Kategorie-Archiv: Sozialeinrichtung

Live vom World Usability Day aus Berlin

Der Tag beginnt gut hier in Berlin. Das Interesse an unserem Stand ‚Soziale Dienste und Usability 2.0‘ ist groß. Es zeigt sich, dass viele Besucher selbst in Nonprofit-Einrichtungen aktiv sind, sei es in Kirchengemeinden, Hilfsorganisationen im Sozialbereich oder Umweltsektor etc. Manche sehen Nonprofits auch als zukünftigen Arbeitgeber.

Die meisten Gesprächspartner finden es schade, dass gemeinnützige Einrichtungen so häufig statische Webseiten haben und die Chance verpassen, über den Webauftritt mit Hilfe von Web 2.0-Tools soziale Beziehungen zu (potentiellen) Spendern, Ehrenamtlichen, Unterstützern usw. aufzubauen.

Unser Fragebogen, den man im pdf-Format herunterladen kann, wird gern mitgenommen, um ihn in der eigenen Nonprofit-Einrichtung anzuwenden.
Mit unserem Thema ‚Nonprofits und Web 2.0‘ sind wir auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Hier gibt es noch viel Überzeugungs- und Handlungsbedarf bei Sozialeinrichtungen. Wir sind gespannt auf das Feedback der Teilnehmer unseres Workshops heute Nachnmittag.

Unser Chat, den wir heute bis 17 Uhr zum Thema ‚Soziale Dienste und Usability 2.0‘ bzw. zu unserem Fragebogen anbieten wird (noch) nicht genutzt, obwohl wir eine kleine Mailing-Aktion im Nonprofit-Bereich durchgeführt haben. Aber es gibt wahrscheinlich einfach Hemmungen bei der Zielgruppe, solche (neuen) Instrumente anzunehmen.

Hier ein Foto von unserem Stand.

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Wie interaktiv sind Webseiten von Nonprofit-Organisationen?

Am 8. November ist der World Usability Day 2007. Weltweit finden dann Veranstaltungen zum Thema Benutzerfreundlichkeit von Webseiten, Software und Technik allgemein statt. Auch in vielen deutschen Städten wird ein Programm rund um dieses Thema organisiert, z.B. in Stuttgart und Berlin.

Cora Burger und ich sind in Berlin mit dem folgenden Workshop vertreten: ‚Soziale Dienste und Usability 2.0 – Wie interaktiv sind die Webangebote von Nonprofit-Organisationen im Sozialbereich?‘. Dazu haben wir einen Fragebogen für Sozialorganisationen entwickelt, anhand dessen gemeinnützige Einrichtungen einen kurzen Usability-Test ihrer Webseiten durchführen können. Der Fragebogen kann hier heruntergeladen werden. Am 8.11. bieten wir zudem von 9.30 Uhr bis 17 Uhr einen Online-Chat rund um das Workshop-Thema an, zu dem wir alle Interessierten herzlich einladen.

Usability reduziert sich nicht nur auf technische und gestalterische Aspekte, sondern bedeutet in Zeiten von Web 2.0: Der Webauftritt muss sich an den Bedürfnissen des Benutzers nach einem Dialog, nach Partizipation und sozialem Austausch orientieren. Der Benutzer will nicht passiver Empfänger von Informationen sein, sondern die Webseiten möglichst gewinnbringend für sich nutzen. Besucher wollen sich auf NPO-Webseiten informieren, Themen anstoßen, den Austausch mit Gleichgesinnten suchen, online Geld spenden oder sich zur ehrenamtlichen Tätigkeit anmelden.

Benutzerfreundliche Webseiten sind ein Gewinn für beide Seiten. Benutzer fühlen sich als Dialogpartner ernst genommen und Sozialorganisationen profitieren von der Kundenbindung und den Netzwerken, die sie über den Webauftritt aufbauen können.

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Feedback aus der Praxis

Der folgende Kommentar, der sich auf einen Beitrag bezieht, den ich im Juli geschrieben habe, hat mich heute erreicht. Ich möchte ihn hier nochmals einbringen, weil er widerspiegelt, wie sehr Sozialeinrichtungen sich im Bereich neuer Medien noch weiterentwickeln müssen. Nicht um dem Zeitgeist zu entsprechen, sondern um ihrer Klientel neue Horizonte und Möglichkeiten zu erschließen. Gerade alte Menschen, die häufig nicht mehr sehr mobil sein können, profitieren sehr vom Internet. Sie können sich mit diesem bilden, neue Bekanntschaften machen, sich mit Gleichgesinnten austauschen und eine aktivere Rolle im öffentlichen Raum einnehmen. Heute gibt es durch Podcasts Weiterbildungsmöglichkeiten, die auch Menschen mit mangelhaftem Sehvermögen ansprechen. Die Stiftung Digitale Chancen liefert Argumente dafür, wie wichtig Internetcafés für die gesellschaftliche Einbindung von Gruppen sind, die bisher im Netz nicht agieren. Internetcafés nutzen nicht nur den Betroffenen, sondern auch der Sozialeinrichtung selbst, die über diese Foren neue Mitglieder und Aktive rekrutieren kann.

Silvia Hinrichs

  1. geschrieben am 19. Oktober 2007 um 05:09 Uhr | Permalink | bearbeiten

    „Ich war 3 Jahre im Bereich (offene) Seniorenarbeit bei einer kirchlichen Einrichtung beschäftigt: Nach Aufbau einer Webseite, der Entwicklung eines Internetcafés, Schaffung eines Forums, Mailadressen für alle Nutzer etc. etc. wird das noch lange ein Traum bleiben. Jetzt, 4 Monate nach meinem Ausscheiden, ist die Webseite im Off, das Internetcafè lahmt, eingehende Mails werden nicht mehr gelesen… Ältere leben “gut” ohne das Internet. Und ich rede nur von Web 1.0, von Web 2.0 ganz zu schweigen. Das gleiche gilt traurigerweise für die gesamte Kirchengemeinde hier (30.000 Mitglieder)…
    …welche Potenziale “Herr-Gott-nochmal” liegen da brach ?!

    Ich hoffe auf diesem Weg erreicht man mehr Entscheider und Macher in den oberen Etagen.“

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