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	<title>Strategie &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Die Macht der Internetkonzerne und die Rolle der Zivilgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2018 11:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple. Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark zentralisiert. Nutzer/innen, Organisationen und nicht-organisierte Massen und Schwärme sind hauptsächlich auf den Plattformen der folgenden vier Unternehmen aktiv: Google, Facebook, Amazon und Apple.</p>
<p>Mit ihren Diensten geben diese vier kommerziellen Anbieter die Handlungsmöglichkeiten der Nutzer in weiten Teilen des Internet vor. Sie regulieren mit ihrer Infrastruktur das soziale Handeln im Netz. Sie sind &#8220;Gatekeeper&#8221;, &#8220;Kuratoren&#8221;, Kontrolleure und Überwacher. Die ursprüngliche Hoffnung, dass das Internet dezentralisierte  Angebote befördert, wird durch Netzwerkeffekte konterkariert: Nutzer/innen bevorzugen jene Angebote, die die Masse nutzt, und nicht kleine Plattformen mit wenig traffic, selbst wenn letztere bottom up entwickelt, demokratisch und gemeinnützig sein sollten.</p>
<p>In dem neuen Buch <strong>&#8220;<a href="http://www.springer.com/de/book/9783658179090" target="_blank" rel="noopener">Kollektivität und Macht im Internet</a>&#8220;</strong> von Dolata/Schrape (2018) kommt Ulrich Dolata deshalb zu folgendem Schluss:  &#8220;Nicht Dezentralisierung, Demokratisierung und Kooperation, sondern Konzentration, Kontrolle und Macht sind (&#8230;) die Schlüsselprozesse und -kategorien, mit denen sich die wesentlichen Entwicklungstendenzen des (kommerziellen) Internets angemessen erfahren lassen&#8221; (Dolata 2018, 101).  Durch die schiere Reichweite ihrer Plattformen und Angebote gewinnen Google, Facebook, Amazon und Apple im Internet Macht über a) Infrastrukturen und Regeln, b) Daten und c) ökonomische Macht durch Werbeinnahmen, Handel, den Geräteverkauf und Dienste, da sie in ihren Segmenten Monopolisten sind (Google im Bereich der Suchmaschinen, Facebook im Bereich sozialer Netzwerke, Amazon im Internethandel und Apple bei den multimedialen Geräten) (Dolata 2018, 123ff).</p>
<p>Die Abwanderung von Nutzern wollen die vier Monopolisten in jedem Fall vermeiden. Durch die Weiterentwicklung ihrer Angebote zu &#8220;soziotechnischen Ökosystemen&#8221; (Dolata) mit einer Vielzahl aufeinander abgestimmten Diensten und der Entwicklung &#8220;proprietärer technischer Systemwelten&#8221; (Dolata), die untereinander inkompatibel sind, soll der Wechsel zu einem anderen Anbieter für Nutzer erschwert werden. Die Stellung der Monopolisten wird noch gefördert durch</p>
<ul>
<li>ihre hohen Investitionen in die bestehenden Plattformen und Dienste</li>
<li>ihre massiven Ausgaben für Forschung und Entwicklung</li>
<li>den Aufkauf von innovativen startups, um neue zukunftsweisende Angebote machen zu können</li>
</ul>
<p>(Dolata 2018, 101ff).</p>
<p>Aber da die Netzwerkeffekte bzw. die Reaktionen der nicht-organisierten Massen und Schwärme nicht vorhersehbar sind, ist auch keiner der Monopolisten unangreifbar. Trotz aller Maßnahmen, die die Konzerne ergreifen, um eine Nutzerabwanderung zu verhindern: &#8220;Der Schwarm kann auch weiterziehen&#8221; (Dolata 2018, 111). Und darin liegt die Macht der Nutzer: in dieser kollektiven Dimension, nicht &#8211; so Dolata &#8211; in der Macht der Einzelpersonen. Erst als Masse haben Nutzer Macht und diese Masse baut sich dem Autor zufolge &#8220;unkoordiniert auf&#8221; (Dolata 2018, 12). Neben der Macht der Schwärme spielen auch die Staaten und ihre Verbünde eine wichtige Rolle als regulierende Instanz, um die Macht der großen Internetkonzerne einzuschränken.</p>
<p>Die Frage ist, weshalb der Autor die Macht <em>organisierter</em> Bewegungen nicht als Bedrohung für die Monopole sieht. Vielleicht deshalb nicht, weil auch organisierte soziale Bewegungen (und viele Nonprofits &#8230;) zwischenzeitlich ganz auf die kommerziellen Plattformen mit ihrer großen Reichweite setzen (Dolata 2018, 52). Schade, dass von Seiten der großen gemeinnützigen Organisationen &#8211; und ich denke hier speziell an die mächtigen Wohlfahrtsverbände &#8211; nie eine breite gesellschaftliche Debatte über <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/vom-internet-zum-alternet-entwicklungen-jenseits-der-grossen-plattformen/" target="_blank" rel="noopener">alternative Wege und Tools im Internet</a> angezettelt wurde oder man eine Bewegung initiierte, die auf die Regulierung und Kontrolle der Internetkonzerne zielt. Die großen Konzerne ihrerseits umgarnen die engagierte Zivilgesellschaft mit Förderprogrammen und Wettbewerben wie dem <a href="https://smart-hero-award.de/ueber_den_award/" target="_blank" rel="noopener">Smart Hero Award</a>, den Facebook und die Stiftung digitale Chancen gemeinsam ausloben, die <a href="https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland2018" target="_blank" rel="noopener">Google.org Impact Challenge</a>, die von der Google Foundation und betterplace gemeinsam durchgeführt wird oder mit dem Förderprogramm <a href="https://www.digitalengagiert.de/" target="_blank" rel="noopener">&#8220;digital.engagiert&#8221;</a>, einer gemeinsamen Initiative von Amazon und dem Stifterverband. Die drei Internetkonzerne drängen mit ihrer Infrastruktur gezielt in zivilgesellschaftliche Domänen, die zum Teil noch abgehängt sind von der Digitalisierung.</p>
<p>Eine solche Eroberung zivilgesellschaftlicher Räume durch die großen Plattformen sollte neben den Vorteilen, die mit der digitalen Infrastruktur einhergehen, auch deren Schattenseiten nicht verschweigen, um Bürgern und Nonprofits eine mündige Entscheidung darüber zu ermöglichen, welche Tools sie nutzen wollen und welche nicht. Ganz dringend müsste eine breite zivilgesellschaftliche Debatte darüber geführt werden, wie ein bürgerfreundliches Internet aussehen könnte, welche Anforderungen Bürger und zivilgesellschaftliche Organisationen an die großen Plattformen stellen und welche Forderungen an die Politik herangetragen werden müssten, um der Macht der Internetkonzerne Einhalt zu gebieten. Den großen Wohlfahrtsverbänden käme hier eine wichtige Rolle zu: gerade sie haben den Kontakt zu digital abgehängten Gruppen, gerade sie erreichen über ihre Nutzer und all die ehrenamtlich Engagierten große Teile der hiesigen Bevölkerung und zwar sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, &#8211; denn Sozialeinrichtungen gibt es nahezu überall.</p>
<p>In Stuttgart hat sich im Sommer 2017 ein Netzwerk aus ganz verschiedenen Organisationen gebildet, um diesen kritischen Diskurs in Bezug auf die Digitalisierung der Lebenswelt zu führen (siehe die folgende <a href="http://www.bagejsa.de/fileadmin/user_upload/dokumente/pdf/Presseinformationen_Archiv/PI_2017/PI_Netzwerk_Sozialer_Zusammenhalt_in_digitaler_Lebenswelt_2017_07_14.pdf" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a>). Das <strong>Netzwerk &#8220;Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt&#8221;</strong> will die Bürgerrechte und die Bürger-Teilhabe in der digitalen Gesellschaft stärken. Ein solches Netzwerk kann zur Gründung weiterer Netzwerke in anderen Bundesländern, Regionen und Kommunen anregen.</p>
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		<title>Macht und Abhängigkeit in Nonprofit-Beziehungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jan 2018 15:36:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[impact]]></category>
