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	<title>Bürgerbeteiligung &#8211; Nonprofits-vernetzt.de</title>
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	<description>Partizipatives Stakeholder-Management &#38; Digitalisierung im Nonprofit-Sektor</description>
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		<title>Für eine Sozialarbeit mit bürgerschaftlichem Profil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 15:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe Koproduktion und Co-Design), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann. Harington und Beddoe [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn eine Demokratisierung des Dritten Sektors notwendig ist, um Bürgern Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen ( siehe <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/fur-eine-kultur-der-mitgestaltung-co-design-in-nonprofits/">Koproduktion und Co-Design</a>), dann benötigt die soziale Profession ein neues Rollenmodell. Dann reichen das &#8220;heroische&#8221; und das &#8220;altruistische&#8221; Berufs-Paradigma nicht mehr aus. Sondern es wird ein neues Selbstverständnis notwendig, damit die Profession Bürgerbeteiligung akzeptieren und fördern kann.</p>
<p>Harington und Beddoe arbeiten in einem aktuellen Aufsatz (&#8220;<a href="http://jsw.sagepub.com/content/early/2013/03/01/1468017313477316.abstract">Civic practice: a new professional paradigm for social work</a>&#8221; , Journal of Social Work 2013) die grundlegenden Eigenschaften eines neuen Berufs-Profils heraus, das sie das &#8220;bürgerschafliche&#8221; nennen:</p>
<p>Die bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeit integriert Partizipation in ihren Alltag. Sie zielt nicht nur auf das Betreuen, Helfen und Unterstützen, sondern auch auf den &#8220;civic outcome&#8221; ihrer Arbeit, d.h. auf die Folgen, die soziale Dienste für den bürgerschaftlichen Status der einzelnen Nutzer als auch für die Zivilgesellschaft als Ganzes haben.</p>
<p>Das Territorium des &#8220;civic practioners&#8221; sind nicht &#8211; wie bisher &#8211; die öffentlichen oder wohlfahrtsverbandlichen Institutionen. Sein Territorium ist das Gemeinwesen, er orientiert sich an den Bedürfnissen und Bestrebungen der Communities, die hier angesiedelt sind. Während in sozialen Diensten traditionell der Fallbezug vorherrscht, verfolgt der bürgerschaftlich ausgerichtete Sozialarbeiter gemeinwesenbezogene Ziele: er will die Kompetenzen in der Zivilgesellschaft fördern, Barrieren abbauen, und das Selbstbewußtsein von Bürgern bzw. Identitäten stärken (Harington/Beddoe 2013).</p>
<p>Entscheidungen werden kollaborativ mit den betroffenen Stakeholdern gefällt. Die soziale Arbeit nimmt nicht die Rolle des neutralen Experten ein, der über den Dingen steht . Vielmehr spielt die persönliche Ausrichtung des Sozialarbeiters an sozialem Wandel und an Gerechtigkeit eine wichtige Rolle in dem Modell einer bürgerschaftlich orientierten Profession: &#8220;Practice ethos based on explicit statement of values and personal commitment to social change and justice&#8221; (Harington/Beddoe 2013, 11).</p>
<p>Die soziale Profession arbeitet aktiv als Interessenvertretung an einem solchen sozialen Wandel mit, indem sie die Informationen über soziale Exklusion und darüber, was im Rahmen öffentlicher Sozialprogramme funktioniert und nicht funktioniert, sammelt, analysiert und mit anderen teilt. Speziell die Evaluation von Programmen sollte nicht Externen überlassen bleiben. Die Autoren rufen die soziale Profession dazu auf, sich stärker um Zahlen (the &#8220;numbers game&#8221;) zu kümmern. Wenn dies die Sozialarbeit nicht selbst macht, dann machen es andere, &#8211; mit dem Ergebnis, dass das Wissen der Praktiker vor Ort und betroffener Bürger selbst in Evaluations- und Impact-Studien zu wenig einfließt: &#8220;so-called independent research effectively silences both users&#8217; and practitioners&#8217; experience of the world&#8221; (Scheyett, zit. nach Harington/Beddoe 2013, 14).</p>
<p>Das Wissen um soziale Probleme und um die Wirkung sozialstaatlicher Programme im Alltag vergrößert seinen Wert, wenn es mit anderen geteilt wird und wenn andere ihren Beitrag dazu leisten können . Harington/Beddoe rufen die soziale Arbeit deshalb dazu auf, Wissensbestände gemeinsam mit Bürgern, Communities und Kolleg/innen aufzubauen. Wer bisher noch eine Begründung für die Relevanz von <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/transparenz-im-gemeinnutzigen-bereich-oder-wann-kommt-der-open-third-sector/">open data für Nonprofits</a> gesucht hat, findet sie in dem Modell der &#8220;bürgerschaftlich augerichteten Sozialarbeit&#8221;, das die beiden Autoren entwerfen.</p>
<p>Die soziale Profession sollte sich überlegen, wie sie soziale Medien nutzen kann, um ihr Wissen mit anderen zu teilen und Wissenssammlungen im Netz aufzubauen. Speziell der Online-Kartierung sollte eine größere Bedeutung beigemessen werden. Es ist schade, dass so viele (kleine) soziale Organisationen nicht wissen, wie gut man Web-Karten nutzen kann, um Bedarfe und Ressourcen zu kartieren. Aber auch Wikis oder Blogs können eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, kollaborativ Wissen darüber zu sammeln, welche Prozesse und Programme auf örtliche Ebene funktionieren und welche nicht (vgl. das <a href="http://www.grassrootswiki.org/index.php/Main_Page">GrassrootsWiki</a> oder <a href="http://www.admittingfailure.com/">AdmittingFailure</a>).</p>
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		<title>Koproduktion und Co-Design in Leistungsvereinbarungen aufnehmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 08:38:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Co-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken. An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Koproduktion in den sozialen Diensten bedeutet, dass Bürger an der Planung und Erstellung von Dienstleistungen mitwirken.</p>
<p>An der Produktion sozialer Dienste sind Bürgerinnen und Bürger als Betroffene, Angehörige und Freiwillige schon heute beteiligt. Allerdings fehlt ihnen in der Regel die Möglichkeit, die angebotenen Dienstleistungen inhaltlich mitzugestalten. Auch wenn Bürger durch ein persönliches Budget ermächtigt werden und sich der einzelne sein Dienstleistungsangebot selbst zusammenstellen kann (zumindest in der Theorie), so bleibt er dabei doch Konsument vorgefertigter Leistungen, d.h. er hat zumeist keinen Einfluss auf das Service Design des jeweiligen Diensteangebots.</p>
<p>Koproduktion bzw. die Beteiligung von Bürgern im Sozialbereich muss sich aber auf den ganzen Zyklus eines Hilfsangebots, also auch auf die Planungs- und Ausgestaltungsphase beziehen. Nur so erhält der einzelne die Möglichkeit, über das &#8220;wie&#8221; in der Pflege, Betreuung und Behandlung mitzubestimmen. Umgekehrt profitieren soziale Dienste von einer Einbeziehung der Bürger in Planungsprozesse. Die Qualität sozialer Dienstleistungen offenbart sich gerade im Nutzungsprozess, &#8211; so dass ohne eine Beteiligung bestehender und zukünftiger Nutzer keine effektive Dienstleistung konzipiert werden kann, &#8211; es fehlen in diesem Fall das Nutzungswissen und die Nutzungserfahrungen der betroffenen Bürger. Statt auf fertige Dienstleistungsprodukte zu setzen, müssen Austauschprozesse mit den Stakeholdern in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sozialer Dienste treten.</p>
<p>Wie können Koproduktion und Co-Design in sozialen Diensten umgesetzt werden?</p>
<p>Eine<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf"> Studie der britischen new economic foundation (nef)</a> vom Dezember 2012 analysiert, welche Aspekte die Beteiligung von Bürgern fördern (Quelle und mehr zum Projekt <a href="http://www.neweconomics.org/budgetsandbeyond">hier</a>). Zum einen auf der Ebene der Organisation: hier muss die Führung gesammelt hinter dem Ziel der Koproduktion stehen und den Mitarbeitern signalisieren, dass Koproduktion zum &#8220;default way of working&#8221;, d.h. zum Arbeitsstandard in der Einrichtung werden soll (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 2</a>). Zu diesem Zweck braucht die Führung den regelmäßigen Austausch mit den Nutzern der Einrichtung. Statt einer Steuerung auf &#8220;Armeslänge&#8221; ist ein enger Kontakt mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern angesagt.</p>
