Schlagwort-Archiv: Nonprofit-Organisation

Podcast-Interview mit mir zum Thema NPOs und Social Media

Timo Lommatzsch vom Social Media PReview-Blog hat ein Interview mit mir zum Thema Nonprofit-Organisationen und Social Media geführt. Der Podcast mit dem Interview ist seit Samstag online .

Wir sprechen in dem Interview sämtliche Grundlagen an:

  • Nutzen von Social Media für NPOs
  • Stand der Umsetzung in Deutschland
  • Gründe für die Zurückhaltung von NPOs, wenn es um das Mitmach-Internet geht
  • Best Practice-Beispiele
  • Die Bedeutung von Transparenz für Nonprofits
  • Konkurrenz für etablierte Organisationen durch neue Fundraising-Plattformen und NPOs?

Vielen Dank an Timo Lommatzsch für die Möglichkeit, dem Nonprofit-Thema durch ein Podcast eine Öffentlichkeit zu verschaffen! Vielleicht gibt es in einem halben Jahr einen Teil II, der weitere Fragen behandelt.

Blog Action Day 2008: Armut und das Dilemma der Sozialen Arbeit

Heute ist der weltweite Blog Action Day zum Thema ‚Armut‘. Möglichst viele Blogger sollen zu diesem Thema aus ihrer Perspektive Stellung nehmen. Via Blogpatenschaften wurde ich auf die Aktion aufmerksam, durch Twitter daran erinnert.

Wer arm ist, hat zumeist nicht nur materielle Probleme, sondern benötigt auch Unterstützung im Beziehungs- und Bildungsbereich und bei Fragen der Haushaltsführung und Lebensplanung. Diese Hilfen werden von den Sozialen Diensten der Sozialverwaltung oder freigemeinnütziger Träger angeboten.

Die Bedingungen der Sozialen Arbeit haben sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. In einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Sozialer Fortschritt (1/20008) fasst H.J. Dahme den Wandel in den sozialen Diensten wie folgt zusammen: die Arbeit wurde bürokratisiert und verbetriebswirtschaftlicht. Der einzelne Mitarbeiter muss immer höhere Fallzahlen und immer mehr administrative Aufgabent stemmen. Die Interaktion mit dem Klienten wird durch gesetzliche Vorgaben immer stärker reglementiert (S. 10f). Was darunter leide, sei die "ganzheitliche Arbeit am und mit Menschen" (Dahme 2008, 11). Die Reglementierung seitens des Staates und des Trägers stellt darüber hinaus die Autonomie der Sozialarbeit in Frage. Der Mitarbeiter kann seine Expertise nicht mehr in der Form einbringen, wie er es sich erhofft hat.

Die Soziarbeit steht vor einem Dilemma. Einerseits sind die Mitarbeiter motiviert und möchten helfen. Andererseits schwinden ihre Handlungsspielräume. Wie kann der Ausweg aus dieser Sitaution aussehen?

Ein Zurück zur früheren Autonomie und Expertise mit ihrem tendenziell ‚hierarchischen‘ Charakter kann es meines Erachtens nicht mehr geben. Die Bemühungen von staatlicher – und Trägerseite nach Effizienz, Effektivität und Transparenz (duch die Falldokumentationen) sind legitim. Dennoch darf die am Klienten orientierte ganzheitliche Arbeit dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Der Ausweg aus dem Dilemma kann meiner Ansicht nach nur gelingen, wenn sich die Soziale Arbeit neue Bündnisparter sucht. Die vorhandenen Bezugsgrupen/Stakeholder wie Angehörige, Ehrenamtliche, Nachbarschaft, Gemeinde usw. müssen stärker in die Dienstleistungsproduktion mit eingebunden werden. Nicht nur, um die Sozialarbeit zu entlasten und zu bereichern. Sondern auch, um bei Bedarf ein Netzwerk zu besitzen, mit dessen politischer Unterstützung man rechnen kann. Denn wer vertritt im Moment die Interessen einer ganzheitlichen Sozialarbeit, abgesehen von den dafür zuständigen Gewerkschafts-
funktionären? Nonprofits und die Sozialarbeit haben es versäumt, die Öffentlichkeit effektiv auf ihre Arbeitssituation vor Ort hinzuweisen. Nun ist niemand da, der mit ihnen gemeinsam die Auswüchse der Bürokratisierung bekämpfen könnte. Die Leidtragenden sind die Klienten. In diesem Fall: die Menschen, die arm sind.

