Soziales Kapital und gemeinnützige Organisationen

Auf was zielen Vernetzungsversuche  von gemeinnützigen Organisationen? Geht es nur darum, Kontakte zu sammeln oder geht es um mehr? Wie in meinem letzten Blogbeitrag beschrieben,  kann die bloße Vernetzung nicht das Ziel sein, angestrebt werden muss vielmehr der Ressourcenaustausch innerhalb der Netzwerke. Wobei der Begriff  ‘Ressourcen’ keineswegs mit finanziellen Mitteln verwechselt werden darf. Denn alles, was einer Organisation (oder einem Individuum) neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet, gilt als Ressource, die in einen Austausch eingebracht werden kann.

Dass zur Vernetzung noch der Austausch hinzukommen muss, weil erst auf diese Weise soziales Kapital entsteht, ist ein wichtiger Gedanke, wenn es darum geht, den Erfolg von Social Media- Aktivitäten zu messen. Christian Henner-Fehr deutet in einem seiner aktuellen Blogposts schon an, dass Zahlen über Twitter-Follower, Facebook-Freunde oder Webseiten-Besucher möglicherweise nicht so aussagekräftig sein könnten, wie es die Anhänger quantitativer Messmethoden propagieren. Vernetzung allein kann ganz wirkungslos bleiben, wenn sie kein Handeln nach sich zieht. Auf den anzustrebenden impact von Social Media zielt auch Allison Fine ab, wenn sie schreibt, dass gemeinnützige Organisationen über “hits, clicks, and friends” hinaus denken sollten. Nonprofits müssten sich vielmehr der Frage widmen, ob und wie sie soziales Kapital aufbauen und messen können und wie überhaupt Vernetzung in Handeln münden kann.

Eine weitere Frage ist, wie eine gemeinnützige Organisation das soziale Kapital nutzt, das sie über Netzwerke aufbaut. Nutzt sie es nur für die eigenen Organisationsziele oder blickt sie bei der Nutzung über die eigene Community hinaus? Im aktuellen Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen (3/2009) stellt Sandra Seubert in ihrem Text nochmals heraus, dass soziales Kapital der Inklusion oder der Exklusion dienen kann. Im Fall einer Bürgerstiftung im Ruhrgebiet bedeutet ‘Exklusion’ : in ihr ist die lokale Elite versammelt und man bleibt unter sich, – ohne die Mitwirkung breiterer Bevölkerungsschichten oder Vertretern der Zielgruppen. Ludgera Vogt befasst sich in ihrer empirischen Studie im Forschungsjournal mit der Frage, wie es zu einem solchen Schließungsprozeß in der Bürgerstiftung kommen konnte und wie sich die soziale Schließung auf die Arbeit der Stiftung auswirkt.

Viele gemeinnützige Organisationen bilden mitsamt ihren Unterstützern, Klienten, Mitarbeitern und Webseiten solche relativ geschlossenen Communities. Diese Organisationen verfügen über soziales Kapital, das sie eng mit Gleichgesinnten verbindet. Man bezeichnet dies als ‘bonding capital’ (Putnam) . Das Sozialkapital, das Gruppen eng zusammenschweißt, ist wichtig für die alltägliche Arbeit von Nonprofits und für ihre Identität und Mission.

Und dennoch weist der Auftrag von gemeinnützigen Organisationen über den Aufbau von ‘bonding social capital’ hinaus. Ihr Auftrag muss darin liegen, Brücken zwischen Netzwerken, Gruppen, sozialen Schichten, Themenfeldern zu schaffen, um den gesellschaftlichen Mehrwert zu erhöhen.  Das ist die Aufgabe für gemeinnützige Organisationen im 21. Jahrhundert: ‘bridging capital‘ (Putnam) aufzubauen bzw. soziales Kapital, das Netzwerke miteinander verbindet und damit gesamtgesellschaftlich integrativ wirkt und nicht exkludierend.

Wer dieses normative Ziel nicht teilt, lässt sich vielleicht durch ein nutzenorientiertes Argument überzeugen: die Netzwerkforschung zeigt, dass Organisationen, die als Brücken fungieren,  strategische Vorteile gegenüber jenen haben, die sich nur auf ihre eigene Community konzentrieren. Denn natürlich erhöht das bridging social capital, über das eine gemeinnützige Einrichtung verfügt, auch ihre Zugriffsmöglichkeit auf die unterschiedlichsten Ressourcenbestände, die in den diversen Netzwerken existieren. Paarlberg/Varda (2009), deren Aufsatz ich im meinem vorherigen Blogbeitrag über ‘Vernetzung’ behandelt habe, verweisen auf die Thesen eines Forscherkollegen:  strategische Vorteile haben in einer vernetzten Welt nicht jene Organisationen, die noch mehr vernetzt sind als ihre Partner oder Konkurrenten. Strategische Vorteile haben jene Organisationen, die besser vernetzt sind, d.h. die eine Brückenfunktion ausüben und Mehrwert für sich und die Allgemeinheit schaffen können.

Es wäre an der Zeit, dass gemeinnützige Organisationen im Sozialbereich – und hier denke ich insbesondere an die großen Wohlfahrtsverbände, die den Sektor dominieren -  sich die Vernetzung und den Aufbau von  sozialem Kapital, das Brücken schlägt,  auf die Fahnen schreiben.  Es gibt so viele Möglichkeiten für  Vernetzungsprojekte, offline und im Internet. Das Beispiel von Talk2Croyden, einer britischen lokalen Plattform, die Bürger, NPOs und die Lokalverwaltung vernetzt mit dem Ziel, mehr Bürgerbeteiligung und Dialog zu schaffen zeigt, was man vor Ort alles machen könnte. Man muss es nur wollen. Aber der Glaube der Wohlfahrtsorganisationen an die eigene Webseite, die eigene Fundraising-Plattform, die eigene Spender- und Projektdatenbank ist ungebrochen. Obwohl das Zusammenführen von Daten und die Vernetzung von Interessierten über Organisations – und Netzwerkgrenzen hinweg das Gebot der Stunde wäre.

Internet

kommunale offline Ebene

Vernetzung als Chance für gemeinnützige Organisationen

In Zeiten von Wirtschaftskrise und kommunaler Sparhaushalte sorgen sich gemeinnützige Organisationen um ihre Budgets. In der Regel wird ein linearer Zusammenhang zwischen den zur Verfügung stehenden Ressourcen und der Größe und Vitalität des Nonprofit-Sektors gezogen. Die Netzwerkforschung zeigt jedoch, dass es nicht so sehr auf den Ressourcenbestand ankommt, über den der Nonprofit-Sektor verfügt, sondern darauf, ob Ressourcen zwischen Organisationen ausgetauscht werden (Paarlberg/Varda 2009). Durch den Ressourcenaustausch erweitern Nonprofits ihre Handlungsoptionen, weil sie auf einen größeren Pool an Ressourcen zugreifen können, als wenn sie ausschliesslich über ihre eigenen Mittel und Möglichkeiten verfügen können.