<p>An der Organisationsbasis muss die Beteiligung von Bürgern alltäglich werden. Mitarbeiter brauchen dafür entsprechende Schulungen. Auch die Stellenbeschreibungen sollten jene Kompetenzen und Aufgaben umfassen, die für koproduktives Arbeiten notwendig sind (<a href="http://www.thinklocalactpersonal.org.uk/_library/Resources/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Die größte Hürde, die es für die Koproduktion zu nehmen gilt, sind jedoch die Leistungsvereinbarungen, die soziale Dienste mit der öffentlichen Hand bzw. den Kostenträgern schliessen. Für diese Vereinbarungen werden Rahmenverträge auf Landesebene zwischen den überörtlichen Sozialhilfeträgern bzw. den Landesverbänden der Kassen und den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege erarbeitet. Wie ein solcher Vertrag aussieht, der Art, Umfang und Vergütung sozialer Dienstleistungen festlegt, kann man sich am Beispiel des <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/rv_pambu.pdf?start&amp;ts=1274962541&amp;file=rv_pambu.pdf">Rahmenvertrags ambulante Pflege</a> des Landes Berlin ansehen (Quelle und weitere Links <a href="http://www.berlin.de/sen/soziales/vertraege/sgb11/index.html">hier</a>). Wie detailliert der Rahmen für die Dienste ist, kann man auch gut am Vergütungssystem ambulanter Leistungen erkennen, siehe die <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/vertraege/sgb11/pambu/leistungskomplexe.pdf?start&amp;ts=1290690141&amp;file=leistungskomplexe.pdf">Anlage </a>1 zum Rahmenvertrag.</p>
<p>Entsprechende Rahmenverträge sind keine Berliner Spezifität, sondern es gibt sie in derselben Art in allen Bundesländern, &#8211; nur hat Berlin sie auch veröffentlicht, im Unterschied zu den meisten anderen staatlichen oder freigemeinnützigen Stellen, die über die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen in der Regel nichts preis geben.</p>
<p>An den Kontraktverhandlungen zwischen Staat und freien Trägern sind Bürger nicht beteiligt. In den Kontrakten selbst wird die Beteiligung von Bürgern an der Leistungsausgestaltung nicht erwähnt. Immerhin können Nutzer und ihre Angehörige in Qualitätsdialoge einbezogen werden (<a href="http://www.berlin.de/sen/jugend/rechtsvorschriften/brvj.html">BRV Jug</a>, <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-jugend/rechtsvorschriften/brvj/brvjug_anlage_b.pdf?start&amp;ts=1279280388&amp;file=brvjug_anlage_b.pdf">Anlage B</a>, Punkt 3).</p>
<p>Um Koproduktion und Co-Design zu institutionalieren, müssten entsprechende Vorgaben in die Rahmenverträge und örtlichen Leistungsvereinbarungen einfließen. Auf lokaler Ebene hat in Großbritannien Camden Town einen solchen Versuch unternommen und Koproduktions-Vorgaben in ihre Leistungsausschreibung für einen sozialen Dienst eingefügt:</p>
<p>&#8221; We would encourage providers to adopt the model of co-production whereby services are planned and delivered in mutually beneficial ways that acknowledge and reward local lay experience while continuing to value professional expertise. Service users should be regarded as an asset and encouraged to work alongside professionals as partners in the delivery of services. (&#8230;) Networks of friends and families should also be considered positive co-contributors to success in this approach&#8221; (<a href="http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/Budgets_and_Beyond_2.pdf">nef 2012, S. 5</a>).</p>
<p>Auch Australien will im öffentlichen Sektor neue Wege gehen und das Co-Design etablieren, gerade in den Bereichen, in denen die Beziehungen zwischen Bürgern und Staat komplexer sind und über standardisierbare Verfahren hinausgehen wie im Bereich sozialer Dienste (<a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011</a>). Co-Design ist der australischen Regierung zufolge mehr als Konsultation und Kundenbefragung, &#8211; &#8220;It means engaging with individuals and groups from the beginning to the end of the process&#8221; (zit. nach <a href="http://www.humanservices.gov.au/spw/corporate/publications-and-resources/resources/co-design-toward-a-new-service-vision-for-australia.pdf">Lenihan/Briggs 2011, S. 35</a>).</p>
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		<title>Zukunft der Bürgergesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2012 12:01:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Entwicklung soll die aktive Bürgergesellschaft in unserem Land nehmen? Dazu äußert sich ganz aktuell die &#8220;Denkschrift Bürgergesellschaft&#8221;(2012) von Backhaus-Maul/Nährlich/Speth, die schon 2009 in die Diskussion eingebracht und jetzt aktualisiert wurde. Die Autoren kritisieren in der Denkschrift die &#8220;fatale Staatsabhängigkeit&#8221; der hiesigen Bürgergesellschaft, die es zu durchbrechen gelte. Defizite werden speziell in der Steuerung, Finanzierung, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Entwicklung soll die aktive Bürgergesellschaft in unserem Land nehmen?</p>
<p>Dazu äußert sich ganz aktuell die <a href="http://www.aktive-buergerschaft.de/fp_files/Denkschrift_Buergergesellschaft_2012.pdf">&#8220;Denkschrift Bürgergesellschaft&#8221;</a>(2012) von Backhaus-Maul/Nährlich/Speth, die schon 2009 in die <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/uber-die-denkschrift-burgergesellschaft-berlin-2009-welcher-weg-soll-eingeschlagen-werden/">Diskussion</a> eingebracht und jetzt aktualisiert wurde.</p>
<p>Die Autoren kritisieren in der Denkschrift die &#8220;fatale Staatsabhängigkeit&#8221; der hiesigen Bürgergesellschaft, die es zu durchbrechen gelte. Defizite werden speziell in der Steuerung, Finanzierung, Transparenz und Rechenschaft von bürgerschaftlichen Akteuren gesehen (S. 3). Als Ziel wird die Selbststeuerung und Selbstorganisation der Bürgergesellschaft formuliert, die möglichst frei von administrativer und parteipolitischer Einflussnahme sein soll (S. 22ff).</p>
<p>Auffällig ist, dass in der Denkschrift die Beteiligung von Bürgern an Entscheidungen im Dritten Sektor nicht thematisiert wird. Auch eine Reflexion der Rolle gemeinnütziger Organisationen als demokratische Akteure sucht man in der Denkschrift vergebens. Die Organisationen der Bürgergesellschaft werden von vornherein als &#8220;zivil&#8221; und &#8220;demokratisch&#8221; eingestuft. Sie können sich den Autoren zufolge nur entwickeln, wenn sich der Staat zurückzieht. Dass ein demokratischer Staat aber &#8211; trotz mancher Fehlsteuerung &#8211; die Voraussetzungen garantiert, die für die Entfaltung einer zivilen Bürgergesellschaft notwendig sind (siehe <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/downloads/fjnsb_2009-1_evers.pdf">Evers 2009</a>), wird nirgends gewürdigt.</p>
<p>Den staatlichen Serviceeinrichtungen für das Bürgerengagement wird vorgeworfen, dass es sich hier zwar um staatliche Akteure handle, die aber nicht mehr &#8220;im Sinne einer staatlichen Handlungslogik und in staatlichen Handlungsstrukturen&#8221; agierten. Diese Aussage führt zum Kern der Argumentation: offensichtlich wird &#8220;Zivilität&#8221; und &#8220;Bürgerschaftlichkeit&#8221; mit dem Dritten Sektor gleichgesetzt und nicht gesehen, dass Zivilität und Bürgerschaftlichkeit auch in anderen Sektoren &#8211; im Staat, in der Wirtschaft &#8211; als Haltung vorhanden sein können: &#8220;people can act and speak civicly in all sorts of organizations&#8221; (<a href="http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11266-009-9087-y?LI=true">Eliasoph 2009, 294</a>).</p>
<p>Demokratie und Zivilität werden nicht durch den Rückzug gemeinnütziger Organisationen in &#8220;ihren&#8221; Sektor gestärkt, sondern durch den Austausch aller &#8211; über Sektorengrenzen hinweg &#8211; die bereit sind, Bürgern mehr Handlungsspielräume zuzugestehen. Staatliche Akteure gehören bei diesem Austausch selbstverständlich dazu: &#8220;Demokratische Staatlichkeit ist eine zentrale Ressource für soziales Kapital &#8211; und Zivilität&#8221; (<a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/downloads/fjnsb_2009-1_evers.pdf">Evers 2009, S. 84)</a>.</p>
<p>Die Autoren kritisieren zu Recht die zum Teil ausgeprägten Regulierungsversuche des Staates gegenüber dem Bürgerengagement. Sie verweisen auch auf die Strategie der Exekutive, in diesem Feld noch mehr Kompetenzen an sich zu ziehen. Aber sie kritisieren nur den Staat. Sie verschließen ihrerseits die Augen vor den Defiziten gemeinnütziger Organisationen, wie der häufig unterentwickelten Partizipationskultur. Die Stellung von Bürgerinnen und Bürgern gegenüber gemeinnützigen Organisationen und Staat wird in der Denkschrift nicht beleuchtet. Die Autoren argumentieren aus einer gänzlich institutionellen Perspektive heraus. Sie sehen die &#8220;Organisationen der Bürgergesellschaft in einem latenten Konfliktverhältnis mit Staat, Wirtschaft und Gesellschaft&#8221; (S. 3). Sehr häufig ist davon aber nichts zu bemerken. Sondern Staat und gemeinnützige Verbände werden sich einig, wenn es darum geht, inhaltliche und finanzielle Regelungen für ein Politikfeld &#8211; wie den Sozialsektor &#8211; zu finden. Die einzigen, die hier am Rand stehen und keine Mitsprachemöglichkeiten besitzen, sind die Bürger selbst, &#8211; ein Umstand, der den Autoren kein Kopfzerbrechen bereitet.</p>
