;Geno 2.0&#8221;). Meines Erachtens liegt in diesem Genossenschaftsgedanken, der auf digitale Dienste bezogen ist, ein riesiges Potenzial für Nonprofits, die sich überlegen sollten, welche lokalen Angebote man in diese innovative Form bringen könnte.</p>
<p>Auf <strong>lokaler</strong> Ebene, wo sich die Kommunikation häufig im Rahmen von Nachbarschaften, kleinen Gruppen und unterschiedlichen öffentlichen Räumen bewegt, können kleine selbstgemachte und kabellose <a href="http://diynetworking.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8220;DIY-Netzwerke&#8221;</strong></a> abseits des Internets bzw. &#8220;off-the-cloud&#8221; eine Chance bieten, jenseits der kommerziellen Plattformen zu interagieren, auf der Basis von Tools, die in einem gemeinsamen Lernprozess zusammen erstellt wurden. Durch die Verbindung dieser &#8220;off-the-cloud&#8221; Netzwerke untereinander entstehen alternative Netze. Panayotis Antoniadis von <a href="http://nethood.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nethood.org </a>zeigt die Potenziale von DIY-Netzwerken in einem  <a href="http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/7123" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufsatz</a> , in:  First Monday vom 05.12.2016, auf &#8211; das <a href="http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/issue/view/493/showToc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ganze Heft </a>kreist um das Thema &#8220;Re-Dezentralisierung des Internets&#8221;. Auch &#8220;vermaschte Netzwerke&#8221; mit vielen untereinander vernetzten Knoten, wie sie <a href="https://freifunk.net/worum-geht-es/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freifunk.net</a> lokal aufbaut, sind hier ein Thema, wobei es sowohl bei DIY-Netzwerken als Einzelprojekte als auch bei <em>mesh networks</em> offene Sicherheitsfragen gibt, auf die Haralanova/Light (2016) in einem <a href="http://peerproduction.net/issues/issue-9-alternative-internets/peer-reviewed-papers/enmeshed-lives/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufsatz </a>für das Journal of Peer Production hinweisen.</p>
<p>Weil technisch versierte Communities durch ihr Expertenwissen nach außen hin eher geschlossen wirken, braucht es dringend Mittler, die zwischen diesen Communities und nicht-technischen Nonprofits Verbindungen schaffen können, damit beide Seiten miteinander ins Gespräch kommen und sich örtlich Kooperationen ergeben können.</p>
<p>Man muss realistisch bleiben, was die kommerziellen Plattformen angeht, &#8211; das fordert die oben zitierte Wissenschaftlerin van Dijck. Und sich dennoch für demokratischere Plattform-Modelle politisch und praktisch stark machen. Hier könnten die Wohlfahrtsverbände noch eine größere Rolle spielen. Immerhin machen schon zwei hiesige Gewerkschaften (ver.di, IG-Metall) beim internationalen Konsortium mit, das Plattform-Genossenschaften vorantreiben möchte (<a href="http://platformcoop.net/about/consortium" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platform Cooperativism Consortium</a>).</p>
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		<title>Inklusion durch Innovation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2016 12:02:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite openTransfer CAMP Inklusion statt. Im Vorfeld laden die Macher von openTransfer in Kooperation mit der Aktion Mensch zu einer NPO-Blogparade ein über die Frage &#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen. Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite <a href="http://www.opentransfer.de/event/otc16-inklusion/">openTransfer CAMP Inklusion</a> statt. Im Vorfeld laden die Macher von <a href="http://www.opentransfer.de/#home">openTransfer</a> in Kooperation mit der <a href="https://www.aktion-mensch.de/">Aktion Mensch</a> zu einer <a href="https://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> ein über die Frage <a href="http://www.opentransfer.de/7273/npo-blogparade-wie-kommt-barrierefreiheit-im-netz-voran/">&#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;</a>. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen.</em></p>
<p>Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung &#8211; in das örtliche Gemeinwesen kann durch innovative Praktiken vor Ort gefördert werden. Zu diesen Praktiken zählen:</p>
<ul>
<li>der Aufbau von Netzwerken</li>
<li>der Wissenstransfer</li>
<li>die Förderung von Bürger-Ideen und Bürger-Projekten</li>
<li>das Bürgerengagement von Menschen mit und ohne Behinderung</li>
<li>die Nutzung des Internets</li>
</ul>
<p>Die Bedenken mancher Kommune,  angesichts knapper Budgets und überlasteter Mitarbeiter/innen nur wenig Handlungsspielräume für die Realisierung eines inklusiven Gemeinwesens zu haben, sind viel zu pessimistisch. Geld ist nicht alles &#8211; wichtig sind auch neue Praktiken, die die vorhandenen Ressourcen besser nutzen und Menschen im Gemeinwesen über Fach-, Sektoren- und Quartiersgrenzen hinweg zusammenführen.</p>
<p>In vielen Gemeinden gibt es schon Arbeitsgruppen oder Beiräte, die sich mit dem Thema &#8220;Inklusion&#8221; befassen. Allerdings sind diese in der Regel nicht trisektoral (Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft),  &#8211; oft bleiben Bürger und die Stadt unter sich. Wenn ein Gemeinwesen aber inklusiver werden soll, dann müssen alle Bereiche einer Stadtgesellschaft an einen Tisch, &#8211; man kann es sich nicht leisten, einen Sektor außen vor zu lassen und damit auf Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten zu verzichten.</p>
<p>Wer sich vor Ort mit inklusiven Maßnahmen auf den Weg macht, sollte offensiv darüber berichten und das Thema auf der Gemeinde- und Vereinswebseite bzw. in den örtlichen Publikationen nicht aussparen oder am Rand abhandeln. Nur wer regelmäßig über die örtlichen Inklusions-Schritte  und über Begegnungs- und Mitmachmöglichkeiten berichtet, kann damit rechnen, dass das Thema im Bewusstsein des Gemeinwesens ankommt und Mitstreiter für gemeinsame Aktivitäten gefunden werden.</p>
<p>Das Internet spielt eine wichtige Rolle, um Wissen zwischen Sektoren und über Gemeindegrenzen hinweg zu teilen und Wissensspeicher anzulegen, auf die alle zugreifen können, die Tipps brauchen, wie inklusive Strukturen aufgebaut werden können.  Auch Bürger-Ideen und freiwillig Engagierte können online gesucht werden. Dafür sollte man Freiwilligendatenbanken nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich barrierefrei machen. D.h. in den Datenbanken müssen sich auch Informationen dazu finden lassen, ob Orte des Engagements barrierefrei sind und welche der ehrenamtlichen  Tätigkeiten  sich bspw. für Menschen mit Lernbehinderung eignen.  Auch die Möglichkeiten des Online-Volunteering sollten stärker ausgebaut werden. Das digitale Ehrenamt bietet gerade Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, viele interessante Möglichkeiten, siehe hierzu den <a href="http://www.opentransfer.de/7324/npo-blogparade-digitales-engagement-perspektivwechsel-online/">Beitrag </a>von Henning Baden für die aktuelle NPO-Blogparade.</p>
<p>Bürger sollten ermuntert werden, eigene Ideen, die die Inklusion voranbringen, umzusetzen. Sie sollten dafür eine Infrastruktur zur Engagement-Förderung nutzen können, die bedarfsorientiert berät und unterstützt. In diese Beratung sind örtliche Experten aus allen Bereichen als Mentoren für Bürgerengagement einzubeziehen, &#8211; erfahrene Engagierte, Vereinsvorstände, Kirchengemeinde-Vertreter, örtliche Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Vertreter von Kommune und Wirtschaft. Professionelle Sozialeinrichtungen sind ebenfalls gefordert, sich über ihre unmittelbare Aufgabe hinaus als örtliche Berater für ein inklusives Gemeinwesen anzubieten.</p>