Existieren in den Gemeinden Netzwerke zwischen gemeinnützigen Einrichtungen, örtlichen Institutionen und Bürgern, in denen Informationen und Wissen ausgetauscht, Kompetenzen und Ressourcen gebündelt und gemeinsame Projekte initiiert und umgesetzt werden?

Wie wichtig der Ressourcenaustausch zwischen Organisationen ist, zeigen Paarlberg/Varda zufolge auch die Beispiele der High-Tech-Gründerzentren Silicon Valley und Route 128: beide verfügten anfangs über eine ähnliche Ressourcenausstattung. Aber während das Silicon Valley aufgrund des hier existierenden Ressourcenaustausches zwischen Organisationen schnell prosperierte, hinkte das Projekt Route 128 in Boston hinterher. Die dort herrschende ‘Geheimhaltungskultur’ und die Selbstbezogenheit der Organisationen verhinderten einen regen wechselseitigen Austausch.

Wo Menschen der Zugang zu sozialen Diensten fehlt oder dieser Zugang erschwert ist, muss es sich laut Paarlberg/Varda nicht  unbedingt um eine arme Gebietskörperschaft handeln. Der Mangel kann auch daran liegen, dass in der Kommune die gemeinnützigen Anbieter untereinander zu wenig im Austausch stehen bzw. sie ihre wechselseitigen Beziehungen nur mangelhaft steuern.

Wenn speziell der Austausch von Ressourcen einen Mehrwert schafft, dann rücken Beziehungen zwischen Tauschpartnern in den Vordergrund. Es geht dann darum, kommunale Netzwerke aufzubauen, die durch Wechselseitigkeit, Stabilität und Vertrauen gekennzeichnet sind. Aber viele Verantwortliche im Nonprofit-Sektor betrachten ihre Organisation als Solitär und  investieren zu wenig in den Netzwerkaufbau (über ihr eigenes Milieu hinaus), weil sie noch daran glauben, den Weg alleine gehen zu können. Dass durch mangelhafte Kooperation langfristig nicht nur ihre Organisation Schaden nimmt, sondern der gesamte Dritte Sektor einer Stadt und das Gemeinwesen als Ganzes, ficht sie nicht an.  Zu groß  sind ihre Bedenken, wenn es um eine Öffnung nach außen geht, zu wenig wird von einer Kooperation erwartet. Letzteres kommt zum Teil daher, dass manche Kooperations- und Vernetzungsprojekte nicht wirklich soziales Kapital schaffen. Denn dieses entsteht nicht automatisch durch gemeinsame Sitzungen, sondern nur, wenn man Ressourcen aktiv untereinander teilt.

Netzwerke für den Ressourcenaustausch sind lebensnotwendig für gemeinnützige Träger, wenn sie wachsen, gedeihen und effektiv sein wollen. Netzwerke bilden das soziale Kapital von Nonprofit-Organisationen, weil sie über Netzwerke Ressourcen akquirieren können.

Die Netzwerk-Perspektive bildet laut Michael C.  Gilbert vom Nonprofit Online News – Blog  den neuen “frame of reference” für gemeinnützige Organisationen. Nimmt man die Welt aus der Netzwerk-Perspektive wahr, dann sieht man auch Spender oder freiwillige Helfer nicht als isolierte Wesen, die mit einer Nonprofit-Einrichtung Verbindung aufnehmen. Sondern man sieht sie ebenfalls als Teil von Netzwerken. Was bedeutet, dass man als Nonprofit-Organisation Spender und Freiwillige nicht nur über Einzelwerbung und -ansprache erreichen kann, sondern auch über die eigene Vernetzung mit anderen Institutionen.

Das Internet ist eine große Hilfe, wenn Vernetzung angestrebt wird. Man kann sich hier nicht nur mit anderen direkt verbinden, sondern – wie im Fall von Xing oder Twitter – auch (indirekt) auf die Netzwerke anderer zugreifen. Allerdings bringt die Vernetzung allein noch keinen Mehrwert. Soziales Kapital entsteht erst – wie oben erwähnt – durch den Austausch und das Teilen von Ressourcen.

Chancen der webbasierten Kartierung für soziale Dienste und sozial engagierte Bürger

Nachdem Christian Kreutz von crisscrossed.net hier einen Gastbeitrag über die Kartierung durch Bürger und Nonprofits im Internet schrieb, habe ich das Thema auf dem Socialcamp Berlin ‘09 in einer gemeinsamen Session mit Georg Neumann von Transparency International nochmals aufgegriffen.

Mein Part war es, die Potentiale von Geoinformationssystemen (GIS) bzw. von webbasierten Karten speziell für Nonprofits im Sozialbereich und für sozial engagierte Bürger aufzuzeigen: “If Pizza Hut can use GIS to figure out the best route to deliver pizza, why not use it as a tool for social justice?” (G.Mandayam).

Karten können sich zu einem wichtigen Management-Instrument für soziale Dienste entwickeln, wenn man das demographische/sozioökonomische Profil der Einwohner eines Stadtteils, ihre Problemlagen und ihre Ausstattung mit sozialer Infrastruktur visualisiert. Auf den ersten Blick werden dann unterversorgte oder fehlversorgte Viertel sichtbar und die sozialen Dienste können ihr Leistungsangebot inhaltlich und räumlich besser anpassen (vgl. Mandayam o.D.). Die Kooperation der Anbieter kann durch die Visualisierung von Daten einen Auftrieb erhalten, weil man sieht, wer im Viertel als Anbieter aktiv ist und welchen sozialen Dienst man aus anderen Vierteln hinzuziehen könnte. Ein Beispiel: HealthyCity.org bietet Karten für Los Angeles, die Bürger, NPOs und Entscheidungsträger über die soziale Infrastruktur und die demographische/gesundheitliche Verfassung der  Bevölkerung informieren (zum Projekt s. Manzo/Pitkins 2009).

Nonprofits können webbasierte Karten nutzen, um auf soziale Probleme hinzuweisen, die in der öffentlichen Diskussion vernachlässigt werden. Ein gutes Beispiel ist der Armutsatlas des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes , der im Frühjahr veröffentlicht wurde und die Armutsquoten in den einzelnen Bundesländern aufzeigt. Wie weit entwickelt die webbasierte Kartographie hier schon ist, zeigt die Seite worldmapper.com (”the world as you’ve never seen it before”) u.a. mit ihrer animierten Weltkarte über die ungleiche Einkommensverteilung.

Sind die Karten interaktiv wie bei Healthycity.org, dann können auch Bürger bzw. die Zielgruppen von gemeinnützigen Organisationen in die Kartenerstellung mit ein bezogen werden, um von deren Ortskenntnis zu profitieren.

Karten verhelfen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Verhandlungen mit der öffentlichen Hand zu mehr Überzeugungskraft. Bisher sind Karten eine Domäne der öffentlichen Verwaltung und ihrer Spezialisten in den Planungsämtern. Nonprofits, die auf der Basis von Karten argumentieren, befinden sich stärker auf Augenhöhe mit der öffentlichen Verwaltung (vgl. Manzo/Pitkins 2009).

