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	<title>Wissen &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Inklusion durch Innovation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2016 12:02:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite openTransfer CAMP Inklusion statt. Im Vorfeld laden die Macher von openTransfer in Kooperation mit der Aktion Mensch zu einer NPO-Blogparade ein über die Frage &#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen. Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 30. Januar 2016 findet in München das zweite <a href="http://www.opentransfer.de/event/otc16-inklusion/">openTransfer CAMP Inklusion</a> statt. Im Vorfeld laden die Macher von <a href="http://www.opentransfer.de/#home">openTransfer</a> in Kooperation mit der <a href="https://www.aktion-mensch.de/">Aktion Mensch</a> zu einer <a href="https://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> ein über die Frage <a href="http://www.opentransfer.de/7273/npo-blogparade-wie-kommt-barrierefreiheit-im-netz-voran/">&#8220;Wie kommt Barrierefreiheit im Netz voran?&#8221;</a>. Beiträge sind bis zum 28.1. 2016 willkommen.</em></p>
<p>Die Inklusion von Bürgern &#8211; mit und ohne Behinderung &#8211; in das örtliche Gemeinwesen kann durch innovative Praktiken vor Ort gefördert werden. Zu diesen Praktiken zählen:</p>
<ul>
<li>der Aufbau von Netzwerken</li>
<li>der Wissenstransfer</li>
<li>die Förderung von Bürger-Ideen und Bürger-Projekten</li>
<li>das Bürgerengagement von Menschen mit und ohne Behinderung</li>
<li>die Nutzung des Internets</li>
</ul>
<p>Die Bedenken mancher Kommune,  angesichts knapper Budgets und überlasteter Mitarbeiter/innen nur wenig Handlungsspielräume für die Realisierung eines inklusiven Gemeinwesens zu haben, sind viel zu pessimistisch. Geld ist nicht alles &#8211; wichtig sind auch neue Praktiken, die die vorhandenen Ressourcen besser nutzen und Menschen im Gemeinwesen über Fach-, Sektoren- und Quartiersgrenzen hinweg zusammenführen.</p>
<p>In vielen Gemeinden gibt es schon Arbeitsgruppen oder Beiräte, die sich mit dem Thema &#8220;Inklusion&#8221; befassen. Allerdings sind diese in der Regel nicht trisektoral (Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft),  &#8211; oft bleiben Bürger und die Stadt unter sich. Wenn ein Gemeinwesen aber inklusiver werden soll, dann müssen alle Bereiche einer Stadtgesellschaft an einen Tisch, &#8211; man kann es sich nicht leisten, einen Sektor außen vor zu lassen und damit auf Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten zu verzichten.</p>
<p>Wer sich vor Ort mit inklusiven Maßnahmen auf den Weg macht, sollte offensiv darüber berichten und das Thema auf der Gemeinde- und Vereinswebseite bzw. in den örtlichen Publikationen nicht aussparen oder am Rand abhandeln. Nur wer regelmäßig über die örtlichen Inklusions-Schritte  und über Begegnungs- und Mitmachmöglichkeiten berichtet, kann damit rechnen, dass das Thema im Bewusstsein des Gemeinwesens ankommt und Mitstreiter für gemeinsame Aktivitäten gefunden werden.</p>
<p>Das Internet spielt eine wichtige Rolle, um Wissen zwischen Sektoren und über Gemeindegrenzen hinweg zu teilen und Wissensspeicher anzulegen, auf die alle zugreifen können, die Tipps brauchen, wie inklusive Strukturen aufgebaut werden können.  Auch Bürger-Ideen und freiwillig Engagierte können online gesucht werden. Dafür sollte man Freiwilligendatenbanken nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich barrierefrei machen. D.h. in den Datenbanken müssen sich auch Informationen dazu finden lassen, ob Orte des Engagements barrierefrei sind und welche der ehrenamtlichen  Tätigkeiten  sich bspw. für Menschen mit Lernbehinderung eignen.  Auch die Möglichkeiten des Online-Volunteering sollten stärker ausgebaut werden. Das digitale Ehrenamt bietet gerade Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, viele interessante Möglichkeiten, siehe hierzu den <a href="http://www.opentransfer.de/7324/npo-blogparade-digitales-engagement-perspektivwechsel-online/">Beitrag </a>von Henning Baden für die aktuelle NPO-Blogparade.</p>
<p>Bürger sollten ermuntert werden, eigene Ideen, die die Inklusion voranbringen, umzusetzen. Sie sollten dafür eine Infrastruktur zur Engagement-Förderung nutzen können, die bedarfsorientiert berät und unterstützt. In diese Beratung sind örtliche Experten aus allen Bereichen als Mentoren für Bürgerengagement einzubeziehen, &#8211; erfahrene Engagierte, Vereinsvorstände, Kirchengemeinde-Vertreter, örtliche Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Vertreter von Kommune und Wirtschaft. Professionelle Sozialeinrichtungen sind ebenfalls gefordert, sich über ihre unmittelbare Aufgabe hinaus als örtliche Berater für ein inklusives Gemeinwesen anzubieten.</p>
<p>Innovative Praktiken sind der Schlüssel für vieles auf lokaler Ebene, so auch für Inklusionsprozesse. Sie setzten vor Ort den Willen zur Kooperation und zum Lernen voraus.</p>
<p>Gerade Verbände und Initiativen von Behinderten sollten sich lokal ofensiv mit ihrem Umfeld vernetzen, um in Form einer lokalen Allianz das Thema Inklusion voranzutreiben.  An dieser Vernetzung untereinander und mit dem Gemeinwesen mangelt es noch häufig auf örtlicher Ebene.</p>
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		<title>Literatur für Netzwerk-Knüpfer im Nonprofit-Sektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2015 09:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
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		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie funktionieren Netzwerke aus Organisationen? Wie bilden sie sich und wie wachsen sie, welchen Mehrwert besitzen diese Netzwerke, wie kann man sie steuern und wie evaluieren? Da im Sozialsektor durch die De-Institutionalisierung bzw. durch die Vorgabe &#8220;ambulant vor stationär&#8221; und die Dezentralisierung von Angeboten der Bedarf nach Koordination unter den Diensten wächst, braucht die Praxis [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie funktionieren Netzwerke aus Organisationen? Wie bilden sie sich und wie wachsen sie, welchen Mehrwert besitzen diese Netzwerke, wie kann man sie steuern und wie evaluieren? Da im Sozialsektor durch die De-Institutionalisierung bzw. durch die Vorgabe &#8220;ambulant vor stationär&#8221; und die Dezentralisierung von Angeboten der Bedarf nach Koordination unter den Diensten wächst, braucht die Praxis Wissen über Netzwerke als mögliche Steuerungsform.</p>
<p>Wer also Fragen im Hinblick auf interorganisationale Netzwerke hat, findet Antworten in den beiden folgenden Publikationen mit dem Anspruch, Wissen für Praktiker im Nonprofit-Sektor zu bieten:</p>
<p><em>Popp, J./MacKean, G./Casebeer, A./Milward, H.B./Lindstrom, R. (2013): Inter-organizational networks: A critical review of the literature to inform practice <a href="http://sls.royalroads.ca/sites/default/files/files/interorganizational_networks_a_critical_review_of_the_literature_to_inform_practice.pdf">(online verfügbar)</a></em></p>
<p>Die Autoren haben 265 englischsprachige Aufsätze, die zwischen 2002 und 2012 zum Thema publiziert wurden, durchgesehen und davon 142 Arbeiten &#8211; auch graue Literatur, die nicht im Buchhandel zu finden ist &#8211; in ihren kritischen Literaturüberblick aufgenommen. Er soll das Wissen für Praktiker zusammentragen, das derzeit über Netzwerke aus Organisationen existiert.</p>
<p>Die Autoren beleuchten das Phänomen interorganisationaler Netzwerke  aus unterschiedlichen Blickwinkeln und bringen jeweils den aktuellen Stand der Forschung ein.  Sie machen deutlich, dass Netzwerke sehr komplexe Strukturen sind, über die noch zu wenig bekannt ist. Obwohl es schon seit 20 Jahren eine rege Netzwerk-Forschung gibt, sind viele Netzwerk-Eigenschaften immer noch unklar und gibt es zu wenig empirische Studien zum Thema. Die Autoren ermuntern deshalb auch die Netzwerk-Praktiker im Sozialbereich, ihr Wissen über Netzwerke zu veröffentlichen und mit anderen zu teilen.</p>