<p>Die Zukunft der Zivilgesellschaft und unserer Demokratie liegt gerade im Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger. Nicht der Rückzug &#8211; &#8220;exit&#8221; &#8211; in den eigenen Sektor, wie ihn die Autoren vorschlagen, ist die Lösung, sondern die verstärkte Beteiligung von Bürgern &#8211; &#8220;voice&#8221; &#8211; an der Entscheidungsfindung in allen Sektoren. Notwendig ist eine Demokratisierung kommunaler Politik- und Verwaltungsprozesse und der gemeinützigen Arbeit. Bürgerinnen und Bürger wollen im Alltag mehr Mitsprache. Die von den Autoren kritisierte Koproduktion &#8211; Bürger helfen mit bei der Erstellung von Dienstleistungen &#8211; verschwindet nicht durch diese Kritik. Vielmehr muss es darum gehen, Bürgern garantierte Mitsprachrechte bei der Planung, dem Design, der Steuerung und der Evaluation von politischen Programmen einzuräumen.</p>
<p>Das ist eine Botschaft, die viele der Organisationen der Bürgergesellschaft verunsichern wird, die sich bisher häufig mit ihren eigenen professionellen Standards befassen, &#8211; und nicht mit dem Willen der Bürger. Die Denkschrift hat dieses Feld &#8211; das den Dritten Sektor noch sehr beschäftigen wird &#8211; komplett ausgeklammert. Es stellt sich die Frage, welches politische Gewicht einer Denkschrift zukommt, die in der heutigen Zeit den Bereich der Bürgerbeteiligung vollkommen ausspart?</p>
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		<title>Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung &#8211; welche Möglichkeiten bietet das Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 09:15:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Für den eNewsletter des Netzwerk Bürgerbeteiligung habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift &#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; (Ansicht siehe unten). Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für den eNewsletter des <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a> habe ich einen Beitrag geschrieben unter der Überschrift <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf">&#8220;Bürgerschaftliches Engagement als Bürgerbeteiligung: Welche Möglichkeiten bietet das Internet?&#8221; </a>(Ansicht siehe unten).</p>
<p>Der Beitrag kritisiert eingangs kommunale und gemeinnützige Strategien zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und fordert dazu auf, Bürgerengagement stärker als Bürgerbeteiligung zu konzipieren. Bürger/innen müssen die Möglichkeit erhalten, die soziale Infrastruktur einer Gemeinde, die Konzeption von Diensten und die Hilfe im Einzelfall (als Betroffener) mitzugestalten. Es wird aufgezeigt, welche Bedeutung digitale Aktionsnetzwerke zwischenzeitlich haben, die Bürger über Online-Medien einbinden, ohne deren Engagement zentral zu steuern, &#8211; im Unterschied zu traditionellen Strategien kollektiven Handelns. Auf Seite 6 stellt eine Tabelle die vielen unterschiedlichen Formen von Online-Beteiligung zusammen und zwar entlang der Kategorien und Methoden des <a href="http://www.digitalengagement.org/">Digital Engagement Cookbook</a>. Beispiele aus dem In-und Ausland veranschaulichen die jeweilige Beteiligungsmethode.</p>
<p>Nicht nur mein Beitrag befasst sich mit den Möglichkeiten der Online-Beteiligung, sondern <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/newsletter/enewsletter-2012/enewsletter-nr-22012/">vier weitere des eNewsletter</a> beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln.</p>
<p>Noch ein paar Infos zum <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/">Netzwerk Bürgerbeteiligung</a>: Das Netzwerk wurde 2011 auf Initiative der <a href="http://www.mitarbeit.de/">Stiftung Mitarbeit </a>gegründet. Es hat zum Ziel, &#8220;der politischen Partizipation in Deutschland dauerhaft mehr Gewicht zu verleihen und sie auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) zu stärken. Das Netzwerk fragt danach, wie eine »partizipative Demokratie« ausgestaltet und vorangebracht werden kann. Es sucht nach Wegen zur politisch-strategischen Förderung der Bürgerbeteiligung. Auf Basis dieser Grundidee führt das »Netzwerk Bürgerbeteiligung« Menschen aus allen Bereichen zusammen, die die Partizipation von Bürger/innen an politischen Entscheidungen voran bringen und die Zukunft der Bürgerbeteiligung mitgestalten wollen&#8221; (<a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/leitidee/">Über das Netzwerk</a>). Jeder an Beteiligung Interessierte kann <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/netzwerkerinnen/">Netzwerker und Netzwerkerin</a> werden. Bei gemeinsamen Treffen lernt man sich untereinander und unterschiedliche Beteiligungsprojekte kennen.</p>
<p>Ich finde es gut, dass mit dem Netzwerk der Versuch gestartet wurde, Menschen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen zum Thema Beteiligung zusammenzubringen, Ressourcen auszutauschen und zu bündeln. Das Netzwerk lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Als Bürger/in sollte man nicht warten, bis Beteiligung von staatlicher Seite zugestanden (und gestaltet!) wird (&#8220;Wann führt meine Gemeinde endlich einen Bürgerhaushalt ein?&#8221;), sondern es kommt darauf an, vor Ort konkrete Beteiligungsprojekte einzufordern und zu initiieren.</p>
<p>In den nächsten Tagen soll eine neue Plattform für das Netzwerk Bürgerbeteiligung an den Start gehen, die noch mehr Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Netzwerkern bietet. Man wird dann Beteiligungsprojekte vorstellen und gemeinsam vorantreiben können. Auch von mir gibt es eine Projektinitiative, die ich auf dem <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/themen-diskurse/aktuelle-meldungen/detailansicht/article/netzwerktreffen-in-koeln-interessante-initiativen-spannende-diskussionen/">Netzwerktreffen in Köln </a>vorgestellt habe und die online auf der neuen Kooperationsplattform weiter diskutiert und vorangebracht werden soll: &#8220;Die Förderung von Teilhabe im Sozialsektor &#8211; soziale Dienste 2.0&#8221;. Ziel meiner Projektinitiative ist es u.a.</p>
<ul>
<li>Mitstreiter/innen zu finden</li>
<li>Best-Practice-Beispiele für Bürger-Teilhabe im Sozialsektor auf lokaler Ebene zu sammeln</li>
<li>Vorschläge zu erarbeiten, wie die Teilhabe von Bürgern gefördert bzw. die sozialen Dienste 2.0 aussehen könnten</li>
</ul>
<p>Das Netzwerk Bürgerbeteiligung wird in der Anfangsphase von einer Aufbaugruppe unterstützt, bei der auch <a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/ueber-das-netzwerk/aufbaugruppe/detailansicht/?tx_displayfeusers_pi1[userUid]=16&amp;tx_displayfeusers_pi1[action]=show&amp;tx_displayfeusers_pi1[controller]=User">Sophie Scholz</a>, die Gründerin der Socialbar mitmacht. Mit ihr hat die Zusammenarbeit im Rahmen des eNewsletters Freude gemacht &#8211; vielen Dank, Sophie!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_reiser_120710.pdf</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bürgerbeteiligung im Sozialsektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jun 2012 10:57:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dezentralisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Sektor]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
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		<category><![CDATA[soziales Kapital]]></category>
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					<description><![CDATA[In demokratiepolitischer Hinsicht ist der Sozialsektor ein Entwicklungsgebiet. Die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde können in der Regel weder die soziale Infrastruktur ihres Ortes verbindlich mitgestalten, noch können sie über die Art und Weise, wie soziale Dienste ihre Leistungen erbringen, mitentscheiden. Wie Bürger gepflegt, betreut, gefördert, beraten werden &#8211; darüber entscheiden in letzter Instanz die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In demokratiepolitischer Hinsicht ist der Sozialsektor ein Entwicklungsgebiet. Die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde können in der Regel weder die soziale Infrastruktur ihres Ortes verbindlich mitgestalten, noch können sie über die Art und Weise, wie soziale Dienste ihre Leistungen erbringen, mitentscheiden. Wie Bürger gepflegt, betreut, gefördert, beraten werden &#8211; darüber entscheiden in letzter Instanz die zuständigen Institutionen und Professionen.</p>