Noch ist die webbasierte Kartenerstellung kein Thema in den sozialen Diensten, zumindest nicht flächendeckend und nicht öffentlich sichtbar. Datenschutzgründe, fehlende Daten, nicht-öffentliche Daten, mangelnder Datenaustausch , die Unkenntnis der neuen technischen Möglichkeiten usw., – dies alles sind Gründe, die der Kartierung in den sozialen Diensten entgegenstehen.

Bürger und bürgerschaftliche Organisationen werden die Kartierung über das Internet wahrscheinlich schneller schätzen lernen, weil Karten eine gute Möglichkeit sind (aber im Zweifel auch eine sehr manipulative…), um Bürgerwissen zu sammeln und Bürger stärker zu politisieren. Bürger können durch das collaborative bzw. social mapping über ihren Status als Adressaten staatlicher Politik hinauswachsen und ihre Interessenvertretung selbst in die Hand nehmen. Über gemeinsam erstellte Karten (Bsp. green map, open street map) können grundsätzlich auch die Mängel und die Ungleichverteilung sozialer Infrastruktur in der eigenen Kommune dargestellt werden. Verfallende Schulgebäude, Kitas mit Personalmangel, verwahrloste Spielplätze usw. können von Bürgern lokalisiert und – wo notwendig -  mit Photos, Videos etc.  dokumentiert werden.

Aber nicht nur die bedürfnisorientierte Sicht, die “need”-Perspektive, die zumeist bei Nonprofits und den städtischen Akteuren im Vordergrund steht, muss in Karten ihren Ausdruck finden. Auch die Ressourcen der Bürgerschaft können kartiert werden und so einen neuen Blick auf ein Stadtviertel eröffnen.

Durch webbasierte, gemeinschaftlich erstellte Karten erhalten  Bürger die Möglichkeit, ihre Perspektive in den öffentlichen Diskurs einzubringen und durch das (bottom-up) gewonnene Wissen die (top-down) erstellten Karten bzw. Weltdeutungen der Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Nonprofits zu ergänzen.

Georg Neumann schilderte anschliessend in der Socialcamp-Session, wie aus der Perspektive von Transparency International bzw. der Korruptionsbekämpfung das mapping genutzt werden kann: um mehr Öffentlichkeit zu schaffen, wenn es um die Verwendung öffentlicher Gelder geht. Bürger  und gemeinnützige Organisationen können die Umsetzung staatlicher Programme und Aufträge gemeinschaftlich begleiten und überwachen. So listet bspw. die Karte The Map of Bailout Recipients der gemeinnützigen Initiative ProPublica alle amerikanischen Finanzinstitute auf , die von den staatlichen Rettungskrediten im Zuge der Finanzkrise profitieren.

Online-Fundraising – neue Plattformen, neue Entwicklungen

Einige hochspannende Neuigkeiten im Online-Fundraising zeigen, wie sich die Dinge hier langfristig entwickeln werden und auf was sich Nonprofits einstellen müssen:

Da gibt es zum einen die in Planung befindliche britische Online Fundraising-Plattform See the Difference, deren Entwicklung von großen Firmen wie Microsoft und Accenture unterstützt wird und die Ende des Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Das Besondere an der Plattform:

im Vordergrund stehen die Hilfsprojekte, nicht mehr die Träger selbst. Dieser Trend zum cause-related Fundraising ist auch bei anderen Plattformen wie globalgiving.com und betterplace.org sichtbar.  Im Unterschied zu diesen wird auf  See the Difference für Projekte aber nicht mehr nur mit Worten oder Fotos geworben, sondern mit Videos. Durch Videos sollen die Spender einen Einblick in das jeweilige Projekt erhalten. Nonprofits werden von den Plattform-Machern  darin geschult,  Videos zu konzipieren und drehen zu können. Nonprofits erhoffen sich, dass über diese Plattform speziell junge, internet-affine Zielgruppen erreicht werden können. Die Plattform-Betreiber ihrerseits wollen aus See the Difference die Fundraising-Plattform schlechthin machen, eine Art YouTube für den Nonprofit-Sektor, mit einem Logo, das überall sichtbar ist und die einzelnen Nonprofit-Marken überdeckt.

Die Plattform will Spender über die Entwicklung des jeweiligen Hilfsprojektes informieren und neue Projekte vorschlagen, an denen der Nutzer aufgrund seines Interessenprofils interessiert sein könnte. Wird dies so umgesetzt, dann liegt bei See the Difference die Betreuung der Spenderbeziehungen nicht mehr in der Hand der einzelnen Nonprofit-Organisation, sondern geht in den Besitz der Plattformbetreiber über. Oder wie Bryan Miller von Giving in a digital world es formuliert: “Put simply, if  See the Difference grows the way that it hopes to then it could ultimately replace individual charity brands as the owners of relationships with online donors who fund their projects.”

Dies wäre einerseits ein unglaublicher Ressourcen- und Steuerungsverlust für Nonprofits – wenn ein Teil des eigenen sozialen Kapitals plötzlich durch Dritte verwaltet würde. Und dies hätte auch ganz praktische Folgen für die Organisation gemeinnütziger Einrichtungen, die zukünftig auf eine eigene Spenderdatenbank und eigene Fundraisingaktivitäten verzichten könnten. Andererseits erschließt eine solche Fundraising-Plattform mit globalem Anspruch viele neue Unterstützer und bringt so das Kapital und die Unterstützung, die gemeinnützige Organisationen dringend brauchen.

Auch doGoodr, ein amerikanisches Start-up des doGoodr fund, beginnt mit dem Anspruch, das Online-Fundraising zu revolutionieren. doGoodr ist als Webseite abrufbar oder als open source-Applikation, die in jede beliebige Nonprofit-Webseite eingebaut werden kann, so dass die “Need – Offer – Match”-Funktionalität von doGoodr über die eigene Organisations-Webseite genutzt werden kann. Die Gründer erhoffen sich angesichts des open source-Charakters von doGoodr eine schnelle Verbreitung im Internet und in der Nonprofit-Welt . Auch doGoodr wird die Anbieter von Unterstützung und die Hilfesuchenden per Mail regelmäßig über neue interessante Angebote, die zum Profil des doGoodr-Nutzers passen, informieren.

Dass man sich als Akteur auf dem Sozialmarkt nicht von einer einzigen Plattform abhängig machen muss,  die die Beziehungen zu den Spendern steuert, zeigt die Initiative der Social Actions API auf. Über diese open-source-Schnittstelle verbinden sich  die  Datenbanken von mehr als 60 Fundraising- und Engagementplattformen (u.a. globalgiving, fistgiving, change.org)  zu einer großen, open source-Datenbank,  in der Spendenwillige und Engagierte nach neue Unterstützungsmöglichkeiten suchen können. Bei diesem Modell bleibt die Marke des Datenlieferanten – in diesem Fall die  einzelne Fundraising-Plattform – mit im Spiel und wird nicht von der neugeschaffenen Datenbank verdrängt.