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					<description><![CDATA[Der letzte Blog-Beitrag befasste sich mit der Bildung von Kooperationen auf der lokalen Quartiersebene. Hier vernetzen sich gemeinnützige Organisationen häufig mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Wo Organisationen und Initiativen zusammenarbeiten, entstehen auch Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse. Darüber wird nicht so offen geredet und auch nicht viel geschrieben, obwohl es eigentlich sehr viel Literatur zum Thema Macht und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte Blog-Beitrag befasste sich mit der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-teil-11-kooperationen-im-quartier/" target="_blank" rel="noopener">Bildung von Kooperationen auf der lokalen Quartiersebene</a>. Hier vernetzen sich gemeinnützige Organisationen häufig mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Wo Organisationen und Initiativen zusammenarbeiten, entstehen auch Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse. Darüber wird nicht so offen geredet und auch nicht viel geschrieben, obwohl es eigentlich sehr viel Literatur zum Thema Macht und Abhängigkeit gibt, wenn auch nicht bezogen auf den Nonprofit-Sektor,  sondern im Hinblick auf die gewerblichen Wirtschaft.</p>
<p>Wie kommt es zu Macht und Abhängigkeit in Kooperationen?</p>
<p>Organisationen brauchen Ressourcen, um zu überleben. Dafür gehen sie Austauschbeziehungen mit anderen Organisationen ein. Die Ressourcenabhängigkeit einer Organisation verschafft der anderen, die diese Ressource vorhält, Machtpotenziale. In <em>freiwilligen</em> Beziehungen und Netzwerken sind Abhängigkeitsverhältnisse aber zumeist nicht einseitig, sondern wechselseitig. Hier schließen sich Organisationen zusammen, weil sie voneinander Ressourcen brauchen, was beiden Seiten Machtpotenziale verleiht aber auch wechselseitige Abhängigkeiten schafft. Dies macht die Macht-Abhängigkeits-Beziehungen in mehrseitigen Kooperationen und Netzwerken sehr komplex.</p>
<p>In der Vergangenheit konzentrierte sich die Forschung auf die Untersuchung von Machtungleichgewichten in Austauschbeziehungen. Neuere Studien setzen nun einen anderen Schwerpunkt und konzentrieren sich auf die wechselseitige Abhängigkeit der Akteure.  Und hier  gibt es nun die interessante Erkenntnis, dass eine hohe wechselseitige Abhängigkeit die Kooperationspartner zusammen schmiedet, Vertrauen und Selbstverpflichtung wachsen lässt. Die Leistungsfähigkeit von Kooperationen ist bei Beziehungen mit einer hohen Abhängigkeit voneinander größer als bei Beziehungen, die auf Machtungleichgewichte setzen.  Die wechselseitige Abhängigkeit wird in erfolgreichen Organisationsbeziehungen sogar bewusst <em>erhöht</em>, um gemeinsam erfolgreicher zu werden.</p>
<p>Diese Forschungsergebnisse zitieren O&#8217;Brien und Evans (2017) in ihrem Aufsatz über <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s11266-016-9721-4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Civil Society Partnerships&#8221; in Voluntas, Bd. 28, Heft 4, S. 1399-1421 </a>und untersuchen dann selbst Nonprofit-Partnerschaften im (internationalen) Bereich der Kinderrechtsorganisationen. Sie fragten 32 Vertreter/innen solcher Organisationen, welche Ressourcen sie in  Partnerschaften suchen und wie sie die wechselseitigen Macht-Abhängigkeits-Verhältnisse in Nonprofit-Partnerschaften einschätzen. Sie kommen zu folgenden Ergebnissen:</p>
<p>Nonprofits suchen bei anderen Gemeinnützigen in erster Linie Informationen und praktisches Wissen (Erfahrungen, Best Practice-Beispiele, transferierbares Know-how) (O&#8217;Brien/Evans 2017, 1409f). Finanzielle Interessen bleiben im Hintergrund. Die kommen erst wieder ins Spiel, wenn eine Kooperation nicht effektiv ist. Dann wird überlegt, wie man das Engagement reduzieren kann, um Ressourcen zu sparen. Aussteigen aus einer Kooperation? Das sei zumindest in diesem Politikfeld unüblich (ebd., 1411). Hier verlassen Nonprofits auch dann nicht die Kooperation, wenn ein Machtungleichgewicht zwischen Partnern herrscht. Dieses wird in Kauf genommen, wenn es dabei hilft, das gemeinsame Ziel zu erreichen.</p>
<p>Machtungleichgewichte werden von den Befragten gar nicht so sehr thematisiert, &#8211; in ihrem Fokus stehen ganz klar die wechselseitigen Abhängigkeiten. Diese bilden den Mittelpunkt, wenn es darum geht, Partnerschaften zu bilden und kollektive Ziele voranzubringen.  Machtungleichgewichte zu tolerieren wird von den Autorinnen als bewusste <em>Strategie</em> von Nonprofits in Partnerschaften bezeichnet (O&#8217;Brien/Evans 2017, 1417). Ungleiche Abhängigkeits- und Machtverhältnisse können, wie die untersuchten Organisationen zeigen, sogar zu Vorteilen für das Gemeinwesen führen.</p>
<p>Das sind Schlussfolgerungen mit erheblicher Tragweite. Die Frage bleibt, wie lebendig und effektiv solche Beziehungen sind, die nicht auf Augenhöhe stattfinden. Vielleicht werden sie nicht abgebrochen, aber haben keinen großen output mehr, verglichen mit Beziehungen mit hoher wechselseitiger Abhängigkeit und größerer Leistungsfähigkeit (siehe oben) . Die Frage ist auch, ob diese Ergebnisse auf andere Politikfelder und räumliche Ebenen übertragen werden können oder ob es sich hier um eine ganz spezielle Nonprofit-Community handelt. Interessant ist es aber, den Blick von den Machtverhältnissen weg und stärker auf die wechselseitigen Abhängigkeiten hin zu lenken.</p>
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		<title>Soziale Innovationen in Nonprofits und die Rolle der Freiwilligen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/soziale-innovationen-in-nonprofits-und-die-rolle-der-freiwilligen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 10:18:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz, über das DRK-Innovationslabor und denkt über Modelle sozialer Innovation nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere Innovationsorte brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über soziale Innovationen wird derzeit in Blogs, die sich mit der Sozialwirtschaft befassen, viel diskutiert. Hannes Jähnert berichtet über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/03/04/soziale-innovation-digitalisierung-beim-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">soziale Innovationen und Digitalisierung beim Deutschen Roten Kreuz</a>, über das <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/10/22/barcamp-pecha-kucha-und-noch-viel-mehr-neue-formate-im-deutschen-roten-kreuz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DRK-Innovationslabor</a> und denkt über <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2017/11/01/soziale-innovation-und-die-rolle-der-produktiven-avantgarde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Modelle sozialer Innovation</a> nach. Hendrik Epe fragt, ob soziale Organisationen besondere <a href="https://ideequadrat.org/innovation_labs_sozialwirtschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innovationsorte </a>brauchen und auch Sabine Depew vom Caritasverband des Bistums Essen bloggt über die Idee eines <a href="https://zeitzuteilen.blog/2017/07/25/zwischen-vision-und-wirklichkeit-innovationslabore/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">InnovationsLabors</a>.</p>
<p>&#8220;Soziale Innovationen&#8221; &#8211; was versteht man darunter? Man bezeichnet damit neue Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen, wobei die Innovationen auf Produkte und Dienste, Prozesse oder Strukturen zielen können.</p>
<p>In den obigen Beiträgen, aber auch anderswo und selbst in der Forschung, konzentriert sich das Nachdenken über soziale Innovationen zumeist auf die Nonprofit-Organisation und ihre Beschäftigten. Zu wenig diskutiert wird die Frage, welche Rolle die <em>freiwillig Engagierten</em> für Innovationsprozesse im Dritten Sektor spielen, obwohl die &#8220;Freiwilligenarbeit als <em>das</em> konstitutive Wesensmerkmal der sozialen Dienste&#8221; angesehen wird (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Gerade vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wo sind die Konzepte zum Thema &#8220;soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft&#8221;, die den Potenzialen der Freiwilligen in Nonprofit-Organisationen Rechnung tragen?</p>