<p><em>Quilling, Eike/Nicolini, Hans J./Graf, Christine/Starke, Dagmar (2013): Praxiswissen Netzwerkarbeit. Gemeinnützige Netzwerke erfolgreich gestalten, Springer VS</em></p>
<p>Auch diese Veröffentlichung richtet sich explizit an Praktiker im Sozial- und Gesundheitsbereich, um diese zum professionellen Netzwerkaufbau und -management zu befähigen. Das Buch fängt an mit der Definition von Netzwerken und einer kurzen Einführung in die inhaltlichen Grundlagen zum Thema . Danach handeln die Autoren die einzelnen Schritte ab, die ein Netzwerk-Gründer im Dritten Sektor gehen sollte, befassen sich mit dem Netzwerkmanagement, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Netzwerkevaluation und der Netzwerk-Finanzierung.</p>
<p>Im Mittelpunkt des Buches stehen Netzwerke, die von der Politik oder vom Gesetzgeber angestoßen wurden und professionell gesteuert werden über eine Steuerungsgruppe oder eine Geschäftsstelle, und weniger Netzwerke, die sich &#8220;bottom-up&#8221; bildeten und sich basisdemokratisch koordinieren.</p>
<p>Beide Publikationen, die englisch- und die deutschsprachige, bieten wertvolles Netzwerk-Wissen für Netzwerk-Knüpfer, wobei das Buch von Quilling u.a. die beste Wahl ist für jene, die konkret vor der Aufgabe stehen, ein Netzwerk aus Organisationen aufzubauen und die handlungsorientiertes Wissen benötigen.</p>
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		<title>Quartiersvernetzung fördern (Teil 2) &#8211; durch Wissenstransfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2015 16:23:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[impact]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der zweite Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem ersten Beitrag, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, geht es im zweiten Blogartikel  um den Wissensaustausch unter den örtlichen Quartiersvernetzern. Die nächsten Beiträge nehmen die Rolle bürgerschaftlicher Netzwerkknüpfer, die örtliche Wirtschaft,  Sozialunternehmen und Kirchen in den Blick. Welche Vernetzungsaktivitäten  gibt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist der zweite Beitrag einer kleinen, wöchentlichen Artikelserie hier im Blog zum Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221;. Nach dem <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/quartiersvernetzung-foerdern-nutzen-stiften/">ersten Beitrag</a>, warum Quartiersvernetzung wichtig ist, geht es im zweiten Blogartikel  um den Wissensaustausch unter den örtlichen Quartiersvernetzern. Die nächsten Beiträge nehmen die Rolle bürgerschaftlicher Netzwerkknüpfer, die örtliche Wirtschaft,  Sozialunternehmen und Kirchen in den Blick.</em></p>
<p>Welche Vernetzungsaktivitäten  gibt es in den unterschiedlichen Quartieren einer Stadt? Welche erfolgreichen Vernetzungs-Projekte könnten von einem Stadtteil in den anderen übernommen werden? Sehr häufig fehlt den Vernetzern im Quartier ein Überblick über den Stand von Nachbarschaftsprojekten in anderen Teilen der Stadt.</p>
<p>Fortbildungen zum Thema &#8220;Gemeinwesenarbeit/Quartiersvernetzung&#8221; finden zum Teil nur trägerintern statt, zum Teil auch trägerübergreifend, dann aber häufig bezogen auf ein bestimmtes Fachgebiet (z.B. Altenarbeit), so dass  der fach- und sektorenübergreifende Austausch auf örtlicher Ebene beim Thema &#8220;Quartiersvernetzung&#8221; nicht gesichert ist. Bürgerschaftliche Vernetzer, die an keine Institution angedockt sind, haben überdies gar keinen Zugriff auf trägerinterne Weiterbildungen, so dass gerade für bürgerschaftliche Vernetzer der offene Wissenstransfer eine herausragende Rolle spielt, um den eigenen<em> impact</em> in der Quartiersvernetzung verbessern zu können.</p>
<p>Da angesichts des demographischen Wandels und sozialer Veränderungen speziell das bürgerschaftliche Engagement im Bereich der Quartiersvernetzung gefragt ist, sollten bürgerschaftiche Quartiersvernetzer einen Zugriff auf das Vernetzungswissen von anderen Akteuren und anderen Stadtteilen erhalten. Allein auf  das Engagement von städtischen oder gemeinnützigen Institutionen zu setzen, wird in Zukunft nicht ausreichen. Wir brauchen nicht nur einzelne Stadtteibüros, Sozialdienste, Mehrgenerationenhäuser und Kirchengemeinden, die Vernetzungsstrukturen im Quartier aufbauen und als Netzwerkknoten fungieren. Sondern wir brauchen viele Aktive an vielen unterschiedlichen Stellen, die das Quartier mit einem gemeinwesenorientierten Blick bereichern.</p>
<p>In Stuttgart gibt es für diesen notwendigen offenen Wissenstransfer in der Quartiersvernetzung seit Sommer 2013 das Forum der <a href="http://www.stadtteilvernetzer-stuttgart.de/">&#8220;Stadtteilvernetzer Stuttgart&#8221;</a> , das ich gemeinsam mit anderen Aktiven initiiert habe. Es ist ein Netzwerk für den Wissensaustausch unter den lokalen Quartiersvernetzern und zwar bezirks-, sektoren- und fachübergreifend.  Im Rahmen vierteljähriger Treffen in unterschiedlichen Bezirken tauschen gemeinnützige, bürgerschaftliche und städtische Akteure Wissen über Vernetzungsaktivitäten in den Stadtteilen aus und wirken als Katalysator für die Quartiersvernetzung. Gute Projekte, die einfach handzuhaben sind, werden als mögliche Transferprojekte für andere Quartiere beworben. Fachthemen werden gemeinsam bearbeitet, neue Themen, die für die Quartiersvernetzung relevant sein könnten, aufgegriffen. Was im Moment noch fehlt, sind Kontakte zur lokalen Wirtschaft, d.h. an der Trisektoralität der Initiative ist noch zu arbeiten.</p>
<p>Der offene Wissensstransfer unter den Stadtteilvernetzern kann die Versäulung des Knowhows auch im Bereich der Quartiersvernetzung aufbrechen und die Effizienz und Effektivität lokaler Vernetzungsaktivitäten fördern, da man gemeinsam von erfolgreichen und gescheiterten Projekten lernen kann.</p>
<p>Es wäre wichtig, wenn auch in der Projekt- und Engagementförderung die örtlichen Vernetzungs- und Austauschstrukturen stärker in den Blick rücken würden, weil gute Strukturen die Ergebnisse und Wirkungen öffentlicher und zivigesellschaftlicher Aktivitäten verbessern können.</p>
<p>Auch lokale Stiftungen könnten es sich zum Ziel setzen, die örtliche  Vernetzung über Sektorengrenzen hinweg zu fördern und den lokalen Wissenstransfer &#8211; online und offline &#8211; in der Quartiersvernetzung voranzubringen. Für eine örtliche Stiftung könnte diese Aufgabe sogar profilbildend sein.  In der Regel wird aber auch im Stiftungsbereich die Bedeutung von Strukturen vernachlässigt.  Man setzt lieber auf medial gut zu vermittelnde Projekte mit sozialem Charme. Dadurch kommt das, was hinter den Projekten liegt, sozusagen der &#8220;Maschinenraum&#8221; der Zivilgesellschaft, nicht voran. Einzelne Projekte werden enden, aber gute Netzwerkstrukturen im Quartier bleiben und bieten die Grundlage für neue Initiativen und Entwicklungen.</p>
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		<title>Collective Impact &#8211; gemeinsam mehr erreichen</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/collective-impact-gemeinsam-mehr-erreichen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2013 15:23:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[impact]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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		<category><![CDATA[Nonprofit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[NPO]]></category>