Angesichts der Social Actions API drängt sich die Frage auf, weshalb in unserem Land die Verbände der freien Wohlfahrtspflege, in deren Hand fast 99 Tausend soziale Einrichtungen und Dienste sind, nicht schon längst die eigenen Einrichtungs- und Projektdatenbanken über eine solche Schnittstelle  zu einer großen Datenbank zusammengeführt haben, in der Unterstützungswillige nach Engagementmöglichkeiten suchen können. In diesem Fall bliebe die Betreuung der Spenderbeziehungen in der Hand der freien Wohlfahrtspflege selbst, – ergänzend zu den anderen Plattformen, an denen freie Träger beteiligt sind, und die von Dritten verwaltet werden.  Zwar hat derzeit nicht jede Online Fundraising-Plattform den Anspruch, die Spenderbetreuung selbst in die Hand zu nehmen. Aber die Entwicklung könnte durchaus verstärkt in diese Richtung gehen.

Um handlungsfähig zu bleiben, sollte der wohlfahrtsverbandliche Sektor immer auch selbstorganisierte Lösungen ins Auge fassen und den Unterstützern anbieten. Das Problem ist derzeit nur, dass man der verbandlichen Wohlfahrtspflege die Bereitschaft, untereinander stärker zu kooperieren, nicht abspürt. Als Bürgerin und Bürger kann man keine Strategie erkennen, mit der die verbandliche Wohlfahrtspflege – als Sektor – in das neue Jahrtausend gehen will. Es gibt immer nur die einzelnen Strategien der einzelnen Verbände oder die Stellungnahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, die auf  staatliche Politiken und Vorschläge reagiert. Der Sektor wird aber nur durch eine engere Zusammenarbeit gewinnen und – vor allen Dingen – innovativ bleiben können. Heutzutage geht es darum, die Ressourcen zu bündeln, unterschiedliche Perspektiven zu integrieren und ins Gespräch mit der Bürgerschaft zu kommen. Nur so können gute Ideen und Lösungen entwickelt werden, die neue Wege beschreiten, um unsere Gesellschaft fairer zu machen und soziale Dienste klientenorientierter gestalten zu können.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege müsste stärker die strategische Steuerung des wohlfahrtsverbandlichen Sektors übernehmen, um gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart zu entwickeln, – wie die Finanzkrise, das Internet, sie soziale Spaltung unserer Gesellschaft, die ungleichen Partizipationschancen usw. Auch die Kooperation des Sektors bezüglich des Fundraisings gehören auf eine solche Agenda.

Kartierung durch Bürger und Nonprofits im Internet – Gastbeitrag von Christian Kreutz

Während die Erstellung von Karten früher eine Domäne von Fachleuten war und das thematische Spektrum von Karten begrenzt, können heute mit Hilfe neuer Technologien auch zivilgesellschaftliche Akteure Karten entwickeln und online stellen und so Probleme oder Ressourcen räumlich veranschaulichen. Oftmals stammen die hierzu verwendeten Daten nicht nur von einer Organisation, sondern sie werden von vielen Bürgern gesammelt und eingetragen ("collaborative mapping"), die ihr Wissen in die Karte einbringen und so mit anderen teilen wollen. Welche Chancen die Kartenerstellung im Internet zivilgesellschaftlichen Akteuren bietet, eruiert der folgende Gastbeitrag von Christian Kreutz,  meinem geschätzten Bloggerkollegen vom crisscrossed.net , der als Berater auf den Einsatz von IuK-Technologien in der Entwicklungshilfe (ICT4D) spezialisiert ist. Er schreibt auch für den draussen-Blog sowie für das Web2forDev Gateway . (BR)

Das Internet hat die Welt der Kartographie revolutioniert. Während heute mit ein paar Klicks jeder Ort auf der Welt sogar per Satellitenbild besucht werden kann, gab es früher oft nur die Papiervariante, die für jedes Gebiet extra erworben werden musste.

Doch die digitalen Karten erlauben eine andere Nutzung geographischer Informationen. Jede Karte kann mit unbegrenzten Daten angereichert werden, die zum Beispiel Umwelteinflüsse in unterschiedlichen Teilen einer Stadt darstellen. Anders als in der Vergangenheit sind solche Karten und aufwendige Simulationen nun für jeden kundigen Internetnutzer möglich. Gerade für den gemeinnützigen Bereich ergeben sich hier faszinierende Möglichkeiten ("Mapping a better world" ).

Während in früheren Zeiten die Erstellung und Bearbeitung von Karten Sache von Experten war, können heute findige Laien Karten selbst erstellen und mit eigenen Informationen kombinieren. Die Karten mit den Fähnchen auf vielen Internetseiten sind das beste Beispiel.

Den Weg für solche frei verfügbaren Karten hat Google mit der maps.google.de Anwendung geebnet. Doch aus gemeinnütziger Sicht weitaus spannender ist die offene Karte von OpenStreetMap , die jeder Person alle Kartenmaterialien inklusive der dahinterstehenden Geodaten frei zur Verfügung stellt. Die Karte wird ähnlich wie bei Wikipedia von ehrenamtlichen ‘Mappern’ erstellt und steht im Unterschied zu Google unter der Creative Commons License frei zur Verfügung. In ein paar Minuten ist damit zum Beispiel eine Anfahrtsskizze erstellt, die sonst für teures Geld erworben werden muss.

Doch die Möglichkeiten der Nutzung gehen noch viel weiter, wie einige Beispiele rund um die Welt illustrieren. Da ist die Initiative "I love mountains" in den USA, die versucht, die Sprengung von Bergkuppen zum Abbau von Kohle zu verhindern. Die Organisation dahinter, Appalachian Voices, nutzt Google Earth um per Satellitenbild auf die massive Umweltzerstörung aufmerksam zu machen.

In der Amazonasregion nutzt ein Indianerstamm Google Earth um den aktuellen Stand der Abholzung des Regenwaldes nach zu verfolgen.

In Afrika wurde eine solche Anwendung von engagierten Aktivisten sogar mit dem Mobiltelefon verknüpft. Während der politischen Krise nach den Wahlen in Kenia im Dezember 2007 kam es zu Auseinandersetzungen im ganzen Land und die Lage war unübersichtlich. Aktivisten entwickelten eine Anwendung, bei der per SMS Nachrichten an eine Internetseite geschickt werden können. Landesweit berichteten Freiwillige per SMS über Menschenrechtsverstöße, die transparent auf einer Karte dargestellt wurden. Das Projekt Ushahidi hat viele Nachahmer gefunden.

Auf der OpenStreetMap Konferenz im Juli berichteten die Teilnehmer von weiteren Beispielen. So entwickelte Arun Ganesh aus Indien mit Hilfe von OpenStreetMap -Daten eine Busplan-Informationsseite und druckte hochwertige Karten in Papierform aus, die lizenzfrei genutzt werden können.

Das Projekt OpenStreetMap begann vor einigen Jahren in England, hat aber mittlerweile Helfer weltweit. Deutschland hat die meisten Freiwilligen und die detaillierteste Karte, die sogar Briefkästen, Apotheken, Restaurants und Sicherheitskameras mit einschließt. Hier werden ebenfalls bereits Wander- und Fahrradkarten angeboten.

Auch die britische Seite FixMyStreet ist ein Beispiel dafür, wie Bürger sich in die Kartierung einbringen können.