<p>Schon 2013 untersuchte eine Studie des <a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSI </a>der Universität Heidelberg<a href="https://www.csi.uni-heidelberg.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a> <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/2013_12_17_Soziale_Innovationen_Spitzenverbaenden_FWp.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Soziale Innovationen in den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege&#8221;</a>, aus der das obige Zitat stammt.  Im Auftrag  der <a href="http://www.bagfw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege</a> wurde in Experteninterviews auch nach der Rolle des Ehrenamts bei sozialen Innovationen in den Wohlfahrtsverbänden gefragt. Die Antworten waren zwiespältig: einige sahen im Bereich der Freiwilligen keine Innovationspotenziale, da diese vor allem im Kontext &#8220;einfacher, operativer Aufgaben&#8221; eingesetzt würden (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 35). Andere erkannten bei Freiwilligen die Fähigkeit, neuartige Impulse einzubringen, aber nur dann, wenn man ihnen auch Gestaltungsmöglichkeiten gibt und sie nicht , wie es noch oft geschieht, als &#8220;preiswerte Dienstleistungsunterstützung&#8221; einsetzt (ebd., 36). Von den Interviewten wurde vorgebracht, dass Freiwillige zwar gute Ideen haben können, ihnen aber die Expertise zu deren Umsetzung fehlt, so dass bei der Entwicklung und Implementation der sozialen Innovation das professionelle Know-how notwendig wird (ebd., 53).</p>
<p>Insgesamt ist das Thema, welche Rolle Freiwillige für soziale Innovationen in der Sozialwirtschaft spielen, in der Forschung viel zu wenig präsent. Ein aktueller Aufsatz vom Oktober will hier Licht ins Dunkel bringen: <a href="http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0899764017734651" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Beyond Service Production: Volunteering for Social Innovation&#8221;</a> (open access) von de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017). Der Aufsatz geht aus einem von der EU geförderten Forschungsprojekt hervor (&#8220;<a href="http://itssoin.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ITSSOIN</a>&#8220;) , das den Impact des Dritten Sektors im Bereich sozialer Innovationen untersucht und zwar in neun Ländern. Interessierte am Thema finden in der <a href="http://itssoin.eu/publications" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publikationsliste des Projekts</a> viel Material.</p>
<p>Die Forschungsfrage, die sich de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers (2017) stellten und im Rahmen von 26 Interviews mit Freiwilligenmanagern und Freiwilligen aus Nonprofit-Organisationen in acht europäischen Ländern untersuchten, lautete:  Welche Faktoren in Nonprofit-Organisationen fördern und welche behindern den Beitrag Freiwilliger an sozialen Innovationen?</p>
<p>Durch ihre operative Arbeit, durch ihre persönlichen Netzwerke und Kontakte zu den Zielgruppen und in das Gemeinwesen hinein, bekommen Freiwillige viel Feedback von der Basis, oft mehr als die professionellen Mitarbeiter/innen selbst.  Als &#8220;Augen und Ohren&#8221; der Organisation, wie die Wissenschaftler die Rolle der Freiwilligen bezeichnen, bringen sie Verbesserungsvorschläge ein. Ihre Kreativität wird gefördert, wenn sie Handlungsspielräume besitzen, d.h. wenn Organisationen nicht zentralisiert und hierarchisch sind.  Wichtig sei ein &#8220;sense of ownership&#8221; seitens der Freiwilligen (de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 10), d.h. sie müssen sich mit der Organisation identifizieren und das Gefühl haben, dass man ihre  Beiträge wertschätzt. Eine innerverbandliche Plattform kann Innovationen dann sammeln und weiterverbreiten, um den Transfer ehrenamtlich initiierter Projekte zu ermöglichen.</p>
<p>Eingeschränkt wird den Wissenschaftlern zufolge das Innovationspotenzial von Freiwilligen u.a. wenn</p>
<p>a) die Profession Vorschläge ablehnt, weil sie nicht zum Profil der Organisation passen. Eine Lösung könnte hier sein, ein Projekt zwar nicht hausintern zu implementieren, aber als Ausgründung zu unterstützen (&#8220;supported by&#8230;&#8221;)(de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 12). Die Förderung von Ausgründungen scheint aber bei den hiesigen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege keine strategische Option zu sein, wie die oben erwähnte CSI-Studie zeigt (Nock/Krlev/Mildenberger 2013, 55). Eine Haltung, über die man m. E. verbandsintern nochmals nachdenken müsste.  Geförderte Ausgründungen wären eine Form der Förderung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten, die viele Wohlfahrtsverbände für sich als Ziel definiert haben.</p>
<p>b) keine Ressourcen (Räume, Budgets, Materialien) für die Ideen von Freiwilligen bereitgestellt werden. Hier wird das Machtungleichgewicht zwischen Freiwilligen und Professionellen deutlich spürbar, &#8211; letztere kontrollieren die Ressourcen der Nonprofit-Organisation.  Da jedoch auch die Profession sehr häufig von den Ideen Freiwilliger profitiert, d.h. sie diese aufgreift und weiterentwickelt (siehe de Wit/Mensik/Einarsson/Bekkers 2017, 15), müsste man hier m. E.  stärker nach Win-Win-Modellen suchen, die beide Seiten Nutzen bringen.</p>
<p>Um dem Innovationspotenzial Freiwilliger Rechnung zu tragen, dürften einige Aufgaben auf das Freiwilligenmanagement in Nonprofit-Organisationen zukommen, &#8211; aber nicht nur auf das Freiwilligenmanagement, denn das Thema &#8220;soziale Innovation&#8221; betrifft alle Bereiche und Stakeholder in der Sozialwirtschaft und muss mit anderen Themen (wie Digitalisierung, Diversity, demographischer Wandel, interorganisationale Netzwerke, Partizipation usw.) systematisch verknüpft werden.</p>
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		<title>Digitale Sozialräume &#8211; Hybride Sozialräume: Aufgaben für die Wohlfahrtspflege</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2017 17:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
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		<category><![CDATA[digitaler Sozialraum]]></category>
		<category><![CDATA[hybrider Sozialraum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Digitalisierung des Sozialraums ist thematisch bei den Wohlfahrtsverbänden angekommen. Im Juni 2017 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Veranstaltung  zum Thema. Digitaler Sozialraum &#8211; hybrider Sozialraum &#8211; was versteht man darunter? Jonas Meine versucht eine Definition in seinem Aufsatz für den Band &#8220;Gestaltung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung des Sozialraums ist thematisch bei den Wohlfahrtsverbänden angekommen. Im Juni 2017 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine <a href="http://www.bagfw.de/aktivitaeten/detail/article/sozialraum-digital-chancen-und-herausforderungen-fuer-ein-miteinander-im-digitalen-zeitalter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veranstaltung </a> zum Thema. Digitaler Sozialraum &#8211; hybrider Sozialraum &#8211; was versteht man darunter?</p>
<p>Jonas Meine versucht eine Definition in seinem Aufsatz für den Band &#8220;<a href="http://www.nomos-shop.de/Hagemann-Gestaltung-Sozial-Gesundheitswesens-Zeitalter-Digitalisierung-technischer-Assistenz/productview.aspx?product=28627" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gestaltung des Sozial- und Gesundheitswesens im Zeitalter von Digitalisierung und Technischer Assistanz</a>&#8220;, herausgegeben von Tim Hagemann (2017). Reale Räume werden durch digitale Informationen in Form von Texten, Videos, Fotos, Audioaufnahmen, Web-Karten usw. angereichert. Reale soziale Netzwerke und digitale Netzwerke verschmelzen miteinander. Der Sozialraum wird durch diese Vermischung von digitalen und analogen Elementen zu einem &#8220;hybriden Raum&#8221;.  Dies führt dazu, dass</p>