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					<description><![CDATA[Der folgende Text ist ein Beitrag für die NPO-Blogparade, die erfreulicherweise wieder einmal stattfindet. Gastgeber der Blogparade ist openTransfer.de in Kooperation mit Sebastian Volberg. Das Thema lautet &#8220;Voneinander lernen in der Zivilgesellschaft / offener Wissenstransfer&#8221;. Der Startartikel befindet sich hier. Die Blogparade läuft noch bis zum 26. Mai 2013, &#8211; machen Sie mit, Sie sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der folgende Text ist ein Beitrag für die <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a>, die erfreulicherweise wieder einmal stattfindet. Gastgeber der Blogparade ist <a href="http://www.opentransfer.de/">openTransfer.de</a> in Kooperation mit <a href="http://www.sebastianvolberg.de/so-richtig-offener-ideentransfer/">Sebastian Volberg.</a> Das Thema lautet &#8220;Voneinander lernen in der Zivilgesellschaft / offener Wissenstransfer&#8221;. Der Startartikel befindet sich <a href="http://www.opentransfer.de/2209/npo-blogparade-voneinander-lernen-in-der-zivilgesellschaft/">hier</a>. Die Blogparade läuft noch bis zum 26. Mai 2013, &#8211; machen Sie mit, Sie sind herzlich eingeladen. <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/about/">Hier</a> ist erklärt, was die NPO-Blogparade ist.</em></p>
<p>Die meisten gemeinnützigen Organisationen und Dienstleister setzen auf ihre eigenen Konzepte, ihre eigene Organisation, ihre eigene Leistungsfähigkeit, kurz: auf ihre isolierte Wirkung, wenn es um die Lösung sozialer Probleme geht.</p>
<p>Staatliche Förderung und Stiftungen verstärken häufig noch diesen Trend. Wenn Projektmittel ausgeschrieben werden, bewerben sich Organisationen und müssen belegen, weshalb gerade sie und ihr Konzept die Mittel verdienen. Auf der Suche nach der innovativsten und effektivsten Organisation fördern Geldgeber den Mythos, dass eine Organisation alleine imstande ist, komplexe gesellschaftliche Probleme lösen zu können. Dies führt dazu, dass zu oft lediglich &#8220;Innovation belohnt (wird), weniger das Potenzial in Sachen Verbreitung&#8221; (<a href="http://www.opentransfer.de/2261/beitrag-zur-npo-blogparade-machen-wir-endlich-ernst/">Flor 2013</a>).</p>
<p>Andererseits befördern auch die &#8220;scaling up&#8221;-Bemühungen von Geldgebern und Plattformen wie <a href="http://www.opentransfer.de/#home">openTransfer.de</a> den Mythos vom &#8220;isolated impact&#8221; leistungsstarker und innovativer Projekte &#8211; sofern der Vernetzung mit dem regionalen Umfeld über Fachgrenzen hinweg nicht ausreichend Rechnung getragen wird.</p>
<p><a href="http://www.opentransfer.de/#home">OpenTransfer.de</a>, die &#8220;Plattform von Projektmachern für Projektmacher, die voneinander lernen und sich austauschen wollen&#8221; (<a href="http://www.opentransfer.de/2261/beitrag-zur-npo-blogparade-machen-wir-endlich-ernst/">Flor 2013</a>) samt den dazugehörigen <a href="http://www.opentransfer.de/#events">openTransfer CAMPs</a> sind eine verdienstvolle Initiative, die in die richtige Richtung weist: Wissen teilen statt Wissen horten bringt das Gemeinwesen weiter. Gute Projekte, die sich an einem Ort bewährt haben, an einen anderen zu transferieren, ist effektiver, als in den Kommunen das Rad immer wieder neu zu erfinden.</p>
<p>Aber gute Projekte zu transferieren reicht nicht aus: &#8220;Achieving high impact is not just about building a great organization and then scaling it up site by site&#8221; (<a href="http://www.ssireview.org/articles/entry/creating_high_impact_nonprofits">McLeod Grant/Crutchfield 2007</a>), &#8211; obwohl der Hype um erfolgreiche Social Entrepreneurs und Skalierung gerade in diese Richtung zeigt, siehe auch die folgende <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-61B470E4-5C268B9C/bst/xcms_bst_dms_37650_37651_2.pdf">Bertelsmann-Publikation</a>. Was ebenso wichtig ist wie der Projekttransfer ist die Vernetzung von Projekten in den Kommunen mit anderen gemeinnützigen, gewerblichen und bürgerschaftlichen Akteuren. Je komplexer Probleme sind und je weniger von vornherein die Antwort feststeht, desto notwendiger wird diese Vernetzung und das gemeinsame Lernen der beteiligten Akteure.</p>
<p>In ihrem Aufsatz <a href="http://leveragingourstrengths.ca/reading/collective_impact.pdf">&#8220;Collective Impact&#8221;</a> aus dem Jahr 2011 beschreiben Kania und Kramer die Erfolge großer Netzwerke, zu denen sich Organisationen zusammengeschlossen haben, die regional an dem selben Problem arbeiten. In diesen Netzwerken setzt man sich ein gemeinsames Ziel, man entwickelt gemeinsame Leistungsindikatoren, unterstützt sich gegenseitig und lernt zusammen.</p>
<p>Dieser Prozess setzt ein wechselseitiges Vertrauen unter den Beteiligten voraus, den Autoren zufolge ist diese Vertrauensbildung eine &#8220;monumentale Herausforderung&#8221;: &#8220;Participants need several years of regular meetings to build up enough experience with each other to recognize and appreciate the common motivation behind their different efforts&#8221; (<a href="http://leveragingourstrengths.ca/reading/collective_impact.pdf">Kania/Kramer 2011, 40</a>). Auch der Heldenrat weist in seinem <a href="http://heldenrat.org/wp/?p=2652">Blogparaden-Beitrag</a> darauf hin, wie voraussetzungsvoll und komplex der Aufbau von Vertrauen und gemeinsame Lernprozesse sind.</p>
<p>Der Transfer guter Projekte ist wichtig, aber er reicht nicht aus, weil Dienstleistungen alleine nicht ausreichen. Notwendig ist auf lokaler Ebene die Bildung von Bewegungen. Da eine Organisation alleine Probleme nicht lösen kann, muss sie lokal eine Bewegung bilden aus Akteuren, die sich denselben Zielen verschrieben haben. &#8220;Advocacy&#8221; und Vernetzung sind deshalb ebenso wichtig wie gute Arbeit oder gute Ideen (<a href="http://www.ssireview.org/articles/entry/creating_high_impact_nonprofits">McLeod Grant/Crutchfield 2007</a>). Vielleicht sind das die zwei Aspekte, um die das Projekt openTransfer ergänzt werden könnte: eine Konzentration nicht nur auf den Wissensaustausch und das Verbreiten von Projekten, sondern auch eine Sensibilisierung für die Vernetzung im Quartier, die Bildung von Bewegungen und die gemeinsame Interessenvertretung.</p>
<p>Stefan Zollondz beschreibt in seinem <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/sechs-probleme-und-eine-losung-zum-erfolgreichen-transfer-sozialer-projekte/">Beitrag </a>eindrücklich die finanzielle und mentale Sackgasse, in der sich die sozialen Dienste auf lokaler Ebene befinden. Dort ist der Gedanke des kollektiven Impacts noch nicht angekommen. Jede Organisation setzt auf die eigenen Konzepte und bewirbt sich damit um Fördergelder, mit dem Ergebnis, dass in Deutschland über eine halbe Million Nonprofits versuchen &#8220;to invent independent solutions to major social problems, often working at odds with each other and exponentially increasing the perceived resources required to make meaningful progress&#8221; (<a href="http://leveragingourstrengths.ca/reading/collective_impact.pdf">Kania/Kramer 2011, 38</a>).</p>
<p>Diejenigen Nonprofits und Initiativen, die auf openTransfer.de mitwirken und erfahren, welchen Nutzen geteiltes Wissen entfalten kann, könnten vor Ort zu Multiplikatoren werden, die für den &#8220;collective impact&#8221; werben und mit der Vernetzung im Stadtteil beginnen, an der es häufig zuallererst mangelt, &#8211; siehe dazu auch <a href="http://www.zollondz-kommunikation.de/zollondz-kommunikation/npoblogparade/sechs-probleme-und-eine-losung-zum-erfolgreichen-transfer-sozialer-projekte/">Zollondz</a> Zustandsbeschreibung.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Für eine Sozialarbeit mit bürgerschaftlichem Profil</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/fur-eine-sozialarbeit-mit-burgerschaftlichem-profil/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 15:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe Koproduktion und Co-Design), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann. Harington und Beddoe [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fur-eine-kultur-der-mitgestaltung-co-design-in-nonprofits/">Koproduktion und Co-Design</a>), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann.</p>