Ebenso das Projekt Open Green Map , das Internetnutzer dazu einlädt, die ökologisch-kulturellen Eigenschaften ihrer Umgebung zu kartieren, nach dem Motto "Think Global, Map Local". Für Berlin-Neukölln existiert schon eine Green Map .

Diese Bündelung von freiwilligem Bürgerengagement über das Internet wird von gemeinnützigen Organisationen in Deutschland  kaum genutzt und noch völlig unterschätzt. Der Film ‘US now’ aus England beschreibt die Potentiale eindrucksvoll.

Dabei gäbe es vielfältige Möglichkeiten, wie auch die Einführung ‘Maps for Advocacy’ des Tactical Technology Collective anschaulich beschreibt. Folgende Ansätze wären für gemeinnützige Organisationen und Bürger denkbar:

  • Karten können vielfältig genutzt werden, um Probleme anschaulicher und konkreter darzustellen
  • In der Kombination mit unterschiedlichen Daten können komplexe Sachverhalte mit Hilfe von Karten entschlüsselt werden.
  • Karten können zu neuen Anwendungen eines gemeinsamen Bürgersachverstandes genutzt werden
  • Im lokalen Kontext können Karten helfen, Bürger zu vernetzen.

Eine wichtige Einschränkung muss jedoch auch genannt werden. Karten können durchaus die Transparenz erhöhen und bieten neue Formen der Darstellung, aber jede Karte lässt sich ähnlich wie Statistiken einseitig und verzerrt nutzen. Offene Karten und Geodaten sind nur ein Instrument unter vielen, die aber hoffentlich bald in der gemeinnützigen Landschaft Deutschlands mehr Anwendung finden werden.

Kommunalverwaltung 2.0, Bürgerbeteiligung und die Rolle von Nonprofit-Organisationen

E-Government wird von vielen lediglich als eine Elektronifizierung von Verwaltungsvorgängen verstanden. Dass das Internet auch dazu genutzt werden kann, um Bürger stärker an öffentlichen Entscheidungen zu beteiligen, wurde auf dem Government 2.0 Camp in Berlin thematisiert, wo sich Verwaltungsvertreter mit Teilen der Internetszene und der interessierten Öffentlichkeit trafen.

E-Partizipationsprojekte wie der Bürgerhaushalt Köln , der von Oliver Märker in einer Session vorgestellt wurde, oder der Online-Dialog zur Neugestaltung des Hamburger Domplatzes , vorgestellt von Rolf Luehrs und Bengt Feil , zeigen, welche Chancen das Internet bietet, um Ideen und Meinungen der Bürger abzufragen.

Die Grenzen von online – und offline – Verfahren zur Bürgerbeteiligung liegen aber darin, dass sie in der Regel nur bestimmte Gruppen erreichen. Eine Untersuchung des Bürgerbeteiligungsverfahren zum Bürgerhaushalt Berlin-Lichtenberg ergab, dass durch einen Methoden- und Medienmix zwar Jung und Alt, Frauen und Männer , Onliner und Offliner erreicht wurden, aber überwiegend Menschen aus höheren Bildungsschichten. Wer hierzu nicht gehört, bleibt außen vor. Man kann sich mit diesem Ergebnis abfinden, – oder man überlegt, wie die Integration und Beteiligung von Bürgern über die üblichen Kreise hinaus  ausgeweitet werden kann.

Ich habe hierzu ein paar Thesen entwickelt und sie auf dem Government Camp zur Diskussion gestellt:

  1. Partizipationsangebote von staatlicher Seite bedürfen einer starken Zivilgesellschaft, wenn sie von vielen genutzt werden sollen.
  2. Es reicht nicht aus, mit den Beteiligungsangeboten einfach online zu gehen. Web 2.0 allein schafft noch keine breite Partizipationsbewegung. Partizipationsprojekte funktionieren dort am besten, wo es einen ausdifferenzierten und gut vernetzten Nonprofit-Sektor mit vielen Mitmachmöglichkeiten gibt, verglichen mit jenen Orten, wo die zivilgesellschaftliche Infrastruktur nur gering entwickelt ist (Pratchett/Durose/Lowndes 2009 ).
  3. E-Government-Strategien, die auf eine stärkere Einbindung von Bürgern zielen, müssen deshalb von Maßnahmen zur Förderung der Zivilgesellschaft flankiert werden. Bürger – und gerade die benachteiligten Gruppen – müssen die Möglichkeit haben, in ihrem Umfeld Partizipation einzuüben, um entsprechende Angebote von Verwaltungsseite auch nutzen zu können.
  4. Der Blick auf die Zivilgesellschaft macht überdies deutlich, dass Partizipation nicht auf das Verhältnis Bürger – Verwaltung beschränkt ist, sondern in vielen Partizipationsarenen auf lokaler Ebene stattfindet, – u.a. zwischen Bürgern, zwischen Bürgern und NPOs. Wer Partizipation fördern möchte, sollte sich nicht nur auf das Verhältnis Verwaltung – Bürger beschränken, sondern die Partizipationspotentiale in der Zivilgesellschaft stärken und ausweiten.
  5. NPOs spielen eine wichtige Rolle, weil sie auf örtlicher Ebene die Infrastruktur für Mitmachmöglichkeiten bieten. Derzeit schöpfen viele NPOs aber die die partizipative Dimension der Freiwilligenarbeit noch nicht aktiv genug aus (vgl. hier ). Dennoch könnte die Rolle als enabler von Partizipation NPOs ein neues Selbstbild jenseits des Dienstleistungs-Topos verschaffen.

(Für mehr Infos: meine Präsentation auf slideshare )

Derzeit sieht die nationale E-Government-Strategie eine Stärkung der Zivilgesellschaft als flankierende Maßnahme nicht vor, wie in einer Session des Bundesinnenministeriums zu erfahren war (s. hier ). Für das Thema  Zivilgesellschaft ist ein anderes Ressort zuständig. So bleibt die E-Government-Strategie einer selektiven Perspektive verhaftet und wird der komplexen Realität nicht gerecht.

Update: Zum Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Partizipation s. Posterous.

“Bringing democracy back in” – warum Nonprofits neue Ziele brauchen

Der Nonprofit-Sektor benötigt einen Paradigmenwandel: weg von der Binnenorientierung und der Konzentration auf leistungsorientierte Ziele hin zu einer stärkeren Betonung der demokratischen Funktion von gemeinnützigen Organisationen. Nonprofits dürfen sich nicht nur als Dienstleister verstehen. Dies ist nur eine Facette ihrer Identität. Eine andere besteht darin, dass

  • gemeinnützige Organisationen den Bürgern wichtige Partizipationsräume und -möglichkeiten bieten können
  • sie  Zugang zu benachteiligten Gruppen haben, denen sie mehr Mitwirkungsmöglichkeiten verschaffen können
  • es die Aufgabe von Nonprofits ist, Missstände in unserer Gesellschaft und die Grenzen öffentlicher Programme anzusprechen und soziale Bewegungen zu initiieren, die sich dem Wandel verpflichtet fühlen.