<ul>
<li>  Menschen &#8220;denselben faktischen  Raum aufgrund der Durchdringung mit unterschiedlichen digitalen Hypertexten potenziell unterschiedlich erleben&#8221; (Meine 2017, 28)</li>
<li>Akteure sich nicht nur in einem Sozialraum befinden sondern in mehreren gleichzeitig</li>
<li>Stadtteile, Städte, Regionen und Landschaften durch die Anreicherung mit digitalen Elementen &#8220;neu&#8221; erfahrbar werden (ebd., 30)</li>
<li>sich neue Handlungsmöglichkeiten für die lokalen Akteure auftun und Praktiken des Alltags durch digitale Informationen verändert bzw. aktualisiert werden.</li>
</ul>
<p>Nicht alle Menschen entgrenzen ihren Sozialraum mit Hilfe digitaler Informationen und Netzwerke, &#8211;  speziell die Offliner nehmen hier nicht teil. Es kommt so zu einer &#8220;neuen Verteilung von Chancen und Risiken&#8221; in Sozialräumen, stellt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) im September 2017 fest. Wohlfahrtsverbände seien gefordert, der digitalen Spaltung und möglicher Ausgrenzung entgegenzutreten, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die gesellschaftliche Transformation im Zuge der Digitalisierung aktiv mitzugestalten.</p>
<p>Wohlfahrtsverbände fordern hierfür eine Anschubfinanzierung seitens des Staates, vergleichbar mit den öffentlichen Förderprogrammen im Bereich von <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-initiative-und-telemedizin/e-health-initiative.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Health</a>. Aufgebaut werden soll eine &#8220;soziale Infrastruktur 4.0&#8221;, die der Digitalisierung Rechnung trägt. Zu diesem Zweck haben die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und das Bundesfamilienministerium im September 2017 eine gemeinsame <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/07092017_strateg_Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Absichtserklärung </a>vorgelegt. Dieser zufolge muss in der freien Wohlfahrtspflege, die als das &#8220;gemeinwohlorientierte Gerüst der sozialen Infrastruktur&#8221; gilt, ein Organisationsentwicklungsprozess einsetzen, der die Verbände fit macht für die digitalen Sozialräume. Dafür wurden die folgenden Handlungsfelder mit dem Ministerium abgesteckt (siehe die <a href="http://www.bagfw.de/uploads/media/strateg._Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ_070917.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Absichtserklärung </a>samt Erläuterungen):</p>
<ol>
<li> In der sozialen Arbeit sollen analoge Angebote durch digitale ergänzt werden</li>
<li> Die verbandliche Engagement-Infrastruktur soll aus- und umgebaut werden, um den digitalen Anforderungen gerecht zu werden</li>
<li>Ausbau der Online-Beratung</li>
<li>Aus- und Weiterbildung der Haupt- und Ehrenamtlichen, damit diese die Herausforderungen der Digitalisierung in der sozialen Arbeit bewältigen können</li>
<li>Förderung von Management und Innovation:  Entwicklung sozial innovativer Dienstleistungsmodelle und neuer Struktureinheiten: &#8220;Methoden des Design Thinking und innovative IT-Lösungen von Querdenkern können technische und organisatorische Entwicklungsprozesse synchron befördern&#8221;.</li>
<li>Anpassung der verbandlichen Prozesse an die digitalen Innovationen durch Personal- und Organisationsentwicklung</li>
</ol>
<p>Die Absichtserklärung ist ein guter Schritt, um das Know-how der Verbände im Bereich der Digitalisierung voranzubringen. Die staatliche Förderung und die Berücksichtigung der Digitalisierung des Sozialraums auch in den Leistungsverträgen, die die freie Wohlfahrtspflege mit den öffentlichen Kassen abschließt, ist notwendig. Zwar warten im Unterschied zu den Verbänden zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung im Sozialraum befassen (wie <a href="https://freifunk.net/worum-geht-es/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freifunk</a>, <a href="http://socialbar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Socialbar</a>, <a href="https://codefor.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OK Labs</a>) nicht  erst auf staatliche Mittel, bevor sie loslegen und aktiv werden (um die &#8220;Innovationskraft&#8221; der Verbände, die in der Absichtserklärung so gefeiert wird, ist es lokal leider nicht immer so gut bestellt&#8230;).</p>
<p>Jedoch geht es hier tatsächlich um etwas anderes: es geht darum,  den Sozialsektor und die Sozialräume <em>in der Fläche</em> für die Digitalisierung fit zu machen. Das ist eine ganz zentrale Aufgabe, der sich der Staat nicht entziehen kann. Hier hätten schon vor Jahren entsprechende Programme aufgelegt werden müssen. Den Mangel an digitalen Kenntnissen von Nonprofits im Sozialraum habe ich schon oft in der Praxis erfahren und hier <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/im-blickpunkt-die-internet-praesenz-lokaler-nonprofits/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Blog</a> beklagt. Die Digitalisierung der Industrie (<a href="http://www.plattform-i40.de/I40/Navigation/DE/Home/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Industrie 4.0&#8221;</a>) und die Digitalisierung von <a href="http://www.arbeitenviernull.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeit</a>, <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-initiative-und-telemedizin/e-health-initiative.html#c2849" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesundheit </a>und <a href="https://www.rolandberger.com/de/Publications/pub_epflege.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pflege </a>haben staatliche Akteure schon längst auf ihrer Agenda, &#8211; warum nicht schon früher auch den Sozial- und Dritten Sektor? Vielleicht liegt dies auch an den Wohlfahrtsverbänden selbst, die &#8220;innerhalb der BAGFW keine abgestimmte Position zur Digitalisierung&#8221; haben, &#8211; so war zumindest noch der Stand im Juni 2017 <em>vor</em> der Absichtserklärung (<a href="http://www.bagfw.de/fileadmin/user_upload/2017_SozialraumDigital/Doku/Timm_Vortrag.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quelle</a>).</p>
<p>Update:  Auf caritas-digital befasst sich ein Text von <a href="http://www.caritas-digital.de/so-wird-die-digitale-transformation-zum-gewinn-fuer-alle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Becker</a> mit der Digitalisierung des Sozialraums und den Aufgaben für den Caritas-Verband</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Führung im Dritten Sektor &#8211; welche Herausforderungen gibt es?</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/fuehrung-im-dritten-sektor-welche-herausforderungen-gibt-es/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2017 20:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit welchen Herausforderungen sind Organisationen des Dritten Sektors konfrontiert und wie steht es um die Führungskompetenz gemeinnütziger Organisationen, Genossenschaften und Sozialunternehmen? Zu den großen Problemen des Dritten Sektors in Europa zählen u.a. die schwierige finanzielle Situation der Sozialwirtschaft, der unsicher werdende Zugriff auf Freiwillige, der zunehmende Zwang zur Rechenschaftspflicht und zum Leistungsnachweis gegenüber den Geldgebern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit welchen Herausforderungen sind Organisationen des Dritten Sektors konfrontiert und wie steht es um die Führungskompetenz gemeinnütziger Organisationen, Genossenschaften und Sozialunternehmen?</p>
<p>Zu den großen Problemen des Dritten Sektors in Europa zählen u.a. die schwierige finanzielle Situation der Sozialwirtschaft, der unsicher werdende Zugriff auf Freiwillige, der zunehmende Zwang zur Rechenschaftspflicht und zum Leistungsnachweis gegenüber den Geldgebern und die niedrigen Einkommen im Sektor selbst (siehe dazu den <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/der-dritte-sektor-in-europa-probleme-und-zukunftsaussichten/" target="_blank">Blogartikel </a>vom Dezember 2016).</p>