<p>Auch als Individuen fehlen Bürgern in Hilfseinrichtungen Teilhaberechte. Beim &#8220;Case-Management&#8221;, das auf die Mitwirkung von Klienten bei der Planung von Hilfsmaßnahmen zielt, behalten die institutionellen Regeln und Vorgaben die Oberhand, &#8211; das &#8220;Klientensystem&#8221; ist dem &#8220;Helfersystem&#8221; strukturell unterlegen (Hinte 2007). Das Persönliche Budget, das in der Behindertenhilfe den Status des einzelnen als Käufer von Leistungen stärken soll, konnte sich bisher in der Fläche nicht durchsetzen und fristet auch heute noch ein Dasein als &#8220;Exot&#8221; (Schäfers 2009). In der Praxis werden zudem die Auswahlrechte behinderter Bürger beschnitten, weil nur die bestehenden Angebote der Träger zur Wahl stehen. Manchmal übernimmt es die Sozialverwaltung auch gleich selbst, einen passenden Dienstleister auszuwählen und schriftlich festzulegen (Schäfers 2009, 179).</p>
<p>Es gibt zwei Akteursgruppen, die im Sozialsektor die Macht unter sich aufteilen: die Leistungsträger (Sozialverwaltung, Pflegekassen usw.) und die Leistungserbringer. Letztere sind zu einem guten Teil mit den gemeinnützigen Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege identisch. Bürger sind in diesem System nur Randfiguren ohne verbindliche Teilhaberechte. Es dominiert die &#8220;Fürsorge&#8221; bzw. die &#8220;Versorgung&#8221;. Mit Demokratie und Bürger-Mitsprache hat dies nichts zu tun.</p>
<p>Die gesetzliche Verankerung von verbindlichen Teilhaberechten für Bürger im Sozialbereich auf allen drei Ebenen (Gemeinde/Einrichtung/Individuum) in allen Phasen der Planung und Produktion sozialer Dienste wäre ein wichtiger Schritt, aber kein Garant für deren Umsetzung (siehe das Schicksal des Persönlichen Budgets&#8230;).</p>
<p>Die Veränderung des Systems muss vielmehr auf der lokalen Ebene durch die Bürger selbst vorangetrieben werden. Gemeinnützige Einrichtungen und die örtliche Verwaltung müssen als Partner der Veränderung gewonnen werden. Die Demokratisierung von Institutionen und Abläufen im Sozialsektor braucht die Mitwirkung der wichtigsten Player. Von deren Reaktion hängt es ab, ob Veränderungen gelingen oder nicht.</p>
<p>Welche Punkte sind zu beachten, wenn die Beteiligung von Bürgern in gemeinnützigen und kommunalen Sozialeinrichtungen gefördert werden soll? Gute Anregungen liefert ein Aufsatz von <a href="http://bjsw.oxfordjournals.org/content/40/3/714.abstract">Hernandez/Robson/Sampson (2010)</a> über &#8220;Integrated Participation&#8221;:</p>
<p>1. Bürgerpartizipation darf nicht als Zusatzaufgabe (&#8220;add-on&#8221;) betrachtet werden, die man bei Bedarf auch weglassen kann. Sondern die Teilhabe von Bürgern muss in den Einrichtungsalltag integriert werden und sich in Strukturen, Programmen und Prozessen niederschlagen.</p>
<p>2. Die Organisation der Bürger-Teilhabe sollte nicht an darauf spezialisiertes Personal delegiert werden, &#8211; so wie heute das &#8220;Freiwilligenmanagement&#8221; an die &#8220;Freiwilligenmanager&#8221;. Vielmehr muss Teilhabe ein Thema sein, das jeden einzelnen Mitarbeiter in einer Organisation angeht, egal, welche Zuständigkeit er/sie im Detail hat. Spezialpersonal baut eigene Wissenssilos auf &#8211; und das wäre hier ganz kontraproduktiv, da jeder in einer Institution den Umgang und die Kooperation mit Bürgern lernen und beherrschen muss.</p>
<p>3. Die Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten von Bürgern müssen im Selbst- und Leitbild einer Sozialeinrichtung fest verankert sein. Es muss sie dazu befähigen, ein breites Angebot an Beteiligungsmöglichkeiten zu entwickeln und Beteiligungshindernisse zu beseitigen.</p>
<p>4. Zeit und Geld sind notwendig, wenn Nutzer von Diensten, deren Angehörige, die Bürger einer Stadt/eines Stadtteils soziale Dienste gemeinsam mit den Mitarbeitern einer Einrichtung gestalten: &#8220;the process for developing strong relationships based on trust, respect and mutual understanding required a considerable amount of time&#8221; (<a href="http://bjsw.oxfordjournals.org/content/40/3/714.abstract">Hernandez u.a. 2010, 731</a>). Zeitlich begrenzte Projekte und Dienste werden nur schwer in der Lage sein, entsprechend konstruktive und stabile Beziehungen zur Bürgerseite hin aufzubauen.</p>
<p>Wichtig ist, dass bestehende Netzwerke in die Beteiligungsstrategien eingebunden werden, sowohl die informellen Netzwerke der einzelnen als auch die lokalen Netzwerke aus Organisationen und Initiativen. In diesen Netzwerken sammeln sich Ressourcen und Kompetenzen (&#8220;soziales Kapital&#8221;), die Partizipation unterstützen und fördern können. Was einer allein nicht kann &#8211; Beteiligungsmöglichkeiten ergreifen oder schaffen &#8211; kann mit der Hilfe anderer gelingen.</p>
<p>Beteiligung im Sozialsektor und auf der kommunalen Ebene insgesamt darf sich nicht auf formale Verfahren beschränken, sondern Beteiligung muss in den Alltag der Bürger und Einrichtungen gebracht werden, &#8211; in den Stadtteil, in den Verein, in soziale Organisationen (vgl. <a href="http://www.thersa.org/__data/assets/pdf_file/0011/518924/RSA_Communities-Connected-AW_181011.pdf">Morris FRSA/Gilchrist o.D.</a>). Bildlich gesprochen: die Partizipation muss zu den Bürgern kommen &#8211; und nicht umgekehrt. Institutionen haben eine Bringschuld, wenn es um Beteiligung geht: Mitmach- und Mitentscheidungsmöglichkeiten müssen so niedrigschwellig und vielfältig wie möglich sein. Soziale Medien können Beteiligungsprozesse erheblich vereinfachen und diversifizieren, &#8211; das <a href="http://www.digitalengagement.org/engine/methods/directory">&#8220;Digital Engagement Cookbook&#8221;</a> zeigt die vielen Online-Partizipationstools auf.</p>
<p>Soziale Medien spielen auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Pflege lokaler Netzwerke, die durch das Internet um überregionale Akteure und Ressourcen ergänzt werden.</p>
<p>Gerade Beteiligung findet heute immer stärker über informelle Online-Netzwerke statt, in denen Technologien die Aufgaben übernehmen, die ansonsten Organisationen erledigen (Koordination, Info-Verteilung, Kommunikation). Diese Netzwerke funktionieren nach einer anderen Logik als die traditionellen Beteiligungsangebote hierarchischer Organisationen. Für die Einrichtungen im Sozialbereich und die kommunale Ebene insgesamt stellt sich die Frage, wie das Engagement, das in dieser &#8220;digitally networked action&#8221; <a href="http://dx.doi.org/10.1080/1369118X.2012.670661">(Bennett/Segerberg 2012, 743)</a> zum Ausdruck kommt, für lokale Beteiligungsprojekte genutzt werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Literatur (wenn nicht verlinkt):</p>
<ul>
<li>Hinte, Wolfgang (2007): Wer beteiligt wen? Willen und Wünsche im Case Management, in: Soziale Arbeit, Heft 11-12, 425-432.</li>
<li>Schäfers, Markus (2009): Wie man aus einem Persönlichen Budget eine verdeckte Sachleistung macht, in: Teilhabe, Heft 4, 176-183.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Koproduktion &#8211; eine Einbahnstraße für Bürger?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 16:43:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgergesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Koproduktion]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Familien, Nachbarn und Freunde eines hilfsbedürftigen Menschen haben in der Regel großen Anteil an dessen Betreuung. Beispielsweise leben 70% der Pflegebedürftigen zu Hause und werden größtenteils (in 70% der Fälle) von Angehörigen gepflegt (Wendt 2011, 208). Im sogenannten &#8220;Wohlfahrtsmix&#8221;, der Produktion sozialer Dienstleistungen durch gemeinnützige, öffentliche und gewerbliche Träger sowie das persönliche Umfeld eines [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Familien, Nachbarn und Freunde eines hilfsbedürftigen Menschen haben in der Regel großen Anteil an dessen Betreuung. Beispielsweise leben 70% der Pflegebedürftigen zu Hause und werden größtenteils (in 70% der Fälle) von Angehörigen gepflegt (<a href="http://www.bdw.nomos.de/archiv/2011/heft6/">Wendt 2011, 208</a>). Im sogenannten &#8220;Wohlfahrtsmix&#8221;, der Produktion sozialer Dienstleistungen durch gemeinnützige, öffentliche und gewerbliche Träger sowie das persönliche Umfeld eines Betroffenen, &#8220;überwiegt somit, sozialwirtschaftlich betrachtet, die häusliche Wertschöpfung&#8221; (Wendt 2011, 209, in: <a href="http://www.bdw.nomos.de/archiv/2011/heft6/">Blätter der Wohlfahrtspflege Heft 6</a>. Alle zitierten Texte in diesem Blogbeitrag stammen aus dieser Ausgabe).</p>