Es geht darum, dass Nonprofits ihre politische Rolle und Verantwortung als Akteure der Zivilgesellschaft deutlicher sehen. Sie dürfen sich nicht allein auf ihre Dienstleistungen beschränken, denn diese werden immer häufiger auch vom Forprofit-Sektor angeboten. Das Besondere, das gemeinnützige Organisationen aus der Masse der Anbieter heraushebt, ist ihr zivilgesellschaftlicher Auftrag, der auch darin besteht, demokratische Strukturen und Prozesse zu fördern.

Die zentrale Voraussetzung für mehr demokratisches Engagement seitens gemeinnütziger Organisationen und  in Nonprofit-Einrichtungen selbst ist die Vernetzung mit der Bürgergesellschaft, dem eigenen Stadtquartier, dem Gemeinwesen.

Und hier haben Nonprofits ihre Defizite, weil nicht jeder gemeinnützige Träger bereit ist, sich auf die Zusammenarbeit mit Bürgern und anderen Einrichtungen im Stadtteil einzulassen. In vielen gemeinnützigen Organisationen konzentriert man sich auf die eigene Community und dreht sich in gewisser Weise um sich selbst, anstatt sich neue Handlungsräume gemeinsam mit anderen Partnern zu erschließen.

Ohne eine breite Vernetzung mit den Bürgern und ohne die Schaffung von Mitwirkungsmöglichkeiten für Interessierte in den eigenen Einrichtungen können Nonprofits nicht (glaubwürdig) für mehr Demokratie und eine stärkere Einbindung von Bürgern, insbesondere von benachteiligten Gruppen, eintreten.

Mit mehr Beteiligungsmöglichkeiten in Nonprofits meine ich nicht, dass man als Bürger den Kuchen fürs Sommerfest und die Bastelarbeit für den Bazar mitbringen darf. Mit mehr Beteiligungsmöglichkeiten meine ich, dass Bürger und gemeinnützige Organisationen gemeinsam – und unter Mitwirkung anderer Partner wie den Kommunen, der örtlichen Wirtschaft – den Bedarf und die Umsetzung sozialer Dienstleistungen besprechen und planen.

Gemeinnützige Organisationen könnten aufgrund ihrer vereinsrechtlichen Strukturen und ihrer profitunabhängigen Mission zu ‘Schulen der Demokratie’ werden und zu Katalysatoren für mehr Mitsprache auch in anderen Bereichen der Gesellschaft.

Nonprofits haben sich jedoch in der Vergangenheit zu sehr auf innerorganisatorische und betriebswirtschaftliche Ziele konzentriert, so dass ihnen ihre zivilgesellschaftlichen Ziele aus dem Blick gerieten. Wirtschaftlichkeit ist wichtig, aber dieses Ziel eignet sich nicht zur normativen Steuerung des Nonprofit-Sektors. Gemeinnützige Organisationen sind in ein Korsett aus Regelungen seitens der öffentlichen Leistungsträger geschnürt. Aber auch diese Regelungen lassen Ermessensspielräume zu. Und falls sie diese Spielräume nicht mehr bieten, dann wird es Zeit, dass Nonprofits sich wehren. Hierfür braucht man Verbündete, – die Bürger könnten diese Verbündeten sein, wenn man  sich stärker mit ihnen vernetzte.

Nonprofits müssen damit beginnen, einen demokratischen Diskurs ( vgl. Eikenberry 2009) als Gegengewicht zur Vermarktlichung des Sektors zu führen. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft von Nonprofits in ihrer Rolle als zivilgesellschaftliche Akteure liegt, die Partizipationsmöglichkeiten bieten und einfordern, – und nicht in ihrer Rolle als Dienstleister.

NPO-Blogparade: sind jugendliche Zielgruppen wichtig und wie spricht man sie an?

Gerald Czech vom Redcross Sociologist-Blog fragt in der 10. Runde der NPO-Blogparade , ob es für große gemeinnützige Massenorganisationen, die inhaltlich nicht sehr fokussiert sind – Czech spricht von “diffusen Massenorganisationen” – Sinn macht, ganz gezielt junges Publikum anzusprechen, um dieses für die Werte der Organisation zu sozialisieren. Hier meine Antwort:

1. Ich bin der Ansicht, dass es für eine Nonprofit-Organisation lebensnotwendig ist, über Mitglieder und Unterstützer zu verfügen, die eine große Bandbreite an Altersgruppen umfassen, – sofern die NPO am eigenen Fortbestand interessiert ist und sie nicht irgendwann gemeinsam mit einer überalterten Anhängerschaft aussterben möchte.

In dieser Hinsicht für ein ausgeglichenes Altersgruppen-Portfolio zu sorgen, gehört zu den strategisch zentralen Aufgaben einer gemeinnützigen Einrichtung. Denn sie lebt von den Ressourcen ihrer Stakeholder, die finanzielle Mittel, Freiwilligenarbeit, politische Unterstützung, Ideen, neue Mitarbeiter usw. in eine NPO einbringen. Ohne starke Stakeholder ist eine Organisation nichts und ohne Stakeholder, die aus unterschiedlichen Altersgruppen kommen, engt eine NPO ihren Handlungsspielraum extrem ein, weil ihre Möglichkeiten in diesem Fall immer an eine bestimmte Alterskohorte gekettet sind, mit der sie leben und im Zweifel auch untergehen.

2. Jugendliche gezielt anzusprechen ist deshalb sehr wichtig.  Die These, die im Fundraising dominiert, – dass Spenden eine Domäne der Älteren sei, was man an den Spendenergebnissen ablesen könne – halte ich für falsch. Die empirischen Ergebnisse belegen nur, dass man mit den bisherigen Fundraisinginstrumenten hauptsächlich die ältere Generation erreicht hat. Die empirischen Ergebnisse spiegeln damit die Qualität des Fundraising wider, sie können keine abschließende Aussage treffen über die Spendenbereitschaft der jüngeren Generation.

Tatsache ist, dass junge Menschen am Gemeinwesen interessiert sind sind und sich gerne und häufig engagieren. Ein Drittel der Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren engagiert sich oft, weitere 42% engagieren sich gelegentlich für soziale und gesellschaftliche Zwecke, in erster Linie für jugendbezogene Fragestellungen, aber auch für sozial schwache und benachteiligte Menschen (15. Shell-Jugendstudie 2006 , S. 6). Diese Bereitschaft, sich einzubringen, sollten Nonprofits sich nutzbar machen.

3. Jede Generation muss so angesprochen werden, dass man ihre Art, die Welt zu sehen und die vorhandenen Medien zu nutzen, richtig trifft (einen guten Artikel über das ‘Generational Fundraising’ findet man hier ). Dazu braucht es eine gute Datengrundlage. Nonprofit-Organisationen sollten sich zusammentun, um entsprechende empirische Untersuchungen über die Unterschiede zwischen den Generationen finanzieren zu können. Die Ergebnisse könnten Nonprofits helfen, sich zu responsiveren Organisationen weiterzuentwickeln, die die Wünsche und Vorstellungen ihrer Stakeholder stärker abfragen.