<p>Wie gut werden vom Dritten Sektor diese aktuellen Probleme bewältigt und neue Horizonte angesteuert? Es gibt nicht wenige Beobachter, die einen erheblichen Mangel an Führungskompetenz im Dritten Sektor ausmachen, so auch die beiden britischen Forscher Julie Hodges und Brian Howieson. Sie befassen sich in einem aktuellen Aufsatz vom Februar 2017 mit den <a href="http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0263237316301359" target="_blank">&#8220;challenges of leadership in the third sector&#8221;</a> (in: European Management Journal 35).</p>
<p>Diesem Mangel an Führung kann die herrschende wissenschaftliche und praktische Managementliteratur nicht wirklich abhelfen. Denn zumeist dominieren in der Literatur hierarchische, individualisierte und psychologische Ansätze, die unterschätzen, dass Dritte Sektor-Organisationen zumeist mit vernetzten, kollaborativen Strukturen konfrontiert sind und mit Beteiligungswünschen seitens der Stakeholder. Auch werden europäische Verhältnisse vernachlässigt, weil ein Großteil der Literatur von amerikanischen Autoren geprägt ist. Ebenso ist die Übernahme erfolgreicher Methoden aus der Privatwirtschaft bzw. das verbreitete &#8220;copy and paste&#8221; von Techniken aus dem privatwirtschaftlichen in den gemeinnützigen Bereich den Autoren zufolge kein wirklich gangbarer Weg für Nonprofits. Denn auch diese Techniken tragen der spezifischen Situation des Dritten Sektors nicht wirklich Rechnung (Hodges/Howieson, S. 70).</p>
<p>Was aber macht gute Führung im Dritten Sektor aus? Hodges und Howieson haben dazu Führungskräfte aus dem Dritten Sektor befragt. Den Praktikern zufolge ist gute Führung nicht so sehr ein Wissensbestand oder eine Qualifikation als vielmehr eine <em>Herangehensweise</em>. Diese setzt nicht darauf, die richtigen Antworten zu wissen, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Sie will die Reputation und Vision einer Organisation erhalten, ethische Standards nicht verletzen, Menschen motivieren und ein positives Arbeitsumfeld schaffen (ebd., 72f). Die persönlichen Qualitäten des Führungspersonals spielen ebenfalls eine sehr wichtige Rolle.</p>
<p>Und welche Herausforderungen kommen den Praktikern zufolge auf die Führungsebenen im Dritten Sektor zu?</p>
<ul>
<li>Finanzielle Einbrüche und Schieflagen müssen durch <strong>neue Geschäftsmodelle</strong> aufgefangen werden, die partizipativer und kollaborativer aufgestellt sind, als dies in der Vergangenheit der Fall war</li>
<li>Die <strong>gute Zusammenarbeit mit anderen Akteuren über Sektorengrenzen</strong> hinweg muss eingeübt werden</li>
<li>Im Dritten Sektor muss ein <strong>innovationsfreundliches Klima</strong> geschaffen werden. Derzeit ist dieses nicht überall vorhanden, so dass es erheblich an neuen Ideen fehlt. Intrapreneure sollten unterstützt werden: &#8220;there is a need to liberate innovators&#8221; (Hodges/Howieson , 74)</li>
<li>Es muss mehr in die <strong>Führungskompetenz</strong> der bestehenden und nachwachsenden Führungsgeneration investiert werden. Auch braucht es mehr Möglichkeiten für <strong>Partizipation</strong></li>
<li>Die <strong>politische und gesellschaftliche  Legitimation</strong> der Dritte-Sektor-Organisationen ergibt sich durch die veränderten Verhältnisse nicht mehr automatisch, wie dies in der Vergangenheit der Fall war, sondern muss gezielt hergestellt und gefördert werden</li>
</ul>
<p>(Hodges/Howieson, S. 73f). Die Autoren schließen aus den von ihnen geführten Gesprächen, dass es im Dritten Sektor nun darum gehen muss, massiv in Führungskompetenzen zu investieren und diese weiterzuentwickeln. Freilich muss dafür &#8220;the lack of leadership&#8221; erst einmal im Sektor selbst anerkannt und offen diskutiert werden.</p>
<p>Wie steht es um diese Diskussion im deutschen Dritten Sektor? Wie es die Autoren selbst formulieren: es ist einfacher, öffentlich über Finanzierungsdefizite zu sprechen als über Führungsdefizite.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der &#8220;Dritte Sektor&#8221; in Europa &#8211; Probleme und Zukunftsaussichten</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/der-dritte-sektor-in-europa-probleme-und-zukunftsaussichten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Dec 2016 10:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialunternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtsverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofits]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts &#8220;Third Sector Impact&#8221; bemühten sich Forscher aus vielen europäischen Ländern um eine Überarbeitung des Konzepts, wer alles zum &#8220;Dritten Sektor&#8221; zählt, wie groß dieser insgesamt ist und welche Wirkungen er auf allen Ebenen entfaltet. Untersucht wurden auch die Probleme, mit denen der Sektor kämpft. Hinter dem ganzen Forschungsprojekt steht der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts <a href="http://thirdsectorimpact.eu/" target="_blank">&#8220;Third Sector Impact&#8221;</a> bemühten sich Forscher aus vielen europäischen Ländern um eine Überarbeitung des Konzepts, wer alles zum &#8220;Dritten Sektor&#8221; zählt, wie groß dieser insgesamt ist und welche Wirkungen er auf allen Ebenen entfaltet. Untersucht wurden auch die Probleme, mit denen der Sektor kämpft. Hinter dem ganzen Forschungsprojekt steht der Wunsch, die Potenziale des Dritten Sektors in und für Europa sichtbarer zu machen und den Sektor stärker ins Gespräch und auf die politische Agenda zu bringen. Derzeit sind sowohl seine Sichtbarkeit als auch seine Legitimität auf europäischer Ebene nur schwach ausgeprägt,  &#8211; was von den Forschern bedauert wird.</p>
<p>In zwei Blogbeiträgen habe ich mich mit den Ergebnissen des TSI-Forschungsprojekts befasst, siehe hier <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/neudefinition-des-dritten-sektors-teil-1-welche-organisationen-gehoeren-dazu/" target="_blank">(Teil 1) </a>und hier <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/neudefinition-des-dritten-sektors-teil-2-die-rolle-des-freiwilligen-engagements/" target="_blank">(Teil 2)</a>.</p>
<p>Zum Verständnis: zum Dritten Sektor zählen gemeinnützige Organisationen, aber auch Sozialunternehmen und Genossenschaften sowie das Engagement  von Bürgern, &#8211; aber nur, wenn nicht-staatlich, freiwillig und öffentlichen Zwecken verpflichtet (s. Teil 1).</p>
<p>Mit welchen Herausforderungen sind aktuell Nonprofits und Sozialunternehmen in Europa konfrontiert? Die Forscher zählen in ihrem <a href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2016/11/tsi-summary-final-conference.pdf" target="_blank">Abschlussbericht</a> einige auf (Enjolras/Salamon/Sivesind/Zimmer 2016, 10f):</p>
<ol>
<li>Das freiwillige Engagement ist heutzutage zeitlich begrenzter, projektorientierter und immer weniger an eine Organisation gebunden. Die Sozialwirtschaft kann nicht mehr automatisch mit Freiwilligen rechnen, sondern muss Ressourcen investieren, um ihren Bestand an Freiwilligen zu pflegen und neue Freiwillige rekrutieren zu können. Durch den unsicheren Zugriff auf Freiwillige kommen traditionelle Organisationsmodelle ins Wanken</li>
<li>Die finanzielle Situation der Sozialwirtschaft wurde in den letzten Jahren schwieriger. Zum einen spart die öffentliche Hand als Folge der Finanzkrise. Zum andern wurde die Finanzierung der Organisationen verändert: das Kostendeckungsprinzip wurde aufgegeben. Die Einrichtungen konkurrieren um Mittel, die der Staat oder die Nutzer selbst vergeben. Effizienz und Effektivität werden durch die &#8220;Social-Investment-Logik&#8221; immer wichtiger. Organisationen müssen erheblich in ihr Fundraising und in ihr Management bzw. ihre Leistungsfähigkeit investieren</li>