<p>Innovative Praktiken sind der Schlüssel für vieles auf lokaler Ebene, so auch für Inklusionsprozesse. Sie setzten vor Ort den Willen zur Kooperation und zum Lernen voraus.</p>
<p>Gerade Verbände und Initiativen von Behinderten sollten sich lokal ofensiv mit ihrem Umfeld vernetzen, um in Form einer lokalen Allianz das Thema Inklusion voranzutreiben.  An dieser Vernetzung untereinander und mit dem Gemeinwesen mangelt es noch häufig auf örtlicher Ebene.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 7) &#8211; das Internet nutzen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-teil-7-das-internet-nutzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2015 16:30:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der 7. Teil einer Blogserie, die ich in loser Folge fortführen werde, sofern mir ein spannendes Papier, ein guter Gedanke oder ein interessantes Projekt aus der Praxis vorliegen. Nach den Beiträgen über die Bedeutung der Quartiersvernetzung (Teil1), den Wissensaustausch (Teil 2), das Bürgerengagement (Teil 3), die Rolle von Unternehmen und Stiftungen (Teil 4), [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist der 7. Teil einer Blogserie, die ich in loser Folge fortführen werde, sofern mir ein spannendes Papier, ein guter Gedanke oder ein interessantes Projekt aus der Praxis vorliegen. Nach den Beiträgen über die Bedeutung der Quartiersvernetzung (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-nutzen-stiften/">Teil1</a>), den Wissensaustausch (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-durch-wissenstransfer/">Teil 2</a>), das Bürgerengagement (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-buergerprojekte-ermoeglichen/">Teil 3</a>), die Rolle von Unternehmen und Stiftungen (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-die-rolle-von-unternehmen-und-stiftungen/">Teil 4</a>), die Rolle von Innovationen und Sozialunternehmen (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-soziale-innovationen-erzielen/">Teil 5</a>) und die von örtlichen Kirchengemeinden (<a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-der-beitrag-der-kirchengemeinden/">Teil 6</a>) folgt hier ein Beitrag über die Bedeutung des Internets in der Quartiersvernetzung.<br />
</em></p>
<p>In der Online-Publikation Nr. 07/2015 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung: <a href="http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2015/DL_ON072015.pdf;jsessionid=9032C54798B7700AA5727222FBDDB72D.live1043?__blob=publicationFile&amp;v=4">&#8220;Virtuelle und reale öffentliche Räume&#8221;</a> werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Stadtraum und auf die Herausbildung von städtischer Öffentlichkeit &#8220;als Wesensmerkmal der Europäischen Stadt&#8221; (S. 6) untersucht. Das Papier unterscheidet drei Arten von Öffentlichkeit:</p>
<ul>
<li>die politische (Austausch, Verhandlung)</li>
<li>die diskursive (Informationsverbreitung, Diskurs über Informationen)</li>
<li>die symbolische (interagieren, um Gemeinschaft zu bilden)</li>
</ul>
<p>Sowohl für die politische Öffentlichkeit in einer Stadt als auch für die symbolische spielen reale Räume eine sehr große Rolle, während sich die diskursive Öffentlichkeit sehr gut im Internet herstellen lässt (S. 91). Generell kann Öffentlichkeit aber in jedem Raum und Medium entstehen und auch da, wo reale Räume wichtig sind, werden sie durch virtuelle ergänzt (aber nicht ersetzt).</p>
<p>Quartiersvernetzung ist nach dieser Systematik der symbolischen und der politischen Öffentlichkeit zuzuordnen. Um neue Nachbarschaften im Quartier zu bilden, brauchen Menschen den persönlichen Kontakt und reale Treffen. Aber ihre Aktivitäten und ihr Austausch im realen Raum kann durch Aktivitäten im virtuellen ergänzt werden. Über das Internet können entstehende Netzwerke organisiert und gepflegt sowie Aktivitäten abgesprochen und vorbereitet werden. Auch wer nicht regelmäßig bei den realen Treffen dabei sein kann, bleibt über das Internet auf dem Laufenden. Die Öffentlichkeit kann über den Rahmen des Netzwerks hinaus erweitert werden, wenn Nachbarschafts- und Stadtteilinitiativen sich im Internet mit einer Webseite präsentieren oder einen der großen Social Network-Dienste nutzen. Auch gibt es viele Plattformen, die sich speziell dem Aufbau neuer Nachbarschaften verschrieben haben, wie bspw. <a href="https://wirnachbarn.com/">Wir Nachbarn</a>, <a href="http://www.nicer2gether.com/">nicer2gether</a>, <a href="https://nextdoor.com/">Nextdoor</a>, und &#8211; in Gründung &#8211; <a href="http://www.deine-strasse.de/">deine-strasse.de</a> aus Stuttgart.</p>
<p>Welche Internet-Tools es jenseits von Facebook und Twitter gibt, um lokal die Vernetzung unter Bürgern zu fördern und die Organisation des Bürgerengagements in Netzwerken, Initiativen und Vereinen zu erleichtern, das zeigte <a href="http://www.kunzelnick.de/">Martin Kunzelnick</a>  bei der <a href="http://socialbar.de/wiki/2015_06_16_Stuttgart">Socialbar Stuttgart</a> im Juni, die sich mit dem Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221; befasste.  Sein <a href="http://www.bitspirits.de/download/socialbar.pdf">Vortrag</a> präsentiert eine Menge Tools, die allesamt in der Freiwilligenarbeit und in Vereinen schon erfolgreich angewandt wurden. Viele eignen sich auch gut für Einsteiger ins Netz.</p>
<p>Immer noch gibt es eine erheblich Anzahl von Bürgern, aber auch von Vereinen und sozialen Diensten im Stadtteil, die das Internet noch zu wenig nutzen, um sich die Arbeit zu erleichtern und sich untereinander zu vernetzen. Dies wurde hier im Blog schon oft beschrieben und bedauert,  z.B. in <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/im-blickpunkt-die-internet-praesenz-lokaler-nonprofits/">diesem Artikel</a>. Andererseits sind alle digitalen Tools mit Bedacht auszuwählen, weil die meisten von kommerzieller Seite angeboten werden und mit dem Datensammeln und -verkaufen Geschäfte machen, andererseits aber keine Mitbestimmung oder Kontrolle von Bürgern zulassen.</p>
<p>Was wir brauchen sind alternative digitale Instrumente, die Bürgerrechte respektieren. Die Entwicklung solcher Tools auf lokaler Ebene sollte viel stärker in den Fokus rücken. Digitale Bürgerschaftlichkeit drückt sich nicht darin aus, dass man auf Facebook ist. Digitale Bürgerschaftlichkeit bedeutet, dass Bürger eine große Bandbreite digitaler Instrumente beherrschen und auch digitale Tools für sich und ihre (lokale) Community entwickeln können, die passgenau die vorhandenen Bedarfe abdecken.</p>
<p>Initiativen wie die <a href="http://detroitdjc.org/">Detroit Digital Justice Coalition</a> bräuchte es auch hierzulande auf örtlicher Ebene. Diese Initiative fördert einerseits die digitale Inklusion der Bürgerschaft, speziell von Menschen, die bisher am Rand stehen, u.a. durch Veranstaltungen wie &#8220;<a href="http://detroitdjc.org/?page_id=23">Discotechs</a>&#8221; (Discovering Technology). Und andererseits soll die Kompetenz der Bürger gefördert werden, die neuen Internet-Angebote nicht nur zu nutzen, sondern auch selbst welche zu entwickeln. Die Initiative tritt ein für digitale Gerechtigkeit, dazu gehören die <a href="http://detroitdjc.org/?page_id=9">Prinzipien </a> Zugang, Partizipation und gemeinsame Eigentümerschaft im Hinblick auf digitale Angebote.</p>