Was die Jugend angeht, so zählen die Jahrgänge seit Ende der 80er Jahre zu den Digital Natives, die das Internet nicht nur nutzen, sondern in und mit ihm leben. Eine besondere Bedeutung für junge Menschen haben Online-Communities und die partizipativen Möglichkeiten des Netzes. Ludger Brenner arbeitet in  seinem Blogparadenbeitrag diesen Mitgestaltungswunsch der Digital Natives gut heraus. Entsprechend muss die Antwort von Nonprofits aussehen, wenn sie nach Kommunikationsstrategien suchen  bzw. nach Strategien für den Beziehungsaufbau im Hinblick auf die jüngere Generation.

5. Große Nonprofit-Organisationen wie bspw. das Rote Kreuz oder die Arbeiterwohlfahrt verfügen über eigene Jugendverbände wie das Jugendrotkreuz oder das Bundesjugendwerk der AW O. Tausende Jugendliche treffen sich in 5.5000 Jugendrotkreuzgruppen, auch in Österreich gibt es hunderte von Jugendgruppen innerhalb des Roten Kreuzes. Jugendliche sind also in großen Verbänden schon präsent. Wer ihre Zahl erhöhen und ihre Bindung an die NPO verstärken möchte, muss den Community-Drang der Jugendlichen aufgreifen und ihnen die Möglichkeit zum Austausch untereinander geben. Es wäre sinnvoll, wenn die Gruppen des Jugendverbandes sich im Rahmen einer Jugendverbands-Community oder im Rahmen einer Community des Gesamtverbandes im Internet organisieren könnten. Tatsächlich gibt es eine Online-Community des Jugendrotkreuzes , aber mit Themen-Foren und nicht mit der Möglichkeit, eigene Gruppen innerhalb der Community einzurichten.

6. Die Jugendlichen, die in großen Verbänden schon aktiv sind, können dabei helfen, Strategien zur Gewinnung neuer jugendlicher Unterstützer auszuarbeiten. Denn sie kennen das Lebensgefühl und den Mediengebrauch der jungen Generation am besten. Nonprofits haben in dieser Hinsicht die Experten für die Jugend schon im eigenen Haus.

7. Bei allen Bemühungen um Kommunikationsstrategien für Jugendliche darf nicht vergessen werden, dass eine Nonprofit-Organisation niemals nur nach Spendern suchen sollte, sondern immer nach Partnern, – mit allen Konsequenzen, die dieser Stakeholder-Status mit sich bringt (vgl. “Spender, Stakeholder und die Zukunft des Fundraising “)

Die Bereitschaft zum Zuhören oder Wann verhalten sich Organisationen responsiv?

Netzwerke und Partnerschaften leben vom Dialog. Wer nur die eigene Botschaft verbreitet und sich nicht auf die Sichtweise und Vorschläge des Anderen einlässt, wird in Kooperationsprozessen keinen langfristigen Erfolg haben. Die Gefahr, dass sich Partner frustriert abwenden, weil sie sich übergangen und überhört fühlen, ist zu groß.

Dies gilt auch dann, wenn man Beziehungen über das Internet aufbauen und pflegen möchte.  Kern einer jeden Social Media Strategie muss das Zuhören sein und die Bereitschaft, in einen Dialog einzutreten. Wer im Internet nur Informationen sendet, aber keinen Dialog führt, nutzt die Potentiale des Mediums nicht adäquat bzw.  transportiert seine traditionellen Kommunikationsformen in ein Umfeld, das eigentlich andere Chancen böte. Im Kulturmanagement-Blog weist C. Henner-Fehr auf die Grenzen hin, die monologischen Kommunikationsstrategien innewohnen, die auf das Senden hin ausgerichtet sind und dies durch Aggregationstechniken noch verstärken.

Wann verhalten sich Organisationen responsiv, – wann sind sie bereit, ihren Stakeholdern zuzuhören und ihnen zu antworten?

Die Studie von Thomas A. Bryer (2009) (abstract hier ) untersucht dies anhand von zwei empirischen Fällen in Los Angeles, in denen jeweils eine städtische Behörde mit bürgerschaftlichen Gremien, sogenannten Neighbourhood Councils , zusammenarbeitet.  Diese Neighbourhood Councils – eine Art ‘Runde Tische’ -  wurden gegründet, um die Kommunikation zwischen der Verwaltung , dem Stadtrat und der Bürgerschaft zu verbessern und um Bürgern mehr Mitsprachemöglichkeiten zu verschaffen. Die Neighbourhood Councils sollen Rat und Verwaltung bei der Entscheidungsfindung unterstützen und die städtische Politik aus der Einwohnerperspektive heraus kommentieren.

Mit der Schaffung entsprechender bürgerschaftlicher Gremien ist immer die Hoffnung verbunden, dass die Einwohner einer Gemeinde auf diese Weise mehr Gehör gegenüber Politik und Verwaltung erlangen. Aber diese Hoffnung erfüllt sich nicht automatisch, denn die Verwaltungen reagieren ganz unterschiedlich offen auf die Partizipationswünsche der Bevölkerung. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Selbstbild der Behörde und ihre Wahrnehmung der bürgerschaftlichen Seite entscheidend dafür ist, wie responsiv sie sich verhält.

Wenn einer Behörde die interaktive, auf einen Dialog hin ausgerichtete Perspektive fehlt, wenn sie ihren eigenen Status als Experte betont und bürgerschaftliche Mitsprache als ‘Angriff’ auf die Neutralität und inhaltliche Überlegenheit des Amtes sieht, dann kann keine Partnerschaft zwischen der kommunalen Organisation und den bürgerschaftlichen Gremien aufgebaut werden. Letztere werden in diesem Fall lediglich als mögliche Multiplikatoren der Verwaltungsposition gesehen und nicht als wertvolle Ideengeber, die ihr Quartier und ihre Bedarfe am besten kennen.

Die Thesen, die Bryer aufgrund der empirischen Ergebnisse aufstellt, kann man als Richtschnur nehmen, wenn es darum geht, die Responsivität von Organisationen gegenüber ihren Stakeholdern zu bestimmen. Danach verhalten sich Organisationen – offline oder im Internet – umso aufnahmebereiter gegenüber den (Bürger-)Stakeholdern, je stärker sie

  • an langfristigen Beziehungen zu den Stakeholdern interessiert sind
  • den Stakeholdern vertrauen. Damit verbunden ist auch der Respekt für die Dialogpartner
  • Ziele mit den Stakeholdern teilen
  • von den Stakeholdern lernen wollen
  • bereit sind, Entscheidungen bottom-up zu treffen
  • und sie den strategischen Nutzen der Partnerschaften mit den Stakeholdern sehen

(vgl. Bryer 2009, 277).

Diese Voraussetzungen für Responsivität sollten gegeben sein, wenn Organisationen – zum Beispiel Nonprofits – den Schritt ins Internet machen. Wer mit einer monologischen Haltung ins Netz geht, wird vielleicht nicht scheitern, aber den Mehrwert des Internets nicht ausschöpfen können.

Meines Erachtens wird es zukünftig für jene Organisationen schwierig werden, die angesichts der Komplexität der Problemlagen noch glauben, auf die Anregungen der Stakeholder – seien es Bürger, Klienten, Angehörige Kunden usw. – verzichten zu können. Dialog und Partizipation sind anstrengend und erhöhen die Komplexität der Entscheidungsfindung. Aber sie erweitern den Horizont von Organisationen, können die Programmumsetzung verbessern und verschaffen einer Organisation neue Ressourcen und eine stärkere gesellschaftliche Integration.