<p>Harington und Beddoe arbeiten in einem aktuellen Aufsatz (&#8220;<a href="http://jsw.sagepub.com/content/early/2013/03/01/1468017313477316.abstract">Civic practice: a new professional paradigm for social work</a>&#8221; , Journal of Social Work 2013) die grundlegenden Eigenschaften eines neuen Berufs-Profils heraus, das sie das &#8220;bürgerschafliche&#8221; nennen:</p>
<p>Die bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeit integriert Partizipation in ihren Alltag. Sie zielt nicht nur auf das Betreuen, Helfen und Unterstützen, sondern auch auf den &#8220;civic outcome&#8221; ihrer Arbeit, d.h. auf die Folgen, die soziale Dienste für den bürgerschaftlichen Status der einzelnen Nutzer als auch für die Zivilgesellschaft als Ganzes haben.</p>
<p>Das Territorium des &#8220;civic practioners&#8221; sind nicht &#8211; wie bisher &#8211; die öffentlichen oder wohlfahrtsverbandlichen Institutionen. Sein Territorium ist das Gemeinwesen, er orientiert sich an den Bedürfnissen und Bestrebungen der Communities, die hier angesiedelt sind. Während in sozialen Diensten traditionell der Fallbezug vorherrscht, verfolgt der bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeiter gemeinwesenbezogene Ziele: er will die Kompetenzen in der Zivilgesellschaft fördern, Barrieren abbauen, und das Selbstbewußtsein von Bürgern bzw. Identitäten stärken (Harington/Beddoe 2013).</p>
<p>Entscheidungen werden kollaborativ mit den betroffenen Stakeholdern gefällt. Die soziale Arbeit nimmt nicht die Rolle des neutralen Experten ein, der über den Dingen steht . Vielmehr spielt die persönliche Ausrichtung des Sozialarbeiters an sozialem Wandel und an Gerechtigkeit eine wichtige Rolle in dem Modell einer bürgerschaftlich orientierten Profession: &#8220;Practice ethos based on explicit statement of values and personal commitment to social change and justice&#8221; (Harington/Beddoe 2013, 11).</p>
<p>Die soziale Profession arbeitet aktiv als Interessenvertretung an einem solchen sozialen Wandel mit, indem sie die Informationen über soziale Exklusion und darüber, was im Rahmen öffentlicher Sozialprogramme funktioniert und nicht funktioniert, sammelt, analysiert und mit anderen teilt. Speziell die Evaluation von Programmen sollte nicht Externen überlassen bleiben. Die Autoren rufen die soziale Profession dazu auf, sich stärker um Zahlen (the &#8220;numbers game&#8221;) zu kümmern. Wenn dies die Sozialarbeit nicht selbst macht, dann machen es andere, &#8211; mit dem Ergebnis, dass das Wissen der Praktiker vor Ort und betroffener Bürger selbst in Evaluations- und Impact-Studien zu wenig einfließt: &#8220;so-called independent research effectively silences both users&#8217; and practitioners&#8217; experience of the world&#8221; (Scheyett, zit. nach Harington/Beddoe 2013, 14).</p>
<p>Das Wissen um soziale Probleme und um die Wirkung sozialstaatlicher Programme im Alltag vergrößert seinen Wert, wenn es mit anderen geteilt wird und wenn andere ihren Beitrag dazu leisten können . Harington/Beddoe rufen die soziale Arbeit deshalb dazu auf, Wissensbestände gemeinsam mit Bürgern, Communities und Kolleg/innen aufzubauen. Wer bisher noch eine Begründung für die Relevanz von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/transparenz-im-gemeinnutzigen-bereich-oder-wann-kommt-der-open-third-sector/">open data für Nonprofits</a> gesucht hat, findet sie in dem Modell der &#8220;bürgerschaftlich augerichteten Sozialarbeit&#8221;, das die beiden Autoren entwerfen.</p>
<p>Die soziale Profession sollte sich überlegen, wie sie soziale Medien nutzen kann, um ihr Wissen mit anderen zu teilen und Wissenssammlungen im Netz aufzubauen. Speziell der Online-Kartierung sollte eine größere Bedeutung beigemessen werden. Es ist schade, dass so viele (kleine) soziale Organisationen nicht wissen, wie gut man Web-Karten nutzen kann, um Bedarfe und Ressourcen zu kartieren. Aber auch Wikis oder Blogs können eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, kollaborativ Wissen darüber zu sammeln, welche Prozesse und Programme auf örtliche Ebene funktionieren und welche nicht (vgl. das <a href="http://www.grassrootswiki.org/index.php/Main_Page">GrassrootsWiki</a> oder <a href="http://www.admittingfailure.com/">AdmittingFailure</a>).</p>
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		<title>Tauschnetzwerke &#8211; ein attraktives Modell für gemeinnützige Organisationen und Bürger</title>
		<link>http://blog.nonprofits-vernetzt.de/tauschnetzwerke-ein-attraktives-modell-fur-gemeinnutzige-organisationen-und-burger/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2012 10:34:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nonprofits brauchen Ressourcen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Zumeist stehen monetäre Mittel im Zentrum des gemeinnützigen Fundraisings, obwohl die Kritik an dieser Engführung des Ressourcenbegriffs zunimmt. Zeit, Güter, Dienstleistungen, Räume, Wissen, Fertigkeiten, Profile und politischer Einfluss sind Ressourcen, die Nonprofits bei ihrer Akquise nicht vernachlässigen sollten. Die Entwicklung geht weg vom Fundraising und hin zum Resource-Raising (siehe <a href="http://www.cloresocialleadership.org.uk/caroline-beaumont.aspx">Beaumont 2011 </a>und meinen <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/vom-fundraising-zum-resource-raising/">Blogartikel</a> dazu).</p>
<p>Obwohl gemeinnützige Organisationen generell ihre Ressourcensituation beklagen, steigert es nicht automatisch ihren <em>impact</em>, wenn mehr finanzielle Mittel von außen zugeführt werden. Die Vitalität des gemeinnützigen Sektors hängt vielmehr sehr stark von dessen Fähigkeit ab, lokale Austauschnetzwerke zu bilden (<a href="http://nvs.sagepub.com/content/38/4/597.abstract">Paarlberg/Varda 2009</a>), &#8211; sprich: es kommt darauf an, was man gemeinschaftlich aus den vorhandenen Budgets macht und wie effektiv und effizient man die zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzt.</p>
<p>Eine sehr gute und noch viel zu wenig verbreitete Möglichkeit, die Ressourcen von Nonprofits und der Zivilgesellschaft besser zu nutzen, sind lokale Austauschnetzwerke &#8211; Tauschringe &#8211; in denen die Mitglieder Ressourcen und Fähigkeiten untereinander tauschen, ohne dass Geld involviert wäre. Der Austausch erfolgt vielmehr über Gutschriften. Niemand muss mit demjenigen tauschen, von dem er/sie etwas erhalten hat, sondern die Tauschnetzwerke ermöglichen indirekte und mulilaterale Tauschbeziehungen.</p>
<p>In Deutschland gibt es an die 436 Tauschringe (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>) mit jeweils 60-100 Teilnehmern (<a href="http://kops.ub.uni-konstanz.de/bitstream/handle/urn:nbn:de:bsz:352-opus-18668/Aufsatz_Soziale_Welt.pdf?sequence=1">Hinz/Wagner 2005</a>). Die Tauschringe wurden bisher insbesondere in Räumen mit vielen Einwohnern, guter Wirtschaftssituation und ökologischer Orientierung gegründet (<a href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3027">Hinz/Wagner 2010</a>).</p>
<p>Welche Tauschring-Modelle gibt es? Man kann grundsätzlich drei Formen unterscheiden (vgl. <a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/The_New_Wealth_Of_Time_1.pdf">new economics foundation (nef) 2008, 14</a>):</p>
<p><strong>Person-to-Person (P2P):</strong> In diesen Austauschnetzwerken treffen sich Privatpersonen. In Deutschland entstanden viele dieser Person-to-Person-Tauschringe mit Unterstützung kirchlicher oder wohlfahrtsverbandlicher Einrichtungen (Hinz/Wagner 2010).</p>