<p>Es mehren sich deshalb die Stimmen in der sozialen Arbeit, die fordern, der faktischen Koproduktion sozialer Dienste durch Bürger und professionelle Anbieter auch auf Organisationsseite Rechnung zu tragen. Allerdings nur auf zweierlei Weise:</p>
<p>1. Die Dienste sollen die Ressourcen der informellen Helfer in ihre Personaleinsatzplanung mit einbeziehen. Das heißt, der Dienst und die Angehörigen stimmen untereinander ab, wer was wann erledigt (<a href="http://www.bdw.nomos.de/archiv/2011/heft6/">Wendt 2011, 210</a>).</p>
<p>2. Die Gegenüberstellung von professioneller Arbeit und Laienpflege wird aufgegeben. Es bilden sich Netzwerke (&#8220;Pflegenetzwerke&#8221;, &#8220;Assistenznetzwerke&#8221;) auf lokaler Ebene, die die Hilfe im Einzelfall und die Angebote auf örtlicher Ebene untereinander abstimmen. Das Ziel der Netzwerkkoordination ist die möglichst passgenaue und effiziente Organisation der Hilfeerbringung (<a href="http://www.bdw.nomos.de/archiv/2011/heft6/">Tabatt-Hirschfeldt 2011, 203</a>).</p>
<p>Haben Bürger in diesen Koproduktionsmodellen formale Entscheidungskompetenzen, um das Leistungsangebot auf örtlicher Ebene mitbestimmen zu können?</p>
<p>Die Teilhabe von Bürgern wird hier eher individualisiert und auf den Einzelfall bezogen. Bürger können sich im Detail mit Diensten abstimmen, wenn es um die Betreuung von Angehörigen geht, &#8211; aber immer auf der Basis eines existierenden Leistungsangebots, über dessen Ausgestaltung andere entscheiden.</p>
<p>Gerade die empirische Forschung in der Behindertenhilfe zeigt, dass die Inklusion von Menschen und ihr Recht auf Teilhabe mit den existierenden Hilfsstrukturen der Dienste kollidiert: individuelle Wünsche und Bedarfe laufen ins Leere, denn &#8220;ein kreatives Entwickeln neuer Teilhabearrangements findet nur selten statt&#8221; (<a href="http://www.bdw.nomos.de/archiv/2011/heft6/">Barth 2011, 218</a>).</p>
<p>Das Problem des im Sozialbereich propagierten &#8220;Wohlfahrtsmixes&#8221; bzw. des hier entworfenen Koproduktionsmodells ist es, dass im Mittelpunkt die Dienste und öffentlichen Stellen mit ihrem Planungsrecht stehen, &#8211; und nicht die Bürger als Gestalter örtlicher Lebenszusammenhänge. Exemplarisch wird dies an einem &#8220;operativen Netzwerk zur Entwicklung eines Familienzentrums&#8221; deutlich, das von Tabatt-Hirschfeldt als Beispiel angeführt wird (<a href="http://www.bdw.nomos.de/archiv/2011/heft6/">2011, 205</a>): hier gruppieren sich elf Institutionen um einen Kindergarten, aber nur drei Bürgergruppen sind involviert, mit denen informell kooperiert wird bzw. die &#8220;mitwirken&#8221;, &#8211; von verbindlichen Mitbestimmungsmöglichkeiten ist nichts zu erfahren.</p>
<p>Es stellt sich deshalb die Frage, wie es um die <em>demokratische Legitimation</em> dieser Koproduktionsmodelle im Sozialbereich steht und wo die Mitbestimmungschancen für Bürger im Wohlfahrtsmix sind, die über das persönliche Umfeld hinaus reichen. Wer kontrolliert die örtlichen Wohlfahrtsnetzwerke? Wer bestimmt über die örtlichen Angebotsstrukturen? Wenn Bürger einen wichtigen Beitrag an der Koproduktion sozialer Dienste leisten, dann benötigen sie auch das Recht, über die örtlichen Angebotsstrukturen mitbestimmen zu können. Ansonsten werden formale Teilhaberechte konterkariert.</p>
<p>Soziale Dienste betonen ihre wichtige Rolle in der Wohlfahrtsproduktion. Sie sollten die demokratischen Implikationen ihrer Tätigkeit nicht ausblenden. Soziale Dienstleistungen versorgen Bürger nicht nur, sondern sie machen gleichzeitig Aussagen über den Status des einzelnen, &#8211; der Bürger ist oder Hilfsempfänger bleibt. Es wäre eine große Chance, auf kommunaler Ebene die Steuerungsstrukturen im Sozialbereich so auszugestalten, dass Bürger die Angebote in ihrem Quartier mitbestimmen können.</p>
<p>Desweiteren muss sich der Sozialbereich anderen Sektoren gegenüber öffnen &#8211; der Kultur, der Bildung, dem Sport usw. &#8211; und Angebote vernetzen. Allein die Konzentration auf den richtigen &#8220;Wohlfahrtsmix&#8221; ist eine Sackgasse. Gefragt sind Konzepte, die den Bürger und dessen gesamtes Umfeld, den &#8220;Sozialraum&#8221;, in den Mittelpunkt stellen und nicht die sozialen Dienste selbst. Der Weg muss vom &#8220;Wohlfahrtsmix&#8221; zur Bürgerbeteiligung führen.</p>
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		<item>
		<title>Freiwilligenmanagement in Nonprofits &#8211; ein Beitrag zur Bürgerschaftlichkeit des Dritten Sektors?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 10:51:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Gemeinnützige Organisationen spielen über ihre Dienstleistungsfunktion hinaus eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen, indem sie Gemeinschaft bilden, Partizipation ermöglichen und Interessen vertreten. Diese Funktionen können unterschiedlich &#8216;bürgernah&#8217; bzw. gemeinwesenorientiert ausgeübt werden. Dritte Sektor-Organisationen zählen sich zwar formal zur Zivilgesellschaft &#8211; und nicht zu Markt oder Staat &#8211; aber sie sind dadurch nicht automatisch &#8216;zivil&#8217;. Ihre [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinnützige Organisationen spielen über ihre Dienstleistungsfunktion hinaus eine wichtige Rolle für unser Gemeinwesen, indem sie Gemeinschaft bilden, Partizipation ermöglichen und Interessen vertreten. Diese Funktionen können unterschiedlich &#8216;bürgernah&#8217; bzw. gemeinwesenorientiert ausgeübt werden. Dritte Sektor-Organisationen zählen sich zwar formal zur Zivilgesellschaft &#8211; und nicht zu Markt oder Staat &#8211; aber sie sind dadurch nicht automatisch &#8216;zivil&#8217;. Ihre bürgerschaftliche Ausrichtung und Anbindung an das Gemeinwesen &#8211; ihre &#8216;civicness&#8217; &#8211; muss bewusst hergestellt werden (vgl. <a href="http://www.fjnsb.org/sites/default/files/Evers.pdf">Evers 2009</a>).</p>
<p>Nun ist der deutsche Dritte Sektor, der von den großen Wohlfahrtsverbänden dominiert wird, sehr staatsorientiert aufgrund der bestehenden Finanzierungsstrukturen. Die zivilgesellschaftliche Ausrichtung der Organisationen ist deshalb eine Herausforderung für die großen bürokratisierten Verbände, um die jeden Tag gerungen werden muss und über deren Stellenwert im Sektor selbst durchaus keine Einigkeit herrscht.</p>
<p>Die gemeinnützigen Programme, Methoden und Kommunikationsstile legen Zeugnis davon ab, wie ernst es einem Träger mit der bürgerschaftlichen Ausrichtung ist. Ob man bereit ist, sich dem Austausch mit den Bürgern und einer demokratischen Öffentlichkeit zu stellen, oder ob man monologisiert und aus einer binnenorientierten Perspektive heraus handelt.</p>
<p>Auch das Freiwilligenmangement in den Einrichtungen, d.h. die Steuerung des Umgangs mit den ehrenamtlich engagierten Bürgern, ist ein Bereich, an dem das Ausmaß der Bürgerschaftlichkeit einer gemeinnützigen Organisation abgelesen werden kann.</p>
<p>Zwar ist das Freiwilligenmanagement in Sozialeinrichtungen noch nicht flächendeckend verankert. Und auch in den Ausbildungs- und Studiengängen spielt die Zusammenarbeit von Profis und Bürgern &#8211; obwohl schon immer Realität in Sozialeinrichtungen &#8211; inhaltlich kaum eine Rolle (vgl. <a href="http://www.wila-arbeitsmarkt.de/files/biku_2011_38_soziale_arbeit_und_freiwilliges_engagement.pdf">Beerbaum 2011</a>). Aber immer mehr Einrichtungen gehen dazu über, Mitarbeiter mit der Freiwilligenkoordination bzw. dem -management zu beauftragen.</p>
<p>Ein in der Praxis weit verbreitetes Freiwilligenmanagement-Modell ist das der <a href="http://www.ehrenamt.de/">Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland (AfED)</a> in Berlin, die seit 1998 Freiwilligenmanager ausbildet. Das Management-Konzept der AfED ist in einer Publikation aus dem Jahr 2009 (<a href="http://www.ziel-verlag.de/sozialmanagement/freiwilligenmanagement.php">&#8220;Freiwilligen-Management&#8221;</a>) von Reifenhäuser, Hofmann und Kegel niedergelegt.</p>
<p>Es unterteilt die Arbeit mit Freiwilligen anhand des Engagementprozesses in folgende Abschnitte:</p>
<ul>
<li>Engagementfelder für Ehrenamtliche identifizieren</li>
<li>Engagementangebote beschreiben und bewerben</li>
<li>Erstgespräche führen und Engagement vereinbaren</li>
<li>Ehrenamtliche einarbeiten und befähigen</li>
<li>fördern, qualifizieren und anerkennen</li>
<li>verabschieden und Engagement bescheinigen</li>
</ul>
<p>(Reifenhäuser u.a., S. 79)</p>
<p>Welchen Beitrag kann dieses Modell für einen zivilen Dritten Sektor leisten? Inwieweit fördert es die bürgerschaftliche Ausrichtung von gemeinnützigen Organisationen?</p>