<p>&#8220;Community Informatics&#8221;, d.h. die Informatiken, die auf die Bildung von Smart Communities zielen, sollten lokal gestärkt werden. Auch die Stadtplanung sollte die Rolle von Community Informatics im Blick haben, wenn es darum geht,  in Städten die soziale Quartiersentwicklung zu stärken.  Wer sich für dieses Thema interessiert, findet im <a href="http://ci-journal.net/index.php/ciej/issue/archive">Journal of Community Informatics </a>viele interessante Aufsätze zum Weiterlesen.</p>
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		<title>Im Blickpunkt: die Internet-Präsenz lokaler Nonprofits</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2015 10:35:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[Dachorganisationen von Wohlfahrtsverbänden und gemeinnützige Institutionen mit großem geographischen Radius sind in der Regel schon seit längerem im Internet aktiv und mit mehreren Profilen in den sozialen Medien vertreten. Auf Pluragraph.de kann man sich einen kleinen Überblick über die Präsenz von Nonprofits auf Facebook, Twitter und Co verschaffen. Wie steht es jedoch um die Internet-Aktivitäten von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dachorganisationen von Wohlfahrtsverbänden und gemeinnützige Institutionen mit großem geographischen Radius sind in der Regel schon seit längerem im Internet aktiv und mit mehreren Profilen in den sozialen Medien vertreten. Auf <a href="https://pluragraph.de/categories/organisationen">Pluragraph.de</a> kann man sich einen kleinen Überblick über die Präsenz von Nonprofits auf Facebook, Twitter und Co verschaffen.</p>
<p>Wie steht es jedoch um die Internet-Aktivitäten von <em>lokalen</em> Nonprofits? Sind diese schon durchweg im Netz präsent und nutzen soziale Medien oder sind sie eher nicht vertreten im digitalen Raum? Und warum ist diese Frage überhaupt von Bedeutung?</p>
<p>Weil der Nonprofit-Sektor dominiert wird von lokalen Organisationen. Es gibt über 600.000 Nonprofits in Deutschland, davon sind 95% als Verein organisiert. Von diesen Nonprofits haben 84% einen ausschließlich lokalen und regionalen Schwerpunkt (<a href="http://www.ziviz.info/pressemitteilung/">Krimmer/Priemer 2013, S. 16 und 28</a>). Wenn wir über &#8220;den&#8221; Nonprofit-Sektor oder Dritten Sektor in Deutschland sprechen,  dann sprechen wir also primär nicht über Bundesverbände oder Organisationen auf nationaler Ebene, sondern über lokale Nonprofits in Städten, Dörfern und Regionen. Wenn wir wissen möchten, ob &#8220;der&#8221; Nonprofit-Sektor digital inkludiert ist und soziale Medien nutzt, dann müssen wir uns mit lokalen Nonprofits befassen.</p>
<p>Wie sieht deren typisches Profil aus? Sie sind überwiegend mittelgroß (51-500 Mitglieder) und haben ein Budget bis 100.000 Euro (<a href="http://www.wzb.eu/sites/default/files/u163/dso_gesamt_finale_23-05-2013_online.pdf">Priller u.a. 2012, S. 15</a>). 60% der Vereine haben keine oder nur unterdurchschnittlich Mitglieder zwischen 14 und 30 Jahren (ebd., S. 25).</p>
<p>Wie nutzen lokale Nonprofits das Internet bzw. nutzen sie es überhaupt? Hier greife ich auf eine Studie aus Norwegen zurück, die die Internetaktivitäten von 2.500 freiwilligen Organisationen aller Sparten auf lokaler Ebene untersuchte und zwar 1998 und 2009 (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/early/2013/05/22/0899764013487996">Ivar S. Eimhjellen 2014, in: Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly 43 (5)</a>).  Eine vergleichbare Studie kenne ich in Deutschland nicht. Dieser Untersuchung zufolge sind 79% der lokalen Nonprofits in Norwegen online &#8211; in Deutschland dürfte diese Zahl niedriger liegen, da Norwegen zur Weltspitze gehört, wenn es um die digitale Einbindung der Bevölkerung geht: 97% der Bürger sind online verglichen mit 79% in Deutschland.</p>
<p>89% der kommunalen Nonprofits in Norwegen, die online sind,  haben eine eigene Webseite, 25% sind auf Facebook, 5% haben ein eigenes Blog (Eimhjellen 2014, 898). Mit der Internetpräsenz verfolgen sie hauptsächlich die folgenden Ziele: informieren und den Kontakt mit der Zentrale auf nationaler Ebene pflegen. Interaktion und Interessenvertretung sind weniger wichtige Ziele: &#8220;satisfaction with the Internet seems to be more contingent upon Web 1.0 technology than Web 2.0 technology&#8221; (Eimhjellen 2014, 901).</p>
<p>Wie sieht das Profil der lokalen Organisationen aus, die in Norwegen das Netz nutzen? Es sind Organisationen, die eher groß, städtisch, formal strukturiert, jüngere Gründungen und solche mit jüngeren Mitgliedern sind (ebd., S. 901). Umgekehrt bedeutet dies, dass kleine, ländliche, informelle, alte Gründungen und solche mit älteren Mitgliedern eher nicht online sind.</p>
<p>Eine Erkenntnis der norwegischen Studie ist, dass das Internet die Organisationszentralen stärkt und nicht die lokalen Mitglieder: &#8220;Being online is also related to the centralization of decisive power in organizations (&#8230;) This finding challenges the ideal of a participatory democracy and the local members&#8217; influence within voluntary organizations&#8217; central administration&#8221; (Eimhjellen 2014, 904).</p>
<p>Dieser Machtzuwachs für die Zentralen ist meines Erachtens auch in Deutschland auf lokaler Ebene ganz deutlich im Wohlfahrtsbereich an dem Verhältnis zwischen gesamtstädtischem Träger  und dessen Stadtteileinrichtungen und -gruppen zu beobachten: letztere haben vielerorts zumeist keinen eigenen Handlungsspielraum, wenn es um das Internet geht, sondern sind als statische Unterseite eingebunden in einen Webauftritt, der von der (städtischen) Zentrale verwaltet und kontrolliert wird. Online-Netzwerke mit den Bürgern im Quartier können so nicht aufgebaut werden.</p>
<p>Mein Fazit aus den hier präsentierten Forschungsergebnissen und eigenen lokalen Erfahrungen ist:</p>
<p>1. Die digitale Inklusion des Dritten Sektors ist lokal immer noch ein äußerst wichtiges Thema: mindestens ein Drittel der lokalen Nonprofits in Deutschland dürfte nicht im Web sein, vor allem solche mit älteren Mitgliedern. Dieses Fehlen wichtiger Teile der Zivilgesellschaft im Netz schwächt diese als Ganzes. Staat und Wirtschaft haben den Dritten Sektor im digitalen Raum überholt und schaffen Strukturen, die den Handlungsspielraum von Bürgern einengen. Nur eine Zivilgesellschaft, die mit dem digitalen Raum umgehen kann, wird hierzu Gegenstrategien entwerfen können.</p>
<p>Trotz der unzureichenden Präsenz lokaler Nonprofits im Internet ist deren digitale Inklusion politisch im allgemeinen kein Thema. Und wenn doch, dann keines, das strategisch angegangen wird, &#8211; weder von der Politik, noch von den großen Wohlfahrtsverbänden selbst. Viele der großen Verbände haben bis jetzt noch keine Offensive gestartet, um ihre <em>Stadtteil</em>einrichtungen besser ins Mitmach-Internet einzubinden. Mit einzelnen Fortbildungsangeboten kommt man hier nicht weiter. Dazu muss man auf lokaler Ebene die entsprechenden Strukturen schaffen und peer-to-peer-learning-Gruppen oder Mentoren-Systeme etablieren, &#8211; und zwar bundesweit.  Denn nicht zuletzt sind die Nonprofits im Quartier  wichtige Multiplikatoren, wenn es um die digitale Inklusion von Bürgern geht und hier speziell von den Menschen, die alt, arm oder krank sind. Und sie sind die entscheidenden Akteure, wenn es darum geht, lokale Netzwerke und Nachbarschaften im Quartier aufzubauen, &#8211; nicht die Bundesverbände.</p>