<li>&#8220;Down by Bureaucratization&#8221; &#8211; so nennen die Forscher jenen Zwang zur Rechenschaftspflicht und zum permanenten Leistungsnachweis, dem die Organisationen immer stärker ausgesetzt sind, sowohl gegenüber dem Staat als auch gegenüber privaten Spendern (statt &#8220;trust me&#8221; &#8211; &#8220;prove me&#8221;). Speziell der Staat hat sein Verhältnis zur Sozialwirtschaft verändert,  &#8211; die Beziehung wurde vermarktlicht: die öffentliche Hand sieht sich als Einkäufer sozialer Dienstleistungen. Die Leistungsverträge, die die öffentliche Hand vergibt, diktiert sie auch selbst</li>
<li>Räume für gemeinnützige Projekte, z.B. im Kultur- oder Sportbereich, sind gerade in den Metropolen sehr knapp. Hier konkurrieren Nonprofits und die Sozialwirtschaft häufig erfolglos um den raren (öffentlichen) Raum, der in der Regel in den Städten mit maximalem Profit verkauft werden soll</li>
<li>Niedrige Einkommen dominieren den Dritten Sektor. Personal wird reduziert, die Arbeitslast erhöht, Jobs werden in Teilzeit-Formate aufgesplittet, die Beschäftigungsverhältnisse insgesamt immer prekärer. Dies führt dazu, dass Personal immer schwieriger zu gewinnen ist und die Qualität der Dienste leidet</li>
</ol>
<p>Das Fazit der Forscher: In den letzten Jahren wurde europaweit der Dritte Sektor erheblich geschwächt und damit auch seine Fähigkeit, soziale Dienste zu erbringen, Interessen zu vertreten, Gemeinschaft zu bilden und Mitmach-Möglichkeiten anzubieten.  Den Forschern zufolge gibt es für die Zukunft zwei mögliche Szenarien (S. 12):</p>
<p>Entweder der Sektor vermarktlicht noch mehr und hört irgendwann auf, ein eigenständiger &#8220;Dritter Sektor&#8221; neben Markt und Staat zu sein. Oder es gibt eine Renaissance des Dritten Sektors und seiner Visionen. Dies würde aber voraussetzen, dass einerseits Politik und Staat diese Renaissance wollen und unterstützen und andererseits auch die Verantwortlichen im Dritten Sektor Konzepte für diesen Weg entwickeln.</p>
<p>Von einer solchen Aufbruchstimmung ist hierzulande leider noch nichts zu spüren, &#8211; so ist zumindest mein Eindruck. Der Dritte Sektor ist verunsichert, fühlt sich in der Defensive und ist sehr schwach, wenn es darum geht, in der Fläche Allianzen in den zivilgesellschaftlichen Raum hinein aufzubauen, um eine Bürgerbewegung zu schaffen, die die Werte der Sozialwirtschaft teilt. Der Schulterschluss wird primär mit staatlichen Akteuren gesucht und auch hier nicht aus einer Position der Stärke heraus, sondern eher aus Gründen der finanziellen Abhängigkeit. Den Blick hin zur Bürgerschaft und in das Gemeinwesen hinein gibt es immer noch viel zu selten.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 9) &#8211; Leitfaden&#8221;Quartiersentwicklung&#8221;</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-teil-9/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2016 09:56:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
		<category><![CDATA[Altenhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Quartiersentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Quartiersvernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Ressource]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine &#8220;Handreichung Quartiersentwicklung&#8221; zur praktischen Umsetzung sozialraumorientierter Ansätze in der Altenhilfe  hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) Mitte Juni 2016 veröffentlicht. Die Handreichung soll den lokalen Akteuren dabei helfen, Quartiere und ihre Infrastruktur so weiter zu entwickeln, dass sie altersgerecht sind und Senioren möglichst lange in ihrem Umfeld wohnen bleiben können. Von barrierefreien Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine <a href="https://www.kda.de/kdaShop/altersgerechtes-planen-bauen-und-wohnen/2010/handreichung-quartiersentwicklung-praktische-umsetzung-sozialraumorientierter-ansaetze-in-der-altenhilfe.html" target="_blank">&#8220;Handreichung Quartiersentwicklung&#8221;</a> zur praktischen Umsetzung sozialraumorientierter Ansätze in der Altenhilfe  hat das <a href="http://www.kda.de/" target="_blank">Kuratorium Deutsche Altershilfe</a> (KDA) Mitte Juni 2016 veröffentlicht.</p>
<p>Die Handreichung soll den lokalen Akteuren dabei helfen, Quartiere und ihre Infrastruktur so weiter zu entwickeln, dass sie altersgerecht sind und Senioren möglichst lange in ihrem Umfeld wohnen bleiben können. Von barrierefreien Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, guten ÖPNV-Verbindungen und Begegnungsmöglichkeiten profitieren dabei nicht nur alte Menschen, sondern auch andere Quartiersbewohner (Familien, Jugendliche, Zuwanderer, Bürger mit Behinderungen usw.).</p>
<p>Folgende Elemente sind für den Prozess der Quartiersentwicklung wichtig und werden im Leitfaden ausführlich besprochen:</p>
<ol>
<li><strong>Ist-Analyse des Quartiers:</strong> Zuerst müssen die Stärken und Schwächen eines Quartiers erhoben werden. Daten dafür gibt es u.a.  in der <a href="https://www.regionalstatistik.de/genesis/online;jsessionid=C8446B2D5B340782EE68625F41C1836D?Menu=Willkommen">Regionaldatenbank Deutschland </a>und im <a href="http://statistikportal.de/Statistik-Portal/Regionalatlas/" target="_blank">Interaktiven Regionalatlas. </a>Aber auch die Quartiersbewohner können Orte im Quartier kartieren, die für die wichtig sind. Versorgungslagen und -defizite können über Interviews, Fragebögen und Quartiersbegehungen abgefragt werden. Ein Musterfragebogen und diverse Checklisten, um das örtliche Versorgungsangebot zu erheben, sind in der Handreichung vorhanden.</li>
<li><strong>Projektmanagement:</strong> Der Leitfaden bietet Hilfen zu den Themen Projektvorbereitung, -planung, &#8211; durchführung und -abschluss und enthält unterschiedliche Checklisten wie bspw. eine Checkliste &#8220;Kick-off-Veranstaltung&#8221;, auf der das Konzept der altersgerechten Quartiersentwicklung den Bewohnern eines Stadtbezirks oder Stadtteils vorgestellt wird.</li>
<li><strong>Kooperation und Vernetzung:</strong> Altersgerechte Quartiersentwicklung setzt auf Vernetzung im Quartier, weil kein einzelner Akteur die Aufgaben stemmen kann, die mit einem sozialraumorientierten Ansatz einhergehen. Der Leitfaden beschreibt unterschiedliche lokale Netzwerkformen und den Nutzen von Netzwerken, erklärt, wie eine Stakeholder-Analyse gemacht wird und bietet Checklisten für den Netzwerk-Aufbau und die Arbeit in Netzwerken</li>
<li><strong>Partizipation:</strong> Bürger sollen in die Bedarfsermittlung, Planung und Umsetzung von altersgerechten Quartieren einbezogen werden. Der Leitfaden listet auf S. 90 unterschiedliche Bürgerbeteiligungsmethoden auf, die von der Quartiersbegehung bis zum Runden Tisch, Open Space-Veranstaltungen und Zukunftswerkstätten reichen.</li>
<li><strong>Nachhaltigkeit und Finanzierung:</strong> Um sozialraumbezogene Konzepte erfolgreich umsetzen zu können, braucht es dem Leitfaden zufolge ein professionelles Quartiersmanagement und eine längerfristige Finanzierung. Letztere wird oft durch eine Umlage oder Pauschale finanziert, die Bewohner des betreuten Wohnens oder Mieter von Wohnungsgenossenschaften zahlen, wie bspw. im Fall der <a href="http://www.freie-scholle.de/" target="_blank">&#8220;Freien Scholle&#8221;</a> in Bielefeld.</li>
</ol>
<p>Die Handreichung des KDA richtet sich an Fachleute. Obwohl auch Bürger einen wichtigen Anteil an der Quartiersentwicklung haben und oftmals Vereine oder Genossenschaften mit Quartiersprojekten beginnen, steht in dem Leitfaden eher die kommunale, in jedem Fall aber die professionelle Perspektive im Mittelpunkt.</p>