<p><strong>Person-to-Agency (P2A):</strong> An diesen Tauschnetzwerken nehmen neben Privatpersonen auch Organisationen teil, vor allem öffentliche und gemeinnützige. Sie vergüten freiwilliges Engagement in der eigenen Einrichtung mit Gutschriften und öffnen gleichzeitig Teile ihres Leistungsangebots für die Tauschring-Mitglieder.</p>
<p><strong>Agency-to-Agency (A2A):</strong> hier handelt es sich um Tauschringe unter Organisationen, die untereinander Wissen, Räume, Fertigkeiten usw. teilen.</p>
<p>Für Nonprofits bieten Tauschringe untereinander (A2A) &#8211; durchaus auch unter Beteiligung öffentlicher und privatwirtschaftlicher Organisationen &#8211; eine attraktive Entwicklungsmöglichkeit: Räume, Autos, Geräte und gesammelte Kenntnisse könnten durch das Teilen besser ausgenutzt werden. Nonprofits würden ihre Potenziale so besser realisieren, statt durch das Ressourcenargument sich ständig selbst auszubremsen. Die Zivilgesellschaft insgesamt profitiert von einem gut vernetzten Dritten Sektor, der Ressourcen effizient einsetzt, da mehr und bessere Leistungen angeboten werden können als in einem Klima der gegenseitigen Sprachlosigkeit und Konkurrenz.</p>
<p>Interessante Perspektiven für das Gemeinwesen eröffnen sich durch Tauschringe speziell dann, wenn Schnittstellen zwischen Organisationen und Bürgern existieren, also bei P2A-Modellen.</p>
<p>In diesem Fall können Organisationen das Wissen und die Kompetenzen der Bürger/innen in ihre Einrichtungen holen uns so ihr Dienstleistungsangebot erweitern bzw. Angebote stärker koproduzieren. Dazu müssen Organisationen entsprechende Teilhaberäume schaffen und sich nach außen hin öffnen: Dienste verändern sich hin zu einem &#8220;open community-led service, where community assets are shared and utilised. What lies outside (&#8230;) is allowed to come in&#8221; (<a href="http://www.timebanking.org/wordpress/wp-content/uploads/downloads/2011/09/TBUK-Final-Brochure.pdf">Timebanking UK 2011, 20</a>). Gleichzeitig bieten Organisationen ihre Ressourcen auch dem Gemeinwesen an, d.h. sie teilen Räume, Wissen, Fertigkeiten mit anderen. So wird eine Vernetzung zwischen Nonprofits und dem Gemeinwesen hergestellt, die in vielen Einrichtungen so schmerzlich fehlt.</p>
<p>Für das <strong>bürgerschaftliche Engagement</strong> böten P2A-Tauschringe zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Während beim herkömmlichen Engagement ein Bürger mit einer Organisation in Verbindung tritt und der bilaterale Austausch dominiert, vernetzt ein Tauschring den einzelnen stärker mit dem Gemeinwesen: durch credits, die ihm das Engagement einbringt, erhält der Freiwillige die Chance, noch andere Angebote und Dienste der örtlichen Gemeinschaft kennenzulernen und sich breiter zu vernetzen.</p>
<p>Der Tauschgedanke könnte auch eine Alternative bieten zu den beiden herkömmlichen Wegen des bürgerschaftlichen Engagements: des freiwilligen Engagements &#8220;<a href="http://www.talente-ring.de/content/view/57/69/">für nix</a>&#8221; und der zunehmenden materiellen Vergütung der Freiwilligentätigkeit im Rahmen von Freiwilligendiensten (BFD, FSJ, FÖJ).</p>
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		<title>Was wissen wir über den Dritten Sektor in unserem Land?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:28:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Datenlage über den Dritten Sektor in Deutschland ist miserabel. Daten liegen nur bruchstückhaft vor und sind häufig veraltet. Der letzte Versuch, den Dritten Sektor zu vermessen, fand 1995 im Rahmen des &#8220;John Hopkins Comparatve Nonprofit Sector Project&#8221; statt. Dessen Ergebnisse habe auch ich häufig zitiert, z.B. im Hinblick auf die Finanzierung der sozialen Dienste mit einem Anteil öffentlicher Mittel in Höhe von 66% (siehe<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490"> Zimmer/Priller 2004, 61</a>).</p>
<p>Seit dieser letzten Erhebung von 1995 sind mehr als fünfzehn Jahre vergangen. Obwohl Nonprofit-Organisationen eine so wichtige Rolle in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft spielen, wissen wir zu wenig über ihre Anzahl und ihre Größe, über ihre Einnahmen und Ausgaben, über ihre Leistungen und ihren demokratischen Mehrwert. Staatliche und private Förder- oder Kürzungsentscheidungen basieren folglich auf sehr unvollständigen Informationen über den Dritten Sektor. Aber auch die gemeinnützigen Organisationen selbst verfügen so über zu wenig Datenmaterial für Vergleiche untereinander, für ihre Planungen und für Forderungen an die Politik.</p>
<p>Das Projekt<a href="http://www.zivilgesellschaft-in-zahlen.de/"> &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;</a>, getragen u.a. vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, will diese eklatanten Datenlücken nach und nach schließen und ein &#8220;Informationssystem Zivilgesellschaft&#8221; aufbauen, das fortlaufend aktualisiert wird und in seiner Methodik auf UN-Vorgaben basiert, um die gesammelten Dritte Sektor-Daten international vergleichbar zu machen.</p>
<p>Veröffentlicht wurde nun im Rahmen des Projekts der Bericht <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">&#8220;Daten zur Zivilgesellschaft&#8221;</a> mit einer <strong>&#8220;Datenlandkarte&#8221;</strong> für den Dritten Sektor in Deutschland, die für <strong>elf </strong> <strong>Nonprofit-Bereiche</strong> die Datenlage aufzeigt. Hier (aus Platzgründen) nur ein Ausschnitt aus der Tabelle:</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-505" title="Datenlandkarte" src="http://neu.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3.jpg" alt="Datenlandkarte" width="498" height="393" srcset="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3.jpg 498w, http://blog.nonprofits-vernetzt.de/wp-content/uploads/2011/06/Datenlandkarte3-300x236.jpg 300w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></p>
<p><a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">Quelle: Norman Spengler/Jana Priemer: Daten zur Zivilgesellschaft. Eine Bestandsaufnahme, Edition Stifterverband 2011, Seite 15</a></p>
<p>Die <strong>grünen </strong>Felder bedeuten: es existieren Teildaten (valide, frei verfügbar und regelmässig aktualisiert). Die <strong>gelben </strong>und <strong>orangenen </strong>Felder stehen für vorhandene Daten für die Gesamtgruppe oder für Teilbereiche der Gruppe, die aber zum Teil nicht auf die Ebene der NPOs heruntergebrochen werden, zum Teil methodisch suboptimal und zum Teil auch nicht frei verfügbar sind. Und die <strong>roten </strong>Felder bedeuten, dass es bezüglich dieser Variablen keine Daten gibt.</p>
<p>Die ersichtlich mangelhafte Informationslage führt zu großen gesellschaftlichen Wissenslücken. &#8220;Für den Bereich Bildung und Forschung beispielsweise stehen allein 16 Datenquellen zur Verfügung. Trotzdem kann dieser Bereich noch nicht einmal genau quantifiziert werden. Weder die genaue Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft noch die sonstiger Bildungseinrichtungen, die dem Dritten Sektor angehören, sind derzeit bekannt&#8221;<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf"> (Spengler/Priemer 2011, 14)</a>. Im Umweltbereich gibt es noch größere Datenlücken im Hinblick auf die grundlegensten Fragen. So weiß derzeit niemand, wie hoch z.B. die Mitgliederzahlen in deutschen Natur- und Umweltschutzorganisationen sind (ebd., 14). Im Kulturbereich fehlen u.a. Daten über die Finanzierung der gemeinnützigen Einrichtungen, &#8211; angesichts kommunaler Sparbeschlüsse wären mehr Informationen hierzu politisch sinnvoll. In den Sozialen Diensten verfügen die großen Wohlfahrtsverbände über Zahlenmaterial, das aber bezüglich Ausmaß und Verfügbarkeit stark variiert (ebd., 38). Im Bereich Internationales lautet das Fazit der Autoren: &#8220;Umfassende und valide Statistiken zu den internationalen Aktivitäten deutscher Nonprofit-Organisationen gibt es nicht&#8221; <a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/daten_zur_zivilgesellschaft.pdf">(Spengler/Priemer 2011, 31)</a>.</p>