<p>Eine kritische Begutachtung zeigt:</p>
<p>Das Freiwilligen-Management-Konzept der AfED ist aus einer binnenorientierten Perspektive heraus verfasst: &#8220;Hier geht man vom Bedarf der Organisation aus&#8221; (Reifenhäuser u.a., 77), &#8211; nicht vom Bedarf der BürgerInnen.</p>
<p>Das freiwillige Engagement wird als &#8220;ergänzend&#8221; festgeschrieben. Die Aufgabenprofile für die Ehrenamtlichen werden von der Organisation entwickelt (S. 79f). Es darf zu keiner Kollision mit dem Hauptamt kommen (S. 68). Die Dominanz der Profession &#8211; und das Machtungleichgewicht zu Lasten der Bürgerschaft &#8211; bleibt dadurch gesichert, &#8211; obwohl in vielen Bereichen Ehrenamtliche substantielle Beiträge für den Betrieb einer Einrichtung leisten.</p>
<p>Die Partizipation der Ehrenamtlichen wird angemahnt: &#8220;Die Freiwilligen haben ein Recht auf Mitbestimmung und -gestaltung (mindestens in Fragen ihres direkten Aufgabenbereichs!)&#8230;&#8221; (Reifenhäuser u.a., 71). Gleichzeitig spiegeln sich institutionell festgeschriebene Mitwirkungsmöglichkeiten nicht in dem oben beschriebenen Engagementzyklus wider. Verfahren strukturieren die Teilhabe &#8211; folglich stellt sich die Frage, wie im Rahmen dieses nach den Bedürfnissen der Organisation gestalteten Prozesses die inhaltliche Beteiligung von Bürgern gelingen soll? Da betont wird, das Ziel der Einarbeitung der Ehrenamtlichen sei, sie &#8220;über das Leitbild, die Ziele und die Arbeitsweise der Organisation, über die Aufgaben und Positionen der Freiwilligen und vor allem über die eigenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten&#8221; zu informieren (Reifenhäuser u.a. S. 93).</p>
<p>Das Konzept individualisiert das Freiwilligenengagement. Kollektive, auf das Gemeinwesen hin orientierte Mitmach- und Entscheidungsmöglichkeiten, z.B. für die Bürger eines Viertels, sind nicht vorgesehen. Es gibt nur das (bilaterale) Verhältnis zwischen der Organisation und dem einzelnen Bürger.</p>
<p>Das Konzept klammert Soziale Medien aus. Das Internet spielt nur bei der Vermarktung von Engagementangeboten eine Rolle (S. 87), nicht aber, um Dialog und Vernetzung mit der Zivilgesellschaft voranzutreiben. Da das Internet heute aber integraler Bestandteil von Öffentlichkeit und Beteiligung ist, darf das Freiwilligenmangement von Nonprofits Soziale Medien nicht ausklammern, sondern muss sie integrieren als Tools, die Beziehungen, Netzwerke und Beteiligung ermöglichen.</p>
<p>Das Freiwilligenmanagement von Nonprofit-Organisationen kann die Zivilität der Einrichtungen fördern, wenn die inhaltliche Mitgestaltung bzw. Beteiligung von Bürgern zum integralen Bestandteil des Prozesses wird. Wenn also das Freiwilligenmanagement sich nicht auf eine &#8216;Koordination&#8217; von Ehrenamtlichen beschränkt, sondern auf die Steuerung von <em>Koproduktionsprozessen</em> zielt, bei denen Profis und Bürger auf Augenhöhe zusammenarbeiten</p>
<p>Voraussetzung dafür ist, dass die Erfahrungen der Bürger ebenso wertgeschätzt werden wie die Expertise der professionellen Mitarbeiter.</p>
<p>Die Einrichtung sollte in ständigem Austausch mit der Öffentlichkeit stehen, über Communitygrenzen hinweg, um auszuloten welche Ressourcen und Ideen es für die Weiterentwicklung der Dienste gibt.</p>
<p>Eine Präsenz im Social Web ist unerlässlich, um Online-Beteiligung und Koordinationsmöglichkeiten zu nutzen.</p>
<p>Im Kern muss es darum gehen, das Freiwilligenmanagement nicht allein aus Sicht der Einrichtung zu konzipieren, sondern es zu demokratisieren, um der Zivilgesellschaft Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen.</p>
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		<title>Partizipation fördern und organisieren &#8211; welche Bedingungen müssen erfüllt sein?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 16:03:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen? Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann man Partizipationsprozesse &#8211; gleichgültig ob online oder offline &#8211; so organisieren, dass sich möglichst viele Bürger einbringen?</p>
<p>Bürgerbeteiligung über das Internet oder in den Einrichtungen auf lokaler Ebene krankt häufig daran, dass nur wenig Bürger erreicht werden und zumeist auch nur bestimmte Bildungsschichten und soziale Milieus. Erst jüngst hat das WZB dargelegt, wie eng der Zusammenhang zwischen Einkommen und gesellschaftlichem Engagement ist und welche bedeutende Rolle das Bildungsniveau spielt, das Persönlichkeitsmerkmale fördert, die auf Beteiligung abzielen (wie Kreativität, Veränderungswille etc.)<a href="http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm128/14-17.pdf">(Böhnke/Dathe 2010</a>).</p>
<p>Wie kann man diese faktische Verengung der Bürgerbeteiligung aufbrechen? Wie können Partizipationsmöglichkeiten so ausgestaltet und unterstützt werden, dass sie über das <a href="http://gurstein.wordpress.com/2010/09/02/open-data-empowering-the-empowered-or-effective-data-use-for-everyone/">&#8220;Empowering the Empowered&#8221;</a> hinausgehen und möglichst viele Bevölkerungsgruppen ansprechen?</p>
<p>Es reicht offensichtlich nicht aus, online einen Aufruf mit der Bitte um Feedback, Teilnahme etc. zu starten oder auf lokaler Ebene Online-Konsultationen und ähnliches zu beginnen verbunden mit der Einladung an die Bevölkerung, sich einzubringen.</p>
<p>Der Rat von professioneller Seite, Partizipationsprojekte &#8211; in diesem Fall die<a href="http://www.kommune21.de/web/de/meldungen,311_1_0_82.5,10724"> E-Partizipationsmöglichkeiten</a> auf lokaler Ebene &#8211; noch stärker zu bewerben, wird für den Erfolg von Beteiligungsprozessen nicht genügen. Wer nicht von klein auf gelernt hat, sich einzubringen, hat auch als Erwachsener keine guten Voraussetzungen, wenn es um die Wahrnahme von Partizipationsmöglichkeiten geht.</p>
<p>Ein sehr praktisches Tool, um den Wirkungsgrad von Partizipationsprojekten zu vergrößern, ist das<strong> CLEAR-Modell </strong>von <a href="http://www.communities.gov.uk/documents/localgovernment/pdf/1241999">Pratchett/Durose/Lowndes u.a. (2009)</a>. Wer an dem Aufbau von Partizipationsprozessen interessiert ist, die breite Bevölkerungsschichten erreichen, der kann mit Hilfe des CLEAR-Modells effektive Beteiligungsprojekte entwerfen oder bestehende Beteiligungsangebote auf ihre Stärken und Schwächen hin untersuchen.</p>
<p>Das CLEAR-Modell umfasst fünf Kriterien. Sie berücksichtigen die Seite der Bürger und die der Institutionen, weil beide Seiten in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander stehen. Anders ausgedrückt: ohne responsive Organisationen läuft das Bürgerengagement ins Leere und ohne engagierte Bürger bleiben Partizipationsangebote von Institutionen ohne Feedback.</p>
<p>Die fünf Kriterien des CLEAR-Modells für effektive Partizipationsprozesse (s.S. 9ff):</p>
<p>1. Bürgern müssen die Kompetenzen vermittelt werden, die notwendig sind, um am Gemeinwesen partizipieren zu können (&#8220;<strong>C</strong>an do&#8221;). Dazu gehört auch, vor Ort für eine Infrastruktur zu sorgen, die Partizipation ermöglicht (Internetzugang, Bildungsangebote, Räumlichkeiten für Treffen usw.).</p>
<p>2. Bürger müssen darin befähigt und unterstützt werden, sich untereinander und mit Organisationen zu vernetzen. Ohne soziale Einbindung fehlt vielen das Motiv, sich an öffentlichen Angelegenheiten stärker zu beteiligen(&#8220;<strong>L</strong>ike to&#8221;).</p>
<p>Hier muss noch ergänzt werden, dass die Netzwerke, über die der einzelne verfügt, ihm auch Kompetenzen und Unterstützung vermitteln können, die Beteiligung fördern.</p>
<p>Dieser netzwerkorientierte Aspekt des CLEAR-Modells ist sehr wichtig, weil er die dominierende bilaterale Sichtweise verlässt, die sich auf das Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgern oder zwischen Bürgern und NPOs konzentriert. Der Vernetzungsgrad von Bürgern bzw. die kollektive Dimension hat großen Einfluss darauf, ob Bürger sich beteiligen oder nicht.</p>
<p>3. Organisationen müssen Bürgern Partizipationsmöglichkeiten bieten (&#8220;<strong>E</strong>nabled to&#8221;). Wo zivilgesellschaftliche Einrichtungen und Beteiligungsmöglichkeiten fehlen, sinkt die Partizipationsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>4. Organisationen müssen Bürger aktiv um ihre Beteiligung bitten. Die Mobilisierung von Bürgern durch ganz unterschiedliche Angebote ist wichtig, weil Bürger verstärkt partizipieren, wenn sie sich angesprochen fühlen (&#8220;<strong>A</strong>sked to&#8221;).</p>