<p>Für mich bleibt zum Schluss die Frage ungeklärt, weshalb man das Konzept auf &#8220;altersgerechte Quartiere&#8221; konzentriert, wenn Barrierefreiheit und inklusive Strukturen nicht nur für alte Menschen, sondern auch für alle anderen Quartiersbewohner/innen wichtig sind. In diesem Fall wäre es doch besser, gleich von vornherein eine &#8220;inklusive Quartiersentwicklung&#8221; in den Blick zu nehmen und sich nicht strategisch und begrifflich auf eine Zielgruppe zu beschränken.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gute Prinzipien für das Freiwilligenmanagement</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/gute-prinzipien-fuer-das-freiwilligenmanagement/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2016 16:26:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwilligenmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Freiwilligenmanagement in gemeinnützigen Organisationen wird häufig an den Erkenntnissen ausgerichtet, die im betriebswirtschaftlichen Personalmanagement gesammelt wurden. Die Managementaufgaben im Umgang mit den Freiwilligen werden in die folgenden Phasen eingeteilt: Planung, Rekrutierung, Orientierung und Training, Supervision und Monitoring, Anerkennung, Verabschiedung/Trennung. Die Freiwilligentätigkeit wird in der Organisation so gehandhabt wie eine ganz gewöhnliche  betriebliche Beschäftigung. Dieses [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Freiwilligenmanagement in gemeinnützigen Organisationen wird häufig an den Erkenntnissen ausgerichtet, die im betriebswirtschaftlichen Personalmanagement gesammelt wurden. Die Managementaufgaben im Umgang mit den Freiwilligen werden in die folgenden Phasen eingeteilt: Planung, Rekrutierung, Orientierung und Training, Supervision und Monitoring, Anerkennung, Verabschiedung/Trennung. Die Freiwilligentätigkeit wird in der Organisation so gehandhabt wie eine ganz gewöhnliche  betriebliche Beschäftigung.</p>
<p>Dieses &#8220;Arbeitsplatzmodell&#8221; des Freiwilligenmanagements wird dem Umstand nicht gerecht, dass es häufig in den Institutionen keine ganz klar abgegrenzten Aufgaben für einen Freiwilligen gibt, sondern diese in der Praxis ausgehandelt werden zwischen dem Freiwilligen, den bezahlten Mitarbeitern, der Führungsebene und anderen Stakeholdern der Organisation. Die Freiwilligen sind hier eher &#8220;Co-Worker&#8221; der professionellen Mitarbeiter als &#8220;Dienstleister&#8221; (<a href="http://www.ivr.org.uk/images/stories/Institute-of-Volunteering-Research/VA-Documents/VA1_2/article1_rochester.pdf">Rochester 1999</a>). In diesem Fall muss auch das Freiwilligenmanagement den Aushandlungsprozessen zwischen Freiwilligen und Mitarbeitern Rechnung tragen.</p>
<p>Sibylle Studer hat die Komponenten bzw. Prinzipien eines <em>interaktionalen Freiwilligenmanagements</em> in einem wissenschaftlichen <a href="http://nvs.sagepub.com/content/early/2015/08/06/0899764015597786.abstract?cited-by=yes&amp;legid=spnvs;0899764015597786v1#cited-by">Aufsatz </a> (2015) zusammengetragen. Sie hat dafür die relevante Fachliteratur und 399 ausgefüllte Fragebögen von Freiwilligenmanagern aus schweizerischen Nonprofit-Organisationen ausgewertet.  Was ist wichtig, um im Rahmen des Freiwilligenmanagements Aushandlungsprozesse zwischen Freiwilligen und Mitarbeitern, Freiwilligen und der Führungseben der Organisation und den Stakeholdern einer Einrichtung erfolgreich zu steuern?</p>
<ul>
<li>Unterschiedliche Interessen und Werte müssen ausbalanciert werden</li>
<li>Für den Einsatz und die Wertschätzung von Freiwilligen ist in der Organisation Überzeugungsarbeit zu leisten</li>
<li>Freiwillige brauchen Partizipations &#8211; und Mitbestimmungsmöglichkeiten</li>
<li>Strategisches Commitment, d.h. die Führung der Organisation muss den Einsatz von Freiwilligen befürworten, diesen fördern und in die dafür zuständigen Organisationsstrukturen investieren</li>
<li>Koordination und Austausch in Freiwilligen-Angelegenheiten über Organisationsgrenzen hinweg</li>
<li>Rollenklarheit bei Freiwilligen und bezahlten Mitarbeitern schaffen</li>
<li>Den Teamgeist in der Organisation stärken</li>
<li>Respekt und Wertschätzung der Freiwilligen fördern</li>
</ul>
<p>(<a href="http://nvs.sagepub.com/content/early/2015/08/06/0899764015597786.abstract?cited-by=yes&amp;legid=spnvs;0899764015597786v1#cited-by">Studer 2015, S. 10 und 11</a>). Diese Prinzipien beeinflussen die Ergebnisse des Freiwilligenmanagements laut Studer positiv. Wobei hier die Ergebnisse &#8220;Rekrutierung&#8221; und &#8220;Erhalt&#8221; von Freiwilligen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Lediglich die Komponenten &#8220;Partizipation und Mitbestimmung&#8221; bleiben ohne positive Korrelation mit dem outcome des Freiwilligenmanagements, &#8211; ein Ergebnis, das Studer verwundert (ebd., S. 17). Ihr zufolge könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, dass Freiwillige, die mitgestalten wollen, gemeinsam mit anderen Freiwilligen ihre eigenen Projekte organisieren und nicht mehr beim klassischen Ehrenamt in Organisationen mitmachen (ebd.).  Schaut man sich die Ergebnisse des Deutschen Freiwilligensurveys 2014 an, dann sieht man tatsächlich, dass der Anteil derjenigen steigt, die in selbstorganisierten Gruppen aktiv sind, und der Anteil jener sinkt, die sich in formalen Organisationen  engagieren (<a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/publikationen,did=224190.html">Freiwilligensurvey 2014</a>, S. 522). Gleichzeitig ist im Freiwilligensurvey aber zu lesen, dass die Mehrheit der Freiwilligen ihre Mitsprachemöglichkeiten in Organisationen als gut oder sehr gut bewerten, &#8211; wobei die Älteren die Dinge positiver sehen als die Jüngeren (Freiwilligensurvey 2014, S. 526).</p>
<p>Laut Studer eignen sich die obigen Prinzipien sehr gut, um organisationsintern das eigene Freiwilligenmanagement auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen, inwieweit es den Prinzipien des interaktionalen Freiwilligenmanagements gerecht wird.</p>
<p>Studer hat ihre Forschungsergebnisse gemeinsam mit Schnurbein in einer deutschsprachigen Studie zusammengefasst, die Umsetzungshilfen und Checklisten für Nonprofits enthält:<br />
Studer, S./ von Schnurbein, G.: <a href="https://ceps.unibas.ch/fileadmin/ceps/redaktion/Downloads/Forschung/CEPS_Forschung_Praxis/FP09_CEPS_Integrierte-Freiwilligenkoordination_web.pdf">Integrierte Freiwilligenkoordination</a>, CEPS Forschung und Praxis Bd. 9, Basel: CEPS, 2013.</p>
<p>Ein Manko der  ganzen Untersuchung ist, dass die Komponenten für ein interaktionales Freiwilligenmanagement nur aus Organisations- und Wissenschaftsperspektive zusammengestellt wurden. Die Freiwilligen selbst wurden nicht befragt.</p>
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		<title>Inklusion durch Innovation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2016 12:02:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite openTransfer CAMP Inklusion statt. Im Vorfeld laden die Macher von openTransfer in Kooperation mit der Aktion Mensch zu einer NPO-Blogparade ein über die Frage &#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen. Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite <a href="http://www.opentransfer.de/event/otc16-inklusion/">openTransfer CAMP Inklusion</a> statt. Im Vorfeld laden die Macher von <a href="http://www.opentransfer.de/#home">openTransfer</a> in Kooperation mit der <a href="https://www.aktion-mensch.de/">Aktion Mensch</a> zu einer <a href="https://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> ein über die Frage <a href="http://www.opentransfer.de/7273/npo-blogparade-wie-kommt-barrierefreiheit-im-netz-voran/">&#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;</a>. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen.</em></p>
<p>Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung &#8211; in das örtliche Gemeinwesen kann durch innovative Praktiken vor Ort gefördert werden. Zu diesen Praktiken zählen:</p>
<ul>
<li>der Aufbau von Netzwerken</li>
<li>der Wissenstransfer</li>
<li>die Förderung von Bürger-Ideen und Bürger-Projekten</li>
<li>das Bürgerengagement von Menschen mit und ohne Behinderung</li>
<li>die Nutzung des Internets</li>
</ul>