<p>2. Vernetzung und Partizipation &#8211; offline und online &#8211; sind nach wie vor riesige Baustellen für den Nonprofit-Bereich, gerade auch auf lokaler Ebene. Es schwächt sich der Dritte Sektor selbst, wenn Ressourcen nicht gepoolt und Potenziale aus der Bevölkerung nicht abgerufen werden. Es geht darum, Modelle zu entwickeln, wie im Alltag partizipativ gearbeitet werden kann. Überlegungen zum Thema &#8220;Partizipation in Sozialeinrichtungen&#8221; habe ich hier im Blog schon präsentiert, siehe <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-formen-und-strukturen-teil-1/">Teil 1</a>, <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-teil-2-partizipationsrechte-entwickeln/">Teil 2</a> und <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/partizipation-sozialeinrichtungen-teil-3-buergerengagement-und-beteiligung/">Teil 3</a> der gleichnamigen Serie auf dieser Webseite.</p>
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		<title>Netzwerke im demografischen Wandel &#8211; Auswertung der 27. NPO-Blogparade</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2014 12:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren openTransfer und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit Stefan Zollondz. &#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt Uwe Amrhein von der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Brigitte Reiser) Der folgende Beitrag gibt einen inhaltlichen Überblick über die Artikel, die von Bloggerinnen und Blogger für die 27. NPO-Blogparade geschrieben wurden. Das Thema lautete &#8220;Netzwerke im demografischen Wandel aufbauen &#8211; Chancen und Hindernisse?&#8221;. Hostblogs waren <a href="http://www.opentransfer.de/4594/npo-blogparade-netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen/">openTransfer</a> und Nonprofits-vernetzt, in Kooperation mit <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/">Stefan Zollondz</a>.</em></p>
<p>&#8220;Wir werden lebenslang arbeiten&#8221; &#8211; schreibt <a href="http://www.opentransfer.de/4637/npo-blogparade-die-rolle-des-engagements-im-demografischen-wandel/">Uwe Amrhein von der Stiftung Bürgermut</a>. Er lenkt in seinem Beitrag den Blick auf die finanziellen und sozialpolitischen Auswirkungen des demografischen Wandels. Diesen werden wir mit einer Verschiebung des Rentenalters &#8220;zwei Jahre nach oben oder nach unten&#8221; nicht bewältigen können. Was wir ihm zufolge brauchen, ist eine &#8220;neue Vision einer solidarischen und gerechten Gesellschaft&#8221; und einen neuen Begriff von &#8216;Arbeit&#8217;, der nicht nur auf &#8216;Erwerbsarbeit&#8217; fokussiert, sondern die Freiwilligenarbeit und Familienarbeit mit einschließt. Bürgerschaftliches Engagement wird uns bis ins hohe Alter begleiten, &#8211; nicht als Zwang, sondern als Chance für den einzelnen, weil Mitmachen mehr Spaß macht als einsam in der Laube zu sitzen. Sind Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf die Herausforderung, Alte und Hochbetagte als Freiwillige flexibel einzubinden, vorbereitet? Nein, das sind sie nicht, schreibt Amrhein. Zu wenig ausdifferenziert sind die Engagement-Angebote gemeinnütziger Organisationen, zu wenig geschätzt werden auch die Potentiale der Hochbetagten. Starre Altersgrenzen im Ehrenamt diskriminieren laut Amrhein jene, die teilhaben wollen.  Sein Fazit: &#8220;Vereine, Verbände und Initiativen, die sich nicht altersgerecht organisieren, werden untergehen. Sie werden umkippen wie Tümpel ohne Sauerstoffzufuhr.&#8221;</p>
<p>Netzwerke spielen im demografischen Wandel eine große Rolle, weil sie &#8211; als formale oder informelle Netzwerke &#8211; die Struktur bieten für viele gemeinschaftsbezogene Initiativen wie Nachbarschaftshilfen, Tauschringe im Quartier usw.  Ein Beispiel dafür, wie städtische Anonymität aufgebrochen werden kann und neue Nachbarschaften entstehen, zeigt <a href="http://www.opentransfer.de/4632/npo-blogparade-neue-nachbarschaften-braucht-das-land/">Henrik Flor von openTransfer </a>am Beispiel der Fischerinsel in Berlin-Mitte, wo der SeniorenComputerClub Berlin-Mitte mit seinen selbstorganisierten IT-Schulungen die Nachbarschaft vernetzt. Ältere machen hier den Schritt in den digitalen Raum und lernen sich gleichzeitig besser kennen, &#8211; ein Beispiel , das laut Flor Schule machen sollte. &#8220;Man wünscht sich noch viel mehr solcher Clubs in Deutschland&#8221;.</p>
<p>Auf die Potentiale digitaler Netzwerke im demografischen Wandel weist <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/blog/mehr-lebensqualitat-im-alter">Angela Ullrich vom betterplace lab</a> hin. Sie bezieht sich auf das britische Online-Netzwerk <a href="http://www.circlecentral.com/">&#8220;The Circle&#8221;</a> , das  älteren Menschen Hilfen vermittelt, die von Freiwilligen geleistet werden oder von bezahlten Nachbarschaftshelfern. Wer Hilfe leistet, verdient sich einen Gutschein, mit dem er im Netzwerk wieder andere Angebote abrufen kann. In vielen Londoner Bezirken und diversen Kommunen haben sich eigenständige &#8220;Circles&#8221; gebildet, die als Sozialunternehmen geführt werden.  Deren Finanzierung ist aber so prekär, dass vor kurzem der Londoner Circle schließen musste, was Ullrich bedauert:&#8221;Wenn es aber stimmt, dass dieses Netzwerkmodell den Gemeinden am Ende viel Geld einspart, sollte sich doch ein privater Investor finden, der zwischenfinanziert.&#8221; Anzumerken ist noch, dass der erste &#8220;Circle&#8221; im Rahmen eines <a href="http://wearethecityheroes2013.wordpress.com/2013/12/22/article-1-the-southwark-circle/">Co-Design-Prozesses </a>entstand, an dem über 250 alte Menschen mitwirkten.</p>
<p>Wer nach guten Praxisbeispielen zu Netzwerken im demografischen Wandel sucht, wird auf <a href="http://www.demographiekonkret.de/Demographie_konkret.96.0.html">demographiekonkret.de</a> der Bertelsmann-Stiftung fündig. <a href="https://twitter.com/nowanda1">Anke Knopp </a> von der Stiftung schreibt in ihrem (noch unveröffentlichten) Beitrag, dass hier schon 197 Projekte eingestellt wurden, nach denen man thematisch oder landes- bzw. gemeindebezogen suchen kann. Die Stiftung will das Portal noch ausbauen und lädt Initiativen zum Mitmachen ein. Das Portal diene &#8211; wie das <a href="http://opentransfer-camp.mixxt.de/">openTransfer Camp &#8216;Demografie&#8217;</a> der Stiftung Bürgermut, das am 9. Mai in Köln stattfindet &#8211; dem Wissenstransfer. Knopp weist auf eine weitere Ressource der Bertelsmann-Stiftung hin: auf den <a href="http://www.wegweiser-kommune.de/">wegweiser-kommune.de</a>, &#8220;eine Online-Plattform, die für alle Kommunen Deutschlands mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten, Bevölkerungsprognosen und konkrete Handlungskonzepte für die kommunale Praxis beinhaltet (&#8230;) Das Ganze gibt es auch noch visualisiert in Grafiken und Karten&#8221;.</p>
<p>Wie man Netzwerke unter Bürgern und unter Organisationen aufbauen kann, zeige ich in meinen beiden Beiträgen für die NPO-Blogparade. Um <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-1-burgernetzwerke/">Bürgernetzwerke zu fördern</a>, braucht man Netzwerk-Knüpfer und &#8220;Macher&#8221;, die entsprechend unterstützt werden sollten. Darüber hinaus müssen lokal Räume vorhanden sein, in denen sich Initiativen treffen können. Und professionelle Unterstützung sollte geleistet werden, wo sie gebraucht wird. Die Mitarbeiter des Dritten Sektors sind noch zu wenig auf diese Mentoren-Rolle vorbereitet bzw. darauf, lokale Selbstorganisations- und Vernetzungsprozesse zu unterstützen.  Auch <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/netzwerke-im-demografischen-wandel-aufbauen-teil-2-organisationsnetzwerke/">Organisationsnetzwerke, </a>die in vielen Kommunen in altersrelevanten Feldern entstehen, brauchen einen Netzwerk-Knüpfer. Durch Interaktion im Alltag wird das Vertrauen zwischen den Akteuren vertieft, die gerade im Sozialsektor sehr stark durch Konkurrenzdenken geprägt sind. &#8220;Das Ziel sollte ein Netzwerk sein mit gleichmäßig dichten Verbindungen bis in die Peripherie&#8221;.  Die Netzwerksteuerung kostet Zeit und Geld. Öffentliche Kostenträger sollten meines Erachtens diesen Aufwand in Leistungsverträgen und Förderprogrammen stärker berücksichtigen.</p>