<p>5. Organisationen müssen sich Bürgern gegenüber responsiv verhalten, d.h. sie müssen bereit sein zum Zuhören und Antworten (&#8220;<strong>R</strong>esponded to&#8221;). Wo diese Bereitschaft fehlt, weil Entscheidungsprozesse hierarchisch gefällt werden oder anderen Stakeholdern mehr Gewicht beigemessen wird, erlahmt auch die Beteiligungsbereitschaft der Bürger.</p>
<p>Mit Hilfe des CLEAR-Modells können auch Defizite in der Social Media-Anwendung aufgezeigt werden. Der Schwerpunkt von Organisationen &#8211; auch den gemeinnützigen &#8211; liegt hier sehr häufig auf der versuchten Mobilisierung von Bürgern unter Vernachlässigung der ersten beiden Punkte, den Kompetenzen und der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Akteuren.</p>
<p>Wenn Social Media zur Interaktion und zum Dialog mit Bürgern führen soll, dann müssen die Beteiligungskompetenzen von Bürgern gefördert und muss ihre Vernetzung untereinander gestärkt werden. Social Media-Strategien, die diese beiden Aspekte berücksichtigen, werden auf Dauer erfolgreicher sein als jene, die auf solch unterstützende Maßnahmen verzichten.<br />
Die digitale Inklusion und die politische Erwachsenenbildung müssen also durchaus ein Thema sein für alle, die sich von der Bürgerschaft mehr Partizipation erhoffen, ob online oder offline.</p>
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		<title>Nachhaltiger Social Media-Einsatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 08:39:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In der 16. Runde der NPO-Blogparade fragt Ole Seidenberg, der SocialBlogger, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen. Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft" title="npo_blogparade" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>In der 16. Runde der <a href="http://npoblogparade.wordpress.com/">NPO-Blogparade</a> fragt<a href="http://socialaction20.wordpress.com/2010/06/07/npo-blogparade-nr-16/"> Ole Seidenberg, der SocialBlogger</a>, nach dem Impact von Social Media bzw. danach wie Online-Tools und Offline-Aktionen miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen.</p>
<p>Der Anspruch, der Online-Dialog müsse Handeln nach sich ziehen, bildet für mich ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit">&#8220;Nachhaltigkeit&#8221;</a> ist ein diffuser Begriff, aber in diesem Zusammenhang soll er bedeuten, dass Ressourcen &#8211; hier: Social Media Tools &#8211; so eingesetzt werden, dass sie dauerhafte Lösungen mit Mehrwert für eine gemeinnützige Organisation, ihre Klientel und die Zivilgesellschaft schaffen.</p>
<p>Ein nachhaltiger, weil handlungsorientierter, Social Media Gebrauch durch eine NPO zielt darauf ab, Gemeinschaften und Bewegungen zu bilden, die Meinung und das Wissen anderer einzuholen, gemeinsam zu lernen und die eigenen Programme und Aktionen so zu gestalten, dass Unterstützer andocken und mitmachen können.</p>
<p>Es sind sicherlich auch Anwendungsszenarien von Social Media außerhalb dieses handlungsorientierten Ansatzes möglich und legitim, aber speziell für gemeinnützige Organisationen, die sich die Behebung von Missständen zum Ziel gesetzt haben, macht eine Social Media-Nutzung, die auf konkretes Handeln zielt, Sinn.</p>
<p>Ein gutes Beispiel, wie eine Organisation über das Internet Unterstützer gewinnen und Projekte in der realen Welt initiieren kann, liefert die gemeinnützige Organisation <a href="http://kaboom.org/blog/how_we_used_internet_break_new_ground">&#8216;KaBOOM!</a>&#8216; in den USA, die sich dort um den Erhalt und Aufbau von Spielplätzen bemüht. Mit Hilfe ihres Internetauftritts, einem online-Training, do-it-yourself-Tools, einer Community usw. gelang es der Organisation, in fünf Jahren über 6000 Gemeinschaften dabei zu helfen, einen Spielplatz einzurichten oder instand zu setzen. Auf <a href="http://www.bethkanter.org/kaboom-case-study-monito/">Beth&#8217;s Blog</a> gibt die NPO viele Tipps, wie gemeinnützige Akteure offline mehr Wirkung erzielen können. Dazu gehört der Rat, die eigene Botschaft und das eigene Programm so verständlich wie möglich zu vermitteln, so dass Unterstützer vor Ort den Gedanken aufgreifen können, um selbst aktiv zu werden. Die NPO sollte überdies mithelfen, Menschen untereinander zu vernetzen, und Handlungsanreize schaffen.</p>
<p>Multiplikatoren und Unterstützer suchen, einbinden und ihnen Handlungsmöglichkeiten bieten, &#8211; zu diesem dezentralen Konzept muss eine NPO bereit sein. Es bedeutet: ein Stück weit die eigene hierarchische Steuerung zu reduzieren und den bürgerschaftlichen Mitstreitern mehr Vertrauen entgegenbringen, speziell von professioneller Seite. Man muss nicht alles selbst regeln, denn auch die Menschen außerhalb des eigenen Systems bringen Expertise als Betroffene, Erfahrene, Engagierte ein. In meinem letzten Blogbeitrag thematisierte ich das Modell der <a href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/koproduktion-als-chance-fur-gemeinnutzige-organisationen/">Koproduktion</a> , bei der sich Bürger und NPOs die Planung und Umsetzung von Dienstleistungen teilen und NPO-Mitarbeiter die Rolle von Mentoren übernehmen.</p>
<p>Auch KaBOOM! musste lernen, Kontrolle abzugeben, um den eigenen Wirkungsgrad zu erhöhen, indem die Organisation ihre Markenrechte an einigen Online-Tools abtrat, um deren lokale Nutzung nicht einzuschränken.</p>
<p>Nonprofits sind heutzutage häufig in ihrer binnenorientierten Perspektive gefangen &#8211; vgl. den Beitrag von <a href="http://www.net-pilots.de/stefanzollondz/qualitaet-in-der-sozialen-arbeit/perspektiven-lasst-sich-ein-langfristiger-kurs-uberhaupt-noch-abstecken/">Stefan Zollondz</a> &#8211; und schauen zu wenig über den Rand ihres Fachgebietes. Als würde sich die Welt ausschließlich um das eigene NPO-Anliegen drehen. Aber dem ist nicht so. Es gibt viele unterschiedliche Welten und Perspektiven und es muss für gemeinnützige Organisationen darum gehen, sich den Reichtum an Ideen und Erfahrungen dieser anderen Welten für das eigenen Arbeiten zu erschließen.</p>
<p>Wirkung können jene NPOs entwickeln, die Bewegungen bilden und die Menschen auf lokaler Ebene ermächtigen, etwas beizutragen. Insofern muss auch ein nachhaltiger Social Media-Einsatz von gemeinnützigen Organisationen auf die Bildung von Netzwerken und lokalen Communities zielen. Es geht nicht darum, nach schnellen Fundraising- Erfolgen und Vermarktungsstrategien zu schielen. Man kann Social Media selbstverständlich auch so nutzen, &#8211; nur ist dies nicht nachhaltig, weil die Vernetzungs- und Handlungspotentiale von Social Media so unausgeschöpft bleiben.</p>
<p>Auf kurzfristigen Erfolg hin angelegte Strategien folgen dem kurzfristigen Denken von großen Teilen der Wirtschaft und des Staates. Doch gerade NPOs, die mit langwierigen, komplexen Problemlagen Umgang pflegen, wissen, dass manche Dinge sehr viel Zeit brauchen. So auch der Aufbau von Netzwerken, die man nur durch einen stetigen Input, der Mehrwert schafft, aufbauen kann. Dialoge allein reichen hierfür nicht aus, &#8211; Handeln und Ressourcen müssen ebenfalls eingebracht werden.</p>
<p>Amy Sample Ward hat mich mit einer <a href="http://www.slideshare.net/AmySampleWard/social-media-philanthropy?from=ss_embed">Präsentation</a> inspiriert. Die von ihr hier verwendeten Formulierungen &#8220;Redefine ROI&#8221; und &#8220;Lead by Example&#8221; möchte ich ebenfalls in mein Konzept des &#8220;nachhaltigen Social Media- Einsatzes&#8221; mit aufnehmen.</p>
<p>Den Return on Investment (ROI) umzudefinieren, bedeutet, den Erfolg von Social Media nicht nur anhand quantitativer Dimensionen zu messen (Klickzahlen, Spenden, Followerzahlen, Unterschriften etc.), sondern deren Wirkung auch bezogen auf den Netzwerkaufbau oder die erzielten Wirkungen im Politikfeld zu untersuchen. Alternative Mess-Ideen stehen mit dem <a href="http://amysampleward.org/2010/01/18/return-on-engagement-for-your-community/">ROE (&#8220;Return on Engagement&#8221;)</a> oder dem alternativen <a href="http://steve-dale.net/2010/06/13/knowledge-management-return-on-investment/">ROI (&#8220;Return on Impact&#8221;)</a> zur Verfügung und müssten noch weiter entwickelt werden.</p>
<p>&#8220;Lead by Example&#8221; &#8211; das ist für einen nachhaltigen Social Media- Einsatz sehr wichtig. Einen fairen Dialog kann nur derjenige einfordern, der selbst fair kommuniziert. Unterstützung seitens der Zivilgesellschaft kann man dann glaubwürdig erbitten, wenn man selbst als <em>Enabler</em> fungiert, der Handlungschancen eröffnet und nicht verschließt.</p>
<p>Zusammenfassend kann man &#8211; in einem ersten Anlauf &#8211; die Elemente eines nachhaltigen Social Media-Einsatzes wie folgt definieren:</p>