<p>Die Bedenken mancher Kommune,  angesichts knapper Budgets und überlasteter Mitarbeiter/innen nur wenig Handlungsspielräume für die Realisierung eines inklusiven Gemeinwesens zu haben, sind viel zu pessimistisch. Geld ist nicht alles &#8211; wichtig sind auch neue Praktiken, die die vorhandenen Ressourcen besser nutzen und Menschen im Gemeinwesen über Fach-, Sektoren- und Quartiersgrenzen hinweg zusammenführen.</p>
<p>In vielen Gemeinden gibt es schon Arbeitsgruppen oder Beiräte, die sich mit dem Thema &#8220;Inklusion&#8221; befassen. Allerdings sind diese in der Regel nicht trisektoral (Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft),  &#8211; oft bleiben Bürger und die Stadt unter sich. Wenn ein Gemeinwesen aber inklusiver werden soll, dann müssen alle Bereiche einer Stadtgesellschaft an einen Tisch, &#8211; man kann es sich nicht leisten, einen Sektor außen vor zu lassen und damit auf Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten zu verzichten.</p>
<p>Wer sich vor Ort mit inklusiven Maßnahmen auf den Weg macht, sollte offensiv darüber berichten und das Thema auf der Gemeinde- und Vereinswebseite bzw. in den örtlichen Publikationen nicht aussparen oder am Rand abhandeln. Nur wer regelmäßig über die örtlichen Inklusions-Schritte  und über Begegnungs- und Mitmachmöglichkeiten berichtet, kann damit rechnen, dass das Thema im Bewusstsein des Gemeinwesens ankommt und Mitstreiter für gemeinsame Aktivitäten gefunden werden.</p>
<p>Das Internet spielt eine wichtige Rolle, um Wissen zwischen Sektoren und über Gemeindegrenzen hinweg zu teilen und Wissensspeicher anzulegen, auf die alle zugreifen können, die Tipps brauchen, wie inklusive Strukturen aufgebaut werden können.  Auch Bürger-Ideen und freiwillig Engagierte können online gesucht werden. Dafür sollte man Freiwilligendatenbanken nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich barrierefrei machen. D.h. in den Datenbanken müssen sich auch Informationen dazu finden lassen, ob Orte des Engagements barrierefrei sind und welche der ehrenamtlichen  Tätigkeiten  sich bspw. für Menschen mit Lernbehinderung eignen.  Auch die Möglichkeiten des Online-Volunteering sollten stärker ausgebaut werden. Das digitale Ehrenamt bietet gerade Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, viele interessante Möglichkeiten, siehe hierzu den <a href="http://www.opentransfer.de/7324/npo-blogparade-digitales-engagement-perspektivwechsel-online/">Beitrag </a>von Henning Baden für die aktuelle NPO-Blogparade.</p>
<p>Bürger sollten ermuntert werden, eigene Ideen, die die Inklusion voranbringen, umzusetzen. Sie sollten dafür eine Infrastruktur zur Engagement-Förderung nutzen können, die bedarfsorientiert berät und unterstützt. In diese Beratung sind örtliche Experten aus allen Bereichen als Mentoren für Bürgerengagement einzubeziehen, &#8211; erfahrene Engagierte, Vereinsvorstände, Kirchengemeinde-Vertreter, örtliche Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Vertreter von Kommune und Wirtschaft. Professionelle Sozialeinrichtungen sind ebenfalls gefordert, sich über ihre unmittelbare Aufgabe hinaus als örtliche Berater für ein inklusives Gemeinwesen anzubieten.</p>
<p>Innovative Praktiken sind der Schlüssel für vieles auf lokaler Ebene, so auch für Inklusionsprozesse. Sie setzten vor Ort den Willen zur Kooperation und zum Lernen voraus.</p>
<p>Gerade Verbände und Initiativen von Behinderten sollten sich lokal ofensiv mit ihrem Umfeld vernetzen, um in Form einer lokalen Allianz das Thema Inklusion voranzutreiben.  An dieser Vernetzung untereinander und mit dem Gemeinwesen mangelt es noch häufig auf örtlicher Ebene.</p>
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		<title>Literatur für Netzwerk-Knüpfer im Nonprofit-Sektor</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/literatur-fuer-netzwerk-knuepfer-im-nonprofit-sektor/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2015 09:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialeinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie funktionieren Netzwerke aus Organisationen? Wie bilden sie sich und wie wachsen sie, welchen Mehrwert besitzen diese Netzwerke, wie kann man sie steuern und wie evaluieren? Da im Sozialsektor durch die De-Institutionalisierung bzw. durch die Vorgabe &#8220;ambulant vor stationär&#8221; und die Dezentralisierung von Angeboten der Bedarf nach Koordination unter den Diensten wächst, braucht die Praxis [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie funktionieren Netzwerke aus Organisationen? Wie bilden sie sich und wie wachsen sie, welchen Mehrwert besitzen diese Netzwerke, wie kann man sie steuern und wie evaluieren? Da im Sozialsektor durch die De-Institutionalisierung bzw. durch die Vorgabe &#8220;ambulant vor stationär&#8221; und die Dezentralisierung von Angeboten der Bedarf nach Koordination unter den Diensten wächst, braucht die Praxis Wissen über Netzwerke als mögliche Steuerungsform.</p>
<p>Wer also Fragen im Hinblick auf interorganisationale Netzwerke hat, findet Antworten in den beiden folgenden Publikationen mit dem Anspruch, Wissen für Praktiker im Nonprofit-Sektor zu bieten:</p>
<p><em>Popp, J./MacKean, G./Casebeer, A./Milward, H.B./Lindstrom, R. (2013): Inter-organizational networks: A critical review of the literature to inform practice <a href="http://sls.royalroads.ca/sites/default/files/files/interorganizational_networks_a_critical_review_of_the_literature_to_inform_practice.pdf">(online verfügbar)</a></em></p>
<p>Die Autoren haben 265 englischsprachige Aufsätze, die zwischen 2002 und 2012 zum Thema publiziert wurden, durchgesehen und davon 142 Arbeiten &#8211; auch graue Literatur, die nicht im Buchhandel zu finden ist &#8211; in ihren kritischen Literaturüberblick aufgenommen. Er soll das Wissen für Praktiker zusammentragen, das derzeit über Netzwerke aus Organisationen existiert.</p>
<p>Die Autoren beleuchten das Phänomen interorganisationaler Netzwerke  aus unterschiedlichen Blickwinkeln und bringen jeweils den aktuellen Stand der Forschung ein.  Sie machen deutlich, dass Netzwerke sehr komplexe Strukturen sind, über die noch zu wenig bekannt ist. Obwohl es schon seit 20 Jahren eine rege Netzwerk-Forschung gibt, sind viele Netzwerk-Eigenschaften immer noch unklar und gibt es zu wenig empirische Studien zum Thema. Die Autoren ermuntern deshalb auch die Netzwerk-Praktiker im Sozialbereich, ihr Wissen über Netzwerke zu veröffentlichen und mit anderen zu teilen.</p>
<p><em>Quilling, Eike/Nicolini, Hans J./Graf, Christine/Starke, Dagmar (2013): Praxiswissen Netzwerkarbeit. Gemeinnützige Netzwerke erfolgreich gestalten, Springer VS</em></p>
<p>Auch diese Veröffentlichung richtet sich explizit an Praktiker im Sozial- und Gesundheitsbereich, um diese zum professionellen Netzwerkaufbau und -management zu befähigen. Das Buch fängt an mit der Definition von Netzwerken und einer kurzen Einführung in die inhaltlichen Grundlagen zum Thema . Danach handeln die Autoren die einzelnen Schritte ab, die ein Netzwerk-Gründer im Dritten Sektor gehen sollte, befassen sich mit dem Netzwerkmanagement, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Netzwerkevaluation und der Netzwerk-Finanzierung.</p>
<p>Im Mittelpunkt des Buches stehen Netzwerke, die von der Politik oder vom Gesetzgeber angestoßen wurden und professionell gesteuert werden über eine Steuerungsgruppe oder eine Geschäftsstelle, und weniger Netzwerke, die sich &#8220;bottom-up&#8221; bildeten und sich basisdemokratisch koordinieren.</p>
<p>Beide Publikationen, die englisch- und die deutschsprachige, bieten wertvolles Netzwerk-Wissen für Netzwerk-Knüpfer, wobei das Buch von Quilling u.a. die beste Wahl ist für jene, die konkret vor der Aufgabe stehen, ein Netzwerk aus Organisationen aufzubauen und die handlungsorientiertes Wissen benötigen.</p>
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