<p>Einen wichtigen Aspekt bringt der <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/konflikte-im-generationendialog-durch-gemeinsame-werte-loesen/">Artikel von Stefan Zollondz</a> in die Diskussion ein. Viele der Netzwerk-Initiativen im demografischen Wandel sind generationenübergreifend angelegt. Dadurch kommen die Potenziale von Älteren und Jüngeren zusammen und werden die klassischen Grenzen der Jugend- und Altenarbeit aufgebrochen. &#8220;Gleichzeitig bergen generationenübergreifende Projekte aber auch ein permanentes  Konfliktpotential, wenn sich die unterschiedlichen Generationen falsch verstanden fühlen&#8221;. Durch die Kommunikation kommt es zu Missverständnissen. Wertschätzung, durchlässige vertikale Kommunikationsstrukturen und ein Transparentmachen der persönlichen Werte der Beteiligten können Konflikte vermeiden: &#8220;Eine tragfähige Basis entsteht, wenn sich alle am Projekt Beteiligten über ihre gemeinsamen Werte im Hinblick auf die Projektziele bewusst sind und diese unterstützen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Julia Russau </a>thematisiert am Beispiel der Berliner Kiezkassen benachteiligte Netzwerke. Sie zeigt auf, dass Netzwerke unterschiedlich ressourcenstark und durchsetzungsfähig sind. Benachteiligte Gruppen unterliegen meist im öffentlichen Wettbewerb um Fördermittel den durchsetzungsstarken Netzwerken, die so noch zusätzliche Ressourcen hinzugewinnen (&#8220;wer hat, dem wird gegeben&#8221;).  Sie schlägt u.a. vor, benachteiligten Bewohnern bei der Netzwerkbildung zu helfen und die Netzwerke in der Defensive mit Unterstützern zu stärken, die über &#8220;Erfolgs&#8221;Ressourcen verfügen wie Bildung, Geld, Sozialkontakte, Charisma usw. Für den Vergabeprozess der Berliner Kiezkassen liefert sie wertvolle Anregungen, die strukturelle Benachteiligungen reduzieren könnten.</p>
<p><a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2014/04/24/gutes-leben-im-demographischen-wandel/">Hannes Jähnert</a> lenkt den Blick auf ganz Grundsätzliches: bei ihm geht es bei der Gestaltung des demografischen Wandels um die Gestaltung des &#8220;guten Lebens&#8221; (H. Rosa). Letzteres streben wir an, können es aber nicht erreichen aufgrund der maßlosen Beschleunigung unseres Alltags. Gerade  &#8220;unsere heiß geliebten technischen Errungenschaften (bescheren uns) — sozusagen als Nebenwirkung — eine soziale Beschleunigung&#8221;, so dass wir das, was wir wirklich wollen (&#8220;vielleicht Zeit mit den Lieben verbringen oder bloggend über die Welt nachdenken&#8221;), auf eine unbestimmte Zeit verschieben. Für all diejenigen, die viel Zeit brauchen, nämlich Kinder, Alte und Kranke, bleibt laut Jähnert nur noch eine &#8220;liebevolle Verwaltung&#8221; übrig. Mehr ist nicht drin, wo selbst das freiwillige Engagement nach immer mehr Effizienz strebt. Hannes plädiert dafür, den demografischen Wandel zum Anlaß für Entschleunigung zu nehmen, sich dafür auch politisch stark zu machen und entsprechende Netzwerke zu bilden.</p>
<p>Netzwerke sind im Kommen und sie sind notwendig, könnte man als Fazit aus den Beiträgen zur NPO-Blogparade über den demografischen Wandel ziehen. Der Wissenstransfer über gute Projekte, wie sie lokal aufgebaut und umgesetzt wurden, muss weiter gefördert werden. In jeder Gemeinde und über Gemeindegrenzen hinweg sollten die Aktiven sich untereinander austauschen und voneinander lernen. Die wichtigste Frage der kommenden Jahrzehnte wird Jutta Bott zufolge die sein, ob sich ausreichend &#8220;freiwillige Verantwortungsgemeinschaften&#8221; bilden und ob sie gerade dort entstehen, wo lokal der Bedarf am größten ist (<a href="http://verlag.deutscher-verein.de/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=237">Bott 2014, 12</a>). Mit Blick auf Russaus <a href="http://www.anerkennung-sozial.de/2014/05/wer-hat-dem-wird-gegeben-netzwerke-am-beispiel-kiezkasse-npoblogparade/">Beitrag über die Ungleichheit von Netzwerken</a> muss man damit rechnen, dass in benachteiligten Regionen auch nur schwache Hilfs-Netzwerke &#8211; oder gar keine &#8211; entstehen. Um dies zu verhindern, müssten lokale Verantwortungsgemeinschaften in strukturschwachen Regionen besonders gefördert und unterstützt werden.</p>
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		<title>Für eine Sozialarbeit mit bürgerschaftlichem Profil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 15:09:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe Koproduktion und Co-Design), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann. Harington und Beddoe [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fur-eine-kultur-der-mitgestaltung-co-design-in-nonprofits/">Koproduktion und Co-Design</a>), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann.</p>
<p>Harington und Beddoe arbeiten in einem aktuellen Aufsatz (&#8220;<a href="http://jsw.sagepub.com/content/early/2013/03/01/1468017313477316.abstract">Civic practice: a new professional paradigm for social work</a>&#8221; , Journal of Social Work 2013) die grundlegenden Eigenschaften eines neuen Berufs-Profils heraus, das sie das &#8220;bürgerschafliche&#8221; nennen:</p>
<p>Die bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeit integriert Partizipation in ihren Alltag. Sie zielt nicht nur auf das Betreuen, Helfen und Unterstützen, sondern auch auf den &#8220;civic outcome&#8221; ihrer Arbeit, d.h. auf die Folgen, die soziale Dienste für den bürgerschaftlichen Status der einzelnen Nutzer als auch für die Zivilgesellschaft als Ganzes haben.</p>
<p>Das Territorium des &#8220;civic practioners&#8221; sind nicht &#8211; wie bisher &#8211; die öffentlichen oder wohlfahrtsverbandlichen Institutionen. Sein Territorium ist das Gemeinwesen, er orientiert sich an den Bedürfnissen und Bestrebungen der Communities, die hier angesiedelt sind. Während in sozialen Diensten traditionell der Fallbezug vorherrscht, verfolgt der bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeiter gemeinwesenbezogene Ziele: er will die Kompetenzen in der Zivilgesellschaft fördern, Barrieren abbauen, und das Selbstbewußtsein von Bürgern bzw. Identitäten stärken (Harington/Beddoe 2013).</p>
<p>Entscheidungen werden kollaborativ mit den betroffenen Stakeholdern gefällt. Die soziale Arbeit nimmt nicht die Rolle des neutralen Experten ein, der über den Dingen steht . Vielmehr spielt die persönliche Ausrichtung des Sozialarbeiters an sozialem Wandel und an Gerechtigkeit eine wichtige Rolle in dem Modell einer bürgerschaftlich orientierten Profession: &#8220;Practice ethos based on explicit statement of values and personal commitment to social change and justice&#8221; (Harington/Beddoe 2013, 11).</p>
<p>Die soziale Profession arbeitet aktiv als Interessenvertretung an einem solchen sozialen Wandel mit, indem sie die Informationen über soziale Exklusion und darüber, was im Rahmen öffentlicher Sozialprogramme funktioniert und nicht funktioniert, sammelt, analysiert und mit anderen teilt. Speziell die Evaluation von Programmen sollte nicht Externen überlassen bleiben. Die Autoren rufen die soziale Profession dazu auf, sich stärker um Zahlen (the &#8220;numbers game&#8221;) zu kümmern. Wenn dies die Sozialarbeit nicht selbst macht, dann machen es andere, &#8211; mit dem Ergebnis, dass das Wissen der Praktiker vor Ort und betroffener Bürger selbst in Evaluations- und Impact-Studien zu wenig einfließt: &#8220;so-called independent research effectively silences both users&#8217; and practitioners&#8217; experience of the world&#8221; (Scheyett, zit. nach Harington/Beddoe 2013, 14).</p>