Web 2.0 bietet den Sozialen Diensten die technischen Voraussetzungen, um sich mit ihren Stakeholdern stärker zu vernetzen und Communities aufzubauen, die man auch für die politische Arbeit nutzen kann. Vielleicht wird man auf dem Online-Weg mehr Unterstützung für die Soziale Arbeit organisieren können?

Nonprofit-Blogparade: Folgen der Finanzkrise für Nonprofits – Bedrohung oder Chance?

Dieser Beitrag initiiert mit der Frage "Folgen der Finanzkrise für Nonprofits – Bedrohung oder Chance?" eine NPO-Blogparade. Was ist eine Blogparade? Ein Blogautor stellt eine Frage und fordert die Leser dazu auf, einen eigenen Blogbeitrag über das vorgegebene Thema zu schreiben und diesen Beitrag per trackback mit dem Blogbeitrag des Initiators (Host) zu verlinken.

Karin Janner vom Kulturmarketing-Blog , Christian Henner-Fehr vom Kulturmanagement-Blog , Sebastian Schwiecker von Helpedia und ich möchten eine NPO-Blogparade institutionalisieren, die sich mit dem Nonprofit-Sektor befasst. Wir möchten im Rahmen dieser NPO-Blogparaden Fragen stellen und bearbeiten, die den gemeinnützigen Bereich als Ganzes in den Blick nehmen und nicht nur Teile davon (wie Kultur, Soziales, Umwelt). Der Nutzen einer NPO-Blogparade:

  1. Indem Blogger aus den unterschiedlichen NPO-Bereichen daran teilnehmen, wächst das vorhandene Wissen über den Sektor
  2. Blogs, die das Thema NPOs bearbeiten, können sich vernetzen, so dass ein Nonprofit-Blogger-Netzwerk samt den damit verbundenen Synergie-Effekten entsteht
  3. Das Thema ‚Nonprofit-Organisationen‘ rückt stärker ins Rampenlicht und bekommt neue Unterstützer
  4. Es entstehen neue Ideen und Kontakte

Wir suchen noch BloggerInnen, die über den Nonprofit-Sektor schreiben und die bereit wären, als Host einer Blogparade mitzumachen. Bitte meldet Euch bei Interesse.
In organisatorischer Hinsicht startet die erste NPO-Blogparade ganz bescheiden, ohne eigenes Logo usw. Aber wir sind noch in der Anfangsphase. Über Ideen und Anregungen zu unserem Projekt freuen wir uns.

Doch nun zum Thema, um das sich in dieser Blogparade alles dreht:

Ich habe versucht, in einem Blogbeitrag die Folgen der Finanzkrise für Nonprofits in acht Punkten zusammenzufassen. Christian Henner-Fehr fragt nach den Auswirkungen der Krise auf den Kulturbereich und sieht darin auch Chancen für ein Umsteuern und für Veränderungen.

Besonders in Großbritannien und den USA sind wohl viele Nonprofits von der Krise betroffen. In Großbritannien scheint regelrecht Panik unter den Wohlfahrtsorganisationen ausgebrochen zu sein, von denen viele bei isländischen Banken ihr Geld anlegten. Die interne Umfrage einer Dachorganisation ergab potentielle Verluste in Höhe von 120 Mio Pfund. Ein britischer NPO-Experte geht davon aus, dass Wohlfahrtseinrichtungen bis zu 1 Billion Pfund verlieren könnten.

In Deutschland ist von solchen Hiobsbotschaften noch nichts zu hören. Aber unabhängig von konkreten Verlusten werden Nonprofits auch hier bei uns langfristig in vielerlei Hinsicht von der Finanzkrise betroffen sein: weil öffentliche Gelder reduziert werden, Spender sich zurückhalten, der Wettbewerb unter NP0s noch zunimmt. Sind die Folgen der Finanzkrise für Nonprofits eine Bedrohung oder eine Chance? Wie ist Ihre/Eure Meinung hierzu?

Wir freuen uns über Blogbeiträge, die diese Diskussion aufgreifen. Verlinkt bitte Euren Beitrag per trackback mit diesem Post. Am 24.10. , 5. November ist die Deadline, dann sichte ich die eingegangenen Beiträge.

Nachtrag: um möglichst vielen BloggerInnen eine Teilnahme zu ermöglichen, habe ich den Termin für den Rücklauf auf 5.11.08 verschoben. Der ursprüngliche Zeitpunkt war zu knapp bemessen.

Tag: npoblogparade