Sind Nonprofit-Organisationen Brückenbauer in die digitale Welt?

Das Internet eröffnet Menschen neue Handlungschancen. Sie können über das Netz neue Freunde kennenlernen, sich weiterbilden, politisch aktiv werden, an Entscheidungen partizipieren, sich als Online-Volunteer in eine gemeinnützige Organisation einbringen, Geld spenden und Geld sammeln, ihr Wissen weitergeben, künstlerisch aktiv werden -  die Möglichkeiten sind endlos. Das Internet bietet für den Einzelnen die Chance, unabhängiger zu werden von seiner Fähigkeit zur Mobilität, seinem sozialen Umfeld, seinem Ort, seinen finanziellen Möglichkeiten.

Das Internet kann zum Empowerment-Instrument werden, das Menschen eine öffentliche Stimme verleiht, die bisher noch keine hatten, – ein gutes Beispiel sind die Autoren des Caritas-Blogs Mitten am Rand . Aber das Internet eröffnet nicht nur Individuen neue Chancen, sondern auch Organisationen und Gemeinschaften.  Es hält Mittel bereit, um die Partizipation der Zivilgesellschaft voranzutreiben.

Aber die Chancen des Internets eröffnen sich nur denjenigen, die über die Kompetenzen verfügen, sich im Internet zu bewegen und  diesen öffentlichen Raum effektiv zu nutzen. Mein Bloggerkollege Herber Schmidt, der in der Selbstorganisation von Senioren aktiv ist und Blogpate des Projekts Internet Erfahren , befasst sich in der 9. Runde der Nonprofit-Blogparade mit dem Thema eLearning für Senioren und stellt unterschiedliche Projekte und Netzwerke vor. Sie zielen mit ihren Angeboten zum Lernen und zum sozialen Austausch auf die digitale Inklusion von Senioren. In der Altersgruppe der über 50-Jährigen zählen 55% der Menschen – darunter mehrheitlich Frauen – zu den Offlinern (s. (N)Onliner-Atlas 2009, S. 10) .

Nonprofit-Organisationen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Bürgern und Gruppen auf ihrem Weg in die digitale Welt zu helfen. Die Forschung zeigt, dass die Partizipation von Menschen – egal in welchem Kontext – davon profitiert, wenn sie von Dritte-Sektor-Organisationen gefördert und begleitet wird (Pratchett u.a. 2009) .  Wer versucht, sich alleine mehr Beteiligungsmöglichkeiten zu verschaffen, hat es schwerer als jemand, der diesen Lernprozess gemeinsam mit einer Gruppe geht.

Nonprofits können Initiativen und Projekte schaffen, in denen ihre Zielgruppen in das Internet eingeführt werden, sie können Informationen und Kontakte zum Thema bereithalten und selbst in Kursen das Wissen vermitteln, das man für die digitale Welt benötigt.

Eine Recherche in der Datenbank der Stftung digitale Chancen zeigt, dass viele Nonprofit-Organisationen öffentliche Internetzugänge und – soweit aufgelistet – auch Kurse für Interneteinsteiger anbieten.  Sie sind auch involviert in das Programm Internet Erfahren des Bundeswirtschaftsministeriums, das Mitarbeiter der sozialen Dienste als wichtige Multiplikatoren erachtet, weil sie häufig einen direkten Zugang zu jenen Menschen haben, die noch zu den Offlinern zählen.

Die Forschung zeigt aber auch, dass das Empowerment von Menschen, ihre Befähigung zur Partizipation, nicht nur von ihren Kompetenzen abhängt und von der Existenz einer Gruppe, in der sie einen Rückhalt finden. Partizipation funktioniert dann am Besten, wenn man

  • Bürger um ihren Input bittet, also sie aktiv anspricht ("asked to")
  • und ihnen vermittelt, dass ihr Beitrag zählt ("responded to") (Pratchett u.a. 2009)

Dies bedeutet bezogen auf die digitale Inklusion, dass es hier nicht nur darum gehen darf, die Individuen für die internetbasierte Wissensgesellschaft fit zu machen, sondern  darum, ihre Partizipationsmöglichkeiten als Bürger dieser Gesellschaft zu stärken. Und Institutionen – egal aus welchem Sektor – das digitale Engagement der Bürger würdigen und darauf eingehen sollten.

Die Frage ist, inwieweit die etablierten Nonprofit-Organisationen – und hier insbesondere die freie Wohlfahrtspflege – diese demokratiepolitischen Chancen der digitalen Inklusion sehen und fördern? Sind sie heute schon die Brückenbauer, die ihren Stakeholdern Wege in das Internet bahnen, damit letztere ihre Partizipationschancen – auch gegenüber dem freien Träger selbst- wahrnehmen können? Haben die traditionellen gemeinnützigen Organisationen, die das institutionelle Rückgrat der Zivilgesellschaft bilden, die Chancen von Social Media für die Bürgergesellschaft schon erkannt und  nutzen sie diese Chancen für sich selbst und für ihre Stakeholder?

Die meisten gemeinnützigen Organisationen können die Rolle eines Brückenbauers in die digitale Welt, der nicht nur Kompetenzen vermittelt, sondern Menschen und Gruppen auch zur digitalen Partizipation ermuntert, noch nicht einnehmen. Die meisten Nonprofits stehen dem Internet noch kritisch gegenüber und können sich mit dem Netz nicht recht anfreunden. Dies führt zu der – aus strategischer Sicht bedauernswerten -  Situation, dass mit dem Internet ein neuer öffentlicher Raum existiert, in dem Handlungschancen, Ressourcen und Macht verteilt werden, und viele Dritte-Sektor-Organisationen abseits stehen und es versäumen, sich selbst und ihrer Klientel einen angemessenen Platz in diesem öffentlichen Raum zu schaffen. So bleiben viele Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten ungenutzt liegen, die die Zivilgesellschaft stärken könnten.

Dass das Internet noch keinen prominenten Platz im Bewusstsein der Verfechter des Bürgerengagements einnimmt, zeigt auch der Zwischenbericht des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation , das vor einigen Wochen tagte. In den Ergebnissen der zehn Dialogforen ist das Internet zwar durchaus an manchen Stellen präsent, aber in erster Linie als Informations- und Vermittlungs- und Austauschplattform (vgl. S. 13-26). Es wird nicht deutlich, dass das Internet dem bürgerschaftlichen Engagement auch grosse demokratiepolitische Chancen eröffnet und es den Umgang zwischen NPOs und ihren Stakeholdern verändert. Es wäre gut gewesen, es hätte sich ein Dialogforum speziell mit dem Internet und seinen Folgen für das bürgerschaftliche Engagement befasst. Angesichts der Ausdehnung und der wachsenden Bedeutung der digitalen Welt wäre es wichtig, dass sich Nonprofit-Organisation stärker dem Internet zuwenden und hier innovative Lösungen für sich und ihre Stakeholder entwickeln.