<p>Das Wissen um soziale Probleme und um die Wirkung sozialstaatlicher Programme im Alltag vergrößert seinen Wert, wenn es mit anderen geteilt wird und wenn andere ihren Beitrag dazu leisten können . Harington/Beddoe rufen die soziale Arbeit deshalb dazu auf, Wissensbestände gemeinsam mit Bürgern, Communities und Kolleg/innen aufzubauen. Wer bisher noch eine Begründung für die Relevanz von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/transparenz-im-gemeinnutzigen-bereich-oder-wann-kommt-der-open-third-sector/">open data für Nonprofits</a> gesucht hat, findet sie in dem Modell der &#8220;bürgerschaftlich augerichteten Sozialarbeit&#8221;, das die beiden Autoren entwerfen.</p>
<p>Die soziale Profession sollte sich überlegen, wie sie soziale Medien nutzen kann, um ihr Wissen mit anderen zu teilen und Wissenssammlungen im Netz aufzubauen. Speziell der Online-Kartierung sollte eine größere Bedeutung beigemessen werden. Es ist schade, dass so viele (kleine) soziale Organisationen nicht wissen, wie gut man Web-Karten nutzen kann, um Bedarfe und Ressourcen zu kartieren. Aber auch Wikis oder Blogs können eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, kollaborativ Wissen darüber zu sammeln, welche Prozesse und Programme auf örtliche Ebene funktionieren und welche nicht (vgl. das <a href="http://www.grassrootswiki.org/index.php/Main_Page">GrassrootsWiki</a> oder <a href="http://www.admittingfailure.com/">AdmittingFailure</a>).</p>
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		<title>Koproduktion stärken &#8211; Reformvorschläge freier Träger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Feb 2013 16:59:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Konzept der Koproduktion rückt auch in Deutschland langsam in den Fokus sozialer Organisationen. So organisierte erst kürzlich die Schader-Stiftung eine Tagung zum Thema unter Beteiligung von freier Wohlfahrtspflege, Kommunen und der Wissenschaft. Die auf der Tagung entwickelten Leitthesen appellieren an alle gesellschaftlichen Sektoren, &#8220;gemeinsam Verantwortung zu übernehmen&#8221;. Dass mehr Verantwortung auf Bürgerseite auch mehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Konzept der Koproduktion rückt auch in Deutschland langsam in den Fokus sozialer Organisationen. So organisierte erst kürzlich die Schader-Stiftung eine <a href="http://www.schader-stiftung.de/docs/tagung_neue_verantwortung_programm.pdf">Tagung</a> zum Thema unter Beteiligung von freier Wohlfahrtspflege, Kommunen und der Wissenschaft. Die auf der Tagung entwickelten <a href="http://www.schader-stiftung.de/docs/entwickelte_leitthesen_230113.pdf">Leitthesen </a>appellieren an alle gesellschaftlichen Sektoren, &#8220;gemeinsam Verantwortung zu übernehmen&#8221;. Dass mehr Verantwortung auf Bürgerseite auch mehr Beteiligung implizieren muss, ist in den Thesen kein prominentes Thema. Gesucht wird primär nach &#8220;Strukturen neuer Verantwortungen&#8221; (S. 2), &#8211; und nicht nach Strukturen neuer Beteiligungsmöglichkeiten.</p>
<p>Auch aus den Wohlfahrtsverbänden kommen Reformvorschläge, die auf Koproduktion zielen und damit auf die Einbindung von Bürgern in die Erbringung sozialer Dienstleistungen. Eine handvoll großer stationärer Träger aus dem Altenhilfe- und Behindertenbereich haben sich unter dem Namen &#8220;SONG&#8221; (&#8220;Soziales neu gestalten&#8221;) zu einem <a href="http://www.netzwerk-song.de/index.php?id=13">Netzwerk </a>zusammengeschlossen &#8211; unterstützt von der Stiftung Bürgermut. Das Netzwerk will neue quartiersbezogene Wohn- und Assistenzkonzepte als ergänzende Angebote zur stationären Versorgung entwickeln, sicher auch vor dem Hintergrund, dass sich gerade stationäre Versorger nach neuen Märkten umsehen müssen. Angestrebt wird ein &#8220;lokal-kooperatives Sozialmodell&#8221;, das auf den Prinzipien &#8220;Personalität, Solidarität, Subsidiarität sowie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit&#8221; basiert.</p>
<p>Bürger sind Teil der SONG-Konzepte, weil in der &#8220;bürgerschaftlichen Eigenverantwortung&#8221; bzw. der Koproduktion sozialer Dienstleistungen die Zukunft gesehen wird (s. <a href="http://www.netzwerk-song.de/index.php?id=92">hier</a>). Einen Überblick über die Projekte des Netzwerks und anderer quartiersnaher Altenhilfelösungen sammelt eine <a href="http://www.netzwerk-song.de/fileadmin/user_upload/DStGB-SONG-Doku_Lebensraeume_zum_AElterwerden.pdf">Dokumentation des Deutschen Städte-und Gemeindebundes</a>, die im Dezember 2012 erschien.</p>
<p>In dieser Dokumentation werden von kommunaler Seite und von SONG, also aus dem Wohlfahrtsbereich heraus, Forderungen an die freie Wohlfahrtspflege formuliert:</p>
<ul>
<li>Wohlfahrtsträger müssten sich neu orientieren, &#8220;weg von einer bloßen Investoren- und Dienstleisterrolle, hin zu gemeinwesenorientierten Akteuren&#8221; (S. 28)</li>
<li>Lokale Netzwerke und Kooperationen sollten gestärkt werden: &#8220;Die Akteure müssen lernen, nicht gegeneinander, sondern mehr miteinander in Netzwerken zu arbeiten und Berührungsängste zu überwinden&#8221;(S. 28)</li>
<li>Betroffene sollten zu Beteiligten werden: Aktivitäten der Quartiersbewohner sollten durch die Wohlfahrtsträger gefördert und Mitwirkungsmöglichkeiten aufgezeigt werden: &#8221; Auch bei der Planung und Gestaltung der Dienstleistungen sind die Nutzer durch geeignete Partizipationsverfahren einzubeziehen&#8221; (S. 29)</li>
<li>Die Rolle der Mitarbeiter müsse sich verändern. Über die qualifizierte Pflege und Betreuung hinaus sollten sie &#8220;mehr und mehr zum Moderator und Manager des Systems werden. Dabei kooperieren sie mit unterschiedlichen lokalen Akteuren&#8221; (S. 28).</li>
</ul>
<p>Um die Mitarbeiter entsprechend weiterzubilden hat das SONG-Netzwerk das <a href="http://www.netzwerk-song.de/index.php?id=105">Qualifizierungsprojekt &#8220;LoVe&#8221;</a> initiiert, bei dem Fach- und Führungskräfte der sozialen Arbeit die &#8220;gleichberechtigte Zusammenarbeit mit Pflege- und Assistenzfachkräften sowie mit bürgerschaftlich engagierten Menschen&#8221; lernen (Overkamp 2011, S. 101).</p>
<p>Für das Co-Design von Hilfsangeboten bzw. für die oben angemahnten &#8220;geeigneten Partizipationsverfahren&#8221;, um Bürger in die Planung und Ausgestaltung von Dienstleistungen einzubeziehen, gibt es noch keine detaillierten Konzepte von SONG-Seite. In der <a href="http://www.netzwerk-song.de/fileadmin/user_upload/DStGB-SONG-Doku_Lebensraeume_zum_AElterwerden.pdf">DStGB-Dokumentation</a> werden die Angaben hierzu ganz allgemein gehalten (&#8220;Befragungen, Quartiersbegehungen, Bürgerforen und -werkstätten&#8221;, S. 28) und scheinen nicht über deliberative Verfahren hinauszugehen. Auch bei den vorgestellten Modellprojekten selbst sind viele top-down initiiert und geplant.</p>
<p>Damit die vom Netzwerk angestrebte Beteiligung von Bürgern gelingt, muss sich in der Praxis der Verbände und Kommunen noch vieles verändern. Vor allem müsste die Beteiligung der Bürger an der Planung und dem Design sozialer Dienste deutlicher auf die Agenda gesetzt werden. Die obengenannten SONG-Prinzipien umfassen &#8216;Beteiligung&#8217; nicht. Das SONG-Konzept ist ganz aus der Perspektive von Dienstleistern geschrieben, die versuchen, auf lokaler Ebene den neuen welfare-mix aus gemeinnützigen und öffentlichen Diensten, aus kommerziellen Anbietern und informellen Netzen neu auszutarieren und zu steuern. Würde  man nicht aus dieser Dienstleistungsperspektive heraus denken, sondern aus der Beteiligungsperspektive, dann müsste das Co-Design einen viel höheren Stellenwert erhalten und Quartierskonzepte wären auch unter dem Blickwinkel von <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/02/nl03_gastbeitrag_lederer.pdf.pdf">&#8220;Nachbarschaftsdemokratie&#8221; </a>zu betrachten.</p>