<p>Aus dem Datendilemma herausführen kann auch mehr Transparenz und Kooperationsbereitschaft auf Seiten der Verbände des Dritten Sektors, wenn es darum geht, die Arbeit der eigenen Organisation durchsichtiger zu machen.</p>
<p>Der britische Dachverband der Freiwilligen-Organisationen NCVO macht mit dem Aufruf <a href="http://www.ncvo-vol.org.uk/networking-discussions/blogs/116/10/10/26/setting-ncvos-data-free">&#8220;Setting NCVO&#8217;s data free&#8221;</a> und dem <a href="http://data.ncvo-vol.org.uk/">Voluntary Sector Datastore</a> vor, wohin die Reise geht, nämlich hin zu mehr Transparenz, der sich auch die hiesigen Dritte Sektor-Verbände nicht verschließen können. Allerdings ist der Weg dorthin steinig. David Kane vom britischen NCVO listet in <a href="http://www.slideshare.net/NCVO/open-data-and-the-voluntary-sector">einer Präsentation</a> die Stolpersteine von <em>open data</em> für Nonprofits auf: fehlende verbandliche Ressourcen und Kompetenzen für das Datenthema, mögliche Wettbewerbs- und Rufschäden durch Datenveröffentlichungen, staatliche Zwangsregelungen für open data. Je weniger die gemeinnützigen Träger das Thema &#8220;mehr Datentransparenz&#8221; aussitzen, je konstruktiver sie sich in die Debatte einbringen, umso eher können sie diese auch beeinflussen.</p>
<p>Gestaltungsspielraum gibt es für Nonprofits wohl auch noch im Projekt &#8220;Zivilgesellschaft in Zahlen&#8221;. Hier wird, wie oben erwähnt, dem Datenthema die UN-Systematik zugrunde gelegt, die der Logik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung folgt. Drei Variablen-Blöcke dominieren: monetäre, strukturelle und Leistungs- und Ertragsvariablen, &#8211; also die quantitative, output-orientierte Perspektive. Welchen outcome Nonprofits haben, bleibt dadurch unbeantwortet. In der <em>Langfassung </em>des oben genannten Berichts seitens der Wissenschaftler ist aber zu lesen: &#8221; Bislang finden sich im UN HANDBOOK wie auch in der Literatur keine umfangreichen Konzepte der Leistungsmessung (&#8230;). Die hier getätigten Aussagen und Konzepte können als vorläufiger Grundstock verstanden werden, der in späteren Phasen des Berichtssystems durch zusätzliche Indikatoren angereichert werden soll. An dieser Schnittstelle würden Konzepte der sozialen Wirkungsmessung von Nonprofit-Organisationen ansetzen.&#8221; (<a href="http://www.stifterverband.info/statistik_und_analysen/dritter_sektor/veroeffentlichungen/landkarte_langfassung.pdf">Spengler/Hubrich/Tamm u.a. 2011: Landkarte zur Datenlage Dritter Sektor/Zivilgesellschaft, 21</a>).</p>
<p>Die öffentliche Einmischung in das Projekt lohnt sich also. Die Entscheidung darüber, welche Daten zusätzlich zum vorhandenen Grundstock noch erhebenswert sind, sollte nicht allein von wissenschaftlicher Seite gefällt werden. Hier sind &#8211; über die involvierten Stiftungen hinaus &#8211; auch die Ideen anderer Teile des Dritten Sektors und von Bürgern gefragt.</p>
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			</item>
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		<title>Mehr Partizipation wagen &#8211; für ein neues Leitbild in verbandlichen Sozialorganisationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2011 10:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Verbandlichen Trägern im Sozialsektor fehlt ein Leitbild für das 21. Jahrhundert. Allein die Erbringung sozialer Dienste kann kein Leitbild sein, denn diese Leistungen werden auch von gewerblichen Einrichtungen angeboten. Ebenso kommt das Spezifische eines jeden gemeinnützigen Akteurs &#8211; das Katholische oder Evangelische oder in einem anderen Milieu Ankernde &#8211; im Alltag sozialer Dienste häufig nicht mehr zum Tragen, weil die Leistungserbringung sich unter den Einrichtungen immer mehr angleicht, auch infolge staatlicher Regulierungen und Vereinbarungen.</p>
<p>Wohin also den Blick richten? Was könnte zu einer Renaissance der wohlfahrtsverbandlichen Arbeit führen? Was könnte die gemeinnützigen Anbieter aus ihrer Dienstleistungs-Sackgasse befreien und ihnen neue Perspektiven eröffnen und Unterstützer bescheren?</p>
<p>Mehr Partizipation im Dritten Sektor ist meines Erachtens der Ausweg. Wir brauchen eine <strong>demokratische Governance</strong> in den Einrichtungen, die Bürgerbeteiligung wertschätzt, die Teilhabe fördert und die aus Stakeholdern (Klienten, Angehörigen, Freiwilligen&#8230;.) Bürger macht.</p>
<p>Nur eine stärkere Vernetzung mit der Zivilgesellschaft in all ihren Facetten, also auch über Milieu- und Sektorgrenzen hinweg, kann Nonprofits die Ressourcen verschaffen, die sie zum Überleben brauchen: mehr Wissen, mehr Innovationen, mehr Engagement, mehr Mittel und mehr politische Unterstützung von Bürgerseite.</p>
<p>Wer Bürger nicht auf Augenhöhe wahrnimmt, wird nie die vielfältigen Mittel akquirieren können, die eine Einrichtung für ihren Erfolg und ihr Überleben braucht. Wer nur darüber lamentiert, dass Freiwillige schwer zu finden sind, aber es versäumt, auf bestehende Initativen, Vereine und Gruppen in der Gemeinde zuzugehen und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, braucht sich über mangelnden Zulauf nicht zu wundern. Bürgerbeteiligung gibt es nicht voraussetzungslos, sondern sie braucht einen zivilgesellschaftlichen Nährboden, der durch Vernetzung und Kooperation gekennzeichnet ist.</p>
<p>Eine gemeinnützige Organisation, die sich als demokratischer Akteur begreift,</p>
<ul>
<li>beschränkt sich nicht auf ihre Dienstleistungsfunktion, sondern will das Gemeinwesen mitgestalten</li>
<li>schafft dezentrale Organisations- und Entscheidungsstrukturen</li>
<li>begegnet Bürgern auf Augenhöhe</li>
<li>bietet Bürgern ein breites Portfolio an Beteiligungsmöglichkeiten</li>
<li>fördert die Beteiligungskompetenzen von Bürgern</li>
<li>fördert die kooperativen Kompetenzen in der eigenen Organisation</li>
<li>bildet Netzwerke über Grenzen hinweg</li>
<li>vertritt aktiv Interessen als Folge des eigenen Gestaltungsanspruches</li>
</ul>
<p>Für einen Workshop auf dem<a href="http://morgenland.li/sites/default/files/documents/Kurz%C3%BCbersicht_MorgenLand.pdf"> MorgenLand-Festival in Schaan</a>, das &#8211; organisiert von jungen Menschen &#8211; nach einer Perspektive für die Gesellschaft des Alpenrheintals von morgen sucht, habe ich meine Thesen noch stärker ausgearbeitet. Und um die Möglichkeiten ergänzt, die Social Media gemeinnützigen Organisationen bieten können, wenn es um das Thema Bürgerbeteiligung geht.</p>
<p>[slideshare id=8093852&amp;doc=mehr-partizipation-in-sozialorganisationen-prsentation-reiser-21052011-110525045452-phpapp02]</p>
<p>Es gibt auf kommunaler Ebene immer wieder gemeinnützige Projekte auch größerer Träger, die zeigen, wie Bürger von Beginn an inhaltlich in den Aufbau und die Umsetzung sozialer Dienste involviert werden können. Es wäre wichtig, diese Projekte zu sammeln und ihre Bedingungen und Steuerungsstrukturen auszuwerten, um Kriterien herauszufiltern, die in eine demokratische Governance des Verbandes eingebracht werden können. Ich freue mich über die Nennung von Beispielen in den Kommentaren.</p>