<p>Ein <strong>nachhaltiger Social Media-Einsatz</strong></p>
<ul>
<li><strong>ist handlungsorientiert</strong></li>
<li><strong>bildet Netzwerke</strong></li>
<li><strong>zielt auf das Empowerment von Menschen</strong></li>
<li><strong>zeichnet sich durch einen längerfristigen Zeithorizont aus</strong></li>
<li><strong>blickt auf die Wirkungen von Social Media in der realen Welt</strong></li>
<li><strong>lebt die eigenen (online/offline) Ansprüche an die anderen vor.</strong></li>
</ul>
<p>Wie Online-Tools und Offline-Aktionen im Detail miteinander verbunden werden müssen, damit Social Media Veränderungen in der realen Welt anstoßen, &#8211; das war die Frage von Ole Seidenberg &#8211; muss von Fall zu Fall neu entschieden werden. Es gibt kein Rezept, dem alle Organisationen folgen können. Es gibt lediglich Regeln für einen nachhaltigen, weil handlungsorientierten Social Media-Einsatz, die ich hier zu formulieren versuchte.</p>
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		<title>NPO-Blogparade #14 über die Plattform engagiert-in-deutschland.de</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Brigitte Reiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 09:48:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Blog von engagiert-in-deutschland.de (eiD) ist Gasthost der 14. Runde der Blogparade. Die Plattform will sich zu einem zentralen Marktplatz bürgerschaftlichen Engagements im Netz entwickeln, der es Nutzern ermöglicht, sich über Engagementthemen zu informieren, auszutauschen und Projekte durch eigene Mithilfe oder Geld-und Sachspenden zu unterstützen. eiD wird getragen vom Deutschen Verein für öffentliche und private [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.engagiert-in-deutschland.de/"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft" src="http://stufr.de/wuedesign/blog/wp-content/uploads/2009/03/npo-blogparade-logo_m-300x67.png" alt="" width="300" height="67" /></a>Das Blog von <a href="http://www.engagiert-in-deutschland.de/">engagiert-in-deutschland.de</a> (<em>eiD</em>) ist Gasthost der <a href="http://blog.engagiert-in-deutschland.de/2010/02/22/npo-blogparade/">14. Runde der Blogparade</a>. Die Plattform will sich zu einem zentralen Marktplatz bürgerschaftlichen Engagements im Netz entwickeln, der es Nutzern ermöglicht, sich über Engagementthemen zu informieren, auszutauschen und Projekte durch eigene Mithilfe oder Geld-und Sachspenden zu unterstützen. <em>eiD</em> wird getragen vom <a href="http://www.deutscher-verein.de/">Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge</a>, in dem Kommunen und Wohlfahrtsverbände zusammenarbeiten. <em>eiD</em> hat diverse Projekt- und Vernetzungspartner (s. die <a href="http://www.engagiert-in-deutschland.de/"><em>eiD</em>-Startseite</a>) und wird vom Bund gefördert.</p>
<p>Die primäre Zielgruppe von<em> eiD</em> sind laut eigener Aussage bürgerschaftlich Engagierte. Freiwillige Helfer sind als Gruppe sehr heterogen. Sie zeichnen sich durch unterschiedliche Interessen aus und nutzen auch das Internet unterschiedlich intensiv. Wie es im Blogbeitrag von <em>eiD</em> heißt, sinkt mit zunehmendem Alter die Präsenz der Menschen im Internet , wohingegen ihre Engagementquote relativ hoch bleibt.</p>
<p>Die Plattform-Macher stellen deshalb im Rahmen der Blogparade die folgenden Fragen zur Diskussion: <strong>welche Nutzungsgewohnheiten haben bürgerschaftliche Engagierte im Internet und wie kann die Plattform für alle Altersgruppen zu einem attraktiven Marktplatz werden?</strong></p>
<p>Hier meine Antwort:</p>
<p>1. Die Konzentration von <em>eiD</em> auf die Zielgruppe der bürgerschaftlich Engagierten finde ich zu einseitig. Der Erfolg der Plattform hängt nicht nur von der Frage ab, wie man die bürgerschaftlich Engagierten auf die Seite bringt, sondern auch davon, ob <em>eiD</em> so viel Einrichtungen zu einer Kooperation bewegen kann, dass die Datenbank der Plattform viele Mitmachangebote umfasst. Das heißt, es ist wichtig, nicht nur die individuelle Seite des bürgerschaftlichen Engagaments zu betrachten, sondern auch seine institutionelle. Freiwilliges Engagement findet nicht im luftleeren Raum, sondern in Tausenden von gemeinnützigen, öffentlichen und privaten Einrichtungen speziell auf kommunaler Ebene statt. Es geht für<em> eiD</em> darum, diese lokalen Akteure für die Plattform zu gewinnen und ihre Rolle als örtliche Multiplikatoren der Plattform zu nutzen. Ohne die Kooperation eines Großteils dieser Verbände und Einrichtungen vor Ort wird die Plattform ihr Ziel, die zentrale Drehscheibe für bürgerschaftliches Engagements zu sein, nicht erreichen können.</p>
<p>Die Präsenz der Plattform auf sozialen Netzwerken wie <a href="http://twitter.com/eiDnetz">Twitter</a> und<a href="http://www.facebook.com/engagiertindeutschland.de"> Facebook</a> ist ein erster guter Schritt, um das Projekt im Internet ins Gespräch zu bringen und Unterstützer zu sammeln. Dennoch kann eine so große Community, wie die Plattform sie anstrebt, nicht von oben nach unten aufgebaut werden, sondern nur von unten &#8211; von der kommunalen Ebene her &#8211; nach oben.</p>
<p>2. Eben weil viele bürgerschaftlich Engagierte &#8211; speziell die Älteren &#8211; noch nicht im Netz sind und ohne Unterstützung vielleicht auch nie ins Netz kommen, insbesondere nicht in den interaktiven Bereich, ist es notwendig, die Nutzer dort abzuholen, wo sie sind, &#8211; in den (Partner) Einrichtungen, die vor Ort für das Projekt werben müssen. Auch deshalb muss das Hauptaugenmerk der Plattform auf einer gezielten und ganz massiven Vernetzung mit Institutionen/Orten des bürgerschaftlichen Engagements liegen. Mit dem Deutschen Verein im Rücken müsste eine so breite Vernetzung eigentlich möglich sein.</p>
<p>Über die örtlichen Einrichtungen hinaus braucht die Plattform aus dem gesellschaftlichen Bereich Freunde auf kommunaler Ebene, die für die Plattform werben und Offlinern in das Netz bzw. auf die Plattform helfen. Mein Bloggerkollege Hannes Jähnert schlägt <a href="http://foulder.wordpress.com/2010/03/17/npo-blogparade-14/">Tandem-Gespanne aus jüngeren und älteren Engagierten </a>vor, die Bürgern die Möglichkeiten von <em>eiD</em> aufzeigen. Denkbar ist auch, dass die Plattform die regionalen Ableger der<a href="http://socialbar.de/wiki/Hauptseite"> Socialbar</a> nutzt, um sich vor Ort bekannt zu machen.</p>
<p>3. Die Plattform muss Anreize schaffen, &#8211; sowohl für Bürger, damit sie die Plattform nutzen, als auch für institutionelle Partner, damit sie ihre Engagementangebote einstellen. Ich denke, Anreize für Nutzer sind schon da, wobei das Element der politischen Partizipation, d.h. die Verbindung zwischen den Diskussionen auf der Plattform und ihre Einspeisung in den politischen Betrieb noch fehlt, &#8211; was sehr schade ist, aber vom Träger möglicherweise so gewollt wird.</p>
<p>Die Anreize für die institutionellen Partner sind demgegenüber unklar. In der Regel haben Kommunen und viele Verbandsgliederungen schon ihre eigenen Freiwilligendatenbanken. Weshalb sollten sie diese Daten in eine zentrale Plattform einbringen, wo ist der Mehrwert für die Organisationen, die nach eigener Einschätzung mit dem bisherigen Modell ganz gut gefahren sind und aus Wettbewerbsgründen einer Daten-Aggregation kritisch gegenüber stehen?</p>
<p>Grundsätzlich finde ich, dass die Partner auf der Plattform zu kurz kommen. Die Plattform spricht primär die Nutzer an und blendet die institutionelle Seite der Partnerorganisationen aus, die im Plattformaufbau bzw. im Menü nicht präsent sind. Es dominieren die Themenräume, es fehlen die Sektoren. Und damit fehlen auch Möglichkeiten für die Vernetzungspartner, sich auf der Plattform nach außen hin zu präsentieren.</p>
<p>4. Die Bemühungen von <em>eiD</em> um Nutzer wird an die Grenzen stoßen, die dem Internet generell gesetzt sind, wenn es darum geht Menschen in den Online-Diskurs zu integrieren. Die Forschung zeigt, dass die Nutzung des Internets nicht nur vom Alter abhängt, sondern auch vom Bildungsgrad und dem sozioökonomischen Hintergrund. Das Internet bringt ohnehin schon aktiven Bürgern Vorteile. Die passiv-apathischen Gruppen, die der Ansicht sind, dass ihre Stimme generell nicht zählt, bleiben auch online stumm (siehe <a href="http://www.ingentaconnect.com/content/routledg/rics/2008/00000011/00000007/art00004">Kavanaugh u.a. 2008</a>). Um diese Menschen online zu integrieren oder sie zu einem Besuch auf <em>engagiert-in-deutschland.de</em> und zu einem Ehrenamt zu bewegen, braucht es viel, viel mehr als Appelle und Anreize.</p>
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