<p>Soziale Medien spielen übrigens keine Rolle in den vorgestellten lokalen Modellprojekten und in den Zielen des SONG-Netzwerks. Es wird nicht versucht, lokale Netzwerke und die wechselseitige Abstimmung der Akteure durch Online-Formate wie Blogs und Communities zu unterstützen und weiterzuentwickeln. Das Denken der freien Wohlfahrtspflege ist im Kern immer noch ganz analog. Dagegen wird im Ausland das Internet zum community-building im Stadtquartier, zur lokalen Kooperation oder zur Koordinierung personenbezogener Hilfsnetzwerke längst eingesetzt. Siehe die folgenden Beispiele: <a href="http://networkedneighbourhoods.com/?page_id=409">Online Neighbourhood Networks Study</a>, <a href="https://crossroadscarecroydon.tyze.com/"> Crossroads Care Croydon Tyze Personal Networks</a>. Immerhin ist das SONG-Netzwerk auf der <a href="http://www.weltbeweger.de/toro/resource/html">Weltbeweger-Plattform</a> präsent, wo es sein Wissen teilen möchte (allerdings nicht mit der ganzen Öffentlichkeit).</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Overkamp, Ulrike (2011): Assistenz statt Hilfe. Das Projekt &#8216;Lokale Verantwortungsgemeinschaften in kleinen Lebenskreisen&#8217;, in: Blätter der Wohlfahrtspflege, Heft 3, S. 101-103.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gemeinnützige Organisationen brauchen Netzwerke &#8211; welche genau?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/gemeinnutzige-organisationen-brauchen-netzwerke-welche-genau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2012 14:27:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Soziale Dienste sind auf den Einzelfall fixiert. &#8220;Trotz Gruppenarbeit, trotz Gemeinwesenarbeit: Der Fallbezug dominierte die Soziale Arbeit und er prägt sie bis heute&#8221; (Hinte 2011, 101). Verantwortlich dafür sind die Leistungsgesetze und die sozialarbeiterische Praxis: beide lösen den einzelnen aus seinen sozialen Zusammenhängen heraus, um seinen Besonderheiten gerecht zu werden, und desintegrieren somit. Durch die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soziale Dienste sind auf den Einzelfall fixiert. &#8220;Trotz Gruppenarbeit, trotz Gemeinwesenarbeit: Der Fallbezug dominierte die Soziale Arbeit und er prägt sie bis heute&#8221; (Hinte 2011, 101). Verantwortlich dafür sind die Leistungsgesetze und die sozialarbeiterische Praxis: beide lösen den einzelnen aus seinen sozialen Zusammenhängen heraus, um seinen Besonderheiten gerecht zu werden, und desintegrieren somit.</p>
<p>Durch die Personalisierung der Hilfen rücken kollektive Ressourcen und Möglichkeiten in den Hintergrund und damit die Chance, kollaborative Systeme sozialer Hilfen zu schaffen.</p>
<p>Der Blick auf den Einzelfall prägt den sozialen Bereich bis ins Innerste. Auch im Freiwilligenmanagement dominieren Kozepte, die das bilaterale Verhältnis zwischen der Einrichtung und dem einzelnen Freiwilligen regeln, statt die Community der Freiwilligen und ihre Netzwerke stärker in den Blick zu nehmen.</p>
<p>Die soziale Arbeit mit ihren verbandlichen Einrichtungen hat sich durch diese individualisierende und desintegrative Praxis selbst zu einem gesonderten System entwickelt, das zu wenig in die Gesellschaft eingebunden ist. Die zentrale Zukunftsstrategie für Nonprofits im Sozialbereich muss deshalb lauten, Netzwerke aufzubauen &#8211; in die Zivilgesellschaft hinein und gemeinsam mit staatlichen Akteuren und Unternehmen. Welche Netzwerke werden notwendig?</p>
<p><strong>Wissens &#8211; und Kommunikationsnetzwerke:</strong> Nonprofits sollten sich auf lokaler Ebene zu Knotenpunkten entwickeln, die das Wissen der Bürger aufgreifen, Diskurse anstossen und der Zivilgesellschaft die Möglichkeit zum wechselseitigen Austausch bieten. Soziale Dienste wären demnach auch &#8220;information-associations&#8221; bzw &#8220;info-sociations&#8221; (<a href="http://ci-journal.net/index.php/ciej/article/view/807">Sadoway 2012</a>), die lokal Wissen bündeln, abbilden und in den politischen Prozeß einspeisen (dazu gehören auch offene Daten). Vom Bürgerwissen profitiert die Qualität der lokalen Infrastruktur. Durch die Vernetzung und den Dialog untereinander werden Gegenöffentlichkeiten geschaffen. Bürger erhalten die Möglichkeit, ihre Perspektive auf das örtliche Gemeinwesen schicht- und generationenübergreifend einzubringen. Das Internet spielt eine wichtige Rolle, um solche Wissens- und Kommunikationsnetzwerke aufzubauen. Tools wie Wikis, Webkarten oder Online-Communities können dafür sehr gut genutzt werden.</p>
<p><strong>Partizipationsnetzwerke:</strong> Nonprofits sollten sich zu Knotenpunkten der Beteiligung entwickeln. In den Einrichtungen und durch sie muss Teilhabe gefördert werden. Nicht nur Bürger profitieren von einer partizipativen Praxis in Nonprofits, &#8211; auch die Dienste selbst können sich vor Ort als zivilgesellschaftlich eingebundene Akteure im politischen Prozeß profilieren. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, um Bürger auch digital zu beteiligen und ihnen Gestaltungs- und Mitmach-Chancen anzubieten (vgl. meinen letzten <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/burgerschaftliches-engagement-als-burgerbeteiligung-welche-moglichkeiten-bietet-das-internet/">Blogbeitrag</a>).</p>
<p><strong>Koproduktionsnetzwerke:</strong> Koproduktion weist über das bilaterale Verhältnis zwischen Dienst und Nutzer hinaus: &#8220;co-production opens up the arena to other actors who could possbly play a role in the provision of public services&#8221; (<a href="http://www.springerlink.com/content/6588064g12242337/">Meijer 2012,s.p.</a>). Soziale Dienste sollten Koproduktionsnetzwerke gemeinsam mit Bürgern und anderen Einrichtungen aufbauen, um soziale Dienstleistungen kollaborativ zu erstellen. Dafür kann auch das Internet genutzt werden. Koproduktion über das Internet findet derzeit im Sozialbereich hautsächlich in der Beratung statt: Bürger steuern in Foren ihr Wissen bei und koproduzieren so Beratungsleistungen gemeinsam mit Fachkräften, die sich bei Bedarf einschalten (siehe z.B. &#8211; in Ansätzen &#8211; den <a href="http://www.familienratgeber.de/dialog/familienratgeber.php">Familienratgeber</a> der Aktion Mensch). Diese kollektive Form der Koproduktion hat einen besonderen Mehrwert: sie schafft zusätzlich noch &#8216;communities of interests&#8217; &#8211; d.h. den teilnehmenden Bürger/inenn wird bewusst, dass sie mit ihrer Anfrage und ihrem Problem nicht alleine sind (<a href="http://www.springerlink.com/content/6588064g12242337/">Meijer 2012</a>).<br />
Wo geht die Koproduktion über den Beratungsbereich hinaus und bezieht das Service-Design oder die Implementation von Dienstleistungen mit ein? Auf Anhieb fällt mir keine hiesige (kollektiv ausgerichtete) Koproduktions-Plattform im Sozialbereich ein, die schon diese beiden Bereiche mit einschliessen würde.</p>