<p>Die Förderung von Partizipation im Rahmen demokratischer Steuerungsstrukturen in den Verbänden gilt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen hin. Programme und Richtlinien, wie bspw. die Social Media Policy eines Verbandes, mit der sich die <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/2011/05/21/endspurt-die-laufende-runde-der-npo-blogparade-geht-zu-ende/">aktuelle NPO-Blogparade</a> inhaltlich befasst, sollten sowohl mit dem eignen Personal als auch mit den Zielgruppen kooperativ erarbeitet werden. Gerade Social Media Policies stecken den Grundrahmen des Online-Dialogs zwischen der Organisation und ihrer Umwelt ab und sollten insofern nicht unter Ausschluss der Zielgruppen erarbeitet werden. Das <a href="http://blog.roteskreuz.at/wiki/index.php/Social_Media_Policy">Österreichische Rote Kreuz macht vor</a>, wie bei diesem Thema die Einbeziehung der Zielgruppen in die Politikformulierung gelingen kann.</p>
<p>Zuletzt möchte ich nochmals betonen, dass die demokratische Governance im Dritten Sektor nicht als Selbstzweck gedacht ist, der um sich selber kreist, sondern als Möglichkeit, Ressourcen &#8211; speziell das Bürgerwissen &#8211; zu gewinnen, um Dinge verändern zu können. Ziel ist, &#8220;to change the world through collective action, not only to devise and decide, but to <em>do</em>.&#8221; ( <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=11627">Briggs 2008, 8</a>)</p>
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		<title>Social Media und Bürgerpartizipation &#8211; für mehr Demokratie im Nonprofit-Sektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 15:40:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Für ein Fachgespräch des Centrum für Corporate Citizenship Deutschland habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für ein Fachgespräch des <a href="http://cccdeutschland.org/de">Centrum für Corporate Citizenship Deutschland</a> habe ich zu der Frage Stellung genommen, wie die Social Media-Nutzung in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden kann. In meiner Antwort konzentrierte ich mich auf den wohlfahrtsverbandlichen Bereich, der in unserem Land über 100.000 Einrichtungen umfasst und mit seinem Angebot an sozialen Diensten den größten Teil des Nonprofit- bzw. des &#8220;Dritten Sektors&#8221; bildet, nämlich rund 39% (<a href="http://www.amazon.de/Gemeinn%C3%BCtzige-Organisationen-gesellschaftlichen-Ergebnisse-Dritte-Sektor-Forschung/dp/3810038490">Zimmer/Priller 1995</a>).</p>
<p>Bürger in jeder Stadt und in jeder Gemeinde haben Zugang zu gemeinnützigen sozialen Organisationen. Aufgrund der räumlichen Verbreitung der wohlfahrtsverbandlichen Dienste und Einrichtungen können und müssen sie meiner Ansicht nach in Zukunft eine viel bedeutendere Rolle spielen als in der Vergangenheit. Ihre Rolle darf sich nicht darauf beschränken, sozialer Dienstleister zu sein, sondern sie müssen verstärkt auch die Funktion eines <em>community-builders </em>und eines Ermöglichers von Partizipation übernehmen, der auf lokaler Ebene Brücken zwischen den unterschiedlichen Gemeinschaften schlägt, Bürgern Partizipationschancen bietet und sie darin unterstützt, sich stärker auf kommunaler Ebene zu beteiligen.</p>
<p>Weil das Internet neue Möglichkeiten schafft, Bürger in institutionelle Entscheidungen einzubeziehen, müssen sich gemeinnützige soziale Organisationen stärker mit Social Media auseinander setzen. Welche Chancen bieten diese neuen Technologien der eigenen Einrichtung, dem Beziehungsaufbau hin zur Umwelt, dem Potential als gemeinwesenorientierter Akteur?</p>
<p>Die Möglichkeiten von Social Media forcieren Beteiligungsdebatten. Auch der wohlfahrtsverbandliche Bereich wird dieser Debatte nicht ausweichen können und wird verstärkt von außen dazu aufgefordert werden, die eigenen Entscheidungsstrukturen kritisch zu überdenken. Es gilt die Frage zu beantworten: <strong>wie demokratisch ist der Dritte Sektor?</strong> Ist die Vereinsstruktur der einzige legitimatorische Grund, auf den gemeinnützige Organisationen verweisen können, wenn die Frage nach dem demokratischen Charakter der eigenen Einrichtungen gestellt wird?</p>
<p>Die Vereinsmitgliedschaft ist ein unvollkommener Indikator für zivile Partizipation und &#8216;Mitgliedschaft&#8217; alleine hat wenig Auswirkungen auf die Online-Partizipation von Bürgern (<a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">SuÃ¡rez 2009</a>).</p>
<p>Aus meiner Sicht sind sind die folgenden Bedingungen unerlässlich, wenn die Social Media-Nutzung &#8211; und damit die Chancen der Bürgerbeteiligung &#8211; in gemeinnützigen Organisationen gefördert werden soll:</p>
<ol>
<li>Wir brauchen eine digitale Inklusion des Dritten Sektors. Gemeinnützige Einrichtungen ohne Internet-Anschluss und -Know-how sollte es nicht geben, weil diesen Beteiligungsmöglichkeiten entgehen. Die Mittel hierfür müssen von staatlicher und privater Seite zur Verfügung gestellt werden</li>
<li>Wir brauchen eine Dezentralisierung von Organisations- und Entscheidungsstrukturen in sozialen Organisationen. Einrichtungen im Stadtteil, die nicht befugt sind, einen eigenen Webauftritt zu betreiben, können die Online-Vernetzung und -Partizipation nicht auf ihre Agenda setzen. Organisationen, in denen sich nur die Führungsspitze im inneren Kreis der Entscheidungsmacht befindet, werden sich mit der Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung in den Einrichtungen &#8211; egal ob online oder offline &#8211; schwer tun</li>
<li>Das Wissen der Bürger muss als wichtige Ressource Eingang in gemeinnützige Organisationen finden. Professionelles Wissen und Bürgerwissen müssen sich auf Augenhöhe begegnen. Es muss nach Formen der Koproduktion gesucht werden, bei denen Laien und Profis konstruktiv zusammenarbeiten. Die Art und Weise, wie soziale Dienstleistungen konzipiert und implementiert werden, muss &#8211; auch von staatlicher Seite &#8211; so ausgestaltet werden, dass die Partizipation der Bürger darin einen verbindlichen Platz erhält</li>
<li>Nonprofits müssen ihr Selbstbild wieder erweitern. Statt sich nur als Dienstleister zu betrachten müssen die Elemente der Interessenvertretung gestärkt werden. Empirische Forschungsergebnisse zeigen, dass jene Organisationen wie bspw. Bürgerrechtsgruppen und Umweltorganisationen, die offensiv ihre Ziele auch im Netz bewerben, dieselben sind, die online Partizipationsmöglichkeiten bieten (siehe <a href="http://aas.sagepub.com/content/41/3/267.abstract">SuÃ¡rez 2009</a>). Wenn <em>e-advocacy </em>und <em>e-democracy</em> offensichtlich eng zusammenhängen, dann müssen staatliche Programme, die auf mehr Bürgerengagement abzielen, auch die Interessenvertretungskompetenz von Nonprofits in den Blick nehmen.</li>
<li>Staatliche Akteure, Städte und Gemeinden spielen eine wichtige Rolle beim Empowerment des Dritten Sektors. Jene Kommunen, die sich einen gefügigen Dritten Sektor heranziehen, die abweichende Positionen mit Mittelentzug bestrafen, übersehen den Zusammenhang zwischen der Kompetenz des Dritten Sektors, Interessen zu vertreten und Bürger einzubeziehen. Von einem starken Dritten Sektor profitiert die Gemeinde, weil nur dieser die Partizipationspotentiale bieten kann, die für eine breite Beteiligung der Bürger auf lokaler Ebene wichtig sind.</li>
</ol>
<p>Social Media können die Beteiligung von Bürgern fördern. Aber die Tools sind kein Selbstläufer. Ohne die Schaffung unterstützender Rahmenbedingungen, ohne das entsprechende Handeln von gemeinnützigen Organisationen, Bürgern, Politik und Verwaltung, wird man die Partizipationspotentiale des Internets für den Dritten Sektor nicht zur Gänze erschließen können</p>
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		<title>Das Wissen der Bürger nutzen &#8211; die Koproduktion von Entscheidungen im Dritten Sektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:53:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (Lorenzen/Zifonun 2011, 3). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den sozialen Diensten dominiert das professionelle Wissen. Die sozialen Professionen haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts die Lizenz, d.h. die Erlaubnis, und das Mandat, d.h. den gesellschaftlichen Auftrag, zur Hilfe erworben und diese Rechte monopolisiert (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifonun 2011, 3</a>). Das Wissen von Laien, d.h. von Bürgern, die mit gemeinnützigen Organisationen zu tun haben, hat es schwer, gegen dieses Monopol der Profession anzukommen. Dem Bürgerwissen wird sehr häufig der Sachverstand abgesprochen, die Neutralität und die Fähigkeit zur Selbstreflexion.</p>
<p>Die unterschiedliche Bewertung von Bürger- und Mitarbeiterwissen konstituiert das Machtverhältnis zwischen der Einrichtung und ihren Bürger-Stakeholdern mit. &#8220;Knowledge claims are always embedded in power relationships&#8221; (<a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005, 64</a>, in Anlehnung an Foucault). Und die Frage nach dem Wissen ist verknüpft mit der Frage nach den Entscheidungsbefugnissen. Oder anders formuliert: das Beharren auf der Superiorität professionellen Wissens gegenüber dem Wissen der Laien ist gleichzeitig auch immer der Versuch, letztere von Entscheidungsrechten fern zu halten.</p>
<p>Lorenzen und Zifoun sprechen dies in ihrem Beitrag offen an, wenn sie sich am Beispiel des Mentoring fragen, wie auf dieses &#8220;Einfallstor&#8221; für bürgerschaftliche Akteure in die professionelle soziale Arbeit reagiert werden kann. Wie könne die Profession &#8220;die eigenen gesellschaftlichen (&#8230;) Problemfelder besetzt (..) halten&#8221; angesichts des &#8220;massiven&#8221; Eintretens von Freiwilligen, welches die Soziale Arbeit unter Legitimations- und Handlungsdruck bringe (<a href="http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_lorenzen_zifonun_110121.pdf">Lorenzen/Zifoun 2011,3</a>).</p>
<p>Wenn sich die Mitarbeiter in den Einrichtungen mit der Frage auseinandersetzen, wie die Entscheidungsmacht in ihrem Haus oder in einem bestimmten Projekt verteilt ist und wie aus ihrer Sicht eine bessere Verteilung aussehen könnte, dann wünschen sich die Fachkräfte zumeist selbst in den inneren Kreis der Entscheider. Im Rahmen des Projekts <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/">Partizipative Qualitätsentwicklung</a> des WZB, das ich im <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">letzten Blogbeitrag</a> zitiert habe, entwerfen die beteiligten Fachleute anhand der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wer-ist-an-entscheidungen-beteiligt-entscheidungsmacht-in-npos-evaluieren/">Kreise der Entscheidung</a> eine Soll-Situation, die zwar den Klienten zum Teil mehr Mitsprache einräumt als den Geldgebern, die aber auch die Zielgruppen nicht oder nur selten in den inneren Kreis der Entscheidungsmacht vorlässt.</p>
<p>Die inneren Kreise der Entscheidungsmacht bleiben der Profession vorbehalten. Begründet wird dies so: &#8220;Durch diese Autonomie der Praktiker/innen soll eine Fachlichkeit gewährleistet werden&#8221;, über die &#8211; aus Sicht der Fachleute &#8211; &#8220;weder die Zielgruppe noch der/die Geldgeberin verfügen&#8221; <a href="http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/fileadmin/data/pdf/Wright_84867.pdf">(Wright/Block/Unger 2010, 75)</a>. Das Beharren auf der eigenen fachlichen Überlegenheit wird als Bollwerk gegen mehr Partizipation aufgebaut. Dies bedeutet, dass jeder, der an mehr Bürger-Partizipation in gemeinnützigen Einrichtungen interessiert ist, gleichgültig ob über das Internet oder offline, sich mit der dortigen Rolle des <em>professionellen Wissens</em> auseinander setzen muss.</p>
<p>Mehr Partizipation und Mitbestimmung für Bürger in gemeinnützigen Organisationen wird erst möglich, wenn das Bürgerwissen aufgewertet und nicht als Konkurrenz, aber auch nicht als bloße &#8220;Ergänzung&#8221; professionellen Wissens betrachtet wird, sondern als <em>notwendiger Bestandteil</em> des Wissens einer NPO.</p>
<p>Holt man das Wissen der Profession aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft, dann zeigt sich, dass dieses wissenschaftliche Wissen sich nicht außerhalb von Zeit und Raum herausbildete, sondern im Austausch mit den gesellschaftlichen Institutionen und Akteuren &#8211; auch den Zielgruppen &#8211; gewonnen wurde. Das professionelle Wissen baut auf lokalem Bürger-bzw. Klientenwissen auf und ist insofern schon immer koproduziert (vgl. <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Corburn 2005</a>).</p>
<p>Wer diese<em> gesellschaftliche</em> Bedingtheit des professionellen Wissens vor Augen hat, kann sich leichter auf einen Austausch mit Bürgern und deren Wissen und Erfahrungen einlassen. Fachlichkeit muss dann nicht als Monstranz vor sich her getragen werden, sondern Fachlichkeit erkennt den Einfluß gesellschaftlicher Kräfte auf den eigenen Kanon an und erkennt den Vorteil, die große Chance, die darin auch für die Profession liegt, weil Fachlichkeit durch das Bürger-Wissen empirisch gesättigter und problemlösungstauglicher wird.</p>
<p>Wenn das Wissen gemeinnütziger Träger koproduziert wird, bedeutet dies nicht, dass Bürgerwissen das Fachwissen schlägt. Sondern es bedeutet, dass Bürgerwissen und Fachwissen zusammengetragen wird, um soziale Probleme effektiv lösen zu können. Bürger und Profis sind auf Augenhöhe und die Anerkennung der Kompetenzen von Bürger-Helfern, Bürger-Klienten, Bürger-Spendern usw. ebnet deren Zugang zu den inneren Kreisen der Entscheidungsmacht.</p>
<p>Wie können gemeinnützige Einrichtungen vom Bürger-Wissen profitieren? In <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=10559">Jason Corburns &#8220;Street Science&#8221; (2005)</a> finden sich einige Gedanken hierzu. Sie können als Argumente für das &#8220;crowdsourcing&#8221; gelesen werden, &#8211; für die Einbeziehung der Weisheit der Vielen, mit dessen <a href="http://kulturmarketingblog.de/20-npo-blogparade-crowdsourcing-und-crowdfunding-fur-non-profit-organisationen/311">Chancen und Risiken sich die aktuelle NPO-Blogparade im Blog von Karin Janner </a>auseinandersetzt.</p>
<p>Das <strong>Wissen der Bürger</strong></p>
<ul>
<li>bringt die Pluralität der Perspektiven und Werte in unserer Gesellschaft zum Ausdruck und erweitert fachliche Ansätze in gemeinnützigen Einrichtungen um diese Pluralität</li>
<li>ergänzt das Fachwissen um wichtige lokale empirische Erfahrungen bzw. Daten</li>
<li>beinhaltet auch die Perspektive von schwer erreichbaren Gruppen, über die kein oder zu wenig professionelles Wissen vorliegt</li>
<li>zeigt neue Wege für die Umsetzung von Maßnahmen auf</li>
<li>verbessert den Erfolg von Maßnahmen, weil das Feedback von Bürgern in die Programm-Konzeption schon einfließt.</li>
<li>Wenn eine Einrichtung das Wissen der Bürger ernst nimmt, wächst das Vertrauen der Zivilgesellschaft in die Einrichtung und vergrößert sich deren Legitimität.<br />
(Corburn 2005)</li>
</ul>
<p>Um Bürgerwissen eine gleichberechtigte Position neben dem professionellen Wissen verschaffen zu können, ist es notwendig, dass auch Bürger die Stärken und Schwächen ihres Wissens mehr reflektieren. Es ist wichtig, über den rein privaten, individualistischen Standpunkt, der nur die eigenen Belange sieht (&#8220;wie fühlt sich <em>mein </em>Familienangehöriger in einer Einrichtung&#8221;, &#8220;welches sind <em>meine </em>Erfahrungen&#8221;) hinauszugehen. Und das eigene Wissen durch Beobachtung der gesamten Situation in einer Einrichtung und durch Vergleiche mit anderen Einrichtungen bzw. einen gemeinsamen Diskurs mit anderen Betroffenen zu objektivieren und zu erweitern. Wenn Bürger den rein auf sich bezogenen Blick hinter sich lassen, können sie die gemeinwesenorientierte Dimension ihres Wissens besser herausarbeiten.</p>
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