<p><strong>Ressourcennetzwerke:</strong> Nonprofits sollten untereinander und über Fachgrenzen hinweg Netzwerke aufbauen, um (zusätzlich zum Fundraising) vorhandene Ressourcen zu teilen, zu tauschen und sich wechselseitig auszuleihen. Was auf Bürgerseite immer mehr Unterstützer findet &#8211; das Teilen von <a href="http://www.autonetzer.de/">Autos</a>, <a href="http://www.couchsurfing.org/">Wohnräumen</a>, <a href="http://www.lamachineduvoisin.fr/">Waschmaschinen </a>und das wechselseitige <a href="http://www.leihdirwas.de/">Ausleihen </a>von Gegenständen sowie das <a href="http://www.tauschforum-stuttgart.de/">Tauschen </a>von Dienstleistungen und Dingen &#8211; sollte auch im Nonprofit-Sektor zur Normalität werden, um dem chronischen Ressourcenmangel abzuhelfen. Dieser Ressourcenmangel existiert nur auf den ersten Blick, &#8211; auf den zweiten sieht man, wie viel Wissen, Fertigkeiten, Räume, technische Geräte, Autos usw. in gemeinnützigen Organisationen nur unzureichend genutzt werden. Solche Aktivposten sollten stärker in gemeinsame Ressourcennetzwerke eingebracht werden. Wo über eine Zeitbank oder einen Tauschring Schnittstellen hin zum Gemeinwesen existieren, können auch Bürger und die lokale Wirtschaft in das Ressourcennetzwerk einbezogen werden (vgl. <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/networking-discussions/blogs/18683/12/02/03/timebanking-across-organisations-how-create-economy-abun">Camden Shares</a>). So können Nonprofits auch ihre Verbindungen zur Gesellschaft stärken und mit begrenzten Budgets den maximalen impact erzielen.</p>
<p><strong>Räumliche Netzwerke über verschiedene Ebenen:</strong> Nonprofits müssen ihre örtlichen Netzwerke über das Internet um Akteure und Ressourcen aus anderen Orten ergänzen. Von dieser überörtlichen Vernetzung profitieren die eigenen Zielgruppen, die zum Teil erst über das Internet Gleichgesinnte und Menschen mit ähnlichen Bedarfen kennenlernen. So entstehen &#8211; digital vermittelt &#8211; vor Ort neue Interessens- und Identitätsgemeinschaften (vgl. <a href="http://www.thersa.org/__data/assets/pdf_file/0011/518924/RSA_Communities-Connected-AW_181011.pdf">Morris/Gilchrist o.J., 8</a>), die die örtliche Zivilgesellschaft mit neuen Handlungspotentialen ausstatten. Nonprofit-Organisationen profitieren ihrerseits von den Ressourcen überörtlicher Akteure, &#8211; nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar durch die Ressourcen, die in den jeweiligen Netzwerken der überörtlichen Akteure schlummern.</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Hinte, Wolfgang (2011): Sozialräume gestalten statt Sondersysteme befördern, in: Teilhabe , Heft 3, 100-106.</li>
</ul>
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		<title>Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung &#8211; welche Möglichkeiten bietet das Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 09:15:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Für den eNewsletter des Netzwerk Bürgerbeteiligung habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift &#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; (Ansicht siehe unten). Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für den eNewsletter des <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a> habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf">&#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; </a>(Ansicht siehe unten).</p>
<p>Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die soziale Infrastruktur einer Gemeinde, die Konzeption von Diensten und die Hilfe im Einzelfall (als Betroffener) mitzugestalten. Es wird aufgezeigt, welche Bedeutung digitale Aktionsnetzwerke zwischenzeitlich haben, die Bürger über Online-Medien einbinden, ohne deren Engagement zentral zu steuern, &#8211; im Unterschied zu traditionellen Strategien kollektiven Handelns. Auf Seite 6 stellt eine Tabelle die vielen unterschiedlichen Formen von Online-Beteiligung zusammen und zwar entlang der Kategorien und Methoden des <a href="http://www.digitalengagement.org/">Digital Engagement Cookbook</a>. Beispiele aus dem In-und Ausland veranschaulichen die jeweilige Beteiligungsmethode.</p>
<p>Nicht nur mein Beitrag befasst sich mit den Möglichkeiten der Online-Beteiligung, sondern <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/newsletter/enewsletter-2012/enewsletter-nr-22012/">vier weitere des eNewsletter</a> beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln.</p>
<p>Noch ein paar Infos zum <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a>: Das Netzwerk wurde 2011 auf Initiative der <a href="http://www.mitarbeit.de/">Stiftung Mitarbeit </a>gegründet. Es hat zum Ziel, &#8220;der politischen Partizipation in Deutschland dauerhaft mehr Gewicht zu verleihen und sie auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) zu stärken. Das Netzwerk fragt danach, wie eine »partizipative Demokratie« ausgestaltet und vorangebracht werden kann. Es sucht nach Wegen zur politisch-strategischen Förderung der Bürgerbeteiligung. Auf Basis dieser Grundidee führt das »Netzwerk Bürgerbeteiligung« Menschen aus allen Bereichen zusammen, die die Partizipation von Bürger/innen an politischen Entscheidungen voran bringen und die Zukunft der Bürgerbeteiligung mitgestalten wollen&#8221; (<a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/leitidee/">Über das Netzwerk</a>). Jeder an Beteiligung Interessierte kann <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/netzwerkerinnen/">Netzwerker und Netzwerkerin</a> werden. Bei gemeinsamen Treffen lernt man sich untereinander und unterschiedliche Beteiligungsprojekte kennen.</p>
<p>Ich finde es gut, dass mit dem Netzwerk der Versuch gestartet wurde, Menschen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen zum Thema Beteiligung zusammenzubringen, Ressourcen auszutauschen und zu bündeln. Das Netzwerk lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Als Bürger/in sollte man nicht warten, bis Beteiligung von staatlicher Seite zugestanden (und gestaltet!) wird (&#8220;Wann führt meine Gemeinde endlich einen Bürgerhaushalt ein?&#8221;), sondern es kommt darauf an, vor Ort konkrete Beteiligungsprojekte einzufordern und zu initiieren.</p>
<p>In den nächsten Tagen soll eine neue Plattform für das Netzwerk Bürgerbeteiligung an den Start gehen, die noch mehr Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Netzwerkern bietet. Man wird dann Beteiligungsprojekte vorstellen und gemeinsam vorantreiben können. Auch von mir gibt es eine Projektinitiative, die ich auf dem <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/aktuelle-meldungen/detailansicht/article/netzwerktreffen-in-koeln-interessante-initiativen-spannende-diskussionen/">Netzwerktreffen in Köln </a>vorgestellt habe und die online auf der neuen Kooperationsplattform weiter diskutiert und vorangebracht werden soll: &#8220;Die Förderung von Teilhabe im Sozialsektor &#8211; soziale Dienste 2.0&#8221;. Ziel meiner Projektinitiative ist es u.a.</p>
<ul>
<li>Mitstreiter/innen zu finden</li>
<li>Best-Practice-Beispiele für Bürger-Teilhabe im Sozialsektor auf lokaler Ebene zu sammeln</li>
<li>Vorschläge zu erarbeiten, wie die Teilhabe von Bürgern gefördert bzw. die sozialen Dienste 2.0 aussehen könnten</li>
</ul>
<p>Das Netzwerk Bürgerbeteiligung wird in der Anfangsphase von einer Aufbaugruppe unterstützt, bei der auch <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/aufbaugruppe/detailansicht/?tx_displayfeusers_pi1[userUid]=16&amp;tx_displayfeusers_pi1[action]=show&amp;tx_displayfeusers_pi1[controller]=User">Sophie Scholz</a>, die Gründerin der Socialbar mitmacht. Mit ihr hat die Zusammenarbeit im Rahmen des eNewsletters Freude gemacht &#8211; vielen Dank, Sophie!</p>
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<p>http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf</p>
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